Belgien
Nach Treffen mit MHP: Belgische Partei entlässt türkischstämmigen Politiker

Brüssel – Der türkischstämmige Bürgermeister der Brüsseler Teilgemeinde Saint-Josse ist von der linken Parti Socialiste (PS) ausgeschlossen worden, weil er Politiker der türkischen Partei MHP (Partei der Nationalistischen Bewegung) als Gäste empfing. Wie TRT Deutsch berichtet, habe es sich um eine parteiübergreifende Bürgermeisterdelegation aus der Türkei gehandelt, darunter auch zwei Politiker der MHP. In einer schriftlichen Erklärung des Ethikrates der Partei wird erklärt, dass man sich nach einem Treffen am Freitag auf einen Ausschluss von Kır aus der PS geeinigt habe. Ihm wird vom Parteivorstand vorgeworfen, „Rechtsradikale“ empfangen zu haben, berichtet TRT Deutsch weiter.
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Kir habe nach dem Ausschluss Morddrohungen erhalten. Er sei  von der Reaktion seiner Partei zwar zutiefst enttäuscht, werde aber seinen „linkspolitischen Ansichten“ treu bleiben und sich weiterhin dem Kampf gegen Rechtsradikalismus widmen sowie für soziale Gerechtigkeit arbeiten, zitiert TRT World den türkischstämmigen Politiker. Bei den letzten Gemeinderatswahlen in Saint-Josse sei der 51-jährige Politiker mit absoluter Mehrheit gewählt worden und sei auch Abgeordneter in der Kammer. Mit dem Ausschluss von Kır verliere die Parti Socialiste deshalb einen Sitz im Parlament, so TRT Deutsch.

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– Schweden – Aus der Partei entlassen: „Weil ich mich nicht kritisch gegenüber Erdogan geäußert habe“

Nach Deutschland, Österreich und den Niederlanden, haben jetzt auch in Schweden Migranten eine Partei gegründet.

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Athen
Balkan-Mafia: Zwei Mitglieder des Skaljari-Clans mit über 20 Kugeln niedergestreckt

Athen – Nach dem Doppelmord im Mai vergangenen Jahres in der südbrandenburgischen Kleinstadt Forst (Spree-Neiße), wurden am gestrigen Sonntag in der griechischen Hauptstadt Athen zwei weitere Mitglieder des sogenannten Skaljari-Clans aus Montenegro erschossen. Stevan Stamatovic und Igor Dedovic, beide 43, aßen gerade in einer bekannten Athener Taverne, als sie vor den Augen von mit am Tisch sitzenden Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren mit mehr als 20 Kugeln niedergestreckt wurden. Griechische Medien berichten von vier maskierten Männern. „Die Männer waren mit Sicherheit Profis. Sie schossen ruhig und präzise auf ihre Opfer und feuerten etwa 20 Kugeln ab, um zwei Menschen zu töten. Sie gingen sofort zu Stamatovics und Dedovics Tisch und feuerten, ohne weitere Opfer,“ berichtete das Portal Eonoe.gr unter Berufung auf eine Polizeiquelle. „Sie gingen ruhig in das Restaurant, dann gab es plötzlich Schüsse. Alle fingen an zu schreien und wegzulaufen, und dann gingen sie ruhig hinaus und verließen das Restaurant“, so ein weiterer Augenzeuge. Einer der Männer starb unmittelbar an seinen Verletzungen,  während das zweite Opfer nach der Einlieferung ins Krankenhaus verstarb. Eine Frau wurde am Bein verletzt, wahrscheinlich durch einen Querschläger. Laut Medienberichten soll es sich bei ihr um die Ehefrau eines der getöteten Männer handeln. Eines der Kinder habe einen Schock erlitten und musste psychologisch betreut werden. Bei dem Anschlag handele es sich womöglich um eine Abrechnungen unter den verfeindeten Kavac- und dem Skaljari-Clan aus der montenegrinischen Adria-Stadt Kotor. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, begann dieser Bandenkrieg im Jahre 2014. Damals soll ein Clan dem anderen rund 200 Kilo Kokain gestohlen haben, das in einer Wohnung im spanischen Valencia gebunkert war. Dort gab es auch die ersten Mordanschläge.

