Kaukasus
Türkei und Aserbaidschan kündigen Militärmanöver an

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Baku – Die Streitkräfte der Türkei und Aserbaidschans werden in Aserbaidschan groß angelegte gemeinsame Militärübungen durchführen, teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Montag mit. Den militärischen Übungen, die zwischen dem 1. und 5. August in Baku und Nachitschivan stattfinden sollen, werden sich die Land- und Luftstreitkräfte beider Länder anschließen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Stellungnahme des aserbaidschanischen Militärs. Die Ankündigung erfolgt Tage nach einem Angriff armenischer Streitkräfte auf aserbaidschanische Truppen in der nordwestlichen Grenzregion Tovuz. Mindestens 11 aserbaidschanische Soldaten – darunter ein Generalmajor und ein Oberst – wurden dabei getötet.

„Türkische Raketen und Drohnen stehen Aserbaidschan zur Verfügung“

Türkische Raketen und Drohnen stehen Aserbaidschan zur Verfügung, sagte der Leiter der „Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie“, die im türkischen Verteidigungsministerium für Rüstungsprojekte zuständig ist, bereits am 17. Juli. Die Türkei und Aserbaidschan müssten der Welt zeigen, dass die „Brüder-Nationen eine Einheit sind“, twitterte Demir nach einem Treffen in der türkischen Hauptstadt Ankara mit Ramiz Tahirov, dem stellvertretenden Verteidigungsminister Aserbaidschans, und Kerem Mustafayev, dem Armeekommandeur der Autonomen Republik Nachitschewan. Mit all ihrer Technologie, Kapazität und Erfahrung stehe die türkische Verteidigungsindustrie Aserbaidschan zur Verfügung, von bewaffneten unbemannten Luftfahrzeugen über Raketen bis hin zu elektronischen Kampfsystemen, betonte er. Neben der Einführung neuer Systeme in die aserbaidschanische Armee werden die beiden Länder bei der Modernisierung bestehender Systeme sowie bei der Wartung und Ausbildung zusammenarbeiten, fügte Demir hinzu und zitierte das Motto der beiden Länder: „Eine Nation, zwei Staaten“. Jüngste Zusammenstöße Am 12. Juli 2020 sind an der Staatsgrenze zwischen Armenien und Aserbaidschan wieder schwere Kämpfe ausgebrochen, die seit April 2016 ruhten. Es handelt sich dabei um Militärstandorte und Zivilobjekte der Republik Aserbaidschan in der Region Tovuz (Towus) im Nordwesten und der Republik Armenien im Bezirk Tawusch im Nordosten. Trotz internationaler Aufrufe zur Zurückhaltung eröffneten armenische Truppen auch das Feuer auf Wohngebiete in den Dörfern Agdam und Dondar Kuscu. Ein 76-jähriger Aserbaidschaner kam bei den Angriffen Armeniens ums Leben. Aserbaidschan hat Armenien „provokative Aktionen“ vorgeworfen. Karabach-Konflikt Ethnische Armenier halten seit 1993 Karabach/Berg-Karabach, eine Enklave innerhalb Aserbaidschans, besetzt. Die internationale Gemeinschaft erkennt Karabach/Berg-Karabach als Teil Aserbaidschans an. Die beiden Ex-Sowjetstaaten Aserbaidschan und Armenien befinden sich im Streit um die Südkaukasusregion Berg-Karabach, seit sie Anfang der 1990-er Jahre in einem Krieg mit etwa 30.000 Toten von armenischen Separatisten besetzt wurde. Die beiden Parteien haben trotz des Waffenstillstandes im Jahr 1994 nie einen stabilen Friedensvertrag unterzeichnet. Zwischen den beiden Ländern kommt es immer wieder zu Grenzscharmützeln.

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– Geschichte – 26.2.1992: Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Hodschali

Die ersten Nachrichten über die eingekesselten muslimischen Zivilisten ließen das Blut gefrieren. Sie deckten sich mit den Schilderungen der türkischen Flüchtlinge aus dem sogenannten Lacin-Korridor, einem weiter westlich gelegenen Landstrich zwischen der umkämpften Enklave Karabach und der Staatsgrenze der Republik Armenien.

