Reisen
Türkei: Über 400.000 Touristen unternehmen Heißluftballonfahrten in Kappadokien

Kappadokiens Heißluftballone ziehen 437.500 Touristen an Insgesamt 437.516 Touristen genossen von Januar bis September Heißluftballonfahrten im wunderschönen Kappadokien in der Türkei. Kappadokien, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist berühmt für seine unverwechselbare Hochebene, Täler, Hügel, einzigartige märchenhafte „Feenkamine“, farbenfrohe Fresken, die unterirdische Städte bedecken, Boutique-Hotels, in Felsen gehauene Häuser, Felsenkirchen, Kapellen und Unterkünfte, die von Urchristen genutzt wurden. Die Heißluftballonfahrt, die für eine Stunde über dem Himmel von Kappadokien kreist, koste 170-200 € (186-220 $) pro Person. Die Touren erwirtschafteten in den ersten neun Monaten dieses Jahres 78 Millionen Euro (86 Millionen Dollar) Umsatz, wie die Daten zeigten, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. 

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– Tourismus – Türkei: Pamukkale empfängt während der Feiertage 70.000 Besucher

Pamukkale, eine der ältesten Touristenattraktionen im Südwesten der Türkei, beherbergte an fünf Tagen während des Opferfestes  rund 70.000 in- und ausländische Touristen. Für 2019 werden bis zu drei Millionen Touristen erwartet.

Türkei: Pamukkale empfängt während der Feiertage 70.000 Besucher

Währungswirtschaft
Russland und Türkei wollen Handel in eigenen Währungen erhöhen

Moskau – Die Türkei und Russland haben ein Abkommen unterzeichnet, um die Verwendung der lokalen Währungen – Türkische Lira und Russischer Rubel – im bilateralen Handel zu erhöhen, teilte das russische Finanzministerium am Dienstag mit. Der türkische Finanzminister Berat Albayrak und sein russischer Amtskollege Anton Siluanov, haben das Abkommen am Freitag unterzeichnet, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Das Abkommen werde auch die Nutzung des russischen nationalen Zahlungskarten- (MIR) und Finanznachrichtensystems der Bank von Russland (SPFS), einer Alternative der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) in der Türkei, verbessern. Das Abkommen ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung des fairen Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den zwei Ländern, so die Ankündigung.

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– Zahlungslösungen – Moskau: Putin möchte mit Türkei eigenes Kreditkarten-Bezahlsystem aufbauen

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan bei dessen Moskaubesuch den Vorschlag unterbreitet, die Infrastruktur des russischen Zahlungssystems „MIR“ aufzubauen.

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Türkisch-amerikanische Beziehungen
US-Präsident Trump lobt Türkei als guten Partner

Washington – Nach positiven Äußerungen am Sonntag über die Türkei und der Drohung einer wirtschaftlichen Vernichtung am Montag, kamen von US-Präsident Donald Trump am Dienstag wieder etwas versöhnlichere Bemerkungen Richtung NATO-Partner Türkei. „So viele Menschen vergessen geflissentlich, dass die Türkei ein großer Handelspartner der Vereinigten Staaten ist, sie stellen sogar den Stahlbaurahmen für unseren F-35 Fighter Jet her“, so Trump in einer Reihe von Tweets. Die Türkei habe in der syrischen Stadt Idlib auch geholfen, viele Leben zu retten. Trump erinnerte ebenfalls daran, dass die Türkei, auf seine Bitte hin, den US-Pastor Charles Brunson frei ließ und er „bei sehr guter Gesundheit“ zurückkehren konnte.
(Foto: Screenshot)
„Denken Sie vor allem auch daran, dass die Türkei ein wichtiges Mitglied mit gutem Ruf der NATO ist“, so der US-Präsident weiter. Er habe Erdogan eingeladen und er werde ihn, Trump, am 13. November besuchen. Die USA plane zwar, Syrien zu verlassen, von einem im Stich lassen der Kurden könne allerdings keine Rede sein, so Trump. Sie seien ein besonderes Volk und wunderbare Kämpfer. Am Ende kam dann doch nochmal eine erneute Drohung gegenüber der Türkei: Die Türkei wisse, dass unnötige Kämpfe für ihre Wirtschaft und ihre sehr empfindliche Währung verheerend sein würden, warnte Trump. Die USA helfe den Kurden finanziell und mit Waffen.

