Benjamin Idriz
Kommentar: Wie sollen wir mit „Muhammed-Karikaturen“ umgehen

Ein Gastbeitrag von Benjamin Idriz – Imam und Buchautor So wie jedes Ding seine Grenzen hat, hat auch die Freiheit ihre Grenzen – nämlich dort, wo das Recht und die Würde der anderen verletzt wird. Unsere Werte müssen sich auf eine Philosophie stützen, die selbst die Gefühle eines Einzelnen achtet, und umso mehr die einer ganzen Religionsgemeinschaft. Daher lassen sich die Muhammad-Karikaturen und ähnliche Beleidigungen nicht mit Bezug auf die Meinungsfreiheit rechtfertigen.So denke ich, so denken vielleicht auch viele, aber nicht alle. Und alle müssen nicht gleich denken. Es gibt Künstler, die gar nicht unbedingt die Absicht haben, durch ihre, für uns abscheulichen Kunstwerke, andere zu beleidigen, und es gibt solche, die das Ziel verfolgen, einen Keil zwischen friedlich zusammenlebende Gesellschaften zu treiben und den Glauben von mehr als einer Milliarde Menschen zu verspotten. Die Beleidigungen können bei den Muslimen ihre Liebe zum Propheten Muhammed nie infrage stellen. Tatsache ist, dass diese Beleidigungen dazu geführt haben, dass einige Muslime, die bisher die eigene Religion nicht bewusst gelebt haben, aber auch viele Nichtmuslime, mehr Interesse und Zuneigung zum Islam entwickelt haben. Andererseits mobilisieren solche Beleidigungen jedoch die Extremisten auf beiden Seiten, einfache Bürger wie auch Politiker, die für ihre ideologischen und politischen Zwecke die Situation aufheizen, schädigen das friedliche Zusammenleben und nähren den Hass zwischen den Gesellschaften. Niemand muss einverstanden sein, wenn Meinungsfreiheit ausgerechnet dadurch geschützt und gestärkt werden soll, dass verächtlich gemacht wird, was anderen Menschen viel bedeutet. Das ist das eine. Das andere ist, dass wir Muslime Demokratie und Meinungsfreiheit damit schützen und stärken müssen, dass wir für die Achtung vor der Würde und den Rechten auch der anderen eintreten. Was die Muslime unerträglich finden ist, wenn jemand Opfer der Meinungsfreiheit wird. Aggressive Antworten auf die Beleidigungen ist aber offenkundig Schwachsinn. Nun fragen die Muslime, wie wir denn auf die Muhammed-Karikaturen und ähnliche Diffamierungen reagieren sollen. Die Antwort ist bei Gott und beim Propheten Muhammed selbst zu finden. Ich versuche durch diesen Artikel eine Antwort zu entwickeln. Ibn Salul als Prototyp der Muhammed-Karikaturisten Die islamischen Geschichtsbücher und die Sunna bzw. Hadith-Sammlungen überliefern, dass ein Mann namens Abdullah Ibn Salul ein gnadenloser Gegner des Propheten war und sich als Anführer einer Gruppe hervorgetan hat, die den Propheten immer wieder attackiert und beleidigt hat. Dieser Ibn Salul ist ein Prototyp für alle Menschen zu allen Zeiten, die bewusst oder unbewusst, unter dem Deckmantel der Kunst oder Meinungsfreiheit, oder wie auch immer, den Propheten Muhammed „beleidigen“ oder „erniedrigen“. Aber kann der Prophet Gottes überhaupt beleidigt und erniedrigt werden? Nein! Der Prophet Muhammed, als „das beste Modell“ (Koran 33:21), wird über Zeiten und Grenzen hinaus bei Millionen von Menschen das höchste Ansehen genießen, was diejenigen die ihn verspotten ihm aus Unverständnis missgönnen. Der Prophet Muhammed wird, wie kein anderer Mensch, weltweit zu jeder Minute rund um die Uhr und rund um den Globus im muslimischen Gebetsruf gelobt. So ein Mensch kann niemals erniedrigt werden. An ihn kann kein spöttisches Niveau herankommen. In der Auseinandersetzung mit Ibn Salul, hat sich der Prophet niemals „beleidigt“ gefühlt, war seine Reaktion gegen ihn immer gelassen und besonnen. Al-Buhakri, der als authentischer Hadith-Sammler und Biograph des Propheten bekannt ist, überliefert, dass der Prophet Muhammed einmal ein Gespräch mit Ibn Salul führen wollte, um Frieden mit ihm zu schließen. Er machte sich auf den Weg mit seinem Esel in Richtung des Wohnortes von Ibn Salul. Als Ibn Salul den Propheten sah, beleidigte er ihn mit den Worten:
إليك عني والله لقد آذاني نتنك ونتن حمارك
„Weg von mir, dein Gestank und der Gestank deines Esels stören mich!“
Als ein Freund des Propheten Muhammed das hörte, stand er auf und wollte, um den Propheten zu verteidigen, Ibn Salul attackieren. Sofort beruhigte der Prophet seinen Freund, bat ihn, nicht aggressiv zu handeln und verhinderte so eine gewalttätige Auseinandersetzung. Dies ereignete sich nicht etwa in Mekka, wo die Muslime schwach waren, sondern in Medina, als der Prophet und die muslimische Gemeinde stark waren. Der Koran erzählt, dass Ibn Salul in seinem Hass gegenüber dem Propheten so weit ging, dass er ihm und seiner Gemeinschaft mit der „Vertreibung aus Medina“ drohte (Koran 63:8), woraufhin sein Freund Omar bin Khattab den Propheten um Erlaubnis bat, Ibn Salul zu töten. Der Historiker und Korankommentar Ibn Tabari belegt in seiner Exegese zum obengenannten Vers, dass der Prophet Muhammed diesen Wunsch von Ibn Khattab strikt zurückwies und sagte:
دَعْه لا يتحدث الناس أن محمداً يقتل أصحابه
„Ich will nicht als Muhammed in Erinnerung bleiben, der erlaubt hat, seinen Wegbegleiter zu töten“.
Wohlgemerkt, der Prophet bezeichnete „Ibn Salul“ als „Wegbegleiter/Freund“!
Der Hadith-Gelehrte Al-Bazzar überliefert, dass der Sohn von Ibn Salul den Islam annahm und den Propheten fragte, wie er nun mit seinem Muhammed feindlich gesinnten Vater umgehen solle. Der Prophet antwortete:
برّ أباك وأحسن صحبته
„Respektiere deinen Vater und gehe mit ihm bestens um.“
Bemerkenswert ist auch noch eine Anekdote, die von Ibn Abbas (dem Cousin des Propheten und zugleich ältestem Koran-Exegeten) überliefert wird: Als Ibn Salul krank geworden war, besuchte ihn der Prophet, und als er starb, bedeckte ihn der Prophet mit seinem Hemd und nahm an seiner Beerdigung teil. Wir können an diesen Beispielen erkennen, wie der Prophet Muhammed trotz der harten und jahrelangen Anfeindungen Ibn Saluls auf Diffamierungen gelassen und souverän reagiert hat. Zu keiner Zeit unternahm er etwas gegen ihn. Die Ehefrau des Propheten Aischa berichtet, dass einige ihm feindlich gesinnte Menschen ihn mit den Worten „Tod (arab. saam) sei mit dir“ begrüßt haben, worauf der Prophet mit „Friede (arab. salam) sei mit dir“ konterte. Wütend auf deren Gruß, sagte seine Frau zu ihnen: „Fluch auf euch“. Der Prophet wies sie zurecht:
يا عائشة، عَلَيْكِ بِالرِّفْقِ وَإِيَّاكِ وَالْعُنْفَ وَالْفُحْشَ
„Aischa, rede nicht so! Gott liebt die Sanftmütigkeit in allen Dingen. Reagiere nicht gewalttätig und mit Beschimpfungen.“ (Überliefert von Bukhari)
Der Umgang des Propheten mit Ibn Salul und ähnlichen Menschen war immer entsprechend seines Prinzips:
إنِّي لَمْ أُبْعَثْ لَعَّانًا، وإنَّما بُعِثْتُ رَحْمَةً
„Ich wurde nicht herabgeschickt als ein Fluch, sondern als eine Gnade.“ (Überliefert von Muslim bin Hadschadsch)
Warum reagierte der Prophet auf Hetze und Spott so gelassen?
Der Koran ist die Richtschnur für den Propheten und somit auch für die Muslime. Er gibt Orientierung, wie sich der Mensch in Situationen verhalten soll, wenn auf Kosten von Gott, des Korans oder seines Propheten gespottet wird. Der Koran thematisiert solche Fälle an mehreren Stellen, und an keiner Stelle erlaubt er eine aggressive Reaktion, weder im Wortlaut noch in der Tat. Hier einige Bespiele und Ratschläge aus dem Koran: Der Koran berichtet, dass der Prophet Muhammed mehrmals als „Verrückter!“ (vgl. die Verse 15:6; 26:27; 37:36; 44:14; 51:39; 52:29; 68:2; 68:51 und 81:22) oder „lügnerischer Zauberer!“ (38:04) bezeichnet wurde. Gott erinnert ihn daran, dass auch andere Propheten vor ihm verspottet wurden:
وَلَقَدِ اسْتُهْزِئَ بِرُسُلٍ مِّن قَبْلِكَ فَحَاقَ بِالَّذِينَ سَخِرُواْ مِنْهُم مَّا كَانُواْ بِهِ يَسْتَهْزِؤُونَ
„Und fürwahr, selbst vor deiner Zeit sind Propheten verspottet worden.“
(6:10 auch 43:7 und 51:52)
Natürlich ist es für einen Menschen, der versucht, Frieden und Barmherzigkeit in der Gesellschaft zu stiften (21:107), schwer, Beleidigungen zu ertragen. Gott beschreibt diese menschliche Situation, tröstet ihn und gibt ihm Orientierung:
وَلَقَدْ نَعْلَمُ أَنَّكَ يَضِيقُ صَدْرُكَ بِمَا يَقُولُونَ فَسَبِّحْ بِحَمْدِ رَبِّكَ وَكُن مِّنَ السَّاجِدِينَ
„Wir wissen gut, dass deine Brust beengt ist wegen der blasphemischen Dinge, die sie sagen: aber lobpreise du den grenzenlosen Ruhm deines Erhalters und rühme Ihn.“
(15:97-98)
Gott rät ihm, Geduld zu demonstrieren und Distanz einzunehmen:
وَاصْبِرْ عَلَى مَا يَقُولُونَ وَاهْجُرْهُمْ هَجْرًا جَمِيلا
„Ertrage mit Geduld, was immer die Leute gegen dich sagen mögen, und meide sie mit schicklicher Meidung.“
(73:10)
Als ein Schritt über die Geduld hinaus, ist ihm empfohlen, Böses mit Gutem abzuwehren:
ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ السَّيِّئَةَ نَحْنُ أَعْلَمُ بِمَا يَصِفُونَ
„Aber was immer sie sagen oder tun mögen, wehre das Übel, das sie begehen, ab mit etwas, was besser ist.“
(23:96)
Warum? Weil wir von Gott beauftragt sind „Feinde“ in „Freunde“ umzuwandeln. Das kann nur gelingen, wenn wir mit Besserem entgegnen:
وَلَا تَسْتَوِي الْحَسَنَةُ وَلَا السَّيِّئَةُ ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ فَإِذَا الَّذِي بَيْنَكَ وَبَيْنَهُ عَدَاوَةٌ كَأَنَّهُ وَلِيٌّ حَمِيمٌ
„Die gute und die schlechte Tat sind nicht einander gleichzusetzen. Entgegne mit etwas Besserem! Und wenn zwischen dir und ihm Feindschaft ist, dann soll es sein, als wäre er ein enger Freund!“
(41:34)
Sogar wenn Menschen Gott/Allah oder den Koran verspotten, empfiehlt der Koran, zu ihnen Distanz einzunehmen:
وَإِذَا رَأَيْتَ الَّذِينَ يَخُوضُونَ فِي آيَاتِنَا فَأَعْرِضْ عَنْهُمْ حَتَّى يَخُوضُواْ فِي حَدِيثٍ غَيْرِهِ
„Wenn du nun solche triffst, die sich in (blasphemischer) Rede über Unsere Botschaften ergehen, kehre ihnen den Rücken, bis sie über andere Dinge zu reden beginnen.“
(6:68)
Distanz also bis sie ein anderes, besseres Thema finden. Gott verbietet uns, Menschen zu schmähen, die ein anderes Gottesverständnis haben, als wir (6:108). Wenn aber nicht Distanz zu Menschen eingenommen wird, die Gott oder den Propheten verspotten, und stattdessen mit gleichen Methoden oder gar mit Gewalt reagiert wird, dann führt das dazu, dass sowohl diejenigen, die spotten als auch diejenigen, die sich davon provozieren lassen, auf gleicher Stufe sind. Gott warnt:
وَقَدْ نَزَّلَ عَلَيْكُمْ فِي الْكِتَابِ أَنْ إِذَا سَمِعْتُمْ آيَاتِ اللَّهِ يُكْفَرُ بِهَا وَيُسْتَهْزَأُ بِهَا فَلاَ تَقْعُدُواْ مَعَهُمْ حَتَّى يَخُوضُواْ فِي حَدِيثٍ غَيْرِهِ إِنَّكُمْ إِذًا مِّثْلُهُمْ
„Er hat euch in dieser göttlichen Schrift geboten, dass immer, wenn ihr Leute die Wahrheit von Gottes Botschaften leugnen und über sie spotten hört, ihr ihre Gesellschaft meiden sollt, bis sie von anderen Dingen zu reden beginnen – sonst werdet ihr wahrlich wie sie werden!“
(4:140)
All diese Koranverse und die Haltungen des Propheten zeigen, dass Gott und Sein Gesandter gegen jegliche Art von Aggression und Gewalt sind, wenn andere sich über unsere religiösen Symbole lustig machen. Diejenigen, die Gewalt ausüben und solche, die Sympathie mit den Gewalttätern zeigen, aber auch solche, die dazu schweigen, sind es, die tatsächlich dem Islam mehr schaden. Sie tragen gerade nicht dazu bei, sondern sie verhindern es direkt oder indirekt, unseren barmherzigen Propheten richtig darzustellen. Solange solche Menschen vorgeben, im Namen des Islam zu handeln, solange werden wahre Musliminnen und Muslime sich darüber empören und ihren Widerspruch gegen die, die den Islam von innen heraus beschädigen, laut und deutlich öffentlich kundtun. Denn tun sie es nicht – dann beleidigen sie selbst, stillschweigend, den Propheten.
Was also tun?
1. Die Liebe zu Gott und Seinem Gesandten soll allein durch mehr Demut, Barmherzigkeit, Geduld und Wohltaten in unseren Herzen und in unserem Handeln ausgedrückt werden! Je mehr wir Liebe und Sanftmütigkeit demonstrieren, desto mehr handeln wir im Sinne des Propheten. Jeder von uns soll ein „lebender Muhammed“ sein, der, in seinem Tun und Handeln Spuren der Barmherzigkeit auf der Erde zurücklässt. 2. Nicht müde werden, die Werte der Meinungsfreiheit zu betonen, und dass wir Gewalt ohne Wenn und Aber verurteilen. Zugleich klarstellen: Ja zu Humor, Scherz und Kunst, aber die Beleidigung von heiligen Symbolen kann nicht akzeptiert werden, und zwar egal um welche Religion es sich handelt. 3. In der Geschichte waren Religion und Kunst immer Geschwister, allerdings haben sich beide, angestiftet von Muhammed-Karikaturen, so entfremdet, dass beide daran leiden. Was nötig ist, ist Kunst und Religion wieder zu versöhnen. Hier sind die in Europa lebenden muslimischen Künstler aufgefordert, ihre Kunst auf die Bühne zu bringen und die Schönheit der Kunst zu demonstrieren. In der Zeit des Propheten Muhammed waren es ausgerechnet nichtmuslimische Künstler, bzw. Poeten, die den Propheten verspotteten. Der Wegbegleiter des Propheten und der erste muslimische Poet Hassan Ibn Thabit spielte eine entscheidende Rolle, wenn es darum ging, die humanen Eigenschaften des Propheten Muhammed innerhalb der Kunstwelt zu präsentieren. Analog zu Hassan Ibn Thabit sollen die muslimischen Poeten, Dichter, Maler, Musiker, kurzum Künstler das gnadenvolle Gesicht des Propheten in Kunstsprache übertragen. 4. Die Imame und Theologen, aber auch andere Muslime, sind aufgefordert, in den jeweiligen Sprachen der Länder, in Deutschland auf Deutsch, in Frankreich auf Französisch, Texte und Bücher zu verfassen, oder Videobotschaften zu senden, in denen wir die Barmherzigkeit des Propheten Muhammed wiedergeben und präsentieren. Er wurde als „Barmherzigkeit und Gnade für alle Welten“, also für alle Völker entsendet, wie der Koran sagt (21:107). Viele Muslime haben ihn allerdings nur für sich beansprucht und ihn in das Getto ihrer eigenen Kreise eingesperrt! 5. Mit dem Karikaturen-Streit haben die Karikaturisten geschafft, was wir nicht geschafft haben, nämlich den Prophet Muhammed auf die Weltszene zu bringen. Jetzt sind wir herausgefordert und aufgefordert, den Propheten in bester Art und Weise auf der Weltbühne zu präsentieren. Er muss raus aus unseren muslimischen Häusern und Moscheen in die Öffentlichkeit, er muss da sein, wo die Menschen sind, in Bibliotheken, Schulen, Universitäten, Parlamenten, Medien, Museen, Theatern… Sind wir bereit entsprechende positive und qualitative Angebote zu liefern? Wenn nicht, dann warum jammern?! Wenn ja, dann ab heute! Heute ist sein Geburtstag, Friede sei auf Ihn und auf die friedliebenden Menschen! Erschienen auf Islamische Gemeinde Penzberg  