26.2.1992: Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Hodschali

Russland-Sanktionen
Maas sieht derzeit keine Chance für Rückkehr Russlands in G8

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Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sieht vorerst keine Chance für Pläne von US-Präsident Donald Trump, Russland wieder in die G8 zu holen. Maas sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“: „Der Grund für den Ausschluss Russlands waren die Annexion der Krim und die Intervention in der Ostukraine. Solange wir dort keine Lösung haben, sehe ich dafür keine Chance.“ Zu Plänen von US-Präsident Donald Trump, den G7-Gifpel in diesem Jahr um zusätzliche Teilnehmerstaaten zu erweitern und dazu auch Russland einzuladen, sagte Maas: „Russland kann selbst den größten Beitrag dazu liefern, dass solche Türen wieder geöffnet werden. G7 und G20 sind zwei vernünftig aufeinander abgestimmte Formate, wir brauchen nicht noch G11 oder G12.“ Russland habe selbst in der Hand, wie es wahrgenommen wird. Maas: „Momentan ist das Verhältnis in vielen Dossiers schwierig. Aber wir wissen auch, dass wir Russland brauchen, um Konflikte wie in Syrien, Libyen und in der Ukraine zu lösen. Das wird nicht gegen Russland, sondern nur mit Russland gehen. Deutschland hat eine Vermittlerrolle in Libyen übernommen, ebenso vermitteln wir zusammen mit Frankreich in der Ukraine.“ Russland muss aber auch seinen Beitrag liefern, was in der Ukraine nur sehr schleppend passiere. Im Sicherheitsrat habe Moskau humanitäre Hilfe für 1,5 Millionen Menschen in Syrien verhindert, weil es nur noch einen einzigen Zugang zu den notleidenden Menschen zugelassen habe.

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– Krimkrise – Russland: Teilen nicht die Ansichten der Türkei zur Krim

Kreml-Sprecher Dimitriy Peskow äußerte sich am Montag zu den Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bezüglich der Krim-Tataren und deren Status. Peskow sagte, dass Russland die Ansichten der Türkei über die Volksgruppe nicht teile.

Russland: Teilen nicht die Ansichten der Türkei zur Krim

Corona-Krise
Experte Böhm: Vielen Kindern geht es ohne Kita-Stress besser

Osnabrück – Viele Kinder und ihre Eltern haben nach Einschätzung des renommierten Kinderarztes Rainer Böhm entgegen weitläufiger Befürchtungen mit der coronabedingten Betreuung zu Hause gute Erfahrungen gemacht. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte der Leitende Arzt am Sozialpädiatrischen Zentrum Bielefeld-Bethel: „Die öffentliche Erwartung war ja, dass sich durch die Corona-Krise und den Wegfall von öffentlichen Betreuungsangeboten eine deutliche Mehrbelastung bei Kindern und Familien einstellen würde. Tatsächlich konnte das in dieser Eindeutigkeit nicht nachgewiesen werden. Es gab sicherlich Familien, die deutlich mehr belastet waren. Es gab aber durchaus auch viele Familien, die positive Erfahrungen gemacht haben.“ Laut dem Experten habe die lange Phase der geschlossenen Kitas gezeigt, „dass viele Familien mittlerweile in einem System der umfassenden Inanspruchnahme, der Durchtaktung und Beschleunigung gefangen sind. Dieses permanente Gefühl des ,Auf-Kante-genäht-Seins‘ ist eine erhebliche Belastung für Kinder und Eltern. Die neue Freiheit, die plötzlich da war, hat sich vielfach positiv ausgewirkt“, hat Böhm beobachtet. Er sieht sich in Studienergebnissen bestätigt, wonach „die Settings, die wir unseren Kindern in öffentlichen Einrichtungen anbieten, dem Wohlbefinden der Kinder nicht immer dienlich sind“. Der Aufenthalt in der Kita bedeute gerade für unter Dreijährige „einen enormen Stress, mit häufig negativen Folgen für ihr soziales Verhalten und ihre gesamte Entwicklung“. Man habe außerdem lange unterschätzt, „wie wichtig eine selbstbestimmte Gestaltung des Alltags auch für Kinder ist. Wir haben in den öffentlichen Einrichtungen meist ein sehr strukturiertes Angebot. Kinder können sich da nicht ohne Weiteres herausziehen, um individuell zu spielen oder sich in etwas zu vertiefen, ohne Anforderungen von außen.“ Dies sei in der Corona-Zeit, in der viele Kinder keine Betreuungseinrichtungen besuchen konnten, anders gewesen. Kitas könnten aus den Erfahrungen der Corona-Zeit wichtige Rückschlüsse für ihr pädagogisches Angebot ziehen. „Man könnte durchaus strukturell etwas verändern. Man könnte den Kindern mehr Zeit für selbstbestimmtes Spielen geben. Man könnte auch mehr Beschäftigungen außerhalb der Räumlichkeiten der Kita anbieten. Draußen spielen zu können ist für Kinder ganz wichtig“, sagte Böhm. Noch wichtiger sei aber eine gesunde Balance zwischen Zeit mit der Familie und Zeit in der Einrichtung. Hier habe sich in den vergangenen Jahren vieles in eine ungünstige Richtung entwickelt. „Der kindliche Alltag wird sehr stark aus den Familien herausverlagert. Immer größere Teile des Tages verbringen Kinder im Gruppen-Setting der Kita“, so der Experte weiter.

