Bergkarabach-Konflikt
Turkologe Heß: Bei uns herrscht eine pro-armenische Sicht auf den Konflikt

Gedanken zur Genese des Karabach-Konflikts Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Reinhard Heß Hier teile ich noch ein paar recht unsystematische Gedanken, die zum Teil das Ergebnis der Social-Media-Diskussionen der letzten Tage und Wochen sind. Was dieser Post hier bezweckt, ist, einige grundlegende Fragen aufzuwerfen, die einerseits die Darstellung des Konflikts, anderseits den Umgang damit, im privaten Bereich wie in den Medien, betrifft. Das Ganze ist nicht systematisch und strukturiert, sondern subjektiv und so ausgewählt formuliert, wie es mir in den Sinn gekommen ist. Es geht zu einem wichtigen Teil um die Frage, wie man den Berg-Karabach-Konflikt darstellt, wo man historisch ansetzt, welche historischen Verbindungslinien man zieht. Ein Standardnarrativ in der proarmenischen Sichtweise auf den Konflikt ist die Behauptung, dass das gewaltsame militärische Eingreifen Armeniens in Aserbaidschan um die Wende von den 1980er zu den 1990er Jahren eine Reaktion auf Pogrome und Verfolgungen von Armeniern in Aserbaidschan, vor allem auf die Massaker in Sumqayıt (um den 27. Februar 1988) gewesen sei. Wie bekannt, fanden die wesentlichen Akte zur Sezession Berg-Karabachs ab 1988 statt (Beschluss des Regionalsowjets der Autonomen Region Berg-Karabach/ Nagorno-Karabachskaja Avtonomnaja Oblast´, NKAO vom 20. Februar 1988 usw.). In sehr vielen historischen Werken wird dieses Ereignis beziehungsweise das Jahr 1988 als Beginn der aktuellen gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Armeniern und Aserbaidschan betrachtet. Bekanntlich mündeten die Geschehnisse schließlich in der international nicht anerkannten Etablierung der „Republik Artsakh“ auf aserbaidschanischem Territorium. Was mich beim Prozess, der in die Ausrufung der sogenannten „Republik Artsakh“ mündete, stutzig gemacht hat, ist dass die Initiative zur Abspaltung der NKAO (Autonomen Region Berg-Karabach) von Aserbaidschan augenscheinlich nicht von der NKAO allein ausgegangen ist, sondern zu einem wesentlichen Teil von der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik (ArmSSR) ausging, wo eine Mobilisierung im Hinblick auf eine Statusänderung der NKAO schon 1987 begann. In meinem Buch „Panzer im Paradies“ (Dr. Köster Verlag, 2016) habe ich Indizien gesammelt dafür gesammelt, dass der Auslöser oder zumindest wesentliche Teile des Auslösungsprozesses des ganzen separatistischen Projekts in der Armenischen SSR liegen könnte. Vermutlich werden Menschen, die sehr gut Armenisch können, aber nicht unbedingt die in Armenien herrschende Sichtweise teilen, noch sehr viel mehr und Detailliertes zu diesem Thema zutage fördern können. Aber auch in der in anderen Sprachen erschienen Literatur gibt es deutliche Hinweise auf eine starke geistig-ideologische Befeuerung der separatistischen Bewegung, die aus der Armenischen SSR kam. Ferner gab es ja auch in der NKAO von armenischer Seite Gegenstimmen und Protest gegen die Besetzung durch Armenien (steht auch in dem Buch). Das spricht aus meiner Sicht gegen die von armenischer Seite immer wieder verbreitete Sicht, es habe sich um einen notwendigen Befreiungskampf von aserbaidschanischer Unterdrückung der Berg-Karabach-Armenier oder gar um eine Verhinderung eines neuen Genozids gehandelt. Das Verhältnis zwischen der armenischen und der aserbaidschanischen Bevölkerung in der Sowjetzeit (in der NKAO und außerhalb) spielt bei der Beantwortung dieser Frage eine wichtige Rolle. Es wird von verschiedenen Seiten natürlich unterschiedlich dargestellt. Es gab unbestreitbar Gewalttaten von beiden Seiten, die zum Teil unterschiedlich bewertet werden, am bekanntesten ist wohl das Pogrom von Sumqayıt. Mein Eindruck ist, dass in der Sowjetzeit die ethnischen Spannungen zwischen beiden Nationen unterschwellig vorhanden waren, sich aber nicht entladen konnten, weil die Moskauer Zentrale das verhindern wollte und konnte. Hinterher kann man natürlich leicht behaupten, dass die Armenier trotzdem unterdrückt wurden, aber wo sind da die Beweise? Es hat in der spätsowjetischen Zeit zweifellos Morde an Armeniern in Aserbaidschan gegeben. Doch rechtfertigt dies den Einmarsch mit Panzern und allem Drum und Dran, unter Beteiligung russischer Einheiten, und den geplanten, systematischen Massenmord an Zivilisten, wie er von der armenischen Armee in Xocalı 1992 begangen wurde (nach aserbaidschanischen Angaben gab es dabei 613 tote Zivilisten, die Schilderungen von Zeugen, die Berichte und Fotos sind kaum zu ertragen), die Besetzung nicht nur Berg-Karabachs, sondern auch weiterer Gebiete Aserbaidschans, zusammen 20% des Staatsgebiets? Wo ist da die Verhältnismäßigkeit? In den deutschen Medien ist immer wieder von den etwa 145.000 Armeniern in Berg-Karabach die Rede, von den 45.000 Aserbaidschanern, die die Armenier von dort vertrieben haben, um ihr ethnisch gesäubertes „Artsakh“ aus der Retorte zu heben, habe ich seit September noch in keinem einzigen deutschen Presseartikel etwas gelesen. Mein Punkt ist nicht, dass die Aserbaidschaner total gut und unschuldig seien. Aber herrscht bei uns nicht doch eine sehr einseitige (pro-armenische) und oberflächliche Sicht auf den Konflikt? Zum Thema Genozid allgemein: Kann ein historischer Genozid, wie der von 1915, tatsächlich als „Argument“ für die von den Armeniern begangenen Kriegsverbrechen und die völkerrechtlich illegale (was niemand bestreitet und was die UN in vier Resolutionen so dargestellt haben) Besetzung aserbaidschanischen Territoriums mit anschließender ethnischer Säuberung herhalten, oder müsste man nicht eher argumentieren, dass genau WEGEN der Erinnerung an das Unbeschreibliche, das den Armeniern 1915 widerfahren ist, ethnische Säuberungen, Angriffskriege und Massakern an Zivilisten tabu sein sollten, und zwar, gleich von welcher Seite?
Zum Thema: Medien: Deutsch-Aserbaidschaner kritisieren „einseitige Berichterstattung“