Wirtschaft
Interview: Attraktiver Beschaffungsmarkt Türkei

Istanbul – Istanbul ist der wichtigste Wirtschaftsstandort in der Türkei. Die Wirtschaftskraft Istanbuls macht rund 30 Prozent der gesamten Industrie aus. Im Interview erläutert Inhaber und Standortleiter Einkaufsberatung der MILES Consulting & Commerce aus Ostfildern in Baden-Württemberg, Selim Uludokumaci, warum der Beschaffungsmarkt in der Türkei für Deutschland enorm interessant ist.

Welche Branchen sind für deutsche Unternehmen vor allem interessant?

Selim Uludokumaci: Für deutsche Unternehmen sind momentan vor allem die Branchen PPE (Personal Protective Equipment) IT-Support, Textilien und Werbemittel sehr attraktiv. Die Türkei kann in diesen Bereichen mit einem sehr attraktiven ansprechenden Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Die Entwicklung vom Teilelieferanten zum Lieferanten von Produkt- und Prozess-Know-how macht das Land zum Spezialisten in diesen Branchen.

Mit welchen Einkaufsvorteilen lockt die Türkei?

Selim Uludokumaci: Der Preisvorteil bei Textilien liegt in der Türkei bei 50 bis 60 Prozent im Gegensatz zu Produkten aus Deutschland. In China sind die Produkte ebenfalls bis zu 60 Prozent günstiger als in Deutschland, allerdings fallen in der Türkei auf Grund der geringeren Entfernung wesentlich weniger Logistikkosten an. Selim Uludokujmaci.jpg

Mittelständler können deshalb auch kleinere Stückzahlen ordern, beispielsweise für Sonder-bestellungen. Anders als in China wird in der Türkei keine komplette Vorabfinanzierung verlangt, wodurch die Liquidität geschont wird.

Was raten Sie deutschen Mittelständlern, die erstmals in der Türkei einkaufen wollen?

Selim Uludokumaci: Wichtig ist es, verbindliche Beziehungen herzustellen, da die Ansprechpartner häufig wechseln. Der Respekt vor der Kultur und Religion sollte selbst-verständlich sein. Es bietet sich außerdem an, bei neuen Lieferanten mit kleineren Mengen zu starten, um das Abhängigkeitsverhältnis zunächst gering zu halten. Hier kann MILES Consulting & Commerce den Mittelständer sehr gut unterstützen indem wir vor Ort Lieferanten auf Erfolgsbasis recherchieren, verhandeln und eine nachhaltige Supply-Chain aufbauen.

Mit welchen Schwierigkeiten müssen Mittelständler rechnen?

Selim Uludokumaci: Man braucht etwas Geduld, um herauszufinden, wer die Entscheidungsträger im Unternehmen sind. In manchen Fällen kommt es zu Problemen, die die Lieferanten allerdings nicht beeinflussen können. Darunter fallen bürokratische Hürden beim Zoll sowie starke Währungsschwankungen der türkischen Lira, was die Kalkulation erschwert. Zudem sollte man sich darauf einstellen, dass die meisten Geschäfte bei einer Tasse türkischem Tee oder Mocca vereinbart werden.

Was sind ihre wesentliche Erfolgsfaktoren?