Corona-Krise
IG Metall warnt vor „Corona-Generation“

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Die Ausbildung in Deutschland droht wegen der Corona-Pandemie nachhaltigen Schaden zu nehmen. Nach einer neuen Umfrage der IG Metall hat sich der Anteil der Betriebe, die mit Problemen bei der Übernahme von Auszubildenden rechnen, im Juni/Juli gegenüber April/Mai dieses Jahres von 7,4 auf 15,6 Prozent mehr als verdoppelt. Der Anteil der Betriebe, die weniger ausbilden wollen, hat sich von 7,2 auf 11,0 Prozent bei den Auszubildenden sowie von 5,1 auf 6,1 Prozent bei den dual Studierenden erhöht. Demnach werden normale Ausbildungsplätze eher gestrichen als Plätze für dual Studierende. Grundlage der Resultate sind Rückmeldungen aus 492 Betrieben. Die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, sieht diese Zahlen als „Warnsignal, das darauf hindeutet: Wir kriegen hier ein Problem“, sagte sie der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagausgaben). Deutschland habe verglichen mit anderen EU-Ländern eine geringe Jugendarbeitslosigkeit. „Doch jetzt müssen wir alles dransetzen, eine Corona-Generation zu verhindern und dafür sorgen, dass die jungen Menschen eine sichere Bahn in die Zukunft haben“, sagte sie. Vielen von ihnen drohten schlechtere Chancen am Ausbildungsmarkt und beim Einstieg in den Beruf. „Unsere guten Ausbildungsstrukturen dürfen in der Krise nicht kaputtgehen.“ Benner lobte den Arbeitgeberpräsidenten Ingo Kramer, der jüngst an die Wirtschaft appellierte: „Bildet weiter kräftig aus!“ Und wo die IG Metall betriebliche Zukunftsvereinbarungen aushandele, da gelinge es ihr auch, Ausbildungszahlen abzusichern. Dennoch fordert sie den Arbeitgeberverband Gesamtmetall zu mehr Gemeinsamkeit auf: „Ich würde mir hier einen noch stärkeren Schulterschluss wünschen.“

Corona-Krise
SPD-Fraktionschef Kutschaty fordert Testzentren auch an Bahnhöfen und Fernbusbahnhöfen

Die SPD im Düsseldorfer Landtag verlangt angesichts der Reiserückkehrwelle eine Ausweitung der Corona-Tests. SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“: „An einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten führt meines Erachtens kein Weg vorbei. Diese wäre auch einwandfrei durchzusetzen, wenn es entsprechende Wahlmöglichkeiten gibt.“ Und die könnten nur lauten: verpflichtender Corona-Test oder zweiwöchige Quarantäne. „Ich wüsste jedenfalls, wofür ich mich entscheiden würde.“ Kutschaty forderte, die Testpflicht aber nicht nur auf Flugreisende zu beschränken. „Auch an Bahnhöfen und Fernbusbahnhöfen kommen jeden Tag Urlauber von ihren Reisen zurück. Hier müssen ebenfalls Testzentren eingerichtet werden.“ Es räche sich jetzt, dass die Landesregierung nicht von Beginn an auf eine Teststrategie gesetzt und vorausschauende Maßnahmen entwickelt habe, so der Oppositionsführer. „Seit Mai haben wir die Landesregierung dazu aufgefordert. Wenn wir das Virus dauerhaft im Griff behalten wollen, dann gibt es neben den allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln nur ein Rezept: Das heißt Testen, Testen, Testen – und muss für alle Betroffenen kostenlos sein.“