Ich muss in solchen Situationen immer an das Vermächtnis der türkischen Schriftstellerin und Anwältin Fethiye Çetin und ihr berühmtes Buch „Meine Großmutter“ (Anneannem) denken (siehe etwa Çetin, Fethiye: Anneannem [Meine Großmutter]. 9. Aufl. Istanbul: Metis). Dessen Fazit lautet, soweit ich mir anmaßen kann, es nachzuformulieren: Das, was den Armeniern 1915 geschehen ist, darf nie, nie, nie irgendjemand anderem angetan werden. Ich füge hinzu: Das, was den Juden von uns Deutschen 1933 bis 1945 angetan wurde (und vieles, was Juden von uns Deutschen immer noch oder schon wieder angetan wird!), darf niemals wieder irgendjemandem angetan werden. Ein Genozid rechtfertigt keinen Mord, keinen Massenmord, keinen weiteren Genozid, sondern nur den konsequenten Kampf aller Menschen gegen all dies. Wir müssen, jeder mit seinen Mitteln, gegen die Logik jeden Mordens, Vertreibens, Verfolgens und jedes Genozids angehen. Jedes Genozids, unabhängig von der Nationalität, Sprache, Herkunft, Religion und so weiter der potentiellen Opfer. Wenn man in diesem Zusammenhang schon nicht moralisch argumentieren will, dann vielleicht auf einer praktischen Ebene: Hat die Gewalt von Armeniens Armee gegen Aserbaidschan seit 1988 tatsächlich dazu beigetragen, dass auch nur irgendein Mensch eher bereit gewesen wäre, die Realität des Genozids von 1915 anzuerkennen? Ehrlich gesagt, kann ich keine „konkreten Gründe“, die manche in dem Krieg, der von 1988 bis 1994 seine heißeste Phase hatte, für eine Berufung auf den Genozid von 1915 sehen möchten, nicht nachvollziehen. Welche Gründe sind dies, und warum sind sie „konkret“? Wer von denjenigen, die den Krieg von 1987 an herbeiredeten und -demonstrierten, hat denn wirklich den Genozid miterlebt? Wenn ein paar armenische Teenager vor dem Brandenburger Tor demonstrieren und von „existenzieller Bedrohung“ sprechen – wen oder was repräsentieren sie dabei? Wenn man sich den Terroristen Monte Melk´onian (1957-1993) ansieht, der für die Armenier in Karabach kämpfte (und starb), dann sieht man, dass auch er sich auf 1915 berief und dafür mordete. Und zwar Menschen, die 1915 noch nicht einmal geboren waren. Ist das legitim? Darf man vergangenes Unrecht auf eigene Faust mit gegenwärtigem Unrecht „rächen“? Was hätten die Aserbaidschaner, die 1988 in Berg-Karabach ermordet wurden und von dort vertrieben wurden, für eine Schuld am Genozid von 1915 haben können, der in Anatolien und Syrien und nicht in Aserbaidschan begangen wurde? Charakteristisch für der pro-armenischen Position in deutschen und europäischen Medien ist ein Polyphonie der Argumente. Der Hinweis auf den Genozid von 1915 wird mit bis in die Antike zurückreichenden historischen Ansprüchen (Tigran der Große, Christianisierung der Armenier usw.) verknüpft, das Ganze mit Kritik an Aserbaidschans Verbündetem Türkei und Dschihadismusvorwürfen garniert. Vielfach ist auch Neid auf den Öl- und Gasreichtum Aserbaidschans und seine wirtschaftliche Macht erkennbar. Mitunter wirft die Verbindung oder das direkte Nebeneinander von aus so verschiedenen zeitlichen, räumlichen und inhaltlichen Bereichen verdächtig und gezwungen. Wenn die (in meinen Augen vollkommen unglaubwürdige) These, dass Aserbaidschan (und sein Verbündeter Türkei) heute den Genozid an den Armeniern von 1915 fortsetzen, stimmen würde, brauchte man dann überhaupt noch all die anderen Argumente, wie die angebliche historische Kontinuität der armenischen Kulturpräsenz in „Artsakh“? Durch die Juxtaposition von sehr disparaten Argumenten erscheinen sowohl diese als auch die Gesamtargumentation unglaubhaft. Im Zusammenhang mit der erwähnten Kritik an Aserbaidschan wird vielfach auch das dortige politische System angeprangert. Es sei eine „unhinterfragte Autokratie“, heißt es da beispielsweise. Aber viele schreiben dies, ohne dort gewesen zu sein, oder, indem sie nur eine sehr entfernte und oberflächliche Kenntnis vom Land und seiner Geschichte haben. Mein Eindruck aus Baku, wo ich ungefähr zehn Mal, teils länger, war, ist keinesfalls, dass die aserbaidschanische Regierung „unhinterfragt“ sei. Es gibt auch aserbaidschanische Opposition, im In- wie im Ausland. Nicht alle Aserbaidschaner finden alles toll, was die aserbaidschanische Regierung tut und lässt. Ob es in Armenien wirklich so frei und demokratisch zugeht, wie in der deutschen Presselandschaft vielfach behauptet (auch dies ein weiteres der disparaten Argumente im anti-aserbaidschanischen Argumentationsmix) kann ich nicht sagen, auch wegen fehlender Armenischkenntnisse und weil ich noch nie dort war. Aber wie frei und demokratisch ist ein Land, das wirtschaftlich, militärisch und politisch vollkommen von Russland abhängt und dessen sonstiger wichtigster Verbündeter Iran ist, zwei Länder, die auch nicht gerade Leuchttürme der Demokratie und Menschenrechte sind? Und nehmen wir einmal an, Armenien sei wirklich so demokratisch, wie dies mancherorts behauptet wird, dann bin ich mir trotzdem nicht sicher, ob die Regierungsform überhaupt etwas mit der Legitimität von (Außen-)Politik zu tun haben muss. Die USA sind eine Demokratie, aber in Vietnam haben Verbrechen begangen, die selbst im 20. Jahrhundert zu den fürchterlichsten gehörten. Wäre armenische „Demokratie“ denn eine Rechtfertigung für den Xocalı-Massenmord? Aserbaidschan ist ein autoritärer Staat, aber ich finde, man muss den historischen und geographischen Kontext berücksichtigen, in dem Aserbaidschan seine Unabhängigkeit errungen ist (postsowjetische Zeit, Zerfallsprozesse). 1993 war der gerade erst unabhängig gewordene aserbaidschanische Staat fast wieder am Auseinanderfallen, und zwar zu einem wesentlichen Teil deshalb, weil es Opfer der völkerrechtswidrigen und brutalen armenischen Aggression geworden war. Vielleicht wäre der aserbaidschanische Staat ja auch auseinandergefallen, wenn nicht Heydәr Әliyev, sehr wohl autoritär und strikt, das Heft in die Hand genommen hätte. Vielleicht werden sich einige Deutsche ja aus dem Geschichtsunterricht (gibt es so was noch an deutschen Schulen?) auch einmal erinnern wollen, wie autoritär und gewaltsam die Reichsgründung von 1871 war… Viele Reaktionen auf meinen am 27. Oktober geposteten Text merkten in Facebook-Kommentaren an, dass man diesem noch viel hätte hinzufügen können. Na gut, aber es war nun einmal ein für die „Berliner Zeitung“ bestimmter Presseartikel, bei dem die Zeitung ein Limit von 10.000 Zeichen vorgegeben hatte (tatsächlich sind es 9977 geworden, ich finde also, ich habe meine theoretischen Möglichkeiten ganz gut ausgenützt). Aber gleich, wie lange man schreibt und redet: Man verliert sich irgendwann in der ungeheuren Komplexität des Konflikts, der historischen, juristischen, politischen, sprachlichen usw. Dass sich die am Konflikt Beteiligten nicht unbedingt einigen können, wo man ansetzt, um den Konflikt zu erklären und Positionen zu begründen (330 v. Chr., 6. Jahrhundert n. Chr., 1805, 1828, 1905-1906, 1918, 1920, 1923, 1988? um nur ein paar Daten zu nennen, die so in der Literatur kursieren), ist bereits Teil des Problems. Da habe ich auch keine Lösung. Ich sehe aber auch nicht, dass irgendeine der beteiligten Kulturtechniken oder Aktivitäten (Juristerei, Diplomatie, Wissenschaft, Schriftstellerei) in den letzten drei Jahrzehnten in der Lage gewesen wäre, den Konflikt signifikant zu entschärfen. Und das ist wohl auch einer der Gründe dafür, dass jetzt leider wieder die Waffen sprechen mussten, damit Aserbaidschan zu seinem international verbrieften Recht kommt, nämlich Herr über sein eigenes Staatsgebiet zu sein.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Michael Reinhard Heß ist promovierter und habilitierter Turkologe und seit 2005 Privatdozent an der FU Berlin. Thema der Habilitation waren Leben und Sprache des aserbaidschanischen Dichters İmadәddin Nәsimi (1370–1417). Zum Thema Karabach hat er die Bücher „Panzer im Paradies“ (Dr. Köster 2016) und „Karabakh from the 13th century to 1920“ (Gulandot, 2020) verfasst.

