Türkei
Türkische Minderheit: Menschenrechtsanwälte protestieren vor griechischer Botschaft

Ankara – Nach Ansicht der Juristen hat Athen international gültige Konventionen hinsichtlich der türkischen Volksgruppe in Nordostgriechenland nicht umgesetzt. Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte werden nicht anerkannt. Eine Gruppe von 50 Menschenrechtsanwälten hat am Freitag (8. Oktober 2021) vor der griechischen Botschaft in Ankara die Rechtsverletzungen gegen die türkische Minderheit in Westthrakien angeprangert und eine Presseerklärung verlesen. Als Zeichen ihres Unmuts legten die Juristen einen schwarzen Kranz mit der Abbildung der Justitia, dem Symbol der Gerechtigkeit, vor der diplomatischen Vertretung nieder. Griechenland missachte die Rechte der türkischen Volksgruppe, indem es internationale Konventionen wie dem Athener Vertrag von 1913 und das Lausanner Abkommen nicht umsetzt. Obwohl internationale Verträge, die Athen unterschrieben habe, der türkischen Minderheit eine religiöse Autonomie bei der Wahl ihrer Muftis garantiere, weigerten sich griechische Regierungen, diese anzuerkennen. „Westthrakien ist im 21. Jahrhundert zu einem Synonym für eine Region geworden, die die türkische Identität leugnet und verbietet“ Vor Medienvertretern verlas der Jurist und Vorsitzende der „Plattform für Recht und Meinung“, Faruk Keleştimur, eine Pressemitteilung. Darin heißt es: „Der von Griechenland 1920 unterzeichnete Vertrag zum Schutz von Minderheiten, der auch als griechisches Sèvres bezeichnet wird, und den Bestimmungen des Vertrags von Lausanne sind diese Rechte auf Grundlage des Völkerrechts festgelegt worden. Zu den nimmer endenden Rechtsverletzungen Griechenlands gegen die Türken von Westthrakien, kommen täglich neue hinzu. Trotz dieser Rechtsverstöße setzt Griechenland seine kompromisslose Haltung unverändert fort. Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) werden von Griechenland weder anerkannt noch umgesetzt und Prinzipien des universellen Rechts zerstört. Es besteht darauf, seine unverantwortliche Politik beizubehalten. Bedenken Sie, Westthrakien ist im 21. Jahrhundert zu einem Synonym für eine Region geworden, die die türkische Identität leugnet und verbietet. Bedenken Sie, Westthrakien ist im 21. Jahrhundert zu einem Synonym für eine Region geworden, in dem das Recht zur Wahl von Muftis verwehrt wird, obwohl es laut internationalen Konventionen gesetzmäßig ist. Bedenken Sie, Westthrakien ist im 21. Jahrhundert zu einem Synonym für eine Region geworden, in dem Recht auf das Freitagsgebet in den eigenen Bildungseinrichtungen eingeschränkt wird.“ 50 Anwälte reichen Klage beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen ein An die Adresse Athens gerichtet, erklärte Rechtsanwalt Keleştimu:
„Heute haben wir mit 50 Anwälten die Ärmel hochgekrempelt, um bei den Vereinten Nationen einen Antrag einzureichen. Morgen werden wir mit Tausenden von Anwälten erscheinen, um die Rechte unserer Landsleute zu vertreten. Weder Ungerechtigkeit noch Rechtswidrigkeit kann und wird ungestraft bleiben können. Hören Sie damit auf, über die Religions- und Gewissensfreiheit, die nationale Identität und das Recht auf Leben unserer Landsleute bestimmen zu wollen. Sie sind verpflichtet, ein Rechtsstaat zu sein, der sich an die Demokratie, an das Recht und Menschenrechte hält. Weder Willkür noch Tyrannei reichen aus, um unsere Landleute zu unterdrücken, zu frustrieren und einzuschüchtern. Allenfalls geht es als Schande in deine Geschichte ein.“
Die türkische Minderheit in Westthrakien sei nicht allein auf sich gestellt. Keleştimur betonte, dass die Juristen-Gruppe wegen der rechtswidrigen Praxis in Griechenland einen Antrag beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen einreichen werde. Kemal Bölge/Ankara

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– Komotini – Griechenland: Mufti İbrahim Şerif beanstandet fehlende Religionsfreiheit

Mufti İbrahim Şerif: „Türkisch-muslimische Religionsgelehrte werden unter fadenscheinigen Gründen vor Gericht gestellt“. Im Interview mit TRT Deutsch kritisiert der gewählte Mufti von Gümülcine/Komotini Griechenland, weil Athen internationale Abkommen zur Religionsfreiheit nicht umsetzt.

Griechenland: Mufti İbrahim Şerif beanstandet fehlende Religionsfreiheit
 

Ampel-Koalition
Rasche hält Ampel auch in NRW für mögliche Option

Christof Rasche, Fraktionschef der FDP im Düsseldorfer Landtag, ist grundsätzlich offen eine Ampel-Koalition in NRW nach der nächsten Landtagwahl im Mai 2022. „Klar ist, dass ich die erfolgreiche Koalition mit der CDU auch nach der nächsten Landtagswahl fortsetzen möchte“, sagte Rasche in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Falls es dafür keine Mehrheit geben sollte, müssen wir uns den Herausforderungen stellen“, fügte der Liberale hinzu. Dann werde die Regierungsbildung „nicht an der Kommunikation“ scheitern. „Das Klima zwischen Grünen und FDP hat sich verbessert. Das hängt sicher auch mit den Personen auf beiden Seiten zusammen. Es gibt jetzt ein gewisses Vertrauensverhältnis, auf das man bauen könnte“, sagte Rasche der Zeitung. Mit Blick auf die geplante Wahl von Hendrik Wüst (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten von NRW erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende, auf den Münsterländer komme „jetzt eine schwierige Aufgabe zu“: „Ich kenne von ihm konservative Positionen, sehe aber auch liberale Ansätze, zum Beispiel in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Diese auszubalancieren ist die Herausforderung im neuen Amt.“

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– Bundestagswahlen – FDP-Generalsekretär Wissing: „Union ist eine Reformverhinderungspartei gewesen“

FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat die Union nach dem Ergebnis der Bundestagswahl aufgefordert, jetzt endlich reformbereit zu sein und ihr eigenes Programm ernst zu nehmen.

FDP-Generalsekretär Wissing: „Union ist eine Reformverhinderungspartei gewesen“

Griechenland
Gerichtsprozess gegen gewählten Mufti von Gümülcine: Gericht vertagt Verhandlung auf den 8. Dezember 2021

Thessaloniki – Der heutige Gerichtsprozess gegen den gewählten Mufti von Gümülcine (Komotini), İbrahim Şerif, wurde auf den 8. Dezember 2021 vertagt. Die 3. Strafkammer zu Thessaloniki verschob die Verhandlung, weil der Zeuge der Anklage „krankheitsbedingt“ nicht an der Verhandlung teilgenommen habe. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Religionsgelehrten „Amtsanmaßung“ vor, weil dieser 2017 an einer Beschneidungszeremonie in Alankuyu, einem Stadtteil von Gümülcine, teilgenommen zu haben. Griechenland missachtet internationale Verträge und begeht Rechtsbruch Der Hintergrund dieser juristischen Auseinandersetzung besteht in der Haltung des griechischen Staates, in die religiöse Autonomie der türkischen Minderheit zu intervenieren und die im Athener Vertrag von 1913 und im Lausanner Vertrag von 1923 geregelte demokratische Wahl von islamischen Religionsgelehrten nicht anzuerkennen, was einen klaren Rechtsbruch darstellt, weil sich Griechenland in den erwähnten Abkommen dem „Schutz der Minderheiten“ verpflichtet hat. Zur Verhandlung erschienen neben dem Anwalt von Şerif, der Vorsitzende des muslimischen Kultur- und Bildungsvereins von Thessaloniki, Osman İsmailoğlu und der Dekan der juristischen Fakultät der 9. September-Universität in Izmir, Prof. Dr. Refik Korkmaz. Als Prozessbeobachter waren neben weiteren Akademikern auch eine Gruppe von Juristen anwesend. Kemal Bölge/Athen

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– Griechenland – Türkische Minderheit Griechenlands: NGO-Vorsitzender fordert Wiedereinbürgerung

Europäische Westthrakien-NGO fordert Wiedereinbürgerung von 60.000 Bürgern der türkischen Minderheit in Griechenland. NGO-Vorsitzender Habiboğlu: „Bürger der türkischen Minderheit, denen die Staatsbürgerschaft zu Unrecht entzogen wurde, müssen wieder eingebürgert werden“.

