Corona-Krise
Touristikanbieter drängt auf Reisewarnung-Aufhebung für Türkei

Berlin – Während die Reisewarnung für Corona-Hotspots, wie Italien und Spanien, am Mittwoch aufgehoben wurden, gilt sie weiterhin für die Türkei. Durch strenge Maßnahmen Ankaras und einem gut vorbereiteten Gesundheitssektor, hat das Land die Corona-Pandemie bisher eigentlich gut überstanden und eine verhältnismäßig geringe Opferzahl zu beklagen. Der Leiter der Delegation der Europäischen Union (EU) in der Türkei lobte in einem Interview das türkische Gesundheitssystem. „Wir müssen die Widerstandsfähigkeit unseres Gesundheitssystems stärken. Die Türkei hat ein sehr gutes Beispiel abgegeben“, sagte Christian Berger in einem Interview. Das türkische Gesundheitssystem habe es tatsächlich geschafft, mit der Krise gut umzugehen, und zwar deshalb, weil es über die Jahre ein starkes Gesundheitssystem aufgebaut habe, so Berger. Der Chef des Reisedienstleisters Ben-Tour, Deniz Ugur, zeigt Unverständnis für die Entscheidung Berlins. Dafür gäbe es keinen sachlichen Grund, sagte Ugur in einem Gespräch mit dem Tourismusportal fvw. Das Land habe ein überzeugendes Sicherheits- und Hygiene-Konzept vorgelegt und verfüge über eine gute medizinische Infrastruktur für Urlauber, so Ugur weiter. Auch der langjährige Vorsitzende des Hotelverbands, Ahmet Barut, sagte der fvw, die türkischen Hoteliers seien vorbereitet. Viele Fluggesellschaften, wie Turkish Airlines, Sun Express, Condor und Corendon, wollen von Mitte bis Ende Juni an wieder die Türkei anfliegen. Wenn über die Reisewarnung für die Türkei erst Mitte Juni entschieden werde, würden die Kunden verunsichert und für Veranstalter und Ferienflieger fehle der Vorlauf, um das Geschäft wieder hochzufahren, sagte Ugur dem fvw weiter. Politische Gründe Viele Beobachter gehen von politischen Gründen für die Nichterwähnung der Türkei am Mittwoch aus. Außenminister Heiko Maas gilt als Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Hierzu der Kommentar eines Lesers:
Die Pandemie und die dazugehörigen Beschränkungen sind eine moderne noch nicht genutzte Waffe gegen unliebsame Politiker und deren Politik. Jeder touristische Monat, der in der Bilanz fehlt, fehlt auch beim BIP, und schwächt somit das innere Gefüge. Mal eine ganz neue These, so als angehender Verschwörungstheoretiker. 🙂 Unter uns, warum soll die Türkei erst im August bedient werden, obwohl die Pandemie in deren Urlaubsorten wohl nicht so ausgeprägt ausgefallen ist, wie in Tirol und da darf ich ja wieder hin, muß aber die Transitbeschränkungen in Österreich beachten.
Maas kündigte am Mittwoch nach einer Sitzung mit dem Bundeskabinett die Aufhebung der Reisewarnung für 31 europäische Staaten ab dem 15. Juni an.
Auf europäischer Ebene soll es dann individuelle Reisehinweise für einzelne Länder geben. Das habe das Bundeskabinett für alle EU-Staaten sowie für Großbritannien, die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein beschlossen.
„Ab dem 15. Juni wird die weltweite Reisewarnung für die EU, für Schengen-assoziierte Staaten und für das Vereinigte Königreich aufgehoben und durch individuelle Reisehinweise ersetzt“, sagte der SPD-Politiker. https://twitter.com/HeikoMaas/status/1268103080068997120 Der Deutsche Reiseverband (DRV) begrüßte den Kabinettsbeschluss. „Das ist ein richtiger und ganz wichtiger Schritt für die Reisenden und natürlich die Reisewirtschaft mit ihren Hunderttausenden Beschäftigten“, erklärte DRV-Präsident Norbert Fiebig der tagesschau. Damit gebe es jetzt wieder ein Stück Planungssicherheit „und der Motor für die Wiederaufnahme des Reisens kann anlaufen“. Fiebig fordert in einem weiteren Schritt, nun auch Reiseziele außerhalb Europas zu betrachten. „Auch dort sollte der Maßstab gelten, wie gut die einzelnen Länder die Pandemie im Griff haben, wie hoch die Infektionszahlen sind und wie gut das Gesundheitssystem dort aufgestellt ist“, zitiert die tagesschau Fiebig.       

