Corona-Pandemie
Hamas: Türkei und Katar werden uns in der Corona-Krise unterstützen

Gaza – Der Leiter des politischen Büros der Hamas kündigte am Sonntag an, dass die Türkei und Katar bereit seien, den Palästinensern in ihrem Kampf gegen das Coronavirus zu helfen. „Ich habe mehrere Staatsoberhäupter und Beamte angerufen“, erklärte Ismail Haniyeh, „nämlich den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und den katarischen Emir Tamim Bin Hamad Al-Thani, die beide zugesagt haben, unser Volk in seinem Kampf gegen diese Pandemie zu unterstützen“, so Ismail Haniyya gegenüber dem in London ansässigen Nachrichtenportal Middle East Monitor. Haniyya fügte hinzu, dass die Türkei und Katar materielle und finanzielle Unterstützung zugesagt hätten. Im Falle Erdogans bedeute dies „alles“, was die Türkei zu tun vermag. Die Hamas gab bekannt, dass der Emir von Katar 150 Millionen Dollar für die Palästinenser im Rahmen ihrer Hilfsprogramme, einschließlich der von der UNRWA durchgeführten, zugesagt habe. Am Samstagabend gab das Gesundheitsministerium in Gaza bekannt, dass zwei Palästinenser positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Pakistan-Rückkehrer, die über den Rafah-Grenzübergang von Ägypten in den Gazastreifen einreisten, sind positiv getestet worden. „Glücklicherweise waren die beiden Infizierten seit ihrer Einreise in Quarantäne“, sagt Gerald Rockenschaub, Leiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die palästinensischen Gebiete. Er unterstützt derzeit das Hamas-Gesundheitsministerium in der Coronakrise mit medizinischem Rat. „Das Risiko, dass sich das Virus von ihnen weiter ausbreitet, ist minimal.“ Die beiden Infizierten befinden sich derzeit in einer Quarantänestation am Grenzübergang Rafah, berichtet die taz. Schulen, Märkte und Hallen für öffentliche Versammlungen wurden im Gazastreifen schon im Lauf der letzten zwei Wochen geschlossen.        

Corona-Pandemie
Corona-Krise: Zahl der Toten in der Türkei auf 44 gestiegen

Ankara – Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus (Covid-19) ist in der Türkei auf 44 gestiegen. Wie der Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Dienstagabend auf Twitter mitteilte, seien in den letzten 24 Stunden insgesamt 3.952 Tests durchgeführt worden 343 Personen seien positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit sei die Gesamtzahl der erfassten Infizierten auf 1.872 angestiegen, sagte Koca. An einem Tag seien sieben Menschen ums Leben gekommen. Ankara hat bereits zahlreiche Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus erlassen. Unter anderem sind Cafés und Bars geschlossen und Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt. Seit Sonntag ist eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und chronisch Kranke in Kraft, berichtet Onvista. Nach einer neuen Regelung des Innenministeriums wird zudem die Anzahl an Kunden, die gleichzeitig einen Supermarkt betreten dürfen, begrenzt. In öffentlichen Verkehrsmitteln sind zudem nur noch 50 Prozent der zugelassenen Kapazität an Fahrgästen erlaubt.