Libyen-Krise
Libyen: Fast 350.000 Binnenvertriebene

Die Waffen sollen schweigen, der politische Prozess verstärkt und das Waffenembargo in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland stärker kontrolliert werden. Darauf haben sich die Teilnehmer der Berliner Libyen-Konferenz geeinigt. Neben diesen Zielsetzungen, die wichtige Schritte in Richtung Frieden sind, ist es nach Einschätzung der UNO-Flüchtlingshilfe vor allem dringend erforderlich, die humanitäre Situation der Vertriebenen und Flüchtlinge in Libyen zu verbessern. Dazu müssten rasch die notwendigen Kapazitäten geschaffen und vor allem besserer Zugang zu den Internierungszentren im Land ermöglicht werden. Derzeit werden mehr als 3.000 Flüchtlinge und Migranten in diesen Zentren festgehalten. Darüber hinaus leben in Libyen fast 350.000 Binnenvertriebene, Flüchtlinge im eigenen Land, unter oft katastrophalen Bedingungen. „Aufgrund der chaotischen Situation und der prekären Sicherheitslage haben die Betroffenen nur wenige Anlaufpunkte in Libyen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR gehört zu den wenigen Hilfsorganisationen, die noch im Land aktiv sind. Trotz schwieriger und gefährlichen Bedingungen, unter denen die Helfer arbeiten müssen, konnten sie Tausende Menschen erreichen, versorgen und aus ihren prekären Situation befreien. Jetzt ist es vor allem unerlässlich, dass der UNHCR regelmäßigen und ungehinderten Zugang zu sämtlichen Internierungslagern im Land bekommt“, betont Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des UNHCR. Für die notleidenden Migranten und Flüchtlinge leistet der UNHCR lebensrettende Unterstützung. So wurden mit UNHCR-Hilfe seit November 2017 mehr als 5.500 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus Libyen ausgeflogen. Knapp 2.000 Menschen konnte der UNHCR bislang aus Internierungszentren befreien; im Aufnahmezentrum des UNHCR in der Hauptstadt Tripolis werden derzeit 900 Menschen betreut und versorgt. Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der UNHCR-Nothilfe über 43.000 Vertriebene und Flüchtlinge mit lebenswichtigen Basisgütern und knapp 13.000 Menschen mit Unterkünften versorgt. Außerdem erhielten über 30.000 Betroffene Zugang zur medizinische Versorgung.

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– Folterlager in Libyen – Libyen: „Jungen werden gezwungen, ihre Schwestern zu vergewaltigen“

In Libyen werden immer mehr Migranten gefoltert und vergewaltigt – aus Geldgier, Sadismus und Machtstreben. Eine neue Studie belegt das Ausmaß.

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Türkisches E-Auto
Türkei: Bis 2030 über 1 Million E-Fahrzeuge geplant

Ankara – Über eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2030 auf den Straßen der Türkei unterwegs sein, so der türkische Energie- und Rohstoffminister Fatih Donmez. „Bis 2022 oder 2023 hoffen wir, unser eigenes einheimisches Auto auf den Straßen zu sehen“, sagte Dönmez in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu Nachdem die Türkei im vergangenen Dezember ihren ersten einheimischen, rein elektrisch betriebenen Autoprototypen vorgestellt hat, plane das Energieministerium nun, die Auswirkungen von einer Million Ladestationen auf das Stromverteilungsnetz des Landes zu bewerten, sagte Dönmez. Am 27. Dezember stellte die Türkei ihren ersten einheimischen Automobilprototypen vor, der innerhalb von 18 Monaten von der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), einem Konglomerat von Industriegiganten wie der Anadolu-Gruppe, BMC, Kök-Gruppe, Turkcell und Zorlu Holding sowie einer Dachorganisation, der Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei, entworfen und hergestellt wurde. Insgesamt sollen drei verschiedene Modelle entstehen, die fünf unterschiedliche Plattformen umfassen: Sedan (Limousine), Hatchback (Kombilimousine), Station Wagon (Kombi), Sports (Roadster) und Crossover (SUV). Am Freitag wurde neben der SUV-Variante auch eine Limousine vorgestellt. Der elektrische Antriebsstrang soll rund 400 PS leisten und je nach Version Heck- oder Allradantrieb ermöglichen, berichtet Focus.  TOGG arbeite derzeit mit dem Ministerium zusammen, um den optimalen Standort für die Einrichtung von Schnellladestationen im Land zu ermitteln. „Diese Punkte sollten in der Lage sein, ein Auto in etwa 15-25 Minuten aufzuladen, je nach Kapazität und Ausstattung der Autobatterie, was bedeutet, dass eine Kapazität von 50-100 Kilowattstunden im Netz vorhanden sein muss“, so Dönmez. Daher müssen die Schnellladegeräte in den ausgewählten Gebieten über eine ausreichende Stromversorgung verfügen, um diesen Strombedarf zu decken. „TOGG erwartet von uns [dem Energieministerium], dass wir nicht nur die großen Städte in der Türkei, sondern auch andere kleinere Städte in Anatolien einbeziehen, wo großes Interesse besteht“, sagte Dönmez.