Kanzleramtschef: „Test muss verpflichtend sein“

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat Forderungen nach verpflichtenden Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten bekräftigt. „Wenn man mit einer frischen Infektion aus einem Risikogebiet kommt, dann dauert es zwei bis drei Tage, bis ein Test überhaupt positiv werden könnte. Wenn dann ein negativer Test vorliegt, kann eine Quarantäne auch vorzeitig beendet werden. Ein Test muss aber verpflichtend sein“, sagte Braun der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Der CDU-Politiker äußerte Unverständnis über Diskussionen in Deutschland, „ob das Virus überhaupt so ernst zu nehmen ist, weil wir im Vergleich bisher gut durch die Krise gekommen sind“. „Ich finde das verwunderlich. Wenn man international schaut, wie viele Länder es gibt, die jetzt in einer sehr ernsten Lage sind, weil sie von einer großen oder zweiten Welle mit hohen Infizierten- und auch Totenzahlen erfasst werden, dann zeigt das doch, in was für einer ernsten Lage wir immer noch sind“, sagte Braun gegenüber der NOZ. Der Vergleich der Zahlen sei nicht immer ganz einfach, weil unterschiedliche Länder unterschiedlich viel testen. „Aber wenn man alle Länder und alle Strategien vergleicht, kommt man zu dem Schluss: Wer gut durch die Krise kommen will, muss viel und transparent testen. Wir haben das von Anfang an getan, und weltweit tun es jetzt immer mehr Länder“, sagte der Kanzleramtschef.

Libyen-Krise
Libyen: Ägypten fordert von China Hilfe gegen die Türkei

Kairo – Der ägyptische Außenminister Samih Schukri hat China aufgefordert, Türkeis Unterstützung für die von der UN anerkannten Regierung Libyens zu stoppen. Wie die ägyptische Tageszeitung Al Ahram am Freitag berichtete, erörterte Schukri während eines Telefongesprächs mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi die jüngsten Entwicklungen in Libyen und „die engagierte ägyptische Position in seiner Haltung zu Libyen, vor allem die Wahrung der Einheit und Sicherheit des Landes“. Wie Al Ahram weiter berichtet, habe er auch betont, wie wichtig es sei, den Terror zu bekämpfen und externe Einmischung von dem vom Krieg zerrissenen Land fernzuhalten, und verwies auf die türkische Unterstützung für die in Tripolis ansässige Regierung. Der chinesische Außenminister habe darauf gedrängt,  dass sich alle Seiten um die Unterstützung der Vereinten Nationen bemühen sollten sowie um die Wiederbelebung der Rolle der regionalen Organisationen wie der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union. Er habe zudem gesagt, dass die grenzüberschreitende Bewegung von Terrorgruppen gestoppt werden müsse, um zu verhindern, dass Libyen zu einer Drehscheibe für Terroristen wird. Yi habe betont, dass sein Land bestrebt ist, den Kontakt und die Koordination mit allen Seiten in der Region aufrechtzuerhalten und sich an einem Prozess zu beteiligen, um einen Waffenstillstand zu erreichen und die Friedensgespräche wieder aufzunehmen.

Rebellenkommandeur Chalifa Haftar hatte bei seinem Kampf gegen die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung in Tripolis Unterstützung von Kairo angefordert. Die Türkei unterstützt Libyens Präsident Fayiz As-Sarradsch. 

Das Kriegsgeschehen in Libyen hat sich mit dem militärischen Einsatz der Türkei, der im Dezember vergangenen Jahres begann, verändert. Regierungschef as-Sarradsch kann sich nach einem Abkommen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan auf Korkut-Flugabwehrysteme und vor allem Bayraktar-TB2-Drohnen aus türkischer Produktion verlassen. Tripolis konnte somit die von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland unterstützten Truppen des abtrünnigen Militärkommandanten Haftar zurückdrängen. 

