Gaming
Türkische Spielindustrie weckt internationales Investoreninteresse

Istanbul – Die Videospielbranche in der Türkei gewinnt an Fahrt und erfährt zunehmendes Interesse internationaler Investoren. Gerade wurde das Spielunternehmen Peak als erstes Startup der Türkei ein sogenanntes „Einhorn“, nachdem es vor einem Börsengang für über eine Milliarde US-Dollar aufgekauft wurde – von keinem Geringeren als Handyspielentwickler-Gigant Zynga. Zynga steckt hinter den mobilen Game-Hits FarmVille, Mafia Wars und CityVille. Diverse weitere Unternehmen der türkischen Spielbranche wurden in letzter Zeit von internationalen Investoren gekauft. Der Videospielmarkt im Land wächst, so wird hier mit dem Gaming Istanbul das größte Gaming-Event der Region abgehalten, eSports gewinnt an Interesse und Aufmerksamkeit und auch die Regierung erkennt die Wichtigkeit der Branche und unterstützt diese. Unternehmen Peak für $1,8 Mrd. gekauft: Erstes türkisches „Einhorn“ Wird ein Startup noch vor einem Börsengang mit über eine Milliarde US-Dollar bewertet, handelt es sich im Fachjargon um ein „Unicorn“ bzw. ein „Einhorn“. Dies konnte das türkische Gaming-Unternehmen Peak als erstes Startup des Landes erreichen. Der US-amerikanische Handyspielentwickler Zynga kaufte Peak für beachtliche 1,8 Milliarden US-Dollar auf, der größte Kaufpreis für ein Startup, den die Türkei je gesehen hat. Peak wurde 2010 in Istanbul gegründet und verfügt über ein Team mit rund 100 Mitarbeitern, die auch nach der Akquisition in der türkischen Metropole tätig sein werden. Doch Peak steht im Mittelpunkt internationalen Fokus nicht allein da, denn Zynga kaufte kürzlich ein weiteres türkisches Spielunternehmen. Rollic Games wurde gerade einmal vor knapp zwei Jahren gegründet und kürzlich für 168 Millionen US-Dollar übernommen, ein weiterer beachtlicher Betrag, der die Bedeutung der türkischen Spielbranche unterstreicht. Schon 2018 zeigte Zynga Interesse an der Türkei, so wurde damals Gram Games für 250 Millionen US-Dollar gekauft. Auch China ist beteiligt, denn letztes Jahr übernahm Tencent das türkische Spielunternehmen Masomo für 100 Millionen US-Dollar. eSports ist in der Türkei beliebt 
(Symbolfoto: pxhere)
Das internationale Investment in der türkischen Spielbranche zeigt, wie der Markt im Land an Bedeutung gewinnt. Dies lässt sich auch an der steigenden Bekanntheit und Verbreitung des eSports in der Türkei erkennen, der genauso wie auf globaler Basis auch hierzulande immenses Wachstum verzeichnet. Tatsächlich fand das erste eSports-Event bereits im Jahr 1972 in den USA statt. Bis das wettkampfmäßige Austragen von Videospielen in professionell organisierten Turnieren allerdings den Grad an Bedeutung erreichte, den er heute genießt, sollten daraufhin noch einige Jahre vergehen. Heute ist der eSports-Markt jedoch gigantisch. Der weltweite Umsatz im eSports soll 2020 die eine Milliarde US-Dollar knacken, auch in der Türkei rückt eSports zunehmend ins Rampenlicht. Mit über 34 Millionen regelmäßigen Gamern unter den 82 Millionen Einwohnern sind eine beträchtliche Zahl. Darunter steigt auch die Anzahl an Streamern und Influencern, die es mit Spielen unter anderem auf Twitch zu Bekanntheit schaffen. Es soll bereits über 14.000 eSports-Teams geben, über 1.000 von ihnen sind als professionelle Vereine lizenziert. Seit 2018 ist der eSports hierzulande durch die Turkish eSports Federation organisiert, welche sich für die Interessen der eSportler einsetzt und den eSports weiterhin vorantreibt. Türkischer Gaming-Markt wächst Vor diesem Hintergrund wächst der türkische Gaming-Markt kontinuierlich an. So soll der Markt hierzulande bis Ende 2020 auf über eine Milliarde US-Dollar ansteigen, 2019 lag der Umsatz noch bei etwa 800 Millionen US-Dollar. Industrieexperten behaupten, dass das Wachstum auch darauf zurückzuführen ist, dass die türkische Bevölkerung gerne Videospiele spielt. Unter anderem ein junges Durchschnittsalter – dieses liegt bei gerade einmal unter 32 Jahren – und eine damit einhergehende Akzeptanz digitaler Medien könnten den Trend vorantreiben. Außerdem erkennt auch die Regierung die wachsende Bedeutung des Markts. So werden bereits diverse Förderungen für die Entwicklung von Spielen etwa in Form von Steuererlassen für Startups, Werbeunterstützung und Beschäftigungsbeihilfe geleistet, um türkischen Unternehmen dabei zu helfen, bei der internationalen Konkurrenz bestehen zu können. Was ebenfalls alle Augen auf die Türkei richten lässt, ist die Gaming Istanbul, die größte Game-Messe der Region, die bereits zum fünften Mal ausgetragen wird und Jahr für Jahr steigende Besucherzahlen verzeichnet. Der Spielemarkt in der Türkei zeigt kontinuierlich auf Wachstum und erregt zunehmend das Interesse internationaler Investoren. Mit dem Kauf des türkischen Spieleunternehmens Peak wurde mit dem ersten türkischen „Einhorn“ Geschichte geschrieben. Zum Thema