Weltgrößte Menschen
Top-10: Die Länder mit den größten Menschen

London – Als der größte Mensch der Welt gilt der Türke Sultan Kösen aus Ankara. Mit einer Größe von 2,51m wurde er 2011 in das Guinness-Buch der Weltrekorde aufgenommen. Kösens Schuhgröße wird mit 62 angegeben. Er ist auch Rekordhalter für die größten Hände eines lebenden Menschen. Sie messen von der Spitze des Mittelfingers bis zum Handgelenk 28.5 Zentimeter. Doch welche Länder haben die größten Menschen im Durchschnitt? Die Weltgesundheitsorganisation legte internationale Standards für das Wachstum von Kindern bis zum Alter von 5 Jahren fest. Diese Klassifikation basiert auf Normen, die bei Kindern aus wirtschaftlich begünstigten Verhältnissen zu beobachten sind und ähnliche Wachstumsmuster aufweisen, wenn sie im Säuglingsalter gestillt wurden. Die Größe einer Person wird mithilfe eines Stadimeters von den Füßen bis zum Scheitel gemessen. Es existieren einige Faktoren, die mit dem Wachstum zusammenhängen. Bevölkerungen, die denselben Umwelteinflüssen ausgesetzt sind und denselben genetischen Hintergrund besitzen, weisen oft ähnliche Merkmale in der Statur auf. Unsere menschlichen Gene sind in der Lage, gegensätzliche Extreme wie Zwergwuchs oder Gigantismus zu verursachen. Im Gegensatz dazu, können Kinder jedoch auch unter verzögertem Wachstum und einer deutlichen Abnahme der Körpergröße im Erwachsenenalter leiden – verursacht durch Unterernährung und externe Faktoren, wie z. B. in Kriegszeiten oder in wirtschaftlichen Situationen wie Armut. BBC berichtet über eine Analyse, die in The Lancet erschien: Schlechte Ernährung von Kindern im Schulalter könne zu einem durchschnittlichen Höhenunterschied von 20 cm zwischen der größten und der kleinsten Nation beitragen. Diese Analyse hätte ergeben, dass 2019 die größten männlichen 19-Jährigen in den Niederlanden und die kleinsten in Timor Leste lebten. Die männlichen 19-jährigen Briten wären in der weltweiten Rangliste der Körpergröße von Platz 28 im Jahr 1985 auf den 39. Platz im Jahr 2019 (1,78 Meter) nach unten gerutscht. Die Forschung erachte es als wichtig, Veränderungen der Größe und des Gewichts von Kindern auf der ganzen Welt im Laufe der Zeit zu verfolgen. Es könne die Qualität der verfügbaren Ernährung und die Gesundheit der Umwelt für junge Menschen widerspiegeln. Ein Team analysierte Daten von mehr als 65 Millionen Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 19 Jahren aus mehr als 2000 Studien zwischen 1985 und 2019. Sie stellten dabei fest, dass im Jahr 2019 im Durchschnitt Kinder und Jugendliche in Nordwest- und Mitteleuropa (z. B. in den Niederlanden und Serbien) die höchsten Werte der Welt aufwiesen. Die 19-Jährigen, die im Durchschnitt am kleinsten waren, leben in Süd- und Südostasien, Lateinamerika und Ostafrika. Mit diesem Hintergrundwissen wurden die Länder mit den höchsten Durchschnittsbevölkerungszahlen der Welt betrachtet, die alle in Europa zu finden sind. Diese Durchschnitts-Körpergrößen stellen den Mittelwert für die gesamte analysierte Bevölkerung dar, einschließlich der männlichen und weiblichen Teilnehmer. Im Gegensatz dazu verzeichnen die Länder Länder Iran, Grönland, Südkorea, Japan, Belgien Spanien Portugal, Hongkong und Türkei bei Männern (seit dem Jahr 1914 bis heute) die höchste prozentuale Steigerung der Körpergröße. Obwohl die Türkei in der Liste die Länder mit den größten Menschen der Welt beiderlei Geschlechts mit einer Durchschnittsgröße von 1,674 Metern (Männer 1,742 Meter, Frauen 1,605 Meter) nur auf Platz 61 rangiert, beweist der erreichte Platz 10 in der prozentualen Steigerung der Körpergröße, dass auch in der Türkei durch eine bessere Ernährung und wesentlich verbesserte Wirtschafts- und Umweltfaktoren das Wachstum einen großen Schritt voran ging (Studie des Imperial College London). Die Top 10 der Liste von Imperial College London mit den Ländern der größten Menschen der Welt beiderlei Geschlechts. Die Angaben beziehen sich auf Erwachsene im Alter von 20 Jahren (Geburtsjahr 1994). Die Länder sind nach den durchschnittlichen männlichen und weiblichen Medianwerten sortiert.