Türkische Minderheit Griechenlands: NGO-Vorsitzender fordert Wiedereinbürgerung

Historie
Heute vor 30 Jahren: Das Attentat auf den türkischen Presseattaché Çetin Görgü in Athen

Athen, der 7. Oktober 1991: Çetin Görgü arbeitet seit zwei Jahren als Presseattaché an der türkischen Botschaft in der griechischen Hauptstadt. Er verlässt an jenem Morgen um kurz nach 9 Uhr seine Wohnung und läuft zu seinem Auto, das er an der Straße Naiadon 4 geparkt hatte. Es befindet sich vor dem Haus seiner Wohnung. Als er gerade in sein Fahrzeug einsteigt, nähern sich zwei unbekannte Männer, die ihm in der Nähe aufgelauert haben. Terrororganisation 17. November übernahm Verantwortung für Attentat Es ist genau 9:10 Uhr, als die Täter insgesamt fünf Schüsse aus Pistolen mit Schalldämpfern auf den Diplomaten abgeben und unerkannt entkommen können. Görgü hat keine Überlebenschance, er stirbt noch am Tatort und wird nur 28 Jahre alt. Die Verantwortung für das Attentat übernahm die griechische Terrororganisation 17. November, die für zahlreiche Morde und Bombenanschläge auf ausländische Diplomaten und griechische Staatsbürger verantwortlich gemacht wird. Das griechische Parlament verurteilte die Tötung des türkischen Diplomaten damals einstimmig. Einen Monat vor seiner Ermordung heiratete er Müjgan Pakoğlu. Sein Leichnam wird nach einer Trauerzeremonie vor der türkischen Botschaft nach Istanbul ausgeflogen und am 11. Oktober 1991 mit einem Staatsakt in Ankara beigesetzt. Kemal Bölge

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– Terrorismus – ASALA-Terror: Türkei gedenkt ermordeten Staatsbediensteten Dursun Aksoy

Die Türkei gedenkt heute der Ermordung eines Staatsbedienstetern durch die armenischen Terrororganisationen ASALA und JCAG. Verwaltungsattaché Dursun Aksoy, 39, wurde 1983 vor seinem Haus in Belgien ermordet.