Corona-Krise
Weltärztechef Montgomery kritisiert Grenzöffnungen

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Montgomery: „Verfrühter Schritt“ – Appell an Bürger, im eigenen Land zu urlauben Osnabrück – Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery hat den heutigen Kabinettsbeschluss kritisiert, die Grenzen ab Mitte Juni wieder zu öffnen. „Das ist ein verfrühter Schritt. Durch die Grenzöffnungen und den Tourismus entsteht wieder ein neues Risiko, dass Menschen aus anderen Ländern das Virus einschleusen. Die Grenzöffnungen bleiben riskant“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Es wäre deutlich klüger gewesen, die Grenzen zuzulassen.“ Das grüne Licht für Reisen sei aus zweierlei Sicht kritisch, sagte Montgomery. „Wenn jetzt Tagestouristen aus England, Frankreich oder Spanien nach Berlin oder Hamburg strömen und schnell zurückkehren, gibt es keine Chance festzustellen, ob sie das Virus wieder eingeschleppt haben“, sagte er. Zweitens scheine es auf den ersten Blick unbedenklich, aus Deutschland in ein Land mit wenigen Infektionen zu reisen, etwa nach Portugal. „Aber wenn dort in der benachbarten Strandburg eine Familie aus England oder Spanien urlaubt, die Kinder gemeinsam spielen, man sich abends im Restaurant bei einer Flasche Wein begegnet, kann es rasch zu Ansteckungen kommen.“ Traditioneller Urlaub sei bei der bestehenden Virus-Gefahr einfach nicht möglich, betonte Montgomery in der NOZ. „Ich kann an die Menschen nur appellieren, trotz Grenzöffnungen innerhalb des eigenen Landes Ferien zu machen.“ Denn: „In der Strandbar auf Sylt kann man besser auf sich und andere aufpassen als an der Riviera, wo Sprach- und Kulturdifferenzen das Einhalten der Regeln erschweren.“