Geschichte
Doku: Der türkische Reisepass – The Turkish Passport

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel „The Turkish Passport“, erzählt die Geschichte von Diplomaten der türkischen Botschaft und Konsulate in einigen europäischen Ländern, welche zahlreiche Juden während des 2. Weltkrieges gerettet haben. Ob sie sie aus den Lagern rausgebracht hatten oder von den Zügen, welche sie in die Konzentrationslager bringen sollten, retteten, die Diplomaten stellten sicher, dass Juden mit türkischer Staatsbürgerschaft oder anderen Ländern in die Türkei überführt wurden. Außer den Aussagen von Augenzeugen verwendeten die Macher von „The Turkish Passport“ auch schriftliche historische Dokumente und Archivmaterial aus europäischen und türkischen Archiven, um die Geschichte der Rettung von Juden zu erzählen und um Licht in die Ereignisse der damaligen Zeit zu bringen. Die Diplomaten retteten nicht nur das Leben der türkischen Juden. Sie retteten auch zahlreiche ausländische Juden, die zum Tode verurteilt waren, indem sie ihnen türkische Reisepässe gaben. In dieser dunklen Ära der Geschichte, erleuchteten die Taten der Diplomaten den sicheren Weg in die Türkei. In Interviews, welche mit überlebenden Juden gemacht wurden und Gesprächen mit Diplomaten oder ihrer Familienangehörigen, die das Leben dieser Juden retteten, zeigt dieser Film, dass „solange Menschen bereit sind zu handeln, das Böse nicht siegen kann.“ Der Film zeigt zunächst wie alles mit antisemitischer Propaganda begann. Während der Besetzung Europas breitete sich der Nationalsozialismus aus. Juden waren an öffentlichen Plätzen plötzlich nicht mehr erlaubt, sie waren gezwungen, einen Stern und einen „jüdischen“ Stempel zu tragen, was später ihr Schicksal in Konzentrationslagern besiegelte. Jeden Tag wurden die Juden aus ihren Häusern und von den Straßen abgeholt und in Konzentrationslager gebracht, wo sie gegen Kälte und Hunger kämpften und diejenigen, die diese Torturen überlebten, dann in die Gaskammern geschickt wurden. Vor diesem Hintergrund der Barbarei, versuchten türkische Diplomaten während ihres Dienstes in den europäischen Botschaften, Möglichkeiten zu finden, um diesen Menschen zu helfen. Wege zu finden, ein Funken Hoffnung bei den jüdischen Bürgern Europas zu erwecken. Nicht wenige türkische Juden die mittlerweile europäische Staatsbürgerschaften erlangt hatten, wurden festgehalten, in Lager gesteckt und für den Abtransport in die KZs gesammelt. In dieser Phase versuchten türkische Diplomaten, mit ihren Kontakten Juden zu befreien, in dem Sie vorgaben, türkische Juden zu sein. In Folge der erfolgreichen Versuche wurde jedoch die Unterdrückung und Verfolgung durch die Nazis verschärft. Diplomaten berichteten von immer schwereren Bedingungen und Schikanen, bis hin zu Verhaftungen von Juden und Türken mit regulären türkischen Pässen. Während dieser Zeit erhielten sehr viele Juden türkische Pässe und konnten so auf eigene Faust oder mithilfe der von den Diplomaten bereitgestellten Züge Europa verlassen. Insgesamt konnten so 12 Züge nach Istanbul organisiert und auf die Reise geschickt werden. Hier einige Aussagen von Augenzeugen dieser Zeit:
 
Louise Behar, die diese Ereignisse miterlebt hat:
Da wir den gelben Stern nicht trugen, konnten wir durch die Straßen ziehen. Dies erlaubte mir, die jüdischen Kindern, deren Mütter und Väter in Lager gechickt wurden, sie in Kinderschutzzentren zu bringen.
In den Worten von Arlette Bules, einer Augenzeugin:
Mein Vater war von den Deutschen verhaftet und in das Internierungslager Drancy gebracht worden. Meine Mutter ging sofort in die türkische Botschaft und bat um Hilfe und Rettung meines Vaters. Dank der Briefe durch den Botschafter, wurde mein Vater aus dem Lager entlassen.
Augenzeuge Albert Carel:
Ich glaube, gegen Ende 1943, erhielt unsere Familie Informationen, dass die Botschaft unsere Sicherheit in Frankreich nicht mehr garantieren können und uns in die Türkei schicken wolle. Fünf Wochen später schlossen wir uns einem Konvoi an und erreichten die Türkei. Jüdische Bürger und Juden, die Dokumente hatten wonach sie die Staatsbürgerschaft beantragt hatten, kamen am Ende einer 11-tägigen Reise der Hoffnung mit den Zügen in der Türkei an, die von der Botschaft zur Verfügung gestellt wurde. Für sie bedeutete es die Rettung vom Holocaust und die Wiedergeburt.
Bella Lustyk:
Meine Mutter und mein Vater hatte uns nie gesagt, das Sie Juden oder Türken sind. Ich war sehr erschrocken. Ich kann mich noch daran erinnern, unsere Bahn, die 5 Wagons hatte, hielt in Sofia an. Alles brannte lichterloh. Wir verbrachten einen Tag und eine Nacht dort. Keiner von uns wusste, was mit uns geschehen würde. Die Menschen, die für uns verantwortlich waren sagten, sie sind Deutsche wir Türken. Auf diese Weise konnten wir unsere Reise fortsetzen.
Ida Kohen erzählt:
Alle Orte, die wir während unserer Reise passierten waren dunkel, kalt, neblig und grau. Als wir am Ende unserer Reise in Istanbul ankamen, sah ich ein helles Licht.
Albert Barbouth erinnert sich:
Ich war in der Türkei wiedergeboren, als wir am 24. April 1944 in Istanbul ankamen. Ich bin Türke und Franzose. Nicht Franzose und Türke.
Bella Lustyk erzählt:
Rückblickend war es eine erstaunliche Sache. Unglaubliches Glück. Ich danke dir tausendmal. Dank Ihnen, habe ich diese Dokumente überlebt. Und niemand wird jemals sagen können, dass diese Ereignisse nicht stattgefunden haben. Ich wünsche Ihnen einen Platz im Buch der Wahrheiten, weil die Türkei das verdient hat.