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– Militäroffensive in Syrien – Trump werde die Türkei wirtschaftlich vernichten, falls sie „Unerlaubtes“ tun

US-Präsident Donald Trump warnte die Türkei davor, bei der geplanten Militäroffensive in Nordsyrien zu weit zu gehen.

Trump werde die Türkei wirtschaftlich vernichten, falls sie „Unerlaubtes“ tun

Militäroffensive in Syrien
Türkei: Oppositionspolitikerin Meral Aksener verurteilt Trump-Drohungen

Ankara – Die Drohungen des US-Präsidenten gegenüber der Türkei, entsprechen nicht der „staatlichen Ernsthaftigkeit“, sagte die Vorsitzende der oppositionellen IYI Partei am Dienstag. „[Die Bemerkungen] sind ein Musterbeispiel der Unverschämtheit. Die Bedrohung der Republik Türkei und der türkischen Nation ist, wie ich deutlich sage, ein diplomatischer Skandal“, sagte Meral Aksener. Aksener betonte, dass „das Bündnis und die Freundschaft“ zwischen den beiden Ländern mit solchen Drohungen schwer verletzt würden. Trump sagte am Montag, dass er die Türkei wirtschaftlich zerstören werde, falls sie bei ihrer geplanten Militäroperation in Syrien Maßnahmen ergreifen sollten, die er persönlich für unangemessen hält. „Wie ich bereits stark betont habe, und nur um zu wiederholen, wenn die Türkei etwas tut, was ich in meiner großen und unübertroffenen Weisheit für tabu halte, werde ich die Wirtschaft der Türkei völlig zerstören und vernichten (das habe ich schon einmal getan!)“, schrieb Trump auf Twitter. Aksener betonte, dass die Türkei eine angemessene Antwort auf Trumps Bemerkungen geben sollte, indem sie „Terroristen in Nordsyrien besiegt“. „Das ist es, was unsere Nation und wir erwarten“, so Aksener.

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– Sicherheitszone in Syrien – Militäroffensive in Syrien: USA geben der Türkei grünes Licht

Nach dem gestrigen Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan gab Washington heute grünes Licht für die großangelegte Militäroffensive der Türkei im Norden Syriens.

Militäroffensive in Syrien: USA geben der Türkei grünes Licht
 

Deutschland
Forsa-Chef Güllner prognostiziert Auflösung der SPD

Osnabrück –  Für den Chef des Meinungsforschungsinstituts „Forsa“ steht die SPD vor dem Untergang. „Die SPD ist in der Auflösung begriffen. Ein neuer Vorsitzender wird das nicht ändern“, sagte der Forsa-Chef im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Partei habe seit 1998 rund 13 Millionen Wähler verloren, bei der Ursachenforschung komme sie aber nicht voran. „Sie sollte darüber nachdenken, wie es so weit kommen konnte. Das tut sie gerade nicht, wenn sie immer weiter nach links schwenkt. Die SPD hat die Mitte verloren“, betonte er. Den aktuellen Mitgliederentscheid um den Parteivorsitz sieht Güllner kritisch: „Die aufwendige Mitgliederbefragung führt dazu, dass sich die SPD nur mit sich selbst beschäftigt.“ Den Bürgern sei es egal, ob der Vorsitzende per Mitgliederentscheid oder auf einem Parteitag gewählt werde. „Sie wollen einfach nur einen Vorsitzenden, der wählbar ist“, sagte Güllner. Dem Duo Olaf Scholz/Klara Geywitz rechnet er die besten Chancen zu: „Ich gehe davon aus, dass Olaf Scholz es in die Stichwahl schafft. Er hat einen Bonus, weil er als Finanzminister und Vizekanzler prominent ist.“ Sieben Kandidaten-Duos für den SPD-Vorsitz stellen sich seit dem 4. September auf 23 Regionalkonferenzen der Basis und der Öffentlichkeit vor. Nach der letzten Regionalkonferenz am 12. Oktober in München dürfen die knapp 440.000 SPD-Mitglieder in einem Basisentscheid ihr Kandidatenteam für die Parteispitze bestimmen. Das Ergebnis soll am 26. Oktober vorgestellt werden. Sollte dann kein Doppelteam mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, wird es eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten geben. Am 6. Dezember kommt der Bundesparteitag zusammen. Er soll den oder die Gewinner des Mitgliederentscheids formell an die SPD-Spitze wählen.