Ausland
Türkei: Der Mord am Kurden Barış Çakan

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Ankara, Stadtteil Etimesgut, am frühen Sonntagabend des 31. Mai. Ein Freund von Barış Çakan ruft ihn an, um sich mit ihm zu treffen. Barış will gerade aus der Wohnung, als sein Vater von ihm wissen möchte, wo er hingeht. Er erklärt, dass er sich für ein paar Minuten mit seinem Freund treffen möchte und danach wiederkommt. Er schließt die Wohnungstür hinter sich zu. Etwa 15-20 Minuten später ruft der Freund von Barış dessen Vater an und fragt, ob er schon wieder Zuhause sei. Der Vater wundert sich und meint, er sei noch nicht da und fragt was passiert sei. Der junge Mann erklärt sie seien in eine Schlägerei verwickelt gewesen und wären dann fortgerannt. Deshalb habe er wissen wollen, wo sich Barış derzeit befindet und ob er Zuhause sei. Nach diesem kurzen Telefongespräch geht der Vater aus dem Haus und will selbst herausfinden, wo sich sein Sohn befindet. Man führt den Vater an den Tatort. Der Freund erklärt dem Vater wie es zum tödlichen Angriff auf seinen Freund kam. Beide wären auf der Straße gelaufen und hätten sich unterhalten, als ein Auto mit drei Insassen gefahren und mit sehr lauter Musik unterwegs gewesen sei. Das Auto hätte vor ihnen angehalten. Gerade zu diesem Zeitpunkt wäre der Gebetsruf des Muezzins zu hören gewesen und er habe den drei Insassen erklärt, dass gerade der Gebetsruf (Ezan) zu hören sei und es sei doch respektlos jetzt so laut Musik zu hören. Sie sollten doch bitte die Musik so lange leiser stellen. Es wäre daraufhin zu einem Streit gekommen. Dem Freund wäre es gelungen sich aus den Händen der Angreifer zu befreien, aber Barış hätte es leider nicht geschafft und sei von einem der Männer mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt worden. Was ich hier beschrieben habe beruht auf den Aussagen des Vaters von Barış Çakan. Ich habe es ins Deutsche übersetzt. Damit es nachprüfbar ist was ich hier verfasst habe, kann sich jedermann das Video ansehen, um sich selbst eine eigene Meinung zu bilden. Der herbeigerufene Krankenwagen brachte den schwerverletzten Barış Çakan in ein Krankenhaus, wo die Ärzte um das Leben des 20-Jährigen kämpften. Trotz aller Anstrengungen konnte das medizinische Personal das Leben von Barış nicht mehr retten. Die drei mutmaßlichen Täter wurden kurze Zeit später noch am Tatort von der Polizei festgenommen und durch einen Ermittlungsrichter wurde Haftbefehl erlassen. Der Terrororganisation PKK nahe Organisationen und einige deutsche Medien haben in den letzten drei Tagen verbreitet, Barış Çakan sei von „türkischen Nationalisten“ ermordet worden, weil er kurdische Musik gehört habe. Sowohl die ermittelnde Staatsanwaltschaft als auch das Innenministerium in Ankara haben diesen Vorwurf dementiert und auch der Vater des ermordeten 20-Jährigen hat nichts dergleichen gesagt. Der Name von Barış bedeutet im Deutschen Frieden und die der PKK nahestehende Parteien und Organisationen benutzen in ihrem Vokabular immer wieder die Begriffe Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, obwohl die PKK bekanntlich nicht davor zurückschreckt Zivilisten, Soldaten und Polizisten zu töten. Wenn die PKK blutige Anschläge verübt, ist von diesen „Menschenrechtsaktivisten“ kein Pips zu hören. Das gilt auch für ihre Unterstützer in Europa und den USA. Bei Anschlägen in der Türkei hat diese Terrororganisation über 40.000 Menschen auf dem Gewissen. Wenn die türkischen Anti-Terror-Einheiten Operationen gegen die PKK durchführen, wird der türkischen Armee schlagzeilenträchtig ein „Krieg gegen die Kurden“ vorgeworfen, wenngleich diese Behauptungen jeglicher Grundlage entbehren. Die Vertreter des politischen Arms der PKK sind sich wie in diesem traurigen Fall nicht zu schade über den Mord an Barış Çakan Fake-News zu verbreiten. Der Vater hat in einer live zugeschalteten TV-Sendung noch einmal seine Sichtweise dargelegt und die Behauptungen von PKK nahen Organisationen verneint. Hier ist ein junger Mensch wegen einer Nichtigkeit durch drei Männer ermordet worden. Wer war nicht schon auf dem Taksim-Platz in Istanbul, in der langen Istiklal Caddesi oder in Eminönü, dort findet man an vielen Ecken Künstler, die kurdische Lieder singen. Niemand regt sich darüber auf, weil die meisten Menschen in der Türkei nicht nach der ethnischen Herkunft die Menschen beurteilen. Im Stadtteil Arnavutköy in Istanbul leben viele Menschen kurdischer Herkunft. Hat sich irgendjemand aufgeregt, weil in einer Straße kurdische Musik gespielt wurde? Nein, das ist nicht der Fall.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Militäroffensive in Syrien – Türkischer Botschafter: 300.000 syrische Kurden fanden Zuflucht in der Türkei

Der türkische Botschafter zu Berlin, Ali Kemal Aydın, hat sich in einer auf der Webseite der Auslandsvertretung veröffentlichten Stellungnahme zu der andauernden Anti-Terror-Offensive der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien geäußert.