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– The Lost Requiem – Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Während sich heutzutage in kürzester Zeit Tausende Polen mobilisieren lassen, um gegen Flüchtlinge zu demonstrieren, und dieses von AfD-Wählern in Deutschland gefeiert wird, waren im zweiten Weltkrieg Hunderttausende polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran herzlich willkommen geheißen worden.

Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Corona-Pandemie
Corona-Krise: Italien wurde im Stich gelassen

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Italien hat weltweit die meisten Toten durch Corona-Pandemie zu beklagen. Die jetzt zur Schau gestellte europäische Solidarität darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, welche Enttäuschungen das Land bis dahin erfahren musste. Internationale Medien zufolge treffen in Italien aus Kuba, China und Russland Dutzende Ärzte ein, um die italienischen Ärzte im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Um die Ausbreitung zu stoppen, laufen zudem Hilfslieferungen an Schutzmasken, Schutzkleidungen oder Beatmungsgeräten an. Vor Tagen sah das gegenwärtige solidarische Bild etwas anders aus. Frankreich und Deutschland blockierten in der Anfangsphase der italienischen Corona-Krise zunächst den Export von Schutzmasken, was sie auch konkret gegenüber der EU-Kommission zur Aussprache gebracht hatten, um Tage bis Wochen später die Exporte doch noch zu genehmigen. Die Antwort der EU-Kommission auf die Exportstopps Frankreichs und Deutschlands ließ nicht lange auf sich warten: „Die Mitgliedstaaten sind befugt, den freien Warenverkehr aus schwerwiegenden Gründen zu blockieren, und der Schutz der eigenen öffentlichen Gesundheit ist eine davon, aber die Maßnahmen müssen gerechtfertigt und verhältnismäßig und objektiv begründet sein.“ Tschechien und Polen beschlagnahmten derweil zuerst die Lieferungen an Schutzmasken aus China nach Italien, um sich Tage später zu entschuldigen und einige Chargen der Lieferungen durchwinken oder anderweitig auftreiben zu lassen. Deutschland oder die Türkei bauten unerklärlich weise bürokratische Hindernisse auf oder verzögerten die Zollabfertigungen, um erst auf Telefonate des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte hin, mit erheblichen Verzug die Abfertigungen doch zu genehmigen. In Krisenzeiten beweist sich zwar der Charakter, aber diese Krise ist weitaus komplexer, als es scheint. Die Corona-Pandemie war aber ein Gradmesser dafür, wie die Europäische Union selbst mit Krisen unter Mitgliedsstaaten umgeht: oftmals voreilig egoistisch, ignorant und sehr schwerfällig. Der niederländische Gesundheitsminister Bruno Bruins brachte es dann auch und gerade wegen der Versuche Frankreichs und Deutschlands, die Verbote zu rechtfertigen, auf den Punkt: „Das Exportverbot für diese Waren wird die europäische Solidarität gefährden.“ Der Präsident der italienischen Region Ligurien, Giovanni Toti (Forza Italia) sprach das auch aus, was viele Italiener jetzt über die Europäische Union Denken: „Danke an euch, dass ihr zuerst die Krise bewältigt habt und dass ihr jetzt, wo ihr diesen Kampf gewinnt, nicht zögert, uns die Hand zu reichen. Wenn alles vorbei ist, werden wir uns daran erinnern, wer da war… und wer nicht da war.“ Aber auch außerhalb der Europäischen Union ist die Meinung über die europäische Solidarität wenig bis gar nicht schmeichelhaft. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić erklärte, „es war ein schönes Märchen.“ Das Land auf dem Westbalkan, das seit 2012 offiziell als EU-Beitrittskandidat gilt, fühlt sich vor allem jetzt von den Europäern im Stich gelassen. Bulgarien, ein EU-Land, das stellvertretend für die Gemeinschaft die EU-Außengrenze sichert, sah sich wie Italien ebenfalls im Stich gelassen. Bisher gelangten seit Anfang März nur 89.950 Einwegschutzanzüge aus der Türkei, 500.000 Handschuhe und 2.000 Einweganzüge aus Russland sowie 300.000 Schutzmasken aus Katar in das Land. Dabei versuchte Bulgarien nur, den kurzfristigen Engpass zu kompensieren, bis inländische Unternehmen die Produktionsabläufe abändern und selbst den Bedarf des Landes an Schutzmasken und Schutzanzügen decken können. Manche Beobachter in der EU äußern nun angesichts der asolidarischen Haltung manch europäischer Länder die Befürchtung, dass Peking, Moskau oder Ankara jetzt die Chance nutzen könnten, einen Keil in die EU zu treiben. Die Frage würde sich eigentlich erübrigen, wenn die Wertegemeinschaft bei der Eindämmung der Pandemie einander unbürokratisch und schnell geholfen hätte. Den Zusammenhalt in der EU haben aber ausgerechnet jene Länder aufs Spiel gesetzt, die diese Wertegemeinschaft aufgebaut haben und eigentlich repräsentieren.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Corona-Pandemie
Corona: Bis zu 200.000 Menschen in häuslicher Pflege nicht versorgt