Selim Uludokumaci: Zu den Erfolgs-faktoren gehört die Lage der Türkei. Von dort aus kann beispielsweise Deutschland schnell und verstärkt beliefert werden. Qualitäts- und Termintreue sowie effizientes Arbeiten sind den Geschäftspartnern enorm wichtig. Aufgrund eines starken Vertriebsteams, sowie Berater und Fachanwälte für internationales Wirtschaftsrecht, haben wir langjährig erfahrene Mitarbeiter in unserem Team, welches den Um-gang mit unseren Händlern, Herstellern, sowie Logistikpartnern nicht nur unkompliziert und freundlich gestaltet, sondern aufgrund der jahrelangen Geschäftsbeziehungen auch kostengünstigere Einkaufsvorteile für unsere Kunden entstehen.

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– Wirtschafts – Türkei: Anteil von Hochtechnologieprodukten an den Gesamtexporten steigt

Die türkischen Exporteure erhöhen weiterhin den Anteil von Hochtechnologieprodukten an den Gesamtexporten dank der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) des Landes sowie der staatlichen Unterstützung.

Türkei: Anteil von Hochtechnologieprodukten an den Gesamtexporten steigt

Buchvorstellung
Weißwurst mit türkischem Tee: Auswandern in die Türkei für Anfänger

Auswandern in die Türkei ist aktuell nicht nur bei türkischstämmigen Menschen, die in Deutschland leben, mehr denn je im Gespräch. Neben den Rückkehrern, die in das Land ihrer Väter zurückwandern möchten, befinden sich auch geborene Deutsche, die mit ihren oder zu ihren türkischen Ehepartnern in die Türkei auswandern, aber auch rein deutsche Auswanderer wagen diesen Schritt. Während die einen oder anderen in verschiedenen Städten der Türkei noch arbeiten, genießen viele im Rentenalter Sonne, Sand und Meer – meistens an der türkischen Westküste. Laut dem statistischen Amt der Türkei TÜIK lag die Zahl der in der Türkei lebenden Ausländer mit permanentem Wohnsitz im Jahr 2019 bei sage und schreibe 1. 531.180 Personen. Das ergaben Erhebungen des Adress–basierten Bevölkerungsregistrierungssystems der Türkei am 31. Dezember 2019. Der Anteil dieser Ausländer macht 1,8 Prozent der türkischen Bevölkerung aus. 50,8 Prozent der ausländischen Bevölkerung waren zur Zeit der Erhebungen Männer und 49,2 Prozent Frauen. Seit dem Jahr 2014 und schon davor lag und liegt der Anteil der deutschen Einwanderer mit permanentem Wohnsitz in der Türkei an erster Stelle mit etwa 28,5 bis 30 Prozent. Eine dieser vielen Einwanderinnen in der Türkei ist die aus Bayern stammende Deutsche Marina Bütün, die vor einigen Tagen ihr erstes Kindle E-Book „Weißwurst mit türkischem Tee“ über die Anfänge ihrer Auswanderung herausgebracht hat. Frau Bütün wanderte im Jahr 2003 mit ihrem türkischen Ehemann an die türkische Westküste in die Provinz Muğla aus. In der Bezirksstadt Ortaca, ganz in der Nähe von Dalaman, wo beide nun seit gut 17 Jahren zu Hause sind, fühlt sie sich schon lange heimisch und nahm zusätzlich die türkische Staatsbürgerschaft an. Frau Bütün, wie haben Sie die Liebe zur Türkei entdeckt? Bütün: Es war wirklich reiner Zufall. Geplant war eine Reise mit zwei Freundinnen nach Rom. Wir sind aus Kostengründen auf Istanbul ausgewichen und dort lernte ich 1990 meinen türkischen Mann kennen, der mit seinen Eltern sechs Jahre zuvor bereits zurückgekehrt war. Die klassische Geschichte, die man landläufig für nicht dauerhaft hält. Wir haben allen bewiesen, dass es auch anders sein kann und feiern im Dezember den 29. Hochzeitstag. In Ihrem Buch schildern Sie die ersten Monate ihrer Auswanderung in die Türkei. Was hat sie bewegt, ein Buch darüber zu schreiben? Bütün: Die Auswanderung in die Türkei ist für viele Neulinge ein großer Schritt in ein völlig neues Leben. Auch für die Türken, die aus dem Ausland kommen. Meine Erfahrungen mit Menschen zu teilen, die denselben Weg noch vor sich haben, beschäftigte mich seit ich selbst ausgewandert bin. Deshalb hatte ich im Jahr 2007 erst die Idee, einen kostenlosen Auswanderer-Blog ins Internet zu stellen, in dem kleine Erlebnisse von mir zu lesen waren und alltägliche Fragen, die jeden betreffen, beantwortet wurden. Der Internetauftritt war damals noch klein, aber sehr frequentiert und die Fragen wurden immer mehr. Den Blog betreibe ich immer noch und ich beantworte immer noch Fragen kostenlos. Der Internetauftritt wuchs bis nach dem Putschversuch im Jahr 2016 zu einer großen Webseite mit vielen verschiedenen Themen, auch politischen und es gab Leser, die mir schrieben, sie hätten sich sämtliche Seiten ausgedruckt, um sie nachts im Bett zu lesen, weil es so viel Stoff wäre. Auf diese Idee wäre ich selbst nie gekommen. Als der Blog 2018 immer unübersichtlicher wurde, musste ich etwas ändern. Meine Stammleser von 2007 beschwerten sich lauthals, dass die lustigen privaten Geschichten nicht mehr zu finden wären. Neue Leser fragten mich tatsächlich, ob sie Broschüren mit meinen Texten und kostenlosen Tipps für ihre eigenen Beratungsgeschäfte im Immobilienbereich drucken dürfen und waren völlig uneinsichtig was mein Copyright auf der Seite betraf. Wir selbst sind im Baugewerbe und wären niemals auf so einen Gedanken gekommen, Texte von anderen für unsere auszugeben. Für mich war immer klar – ich wäre damals so froh gewesen, wenn ich jemanden gehabt hätte, der mir kurze Fragen beantworten kann. Ich mag es nicht, wenn sofort der Gedanke an Profit entsteht. Ich musste diese seltsamen Dinge aber abstellen und damals kam mir die Idee, den Blog nur noch auf das Wesentliche zu beschränken und meine ganzen Erlebnisse und auch wertvolle Ratschläge für Anfänger in Tagebuchform in ein Buch zu packen. Das Buch lag fertig seit 2 Jahren im Computer und durch eine Freundin, die mich anspornte, wurde es nun endlich fertig. Die erste Resonanz in den sozialen Medien hat mich sehr gefreut, sie war sehr positiv für mein allererstes Buch. Wie kam es zu dem originellen Titel Ihres Buches? Bütün: Für mich war ein Titel wichtig, der beide Länder und die Gegensätze repräsentiert. Auch heute noch denken sowohl viele Deutsche als auch Türken, dass beide Nationalitäten, ähnlich wie Weißwurst und türkischer Tee, nicht zusammenpassen könnten. Wie man sieht, passt es doch und bei ganz vielen binationalen Paaren wie uns, die seit langem in der Türkei verheiratet sind. Zudem ist die Weißwurst das Nationalgericht Bayerns und der schwarze Tee das typische Getränk der Türkei. Ich fand es sehr passend. Wir gratulieren Ihnen zu dieser humorvollen Buch-Idee, die bei zukünftigen Auswanderern im deutschsprachigen Raum sicherlich viel Interesse erwecken wird. Es nimmt den Leser mit auf die Reise in die Türkei mit interessanten Details über das Land damals und heute mit vielen heiteren Erlebnissen und kleinen Hindernissen und zeigt vor allem, wie es zwischen Türken und Deutschen in der Türkei gut funktionieren kann. Bütün: Ich bin meiner Freundin sehr dankbar, dass sie mich angetrieben hat, das Buch bis Dezember 2020 fertigzustellen. Die schnellste Version war die Kindle E-Book Version bei Amazon. Ich hoffe aber, dass in den nächsten zwei Wochen auch das Paperback zusätzlich erhältlich ist, auf das viele Liebhaber von Büchern mich angesprochen haben, weil sie lieber ein „richtiges“ Buch in Händen halten wollen. Einige haben mich tatsächlich schon auf eine Fortsetzung angesprochen. Haben Sie es je bereut, Ihre Heimat verlassen zu haben? Bütün: Prinzipiell vermisse ich meine Heimat als Land nicht wirklich, das Wetter auch nicht. Vor allem gesundheitlich hat mir die Auswanderung viel gebracht. Eine Woche nach der Ankunft 2004 war meine chronische Bronchitis aus der Kindheit völlig verschwunden. Das Jahr davor bin ich gependelt. Es geht mir eher so, wie es umgekehrt früher vielen Gastarbeitern in Deutschland ging, wenn sie Sehnsucht nach der Familie und nach alten Freunden in der Türkei hatten, die man nicht mehr spontan auf ein Schwätzchen treffen kann. Auch heute ist es sicherlich noch so, dass türkische Eltern ab der Rente zurückgegangen und ihre Kinder noch in Deutschland geblieben sind, so wie meine. Ich unterhalte mich jedes Jahr mit türkischen Müttern am Flughafen, die wie ich ihre Kinder im Dezember in Deutschland besuchen. Zwischen einer deutschen oder türkischen Mutter gibt es in dem Fall überhaupt keinen Unterschied. Die Sehnsucht ist die gleiche. Es sollte jedem zukünftigen Auswanderer bewusst sein, dass es nicht mehr so einfach möglich ist, sich spontan mit Familie und guten Freunden zu treffen. Ich fühle mich in der Türkei pudelwohl, ich mag die Menschen, sie mögen mich. Ich wollte nie mehr in Deutschland in der Tretmühle leben, ich fühle mich hier freier als dort, obwohl wir selbständig und ohne Netz und doppelten Boden arbeiten. Doch hätte ich natürlich meine Mutter und meine Kinder samt ihren Ehepartnern am liebsten immer bei mir in der Türkei. Das geht leider nicht. Zum Glück gibt es heute Internet-Telefonie mit Kamera und so kann man sich wenigstens so sehen. Ersatz ist es jedoch sicherlich keiner. Es gibt natürlich Menschen die sagen, sie können ihre halbwegs erwachsenen Kindern, die bereits arbeiten gehen, nicht alleine lassen. Wenn Kinder ihre Schule, Ausbildung und Beruf in Deutschland haben und nur Urlaub der Bezug zur Türkei ist und sie auf keinen Fall wie unsere mit auswandern wollen, dann sollte man das unbedingt respektieren, aber trotzdem nicht auf die eigene Auswanderung verzichten. Ich kann eines 100 Prozent versprechen: Sie werden es bereuen, denn es wird nicht lange dauern und eines Tages werden die Kinder ihr eigenes Leben leben und nur noch kurz auf einen Kaffee vorbeikommen, sich abends mit Freunden treffen und weniger Zeit zu Hause verbringen, als ihnen lieb ist. Sie werden ausziehen, kommen, wenn sie Zeit haben. Die Hauptrolle spielen dann nicht mehr die Eltern, sondern der neue Ehepartner und später vielleicht eigene Kinder. Deswegen – wenn Kinder so reif sind, auf eigenen Beinen zu stehen, wenn sie volljährig sind, wenn man ihnen grenzenlos vertrauen kann und weiß, dass sie zurechtkommen, sollte man sie loslassen und ihren Weg in Deutschland weitergehen lassen. Ich wusste, dass wir uns verlassen können, sonst wäre ich nicht gegangen. Das ist ein großer Schritt und ich weiß, dass es für alle nicht einfach ist, die Kinder vielleicht sogar jahrelang heimlich noch böse sind, wenn man geht. Doch auch Eltern haben irgendwann noch Anspruch auf ein eigenes Leben. Selbst, wenn es sich manche erwachsenen Kinder nicht vorstellen können.