Türkischer Botschafter: 300.000 syrische Kurden fanden Zuflucht in der Türkei

Fußball International
Bericht: Adidas beendet Zusammenarbeit mit Arsenal-Star Mesut Özil

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Herzogenaurach – Nach Mercedes werde auch der Sportartikelhersteller Adidas den Ausrüster-Vertrag mit Mesut Özil nicht weiter verlängern. Der Werbevertrag lief in diesem Jahr aus. Für sieben Jahre soll der Weltmeister von 2014 bis zu 25 Millionen Euro kassiert haben. Mercedes hatte bereits 2018 den Vertrag als Markenbotschafter mit dem deutschen Ex-Nationalspieler auslaufen lassen. Wie Medien unter Berufung auf eine Meldung der BILD berichten, habe Adidas-Sprecher Oliver Brüggen auf Nachfrage mitgeteilt, dass der Konzern Vertragsgespräche grundsätzlich nicht öffentlich kommentiere. Auch Özils Manager habe sich noch nicht geäußert. Der 31-Jährige Profifußballer repräsentierte Adidas seit 2013. Ein Grund für die Beendung der Zusammenarbeit könnten Berichten zufolge Einbußen infolge der Corona-Krise sein. Die BILD vermutet jedoch, dass auch die öffentliche Darstellung von Özil eine Rolle gespielt haben dürfte. Er teilte 2018 auf Instagram ein gemeinsames Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Özil verdiente laut dem US-Magazins „Forbes“ im vergangenen Jahr 25,8 Millionen Euro und war damit der bestbezahlte deutsche Fußballer. Der Ex-Schalker steht noch bis 2021 bei Arsenal unter Vertrag.

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– „Big Shoe“ – Myanmar: Arsenal-Star Mesut Özil lässt 40 weitere Kinder operieren

Der für seine Wohltätigkeitsaktionen bekannte deutsch-türkische Ex-Nationalspieler Mesut Özil, hat mit einer weiteren guten Tat die Herzen der Menschen gewonnen.

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Corona-Krise
Turkish Airlines startet Flugverkehr nach Europa

Istanbul – Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines (THY) kündigte am Dienstag an, Flüge zwischen der Türkei und ersten europäischen Städten wiederaufzunehmen. Insgesamt will die Fluggesellschaft ab dem 18. Juni 16 Destinationen in Europa anfliegen, berichtet TRT Deutsch unter Bezugnahme auf den Pressesprecher der Airline, Yahya Üstün. Unter den Anflugzielen sei auch die deutsche Stadt Frankfurt. Der Flug von Frankfurt werde in der zentralanatolischen Stadt Elazığ landen. Auch werde es eine Verbindung zwischen Basel und Gaziantep geben, berichtet TRT Deutsch weiter. Inwiefern die Ankündigung auch Rückflüge nach Europa miteinschließt und welche weiteren Destinationen die Turkish Airlines in Deutschland künftig anfliegen wird, sei noch unklar. Nach rund zwei Monaten nahm die Türkei am Montag auch wieder Inlandflüge auf. Eine Maschine der Turkish Airlines (THY) startete vom Flughafen Istanbul nach Ankara. Laut TRT Deutsch benötigen Passagiere nach Angaben des THY-Geschäftsführers Bilal Ekşi eine Corona-App, um fliegen zu dürfen. Diese bestätige unter anderem, dass der Reisende nicht krank ist. An den Flughäfen müssten zudem Auflagen eingehalten werden. So dürfen etwa nur Reisende, nicht aber ihre Begleitpersonen, in das Flughafengebäude. Außerdem gilt eine Maskenpflicht, so TRT Deutsch. Die türkischen Behörden kündigten zudem weitere Lockerungen der Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus an. Restaurants, Cafés, Sportstudios und Kindergärten öffneten wieder unter Auflagen. Strände, Parks und Museen sind ebenfalls unter Vorsichtsmaßnahmen wieder zugänglich, berichtet TRT Deutsch weiter.

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– Corona-Pandemie – US-Diplomat: Trump könnte von Erdogan lernen

„Die Türkei mag einen Weg gefunden haben, die Wirtschaft teilweise – oder sogar weitgehend – offen zu halten und gleichzeitig COVID-19 zu bändigen, aber es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Angesichts der Tatsache, dass US-Präsident Donald J. Trump Präsident Erdoğan anscheinend aufrichtig bewundert, kann er vielleicht etwas von seinem harten Amtskollegen in Ankara lernen“, schrieb Bryza in einem veröffentlichten Beitrag auf der Webseite der in Washington ansässigen US-Denkfabrik Atlantic Council.
US-Diplomat: Trump könnte von Erdogan lernen
 