1. Niederlande & Lettland: 175,6cm

Mit ihrer Körpergröße liegen die Niederländer mit durchschnittlichen 1.825 Metern (Männer) und 1,687 Metern (Frauen) gemeinsam mit Lettland an erster Stelle. Wie die Weltgesundheitsorganisation feststellte, haben die Lebensqualität und eine gute Ernährung aus Milchprodukten und Kaltwasserfischen möglicherweise zu ihrer großen Statur beigetragen. Die Niederlande verfügt über eine Interessenvertretung für große Menschen. Interessant ist auch, dass alle Regierungsgebäude in den Niederlanden hohe Türen besitzen. Nationalgericht: Stamppot. Die Basis eines jeden Stramppots (deutsch: Stampftopf) bilden gestampfte Kartoffeln, die von der Konsistenz her unserem Kartoffelbrei ähneln. Außerdem sind verschiedene Gemüsesorten und traditionellerweise eine geräucherte Ringwurst, Bestandteil des Eintopfgerichtes. Lettland
Die lettische Hauptstadt Riga (Foto: pixabay)
Lettlands Männer (1,814 Meter) und Frauen (1,698 Meter) belegen mit den Niederlanden den ersten Platz. Politische Stabilität und Rechtsstaatlichkeit, sowie eine stabile Wirtschaft, gemäßigtes Klima und eine fruchtbare Landwirtschaft tragen zum Platz 1 in der Liste bei.  Nationalgericht: Zu den typischen lettischen Spezialitäten gehören das lettische Nationalgericht Pelmeni (Mit Schweinefleisch gefüllte Teigtaschen).

Bergkarabach-Konflikt
Kriegsende: Türkei und Russland senden „Friedenstruppen“ nach Bergkarabach

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Moskau – Russland und die Türkei haben sich vorläufig auf ein zweistufiges Abkommen geeinigt, um die Kämpfe in Bergkarabach zu beenden. Ein Schritt, der erfolgt, nachdem Aserbaidschan gegenüber Armenien in der umkämpften Enklave entscheidende Fortschritte erzielt hatte. Das Abkommen, das Armenien verpflichte, einen großen Teil des Bergkarabachs abzutreten und eine türkische und russische Friedensmission in das Gebiet zu entsenden, folgt auf die verkündete Einnahme der strategischen Stadt Schuscha durch Aserbaidschan. Gebiete in Bergkarabach würden später ebenfalls an Aserbaidschan übergehen, aber Informationen darüber, welche Gebiete und wie der Austausch stattfinden wird, sind noch nicht bekannt. Eine Friedenstruppe, die aus russischen und türkischen Soldaten besteht, würde das Abkommen sichern. Das Abkommen soll vom russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan persönlich ausgearbeitet worden sein. Die Einzelheiten erörterten der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu und sein russischer Amtskollege Sergey Lavrov in einem anschließenden Telefongespräch. Dem Abkommen zufolge wird sich Armenien unverzüglich aus fünf der sieben besetzten Rions (eine Art Verwaltungseinheit mehrerer postsowjetischer Staaten) um Bergkarabach zurückziehen. Gemäß den Bedingungen des Waffenstillstands wird sich Jerewan innerhalb von 15 Tagen aus den verbleibenden zwei Gebieten zurückziehen. Das Abkommen sehe nicht vor, dass Baku seine kürzlich eroberten Gebiete verlassen muss, würde aber die Offensive Aserbaidschans gegen Bergkarabach, das jetzt teilweise von Baku kontrolliert wird, stoppen. In einem bedeutenden Schritt werden beide Seiten der Einrichtung von zwei Korridoren zustimmen. Eine Straße, die von Armenien nach Bergkarabach führt, würde zunächst Jerewan den Zugang zu der Region sichern. Armenien wird im Gegenzug die Einrichtung eines zweiten Korridors ermöglichen, der das aserbaidschanische Gebiet Nachtkivan mit Baku verbinden würde. Nach Angaben des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, wird das russische Militär zunächst befristet für fünf Jahre in Bergkarabach stationiert. Falls die Vertragsparteien keine Einwände erheben, könne die Befristung verlängert werden. Es wird vermutet, dass die sogenannte Arsachische Republik nach dem Abkommen aufhören wird zu existieren. Die Republik, ein Geschöpf Armeniens, war nie international anerkannt. Tatsächlich vertraten die Vereinten Nationen unerschütterlich die Auffassung, dass Bergkarabach rechtmäßiges aserbaidschanisches Territorium sei. Der armenische Präsident Premierminister Nikol Paschinjan hat  die Unterzeichnung bestätigt. Auf Facebook schreibt Paschinjan:
„Liebe Landsleute, Schwestern und Brüder. Ich persönlich habe eine sehr schwere Entscheidung für mich und uns alle getroffen. Ich habe eine Erklärung zur Beendigung des Karabakh-Krieges mit russischen und aserbaidschanischen Präsidenten ab 01.00 Uhr unterzeichnet. Der Text der bereits veröffentlichten Aussage ist unglaublich schmerzhaft für mich und unsere Leute. Ich habe diese Entscheidung getroffen, als Ergebnis einer eingehenden Analyse der militärischen Situation und der Wertschätzung der Menschen, die die Situation am besten besessen haben. Auch basierend auf dem Glauben, dass dies die beste Lösung in der geschaffenen Situation ist. Darüber werde ich in den kommenden Tagen eine Nachricht schreiben.“
Der 30-jährige Konflikt um Bergkarabach ist am 27. September erneut eskaliert. Seitdem sind schwere Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen.

Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld für die Kämpfe. Baku erklärte, die Armee habe eine „Gegenoffensive“ gestartet, „um Armeniens militärische Aktivitäten zu stoppen und die Sicherheit der Bevölkerung zu schützen“. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten.

Aliyev sagte, dass seit dem 27. September über 200 Dörfer, Städte und Siedlungen von der armenischen Besatzung befreit worden seien. Nach der Bekanntgabe feierten viele Aserbaidschaner auf den Straßen die Befreiung mit Hupkonzerten. Zahlreiche dankten auch dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für seine Unterstützung. Der Sprecher des aserbaidschanischen Außenministeriums, Hikmet Hajiyev, dankte in einem Tweet der Türkei für ihre Unterstützung in dem Konflikt. „Danke Brudernation Türkei“, schrieb Hajiyev.

In Bergkarabach leben überwiegend Armenier, die Region gehört jedoch völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Seit einem blutigen Krieg in den frühen 1990er Jahren, bei dem Zehntausende Aserbaidschaner von armenischen Milizen vertrieben wurden, wird Bergkarabach von Armenien kontrolliert. Dabei kam es zu Massakern an der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung, wie zum Beispiel in Chodschali am 25. Februar 1992, bei dem Hunderte Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, getötet wurden.

Türkei
Finanzminister: Erdogan akzeptiert Rücktritt von Berat Albayrak

Ankara – Am Sonntagabend kündigte der türkische Finanzminister und Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Instagram seinen Rücktritt an. Für den Rücktritt nannte der 42-Jährige gesundheitliche und familiäre Gründe. „Nachdem ich fast fünf Jahre auf Ministerposten gedient habe, habe ich die Entscheidung getroffen, mein Amt wegen gesundheitlicher Probleme nicht weiter auszuüben“, schrieb er auf seinem Instagram-Account. Der Rücktritt wurde vom Finanzministerium bestätigt und Montagabend von Staatschef Erdogan angenommen. Der ehemalige Verkehrsminister Lütfi Elvan wurde als neuer Finanzminister ernannt. Hintergrund der Auseinandersetzung ist nach Handelsblatt Informationen eine Auseinandersetzung zwischen Albayrak und dem neuen Notenbankchef Naci Agbal. Dies hätten „verschiedene Quellen aus dem Präsidialamt und dem Umfeld der türkischen Regierung“ bestätigt. Demnach habe Albayrak endgültig einen Machtkampf verloren, in dem er zum Schluss sogar handgreiflich geworden sein soll. Albayrak selbst äußert sich nicht zu den Augenzeugenberichten. Auch sein Sprecher ist seit Sonntagabend nicht mehr erreichbar, berichtet das Handelsblatt weiter. Nachdem die Türkei von einem parlamentarischen zum Präsidialsystem gewechselt war, holte Erdogan Albayrak 2018 ins Kabinett. Davor war Albayrak drei Jahre lang Energieminister.

Extremismus
NRW: Aussteigerprogramm „Islamismus“ erfolgreich

Im Aussteigerprogramm „Islamismus“ des NRW-Innenministeriums werden aktuell zwischen 50 und 60 sogenannte Islamisten betreut. „Bei etwa 30 der aktuellen Begleitungen konnten wir bereits eine deutliche Distanzierung von der extremistischen Ideologie und Szene feststellen. Es ist zu erwarten, dass ein Großteil dieser Fälle kurz- bis mittelfristig positiv abgeschlossen werden kann“, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Demnach hat sich das Programm bereits mit 190 Islamisten befasst. Beim Präventionsprogramm Wegweiser, das sich an Jugendliche richtet, die in den gewaltbereiten Salafismus drohen abzurutschen, sind bislang 1000 Jugendliche und junge Erwachsene intensiv betreut worden. In 56 Prozent der Fälle waren die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahre alt; 14 Prozent waren Kinder unter 14. Rund ein Viertel waren Mädchen und junge Frauen. „80 bis 90 Prozent der Beratungsfälle nehmen einen langfristigen positiven Verlauf. Das heißt konkret, dass sich extremistische Einstellungen nicht festsetzten“, so der Sprecher. In Fällen fortgeschrittener Radikalisierung sei aber sichergestellt, dass Angebote zum Ausstieg vom Aussteigerprogramm Islamismus unterbreitet werden, so der Sprecher. Insgesamt erhielt Wegweiser mehr als 23.000 Anfragen zum Präventionsangebot, davon knapp 14.000 Anfragen mit Einzelfallbezug und über 9.460 allgemeine Anfragen.

Umweltschutz
Neue Studie: Sojaöl im Diesel deutlich klimaschädlicher als bisher bekannt

Eine neue Kurzstudie, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und ROBIN WOOD gemeinsam mit dem europäischen Dachverband Transport & Environment in Deutschland veröffentlichen, bewertet Sojaöl im Agro-Diesel als deutlich klimaschädlicher als bisher bekannt.