Serbisch-türkische Beziehungen
Erdogan-Besuch: Serbien will türkische Waffen kaufen

Belgrad – Zur Feier des 140-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Serbien, begrüßte am Montag der serbische Präsident Aleksandar Vucic seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in Belgrad. Wie die Staatschefs bekanntgaben, wurden bei den Treffen eine Reihe von Abkommen unterzeichnet, darunter auch der Ausbau der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Dem Recherchenetzwerk BIRN zufolge, habe Vucic zudem Interesse am Kauf türkischer Waffen bekundet.  „Unsere Experten haben Interesse am Kauf von Ausrüstung und Waffen gezeigt, und wir wollen auch im Technologiebereich zusammenarbeiten“, sagte Vucic auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Vucic sagte, dass die verstärkte Zusammenarbeit mit der Türkei beiden Ländern in wirtschaftlicher Hinsicht zugute kommen und „unsere[serbische] Verteidigungsfähigkeit erhöhen“ werde. Bei der Eröffnungsrede des Kooperationsrates Serbien-Türkei in der Hauptstadt Belgrad äußerte sich Erdogan zufrieden über den Ausbau der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. „Das Wachstum der politischen, wirtschaftlichen, kommerziellen und kulturellen Beziehungen zwischen der Türkei und Serbien ist wirklich beeindruckend. Für die Fortsetzung dieses Prozesses lege ich großen Wert auf das Treffen des hochrangigen Strategischen Rates“, sagte er. Erdogan betonte, dass sein Land, das in den letzten Jahren sein Engagement auf dem Balkan verstärkt hat, weiterhin in Serbien investieren wird. „Wir wollen die Beziehungen zwischen der Türkei und Serbien in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung und Kultur weiter verbessern“, sagte er. Große wirtschaftliche und kommerzielle Bedeutung In einem Gespräch mit Anadolu sagte der türkische Botschafter Tanju Bilgic am Samstag, dass der Besuch Erdogans von großer wirtschaftlicher und kommerzieller Bedeutung sei. „Im Jahr 2011 beliefen sich die türkischen Investitionen in Serbien auf insgesamt 1 Million Euro, aber heute liegen sie bei über 200 Millionen Dollar“, so Bilgic. „Eine große Anzahl von Fabriken türkischer Unternehmen wurden eröffnet“, betonte er.

Der wichtigste Teil des Besuchs sei jedoch der Spatenstich für eine Autobahn, die die serbische Hauptstadt Belgrad mit Sarajevo, der Hauptstadt des benachbarten Bosnien und Herzegowina, verbindet, eine Autobahn, die bereits als „die Friedensstraße“ bezeichnet wurde. Die Zeremonie werde unter Beteiligung von Erdogan, Vucic und Mitgliedern des Präsidialrates von Bosnien und Herzegowina stattfinden, fügte er hinzu.

Bilgic betonte, dass mehrere Abkommen unterzeichnet und Projekte, die von der Türkischen Kooperations- und Koordinierungsagentur (TIKA) in Serbien abgeschlossen wurden, mit der Teilnahme Erdogans feierlich eröffnet werden sollen. Der zweitägige Besuch umfasse auch das Dreiergipfel der Staats- und Regierungschefs der Türkei, Bosnien-Herzegowina und Serbien.