Gaming
Rekord-Deal: US-Unternehmen übernimmt türkischen Spieleentwickler Peak für 1,8 Milliarden

Istanbul – Der aus San Francisco stammende Online-Spiele-Anbieter Zynga („Farmville“) hat für 1,8 Milliarden US-Dollar den türkischen Handyspiele-Entwickler Peak aus Istanbul übernommen. Das haben die Unternehmen am gestrigen Montag bekanntgegeben. Zu Peaks bekannten Games gehören  “Toon Blast” und “Toy Blast”. Das 2010 gegründete Unternehmen Peak zählt derzeit 100 Mitarbeiter. Mit dem Kauf soll Zyngas Anzahl der täglich aktiven Nutzer um rund 60 Prozent erhöht werden. Die Bekanntgabe des Deals kam an der Börse gut an. Zyngas Aktien stiegen im US-Handel zeitweise um fast sieben Prozent. Zynga will den Kaufpreis zur Hälfte in bar und zur Hälfte in eigenen Aktien bezahlen. Die Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. An der Übernahme verdiene Medienberichten zufolge auch der aus München stammende Risikokapitalgeber Earlybird mit. Demnach gehörten den deutschen Investoren zuletzt rund 30 Prozent an Peak Games. Die Übernahme sei einer der größten Deals in der türkischen Geschichte, sagte ein Sprecher von Peak am Montag. „Während des letzten Jahrzehnts haben wir Hunderte von Millionen Menschen in 193 Ländern erreicht, und unser Traum war es, Milliarden zu erreichen“, sagte Ömer Inönu, Strategiedirektor von Peak, auf einer Online-Konferenz. „Mit einer sehr wichtigen Vereinbarung wird Peak seine Aktivitäten mit Zynga fortsetzen“, sagte Inönü. Sidar Sahin, der Gründer der türkischen Firma, wird weiterhin Peak Games in Istanbul leiten, und der Betrieb der Firma wird unter der Marke Peak fortgesetzt, betonte Inönü. Zwei Peak-Spiele – Toy Blast und Toon Blast – gehörten zu den beliebtesten Spielen in den USA und Japan, fügte er hinzu. Peak Games erreiche täglich 12 Millionen aktive Nutzer. Das erste Einhorn der Türkei Mustafa Varank, der türkische Industrie- und Technologieminister, sagte, Peak Games sei das erste türkische Einhorn, also ein Startup-Unternehmen im Wert von über 1 Milliarde Dollar. Diese Übernahme sei ein Meilenstein für das Startup-Ökosystem des Landes, fügte er hinzu. Ein Einhorn (englisch: Unicorn) bezeichnet ein Startup-Unternehmen mit einer Marktbewertung, vor einem Börsengang oder einem Exit, von über einer Milliarde US-Dollar. Das Magazin Fortune listet im Juni 2016 insgesamt 174 Einhorn-Startups, darunter auch einige europäische und deutsche Unternehmen. Ruhsar Pekcan, die Handelsministerin des Landes, betonte, dass die Übernahme ein „stolzer Moment für die Türkei“ sei. Berat Albayrak, der Finanzminister, betonte, dass diese Vereinbarung eine der größten Übernahmen in der türkischen Geschichte sei.
(Screenshot/Twitter)
         

Rentenpolitik
Rund jeder siebte Erwerbsminderungsrentner auf Sozialhilfe angewiesen