Zum Thema

– Libyen-Krise – Libyen: Türkei und USA stärken zusammenarbeit

Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay sagte am Freitag, dass sich die verstärkte Zusammenarbeit der Türkei mit den USA in Libyen, positiv auf die Lage in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land auswirken könne.

Libyen: Türkei und USA stärken zusammenarbeit
 

Türkisch-albanische Beziehungen
Kooperationsabkommen: Türkei soll Albaniens Militär modernisieren

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Tirana – Albaniens Parlament hat am Donnerstag eine Vereinbarung für ein militärisches Kooperationsabkommen mit der Türkei verabschiedet. Das Abkommen wurde mit 105 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen beschlossen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf den albanischen Ministerrat berichtet, sollen mit dem Kooperationsabkommen die Grundsätze der finanziellen Unterstützung Albaniens beim Kauf von in der Türkei hergestellten Produkten und Dienstleistungen für militärische Zwecke festgelegt werden. In einer Rede vor der Abstimmung sagte die Abgeordnete Elona Gjebrea, dass das albanische Parlament seit 1998 26 Militärabkommen und -protokolle mit der Türkei genehmigt habe. „Der strategische Partner unseres Landes, die Türkei, hat Albanien im Einklang mit dem Programm für Verteidigung und nationale Sicherheit in einer Vielzahl von Bereichen, einschließlich der militärischen Logistik, konsequent unterstützt“, sagte Gjebrea. „Wir danken der türkischen Seite, die uns in schwierigen Situationen nicht allein gelassen hat, auch nicht, als das Erdbeben unser Land erschütterte“, so Gjebrea. Ich hoffe, dass diese Unterstützung nicht nur zur Modernisierung der Streitkräfte, sondern auch zu unserer Reaktion auf zivile Notfälle beitragen wird“, fügte sie hinzu.