Pflegeforscher Isfort: Krankenhäuser und Pflegeheime können diese Personen nicht aufnehmen. Der „Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V.“, VHBP, rechnet nach „Report Mainz“-Recherchen kurzfristig mit einem Versorgungsnotstand, wenn osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland fehlen. Hintergrund ist: Viele osteuropäische Betreuungskräfte verlassen wegen der Corona-Krise aus Angst Deutschland, wenige Osteuropäerinnen kommen derzeit aber als Ersatz nach. Auch Wartezeiten von bis zu 15 Stunden an der Grenze schrecken ab. „Wir rechnen damit, dass ab Ostern 100.000 bis 200.000 Menschen schrittweise nicht mehr versorgt sind, dass sie alleine zuhause bleiben und dass sie dann in Altenheimen oder Kliniken versorgt werden müssen. Zusätzlich versorgt werden müssen zudem Menschen, die sowieso jetzt schon in Altenheimen und Kliniken versorgt werden“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Frederic Seebohm im Interview mit dem ARD Politikmagazin. Krankenhäuser können die Pflegebedürftigen nicht aufnehmen Zu den vom VHBP genannten Zahlen sagte der Kölner Pflegeforscher Prof. Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung: „Die Krankenhäuser können diese Personen nicht aufnehmen, weil sie die Plätze für Erkrankte brauchen. Die Pflegeheime sind voll, das heißt, dort können auch momentan nicht ad hoc tausende zusätzliche pflegebedürftige Menschen aufgenommen werden. Das heißt, momentan weiß man nicht, wie so etwas bewerkstelligt werden sollte.“ Auf Anfrage von „Report Mainz“ nahm das Bundesgesundheitsministerium zu den Zahlen keine Stellung. Problemlage Schwarzarbeit Derzeit sind nach Schätzung des VHBP rund 300.000 osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland tätig. 90 Prozent von ihnen, also ca. 270.000, arbeiten schwarz. „Die Betreuungskräfte sind und waren immer schon systemrelevant, und dabei spielt es keine Rolle, ob sie legal oder illegal beschäftigt sind. Sie sind einfach als Personen hier in Deutschland systemrelevant, weil nur sie stabilisieren das Versorgungssystem der Pflegebedürftigkeit“, sagte Pflegeforscher Michael Isfort im „Report Mainz“-Interview. Daher fordert VHBP-Geschäftsführer Seebohm die Bundesregierung auf: „Wir brauchen für die Betreuungspersonen eine Passiermöglichkeit, dass sie die Grenze überqueren können. Das bedeutet eine Registrierungspflicht für diese Betreuungspersonen, damit man weiß, wer kommt.“ Virenschleuder Bus Bisher kamen die Betreuungskräfte vor allem mit Bussen. Doch Reisebusreisen sind in Deutschland jetzt verboten. Deshalb werde laut VHBP der Transport auf Kleinbusse oder Autos mit fünf Personen verlagert. „Das ist ein gewaltiges Infektionsrisiko für Betreuungskräfte, die die Hochrisikogruppe Pflegebedürftige versorgen. Gerade die vielen illegalen Betreuungskräfte, die nicht durch Agenturen betreut und transportiert werden, brauchen Fahrten ohne Infektionsrisiko, z. B. Einzeltaxis vom Wohnort bis zum Auftragsort, mit Fahrerwechsel an der Grenze“, sagte VHBP Geschäftsführer Seebohm gegenüber „Report Mainz“. Der VHBP ist der größte Branchenverband und vertritt über Vermittlungsagenturen rund ein Drittel der legal in Deutschland tätigen Betreuungspersonen.