Osnabrück – In Deutschland ist jeder siebte Erwerbsminderungsrentner (15 Prozent) zusätzlich auf Sozialhilfe angewiesen. Die Zahl der Betroffenen ist seit 2005 von knapp 78.000 auf fast 195.000 im Jahr 2018 angestiegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. Aktuellere Zahlen hat das Ministerium noch nicht. 2005 erhielten nur 6,4 Prozent der Erwerbsminderungsrentner zusätzlich Grundsicherung, um über die Runden zu kommen. Bis 2015 hatte sich die Quote auf 15,4 fast verdreifacht, 2018 lag sie noch bei 15 Prozent. Bei voller Erwerbsminderung erhielten Rentner 2018 monatlich 776 Euro. Seit 2011 stieg der Betrag stetig leicht an – um insgesamt 76 Euro binnen sieben Jahren, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. Zwar wurde die Erwerbsminderungsrente 2019 reformiert. Von höheren Bezügen profitieren aber nur Neurentner. Linke: Renten-Abschläge abschaffen „Auch der moderate Anstieg der Erwerbsminderungsrente in den letzten Jahren kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die durchschnittliche Rente noch immer unter der Grundsicherungsschwelle liegt. Sie reicht schlicht nicht zum Leben“, kritisierte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann im Gespräch mit der NOZ.
„Das kann auch den Ehepartner in Armut stürzen, der mit seinem Einkommen einstehen muss, bevor die Grundsicherung greift.“
Zimmermann forderte „eine grundlegende Kehrtwende in der Rentenpolitik“: Das Rentenniveau müsse wieder auf 53 Prozent erhöht und die Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten abgeschafft werden. „Krankheit ist ein Schicksal, das nicht noch zusätzlich bestraft werden darf. Ebenso wichtig ist: Verbesserungen bei der Zurechnungszeit müssen auch denen zugutekommen, die schon eine Rente beziehen.“

Corona-Krise
SPD-Chef Hartmann fordert Corona-Tests an allen Schulen

Köln – Der Vorsitzende der NRW-SPD, Sebastian Hartmann, hat von der schwarz-gelben Landesregierung ein Testkonzept für die Schulen zum Neustart des Unterrichts in der Corona-Krise gefordert. „Ich erwarte, dass die NRW-Schulministerin alle notwendigen Voraussetzungen für einen verlässlichen Neustart im kommenden Schuljahr schafft“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Dazu gehören angepasste Lehrpläne ebenso wie Regelungen für den Einsatz von digitaler Technik und regelmäßige Corona-Tests für alle Beteiligten“, fügte Hartmann hinzu. Der SPD-Vorsitzende kritisierte, dass NRW über „keine eigene Test-Strategie“ verfüge, um Infektionen frühzeitig zu erkennen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe als Krisenmanager ein „mehr als schlechtes Bild“ abgegeben. „Wenn diese Landesregierung so weitermacht, dann befeuert sie damit den Protest gegen die Corona-Politik“, sagte der SPD-Politiker. “ Mich macht es fassungslos, dass die Bundesliga mit neun Spieltagen starten konnte, aber Kinder und Jugendliche nur wenige Tage in Kitas und Schulen gehen können“, sagte Hartmann der Zeitung.

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– Türkei – Corona-Krise: EU-Vertreter lobt türkisches Gesundheitssystem

Der Leiter der Delegation der Europäischen Union in der Türkei lobte in einem Interview das türkische Gesundheitssystem.

Corona-Krise: EU-Vertreter lobt türkisches Gesundheitssystem

Geschichte
Armenische Genozid-Vorwürfe: Ein Fallbeispiel aus den gefälschten Andonian-Dokumenten

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Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Am letzten Samstag (30. Mai) hatte ich über die „Andonian-Papers“ geschrieben und auf die Unstimmigkeiten und die falsche Datierung dieser 1983 als Fälschung nachgewiesenen Dokumente hingewiesen. In Facebook hat ein NEX24-Leser berechtigterweise die Frage gestellt, ob der damalige Gouverneur von Aleppo, Mustafa Abdülhalik Bey, nicht schon am 14. Oktober 1915 im Amt gewesen wäre. Ja, das ist richtig. Er wurde am 10. Oktober 1915 zum Gouverneur ernannt und am 14. Oktober 1915 trat er sein Amt in Aleppo an. Mein Einwand, dass er ein amtliches Dokument nicht unterschrieben haben kann, wenn er noch gar nicht im Amt war, bezog sich auf das gefälschte Dokument aus den „Andonian Papers“ Nummer 502, datiert mit dem osmanischen Rumi-Kalender 03. September 1331, also nach unserem gregorianischen Kalender der 16. September 1915. Ich habe die Kopie der Fälschung gescannt und es ist aus dem Buch (Seite 61) der beiden Wissenschaftler Şinasi Orel und Süreyya Yuca. Wenn Mustafa Abdülhalik Bey am 16. September 1915 noch gar nicht zum Gouverneur ernannt wurde und daher auch nicht berechtigt war irgendetwas zu unterschreiben, wie sollte er dann eine Korrespondenz an den damaligen Innenminister verfasst und unterschrieben haben? Zum angesprochenen Zeitpunkt, also am 16. September 1915, hieß der Gouverneur von Aleppo Bekir Sami Bey und nicht Mustafa Abdülhalik Bey. Die Verfechter der „Genozid-These“ und ihre akademischen Unterstützer gehen auf diese Details gar nicht ein, weil das nicht in ihr Weltbild passt.