Die Zerstörung von Wäldern und anderen Kohlenstoffsenken aufgrund der jüngsten Ausdehnung des Sojaanbaus sei größer als von der EU-Kommission bislang angenommen. Insbesondere sind die artenreichen Tropenwälder Südamerikas stark von Entwaldung bedroht. Die DUH und ROBIN WOOD fordern deshalb von der EU-Kommission, Sojaöl als extrem klimaschädigend einzustufen und es somit als Rohstoff für Agro-Kraftstoffe auszuschließen.

Darüber hinaus prognostiziert die Studie, dass sich die Nachfrage nach Sojaöl für Diesel durch den Palmöl-Ausstieg je nach Szenario verdoppeln bis vervierfachen könnte. Bis 2030 läuft die Beimischung von Palmöl zum Diesel in der EU aus. Die dadurch entstehende Lücke sollte nun aber auf keinen Fall durch Soja-Diesel oder andere Anbaukraftstoffe geschlossen werden. Die Treibhausgas-Emissionen von Diesel aus Sojaöl sind die höchsten nach Diesel aus Palmöl. „Sojaöl ist als Rohstoff für Diesel genauso ungeeignet wie Palmöl. Wertvolle Lebensmittel aus den Tropen in Deutschland im Straßenverkehr zu verbrennen, ist schlicht Wahnsinn. Dem Klima- und Artenschutz ist durch einen Umstieg von Palmöl auf Sojaöl nicht geholfen. Die Bundesregierung muss Sojaöl und Palmöl schnellstmöglich aus dem Verkehrssektor verbannen“, so Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer. Die neue Kurzstudie belegt, dass 10,5 Prozent der Ausweitung des Sojaanbaus auf kohlenstoffreichen Flächen, das heißt zum Beispiel in Feuchtgebieten und Wäldern stattfindet und damit stärker zum Klimawandel beiträgt als bisher angenommen. Ab 10 Prozent wird ein Rohstoff von der EU-Kommission als Rohstoff mit hohem Risiko für Landnutzungsänderungen eingestuft. Da die EU-Kommission basierend auf Erkenntnissen von Anfang 2019 einen niedrigeren Wert von 8 Prozent annimmt, wird Sojaöl in der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU momentan nicht dementsprechend eingestuft. „Sojaöl muss basierend auf den neuen Erkenntnissen als Rohstoff mit hohem Risiko für Landnutzungsänderungen eingestuft werden und dessen Förderung durch die EU muss enden. Fest steht: Soja im Agro-Diesel ist ein starker Treiber der Waldzerstörung, weil für die gewaltigen Sojafelder Südamerikas die dortigen einzigartigen Ökosysteme zerstört werden. Bislang unterschätzt die EU die Gefahr für das Klima, die vom steigenden Sojaanbau ausgeht“, so Cristina Mestre, Biofuels Manager bei Transport & Environment. Fenna Otten, Tropenwaldreferentin bei ROBIN WOOD ergänzt: „Wir dürfen nicht das eine Übel durch ein anderes ersetzen und anstelle von Palmöl nun Sojaöl dem Diesel beimischen. Auf diese Weise wird Klimaschutz bloß vorgetäuscht, tatsächlich aber verschleppt. Die steigende Nachfrage nach Sojaöl im Tank würde wertvolle Waldfläche zerstören, die insgesamt fast so groß ist wie das Saarland. Wenn wir jetzt handeln und die Beimischung von Sojaöl stoppen, dann können wir den enormen Druck auf die Tropenwälder mindern und weiteren Kahlschlag verhindern!“ Hintergrund: Agro-Diesel wird fossilem Dieselkraftstoff beigemischt, um ihn vermeintlich klimafreundlicher zu machen. Der in Deutschland am meisten für Agro-Diesel eingesetzte Rohstoff ist Raps. Doch auch Raps im Tank sorgt für 20 Prozent höhere Treibhausgas-Emissionen verglichen mit fossilem Diesel. Die DUH und ROBIN WOOD lehnen Anbaukraftstoffe daher grundsätzlich ab – sie stehen in Konkurrenz mit dem Anbau von Nahrungsmitteln und verursachen bei Berücksichtigung der indirekten Landnutzungseffekte höhere Treibhausgas-Emissionen als fossiler Diesel. Die drei Umweltorganisationen sehen den Vorstoß im Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums, die Beimischung von Agro-Kraftstoffen aus Palmöl schon vor 2030 zu beenden, als wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz. Weitere Schritte müssen folgen – mit dem Ziel eines schnellstmöglichen, vollständigen Ausstiegs aus Agro-Kraftstoffen verbunden mit einer tiefgreifenden Mobilitätswende