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– Kiew – Türkei und Ukraine gründen gemeinsames Unternehmen für High-Tech-Waffen

Die Ukraine und die Türkei haben ein Joint Venture im Bereich Präzisionswaffen und Luft- und Raumfahrttechnologien gegründet.

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Militäroffensive in Syrien
Nahost-Experte Doran: USA Zusammenschluss mit PKK nicht mit Kurden

Washington – Ein Nahost-Experte des US-Thinktanks Hudson Institut, hat am Montag die Obama-Regierung verurteilt und diese beschuldigt, sich mit der PKK-Terrororganisation zusammengeschlossen zu haben und nicht wie immer behauptet „mit den Kurden“. Nachdem das Weiße Haus am Sonntag den Abzug der US-Truppen aus Syrien ankündigte, sagte Michael Doran, Senior Fellow am Hudson Institut, dass die ehemalige Regierung von US-Präsident Barack Obama damit auch den NATO-Partner Türkei in die Arme Russland getrieben habe. „Wir haben uns unter Obama nicht mit den Kurden, sondern mit der PKK, dem geschworenen Feind der Türkischen Republik, unserem Verbündeten, zusammengeschlossen“, sagte Doran in einem Tweet.  Sein Tweet wurde später von US-Präsident Donald Trump retweetet.
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US-Präsident Donald Trump verteidigte am Montag seine Entscheidung, US-Truppen aus Nordsyrien abzuziehen. Er betonte, dass es zu kostspielig sei, in der Region weiterhin US-alliierte – kurdisch geführte – Streitkräfte zu unterstützen, um den IS zu bekämpfen. „Die Vereinigten Staaten sollten für 30 Tage in Syrien sein, das war vor vielen Jahren. Wir blieben und gingen immer tiefer in den Kampf ohne Ziel in Sichtweite“, twitterte Trump Montagmorgen. Doran, der in der Verwaltung des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush als Senior Director im National Security Council tätig war, kritisierte auch Senator Lindsey Graham, der sich besorgt über Trumps Entscheidung, Truppen aus Syrien abzuziehen, geäußert hatte. Graham drohte am Montag mit einem Rauswurf der Türkei aus der NATO. Ein weiterer politischer Analyst des in den USA ansässigen Think Tanks Heritage Foundation, Luke Coffey, warnte die Amerikaner vor der YPG-Bedrohung und sagte, er „fühle sich nicht wohl dabei, eine marxistische Gruppe mit Verbindungen zum Terrorismus zu bewaffnen und auszubilden“.
„Was die US-Truppen in Syrien betrifft, so ist es alarmierend, wie wenig Debatte es in Amerika über die Unterstützung der YPG gab. Nennt mich altmodisch, aber ich fühle mich nicht wohl dabei, eine marxistische Gruppe mit Verbindungen zum Terrorismus zu bewaffnen und zu trainieren. Ich bin sicher, die meisten Amerikaner würden sich genauso fühlen, wenn sie es wüssten“, twitterte Coffey am Montag.
Er fügte hinzu, dass die Amerikaner die Schritte der Türkei zur Beseitigung legitimer Sicherheitsbedenken an ihrer langen Grenze zu Syrien begrüßen sollten.
„Wir sollten es begrüßen, dass die Türkei Maßnahmen zur Sicherung ihrer Grenze ergreift. Die USA können das nicht ewig machen. Sie haben berechtigte Sicherheitsbedenken“, sagte er und informierte die Amerikaner über die wahre Natur des YPG. „Außerdem ist die YPG eine neomarxistische Gruppe, die als syrischer Zweig der PKK dient (von der US-Regierung als terroristische Gruppe bezeichnet). Also erspare mir bitte die Tränen“, sagte er. Auch der britische Politanalyst Kyle Orton verurteilte eine Unterstützung der Terroroganisation und retweetete einen Tweet der sagte: „Den SDF (PKK) als „die Kurden“ zu bezeichnen, ist wie ISIS als „die Araber“ oder Boko Haram als „die Nigerianer“ zu bezeichnen.“ „#PKK/#SDF sind Drogengangster, deren Selbstmordattentäter Menschen in Fußballstadien massakrieren und alle Kurden zerstören, die sich ihnen widersetzen“, sagte Orton.

