Meinung
Kommentar: Gündogan, Can und Sahin gerieten in das Raster der Gesinnungsschnüffler

Die Mitgliedsstaaten der EU haben die Militäroperation der Türkei in Nordsyrien einstimmig verurteilt. Von "Angriffskrieg" oder Völkerrechtsbruch ist nicht die Rede, wie die hysterische Medienlandschaft stets unterstreicht. Die angekündigten EU-Sanktionen gegen die Türkei entpuppten sich als leere Drohungen. Ein Kommentar.

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Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Erst Fakten, dann die Moral VIII.

Die Mitgliedsstaaten der EU haben die Militäroperation der Türkei in Nordsyrien einstimmig verurteilt. Von „Angriffskrieg“ oder Völkerrechtsbruch ist nicht die Rede, wie die hysterische Medienlandschaft stets unterstreicht. Die angekündigten EU-Sanktionen gegen die Türkei entpuppten sich als leere Drohungen.

Alle EU-Regierungsvertreter sprechen nicht von „Angriffskrieg“, nicht von „Kriegsverbrechen“ oder sonstigem Unfug, der derzeit medial verbreitet wird. Nur einige „Experten“ die derzeit aus dem Pott gezogen werden, sprechen von „Angriffskrieg“, „Krieg gegen Kurden“, „Kriegsverbrechen“ oder sogar „völkerrechtswidriger Handlung“ der Türkei.

Wer jetzt aus diesem Rahmen des Medienbildes Deutschlands fällt, spürt die Macht der Meinungs- und Gesinnungsdiktatur. Der Profi-Fußballer des Zweitligisten St. Pauli, Cenk Sahin, bekam als erster die deutsche Öffentlichkeit zu spüren. Beeindrucken ließ er sich davon nicht, auch wenn er vom Kader genommen wurde.

Als Nächstes geriet der türkische Moscheeverband DITIB in das Raster der Gesinnungsschnüffler. Sie werden samt der türkischen Religionsbehörde Diyanet derzeit medial durch die Mangel genommen. Die versuchten zwar die Wogen zu glätten, aber die Mühe ist vergebens.

Kurze Zeit später wurden die Profi-Fußballer Emre Can und Ilkay Gündogan dabei erwischt, wie ihnen in sozialen Netzwerken Bilder der türkischen Nationalmannschaft mit militärischem Gruß gefielen. Die Sittenwächter brachten die Arbeitgeber dazu, dass die zwei sich davon öffentlich distanzieren.“

(Screenshot/Twitter)

Ja, die Deutschen – nicht alle – haben, was das anbelangt, eine selbstgefällige solide Moralvorstellung. Was nicht sein darf, hat nicht zu sein. Sie kann sich auch je nach Windrichtung abrupt ändern.

Deshalb waren diese Burschen auch entzückt, als das Parlament der „parlamentarischen“ Bundeswehr das Mandat erteilte, am Hindukusch die Taliban fern von Deutschland zu halten. Sie waren es, die dafür sorgten, dass die Terror-Miliz IS in Syrien mit aller Härte bekämpft wird, auch wenn man sich notgedrungen mit Terroristen abfand, die als Bodentruppen fungieren und den massiven Luftschlägen den Rest geben.

Erinnert sich einer von diesen Moralin-Burschen noch an Rakka oder andere syrische Städte? Wie lange hat man die syrische Stadt Rakka mit Bombenteppichen belegt, bis die kurdische Terror-Miliz YPG mit einigen wenigen Kämpfern und Tausenden gelben Säcken in die Stadt einmarschierte und ihre Fahne hisste? Die Menschenrechtsorganisation und deren Berichte werde ich euch Burschen jetzt nicht um die Ohren hauen.

Offenbar verwechseln diese Deutschen die Türken bzw. Deutschtürken mit ihren Hunden, die sie eng an der Leine führen und bei jedem kleinen Vergehen an der Leine auch maßregeln, damit das Tier auf Kommando das macht, was das Herrchen denkt. Noch interessanter wird es, wenn dann auch noch willige Kappos in Erscheinung treten und den Türken und Deutschtürken vorgeben, was sie zu machen und nicht zu machen haben. Und ihre Anzahl überwiegt gespürt deutlich die der Deutschen Hundehalter.

„Experte“ Mahir Tokatli: Can und Gündogan für „Angriffskrieg“

Jetzt Frage ich mal in die Runde, was denn ausgerechnet den Bonner Politikwissenschaftler Mahir Tokatli geritten hat, als er die Reportage mit der Sportschau machte. Was erwartet er von Türken und Deutschtürken in Deutschland? Wie sollen sich diese Hunde, Faschisten, Islamisten, Nationalisten, Republikaner, Liberale, Linksnationalisten und Grauen Wölfe gegenüber einer Parlamentsarmee positionieren, die von ihrem-, ihnen nahen- Parlament beauftragt wurden, ein Auslandseinsatz durchzuführen?

Sollen Sie auch dieselbe Position und Gesinnung einnehmen wie Tokatli? Darf man vielleicht fragen, welcher Gesinnung Tokatli folgt? Vielleicht die von Rosa Hêlîn Burç oder doch die von Prof. Dr. Frank Decker? Ich werde nicht weiter darauf eingehen, denn diese Gesinnungsdiktatur werde ich nicht weiter pflegen, die in Deutschland prächtig gedeiht.

Heute, vielleicht auch gerade jetzt, werden in Deutschland türkische Vereine, Moscheen oder Lebensmittelläden gestürmt, werden Türken herausgefischt und vermöbelt. In der Nacht wurde bereits ein türkischer Verein sowie eine Moschee in Herne belagert. Jeder Außenstehende würde von pogromartigen Übergriffen sprechen. Aber in Deutschland herrscht offenbar Gleichgültigkeit.

Eins muss Deutschland noch beherrschen und unter Kontrolle bringen: ihren Drang, von sich auf andere schließen zu wollen.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


 

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