Zum Thema

– Geschichte – Die Manipulationen der armenischen Diaspora und die Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg

In der Geschichtswissenschaft ist das Thema der Kriegspropaganda während des Ersten Weltkriegs gegenüber Deutschland weitgehend aufgearbeitet und derartige Publikationen werden nicht als seriöse Quellen herangezogen. Das lässt sich in Bezug auf das Osmanische Reich leider nicht sagen, denn das britische „War Propaganda Bureau“ ließ massenweise Publikationen über angebliche türkische Massaker an Armeniern veröffentlichen.

Die Manipulationen der armenischen Diaspora und die Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg

Reisen
BDL-Präsident Gerber: Deutsche Luftfahrt startklar für Urlaubssaison

BerlinPeter Gerber, der am 1. Juni seine zweijährige Amtszeit als Präsident des deutschen Luftverkehrsverbands antritt, präsentiert die Reiseziele ab deutschen Flughäfen und erläutert das Maßnahmenpaket der Branche für gesundheitlich sicheres Fliegen. In den kommenden Tagen und Wochen nehmen deutsche und ausländische Fluggesellschaften an den hiesigen Flughäfen zahlreiche Flugverbindungen wieder auf. Insgesamt werden im Juni von den deutschen Flughäfen aus 159 Ziele in 63 Ländern zu erreichen sein. Der Schwerpunkt liegt dabei auf europäischen Zielen. Die Wiederaufnahme des Luftverkehrs zu weiter entfernten Zielen wird länger dauern und in nennenswerter Größenordnung erst in der zweiten Jahreshälfte greifen. Die deutschen Fluggesellschaften Lufthansa, Eurowings, Condor, TUIfly und Sunexpress Deutschland fliegen im Juni 89 Ziele in 35 europäischen Ländern an. Darüber hinaus bedienen sie 28 Ziele in 19 Ländern außerhalb Europas. Damit decken die deutschen Fluggesellschaften im Vergleich zum Juni 2019 insgesamt wieder ca. 30 Prozent ihres Streckennetzes ab. Allerdings tun sie dies mit zunächst deutlich reduzierter Frequenz, so dass das Flugangebot der deutschen Fluggesellschaften in der letzten Juni-Woche bei gerade einmal rund ca. 14 Prozent des Niveaus von 2019 liegen wird. Das Angebot der deutschen Fluggesellschaften wird ergänzt durch Verbindungen von ausländischen Fluggesellschaften. Dadurch kommen noch einmal 42 Ziele und 9 Länder hinzu. „Der Luftverkehr kann mit diesen Flugplänen schrittweise wieder aufgenommen werden“, sagt BDL-Präsident Gerber und verweist auf aktuelle Umfragen, wonach 14 Prozent der Menschen in Deutschland für den Sommer einen Urlaub im Ausland planen. „Umso dringender ist es jetzt, dass die Bundesregierung die erforderlichen Entscheidungen zur Aufhebung der Reisebeschränkungen trifft. Dabei geht es nicht nur um die Planungssicherheit für die reisewilligen Bürgerinnen und Bürger, sondern auch um die materielle Grundlage der 26 Millionen Menschen, die in ganz Europa in der Reisewirtschaft und im Tourismus beschäftigt sind. Damit Reisebeschränkungen aufgehoben werden können, haben unsere Flughäfen und Fluggesellschaften gemeinsam mit den Behörden Vorsichts- und Hygienemaßnahmen für gesundheitlich sicheren Luftverkehr entwickelt. Diese Maßnahmen stehen auch im Einklang mit Empfehlungen der UN-Luftfahrtorganisation ICAO sowie der europäischen Behörden für Flugsicherheit und für Gesundheit.