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– Kurden gegen PKK – Türkei: Künstler, Musiker und Schauspieler schließen sich Protesten kurdischer Eltern gegen HDP an

Der andauernde Sitzstreik gegen die Verschleppung und Rekrutierung kurdischer Kinder durch die Terrororganisation PKK und deren politischen Arm, der „Demokratischen Volkspartei“ (HDP), in Diyarbakır, entwickelt sich zu einem Lauffeuer. Nachdem sich in den letzten Tagen mächtige Kurden-Clans den Protesten angeschlossen hatten, bekamen die „Mütter von Diyarbakır“, wie die Aufbegehrenden genannt werden, prominente Unterstützung.

Türkei: Künstler, Musiker und Schauspieler schließen sich Protesten kurdischer Eltern gegen HDP an
 

Berlin
Walter-Borjans gibt großer Koalition noch Gnadenfrist

Norbert Walter-Borjans, Kandidat für den SPD-Bundesvorsitz, will der großen Koalition in Berlin noch eine letzte Chance geben. „Die Aussage von Karl Lauterbach, unbedingt aus der Groko raus zu wollen, ist mir zu eindimensional und selbstzweckbestimmt“, sagte Walter-Borjans der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Das Ende der großen Koalition sei dann eine Notwendigkeit, wenn die Union bei wichtigen Entscheidungen weiter auf der Bremse für sozial gerechten und ökologischen Fortschritt stehe. Es müsse noch eine Testphase für die Groko geben, ob sie den großen Aufgaben der Zeit gewachsen sei. Die Bewerbertour der SPD-Kandidaten, darunter auch der Gesundheitspolitiker Lauterbach, geht in die Endphase. Vom 24. Oktober an wählen die SPD-Mitglieder ihre neuen Vorsitzenden. Der SPD-Bundesparteitag, der auch über die Groko entscheidet, findet vom 6. bis zum 8. Dezember in der Bundeshauptstadt statt. Ex-NRW-Finanzminister Walter-Borjans tritt zusammen mit der baden-württembergischen Bundestagsabgeordneten Saskia Esken an. Anders als Walter-Borjans bekräftigte Esken, dass sie – ohne Testphase – für ein sofortiges Ende der Groko eintritt: Das Klimapaket sei wieder ein Beispiel für einen schlechten Kompromiss, der noch dazu die Grundhaltung der SPD verletze, weil er nicht sozial gerecht sei.

Wilke-Skandal
Lanuv: Fast jeder NRW-Bürger hatte Zugang zu Wilke-Wurstwaren

Das Landesamt für Umwelt- und Naturschutz (Lanuv) geht davon aus, dass fast jeder NRW-Bürger Zugang zu Wilke-Waren hatte. „Wilke war ein großer Lieferant und stellte auch Vorprodukte für Eigenmarken anderer Unternehmen her. Flächendeckend dürfte fast jeder Verbraucher in NRW einen Zugang zu den Waren der Firma Wilke gehabt haben“, sagte Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Vom Rückruf der Wilke-Wurstwaren seien in Nordrhein-Westfalen Hunderte Unternehmen betroffen. „Wilke selbst hat seine Kunden, dazu gehören Großhändler, Altenheime, Krankenhäuser und andere Betriebe, über seine Kundenliste angeschrieben und zum Rückruf aller Wurst- und Fleischwaren aufgefordert. Nun überwachen die Kreisveterinärämter als zuständige Behörden, ob auch wirklich alle Wilke-Waren aus den Regalen verschwinden“, so Deitermann.