– Gaming – Rekord-Deal: US-Unternehmen übernimmt türkischen Spieleentwickler Peak für 1,8 Milliarden

Der aus San Francisco stammende Online-Spiele-Anbieter Zynga („Farmville“) hat für 1,8 Milliarden US-Dollar den türkischen Handyspiele-Entwickler Peak aus Istanbul übernommen.

Rekord-Deal: US-Unternehmen übernimmt türkischen Spieleentwickler Peak für 1,8 Milliarden

Kaukasus
Bergkarabach: Aserbaidschan gibt „Befreiung von sieben Dörfern“ bekannt

Baku – Der Konflikt um Bergkarabach ist am Sonntag erneut eskaliert. Am Morgen sind schwere Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld für die Kämpfe. Baku erklärte, die Armee habe eine „Gegenoffensive“ gestartet, „um Armeniens militärische Aktivitäten zu stoppen und die Sicherheit der Bevölkerung zu schützen“. Es handelt sich Medienberichten zufolge um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten. Beide Länder haben mittlerweile den Kriegszustand ausgerufen. Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan rief seine Landsleute auf, sich für die Verteidigung des „heiligen Vaterlandes“ bereitzuhalten. Die aserbaidschanischen Streitkräfte haben am Sonntag die „Befreiung von sieben Dörfern“ bekanntgegeben. „Infolge der Gegenoffensive zerstörten die Einheiten der aserbaidschanischen Armee die Frontlinie des Feindes und befreiten sieben Dörfer von der Besetzung. Zunächst einmal sind sie in Anbetracht der Einsatzbedingungen informiert worden, und die aserbaidschanische Armee führt eine Gegenoffensive durch. In anderen Gebieten kämpft die aserbaidschanische Armee mit erfolgreichen Offensivoperationen, und der Feind scheint nicht so stark zu sein und zieht sich zurück“, zitieren aserbaidschanische Medien Verteidigungsminister Generaloberst Sakir Hasanow.

Zum Thema

– Karabach Konflikt – Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan nicht religiös motiviert

„Seit dem ersten Tag der Auseinandersetzung verfolge ich achtsam die deutschen Medien, um deren Berichterstattung zu beurteilen. Die ersten Tage war dies aus meiner Sicht zum großen Teil ausgewogen. In den letzten Tagen wurde ich hingegen sehr enttäuscht.“

Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan nicht religiös motiviert
 

Bergkarabach-Konflikt
Aserbaidschan: Armenien bombardiert zivile Gebiete

Erklärung von Hikmat Hajiyev, Berater des Präsidenten, Leiter der Abteilung für Außenpolitik im Präsidialamt der Republik Aserbaidschan: Wie das Verteidigungsministerium bereits berichtete, verletzten die armenischen Streitkräfte am 27. September 2020 gegen 06:00 Uhr das Waffenstillstandsregime offenkundig und starteten mit großkalibrigen Waffen, Mörserwerfern und Artillerie intensiven Angriff auf die Positionen der Streitkräfte Aserbaidschans entlang der Front sowie auf die Dörfer Qapanli im Bezirk Terter, Chiragli und Orta Garavend im Bezirk Aghdam, Alkhanli und Shukurbeyli im Bezirk Fizuli und Jojuq Merjanli im Bezirk Jabrayil. Die Bombardierung dicht besiedelter ziviler Gebiete und Einrichtungen entlang der Frontlinie durch die armenischen Streitkräfte war absichtlich und zielgerichtet. Es gibt Berichte über Tote und Verwundete unter Zivilisten und Militärs. Viele Häuser und zivile Infrastruktur wurden stark beschädigt. Die armenischen Streitkräfte bombardieren weiterhin unsere Stellungen und Wohngebiete entlang der Frontlinie. Armeniens gezielte Angriffe auf Wohngebiete und Zivilisten stellen einen groben Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar, einschließlich der Genfer Konvention von 1949. Das Anvisieren von Zivilisten ist eine Taktik, die zum Kampftraining der armenischen Streitkräfte gehört, und das offensichtlichste Beispiel dafür ist der Völkermord an Chodschaly im Februar 1992. Militärische Schläge der armenischen Streitkräfte auf die Positionen der aserbaidschanischen Armee und Beschuss von Zivilisten und zivilen Infrastruktur mit großkalibrigen Waffen sind nach dem Völkerrecht ein weiterer Akt der armenischen militärischen Aggression und der Anwendung von Gewalt gegen Aserbaidschan. Die Streitkräfte der Republik Aserbaidschan ergreifen notwendige Maßnahmen für Gegenoffensive, um eine weitere militärische Aggression Armeniens zu verhindern und die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Aserbaidschan hat die internationale Gemeinschaft mehrmals davor gewarnt, dass sich Armenien auf einen neuen Akt der Aggression und auf den Krieg vorbereitet. Aserbaidschan hat wiederholt erklärt, dass die anhaltende militärische Aggression Armeniens gegen Aserbaidschan und die Anwesenheit armenischer Streitkräfte in den besetzten Gebieten Aserbaidschans eine große Bedrohung für den regionalen Frieden und die Stabilität darstellt. Im Zusammenhang mit den allgemeinen Debatten der 75. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen und dem Kampf gegen die weltweite COVID-19-Pandemie hat die politisch-militärische Führung Armeniens auf ein weiteres militärisches Abenteuer und Provokation zurückgegriffen. Durch diese Maßnahmen zeigt die armenische Führung erneut die Missachtung des Völkerrechts, der UN-Charta und der internationalen Gemeinschaft. Die gesamte Verantwortung für die aktuelle Situation und künftige Entwicklung der Ereignisse liegt ausschließlich bei der politisch-militärischen Führung Armeniens.

Flug zu Gefängnissen
Belgien: Bewaffnete entführen Hubschrauber

Brüssel – Die Polizei in Belgien sucht nach der bewaffneten Entführung eines Hubschraubers nach drei Verdächtigen. Die drei Verdächtigen, die an der Entführung eines Hubschraubers am Freitag in Belgien beteiligt waren, befinden sich nach wie vor auf freiem Fuß und werden aktiv von der Antwerpener Polizei gesucht, hieß es am Samstag in den belgischen Medien. Die Verdächtigen hatten am Freitagnachmittag einen Hubschrauber entführt, der auf dem Flughafen Deurne in der Provinz Antwerpen stationiert war. „In der Luft wurde der 36-jährige Pilot mit einer Waffe bedroht und gezwungen, in das Gefängnis von Forest und zur Frauenabteilung des Gefängnisses von Berkendael zu fliegen“, zitiert die belgische Tageszeitung The Brussels Times den Sprecher der Staatsanwaltschaft Antwerpen. Die Polizei vermute einen Entführungsversuch. Der Hubschrauber habe die Haftanstalten zwar überflogen, wegen seiner Größe aber nicht im Innenhof landen können. Die Gefängnisse seien sofort überprüft worden, es fehlten jedoch keine Insassen.    