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– Türkisch-russische Beziehungen – Moskau: Putin und Erdogan besprechen Turkish Stream und Atomkraftwerk Akkuyu

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben in einem Telefongespräch ihren Wunsch für eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern geäußert.

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Umweltpolitik
Schulze zum Kohleausstieg : Es wird keine Schlupflöcher geben

Osnabrück – Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Einigung mit den Bundesländern auf die Einzelheiten des Kohleausstiegs gegen Kritik verteidigt. Möglichkeit früherer Kraftwerksabschaltung „wichtiger Erfolg“  „2026 wird geprüft, ob wir den Kohleausstieg beschleunigen können, wenn wir mit dem Ausbau von Wind- und Sonnenenergie vorankommen“, sagte Schulze der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Dann werde die Abschaltung aller Kohlekraftwerke, die derzeit ab 2030 vorgesehen sei, um drei Jahre vorgezogen. „Das haben wir neu vereinbart, und das ist ein wichtiger Erfolg.“ Schulze: Es wird keine Schlupflöcher geben Laut Schulze werden für Steinkohlekraftwerke auch Zwangsabschaltungen möglich, wenn sich nicht ausreichend Energieversorger melden, die ihre Kohlekraftwerke freiwillig vom Netz nehmen, um die Kohleverstromung entsprechend zu mindern. „Es wird keine Schlupflöcher geben“, stellte die Ministerin klar. Bund und Kohle-Länder hatten sich in der Nacht zu Donnerstag auf Einzelheiten des geplanten Kohleausstiegs geeinigt, die nun in ein Gesetz münden sollen. Grünes Licht für Datteln „schmerzhaft“ An diesem Dienstag wollen Vertreter der Kohlekommission die Vereinbarung bewerten. Umweltverbände hatten es als „Skandal“ bezeichnet, dass zur Bund-Länder-Einigung auch grünes Licht für die Inbetriebnahme des neuen Kohlkraftwerks Datteln in NRW gehört. „Natürlich ist es für mich als Umweltministerin schmerzhaft, wenn ein neues Kohlekraftwerk ans Netz geht“, sagte Schulze dazu in der NOZ. „Für Datteln werden aber mehr alte Kraftwerke abgeschaltet. Das ist entscheidend für die Klimabilanz“, ergänzte sie. Der Ausstiegspfad bleibe von Datteln unberührt. „Die Kohleverstromung wird auf null heruntergefahren, und das erste Kraftwerk geht schon dieses Jahr vom Netz“, sagte die Ministerin.