Militäroffensive in Syrien
Kommentar: Türkei spürt die Folgen des syrischen Bürgerkriegs am eigenen Leib

Erst Fakten, dann die Moral Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Mit einem Tweet hat US-Präsident Trump dafür gesorgt, dass die in Nordsyrien stationierten US-Soldaten aus Schlüsselstellungen in Ras al-Ain und Tal Abjad abgezogen werden und die SDF alleine da steht. In Europa und in den USA wird heftig über die Entscheidung Trumps gestritten. Ferner wird nun der Türkei vorgehalten, was sie zu unterlassen hat, was sie nicht tun darf und welche Folgen eine militärische Intervention mit sich bringen würde. Dabei ist die Türkei längst direkt betroffen und muss seit Jahren die Folgen des syrischen Bürgerkriegs am eigenen Leib spüren. Es wird derzeit heftig darüber spekuliert, was denn mit den „70.000 IS-Kämpfern“ passiere, die ja mit der militärischen Operation der Türkei, nicht mehr unter Kontrolle der „Kurden“ stehen würden. Es wird gemunkelt, dass die IS wiedererstarke oder, dass die Türkei die IS-Kämpfer in die eigenen Reihen aufnehmen und gegen die „Kurden“ einsetzen werde. Darüber hinaus wird behauptet, die Türkei würde die syrischen Flüchtlinge in der Türkei nun in Nordsyrien einquartieren und damit eine demografische Wandlung vollziehen. Fakt ist, dass die Türkei seit mehr als einer Woche mehrere gepanzerte Bataillione an die südtürkische Grenzregion zu Nordsyrien entsendet hat. Mehrere Luftwaffenstützpunkte im Land sind quasi leer, alle kampfbereiten Jets in Incirlik oder dem Luftwaffenstützpunkt Diyarbakir stationiert. Die türkische Regierung hat seit 2016 zwei Militäroperationen in Nordsyrien durchgeführt. Es war allen Beteiligten im syrischen Bürgerkrieg schon alleine deswegen klar, dass die Türkei auch diesmal in syrisches Territorium eindringen wird, wenn man ihren Forderungen kein Gehör schenkt, ihre Warnungen in den Wind schlägt. Was auch immer der Grund für die militärische Intervention der Türkei in Nordsyrien sein mag, es gab genug Anlässe, um diesem den Wind aus den Segeln zu nehmen. Man hat bislang jede Warnung der Türkei einfach ignoriert. Angefangen von einer Flugverbotszone bis hin zu Sicherheitszonen, in denen syrische Flüchtlinge vor Luftangriffen und vor dem Zugriff terroristischer Gruppierungen sicher sind. Die Weltgemeinschaft hat bislang nichts getan, damit die Luftangriffe des syrischen Regimes und Russland beendet werden. Stattdessen hat das US-Koalitionsbündnis noch mehr Flüchtlinge erzeugt und noch mehr Leid in das Land hineingetragen. Die Weltgemeinschaft hat bislang auch keine Pläne vorgelegt, wie man die syrischen Flüchtlinge solidarisch aufnimmt und versorgt. Stattdessen versuchten einzelne Staaten mit den Nachbarländern Syriens Vereinbarungen zu treffen, um die Flüchtlinge im Grunde auf Distanz zu halten. Die USA scherte es auch nicht, was die Türkei dazu sagt, dass man eine Terrororganisation erst umfirmiert und dann mit schweren Waffen und massiven Geldmitteln unterstützt. Als die Türkei die ersten zwei Operationen aufgrund dieser Machenschaften mit der PKK durchsetzte, wurden weiterhin mehr Waffen und viel mehr Gelder bewilligt, die an die Demokratischen Kräfte Syriens, der SDF oder besser gesagt der PKK gingen. Am 21. Juli 2017 erzählte der Befehlshaber des Kommandos „Spezialoperationen“ der US Army, General Raymond Thomas, bei einer Sicherheitskonferenz des Aspen-Instituts im Bundesstaat Colorado, wie er die Terrororganisation PKK im Jahre 2015 dazu ermuntert habe, den „Firmennamen“ zu ändern. Der General erläuterte laut dem NDR-Magazin „Panorama“, dass der alte Firmenname nicht vermittelbar gewesen wäre. „Wenn sie zu sehr die Verbindung