Corona-Pandemie
Verbraucherschützer: Staat soll für Kundengelder bei Tourismusbranche einspringen

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Düsseldorf – Nachdem die Tourismusunternehmen alle Urlaubsreisen über Ostern storniert haben, befürchtet der Verbraucherzentralen-Bundesverband (VZBV) eine Pleitewelle in der Reiseindustrie, weil Kundengelder zurückgezahlt werden müssen. Um diese Gelder und die Unternehmen zu retten, solle der Bund einen Kundengelder-Absicherungsfonds gründen. Das fordert VZBV-Chef Klaus Müller in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag). Der Fonds solle Ansprüche der Kunden mit Bundesmitteln auszahlen, ohne dass die Kasse der Unternehmen geleert würde. „Dann können Zahlungen erstattet werden, ohne die Reisebranche in die Insolvenz zu treiben“, sagt Müller. „Das ist auch im Interesse der Kunden, damit es dauerhaft ein breites Angebot gibt und die gesamte Volkswirtschaft sich stabilisiert.“ Müller hätte zwar nichts dagegen, wenn den Kunden Gutscheine für spätere Reisen angeboten werden, doch es dürfe keinen Zwang geben, diese anzunehmen: „Es gibt viele Menschen, die brauchen das Geld einfach, weil sie beispielsweise als Selbstständige aktuell fast nichts verdienen oder weil sie in Kurzarbeit müssen. Darum muss es das Recht geben, dass der Absicherungsfonds das Geld direkt erstattet.“

Corona-Pandemie
Türkei: Ümit Davala dementiert Corona-Meldungen

Istanbul – Der ehemalige türkische Nationalspieler und jetzige Co-Trainer von Galatasaray Istanbul, Ümit Davala, hat Meldungen zu seiner Infizierung mit dem Coronavirus dementiert. Hierzu Davala auf Instagram:
Die in einem TV-Sender veröffentlichte und in den Sozialen Medien verbreitete Nachricht, nach der ich auf Corona positiv getestet worden sei, entspricht nicht der Wahrheit. Ich bitte bei diesem sensiblen Thema um einen vorsichtigen Umgang.
(Screenshot/Instagram)
Türkische Medien hatten am Montag berichtet, dass sich Davala, gemeinsam mit Galatas Chef-Trainer Fatih Terim, Co-Trainer Hasan Sas und Vizepräsident Abdurrahim Albayrak mit dem neuartigen Coronavirus Covid-19 angesteckt hätte. Terim bestätigte die Meldungen auf seinem offiziellen Twitteraccount.

Zum Thema

– Corona-Pandemie – Türkei: Galatasaray-Trainer Fatih Terim mit Coronavirus infiziert

Der türkische Ex-Nationaltrainer und der jetzige Trainer von Galatasaray Istanbul, Fatih Terim, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Türkei: Galatasaray-Trainer Fatih Terim mit Coronavirus infiziert

Corona-Pandemie
Türkei: Galatasaray-Trainer Fatih Terim mit Coronavirus infiziert

Istanbul – Der türkische Ex-Nationaltrainer und der jetzige Trainer von Galatasaray Istanbul, Fatih Terim, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab der 66-Jährige am Montag auf Twitter bekannt. Er sagte seinen Fans, dass sie sich keine Sorgen machen sollten, ihm ginge es gut.
„Ich bin im Krankenhaus und mir geht es gut. Macht euch keine Sorgen“, so Terim. Zuvor hatte auch Galatasarays Vizepräsident Abdurrahim Albayrak bekanntgegeben, sich mit dem Virus angesteckt zu haben.  