Rüstungsindustrie: Türkische Waffen weltweit gefragt

Wachsende politische Spannungen und terroristische Gefahren in der Türkei und der Welt offerieren der aufsteigenden türkischen Rüstungsindustrie eine einzigartige Wachstumsmöglichkeit. Der Professor und Militärexperte Andreas Krieg sagte gegenüber Eurasia News und NEX24, dass die Türkei zur Schutzmacht der arabischen Golfstaaten aufsteigt und seine rüstungsindustriellen Fähigkeiten erfolgreich ausbaut. „Zahlreiche Panzerfahrzeugmodelle, die sich in der Türkei bewiesen, wurden zu wettbewerbsfähigen Exportprodukten“, erklärte ein Beamter für militärische Prokurator, der auf Rüstungsexport spezialisiert ist, im Gespräch mit dem Militärfachportal Defense News. „Das lässt sich als positiver Teufelskreis beschreiben: Erfolgreich lokal entwickelte Fahrzeuge bekommen zunächst die Chance, ihre Fähigkeiten auf heimischem Boden zu beweisen. Dann werden die Produkte an ausländische Akteure verkauft. Das verdiente Geld kann in neue Technologien investiert werden, was wiederum die Produktion vorantreibt“, fügte der Beamte hinzu, der namentlich nicht genannt werden wollte. Ein solches Erfolgsunternehmen ist Nurol Makina, dessen Hauptgeschäft der Bau von allradbetriebenen taktischen Panzerfahrzeugen ist. Der rasante Anstieg der Arbeitsbelegschaft unterstreicht den Erfolg des Unternehmens, die von 110 Arbeitnehmern im Jahr 2012 auf 480 im vergangenen Jahr angestiegen ist. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum von nur fünf Millionen US-Dollar auf fast 100 Millionen US-Dollar zu. Das entspricht einem 20-fachen Anstieg in nur vier Jahren. Nurol verkaufte bereits 250 Exemplare seines Aushängeprodukts Ejder Yalcin. Das ist ein schwereres Kampfpanzerfahrzeug mit konventioneller und ballistischer Panzerung gegen Minen und improvisierte Sprengstoffe. Die Auftragsbücher für Ejder Yalcin übersteigen 500 Stück. Ejder Yalcin wird sowohl vom türkischen Militär als auch von Sondereinsatzkräften der Polizei im Südosten Anatoliens verwendet. Dort kämpft der türkische Staat gegen die terroristisch-separatistische kurdische PKK-Organisation seit 1984 einen blutigen Krieg. Unterdessen hat Nurol ein leichteres Schwestermodell des Ejder Yalcin unter dem Namen Ilgaz entwickelt. Die ersten zwei Einheiten wurden exportiert.
(Foto: Nurol Makina)
Der Wasserwerfer Ejder Toma Nurol, das auf einem heimisch entwickelten Militärfahrgestell basiert, verfügt über ein unabhängiges Federungssystem und Allradantrieb. Im Gegensatz zu anderen Wasserwerfern ist das Fahrzeug für den Offroad-Einsatz geeignet. Neben der Polizeibehörde der Türkei setzen auch die Landstreitkräfte und Gendarmerie auf Ejder Toma. Das Fahrzeug kommt in der Türkei und Syrien zum Einsatz, wo das türkische Militär bereits mehr als 70 Soldaten verloren hat. Nurol hat bislang 300 Ejder Tomas im In- und Ausland verkauft. Nurol rühmt sich damit, dass all seine Produkte indigen sind. In diesem Rahmen arbeitet es mit dem staatlichen türkischen Konzern FNSS zusammen. Unruhen im Nahen Osten stärken Nachfrage für erprobte Verteidigungsgüter Der Geschäftsführer von Nurol Makina Engin Aykol bewertete die geopolitische Grundstimmung im Nahen Osten:
„Unglücklicherweise gibt es keine deutlichen Zeichen, dass sich die Konflikte in diesem Teil der Welt in den nächsten drei Jahren legen werden. Nehmen wir zum Beispiel die türkischen Militäroperationen in Syrien. Diese werden vorläufig nicht enden. Auch wenn sie es tun sollten, wird die türkische Armee als Abschreckungsmacht wohl in Syrien bleiben.“
Mehr als 15.000 Kämpfer der verbotenen PKK-Organisation und über 1.000 türkische Sicherheitskräfte haben ihr Leben seit dem erneuten Ausbruch des Krieges im Juli 2015 verloren. Diese Auseinandersetzungen und die aktive Bekämpfung der Terrormiliz IS (Daesh) in Syrien und Irak zwangen Ankara, ein Augenmerk auf verschiedene Typen von gepanzerten Fahrzeugen zu werfen. Die Teilnahme an asymmetrischen Kriegsschauplätzen erhöht die Nachfrage für intelligente Lösungen aus dem Bereich gepanzerter Fahrzeuge. Alleine in diesem Jahr kauft das türkische Innenministerium 440 taktische Panzerfahrzeuge und 50 Wasserwerfer zur Zerschlagung von Demonstrationszügen. Die Gendarmerie erwirbt laut offiziellen Angaben 200 Panzerfahrzeuge und 100 minenwiderstehende und hinterhaltgeschützte Fahrzeuge. Golfregion größter Wachstumsmarkt für Türkei Vertreter des militärischen Beschaffungsamtes teilten auf Anfrage mit, dass Polizei und Militär „für fast alle Typen gepanzerter Fahrzeuge“ eine große Nachfrage hätten. Ein Beamter erklärte:
„Wir erwarten auch eine beachtliche Nachfrage für türkische Verteidigungslösungen von ausländischen Märkten, insbesondere aus der arabischen Golfregion und Nordafrika.“
Der türkische Rüstungsexperte Yusuf Akbaba kommentierte gegenüber Eurasia News und NEX24, dass „die Golf-Region den wichtigsten Wachstumsmarkt mit dem größten Potenzial für türkische Rüstungsprodukte darstellt“. Ein Zeichen für den wachsenden Einfluss der Türkei sei der Abschluss eines millionenschweren Rüstungsabkommens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Während der Internationalen Rüstungsmesse in Abu Dhabi Ende Februar unterzeichnete das türkische Unternehmen Otokar ein Abkommen in Höhe von 661 Millionen US-Dollar mit den Streitkräften der Vereinigten Arabischen Emirate für den Bau eines gepanzerten Infanteriefahrzeuges vom Typ Arma 8×8. Eurasia News und NEX24 sprachen mit dem Professor der militärwissenschaftlichen Abteilung am renommierten Kings College in London, Andreas Krieg, der für die katarischen Streitkräfte tätig war. Auf die Frage, welche Rolle politische Allianzen Ankaras mit der Golfregion für die Nachfrage türkischer Rüstungsprodukte spielten, antwortete der Professor:

„Ankaras Rolle in der Region hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Vor allem in Riad und Doha wird die Türkei als moralischer und wirtschaftlicher Partner gesehen. Man hat gemeinsame Interessen und Ziele, vor allem in Syrien und im Irak. Die Türkei positioniert sich zudem als Schutzmacht am Golf, vor allem in Katar. Das heißt, dass nicht nur die Rüstungsindustrie in der Türkei davon profitieren soll, sondern auch dass das türkische Militär am Golf Trainingsbasen aufbaut, um die dortigen Streitkräfte auf die Herausforderungen im Kampf gegen den Terrorismus, gegen Aufständische für die Freiheit der Handelswege vorzubereiten.“

Eine verteidigungspolitische Quelle aus Ankara, die nicht namentlich genannt werden will, bestätigte gegenüber Eurasia News und NEX24, dass es gegenwärtig Verhandlungen zwischen der türkischen Regierung und Saudi-Arabien sowie Bahrain über die eventuelle Errichtung von Militär- und Ausbildungsbasen gebe. Mit Blick auf die rüstungsindustriellen Fähigkeiten der Türkei bemerkte Krieg:
„Während das Training des türkischen Militärs sehr gut ist und auch mit den Trainingsstandards westlicher Streitkräfte mithalten kann, ist die Rüstungsindustrie noch nicht ganz da, wo sie sein muss oder soll.“
Nach Meinung eines Beamten aus dem Verteidigungsministerium in Ankara, der ebenfalls anonym bleiben möchte, konkurriert die Türkei in Nahost erfolgreich mit westlichen, israelischen und südkoreanischen Unternehmen. Der Beamte fügte hinzu:
„Ironischerweise ist in diesem Sektor auch die Kooperation zwischen Rivalen eine willkommene Möglichkeit. Einige ausländische Unternehmen wünschen sich sehr, mit den kosteneffizienten und verlässlichen türkischen Rüstungsherstellern zusammenzuarbeiten.“
Laut Nurol-Geschäftsführer Aykol gehört die Türkei zu jenen Staaten, die auf hohem Niveau Rüstungsprodukte anbieten. „Wir konkurrieren mit US-amerikanischen und israelischen Herstellern.“ Dazu Professor Krieg vom Kings College:
„Die türkischen Produkte sind nicht schlecht und können sicherlich mit denen Pakistans, Chinas und in einigen Gebieten sogar mit westlichen Produkten mithalten. Sie sind aber im Vergleich um einiges günstiger als die Produkte aus dem Westen. Wenn es um Mannschaftstransportwagen geht oder um Schützenpanzer, da sind FNSS und Otokar nicht mehr so weit weg von der westlichen Konkurrenz, was die Qualität angeht.“
Er fügte hinzu, dass der gefallene internationale Ölpreis auch die Golfstaaten dazu zwang, auf den Preis zu schauen. Deshalb „kann die Türkei den Golfstaaten eine günstige Alternative zu den geläufigen westlichen Produkten“ erfolgreich anbieten. Er bemerkte:
„Der Preis spielt am Golf momentan eine große Rolle. Die Türkei kann den Golfstaaten helfen, sich aus der Abhängigkeit vom Westen zu befreien. Katar zum Beispiel hat eine Initiative gegründet, um zusammen mit der Türkei und Pakistan ein neues Rüstungsunternehmen zu gründen. Außerdem sind die türkischen Produkte ein gutes Add-On zu den vorhandenen teuren westlichen Produkten. Das heißt, Golfkooperationsländer kaufen ein kleines Kontingent an westlichen Produkten und bauen darum Bataillone auf, die zu 30 Prozent westlich gerüstet sind und zu 70 Prozent aus der Türkei, Finnland, Pakistan und anderen Staaten beliefert werden.“

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– MPT-76 – Made in Turkey: „Weltbestes Sturmgewehr“ an türkische Streitkräfte ausgeliefert

Die türkische Rüstungsindustrie hat die ersten 500 heimisch hergestellten MPT-76 Sturmgewehre an die türkischen Streitkräfte ausgeliefert. Für die türkische Rüstungsindustrie ist die Auslieferung ein Meilenstein und Grund für neue Rüstungsentwicklungen.

