Corona-Pandemie
Starker Anstieg der Corona-Fälle in Albanien

Tirana – Seit die Schutzmaßnahmen aufgehoben wurden, ist in Albanien die Zahl der gemeldeten Fälle von Coronavirus-Infektionen sprunghaft angestiegen. Auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte hat stetig zugenommen. Albanien verzeichnete am Montag ein Allzeit-Tageshoch von 117 Coronavirus-Infektionen, berichtet die Albanian Daily News. Das Ministerium gab bekannt, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen gestiegen sei. Die Zahl der aktiven Fälle liegt demnach bei 1462, hauptsächlich in Tirana, Shkodra, Kruja und Durres. Die Gemeinden im ganzen Land befinden sich in einer schwierigen finanziellen Lage mit einem drastischen Rückgang der Einnahmen und fehlenden Ausgaben als Folge der negativen Auswirkungen der Pandemie. In der gesamten Region des Westbalkans verschlechtert sich die Situation im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, wobei in fast allen Ländern ein deutlicher Anstieg der Infektionen und Todesfälle zu verzeichnen ist.

Rechtes Netzwerk
Unions-Innenexperte Middelberg: Polizei nicht unter Generalverdacht stellen

Osnabrück – Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg (CDU), hat in der Debatte um ein mögliches rechtes Netzwerk in der hessischen Polizei eine sachliche Debatte angemahnt. „Ich plädiere für eine Versachlichung der Diskussion. Die Vorfälle in der hessischen Polizei sind sehr schwerwiegend. Sie müssen rückhaltlos aufgeklärt werden“, sagte Middelberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die Einsetzung eines Sonderermittlers durch den hessischen Innenminister sei dafür richtig. Middelberg kritisierte die Stellungnahme der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, die ein entschlosseneres politisches Vorgehen gegen Rechtsextremismus bei der Polizei gefordert hatte. „Daraus nun wieder einen Generalverdacht gegen unsere Polizei abzuleiten, wie Frau Esken es tut, hilft in der Sache null“, sagte Middelberg. Grundlage für eine sachliche Debatte sollte seiner Meinung nach das Lagebild zu Rechtsextremismus und Rassismus in den Sicherheitsbehörden sein, das der Präsident des Verfassungsschutzes im September vorlegen will.

"Fakenews"
Bericht: Nichtexistierende „Experten“ kritisieren in Artikeln Türkei und Qatar

New York – Insgesamt 46 etablierte Medien, die überwiegend in den USA ansässig sind, veröffentlichten mehr als 90 Meinungsartikel von 19 nichtexistierenden Experten, die die Türkei und Katar kritisierten und sich gleichzeitig positiv über die politischen Interessen der Vereinigten Arabischen Emirate in der Region äußerten. Wie das US-Nachrichtenportal Daily Beast berichtet, handelt es sich bei einem dieser Schein-Experten um eine Person mit dem Namen Raphael Badani. Als Newsmax-„Insider“- Kolumnist seien seine Kommentare in einer Vielzahl von Publikationen, darunter Washington Examiner, Real Clear Markets, American Thinker und The National Interest, veröffentlicht worden. In diesen habe er Dubai stets als Oase der Stabilität in einer turbulenten Region dargestellt. Badani beschrieb sich selbst als „Berater für geopolitische Risiken und Designer interaktiver Simulationen“ und als „Senior Analyst für internationale Beziehungen“ für das Arbeitsministerium. „Seine Profilfotos sind aus dem Blog eines Startup-Gründers in San Diego gestohlen worden. Sein LinkedIn-Profil, das ihn als Absolvent von George Washington und Georgetown [Universitäten] beschrieb, ist ebenso fiktiv“, so Adam Rawnsley vom Daily Beast.  Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Berichts entfernte der Washington Examiner seinen von „Badani“ verfassten Artikel und hinterließ nur einen Vermerk des Herausgebers: „Dieses Op-ed wurde nach einer Untersuchung seiner Herkunft und Urheberschaft entfernt. Twitter sperrte nach Veröffentlichung des Berichts Badanis Konto zusammen mit 15 anderen. Der Bericht enthüllte zudem, dass die Jerusalem Post, Arab News, Al-Arabiya, South China Morning Post, Jewish News Service, Middle East Online, Asia Times, The Post Millennial und viele andere Publikationen diese falschen Experten ebenfalls in ihrer Berichterstattung verwendet haben. Wie Daily Beast weiter berichtet, bestand der gemeinsame Tenor der Texte darin, die Rolle der Türkei und Qatars in der Region negativ dazustellen. „Sie stehen Katar und insbesondere seinem staatlich finanzierten Nachrichtensender Al Jazeera kritisch gegenüber. Sie sind auch keine großen Befürworter der Rolle der Türkei, die eine der Fraktionen im libyschen Bürgerkrieg unterstützt“, so der Daily Beast.