Weißwurst mit türkischem Tee: Auswandern in die Türkei für Anfänger

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Zum Autor:
Marina Bütün wurde als Kind sudetendeutscher Eltern in Deutschland geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend im Wittelsbacher Land in Alt-Bayern. Schon als Kind von zwei Jahren begleitete sie ihre Mutter jedes Jahr auf Auslandsreisen in Europa. Ihre kindliche Vorliebe zum Orient konnte sich niemand erklären. Im frühen Erwachsenenalter liebte sie Reisen nach Nordafrika. Eine Reise nach Ägypten, in das Traumland ihrer Kindheit stellte 1982 eine Höhepunkt in ihrem Leben dar. Doch nach einer Städtereise nach Istanbul im Jahr 1990 kam sie von der Türkei nicht mehr los. Marina Bütün lebt mit ihrem türkischen Mann seit Anfang der 2000er Jahre an der türkischen Westküste in der Provinz Mugla, gegenüber der griechischen Insel Rhodos.
   

Bergkarabach-Konflikt
Aliyev: Frankreich kann den Armeniern Marseille übergeben

Baku – Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hat Paris vorgeschlagen, die Stadt Marseille an die in Frankreich lebenden Armenier abzutreten und somit einen „zweiten Staat“ für sie zu schaffen. Aliyev reagierte damit auf eine Resolution des französischen Senats, die unter anderem den Abzug der aserbaidschanischen Truppen aus Bergkarabach fordert, berichtet die Nachrichtenagentur Sputnik.  „Der französische Senat nimmt eine Resolution zur Anerkennung Bergkarabachs an. Wenn sie (die Armenier, Anm. der Red.) so mögen, dann geben Sie, wie ich während des Krieges bereits sagte, die Stadt Marseille den Armeniern, ändern Sie ihren Namen, schaffen Sie dort einen zweiten Staat für sie. Aber niemand kann sich in unsere Angelegenheiten einmischen“, so Aliyev. Aliyev:
„Wenn jemand Armenien ein Territorium für die Gründung eines zweiten Staates zur Verfügung stellen möchte, soll er ihm einen Teil seines eigenen Territoriums überlassen. Aber zu verlangen, dass ein armenischer Staat auf historisch und rechtlich aserbaidschanischem Boden gegründet wird – das widerspricht jeder Logik? Das passt nicht in irgendeine Logik oder Gerechtigkeit. Was wollen Sie von unserem Land? Länder, die Tausende von Kilometer von hier entfernt liegen, verabschieden jetzt Gesetze, ihre Parlamente diskutieren über dieses Thema. Was hat das französische Parlament mit dieser Frage zu tun? Wie viele Jahre hat Frankreich schon den Ko-Vorsitz der Minsker Gruppe inne? Hat es auch nur einen Finger gerührt? Hat es einen konkreten Schritt unternommen, um diese Frage anzugehen? Aber schauen Sie sich an, was passiert, nachdem diese Frage gelöst ist. Der französische Senat nimmt eine Resolution zur Anerkennung Bergbarabachs an“.