zu ihrer Vergangenheit, zur PKK, in den Vordergrund stellen würden, dann würde das Probleme schaffen“, erklärte Thomas dem Publikum. Wenn wir von einer Terrororganisation sprechen, dann hat das einen triftigen Grund: ein Merkmal von Terror – der Begriff bedeutet auf Lateinisch Schrecken – ist gemäß dem internationalen Recht, wenn die Bevölkerung durch Gewaltverbrechen eingeschüchtert wird. In einem Krieg gibt es auch keine passenden Kategorien die in Gut und Böse passen. Es gibt nur die Kategorie, ob man von einer Gruppierung als Staat bedroht wird und ob die Gruppe sich an das humanitäre Völkerrecht hält. Nicht nur die Türkei, sondern auch die USA stufen zusammen mit der EU die PKK als terroristische Organisation ein. Der SDF bzw. YPG/PKK werden seit 2015 Verbrechen nach dem humanitären Völkerrecht vorgeworfen. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch, Amnesty International oder Reporter ohne Grenzen haben unabhängig mehrere schwere Verbrechen gemeldet und gut belegt, darunter auch den Einsatz von Kindersoldaten, Massenmorde und ethnische Säuberungen im großen Stil, vor allem in Nordsyrien. Auch die UN hat in Zwischenberichten mehrmals auf die Verbrechen der SDF bzw. YPG hingewiesen. Die SDF hat je nach konjuktureller Lagesituation mehr oder weniger auch die Nähe zum syrischen Regime unter Assad wie auch zu Russland gesucht. Noch immer beliefert die SDF-kontrollierte Region das syrische Regime mit Erdöl aus den Erdöl-Feldern, die sie kontrollieren; um damit auch den Terror zu finanzieren. Die SDF war Ende 2016 zusammen mit dem syrischen Regime auch an der gewaltsamen Einnahme der Millionenmetropole Aleppo beteiligt. Die Folgen der Zerstörung und Vertreibung der Bewohner Aleppos sind bis heute nicht nur in Nordsyrien, sondern auch in der Türkei sowie in der EU zu spüren. Die SDF bzw. YPG/PKK hat zusammen mit den US-Koalitionsstreitkräften, unterstützt durch Luftbombardements, Städte im Nordosten des Landes vom sogenannten Islamischen Staat, genannt IS, befreit. Die SDF dienten dabei vielmehr als Bodentruppen und sollten versprengte Nester der IS ausmerzen oder die IS zur Aufgabe bewegen, ihr Geleitschutz aus den Städten zusagen, nach dem die Luftangriffe erfolgreich beendet worden waren. Gleichzeitig war diese „Befreiung“ aber auch ein Grund für weitere Binnenflüchtlinge, die seitdem entweder an der türkisch-syrischen Grenze festsitzen, in die Türkei flüchteten oder in Jordanien Zuflucht fanden. Laut eigenen Angaben der SDF befanden sich April 2019 im „Hochsicherheitsgefängnis in Derik“ etwa 400 IS-Gefangene aus rund 52 Ländern. Insgesamt schätze man die Zahl der militanten IS-Kämpfer auf rund 1.000 Mann, also Bataillionsstärke. Dazu befänden sich nach eigenen Angaben laut einer Zählung vom 25. März 2019 31.436 Personen aus Syrien im Camp, dazu würden auch die Familien der IS-Kämpfer mit syrischer Staatsbürgerschaft zählen. Allein 30.367 Personen hätten die irakische Staatsbürgerschaft. Die Anzahl der Frauen und der Kinder mit anderer Staatsbürgerschaft betrage 11.039. Nur zwei Monate zuvor bezifferte die SDF die Angaben laut dem SPIEGEL so: in ihren Haftanstalten würden rund 800 ausländische „Dschihadisten“ festgehalten. Hinzu kämen 700 Frauen und 1.500 Kinder, die in Flüchtlingslagern untergebracht seien. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sagte hierzu, man wisse von einer „mittleren zweistelligen Zahl“ von Deutschen, die für den IS gekämpft hätten und sich nun im Gewahrsam der „Kurden“ in Syrien befänden. Offenbar variieren die SDF-Zahlen zu festgesetzten IS-Militanten je nach politischer Hochwetterlage.

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