Balkan
Serbien und Palästina unterzeichnen Sicherheitsabkommen

Belgrad – Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Serbiens, Nebojsa Stefanovic, und Palästinas Außenminister, Riyad Al-Maliki, haben am 8. Januar ein Abkommen im Bereich der Sicherheitszusammenarbeit unterzeichnet. Wie die serbische Regierung auf ihrer offiziellen Webseite mitteilte, regelt das Abkommen die Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus, der High-Tech-Kriminalität sowie des Drogen- und Menschenhandels. Stefanovic dankte Al-Maliki zudem für die Unterstützung Palästinas für Serbien bei der Ablehnung der Mitgliedschaft des Kosovo bei Interpol. Al-Maliki habe unterstrichen, dass Palästina an seiner prinzipiellen Haltung zur Nichtanerkennung der einseitig proklamierten Unabhängigkeit des Kosovo festhalten werde, so eine Erklärung des serbischen Innenministeriums.

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– Energiepolitik – Vucic: Serbien wird dank Turkish Stream Millionen verdienen

Die Gaspipeline Turkish Stream (auch TurkStream) ist für Serbien laut dem Präsidenten Alexandar Vucic ein strategisches Projekt, das Millionengewinne in die Staatskasse bringen soll. Konkret soll Belgrad aus dem Transit des russischen Erdgases auf 185 Millionen US-Dollar Einnahmen jährlich kommen.

Vucic: Serbien wird dank Turkish Stream Millionen verdienen
 

Libyen-Konferenz
Erdogan: Trotz allem Druck russisch-türkischer S-400-Deal abgeschlossen

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Berlin – Laut dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben Russland und die Türkei den Deal über die Lieferung von Fla-Raketen-Systemen S-400 aus russischer Produktion an die Türkei abgeschlossen, berichtet Sputnik. „Wir haben das vergangene Jahr in Bezug auf die bilateralen Beziehungen als gut eingeschätzt. Trotz allen Drucks haben wir den S-400-Deal entschieden abgeschlossen“, zitiert Sputnik den türkischen Staatschef, der am Sonntag am Rande der Libyen-Konferenz in Berlin den russischen Präsidenten Wladimir Putin traf.
(Screenshot/tccb)
Ausschluss aus dem F-35-Programm

Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner im Juli aus dem gemeinsamen F-35-Entwicklungsprogramm ausgeschlossen.

Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von  etwa 900 Bauteilen. Schon sehr bald müssten türkische Soldaten, die an dem Projekt mitarbeiten, die USA verlassen. Spätestens im März 2020 soll der Ausschluss der Türkei abgeschlossen sein. Wie Sputnik weiter berichtet, erinnerte Erdogan zudem an den Bauabschluss für das Pipeline-Projekt Turkish Stream und verwies auf das gemeinsame Projekt zur Errichtung eines Atomkraftwerks in der Türkei. Libyen-Konferenz in Berlin Mit dem Ziel die Gewalt in Libyen zu stoppen, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, seinen russischen Kollegen Wladimir Putin, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, den britischen Premier Boris Johnson und US-Außenminister Mike Pompeo nach Berlin geladen. In dem seit Jahren andauernden Konflikt in Libyen mischen zahlreiche internationale Akteure mit. General Haftar, der die von der UN anerkannte Einheitsregierung in Tripolis bekämpft, wird unter anderem von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Saudi-Arabien unterstützt. Die Türkei steht in dem Konflikt an der Seite der Einheitsregierung, meldet die Tagesschau. 
(Foto: tccb)

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– Wirtschaft – Forbes: Jeff Bezos ist nicht mehr der reichste Mensch der Welt

Wie das US-Wirtschaftsmagazin Forbes berichtet, hat der Franzose Bernard Arnault, CEO des französischen Unternehmens LVMH, Amazon-Chef Jeff Bezos als reichster Mensch der Welt abgelöst.

Ex-Finanzminister Varoufakis vergleicht Libyens Haftar mit Kriegsverbrecher Karadzic

Griechenland
Ex-Finanzminister Varoufakis vergleicht Libyens Haftar mit Kriegsverbrecher Karadzic