Zum Thema

– Bergkarabach-Konflikt – Bergkarabach: Russland und Türkei kündigen gemeinsame Beobachtungsposten an

Russland und die Türkei haben am Mittwoch die Einrichtung eines Beobachtungszentrums für die Einhaltung des Waffenstillstands in Bergkarabach angekündigt.

Bergkarabach: Russland und Türkei kündigen gemeinsame Beobachtungsposten an

Energiepolitik
Karliczek: Wichtiger Impuls für eine deutsch-australische „Wasserstoffbrücke“

Die vom BMBF und der australischen Regierung geförderte Machbarkeitsstudie für eine deutsch-australische Lieferkette von Grünem Wasserstoff nimmt ihre Arbeit auf. Im September wurde zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Ministerium für Industrie, Wissenschaft, Energie und Ressourcen sowie dem Ministerium für Auswärtiges und Handel von Australien die Absichtserklärung zur Förderung einer Machbarkeitsstudie zu Grünem Wasserstoff unterschrieben. Nun sind die Projektpartner in beiden Ländern gefunden und nehmen ihre gemeinsame Arbeit auf. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Karliczek: „Grüner Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft. Doch der Zugang zu Grünem Wasserstoff ist bereits hart umkämpft. Als Innovationsland müssen wir uns jetzt um geeignete internationale Partnerschaften kümmern. Nur so können wir den notwendigen Import nachhaltig erzeugter Energie sichern und deutschen Unternehmen frühzeitig die Türen zu Absatzmärkten für Wasserstofftechnologien ‚Made in Germany‘ öffnen. Australien hat sich bereits als zentrales Exportland für Grünen Wasserstoff positioniert und ist zudem ein bedeutender Absatzmarkt für deutsche Technologien. Wie wir diese Potenziale heben und welche technologischen, ökonomischen und regulatorischen Lösungen sich anbieten, werden wir nun in einer gemeinsamen deutsch-australischen Machbarkeitsstudie untersuchen. Dabei nehmen wir die gesamte Lieferkette in den Blick – von der Elektrolyse in Australien über den Transport per Schiff bis hin zu Löschung und Nutzung in Deutschland. Die Machbarkeitsstudie ist damit der zentrale Impulsgeber für den Aufbau einer deutsch-australischen „Wasserstoffbrücke“. Mir ist es wichtig, dass die Machbarkeitsstudie auch die konkreten Bedarfe unserer Industrie berücksichtigt. Gerade diese sind von entscheidender Bedeutung, um eine effiziente Lieferkette aufzubauen und sie auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen zielführend auszurichten. Neben exzellenten Forschungseinrichtungen wirken daher auch namhafte Unternehmen aus der deutschen Wirtschaft an der Studie mit. Ich freue mich sehr, dass wir für die Leitung der Studie hochrangige und qualifizierte Partner gewinnen konnten: auf deutscher Seite die acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) und auf australischer Seite die University of New South Wales. Allen Beteiligten wünsche ich einen guten Start und viel Erfolg.“ Holger Lösch, Co-Projektleiter und Stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, betont: „Das Projekt HySupply ist ein Meilenstein für den Technologiestandort Deutschland. Es trägt dazu bei, dass wir künftig klimaneutralen Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen importieren können. Das Projekt ermöglicht uns, die Technologieführerschaft im umkämpften Wasserstoffmarkt zu übernehmen. Internationale Partnerschaften, wie mit Australien, sind der Schlüssel, damit sich Deutschland in einer klimaneutralen Welt als Industrienation behauptet.“ Professor Robert Schlögl, Co-Projektleiter und Direktor des Fritz-Haber-Institutes der Max-Planck-Gesellschaft und acatech Mitglied, erklärt: „Mit Wasserstoff können wir die Energie der australischen Sonne in Tanker packen und nach Deutschland holen. Jetzt wollen wir untersuchen, wie das im großen Stil und über lange Distanzen machbar ist. Dafür müssen wir an den Schnittstellen des gesamten Systems von Produktion, über Transport, Umwandlung und Nutzung noch dringende Forschungsfragen klären. Wenn uns das gelingt, haben wir mit Australien einen starken Partner gewonnen.“ Hintergrund: Das BMBF fördert gemeinsam mit dem Ministerium für Industrie, Wissenschaft, Energie und Ressourcen sowie dem Ministerium für Auswärtiges und Handel von Australien eine 24-monatige Machbarkeitsstudie zu einer Deutsch-Australischen Lieferkette für Grünen Wasserstoff. Die deutschen Projektpartner der Machbarkeitsstudie „HySupply“ werden vom BMBF mit über 1,7 Millionen Euro gefördert. Australien und Deutschland haben jeweils eine Nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet. Das Vorhaben dient hierbei der Umsetzung beider Strategien. Mehr als 300 Millionen Euro extra für grünen Wasserstoff Grüner Wasserstoff ist seit Jahren ein Schwerpunktthema der Energieforschungsförderung des Bundesforschungsministeriums. Im Bereich der Wasserstofftechnologie fördert das BMBF technologieoffen hochinnovative Ansätze zu Produktion, Transport und Nutzung. Im Fokus stehen Elektrolyse, Methanpyrolyse, künstliche Photosynthese sowie Brennstoffzellen. Dafür investiert das BMBF bis 2021 bereits 180 Millionen Euro. Diese Innovationsförderung soll nun noch stärker mit der Klima-, Energie- und Wirtschaftspolitik verzahnt werden. Im Rahmen der Nationale Wasserstoffstrategie wird das BMBF die Entwicklung neuer klimafreundlicher Wasserstofftechnologien weiter vorantreiben. Mehr als 300 Millionen Euro stehen dafür bis 2023 allein aus dem Klimafonds bereit.