Türkische Serien
„Dirilis Ertugrul“- Star Esra Bilgic wird Markenbotschafterin von Peshawar Zalmi

Istanbul – Die türkische Schauspielerin Esra Bilgic, bekannt für ihre Rolle als Halime Hatun, Frau der Hauptfigur in der beliebten historischen Fernsehserie „Auferstehung: Ertugrul“ (Dirilis Ertugrul), steht Berichten zufolge kurz davor Markenbotschafterin für Peshawar Zalmi zu werden. Peshawar Zalmi  ist eines der größten Cricket-Teams der pakistanischen Super League (PSL).
(Foto: Instagram/esrabilgic)
Anfang Juli markierte Bilgic in einem Tweet sowohl die Mannschaft als auch dessen Vorsitzenden Javad Afridi mit der Nachricht , dass sie demnächst „gute Nachrichten“ übermitteln werde. Obwohl keine weiteren Einzelheiten über die Vereinbarung bekannt wurden, hat sie bereits zuvor ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit mehreren pakistanischen Marken bekundet.
(Foto: Instagram/esrabilgic)
Die Serie ist in Pakistan, wo sie in Urdu synchronisiert wird, ein großer Hit. Sie wurde sogar von Premierminister Imran Khan empfohlen. Er sagte, die Jugend des Landes könne „islamische Werte“ daraus lernen. Bilgic hat auch eine große Fangemeinde aus Pakistan. In 60 Länder exportiert Die beliebte türkische Historie-Serie Dirilis Ertugrul wurde bislang in 60 Länder exportiert. Dies teilte der stellvertretende Generaldirektor des staatlichen TV-Senders TRT, Ibrahim Eren, mit.
(Foto: Screenshot/TRT)
„Videos der Serie Dirilis Ertugrul stießen bei arabischsprachigen Zuschauern im Internet auf so großes Interesse, dass arabische Sender die Rechte der Serie kaufen mussten,“ so Eren in einem Interview mit der türkischen Tageszeitung Yenisafak. Der TRT-Vizegeneraldirektor wies auch darauf hin, dass der Sender nach der Premiere von Dirilis Ertugul einen Anstieg der Einschaltquoten verzeichnet habe. Dies habe man der neuen Generation von Historie-Serien mit dem Schwerpunkt Osmanisches Reich zu verdanken, so Eren weiter. Dirilis spielt im oghusischen Anatolien des 13. Jahrhunderts. Im Zentrum steht das Leben von Ertugrul Gazi, dem Vater von Osman I., der das Osmanische Reich gründete. Ertugrul war der Anführer des oghusischen Kayi-Stammes. Als er mit seinen 400 Reitern aus Turkmenistan in Anatolien ankommt, um den Seldschuken gegen die Byzantiner zu helfen, löst er eine Kette von Ereignissen aus, die letztlich zur Gründung des Osmanischen Reiches führen. Die Serie gibt einen Einblick in die Gründungsjahre des 700 Jahre währenden Imperiums. Zu den größten Fans gehört auch der venezolanische Staatspräsident Nicolas Maduro:

Türkische TV-Serien weltweit auf Platz zwei

Türkische TV-Serien haben sich in den vergangenen Jahren zu einem der lukrativsten Exportgüter der Türkei entwickelt und haben noch dazu den Nebeneffekt, dass das Interesse der Touristen, das Land zu besuchen, geweckt wird. Nach Angaben des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus ist die Türkei nach den USA die zweitgrößte Exporteurin von TV-Serien. „Beim Export von TV-Serien befindet sich die Türkei nach den USA weltweit auf dem zweiten Platz“, sagte Kultur- und Tourismusminister Numan Kurtulmus vor dem Planungs- und Haushaltsausschuss des türkischen Parlaments am Freitag und fügte hinzu, dass dem weltweiten Export türkischer TV-Serien nun große Bedeutung beigemessen werde. In Europa stünden türkische Serien bereits an erster Stelle, so Kurtulmus. Türkische TV-Serien wurden erstmals im Jahr 2001 in die Balkanstaaten, den Nahen Osten und nach Lateinamerika exportiert. Ende 2014 lagen die Exportzahlen bei 200 Millionen Dollar und 2015 bereits bei 250 Millionen Dollar. Bislang wurden etwa 150 türkische Fernsehserien (Stand 2016) ins Ausland verkauft, die von 500 Millionen Zuschauern in 100 Ländern im Nahen Osten und Nordafrika sowie Ost- und Westeuropa verfolgt werden. Türkische Vornamen in Südamerika Inspiriert von den sehr beliebten Seifenopern und TV-Serien wenden sich immer mehr Eltern in Chile sogar von den traditionellen lateinamerikanischen Vornamen ab und geben ihren Kindern türkische Namen.

„Es gibt aus jeder Schicht der chilenischen Gesellschaft eine Riesenresonanz auf die türkischen Serien, und Binbir Gece – die erste Serie, die wir ausstrahlten – stellte einen historischen Erfolg mit sehr hohen Einschaltquoten dar“, erklärte Juan Ignacio Vicente vom Mega TV gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu (AA).

Chilenische Familien fühlten sich mittlerweile von den türkischen Serien inspiriert und gäben ihren Neugeborenen Namen wie Elif, Nilüfer, Fatmagül oder Ibrahim. Nach offiziellen Angaben wurden viele chilenische Mädchen, die im vergangenen Jahr zur Welt kamen, Elif genannt – ein traditioneller türkischer Vorname. Elif toppte selbst den in Lateinamerika weitverbreiteten Namen Veronica. „In den letzten Jahren sind in Lateinamerika türkische Schauspieler dank der TV-Serien sehr berühmt geworden“, sagte Vicente und fügte hinzu, dass chilenische Fans Serienstars wie Bergüzar Korel, Halit Ergenc, Cagatay Ulusoy und Kivanc Tatlitug persönlich erleben wollten. Er sei überrascht, dass die Namen der Charaktere aus den Serien zu einem Teil der chilenischen Kultur geworden seien: „Ich denke, dass die Leute sich mit ihnen identifizieren und sich deshalb diese Charaktere als Vorbilder für ihre Kinder wünschen.“

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Eine internationale Gruppe von Fans türkischer TV-Serien organisierte eine Reise in die Türkei, bei der sie am Samstag in einem Hotel in Istanbul Fernsehstars trafen.

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Eltern-Studie
Linken-Chefin Kipping fordert „Recht auf Nichterreichbarkeit“