ASALA-Terror: Türkei gedenkt ermordeten Staatsbediensteten Dursun Aksoy
 

Meinung
Kommentar: Die Bosporus-Brücke und die Gewalt darauf

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Vor dem 15. Juli 2016 verband seit Jahrzehnten die Bosporus-Brücke die europäische und die asiatische Seite Istanbuls. Nach der Nacht des 15. auf den 16. Juli wurde die Bosporus-Brücke in „Brücke der Märtyrer des 15. Juli“ umbenannt und hat in der türkischen Geschichte einen neuen Platz eingenommen. Für Erk Acarer und Can Dündar ist dieser Tag ein grundlegend anderer Tag, wie sie die Mehrheit des Volkes sieht. Während des Putschversuches von Teilen des türkischen Militärs, die mit Anhängern der Fethullah Gülen Sekte kollaborierten, wurde die Brücke als strategisch wichtiger Ort zu einem der Schauplätze von heftigen Auseinandersetzungen zwischen den gegen die Regierung gerichteten Putschisten und dem Volk sowie den türkischen Sicherheitskräften. Während in anderen Stadtteilen von Istanbul Panzer durch die hellerleuchteten Straßen die Blechlawine zum Teil mit Insassen vor sich herschoben oder überfuhren, Kampfjets knapp über den Häuserdächern die sieben Hügel der Millionenmetropole überflogen, rangen sich die ersten Bewohner durch, sich den gepanzerten Straßensperren zur Auffahrt auf die Bosporus-Brücke zu nähern. Als die ersten Schüsse in den Nachthimmel fielen, die ersten Projektile der Kampfpanzer die vorgelagerten Brücken-Aufbauten der Polizei trafen, ahnte von den Bewohnern erst einmal niemand, dass die „eigenen“ Soldaten ihre scharfe Munition auch direkt gegen das Volk richten würden. Die ersten Wagemutigen ließen sich von der grotesk wahrgenommenen Situation gerade deshalb auch nicht beirren, den Rückzug anzutreten – schließlich waren es ja eigene „Söhne“ und „Offiziere“, die seit 95 Jahren die Republik und das Volk beschützt hatten. So marschierten sie auf die in Reih und Glied stehenden Maschinengewehre und Glattrohrkanonen, die auf sie gerichtet waren. Achteinhalb Stunden später, in den frühen Morgenstunden des 16. Juli, konnten 32 Zivilisten und zwei Polizisten die Selbstaufgabe der Putschisten nicht mehr miterleben. Über 200 weitere Zivilisten von Tausenden, die die achteinhalb Stunden an und auf der Brücke hautnah mitverfolgt hatten, die inzwischen die unterschiedlichen Kaliber geradezu an den Pfeifgeräuschen unterscheiden konnten, liefen instinktiv auf die Soldaten zu, die ihre Waffen niedergelegt und sich zu Trauben gebildet hatten, um sich zu stellen. Die Gewalt folgte dann einer Logik, die von Gewalt und der Gegengewalt geprägt ist. In der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder Situationen, in der Gewalt dieser Logik folgte und Gegengewalt erzeugte. Als z.B. das nationalsozialistische Deutschland in Konzentrationslagern, in Polen, in Russland und in weiten Teilen Europas abscheuliche und unvorstellbare Verbrechen beging, setzten die Alliierten alles Erdenkliche ein, um deutsche Städte zu bombardieren und den Tod von Hunderttausenden Zivilisten in Kauf zu nehmen. Die Alliierten setzten Gegengewalt ein, um das Unrecht und die Gewalt zu beenden, eine gerechte, friedliche Lage herzustellen. Wieso erzähle ich das? In sozialen Netzwerken herrscht mitunter die Vorstellung, eine Person, eine Gruppe, ein Volk oder eine Allianz dürfe sich nicht der Gegengewalt bedienen, um Schaden, Gewalt oder erfahrene Ungerechtigkeit zu überwinden. Erst recht nicht auf der ehemaligen Bosporus-Brücke, der heutigen Brücke der Märtyrer des 15. Juli. Heute las ich in diesem Zusammenhang einen Tweet von Erk Acarer, einem türkischen Journalisten, der in Deutschland im Exil lebt. Darin echauffierte sich Acarer über die getöteten Putschisten und der Justiz, die die Tötungen ad acta legte. Und wie selbstverständlich gesellte sich auch der ebenfalls im Exil lebende Journalist Can Dündar diesem Tweet. Man könnte meinen, sie würden den toten Putschisten und Soldaten, die an dem Putschversuch beteiligt waren, mehr Aufmerksamkeit schenken, als dem Volk, die sich dagegen gestemmt hatten und ebenfalls tot waren. Liegt dem etwa ein anderer Beweggrund zugrunde? Hat das etwas mit dem Staat, mit der Staatsführung zu tun? Man kann nur Vermutungen anstellen, aber eines ist gewiss: offensichtlich ist man sich der selbst zugrunde gelegten Gewaltlosigkeit bewusst, sonst würde man das ja nicht ständig ansprechen. Aber warum befasst man sich ausschließlich mit der Gegengewalt und nicht mit der Gewalt an sich? Das heißt, beide türkischen Journalisten beklagen seit dem 16. Juli 2016 den Tod von sieben Soldaten bzw. Offiziersanwärtern, die auf der Bosporus-Brücke von einer wütenden Menschenmenge überrumpelt und getötet wurden und erst vom Rest abließen, als die Polizei Wasserwerfer einsetzte und die Pistolen in die Luft hielt, um Gewaltanwendung anzudeuten. Noch einmal muss ich anmerken, dass diese zwei Journalisten sich bislang ausschließlich Gedanken um die Gewalt als der Gegengewalt machen. Sprich, es interessiert sie bislang nicht, wie die 32 Zivilisten und zwei Polizisten ums Leben kamen. Dafür kennen sich die zwei aber bei den Todesumständen der sieben Soldaten bzw. Offiziersanwärter offensichtlich bestens aus. Woher rührt diese Diskrepanz? Auf der einen Seite stehen Gewalttäter, die eine Ordnung, die vom Volk bestimmt wurde, mit Gewalt aufheben wollen. Auf der anderen Seite steht das Volk, die diese Ordnung verteidigt. Schauen Sie, über achteinhalb Stunden haben Tausende Menschen auf, an oder neben der Brücke miterlebt, wie der Nachbar, der eigene Sohn, Vater, Onkel oder Großvater sowie wildfremde Stadtbewohner von „eigenen“ Soldaten beschossen und getötet wurden – und wir sprechen nur von einem Ort von vielen in Istanbul, in der Gewalt ausgeübt wurde. Sie haben achteinhalb Stunden Projektile und Kampfjets um die Ohren fliegen hören, die Schreie der Verletzten mitbekommen, die letzten Atemzüge der Zivilisten miterlebt, über Handy, Polizei oder hinzustoßende weitere Bewohner gehört oder mitbekommen, was in den anderen Stadtteilen an Gewalt gegen die Bevölkerung passiert ist. Die Gegengewalt, die nach der Waffenniederlegung den Soldaten widerfuhr, war da längst der Passivität überlegen, weil rund 200 Zivilisten durch das Erlebte derart in Rage versetzt waren, die nicht einmal mehr 6 bis 8 Polizisten, die vor Ort derweil die Waffen der ergebenden Soldaten sicherten und nicht in der Lage waren, diese Menschenmenge unter Kontrolle zu bringen. Denn die Menge, die zur Gegengewalt griff, erhob sich und bat der erlittenen Ungerechtigkeit oder Gewalt die Stirn, um eine in dieser Rage empfundene gerechtere, wahrere und friedlichere Lage herzustellen. Die Menge wollte eine Unrechtssituation überwinden und versetzte sich im schlimmsten Fall in die Position der Soldaten, die zuvor diese Menge beschossen hatte, die Absicht hatte sie zu töten und auch tötete. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ordnung durch den Putschversuch völlig zum erliegen gekommen war. Das Istanbuler Polizeipräsidium war von Kampfjets und Kampfhubschraubern in Grund und Boden beschossen worden. Das Sondereinsatzkommando existierte nahezu nicht mehr, weil gezielte Raketentreffer das Hauptquartier zerstört hatte – samt den Sicherheitskräften darin. Wo keine Ordnung, da herrscht Anarchie. Und diese Ordnung hatten die Putschisten aus den Angeln gehoben. Sieben Soldaten bzw. Offiziersanwärter, ob von den Putschisten mit falschen Behauptungen zum außerordentlichen Dienst gerufen oder willentlich dabei, ob sie zum Schein in die Luft schossen oder direkt auf Menschen zielten, starben auf dieser Brücke, nach dem sie ihre Waffen niedergelegt hatten, weil es diese Ordnung quasi nicht gab. Für die Menschenmenge war nicht ersichtlich, wer von den Putschisten-Soldaten absichtlich daneben geschossen hatte oder direkt auf die Köpfe zielte. Die Soldaten wurden so das Opfer einer instinktiven, spontanen und unüberlegten Aggression, die sie zuvor selbst unüberlegt oder überlegt angewendet und damit die Ordnung aufgehoben hatten. Sie zwangen sozusagen der Menschenmenge die eigenen Mittel und die Art und Weise auf, zerstörten damit aber auch die Überzeugungen und Ideale dieser Menschenmenge. Ich kann daher der Logik von Erk Acarer, Can Dündar und anderen nicht folgen, die ausschließlich die „Ungerechtigkeit“ gegenüber den „Gewalttätern“ thematisieren, während die „Gegengewalttäter“ die volle Härte der moralischen Überzeugungen und Ideale spüren und in Haftung genommen werden. Ja, die Taten gegenüber den unbewaffneten Soldaten war auch ein Verrat an der Achtung gegenüber den putschenden Soldaten an sich, die aus welchen Gründen auch immer, ihre Hoheit über die absolute Gewalt nach Ausübung dessen dann doch abgelegt hatten. Ebenso hatten aber diese zuvor bewaffneten Soldaten, die ein Eid auf das Land, auf das Volk abgelegt hatten, dieses Volk bekämpft und dabei die Hoheit über die Gewalt ausgeübt sowie die Ordnung ausgehebelt. Daraus leitete ein Bruchteil der Menschen, die vor Ort waren, unüberlegt, intuitiv und im Affekt ein Widerstandsrecht ab, um die Verfassungsordnung aufrechtzuerhalten – wohlgemerkt, nach achteinhalb Stunden des Mordens und Tötens, die sie miterlebt hatten. Diese Menschenmenge war sich in der aufgebrachten Lage einig, dass diese Gewalt, die man erlebt hatte die grundlegendsten Regeln missachtet und Menschenleben gefordert hatte, weil auch die Ordnung nicht mehr existierte. In der Konsequenz kam es zur Gegengewalt und Tod.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Kommentar – Kapitol-Stürmung: Ein Vergleich zur Berichterstattung über den Putschversuch in der Türkei

Wie schnell sich Begrifflichkeiten bei der Berichterstattung der Medien ändern können, wurde bei der Erstürmung auf das US-Parlament deutlich, als die Demonstranten von der Presse als „Putschisten“ oder „Randalierer“ bezeichnet wurden. Die gleichen Medien haben beim blutigen Putschversuch 2016 in der Türkei nicht die Putschisten selbst verurteilt, sondern haben der Regierung von Präsident Erdogan vorgeworfen, den gescheiterten Staatsstreich selbst inszeniert zu haben.