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Türkei-Urlaub
Tui-Chef will Touristengebiete in der Türkei von Reisewarnung freistellen lassen

Im Streit um die Reisewarnung des Bundes für die Türkei schlägt Tui-Chef Fritz Joussen einen Kompromiss vor. Die türkischen Urlaubsgebiete am Mittelmeer sollten als „Pilotprojekt“ von der allgemeinen Reisewarnung freigestellt werden, sagte Joussen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Wir plädieren für einen pragmatischen Ansatz: Weil die Touristenregionen an der türkischen Riviera am Mittelmeer einen sehr hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard haben, sollte Deutschland für diese Ziele die Reisewarnung in einem Pilotprojekt aufheben“, sagte Joussen. Es gehe um „sehr weitläufige Urlaubsresorts“, nicht um die Städte. Joussen erinnerte daran, dass auch die Lockerungen für Mallorca schrittweise kamen: „Reisen nach Mallorca hat die Tourismusbranche auch mit einigen Tausend Urlaubern in einem Pilotprojekt gestartet, bevor es allgemein in Spanien wieder losging.“ Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung macht Hoffnung Auch der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, machte bereits Anfang Juli Hoffnung auf Urlaub in der Türkei. Bareiß sehe gestiegene Chancen für eine Aufhebung der Corona-bedingten Reisewarnung für die Türkei. „Wenn die Lage gut ist – und letzte Woche war die Lage gut – können wir relativ schnell die Öffnungen vorbereiten“, so Bareiß im „ntv Frühstart„. „Insofern sind wir da mittendrin zu überlegen, was tun wir die nächsten Tage, um auch hier Reisen zu gewährleisten.“ Neben niedrigen Infektionszahlen sei ein gut funktionierendes türkisches Gesundheitssystem, das Virusausbrüche gut bewältigen könne, damit Urlauber wieder gesund nach Hause kommen, Voraussetzung für eine Entwarnung. Die Gespräche mit der Regierung der Türkei seien gut gewesen. „Man merkt, da wird sicherlich auch viel gemacht, dass vor Ort gewährleistet ist, dass der Schutz da ist.“ Die Türkei müsse genauso beurteilt werden wie andere Urlaubsländer: „Mit jedem Land müssen wir fair und gerecht umgehen“, zitiert das Nachrichtenmagazin Focus Bareiß.

Corona-Krise
Kanzleramtschef: „Test muss verpflichtend sein“

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Die Wollnys aus der gleichnamigen RTL II Pseudo-Doku lassen es sich derzeit in der Türkei gut gehen und teilen Videos und Bilder von ihrem Urlaub auf Instagram.

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"Dialog behindert"
Maas kritisiert Ankara für Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee kritisiert. „Die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee ist kein Beitrag zur Völkerverständigung. Es ist eine Entscheidung, die wir nicht nachvollziehen können, da der Weltkulturerbe-Status dieses einzigartigen Gebäudes eine Bedeutung weit über die Türkei hinaus hat“, sagte Maas der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“. Nötig sei ein vernünftiger Dialog zwischen der Türkei und der Europäischen Union. Ankaras Entscheidung zur Hagia Sophia sei dafür nicht sehr hilfreich. Schon ohne diesen zusätzlichen Konflikt werde ein nach vorne gerichteter Dialog zwischen der EU und der Türkei behindert. „So müssen auch andere Streitpunkte wie etwa Erdgasbohrungen der Türkei vor Kreta und vor Zypern gelöst werden.“ Die Unesco werde entscheiden, welchen Einfluss die Maßnahmen der Türkei auf den Weltkulturerbe-Status der Hagia Sophia hätten. „Ich hoffe aber, dass sich die Dinge in der nächsten Zeit so entwickeln, dass nicht noch dieser Status der Hagia Sophia gefährdet wird“, sagte Maas.

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Die Hagia Sophia in Istanbul ist offiziell wieder eine Moschee. Gemeinsam mit Gläubigen nahm der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in dem historischen Bauwerk über dem Bosporus am ersten Freitagsgebet seit 86 Jahren teil. Zur Eröffnung der Zeremonie rezitierte Erdogan die Eröffnungssure des Koran.

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