Osnabrück -Die Ergebnisse der aus Hessen zeigen für Linken-Chefin Katja Kipping, dass „Familien und insbesondere Alleinerziehende mehr denn je Unterstützung brauchen“. Das reiche „von Arbeitszeitmodellen, die um die 30-Stunden-Woche kreisen und die Arbeit für alle Beschäftigten produktiver, effizienter und gesünder machen, bis zu kostenlosen Betreuungsangeboten durch gut ausgebildetes und besser entlohntes Personal“, sagte Kipping im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Von der Bundesregierung verlangte Kipping, „Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice zu ermöglichen und dabei abzusichern, dass das Recht auf Nichterreichbarkeit und das Recht auf Feierabend gewährleistet sind“. Überdies müssten Eltern und Kinder mit Blick auf eine drohende zweite Corona-Welle stärker ins Blickfeld der Regierung rücken. „Über die Sommerpause brauchen wir einen Digitalisierungsschub – um Beschäftigten vom Osnabrücker Land bis ins Allgäu Homeoffice zu ermöglichen und schulische Bildung aus den Klassenzimmern zu den Kindern zu bringen.“ Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hatte am Dienstag in Wiesbaden eine Studie vorgestellt, wonach die Lockdown-Phase für fast die Hälfte der Eltern eine sehr belastende Phase war. Frauen hätten noch häufiger als Männer von einer hohen Belastung berichtet.

Corona-Krise
Ticketpreise: VRR verzichtet wegen Corona offenbar auf Preiserhöhung zum Januar

Bus- und Bahntickets im Ruhrgebiet sollen erstmals seit vielen Jahren nicht wie sonst üblich ab Januar teurer werden. Offenbar aus Rücksicht auf die Corona-Entwicklung im Nahverkehr mit deutlich zurückgegangenen Fahrgastzahlen will der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf den zum Jahresauftakt turnusmäßigen Dreh an der Preisschraube verzichten. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) unter Berufung auf Kreise aus den Verkehrsbetrieben der Region. „Der VRR und seine Mitgliedsunternehmen geben jetzt die Mehrwertsteuersenkungen eins zu eins an die Kunden weiter“, sagte der Verkehrsvorstand der Dortmunder Stadtwerke, Hubert Jung, der Zeitung. Sollte es bei der Befristung der Mehrwertsteuerabsenkung zum 31. Dezember bleiben, würden die Ticketpreise im Januar entsprechend angepasst. „Für eine darüber hinausgehende Preiserhöhung kann ich im VRR derzeit keine Bereitschaft erkennen“, betonte Jung. Auch in den Chefetagen anderer Verkehrsbetriebe sieht man laut der Zeitung eine Anhebung der Ticketpreise zum Januar nicht kommen. Vordringliches Ziel sei, das Vertrauen der Kunden wieder zurückzugewinnen, hieß es. „Generell nicht ausgeschlossen“ sei indes eine Preiserhöhung im späteren Verlauf des Jahres.

Fairtrade
Lieferkettengesetz: „An T-Shirts darf kein Blut mehr kleben“

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Grünen-Fraktionschefin nennt Lieferkettengesetz „Hoffnungsschimmer“  Osnabrück – Grünen-Fraktionscefin Katrin Göring-Eckardt hat die Ankündigung eines Lieferkettengesetzes als „Hoffnungsschimmer“ begrüßt. Besonders in der Textilindustrie gebe es wegen fehlender Regeln gravierende Probleme. „Sowohl die Näherinnen in Asien als auch die Verbraucher, die sich hierzulande ein T-Shirt aus dem Ladenregal nehmen, haben ein Recht darauf, dass daran weder Blut klebt noch dafür Flüsse und Grundwasser vergiftet worden sind“, sagte Göring-Eckardt im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Der Vorschlag von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dürfe nun „kein wirkungsloser Papiertiger werden, sondern muss echten Wandel bringen und den weltweiten Handel fairer machen“, sagte die Grünen-Politikerin. Deutschland habe als starke Wirtschaftsmacht dafür die besten Möglichkeiten. Altmaier soll „sture Blockade“ aufgeben Von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) forderte Göring-Eckardt, „seine sture Blockade gegen mehr Verantwortung in den Lieferketten, die auch viele Unternehmen längst wahrnehmen wollen, endlich zu beenden“. Es sei nicht vermittelbar, dass im weltweiten Handel jede Schraube normiert sei, „aber keine funktionierenden Regeln gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen oder kalkulierte Umweltsauereien möglich sein sollen“. Es brauche klare Standards, „um das gnadenlose Preisdumping zulasten von Mensch und Natur zu beenden“. Auch Verbraucherschützer begrüßten den Vorstoß von Heil und Müller: „Es ist gut, dass die Bundesregierung Wort halten und zügig ein Lieferkettengesetz auf den Weg bringen will“, sagte Kathrin Krause, Expertin für nachhaltigen Konsum beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der NOZ: „Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass bei der Herstellung eines T-Shirts oder Handys keine Arbeiterinnen ausgebeutet oder Umweltgifte eingesetzt wurden. Schließlich muss man beim Autokauf auch nicht individuell überprüfen, ob eine funktionierende Bremse eingebaut wurde.“ Verbraucherschützer mahnen EU-Lösung an Zugleich mahnte der vzbv eine europäische Lösung an: „Richtige Wirkung kann erst eine EU-weite Regelung entfalten. Die Bundesregierung sollte das Thema nachhaltige Lieferketten daher zu einem zentralen Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft machen und für ein europäisches Gesetz werben“, sagte Krause. „Ein Lieferkettengesetz würde für Fairness und gleiche Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt sorgen. Nachhaltige Produktion darf kein Wettbewerbsnachteil sein.“