Reisen
Camping: Die 100 beliebtesten Campingplätze Deutschlands 2020

Camping boomt. Trotz oder gerade wegen Corona ist die Nachfrage nach Camping stark gestiegen, besonders in Deutschland. Dies belegt die Auswertung der Abrufzahlen von PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC. PiNCAMP hat das Nutzungsverhalten deutscher Camper auf https://www.pincamp.de analysiert und festgestellt, dass 2020 die Seitenaufrufe um 39% Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Uwe Frers, Geschäftsführer der ADAC Camping GmbH, dem Betreiber von PiNCAMP, bestätigt: „Corona-bedingt lagen 2020 vor allem deutsche Campingplätze im Fokus der Camper. Auch die Nachbarländer Österreich, Dänemark und die Niederlande verzeichneten starke Zuwächse, während die beliebten Camping-Destinationen Italien, Frankreich und Kroatien Einbußen hinnehmen mussten.“ Als beliebtester Campingplatz Deutschlands überzeugte erneut der Camping- und Ferienpark Wulfener Hals, Fehmarn, bei den Bundesländern war Bayern die am meisten nachgefragte Destination bei deutschen Campern, gefolgt von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Camping- und Ferienpark Wulfener Hals ist 2020 der beliebteste Campingplatz der deutschen Camper Den Spitzenplatz unter den beliebtesten TOP 100 der deutschen Campingplätze nimmt wie auch im Vorjahr der Camping- und Ferienpark Wulfener Hals auf der schleswig-holsteinischen Ostseeinsel Fehmarn ein, gefolgt von Campingpark Havelberge und Campingpark Kühlungsborn, beide in Mecklenburg-Vorpommern. Auf Rang vier landet in diesem Jahr der Vorjahresdritte Strandcamping Waging aus Bayern. Der Alfsee Ferien- und Erholungspark aus Niedersachsen klettert von Rang acht auf Platz fünf. Ostsee Freizeitpark Booknis erstmals in den Top 100 Den größten Sprung in die Top 100 der beliebtesten deutschen Campingplätze machte in diesem Jahr der Ostsee Freizeitpark Booknis mit einer Steigerung der Aufrufe von 3040 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der schleswig-holsteinische Platz kletterte von Rang 348 im Jahr 2019 auf Platz 24. Dahinter folgen Eurocamp Spreewaldtor, Brandenburg, mit einem Zuwachs von 2135 Prozent von Platz 553 auf Platz 63 und der Campingplatz Amici Lodges, Nordrhein-Westfalen, der sich mit einem Plus von 1266 Prozent von Platz 526 auf Platz 95 verbessert. Bayern ist 2020 das beliebteste Camping-Bundesland Deutschlands Die bayerischen Campingplätze sind bei den deutschen Campern besonders gefragt. Allein 22 Campingplätze aus Bayern haben sich 2020 unter den Top 100 der beliebtesten Campingplätze Deutschlands platzieren können. Es folgen Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Aus den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen sowie aus Thüringen, dem Saarland und Sachsen-Anhalt hat es in 2020 kein Campingplatz unter die Top 100 der beliebtesten Campingplätze Deutschlands geschafft. Große Nachfrage, eingeschränktes Angebot, Online-Buchbarkeit wird immer wichtiger Die große Nachfrage nach deutschen Campingplätzen führte im Sommer zu teilweise chaotischen Verhältnissen. Immer wieder standen Camper wegen Überfüllung vor verschlossenen Plätzen und mussten unverrichteter Dinge wieder abreisen. Die Campingplätze waren von der Flut von E-Mail-Anfragen und Telefonanrufen überfordert. Nicht selten erhielten Campingplätze mehrere Hundert Anfragen pro Nacht, die Beantwortung war organisatorisch kaum mehr zu bewältigen. Uwe Frers dazu: „Nach den frustrierenden Erfahrungen in 2020 rate ich für 2021 dringend dazu, den Wunschplatz vor Antritt der Campingreise online zu buchen. Zum Start der Saison 2021 wird PiNCAMP über 2.000 online buchbare Campingplätze bieten, damit haben Camper ihren Platz sicher und starten ohne Stress in einen entspannten Camping-Urlaub.“ PiNCAMP/ADAC Camping: Die 10 beliebtesten deutschen Campingplätze 2020*
  1. Camping- und Ferienpark Wulfener Hals, Schleswig-Holstein (Vorjahr Platz 1)
  2. Campingpark Havelberge, Mecklenburg-Vorpommern (5)
  3. Campingpark Kühlungsborn, Mecklenburg-Vorpommern (2)
  4. Strandcamping Waging, Bayern (3)
  5. Alfsee Ferien- und Erholungspark, Niedersachsen (8)
  6. Camping Rosenfelder Strand, Schleswig-Holstein (12)
  7. Camping Wirthshof, Baden-Württemberg (46)
  8. Camping Miramar, Schleswig-Holstein (15)
  9. Camping Hopfensee, Bayern (6)
  10. Ostseecamping Familie Heide, Schleswig-Holstein (4)
PiNCAMP/ADAC Camping: Die 10 beliebtesten Reiseländer der deutschen Camper 2020*
  1. Deutschland (+154% Zuwachs, Vorjahr Platz 1)
  2. Italien (-27%, 2)
  3. Kroatien (-30%, 3)
  4. Österreich (+51%, 6)
  5. Frankreich (-41%, 4)
  6. Niederlande (+10%, 5)
  7. Dänemark (+54%, 9)
  8. Schweiz (-15%, 8)
  9. Spanien (-53%, 7)
  10. Slowenien (+4%, 13)
PiNCAMP/ADAC Camping: Die 10 beliebtesten Camping-Bundesländer 2020*
  1. Bayern (22 Campingplätze unter den Top 100)
  2. Schleswig-Holstein (12)
  3. Mecklenburg-Vorpommern (17)
  4. Baden-Württemberg (19)
  5. Niedersachsen (11)
  6. Nordrhein-Westfalen (7)
  7. Rheinland-Pfalz (4)
  8. Sachsen (2)
  9. Brandenburg (4)
  10. Hessen (2)
*Basis: Seitenaufrufe Campingplätze vom 1.1. – 31.10. 2019/20 auf pincamp.de

Automatischer Informationsaustausch
Steuerhinterziehung: Auch Türkei meldet bald Kontodaten an Deutschland

Nun also doch: Die Türkei beteiligt sich am internationalen Kampf gegen Steuerhinterziehung und meldet Finanzdaten auch nach Deutschland. Betroffene können die Möglichkeit einer Selbstanzeige prüfen. Mit dem Automatischen Informationsaustausch (AIA) von Finanzdaten haben die Steuerbehörden ein scharfes Schwert im Kampf gegen Steuerhinterziehung. Mehr als 100 Staaten, darunter ehemalige Steueroasen wie Liechtenstein, Österreich oder die Schweiz beteiligen sich und tauschen gegenseitig die Bankdaten Steuerpflichtiger aus, die in einem anderen Staat leben. Erstmalig wird jetzt auch die Türkei nach einigem Hin und Her Finanzdaten an Deutschland übermitteln. Das bedeutet: Wer in Deutschland steuerpflichtig ist und dem Finanzamt unversteuerte Einkünfte auf einem Konto in der Türkei verschwiegen hat, wird jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit auffliegen. Durch den Informationsaustausch lässt sich die Steuerhinterziehung praktisch nicht mehr verbergen. Betroffene haben aber die Möglichkeit, eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung zu stellen und dadurch straffrei auszugehen, erklärt die Wirtschaftskanzlei MTR Rechtsanwälte. Damit eine Selbstanzeige strafbefreiend wirken kann, muss sie vollständig sein und rechtzeitig, vor Entdeckung der Steuerhinterziehung durch die Behörden, gestellt werden. Da die Daten beim AIA in diesem Jahr erst zum 31.12. transferiert werden, haben Betroffene noch etwas Luft. Allerdings werden an die Selbstanzeige hohe Anforderungen gestellt und schon kleine Fehler können zu ihrer Unwirksamkeit führen. Daher ist es ratsam, sich an im Steuerrecht erfahrene Rechtsanwälte zu wenden. Umgekehrt melden auch deutsche Banken die Konten türkischer Steuerbürger an die Türkei. Sollte sich beim Datenabgleich zeigen, dass Inhaber türkischer Konten Geldzuflüsse nicht angegeben haben, könnte dies als Steuerhinterziehung gewertet werden, berichtet BR24.  BR-Recherchen in der türkischen Gemeinde in Deutschland zufolge ist der Informationsbedarf bei diesem Thema sehr groß. „Wir spüren bei unseren Beratungsgesprächen Unsicherheit und Angst“, sagt Safter Cinar, Sprecher des türkischen Bundes in Berlin gegenüber BR24.