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Athen – Ein griechischer Oppositionsparteiführer hat Libyens abtrünnigen Kommandanten Khalifa Haftar mit dem ehemaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic, einem verurteilten Kriegsverbrecher, verglichen. Vor seiner Reise nach Berlin besuchte Haftar am Freitag den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis und Außenminister Nikos Dendias in Athen „In Athen war heute der libysche Kriegsherr Haftar zu Gast. Ein Eigentor für die griechische Diplomatie – ähnlich wie in den 90er Jahren, als die von Mitsotakis snr. geführte Regierung Karadžić umarmte. Wie sind wir hierher gekommen? Alles begann mit dem unheiligen Bündnis Tsipras-Netanyahu-Exxon, um in der E. Med nach Öl & Gas zu bohren“, schrieb Yanis Varoufakis, der ehemalige Finanzminister Griechenlands, auf Twitter.
(Screenshot/Twitter)
Ein UN-Tribunal in Den Haag verurteilte Karadzic im vergangenen Jahr wegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verletzung der Gesetze und Bräuche des Krieges während des Bosnienkrieges 1992-1995 zu lebenslanger Haft. Türkei verurteilt Athen wegen Haftar-Besuch Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat der griechischen Regierung wegen des Empfangs des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar „Sabotage“ der Friedensbemühungen vorgeworfen. „Haftar nach Griechenland einzuladen und die nationale griechische Agenda zu betonen, sabotiert die Bemühungen, Frieden nach Libyen zu bringen“, berichtet die Welt. Libyen-Konferenz in Berlin Mit dem Ziel die Gewalt in Libyen zu stoppen, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, seinen russischen Kollegen Wladimir Putin, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, den britischen Premier Boris Johnson und US-Außenminister Mike Pompeo nach Berlin geladen. In dem seit Jahren andauernden Konflikt in Libyen mischen zahlreiche internationale Akteure mit. General Haftar, der die von der UN anerkannte Einheitsregierung in Tripolis bekämpft, wird unter anderem von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Saudi-Arabien unterstützt. Die Türkei steht in dem Konflikt an der Seite der Einheitsregierung, meldet die Tagesschau. 

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– Libyen-Konferenz – Erdogan an Europa: Die Welt lässt sich nicht durch Klagen und Jammern verbessern

In einem Gastbeitrag in der US-Tageszeitung Politico äußerte sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zur Lage in Libyen und der bevorstehenden Friedenskonferenz am morgigen Sonntag.

Erdogan an Europa: Die Welt lässt sich nicht durch Klagen und Jammern verbessern
 

Köln
Lauterbach will nicht bei Kölner Oberbürgermeisterwahl antreten

Köln – Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach steht seiner Partei nicht als Kandidat für die Kölner Oberbürgermeisterwahl im kommenden September zur Verfügung. „Ich werde mich weiterhin auf meine Arbeit im Parlament und in meinem Wahlkreis in Mülheim und Leverkusen konzentrieren“, sagte Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er sei in den zurückliegenden Wochen und Monaten von vielen Menschen in seinem Wahlkreis angesprochen worden, sich für das Spitzenamt im Rathaus zu bewerben, so Lauterbach. Innerhalb der SPD, deren Personalsuche andauert, galt der bekannte Gesundheitspolitiker als ein möglicher Kandidat. Ungeachtet seines Verzichts auf die OB-Kandidatur wolle er sich „stärker als in der Vergangenheit in den Kommunalwahlkampf einmischen“, kündigte Lauterbach an. Es gehe ihm vor allem um die Zukunft des Krankenhauses in Köln-Holweide sowie das Thema Verkehr. Den von Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Mehrheit des Stadtrates befürworteten Verbund der städtischen Krankenhäuser und der Universitätsklinik, lehnt der SPD-Politiker ab.