Corona-Krise
Dilek Kalayci: Örtlich begrenzte Ausreisesperren sinnvoll, aber für Berlin schwer vorstellbar

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat sich am Mittwoch im Inforadio vom rbb offen für eine Neuregelung des Umgangs mit lokalen Corona-Ausbrüchen gezeigt. Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz sagte, „das heißt, dass wir uns diesen Vorschlag aus dem Kanzleramt (Ausreisesperren zu verhängen) als Gesundheitsminister genau anschauen werden – im Hinblick auf Praktikabilität.“ Kalayci betonte, es sei sinnvoll, wenn Menschen, die in Hotspots leben, zuhause bleiben. Das sei klarer und einfacher, als wenn alle anderen Bundesländer Einreisesperren verhängen müssten. „Das ist eine der zentralen Fragen: Inwieweit ist das umsetzbar? Von der Logik her würde das Sinn machen und das Verfahren vereinfachen.“ Die Gesundheitssenatorin schränkte allerdings ein: „Für Berlin ist es natürlich schwierig. Die Bezirke haben die Größenordnung von Landkreisen in anderen Bundesländern. Da kann man natürlich keine Reisebeschränkungen verhängen. (…) Aber am Ende bleibt ganz klar die Botschaft: Wenn es Hotspots gibt, dann sollten die Menschen auch dort bleiben. Man sollte dann alle Vorkehrungen treffen, dass das Virus nicht weitergetragen wird. Das Virus kennt keine Grenzen.“

Terrorismus
ASALA-Terror: Türkei gedenkt ermordeten Staatsbediensteten Dursun Aksoy