Wirtschafts-News
Amazon-Verkaufspartner: Über 1.000 Verkäufe pro Minute

Bei den Exporten über Amazon verzeichneten in Deutschland ansässige kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) im Jahr 2019 einen Umsatz von 2,75 Milliarden Euro – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 250 Millionen Euro. Mehr als 3.300 KMUs aus Deutschland erzielten 2019 auf Amazon über eine Million US-Dollar Umsatz. KMUs, die auf Amazon.de verkaufen, haben in Deutschland bisher mehr als 110.000 Arbeitsplätze geschaffen.  900.000 KMUs Amazon arbeitet mit mehr als 900.000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) in ganz Europa zusammen, darunter Verkaufspartner, Entwicklerinnen und Entwickler, Kreativschaffende, Autorinnen und Autoren sowie Lieferpartner. Heute wurde der Report „Amazon für kleine und mittlere Unternehmen 2020“ vorgestellt. Hier wird gezeigt, wie sich im Zeitraum vom 1. Juni 2019 bis zum 31. Mai 2020 bzw. im Kalenderjahr 2019 die Zusammenarbeit für die unabhängigen Unternehmerinnen und Unternehmer ausgezahlt hat. Verkaufspartner: Mehr als 1.000 verkaufte Produkte pro Minute Die große Mehrheit der Verkaufspartner auf dem Amazon Marketplace in Deutschland besteht aus KMUs. Im Untersuchungszeitraum (1. Juni 2019 – 31. Mai 2020) haben sie ein deutliches Wachstum verzeichnen können. Die Zahl der von deutschen Verkaufspartnern über Amazon verkauften Produkte stieg um 22 Prozent von 450 auf 550 Millionen – das sind über 1.000 verkaufte Artikel pro Minute. Die Jahresumsätze wuchsen dadurch durchschnittlich von 90.000 Euro auf 120.000 Euro an. 3.300 kleine und mittlere Unternehmen erzielten im Jahr 2019 sogar Umsätze von mehr als einer Million US-Dollar – teils auch dank ihres über Amazon angekurbelten Exportgeschäfts: Dieses legte von 2,5 Milliarden Euro auf 2,75 Milliarden Euro zu. Die KMUs unter den Verkaufspartnern haben bisher etwa 110.000 Arbeitsplätze geschaffen. „Kleine und mittlere Unternehmen zu stärken ist im Kern all unserer Aktivitäten. Wir werden auch weiterhin in Logistik, Tools und Personal investieren, um kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen. Das ermöglicht uns, das beste Einkaufserlebnis für unsere Kundinnen und Kunden zu schaffen“, sagt Francois Saugier, VP EU Seller Services bei Amazon. „Trotz der herausfordernden Zeit sind unsere Verkaufspartner während der Pandemie weitergewachsen. Wenn Kundinnen und Kunden bei uns einkaufen, kommen mehr als 50 Prozent der von ihnen gekauften Produkte von kleinen Unternehmen.“ Markus Schöberl, der als Director Seller Services für den deutschen Amazon Marketplace zuständig ist, kommentiert: „Die Zusammenarbeit von KMUs und Amazon ist eine wirkliche Win-Win-Situation. Die KMUs können sich über uns ein zweites Standbein aufbauen. Und die Kundinnen und Kunden von Amazon profitieren von der Vielfalt, die durch die Kreativität und die Energie unserer Verkaufspartner zur Auswahl steht“. Aus diesem Grund investiert Amazon auch in die Zusammenarbeit – im Jahr 2019 europaweit rund 2,2 Milliarden Euro für Logistik, Tools, Services, Programme und Personal. Auch nach dem untersuchten Zeitraum finden spezielle Aktionen statt, die kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen: Zum Prime Day 2020 sowie in der Weihnachtszeit 2020 unterstützt Amazon KMUs mit über 85 Millionen Euro für die Bewerbung ihrer Produkte – so konnten Amazon Kundinnen und Kunden am Prime Day eine 10 Euro Gutschrift erhalten, wenn sie vorher in gleichem Wert über Amazon bei einem KMU eingekauft hatten. Für kleine und mittlere Unternehmen, die gerade erst darüber nachdenken, ins Online-Geschäft einzusteigen, hat Amazon zudem gemeinsam mit dem Handelsverband HDE und der Initiative „Händler helfen Händlern“ das Wissensportal „Quickstart Online“ ins Leben gerufen. Zu den erfolgreichen KMU-Verkaufspartnern auf Amazon zählt zum Beispiel das Unternehmen Moya Birch Bark. Gründerin Anastasiya Koshcheeva hat letztes Jahr beim Amazon Programm Unternehmerinnen der Zukunft (UdZ) gewonnen. „Mithilfe meiner Coaches bei UdZ habe ich 2019 einen neuen, professionellen Online-Shop gelauncht und innerhalb weniger Monate meinen Umsatz um 50 Prozent gesteigert“, sagt sie. Mittlerweile verkauft sie ihre Einrichtungsgegenstände aus Birkenrinde, gefertigt nach traditioneller sibirischer Handwerkskunst, in die ganze Welt. KMUs bei Amazon Web Services Neben den Verkaufspartnern profitieren auch andere KMUs von Amazon – zum Beispiel, indem diese ihren Kundinnen und Kunden bei der Nutzung der Amazon Web Services helfen. So auch Tom Simon, CEO Innovations ON, einem AWS Advanced Consulting Partner. „Wir haben Innovations ON Ende 2018 mit der Vision gegründet, mittelständischen Unternehmen zu helfen, die Möglichkeiten der Cloud für den eigenen Unternehmenserfolg voll auszuschöpfen. Damit hat für uns ein großartiges Abenteuer begonnen, das wir zwar nicht erwartet hatten, das uns aber bei jedem Schritt echte Freude bereitet. Das AWS Partner Network (APN) hat uns von Anfang an begleitet und wir hätten uns keinen besseren Technologiepartner wünschen können. Die Unterstützung, die wir erhielten, und die Offenheit, mit der man uns begegnete, haben uns nachhaltig beeindruckt. Die APN-Teams sind ergebnisorientiert, hoch motiviert und respektvoll; genau wie wir eben. Als junges Unternehmen wurden unsere Hoffnungen an AWS als strategischen Partner übertroffen. Heute zählt Innovations ON mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ganz Deutschland, und wir haben große Pläne für die Zukunft. “ Kindle Direct Publishing Ein weiteres Beispiel für die Partnerschaft von Amazon mit KMUs ist Kindle Direct Publishing (KDP). Es ermöglicht Autorinnen und Autoren, ihre Bücher im Eigenverlag zu veröffentlichen und zu vertreiben – in den Märkten, die für sie interessant sind sowie zu den Preisen, die sie für richtig halten. Und das mit einer Tantieme von 70 Prozent auf jedes verkaufte Exemplar. Tausende unabhängige Autorinnen und Autoren in ganz Europa haben auf diese Weise seit 2010 Millionen von Büchern veröffentlicht. So, wie etwa Thriller-Autorin Catherine Shepherd: „Ich hatte die Idee zu meinem ersten Buch schon länger im Kopf“, erzählt sie. KDP war für sie schließlich der Anstoß. „Das hat meine Welt um 180 Grad gedreht und ich bin mehr als glücklich darüber.“ Der komplette Report mit allen Zahlen und Erfolgsgeschichten rund um die Partnerschaften steht hier zur Verfügung: KMU Impact Report 2020. Über Amazon Amazon wird von vier Grundprinzipien geleitet: Fokus auf den Kunden statt auf den Wettbewerb, Leidenschaft fürs Erfinden, Verpflichtung zu operativer Exzellenz und langfristiges Denken. Kundenrezensionen, 1-Click Shopping, personalisierte Empfehlungen, Prime, Versand durch Amazon, AWS, Kindle Direct Publishing, Kindle, Fire Tablets, Fire TV, Amazon Echo und Alexa sind nur einige der Produkte und Services, für die Amazon Pionierarbeit geleistet hat.