Recherche
„Luanda Leaks“: Deutsches Geld für die reichste Frau Afrikas

Die Unternehmerin Isabel Dos Santos aus Angola, mutmaßlich reichste Frau Afrikas, hat offenbar systematisch von Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme profitiert und so ihren wirtschaftlichen Aufstieg vorangetrieben. Diesen Verdacht erhärten interne Unterlagen zu ihren Geschäften, die NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ gemeinsam mit internationalen Medienpartnern auswerten konnten. Die 46-jährige Unternehmerin ist die Tochter des ehemaligen angolanischen Staatspräsidenten Jose Eduardo Dos Santos. Mit dessen Unterstützung soll sie große Wettbewerbsvorteile erhalten haben. Auch der Verdacht der Veruntreuung von Staatsgeldern steht im Raum. Ende Dezember hat die angolanische Justiz bekannt gegeben, dass man Konten und Firmenanteile beschlagnahmt habe. Isabel dos Santos bestreitet sämtliche Vorwürfe vehement. Es handle sich um eine Kampagne gegen ihre Familie. Die internationalen Recherchen stehen in keinem direkten Zusammenhang mit den Ermittlungen der angolanischen Justiz, allerdings gibt es Überschneidungen. Unter anderem hat die Justiz die Firmenanteile von Dos Santos an der Getränke-Firma Sodiba beschlagnahmt. Die Unterlagen belegen, dass Sodiba ein Darlehen der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten hatte, mutmaßlich ohne dass eine umfassende Prüfung des Geschäfts durch die KfW stattgefunden hat. Mit den rund 50 Millionen Euro kaufte Dos Santos im Jahr 2015 eine Anlage zum Bierbrauen und zwei Abfüll-Linien bei der Krones AG aus der Oberpfalz. Problematisch macht das Engagement der KfW, dass der Aufstieg der Sodiba im afrikanischen Getränkemarkt neben dem Geld aus Deutschland auch ein Eingriff des Präsidenten zu verdanken war. Dos Santos‘ Vater nutzte seine Macht, um das Investitionsprojekt überhaupt erst zu genehmigen. Außerdem sagte seine Regierung dem Unternehmen Steuererleichterungen zu. Gleichzeitig gewährte eine Bank, die zu 75 Prozent dem angolanischen Staat gehört, der Sodiba ein Darlehen. Weder die KfW noch der Anlagenbauer Krones können ein Fehlverhalten an dem Geschäft erkennen. Mehr als 400 Firmen in 41 Jurisdiktionen haben Isabel Dos Santos und ihr Umfeld in den vergangenen Jahren gegründet, fast 100 davon in Steueroasen wie Malta, Mauritius und Hong Kong. Immer wieder haben diese Firmen von öffentlichen Aufträgen in Angola, von Beratertätigkeiten und von Darlehen profitiert. Salvadore de Freire, Menschenrechtsanwalt in Luanda, sagte dem ICIJ, Ex-Präsident „Dos Santos hat Angola wie seine persönliche Farm behandelt“. Im Herbst 2017 war Jose Eduardo Dos Santos nach 38 Jahren an der Spitze des Landes ausgeschieden. Er reagierte auf eine Anfrage nicht. Insgesamt geht die angolanische Justiz davon aus, dass Isabel Dos Santos sich in Höhe von mehr als einer Milliarde US-Dollar an angolanischen Staatskonzernen bereichert habe. Das Geld fordert die Justiz nun zurück. Seit 2016 führte Isabel Dos Santos zum Beispiel den staatlichen Ölkonzern Sonangol. Sie wurde abberufen, als ihr Vater aus dem Präsidentenamt ausschied. Noch am Tag ihres Ausscheidens wurden aus dem Konzern ausweislich der Unterlagen rund 38 Millionen US-Dollar auf ein Konto nach Dubai überwiesen. Im Rahmen der gemeinsamen Recherche hat Isabel Dos Santos dem Nachrichtensender BBC ein Interview gegeben: Sie bestreitet, das Geld veruntreut zu haben. Bei der Überweisung nach Dubai handle es sich um legitime Honorare für Beratungsleistungen. Die rund 715.000 Dokumente aus dem Inneren der Dos-Santos-Geschäfte wurden der afrikanischen Journalistengruppe PPLAAF zugespielt, die sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) teilte. Rund 120 Journalisten aus 20 Ländern haben die Unterlagen gemeinsam ausgewertet und veröffentlichen die Erkenntnisse unter dem Schlagwort „Luanda Leaks“, benannt nach der Hauptstadt Angolas. In Deutschland sind NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ an dem Projekt beteiligt. Isabel Dos Santos scheint nun die Flucht nach vorne zu suchen: In demselben Interview mit der BBC wurde sie mehrfach darauf angesprochen, ob sie sich in Zukunft vorstellen könne, als Präsidentin zu kandidieren – Dos Santos wollte das nicht ausschließen.