Ankara – Die Türkei gedenkt heute der Ermordung eines Staatsbedienstetern durch die armenischen Terrororganisationen ASALA und JCAG. Verwaltungsattaché Dursun Aksoy, 39, wurde 1983 vor seinem Haus in Belgien ermordet. Am 14. Juli 1983, um 10.30 Uhr Ortszeit, wurde Aksoy, als er vor seiner Wohnung sein Auto starten wollte, in den Hals und in die Brust geschossen. Der 39-jährige türkische Diplomat starb noch am Tatort. „Ich habe aus dem Fenster geschaut“, sagte der Augenzeuge Serge van Peborrgh über das Attentat, „ich sah das Opfer in sein Fahrzeug einsteigen. Es stand eine Person außerhalb des Wagens. In diesem Moment hörte ich zwei Schüsse.“ Der Attentäter sei schnell vom Tatort geflohen. Drei armenische Terrorgruppen übernahmen die Verantwortung für den Mord – die Armenische Geheimarmee für die Befreiung Armeniens (ASALA), die Justizkommandos des armenischen Völkermords (JCAG) und die Armenische Revolutionsarmee (ARA). Der Augenzeuge habe den Attentäter, der später in den Niederlanden verhaftet wurde, identifiziert. Er sei jedoch freigelassen worden, da mehrere Zeugen ihm ein Alibi lieferten. Sie sagten aus, dass er sich zum Zeitpunkt des Attentats in Frankreich aufgehalten habe. Seine anschließende Freilassung löste in der Türkei große Empörung aus. Obwohl die belgischen Behörden zusagten, dass die Ermittlungen fortgesetzt würden, sind bis heute – mehr als 35 Jahre später – keine weiteren Verdächtigen festgenommen worden, und der Mörder von Aksoy bleibt straffrei, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.  In den Jahren 1975 bis 1984 wurden türkische Botschafter und Diplomaten weltweit zum Ziel der  ASALA und ähnlicher Gruppierungen. ASALA tötete in diesem Zeitraum bei verschiedenen Anschlägen insgesamt 42 türkische Diplomaten, um die türkische Regierung zu zwingen, sich öffentlich zu dem so genannten Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 zu bekennen, Entschädigungszahlungen zu entrichten und Territorium für einen armenischen Staat abzutreten. Die Terrorakte der Armenier nahmen zwischen 1980 und 1983 zu. In dieser Zeit fanden 580 der insgesamt 699 Anschläge statt. Die Terrorattacken endeten im Jahr 1986.

Türkei
Christliche Mosaike der Hagia Sophia werden nicht entfernt

Ankara – Das türkische Außenministerium hat am Montag erneut versichert, dass die christlichen Mosaike in der ehemaligen byzantinischen Kirche Hagia Sophia nicht entfernt oder verändert würden. Die islamischen Gebete sollen in einem dafür abgetrennten Teil  verrichtet und die Mosaike nur während der Gebetszeiten verdeckt werden. Die Moschee werde weiterhin für Besucher aller Religionen geöffnet sein, und jeder, der möchte, könne „dieses erstaunliche Gebäude besichtigen“, sagte das türkische Außenministerium am Dienstag. Für Touristen wird der Zugang nun kostenlos gewährt. Die vorher erhobenen Eintrittsgelder werden abgeschafft. „Die Hagia Sophia wird mit ihrem neuen Status weiterhin alle Menschen umarmen und das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit bewahren“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hami Aksoy, nach einem Treffen des EU-Außenministerrats am Montag in Brüssel. Erdogan: Die Türen der Hagia Sophia für jeden geöffnet Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan versicherte bereits am Freitag, dass die „Türen der Hagia Sophia“, so wie die aller anderen Moscheen der Türkei, weiterhin für Menschen aller Glaubensrichtungen geöffnet bleiben würden, sagte Erdogan in einer Ansprache an die Nation zum neuen Status der Hagia Sophia „Ich unterstreiche, dass wir die Hagia Sophia als eine Moschee eröffnen werden, indem wir das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit bewahren“, betonte Erdogan. Mit ihrem neuen Status als Moschee werde die Hagia Sophia weiterhin „alle Menschen auf eine viel aufrichtigere Art und Weise umarmen“. Am 10. Juli annullierte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei einen Kabinettsbeschluss von 1934, der die Hagia Sophia in Istanbul in ein Museum umwandelte. Dieser Schritt ebnete nach 85 Jahren den Weg für ihre Wiedernutzung als Moschee. Das Gericht entschied, dass das architektonische Juwel im Besitz einer Stiftung ist, die von Sultan Mehmet II., dem Eroberer Istanbuls, gegründet und der Gemeinde als Moschee geschenkt wurde – ein Status, der rechtlich nicht geändert werden kann. Die Hagia Sophia ist eine der bedeutendsten historischen und kulturellen Stätten der Welt. Sie wurde im sechsten Jahrhundert zur Zeit des christlich-byzantinischen Reiches erbaut und diente als Sitz der griechisch-orthodoxen Kirche. Nach der osmanischen Eroberung Istanbuls im Jahr 1453 wurde sie in eine Moschee und 1935 letztendlich in ein Museum umgewandelt.