Türkei
Finanzminister Berat Albayrak zurückgetreten

Ankara – Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hat am Sonntag auf Instagram seinen Rücktritt erklärt. Sein Twitterkonto war bereits am Sonntagabend nicht mehr zu erreichen. Albayrak, der Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, war seit Juli 2018 Finanzminister der Türkei. Er nannte gesundheitliche Gründe für seinen Rücktritt. Sein Rücktritt erfolgt einen Tag, nachdem Präsident Erdogan den Chef der Zentralbank, Murat Uysal, entlassen und durch den Ex-Finanzminister Naci Agbal ersetzt hat. Erdogan ergriff diese Maßnahme, nachdem der Wert der türkischen Lira gegenüber dem Dollar in diesem Jahr um 30 Prozent eingebrochen war. Eine offizielle Bestätigung aus Ankara gibt es jedoch noch nicht. Es sei möglich, dass sein Account gehackt wurde, so einige türkische Medien.  

Kaukasus
Bergkarabach: Präsident Aliyev gibt Befreiung Schuschas bekannt

Baku – Der aserbaidschanische Präsident hat in einer Fernsehansprache an die Nation am Sonntag die „Befreiung“ der „strategisch wichtigen“ Stadt Schuscha (Şuşa) bekannt gegeben. „Mit einem großen Gefühl des Stolzes teile ich mit, dass die Stadt Schuscha nach 28 Jahren von der armenischen Okkupation befreit ist“, sagte Ilham Aliyev. Aliyev erklärte, dass der 8. November 2020 in der aserbaidschanischen Geschichte „in Erinnerung bleiben wird.“ Nach 28 Jahren werde in der Stadt wieder der Ezan (der islamische Gebetsruf) zu hören sein. Mit der Befreiung Schuschas, habe er auch den lang gehegten Wunsch seines Vaters postum erfüllt. „Das Blut der Opfer von Chodschali ist nicht ungesühnt geblieben“, so der aserbaidschanische Staatschef mit Verweis auf das Massaker an aserbaidschanischen Zivilisten im Februar 1992 durch armenische Milizen. Aliyev sagte, dass seit dem 27. September über 200 Dörfer, Städte und Siedlungen von der armenischen Besatzung befreit worden seien. Nach der Bekanntgabe feierten viele Aserbaidschaner auf den Straßen die Befreiung mit Hupkonzerten. Zahlreiche dankten auch dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für seine Unterstützung. Der Sprecher des aserbaidschanischen Außenministeriums, Hikmet Hajiyev, dankte in einem Tweet der Türkei für ihre Unterstützung in dem Konflikt. „Danke Brudernation Türkei“, schrieb Hajiyev. Viele türkische Politiker gratulierten Aserbaidschan zu der Eroberung, darunter etwa der Sprecher der Regierungspartei Ömer Celik oder Präsidialamtssprecher Ibrahim Kalin.
(Screenshot/Twitter)
Der 30-jährige Konflikt um Bergkarabach ist am 27. September erneut eskaliert. Seitdem sind schwere Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen.

Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld für die Kämpfe. Baku erklärte, die Armee habe eine „Gegenoffensive“ gestartet, „um Armeniens militärische Aktivitäten zu stoppen und die Sicherheit der Bevölkerung zu schützen“. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten.

In Bergkarabach leben überwiegend Armenier, die Region gehört jedoch völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Seit einem blutigen Krieg in den frühen 1990er Jahren, bei dem Zehntausende Aserbaidschaner von armenischen Milizen vertrieben wurden, wird Bergkarabach von Armenien kontrolliert. Dabei kam es zu Massakern an der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung, wie zum Beispiel in Chodschali am 25. Februar 1992, bei dem Hunderte Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, getötet wurden.

Zum Thema

– Bergkarabach-Konflikt – Mesut Özil: Bergkarabach gehört zu Aserbaidschan

Der deutsche Weltmeister von 2014 hat sich in einem Tweet zu den Konflikten um die Kaukasusregion Berg-Karabach geäußert.

Präsident Alijew: 16 weitere Dörfer in Bergkarabach befreit

Russisch-türkische Beziehungen
100 Milliarden Dollar Handelsvolumen: Russland und Türkei unterzeichnen weiteres Abkommen

Moskau – Entgegen den Berichten über eine angebliche Abkühlung der Beziehungen zwischen Moskau und Ankara, festigen der türkische Präsident und sein russischer Amtskollege mit unzähligen Vereinbarungen die Zusammenarbeit. Recep Tayyip Erdogan und Putin kündigten bereits 2016 an, zwischen ihren Ländern ein bilaterales Handelsvolumen von 100 Milliarden Dollar erreichen zu wollen. Seitdem unterzeichneten sie zahlreiche Abkommen, um dieses Ziel zu erreichen. Hierzu zählen unter anderem die im Januar 2020 in Betrieb genommene TurkStream-Erdgaspipeline. Das TurkStream-Projekt ist eine Exportgasleitung, die aus zwei 930 km langen Leitungen mit einer Kapazität von jeweils 15,75 Milliarden Kubikmetern besteht. Am Freitag unterzeichneten Moskau und Ankara nun ein Verkehrsabkommen. Das russische Verkehrsministerium betonte gegenüber Reportern, dass das neue Abkommen „voll und ganz mit den Prinzipien der internationalen Partnerschaft übereinstimmt und zu einer Zunahme des Personen- und Güterverkehrs sowie Handels beitragen“ werde. „Das Dokument aktualisiert den Rechtsrahmen zwischen den Ländern im Bereich des Kraftverkehrs und ersetzt das 1988 zwischen der UdSSR und der Türkei unterzeichnete Abkommen“, zitiert die Nachrichtenagentur TASS das Ministerium. „Das neue Abkommen wird die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei im Bereich des internationalen Kraftverkehrsdienstes auf eine qualitativ neue Ebene bringen und die günstigsten Bedingungen für den internationalen Kraftverkehr für Beförderer beider Länder schaffen“, betonte das Ministerium.

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