Mittelmeer-Krise
Griechenland und Türkei wünschen Dialog

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New York – In seiner Rede vor der UN-Generalversammlung am Freitag, forderte der griechische Premierminister, der Diplomatie mit der Türkei eine Chance zu geben. Kyriakos Mitsotakis sagte, er habe in der letztjährigen Generalversammlung dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan „die Hand der Freundschaft und Zusammenarbeit“ gereicht und „die Bereitschaft gezeigt, als Brückenbauer für die Türkei in Europa zu fungieren“. Mitsotakis: „Jeder weiß, dass diese ständige Eskalation der Spannungen nicht anhalten kann. Und ich weigere mich zu glauben, dass eine Partnerschaft zwischen engen Nachbarn nicht möglich ist“. Unter Bezugnahme auf das Normalisierungsabkommen zwischen Israel und den VAE sagte er, es sei ein Beweis dafür, dass „Jahre des Misstrauens und der Feindseligkeit“ durch „Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis“ ersetzt werden können, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den griechischen Regierungschef. „Also, lassen Sie uns uns treffen. Lassen Sie uns reden. Und lassen Sie uns nach einer für beide Seiten akzeptablen Lösung suchen. Lasst uns der Diplomatie eine Chance geben. Wenn wir uns schließlich immer noch nicht einigen können, dann sollten wir auf die Weisheit des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vertrauen“, so Mitsotakis. Mitsotakis bezog sich auch auf die Aufnahme von Sondierungsgesprächen zwischen der Türkei und Griechenland und sagte, dass dies „ein Schritt in die richtige Richtung“ sei. „Wenn Präsident Erdogan wirklich glaubt, dass die UNO ein Leuchtturm der Hoffnung und eine Bastion der globalen Zusammenarbeit ist, dann möchte ich ihn dazu auffordern, in Übereinstimmung mit dieser Tatsache zu handeln“, fügte er hinzu. Türkei wünscht Dialog Nach Monaten der Spannungen zwischen den NATO-Partnern Griechenland und der Türkei, hat auch der türkische Präsident in den letzten Tagen wieder versöhnlichere Worte angeschlagen. Erdogan sagte, die Türkei sei für den Dialog und den Abbau von Spannungen im östlichen Mittelmeerraum, und sein Land habe dies nicht nur durch Rhetorik, sondern auch durch sein Handeln deutlich gemacht. Griechenland hat mit Unterstützung Frankreichs die Energieexploration der Türkei im östlichen Mittelmeer angefochten. Die Türkei, das Land mit der längsten Küstenlinie am Mittelmeer, hat Bohrschiffe mit militärischer Eskorte entsandt, um auf ihrem Festlandsockel nach Erdgas zu suchen, und erklärt, dass die Türkei und die Türkische Republik Nordzypern ebenfalls Rechte in der Region haben. Die 61. Runde der Sondierungsgespräche zwischen der Türkei und Griechenland werde bald beginnen, sagte das griechische Außenministerium am Dienstag. Die 60. Runde, die letzte der 2002 begonnenen Sondierungsgespräche zwischen den beiden Ländern, fand am 1. März 2016 in Athen statt.

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– Mittelmeer-Krise – „Der Frieden wird siegen“: Türkische Stadt sendet Botschaft an Griechenland

Inmitten der Spannungen zwischen Ankara und Athen hat eine türkische Stadt eine schöne Botschaft des Friedens an Griechenland gesendet.

„Der Frieden wird siegen“: Türkische Stadt sendet Botschaft an Griechenland

Weihnachten 2020
Schausteller zuversichtlich bei Weihnachtsmärkten

Schausteller haben positiv auf die Ankündigung von Armin Laschet (CDU) reagiert, dass Weihnachtsmärkte auch in Zeiten der Corona-Pandemie stattfinden könnten. Das hatte der NRW-Ministerpräsident am Rande der Kabinettsklausur in Isselburg gesagt. Allerdings seien die Märkte nur unter klaren Regeln denkbar, etwa mit Abstand und weniger Alkohol. Die Situation der Schausteller sei dramatisch, sagte Frank Hakelberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbunds, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „90 Prozent der Unternehmer, die sonst im Sommer auf Volksfesten im Einsatz sind, beschicken auch die Weihnachtsmärkte. Was früher einmal ein Zubrot war, ist inzwischen wirtschaftlich extrem wichtig.“ Einige Schausteller hätten seit Herbst 2019 gar keine Einnahmen mehr und hielten sich nur mit Überbrückungshilfen über Wasser, insofern seien die Weihnachtsmärkte extrem wichtig für die Branche. „Wenn die Innenstädte wieder öffnen und Reisen möglich sind, dann spricht auch nichts dagegen, Weihnachtsmärkte – natürlich unter Corona-Bedingungen - stattfinden zu lassen“, sagte Hakelberg. Ein komplettes Verbot des Alkoholausschanks lehnte der Schausteller-Vertreter ab: „Natürlich ist das Glühweintrinken ritualisiert. Niemand geht nur auf den Weihnachtsmarkt, um eine Wollmütze zu kaufen.“ Hakelberg verwies darauf, dass die Schausteller sehr wohl wüssten, dass die diesjährigen Weihnachtsmärkte eine Bewährungsprobe für die Volksfeste im kommenden Jahr seien und entsprechend restriktiv beim Ausschank vorgehen. „Allen ist klar, dass die Ordnungsbehörden Dauergast auf den Weihnachtsmärkten sein werden und streng kontrollieren.“