Kapitol-Stürmung: Ein Vergleich zur Berichterstattung über den Putschversuch in der Türkei
 

Glücksspiel
Rückblick auf die neuen Online Casinos im deutschen Unterhaltungsmarkt im Jahr 2021

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Top 10 der neuen Online Casinos in Deutschland im Jahr 2021 Die weltweite Pandemie Covid-19 ging auch an Deutschland nicht spurlos vorüber. Klassische Casino-Einrichtungen verzeichneten erhebliche Umsatzeinbußen, so dass junge Online Casinos in Deutschland mittlerweile boomen. Aufgrund der enormen mobilen Technologie und des überall zur Verfügung stehenden Breitband-Internets, avancieren die neuen Online Casinos 2021 zu einer sehr populären Freizeitaktivität. Neue Online Casinos 2021 tragen dem Wettbewerb Rechnung und bieten großzügige Boni, Freispiele oder andere Belohnungen an. Zur weiteren Attraktivität gibt es erhebliche Gewinne und progressive Jackpots. Einen guten Ruf erwerben die neuen Online-Casinos in Deutschland z.B. durch Verzicht auf eine Registrierung. Wie wählt man das beste neue deutsche Online Casino aus Neues Online Casino sollte u.a. Angebote den Neukunden mit Bonus anbieten. Lesen Sie das Kleingedruckte und informieren Sie sich über die Bonusarten. Das beste Online Casino sollte Sicherheit, Fairness und die europäische Lizenz zur Legalisierung gewährleisten. Was können Sie vom neuen deutschen Online Casino erwarten? Der Markt der neuen Online Casinos in Deutschland ist ständig in Bewegung. Die steigende Geschwindigkeit der Datenübertragung erlaubt zunehmend innovative Designs mit leichter Navigation. Außerdem profitieren Sie von zahlreichen Werbeaktionen, Boni, und neuen Technologien hinsichtlich Fairness, Sicherheit, Service und Geldtransfer. Playdingo Online Playdingo erschien 2020 und bietet einen coolen Cartoon-Look mit einem Dingo-Hund. Es gibt über 2.000 Spiele von über 40 Spiele Anbietern wie u.a. Microgaming, NetEnt, Quickspin, Wazdan oder Relax. Nach der Registrierung stehen Ihnen 50 Freispiele, drei unterschiedliche Willkommensboni und ein VIP-Programm mit fünf Stufen zur Verfügung. Die mobile Version erlaubt einen Betrieb auf allen gängigen Geräten wie IPad oder Smartphone mit iOS oder Android. Zur Zahlung stehen Ihnen sechs Möglichkeiten zur Verfügung:
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  • Neosurf
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  • Flexepin
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Moderne Verschlüsselungstechnologien, die Lizenzierung durch Curacao èGaming und regelmäßige Test von z.B. iTech Labs gewährleisten eine erhebliche Sicherheit. Boka Casino Das Casino startete im März 2021 mit lustigen Charakteren, viel Musik und kräftigen Farben. Der Willkommensbonus beinhaltet bis zu 500€ und 200 Freispiele, später Bonus-Spins, VIP-Systeme und Cashback Aktionen. Für ungetrübten Spielspaß sorgen über 2500 Spiele wie die goldenen Siebener aus Las Vegas von über 25 Anbietern. Boka Casino läuft samt Navigation problemlos auf Android, iOS oder Windows auf dem installierten Browser. Zahlungsmethoden:
  • Visa
  • Mastercard
  • Klarna
  • Trustly
  • Banküberweisung
  • ecoPayz
Zur Sicherheit wurde das Casino von der Malta Gaming Authority lizenziert und läuft mit einer 128 Bit SSL-Verschlüsselung. Vegaz Casino Im Jahr 2020 erschien das leicht navigierbare Casino von Mirage in Blau und Weiß. Es gibt über 3.000 Spiele der Kategorien Automaten, Tischspiele oder Video Slots von ca. 50 Anbietern wie NetEnt oder Play’n GO. Der Willkommensbonus hält insgesamt 1.000 Euro und 150 Freispiele für die ersten drei Einzahlungen bereit sowie Sonderaktionen wie das VIP Programm. Zahlungsmethoden (u.a.):
  • Visa und Master- oder Paysafecard
  • Neteller
  • Giropay
  • Sofort Überweisung
  • EcoPayz
Mobil lassen sich alle Spiele über Ihr Smartphone oder Tablet problemlos steuern. Eine Lizenz aus Curacao und modernste SSL-Verschlüsselungstechnik sorgen für perfekte Sicherheit. Fazit Generell sollten Sie Ihr neues Online-Casino sehr verantwortungsbewusst auswählen. Besonders als Neuling sollten bei Ihrer Entscheidung Kriterien wie Boni, Spielesammlung, Lizenzierung und Zahlungsalternativen eine wesentliche Rolle spielen. Werden zum Beispiel Kryptowährungen akzeptiert? Achten Sie auf jeden Fall darauf, ob ein neues Online-Casino von den obersten Aufsichtsbehörden lizenziert wurde.

Gastbeitrag
Bergkarabach: Warum kam es zum 44-Tage-Krieg?