“ Entsprechend des Maßnahmenpakets werden, wo dies möglich ist, an den Flughäfen die gängigen Abstandsregelungen umgesetzt, zum Beispiel durch Bodenmarkierungen und durch das Blockieren von einzelnen Sitzen in den Wartebereichen. Da in einigen Bereichen der Flughäfen, wie zum Beispiel bei den Sicherheitskontrollen, ein hinreichendes Abstandhalten zwischen Personen nicht möglich ist, gilt in den Flughafengebäuden die generelle Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Diese erstreckt sich auf alle Passagiere und Besucher. Diese Maßnahmen werden auf vielfältige Weise gegenüber den Passagieren kommuniziert und es wird auf deren Einhaltung geachtet. Das Betreten des Flugzeugs wird verlangsamt, um ein Gedränge unter den Passagieren zu vermeiden. Wo immer möglich sollen für das Boarding die Fluggastbrücken statt Busse genutzt werden. Falls doch ein Passagiertransport mit Bussen erforderlich ist, werden deutlich mehr Fahrzeuge eingesetzt als früher, damit Abstand gehalten werden kann. An Bord der Flugzeuge wird die Kabinenluft durch Hochleistungsfilter gereinigt. Sogenannte HEPA-Filter, die in allen Flugzeugen der deutschen Fluggesellschaften verwendet werden, entfernen zuverlässig Viren, Bakterien, Pilze und Staub aus der Kabinenluft. Zudem verläuft der Luftstrom in der Flugzeugkabine vertikal von oben nach unten. Die Luft wird von der Decke nach unten gedrückt und dort abgesaugt und permanent durch die Filter gereinigt. Alle drei Minuten wird die Luft an Bord zudem komplett ausgetauscht. Zusätzliche Sicherheit schaffen die Fluggesellschaften durch eine generelle Maskenpflicht an Bord. Die Passagiere sind dazu verpflichtet, eine Schutzmaske mit sich zu führen und diese die ganze Zeit zu tragen. Zudem wird der Bordservice in den kommenden Wochen und Monaten auf das Notwendigste beschränkt, etwa im Hinblick auf das Speise- und Getränkeangebot. Mit diesen Maßnahmen ist der Aufenthalt an Bord eines Flugzeugs sicherer als an sonstigen Orten im öffentlichen Raum. In ihren Leitlinien haben die europäischen Behörden für Gesundheit und für Flugsicherheit erneut bestätigt, dass bislang kein einziger Fall bekannt ist, in dem sich jemand an Bord eines Flugzeugs mit Covid-19 angesteckt hat. Gerber: „Sicherheitsregeln haben im Luftverkehr per se eine hohe Priorität. Unsere Fluggäste wissen das und stellen sich darauf ein. Mit allen unseren Maßnahmen zählen Flughäfen und Flugzeuge auch gesundheitlich zu den sichersten öffentlichen Orten.“ Neben der konsequenten Umsetzung der Vorsichts- und Hygienemaßnahmen ist es auch erforderlich, dass weitere Fortschritte bei der Zukunftssicherung der Unternehmen erreicht werden. Dazu Peter Gerber: „Wir haben in Deutschland eine leistungsstarke Flughafeninfrastruktur, die auch in der seit vielen Jahrzehnten tiefsten Krise sicherstellt, dass Deutschland mit der Welt verbunden bleibt. Die Politik erwartet, dass unsere Flughäfen unter den extrem schwierigen Rahmenbedingungen der Pandemie ihrer Betriebspflicht nachkommen. Dadurch entstehen den Flughäfen monatlich alleine 170 Mio. Euro an Vorhaltekosten. Wir brauchen deshalb finanzielle Unterstützung, die dafür sorgt, dass die Flughäfen diese hohe Kostenlast auch schultern können. Der wirtschaftlich gesunde Luftverkehr ist ja durch nachvollziehbare politische Entscheidungen zum Erliegen gekommen. Deswegen müssen jetzt auch die finanziellen Brücken zur Liquiditätssicherung der Flughäfen und Fluggesellschaften errichtet werden.“