Ankara
Ukraines Premier Schmyhal wünscht Freihandelsabkommen mit der Türkei

Istanbul – Die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die Ukraine, sagte Denys Schmyhal am Sonntag. Er nahm im Rahmen seines ersten offiziellen Besuchs in der Türkei an Treffen des türkischen Amtes für Außenwirtschaftsbeziehungen (DEIK) in Istanbul teil. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, unterstrich er die wachsende Zusammenarbeit sowohl an der wirtschaftlichen als auch an der politischen Front: „Die Ukraine möchte gemeinsam mit der Türkei wachsen und sich entwickeln“. Die Ukraine habe Schritte unternommen, um ihren Gesundheitssektor zu reformieren und Investitionen zu erleichtern, betonte der ukrainische Regierungschef. Kiew wolle „die türkische Expertise in den Bereichen Infrastruktur, Bauwesen und Energie nutzen“. Er sagte, dass ein Freihandelsabkommen ein großer Anstoß für blühende türkisch-ukrainische Beziehungen wäre. Im Anschluss an die Sitzung traf Schmyhal mit dem Minister für Industrie und Technologie, Mustafa Varank, und Ismail Demir, dem Leiter der Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie, zusammen. In seiner Rede vor der Presse vor dem Treffen hob Varank die historischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor und sagte, es sei an der Zeit, diese weiter zu stärken. Ein weiteres Treffen der gemeinsamen Delegation, an dem hochrangige Vertreter von türkischen Verteidigungs- und Luftfahrtunternehmen teilnahmen, fand ebenfalls statt. Treffen mit Erdogan Am Montag kam Schmyhal zudem mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammen. „Ich freue mich über das Treffen mit Präsident @RTErdogan. Die Türkei ist einer der wichtigsten Partner der Ukraine und spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Stabilität und Sicherheit in der Schwarzmeerregion“, sagte Schmyhal nach dem Treffen auf Twitter. „Die Ukraine ist bestrebt, die Zusammenarbeit mit der Türkei zu stärken, und ein Freihandelsabkommen soll diese Partnerschaft fördern“, fügte er hinzu.
(Screenshot/Twitter)

Zum Thema

– Türkei – Istanbul: Ukraine und Türkei unterzeichnen Militärabkommen

Die Türkei und die Ukraine haben ihre langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen am Freitag mit der Unterzeichnung eines Abkommens zur militärischen Zusammenarbeit weiter gestärkt.

Istanbul: Ukraine und Türkei unterzeichnen Militärabkommen

Mittelmeer-Krise
NATO kündigt Vorschläge zur Deeskalation zwischen Türkei und Griechenland an

Brüssel – Der NATO-Generalsekretär sagte am Montag, die Rückkehr des türkischen Forschungsschiffes Oruc Reis trage dazu bei, die Spannungen im östlichen Mittelmeer zwischen den beiden NATO-Mitgliedern Türkei und Griechenland abzubauen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.  „Soweit mir bekannt ist, liegt die Oruc Reis seit heute im Hafen, was dazu beiträgt, die Spannungen abzubauen und Fortschritte auch bei der Konfliktlösung zu erleichtern“, sagte Jens Stoltenberg in einer Pressekonferenz vor dem NATO-Außenministertreffen am 1. und 2. Dezember. Er fügte hinzu, dass er Vorschläge vorgelegt habe, wie die Entspannung zwischen den zwei NATO-Partnern gestärkt und wie weitere Risiken für Zwischenfälle und Unfälle verringert werden könnten. „Aber natürlich müssen wir Wege finden, die sowohl für Griechenland als auch für die Türkei funktionieren“, fügte er hinzu. Er betonte auch die Bedeutung der Rolle der NATO bei der Lösung von Differenzen und bei der Suche nach „positiven Schritten in die richtige Richtung“, wenn es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mitgliedstaaten, namentlich der Türkei und Griechenland, gibt. „Griechenland und die Türkei sind geschätzte Bündnispartner, und die NATO ist eine wichtige Plattform für Konsultationen zu allen Fragen, die unsere gemeinsame Sicherheit betreffen“, sagte Stoltenberg in einer schriftlichen Erklärung im September. Griechenland hat die derzeitige Erdgassuche der Türkei im östlichen Mittelmeer angefochten.

Die Türkei – das Land mit der längsten Küstenlinie im Mittelmeer – hat Bohrschiffe ausgesandt, um auf ihrem Festlandsockel nach Erdgas zu suchen, und erklärt, die Türkei und die Türkische Republik Nordzypern (TRNC) hätten Rechte in der Region.

Zum Thema

– Mittelmeer-Krise – Erdgasstreit mit Griechenland: Türkei beruft sich auf Seerechtskonvention

„In den letzten Wochen waren in den deutschsprachigen Medien wiederholt Artikel zu lesen, wonach die Türkei durch die Entsendung des Forschungsschiffs MTA Oruç Reis ins östliche Mittelmeer auf Provokation aus sei. Zunächst einmal ist das inhaltlich nicht richtig, weil die türkische Regierung von Beginn an auf die eigene Wirtschaftszone hingewiesen hatte“.

Erdgasstreit mit Griechenland: Türkei beruft sich auf Seerechtskonvention

Corona-Krise
Türkei: Erdogan kündigt Corona-Lockdown für das gesamte Wochenende an

Ankara – Um die drastisch gestiegenen Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus einzudämmen, hat der türkische Präsident am Montag erneut strengere Maßnahmen angekündigt. Am kommenden Wochenende werde es eine Türkeiweite Ausgangssperre geben, die am Freitag um 21 Uhr beginnt und bis Montag 5 Uhr gelte. In der Woche gilt der Lockdown von 21 Uhr bis 5 Uhr Morgens. Über 65-Jährige dürfen in der Woche zwischen 10 und 13 Uhr das Haus verlassen. Unter 20-jährige zwischen 13 und 16 Uhr. Diese beiden Gruppen können ab dem morgigen Dienstag auch keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen. Auch beim Eintritt in Supermärkten und Einkaufszentren sei demnach ab morgen auch ein sogenannter HES Code zwingend erforderlich. Dieser galt bisher nur für innertürkische Reisen. Der HES Code wurde vom türkischen Gesundheitsministerium zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingeführt. Im Falle einer Ansteckung soll die Nachverfolgung der Kontakte damit erleichtert werden. Die Teilnehmerzahl für Versammlungen wie etwa Hochzeiten oder Begräbniszeremonien werde auf 30 limitiert. Schulen und Kindergärten bleiben weiterhin vorerst geschlossen. Einige Sektoren, darunter die Lieferkette und die Produktion, seien von den Maßnahmen, die am Dienstag beginnen, ausgenommen, fügte der türkische Staatschef hinzu. Erdogan begründete die Verschärfungen mit einem „ernsthaften Anstieg der Fallzahlen“ in mehreren Städten wie der Millionenmetropole Istanbul. Da die täglichen Ansteckungszahlen in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen war, empfahl der beratende Wissenschaftsrat der Türkei der Regierung Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung von COVID-19 zu verlangsamen.