Ein Gastkommentar von Gurban Mammadov Der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien um die Region Berg-Karabach ist nach wie vor eines der umstrittensten Themen in der modernen Geschichte des Südkaukasus. Berg-Karabach ist ein historisches Territorium Aserbaidschans und die Mehrheit der Bevölkerung war in den vergangenen Jahrhunderten ethnisch aserbaidschanisch. Die armenische Bevölkerung konnte sich erst in den letzten beiden Jahrhunderten durchsetzen, nachdem sich die Armenier aufgrund der Verträge zwischen dem Russisch-Persischen und dem Russisch-Osmanischen Reich zu Beginn des 19. Jahrhunderts niederließen. Obwohl die Friedenskonferenz von Versailles Berg-Karabach als Teil der Demokratischen Republik Aserbaidschan von 1918-1920 anerkannte, gab Armenien seine Ansprüche auf dieses Gebiet nicht auf. Nach zweijährigen Kontroversen zwischen Aserbaidschan und Armenien, als die Länder des Südkaukasus Anfang der 1920er Jahre Teil des Sowjetimperiums wurden, wurde Berg-Karabach erneut zum Diskussionsthema. Daher beschloss das Plenum des Kavbüro RCP(b) (Kaukasusbüro des Zentralkomitees der Russischen Kommunistischen Partei der Bolschewiki) unter Verweis auf die bereits bestehende Realität, Berg-Karabach gemäß dem Dekret vom 5. Juli 1921 im Gebiet der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik zu belassen. Im Jahr 1923 wurde dem Land ein autonomer Status zuerkannt. Am Vorabend des Zusammenbruchs der Sowjetunion Ende der 1980er Jahre beschloss der Regionalsowjet von Berg-Karabach, die Region der Souveränität Armeniens zu unterstellen, was nicht nur von der Aserbaidschanischen SSR, sondern auch vom Obersten Sowjet der UdSSR und dem Zentralkomitee der KPdSU unter Hinweis auf Artikel 78 der Verfassung der UdSSR abgelehnt wurde. Artikel 78 besagte eindeutig, dass territoriale Veränderungen ohne die Zustimmung der betroffenen Unionsrepublik nicht akzeptabel waren. Trotz dieser Tatsache verfolgten die Armenier von Berg-Karabach eine Sezessionspolitik und begannen mit direkter Unterstützung der Armenischen SSR, ihre politischen Strukturen aufzubauen. Darüber hinaus nutzte die armenische Seite das sowjetische Gesetz vom 3. April 1990 „über die Verfahren zur Lösung von Fragen im Zusammenhang mit der Abspaltung von Unionsrepubliken von der UdSSR“ als Rechtsgrundlage, um ihre separatistischen Aktionen zu rechtfertigen. Diese Bestrebungen verstießen nicht nur gegen den oben genannten Artikel der sowjetischen Verfassung, sondern auch gegen das Gesetz vom April 1990 selbst. Auf das Ende der UdSSR im Jahr 1991 folgten mehrere ethnische Konflikte und Kriegseskalationen in ihrem ehemaligen Grenzgebiet. Das Ergebnis war der Berg-Karabach-Konflikt, eine der umstrittensten Fragen in der modernen Geschichte des Südkaukasus, der sich aus den territorialen Ansprüchen Armeniens auf historisches aserbaidschanisches Land ergab und von 1991 bis 1994 in einem heißen Krieg ausgetragen wurde. Die Auswirkungen des Krieges waren für Aserbaidschan erschreckend, da die Militäroperationen mit unverhältnismäßigen Kapazitäten durchgeführt wurden und die Streitkräfte der ehemaligen UdSSR die Armenier dabei offensichtlich unterstützten, die territoriale Integration Aserbaidschans durch die Besetzung von 20 % seines Landes zu verletzen. Die militärischen Aggressionen bedeuteten nicht nur einen territorialen Verlust für Aserbaidschan, sondern zerstörten auch sein kulturelles Erbe, verursachten die Flüchtlings- und Vertriebenenkrise und hatten verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes. Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens zwischen Aserbaidschan und Armenien im Mai 1994 gab es verschiedene Friedensvorschläge für die Beilegung des Konflikts. Seit der Einbindung der Minsk-Gruppe in den Verhandlungsprozess setzten die Konfliktparteien große Hoffnungen in dieses Verhandlungsinstitut, da es nicht nur aus Ländern der Region, wie Russland und der Türkei, sondern auch aus europäischen und nordamerikanischen Ländern besteht, was den Glauben weckte, dass eine solch breite Vertretung den Konflikt friedlich beenden würde. Die armenische Seite hat jedoch nie einen konstruktiven Ansatz für eine friedliche Beilegung des Konflikts vorgelegt und das Waffenstillstandsabkommen von 1994 konsequent verletzt, indem sie Zivilisten entlang der Grenzlinien ins Visier nahm. Die armenischen Grausamkeiten und die Willkür erreichten in den letzten drei Jahren ihren Höhepunkt, was eine friedliche Beilegung des Berg-Karabach-Konflikts erheblich behinderte. Die aggressiveren und unnachgiebigeren Maßnahmen der armenischen Regierung, wie die Absicht, den Erwerb der besetzten Gebiete jenseits von Berg-Karabach dauerhaft zu zementieren, sowie die Ablehnung der „Grundprinzipien“, die von der Minsk-Gruppe der OSZE initiiert und von beiden Konfliktparteien akzeptiert wurden, der Plan, das Verwaltungszentrum der so genannten Republik Berg-Karabach von Chankendi nach Schuscha, der kulturellen Hauptstadt Aserbaidschans, zu verlegen, die illegale Ansiedlung von Armeniern aus verschiedenen Teilen der Welt in den international anerkannten Gebieten Aserbaidschans sowie die Änderung der Toponymik und die Fälschung historischer Denkmäler haben die Spannungen zwischen den beiden Seiten ausgelöst. Zu allem Überfluss erklärte der armenische Premierminister Nikol Pashinyan am 5. August 2019 auf einer Kundgebung in Chankendi: „Artsach ist Armenien, und damit basta“. Damit wurde die Möglichkeit weiterer ernsthafter Verhandlungen zunichte gemacht. Darüber hinaus erklärte der armenische Verteidigungsminister David Tonoyan im März 2020 in New York, dass die Politik „neuer Krieg für neue Gebiete“ die Politik „Territorium für Frieden“ ersetzt habe, was jede friedliche Lösung noch weiter unterminiert. Der Angriff auf die Region Tovuz im Sommer 2020, die außerhalb der Konfliktzone liegt und seither die international anerkannten Grenzen Aserbaidschans verletzt, war jedoch der letzte Tropfen, der den Status quo in der Region brach. In der Folge wurden aserbaidschanische Soldaten und ein Zivilist durch Artilleriebeschuss in Richtung Tovuz an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze getötet. Im August startete Armenien eine weitere militärische Provokation. Diesmal wurde eine Sabotagegruppe nach Aserbaidschan entsandt. Der Leiter der Sabotagegruppe wurde vom aserbaidschanischen Militär festgenommen und machte Aussagen. Aus seinen Aussagen geht eindeutig hervor, dass diese Sabotagegruppe mit dem Plan nach Aserbaidschan kam, Terroranschläge zu verüben. Die Angriffe auf Öl- und Gasexportpipelines, die durch den Bezirk Tovuz führen, bedrohten die europäische Energiesicherheit. In diesem Zusammenhang wurde ein brüchiger Waffenstillstand geschlossen, der jedoch in den folgenden Monaten von Armenien häufig gebrochen wurde. Am 27. September 2020 haben die armenischen Streitkräfte unter eklatanter Verletzung des Waffenstillstandsregimes eine weitere Aggression gegen Aserbaidschan gestartet, indem sie die Stellungen der aserbaidschanischen Streitkräfte entlang der Frontlinie intensiv angegriffen und Wohngebiete in den Bezirken Tartar, Aghdam, Fuzuli und Jabrayil gezielt mit Artillerie beschossen haben. An den folgenden Tagen wurden dicht besiedelte Wohngebiete – Schamkir, Beylagan, Aghdam, Fuzuli, Jabrayil, Goranboy, Tartar, Barda, Aghjabadi und die Stadt Ganja – schwer bombardiert, auch mit Mittelstreckenraketen. Die neue Aggression Armeniens gegen Aserbaidschan war eine weitere eklatante Verletzung grundlegender Normen und Grundsätze des Völkerrechts, des humanitären Völkerrechts, einschließlich der Genfer Konventionen von 1949 und ihrer Zusatzprotokolle, sowie der Resolutionen 822, 853, 874 und 884 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen von 1993, in denen der sofortige, vollständige und bedingungslose Rückzug der armenischen Streitkräfte aus den besetzten Gebieten Aserbaidschans gefordert wird. Als Gegenmaßnahme zur armenischen Aggression gegen Aserbaidschan begann die aserbaidschanische Armee am 27. September mit einer Gegenoffensive auf der gesamten Front mit der Befreiung der Gebiete, die im Zuge des Ersten Karabach-Krieges Anfang der 1990er Jahre von Armenien besetzt worden waren. Der Krieg, der 44 Tage dauerte und als „Vaterländischer Krieg“ bezeichnet wurde, zeigte die Stärke der glorreichen aserbaidschanischen Armee und endete mit dem entscheidenden Sieg Aserbaidschans. Am 1. Dezember hat Aserbaidschan seine territoriale Integrität wiederhergestellt. Dies ist das Ergebnis des trilateralen Waffenstillstandsabkommens zwischen Aserbaidschan, Armenien und Russland, das am 10. November 2020, unmittelbar nach der Befreiung von Schuscha, der kulturellen Hauptstadt Aserbaidschans, durch die glorreiche aserbaidschanische Armee unterzeichnet wurde. Dieser 44-tägige Krieg beendete die jahrelange Besatzung aller besetzten Gebiete Aserbaidschans und stellte seine Souveränität über diese Gebiete wieder her. Das aserbaidschanische Außenministerium erklärte zum Gedenktag der Republik (27. September), dass die aserbaidschanische Regierung Wiederherstellungs- und Wiederaufbauarbeiten in den befreiten Gebieten durchführt und konsequente Maßnahmen ergreift, um die sichere und würdige Rückkehr von fast einer Million vertriebener Aserbaidschaner sowie die Wiedereingliederung dieser Gebiete zu gewährleisten. Das Ende der Besetzung der aserbaidschanischen Gebiete hat das ganze Ausmaß der jahrzehntelangen illegalen Aktivitäten Armeniens offenbart. Dazu gehören der umfangreiche Bergbau, die vorsätzliche Zerstörung und Unterschlagung des historischen, kulturellen und religiösen Erbes Aserbaidschans, die Plünderung der natürlichen Ressourcen, die Zerstörung der Infrastruktur und andere Verstöße gegen das Völkerrecht. Außerdem wurden Beweise für die zahlreichen Kriegsverbrechen Armeniens aufgedeckt. Um Armenien für seine Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zur Rechenschaft zu ziehen, reichte Aserbaidschan zwischenstaatliche Klagen gegen Armenien vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und dem Internationalen Gerichtshof ein. Der zweite Karabach-Krieg veränderte die geopolitische Landschaft des Südkaukasus. Nachdem Aserbaidschan seine territoriale Integrität wiederhergestellt hat, spielte es eine zentrale Rolle bei der Einleitung einer neuen Ära im Südkaukasus: einer Ära der Chancen für Frieden und Entwicklung. Da der 44-Tage-Wat den Karabach-Konflikt beendet hat, sollte das Hauptziel der Parteien in der Nachkriegszeit darin bestehen, die Wiederherstellung der Wirtschaftsbeziehungen durch die Öffnung der Verkehrsverbindungen und die Demarkation/Delimitation der Staatsgrenzen zu unterstützen, um einen nachhaltigen Frieden zu schaffen. Aserbaidschan hat bereits ein umfangreiches Programm zur Wiederherstellung seiner befreiten Gebiete und zur Entwicklung der gesamten Infrastruktur in der Region gestartet. Viele internationale Unternehmen sind an diesem Prozess beteiligt. Diese Unternehmen arbeiten am Wiederaufbau aller notwendigen Autobahnen, Eisenbahnlinien und anderer Infrastrukturen, die Schlüsselelemente für eine vollständige wirtschaftliche Integration sind. Es gibt jedoch noch Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung aller Klauseln der trilateralen Erklärung vom November, einschließlich der Artikel 4 und 9, die für die Sicherheit und die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit wichtig sind. Es sei darauf hingewiesen, dass Artikel 9 des Abkommens vom November vorsieht, dass alle Kommunikationsverbindungen in der Region freigegeben werden, auch zwischen Aserbaidschan und seiner Region Nachitschewan. Vor diesem Hintergrund muss die Bedeutung der Provinz Syunik/Zangezur hervorgehoben werden. Die russischen Grenzsoldaten, die die armenisch-iranische Grenze schützen, werden die Sicherheit der Verkehrsverbindungen zwischen den westlichen Regionen Aserbaidschans und der Autonomen Republik Nachitschewan gewährleisten. Die Wiederherstellung aller Straßen und die Einrichtung des Zangezur-Korridors bieten Armenien erhebliche Vorteile. Die Wiedereröffnung der Verkehrsverbindungen in der Region wird auch eines der wichtigsten wirtschaftlichen Probleme Eriwans lösen, nämlich das Fehlen einer Landverbindung zu den Märkten der von Russland geführten Eurasischen Wirtschaftsunion. Aserbaidschan ist bereit, die Beziehungen zu Armenien auf der Grundlage der strikten Einhaltung der Grundsätze des Völkerrechts, insbesondere der Souveränität, der territorialen Integrität und der Unverletzlichkeit der internationalen Grenzen, zu normalisieren. Die internationalen Akteure müssen Armenien auffordern, diese Grundprinzipien zu respektieren, um Frieden, Sicherheit und Wohlstand in der Region zu gewährleisten und seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Meinung
Kommentar: Mission „Erdogan verhindern!“