Rentenpolitik
Koalition will am 5. Oktober Riester-Reform verhandeln

Für eine Reform der Riester-Rente wollen Vertreter von Union und SPD am 5. Oktober auf Arbeitsebene im Bundesfinanzministerium über Eckpunkte verhandeln. Das erfuhr die Düsseldorfer „Rheinische Post“ aus Koalitionskreisen. Demzufolge soll es um Vorschläge gehen, wie die als unflexibel, kompliziert und renditeschwach geltende Altersvorsorge attraktiver werden kann. In einem Positionspapier schlagen die Arbeitsgruppen für Finanzen und Arbeit und Soziales der Unionsfraktion unter anderem vor, die einhunderptozentige Auszahlungsgarantie für eingezahlte Beiträge zu kippen. Wie es aus Fraktionskreisen hieß, könnten Riester-Kunden dann künftig entscheiden, ob sie statt der vollständigen Auszahlungsgarantie nicht lieber einen höheren Aktienanteil und damit die Chance auf eine höhere Rendite wählen wollen. Sozialverbände übten scharfe Kritik an dem Vorschlag. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte: „Die Riester-Rente ist klinisch tot, die jetzt geplanten Spritzen kommen den Versicherungskonzernen zugute.“ Bei einer Beitragsgarantie von nur noch 80 Prozent könnten die Versicherer die Differenz vereinnahmen, um ihre Verwaltungskosten zu decken. „Ein schlechtes Geschäft für die Riester-Kunden“, warnte Bentele. „Bei den Versicherern dürfte dagegen Feierlaune herrschen.“ Bentele sprach sich für eine Stärkung der gesetzlichen Rente aus, ebenso der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer. „Die fortschreitende Absenkung des Rentenniveaus muss sofort gestoppt und das Niveau perspektivisch wieder so angehoben werden, dass Rentnerinnen und Rentner von ihrer gesetzlichen Rente gut leben können“, sagte er.

Treffen in Istanbul
Serbiens Präsident Vucic: „Türkei ist eine der bedeutendsten Mächte der Welt“

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Istanbul – Der türkische Präsident traf am Freitag in der türkischen Metropole Istanbul mit seinem serbischen Amtskollegen zusammen. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sagte vor dem Treffen in Istanbul, dass es für sein Land unerlässlich sei, eine ausgezeichnete Kommunikation mit der Türkei zu haben, die er als eine der bedeutendsten Mächte der Welt bezeichnete. Vucic sagte gegenüber Reportern, dass demografische, wirtschaftliche, kulturelle und andere türkische Potenziale enorm seien. „Es ist wichtig, gute Beziehungen zu ihnen zu haben. Sie stehen Serbien nahe, haben großen Einfluss in der Region, und wir versuchen, die besten Beziehungen zu erhalten, die wir in Zukunft verbessern werden“, sagte Vucic. Er fügte hinzu, seine Gespräche mit Erdoğan würden sich auf alle „brennenden Fragen“ konzentrieren, auf Wirtschaftsthemen, die Beziehungen im Mittelmeerraum und die Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Belgrad und Pristina, die am 4. September in Washington vereinbart wurden. „[Mit der Türkei] wollen wir unsere Beziehungen auf höchstem Niveau halten und die freundschaftlichen Beziehungen in Zukunft weiter ausbauen“, sagte Vucic. Die Türkei habe einen wichtigen Einfluss auf dem Westbalkan, betonte er und fügte hinzu, dass es eine ausgezeichnete Kommunikation zwischen den beiden Ländern gebe. Die Staats- und Regierungschefs sprachen auch über den Dialogprozess zwischen Serbien und dem Kosovo „Ich habe Herrn Erdogans Haltung zu diesem Thema gehört und ihm unsere Position erläutert. Er behandelt Serbien mit Respekt“, bemerkte der serbische Präsident.