Corona-Pandemie
Bundesarbeitsminister Heil: „Niemand wird ins Bodenlose fallen.“

Berlin – Nach den weitreichenden Beschlüssen des Bundeskabinetts zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise verspricht der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), schnelle Hilfen. „Wir sind ein starker Sozialstaat, wir sorgen dafür, dass niemand ins Bodenlose fällt. Wir werden die sozialen Existenzen absichern“, sagte Heil am Montag im ARD-Mittagsmagazin. Das Kabinett hatte sich zuvor auf umfangreiche Schutzschirme für Unternehmen und Beschäftigte geeinigt. Unter anderem wurde ein Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro für 2020 beschlossen. Für Solo-Selbstständige, Kleingewerbe und Miniunternehmen sind Hilfen von bis zu 50 Milliarden Euro vorgesehen. Auch der Zugang zu Hartz IV Grundsicherungsleistungen soll gelockert werden.
„Das hilft allen, die existenziell gefährdet sind, zum Beispiel kleinen Selbstständigen, denen die Einnahmen wegbrechen, die aber laufende Kosten haben“, so Heil weiter. „Die haben das Recht auf ergänzende Grundsicherung. Wir sehen jetzt davon ab, dass es Vermögensprüfungen gibt, wir sehen davon ab, dass der Wohnraum überprüft wird. Das gilt auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“
Auch über Regeln für die Kurzarbeit hat das Kabinett debattiert. Die Bundesregierung wolle die Hinzuverdienst-Möglichkeiten so gestalten, „dass jeder, der Gehaltseinbußen hat, das, was er früher verdient hat, jetzt problemlos auch in einem anderen Beruf verdienen kann, ohne dass das Kurzarbeitergeld dagegen gerechnet wird“, so der Minister. Der Bundestag soll dem Paket in einem Schnellverfahren bereits am Mittwoch zustimmen, am Freitag dann der Bundesrat. Angesprochen auf die wegen der Corona-Krise vielerorts fehlenden ausländischen Saisonarbeiter sagte Heil: „Es werden nicht so viele kommen wie bisher. Das wäre auch nicht sinnvoll aus Gründen des Infektionsschutzes. Man muss bei allem, was wir immer machen, sagen: Das Wichtigste ist Gesundheitsschutz der Menschen.“ Die Ernährungssicherheit sei aber gewährleistet, so der Minister. Einigung auf umfassendes Kontaktverbot Am Sonntag haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, Ansammlungen von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum zu untersagen. Auf Ausgangssperren wurde verzichtet, stattdessen einigten sich Bund und Länder auf ein umfangreiches Kontaktverbot.

Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist für die nächsten zwei Wochen „nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz am Sonntag in Berlin mitteilte.

„Nach unserer Einschätzung ist nicht das Verlassen der Wohnung die Gefahr, sondern der enge, unmittelbare Kontakt“, so NRW-Ministerpäsident Armin Laschet nach einer Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Die Menschen haben nach wie vor die Möglichkeit, Spaziergänge oder Sport in der Natur zu machen, aber wir werden auch der Verantwortung gerecht, die Ausbreitung weiter zu verlangsamen und so wertvolle Zeit zur Versorgung von schwer kranken Personen zu gewinnen“, sagte Tobias Hans, CDU, Ministerpräsident des Saarlandes.

Bürgerinnen und Bürger sollen sozialen Kontakte so weit wie möglich reduzieren. In der Öffentlichkeit soll zudem ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Teilnahme an erforderlichen Terminen, Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiterhin möglich. Gastronomiebetriebe werden geschlossen, nur die Mitnahme von Speisen und Getränken ist gestattet.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben aber weiter möglich.