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die türkische Opposition steht vor großen Herausforderungen, um die nächste anstehende Parlaments- und Präsidentschaftswahl im Jahre 2023 für sich zu entscheiden. Die große Herausforderung besteht darin, die Wiederwahl des türkischen Präsidenten Erdogan zu verhindern. Ob das mit einem Oppositionskandidaten gelingt, der mehrmals in Folge Wahlen verloren hat? Welche Chancen kann man den Splitterparteien einräumen, die sich von der CHP, MHP und der AKP heraus gebildet haben? Erdogan und seine größten Widersacher Erdogan hat drei große Gegner: die Pandemie, die Folgen der Pandemie und Materialermüdung. Seit Anfang 2020 versucht Erdogan mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die grassierende Pandemie in den Griff zu bekommen. Sinkende Wirtschaftskraft war die Folge, die gegenwärtig aufgehalten zu sein scheint. Die Nachwehen der Krise werden die Türkei aber noch lange beschäftigen, zumal die weltweite Krise auch auf die Türkei zurückfällt. Zudem gehen 18 Jahre Amtsgeschäfte nicht spurlos vorüber, weshalb die Opposition dazu übergegangen ist, das als Metallermüdung beim Namen zu benennen. Inönü und Ecevit sowie die Konjukturbedingungen Die Opposition wirft in diesem Zusammenhang dem türkischen Präsident Erdogan vor, vormals die ehemaligen Ministerpräsidenten Inönü und Ecevit aufgrund ihres Alters zum Rücktritt aufgefordert zu haben. Erdogan müsse, wenn er zu seinen Aussagen von damals stehe, nun selber seinen Rücktritt in Erwägung ziehen. Beide ehemaligen Ministerpräsidenten, die vor allem von der Oppositionspartei CHP vor Anfeindungen von AKP-Anhängern geschützt werden, hatten in ihrer Endphase Krisen von bedeutender Größe zu bewältigen. Gegenwärtig steht Erdogan vor der großen Aufgabe, die gegenwärtigen schweren Konjunkturbedingungen zu meistern, die einst auch Inönü oder Ecevit zu bewältigen hatten. Was damals Erdogan als Oppositioneller den Regierenden vorhielt, halten nun die damaligen Regierenden Erdogan vor. Das wirft in diesem Lichte betrachtet die Frage auf, welche Ziele die Opposition selbst verfolgt. Will sie zu jedem Preis Erdogan vom Thron stürzen, das Land aus der Krise führen oder beides zugleich? Zu welchem Preis? Der Preis, den die Oppositionspartei CHP zu zahlen bereit wäre, verschreckt aber einen großen Teil der eigenen Wählerschaft. Die vormals hinter verschlossenen Türen mit Vertretern der völkisch-kurdischen Partei HDP abgehaltenen Runden um die türkische Verfassung sind noch nicht vergessen. Auch jetzt noch jagt der eine oder andere Politiker der HDP dieselbe Sau immer wieder durchs Dorf; wohl in der Hoffnung, diese Dauerschleife löse eine Gewohnheit und damit Akzeptanz aus. Zudem werden auch die Rezeptoren der türkischen Bevölkerung immer wieder gereizt; wohl in der Hoffnung, diese würden abstumpfen und die eigene wie auch die Position der Oppositionspartei CHP verbessern. Reizüberflutung Mittwochvormittag trat zu bester Zeit die Ehefrau des inhaftierten ehemaligen Co-Vorsitzenden der HDP Selahattin Demirtas, Basak Demirtas, vor die Kameras des türkischen Oppositionssenders Fox TV. Moderator İsmail Küçükkaya leitete die Sendung „Çalar Saat“ wie gewohnt mit einem Porträt des türkischen Republikgründers Atatürk. Hinter dem Bild von Atatürk stand Basak Demirtas, die die Not der Familie Demirtas aufgrund der Inhaftierung des Familienoberhaupts zur Aussprache brachte. Anhand der nachfolgenden Reaktionen kann man die Gereiztheit der Mehrheit der Gesellschaft geradezu messen: Rufe nach Schließung des TV-Senders wurden laut. İsmail Küçükkaya wird als Vaterlandsverräter beschuldigt. Die Regulierungsbehörde für den privaten Rundfunk in der Türkei (RTÜK) hat angekündigt, die Sendung in Augenschein nehmen zu wollen. Was war der Auslöser dieser Gereiztheit? Es trafen heute viele Faktoren zusammentreffen: Am 6. Oktober 2014, also vor 7 Jahren, wurden im Südosten des Landes Unruhen losgetreten, die zur mehr als 50 Todesopfern, Hunderten Verletzten und einem Schaden von über 300 Millionen TL führten sowie bis zum 8. Oktober anhielten. Der Auslöser dieser Unruhen war der Aufruf von Selahattin Demirtas zum Ungehorsam gegen den Staat. Am 7. Oktober 2014 starb der damals 16-jährige Yasin Börü, der an diesem späten Nachmittag zum Opferfest von Haus zu Haus Spenden verteilte und mit einer Brutalität ermordet wurde, die bis heute nachhallt. Sein einziges Vergehen: diesem Aufruf nicht gefolgt zu sein. Erschwerend kommt hinzu, dass der TV-Sender bis heute weder die Eltern von Yasin Börü geladen haben, geschweige denn irgend einen Hinterbliebenen von Terroropfern. Nimmt man all diese Faktoren zusammen, kommt man als Betrachter kaum umhin, dem Auftritt von Basak Demirtas im TV-Sender Fox TV zumindest Pietätlosigkeit vorzuwerfen. Vor allem das Wirken des TV-Senders Fox TV, die mit ihrer Nähe zur Oppositionspartei CHP brilliert, kommt dabei gar nicht gut weg, zumal Atatürks Porträt so deplatziert auf dem Pult steht wie Abdullah Öcalans Porträt in der Fraktionssitzung der CHP an der Wand hängt. Mission um jeden Preis? Die türkische Opposition ist sich sehr wohl bewusst, dass die Abwahl von Erdogan vor allem in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl kaum zu stemmen ist. Erst mit der zweiten Wahlrunde hätte ein von allen Oppositionsparteien aufgestellter Kandidat eine höhere Chance, Erdogan vom Thron zu stürzen. Das liegt vor allem an der Wählerschaft der amtierenden AKP-Partei, deren Zweidrittelmehrheit aus national-konservativen besteht. Nur ein letzter Drittel sind konservativ-islamische Wähler, die auch bis zum bitteren Ende ihr Kreuz unbeirrt auf die AKP setzen würden. Das einzige, was die Mehrheit der AKP-Wähler zum Umdenken bewegen würde, wäre, dass die anhaltende Krise weiter anhält und die eigenen Verhältnisse über die Gebühr hinweg strapaziert. Letztlich bewegt die Menschen noch immer ihr eigener Wohlstand und Sicherheit. Ist diese in Gefahr oder wird immer weiter ausgedünnt, besteht für die Opposition die Hoffnung, diese Wähler an sich zu binden. Kampfansage gegen Erdogan Auf der einen Seite wird wie schon angedeutet derzeit eine Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben, um die Menschen abzustumpfen. Das Gerede um die ersten Verfassungspunkte, die zuvor von der Opposition ins Gespräch bzw. hinter verschlossenen Türen mit der HDP besprochen wurden, kann die AKP zum Teil dadurch kompensieren, in dem sie dieses Gerede ebenfalls anspricht und damit den nationalen Flügel aller Parteien aufrüttelt. Ein gewagtes Spiel, jedoch wohlkalkuliert und überaus effektiv. Die technologischen Fortschrittserfolge des Landes werden von der Opposition kaum erwähnt oder aufgegriffen, obwohl sie das Land vorantreiben, neue Märkte erschlossen werden. Stattdessen hat die Opposition die Flüchtlinge zum Spielball ihrer Politik auserkoren. Wenn es nach der Opposition geht, würden die 3,5 Millionen Flüchtlinge lieber heute als morgen abgeschoben werden. Ob das politisch und vor internationaler Bühne durchsetzbar ist, steht jedenfalls in Frage. Auch das ständige Aufgreifen der zum Teil heftig umstrittenen Wirtschaftszahlen zielt darauf ab, die Regierung selbst für den Zustand verantwortlich zu machen, obwohl die Krise der Pandemie nicht nur die Türkei fest im Griff hat, sondern Schwellenländer und Industrienationen weltweit. Zuletzt greift die Opposition auch auf die Unterstützung des Westens zurück, was aber ein schmaler Grat ist, auf dem sie sich bewegt. Die Basis der Opposition verstehen sich als Antiimperialisten, die sich von fremden Ländern nicht bevormunden lassen wollen. Dennoch greift man beherzt diese vom Westen ausgestreckte Hand und versteht es als Bereicherung im weitesten Sinne, was die Basis zu der Annahme verleiten könnte, sich zu sehr vereinnahmen zu lassen. Was hat Erdogan im Ärmel, um den Kampf aufzunehmen? Erdogan sitzt an der Spitze des Staatsapparats und kennt das einmal eins der Politik von der Pike auf. Es wäre keine Überraschung, wenn Erdogan über Dritte Kanäle kurz vor den anstehenden Wahlen die eine oder andere Hiobsbotschaft hinausposaunen lässt, in der die Opposition so gar nicht gut wegkommt. Welche Skandale dabei die Oppositionsparteien durchrütteln werden, steht noch im Raum, aber wer am Schalthebel der Macht sitzt, hat auch entsprechende Informationen, die nur darauf warten, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Auf der anderen Seite hat Erdogan die Möglichkeit, durch Durchimpfen der Bevölkerung, die Folgen der Pandemie auf ein Minimum zu reduzieren. Keinen Einfluss hat Erdogan jedoch auf die weltweit grassierende Krise, die auch die heimische Exportwirtschaft in Mitleidenschaft zieht, vor allem den Tourismus. Gravierender erscheint da die Beziehung zu den USA zu sein, die mit immer neueren Drohgebärden Erdogans Ambitionen zu bremsen versuchen. Ob Washington damit Erfolg haben wird, bleibt fraglich, zumal die einstigen Gönner, das Militär, sich vom Pentagon und Washington völlig abgewendet hat und damit ein Druckmittel von innen heraus ausfällt. Erdogan kann nur versuchen, Washingtons Strafmaßnahmen abzufedern, ohne dabei die Interessen der Türkei aufzugeben. Dafür sorgt im Hintergrund der Koalitionspartner MHP, die die Interna des Landes sicherstellen. Ohne die MHP würde die AKP jedenfalls sang- und klanglos die Wahl verlieren, weshalb die MHP sicherstellt, dass die nationalen Reizthemen ständig wachgehalten werden. PKK und ihr Ende Eines dieser Reizthemen, die schon angesprochen wurde, die auch die völkisch-kurdische Partei HDP betreffen, ist die Terrororganisation PKK. Die MHP versucht beständig, die Terrororganisation PKK nicht nur im eigenen Land auszumerzen, sie ist auch Antreiber der militärischen Operationen im benachbarten Ausland. Mit einer nie erlebten Vehemenz haben die türkischen Sicherheitskräfte den Bewegungsspielraum der PKK und weiterer linksextremer Gruppen im Inland auf ein Minimum reduziert. Seit Jahren setzt man diese strenge Politik auch im Ausland fort und hat sich in den Nachbargrenzen tief ins Nachbarland eingegraben, um jedwede Bewegung der Terrororganisationen im Keim zu ersticken. Man hat nun auch verstanden, dass dieses Pressing, Konzentrationen von Top-Figuren der Terrororganisationen nach sich zieht, die mit gezielten Schlägen ausgeschaltet werden können. Beinahe täglich melden derzeit türkische Medien Erfolge im Kampf gegen Terrororganisationen wie der PKK, DHKP-C oder TIKKO, deren Führungsriege damit beständig ausgedünnt wird. Das hat auch zur Folge, dass die Reihen innerhalb der PKK erste Auflösungserscheinungen zeigen. Immer öfter stellen sich „Kämpfer“ der PKK den türkischen Sicherheitsbehörden oder lassen ihre Waffen fallen und tauchen im Nordirak unter. Dieses Pressing hat auch zur Folge, dass die PKK nach Auswegen sucht, um sich aus diesem Klammergriff zu retten. Immer wieder bringen Führer der PKK nun die Wiederaufnahme der Friedensinitiative zur Aussprache, wobei der in Imrali einsitzende Abdullah Öcalan hierbei als Vermittler zwischen „Kurden“ und dem „Staat“ vorgestellt wird. Auf diese Aussprache hin steigen dann PolitikerInnen der HDP ein, um die Notwendig eines Friedens zwischen „Kurden“ und der „Türkei“ zu unterstreichen. Ob diese Initiative, die von der PKK ausgeht, Erfolg haben wird, steht in den Sternen, solange die türkische Opposition nicht auf diesen letzten Strohhalm greift. Denn, dieses Thema geht im Kern an der Realität vorbei. Es gibt keine „kurdische Frage“ oder ein „kurdisches Problem“, die gelöst werden müsste, so die Überzeugung innerhalb der Gesellschaft. Die letzte Friedensinitiative, die im Häuser- und Straßenkampf endete, hat innerhalb der Bevölkerung einen bleibenden negativen Eindruck hinterlassen, dass mit den „Kurden“ an sich wenig zu tun hat, so die Grundmeinung. Man ist geneigt zu behaupten, die Gesellschaft würde seitdem kalten Joghurt pustend und vorsichtig in den Mund nehmen, so heiß ist das Thema und so frisch das Erlebte. Das erkennt man auch an den jetzigen Reaktionen zur TV-Sendung von Fox TV.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Nobelpreis
Chemie-Nobelpreisträger Prof. Benjamin List aus Mülheim von der Entscheidung „völlig überrascht“