Zum Thema

– Energiepolitik – Vucic: Serbien wird dank Turkish Stream Millionen verdienen

Die Gaspipeline Turkish Stream (auch TurkStream) ist für Serbien laut dem Präsidenten Alexandar Vucic ein strategisches Projekt, das Millionengewinne in die Staatskasse bringen soll. Konkret soll Belgrad aus dem Transit des russischen Erdgases auf 185 Millionen US-Dollar Einnahmen jährlich kommen, berichtet Sputnik.

Vucic: Serbien wird dank Turkish Stream Millionen verdienen
   

Wirtschaft
Türkei und Katar wollen enge Wirtschaftsbeziehungen weiter stärken

Doha – Der bilaterale Handel zwischen Katar und der Türkei wird trotz COVID-19 weiter expandieren, sagte ein offizieller Vertreter am Mittwoch auf einem Webinar des Finanzzentrums von Katar (QFC). QFC organisierte das Webinar mit dem Titel „Emerging Opportunities: Qatar & Turkey“ als Teil der Serie „#AccessQatar“ in Zusammenarbeit mit der Handelskammer Istanbul und der türkischen Botschaft in Doha. Wie die katarische Tageszeitung Peninsula Katar berichtete, wurden die neuesten Entwicklungen in der katarischen Geschäftslandschaft und die wachsenden Investitionsmöglichkeiten für türkische Unternehmen im Land beleuchtete. Dem Bericht zufolge ist der bilaterale Handel zwischen Katar und der Türkei von 340 Millionen Dollar im Jahr 2010 auf 2,24 Milliarden Dollar im Jahr 2019 erheblich gestiegen. In seiner Rede während des Webinars sagte der türkische Botschafter in Katar, Mustafa Göksu, dass sich beide Länder erneut auf die Stärkung der Partnerschaft und insbesondere auf die Überwindung der negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie konzentrierten. „Katar und die Türkei sind gute Beispiele dafür, wie Staaten gut positioniert werden können, um als Vorbilder für die internationale Zusammenarbeit zu dienen. Unser bilaterales Handelsvolumen verzeichnete einen bemerkenswerten Anstieg von 340 Millionen Dollar im Jahr 2010 auf 2,24 Milliarden Dollar im Jahr 2019, und wir haben 53 strategische Abkommen unterzeichnet. Heute sind 535 türkisch-katarische Gemeinschaftsunternehmen in Katar tätig“, fügte er hinzu. Nach Angaben des türkischen Außenministeriums steht Katar an erster Stelle unter den Golfstaaten, was die Zahl der von türkischen Auftragnehmern durchgeführten Projekte betrifft. Inzwischen habe der Oberste Strategische Ausschuss Türkei-Katar über 50 bilaterale Abkommen unterzeichnet. Das nächste Treffen zur Wirtschaftspartnerschaft werde Ende des Jahres in der Türkei stattfinden. Die Türkei kam Katar 2017 zu Hilfe, als ihre Golfnachbarn und Ägypten eine Luft-, See- und Landblockade gegen den gasreichen Staat verhängten, um ihn zur Erfüllung ihrer Forderungen zu zwingen. Drei Jahre später dauert die Blockade noch an, und die Beziehungen zwischen Doha und Ankara haben sich vertieft.

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– Persischer Golf – Türkei errichtet weitere Militärbasis in Katar

Die Türkei wird in diesem Herbst eine neue Militärbasis in der Nähe der bestehenden gemeinsamen Kommandozentrale in Katar eröffnen und ihre Truppenpräsenz im Golfemirat deutlich ausbauen.

Türkei errichtet weitere Militärbasis in Katar

Corona-Pandemie
Deutschland erklärt Tschechien, Luxemburg und Tirol zu Risikogebieten

Europaweit nimmt die Zahl der täglichen Neuinfektionen zu. Die Bundesregierung reagiert: Ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol wurden zu Risikogebieten erklärt.

Die Bundesregierung hat ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde entsprechend aktualisiert.

Damit sind nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist. Aber auch dort steigen die Infektionszahlen, berichtet die tagesschau. 

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