Kurden gegen PKK
Berlin: Kurdische Mutter protestiert gegen Terrororganisation PKK

Kurdische Mutter protestiert vor dem Bundestag Berlin – Nachdem sich mächtige Kurden-Clans, türkische Prominente, bosnische Mütter sowie Eltern aus dem benachbarten Iran den Protesten in der Türkei angeschlossen hatten, begab sich nun auch eine kurdische Mutter in Deutschland in Protest gegen die Terrororganisation PKK vor den Bundestag in Berlin. Sie trägt ein T-Shirt mit dem Foto ihrer zwanzigjährigen Tochter. Entschlossen, ihre Tochter aus den Fängen der Terrororganisation PKK zu befreien, steht sie vor dem Bundestag. Den Drohungen der PKK zum Trotz, Maida T. werde so lange weiter protestieren bis ihre Tochter Nilüfer wieder zurück zu Haus ist. Bereits seit November versuche sie die Öffentlichkeit auf die Situation ihrer Tochter aufmerksam zu machen. Nachdem sie mehrere Wochen vor dem PKK-nahen Verein „Navenda Kurdistan“ in Berlin protestiert hatte, werde sie nun ihren Protest vor dem Bundestag fortsetzen. Und diesmal ist sie nicht alleine.  Wie TRT Deutsch berichtete, standen Hümeyra Çiftçi, Sprecherin bei der Union der Internationalen Demokraten (UID), Serap Mamati, Vorsitzende der Republikanischen Frauenvereinigung, sowie Gülseren Küçükkale, Vertreterin der Frauenvereinigung der Heimatpartei Berlin, der kurdischen Mutter solidarisch beiseite. Das letzte Kleidungsstück ihrer Tochter trage sie immer bei sich in der Tasche, „damit der Geruch nicht verschwindet.“ Sie appellierte an die Tochter, zurückzukehren und „das Leid“ zu beenden, so Maida T. gegenüber TRT Deutsch. Mit ihrer Aktion vor dem Bundestag möchte Maida T. die Unterstützung der Bundesregierung erlangen. Sie erhoffe sich, mithilfe der Bundeskanzlerin Angela Merkel oder dem Innenminister Horst Seehofer, Kontakt zu ihrer Tochter herstellen zu können. Sie werde ihre Aktion jeden Freitag wiederholen, solange bis ihre Tochter wieder daheim ist. Der Protest der Maida T. reiht sich somit in die Protestwelle ein, die kurdische Mütter in der Türkei begonnen haben. In Diyarbakir organisierten sie einen Sitzstreik vor dem Parteigebäude der HDP, um gegen die Entführung und Zwangsrekrutierung ihrer Kinder zu protestieren. Mütter gegen PKK Seit Monaten protestieren kurdische Eltern vor den Büros der oppositionellen „Demokratischen Volkspartei“ (HDP) in der südosttürkischen Stadt Diyarbakır gegen die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder durch die Terrororganisation PKK. Im August hatte die kurdische Mutter Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakir einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen. In der darauffolgenden Woche setzte sich Fevziye Cetinkaya, eine weitere kurdische Mutter, die behauptet, ihr 17-jähriger Sohn sei über Mitglieder der HDP in die Reihen der Terrorgruppe aufgenommen worden, vor das Gebäude der Partei. „Alles, was ich von ihnen (HDP-Mitglieder) will, ist, dass mein Kind zu mir zurückgebracht wird“, sagte sie. „Entweder haben sie mein Kind hier versteckt oder es woanders hingebracht…. Ich werde nicht gehen, bis mein Kind zurück ist“, fügte sie hinzu. Der Vater warf HDP-Mitgliedern vor, ihre Kinder zum Beitritt zur PKK zu ermutigen. „Sie schicken Kinder von armen Menschen [zur PKK]…. Ich will meinen Sohn zurück, sonst nichts. Wir haben diese Kinder unter schwierigen Bedingungen aufgezogen und in die Schulen geschickt“, sagte er. Die HDP wird seit ihrer Gründung beschuldigt, Verbindungen zur PKK zu unterhalten. Die separatistische PKK, die neben der Türkei auch in den USA und der EU als terroristische Organisation geführt wird, ist für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, verantwortlich.

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Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im Sommer begann, entwickelt sich allmählich zu einer Bewegung. Immer mehr Kurden trauen sich, gegen die HDP-Partei und die Terrororganisation PKK auszusprechen.

Kommentar: Die deutsche Öffentlichkeit erfährt nichts über die mutigen kurdischen Mütter