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Essen – Den neuen Nobelpreisträger für Chemie, Prof. Benjamin List, hat die Entscheidung des Stockholmer Nobelpreiskomitees „völlig überrascht“. Das sagte der Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Der Anruf des Nobelpreiskomitees habe ihn am Mittwochmorgen beim Frühstück in einem Amsterdamer Café erreichte. Seine Frau und er hätten das zunächst für einen Witz gehalten, so List. „Ich habe nicht im Traum damit gerechnet, schon gar nicht in meinem Alter“, spielte der 53-Jährige auf das meist fortgeschrittene Alter vieler Nobelpreisträger an. Am Telefon habe er dann aber die Stimme des Komitee-Präsidenten erkannt. „Da wusste ich dann doch: Es ist ernst“, sagte er. Wie der Mülheimer der WAZ weiter berichtete, hatten die Vertreter der Schwedischen Akademie der Wissenschaft zuvor zunächst vergeblich versucht, Lists Forscherkollegen David MacMillan in den USA zu erreichen und baten den Deutschen, ihnen bei der Kontaktaufnahme zu helfen. „Ich habe dann Dave angerufen und ihm gesagt: Dave, wach auf, wir haben den Nobelpreis gewonnen. Doch er wollte es mir nicht glauben.“ Benjamin List ist seit 2005 Direktor der renommierten Mülheimer Forschungsstätte. Der gebürtige Frankfurter und sein US-Kollege MacMillan erhalten den Chemie-Nobelpreis zu gleichen Teilen für die Entdeckung so genannter organischer Katalysatoren. Katalysatoren können chemische Reaktionen steuern und beschleunigen. Sie sind für die Entwicklung neuer Produkte in vielen Lebensbereichen wichtig, besonders in der Arzneimittelforschung. „Mit Hilfe unserer Forschung konnte zum Beispiel ein neues antivirales Medikament für die HIV-Behandlung entwickelt werden, das den Patienten hilft. Ich bin stolz und dankbar, dass ich dazu beitragen konnte“, sagte List der WAZ. NRW-Innovationsminister Pinkwart freut sich über Chemie-Nobelpreisträger aus dem Ruhrgebiet NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart (FDP) hat am Mittwoch dem neuen Chemie-Nobelpreisträger Prof. Benjamin List gratuliert. „Das ist eine großartige Auszeichnung für exzellente Forschung und Innovationen, die Chemie und Pharma umweltfreundlicher und wirksamer machen können“, sagte Pinkwart der WAZ. So trage die von Benjamin List entwickelte Organokatalyse dazu bei, Moleküle schneller herzustellen, die dazu benötigt werden, um Licht in Solarzellen einzufangen. „Lists herausragendes Wirken am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr strahlt in beispielgebender Weise auf den Forschungs- und Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen aus“, so Pinkwart. NRW-Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen: Nobelpreis stärkt die Forschung an der Ruhr NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) hat Prof. Benjamin List zum Chemie-Nobelpreis gratuliert. „Der Preis ist eine großartige Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Arbeit: Benjamin List ist ein Vorreiter in einem neuen Forschungsfeld der Chemie und trägt so zur Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen bei“, sagte Pfeiffer-Poensgen der WAZ. Lists Entdeckung, dass kleine organische Moleküle hervorragende Katalysatoren sein können, eröffne weitreichende Möglichkeiten für die Arzneimittelforschung und eine umweltfreundlichere Chemie. „Die Arbeit von Prof. List und seinem Team am Max-Planck-Institut (MPI) für Kohlenforschung in Mülheim kommt damit nicht nur der Wissenschaft selbst, sondern den Menschen weltweit zu Gute“, so die Ministerin. „Dass der Chemie-Nobelpreis an einen Wissenschaftler geht, der seit mehr als 15 Jahren am MPI in Mülheim arbeitet, unterstreicht die hervorragende Forschung, die dort geleistet wird und stärkt zugleich die Wissenschaftsregion Ruhr.“

Meinung
Kommentar: Eine Facebook-Alternative könnte aus der Türkei kommen

Ein Gastkommentar von Hakan Işık Kundig ist sich die Welt noch nicht ganz über Facebook, wie egoistisch, destruktiv, asozial und undemokratisch die übergroße gewollte Krake Facebook ist. Das gestrige Down führte bei den Junkies der sozialen Netzwerke lediglich einen kalten Entzug von mehreren Stunden, die Whistleblowerin Frances Haugen hingegen sprach heute vor dem US-Kongress über die menschenfeindliche Krake Facebook. Ihre schweren Vorwürfe zeichnen ein ganz anderes Bild der Company Facebook, wir ahnten es bereits, denn wir spürten das bereits länger. Die PR gegen Hassreden, Fakenews und für die Einhaltung der Menschenrechte sind lediglich Marketing. Die Realität ist die gnadenlose Gewinnmaximierung und das Ausbeuten der User. Mit deren unveräußerlichen Werten erwirtschaftet diese Company Gewinne, Zuckerberg spielt währenddessen Dagobert Duck und schwimmt in Milliarden. Was tatsächlich Menschenrechte für ihn bedeuten, glauben nur politische Narren, die Realität gibt eine andere Kunde darüber. Wie schnell dieser Dagobertsche Moneypool kleiner werden kann, zeigen die Verluste gestern an der Börse. Hier ihn zu treffen, ist jedoch eine zeitintensive Sache. Wo er getroffen werden kann, ist sein Pool an Usern, hier wäre ein massiver Verlust lethal. Lethal weil die Welt größer als Facebook ist und allemal als Zuckerberg. Seit die Whistleblowerin Frances Haugen den Fangarmen der Krake Facebook entwischt ist und ein Fangarm abgeschlagen hat, wird diese Krake mit ihrem Handicap weniger Beute finden. Facebook hat ein Monopol aufgebaut, nur durch unsere Ignoranz bleibt Facebook mächtig Ignorant sind hingegen verwegene Companies wie Hepsiburada, Trendyol, BIP, Wise usw. nicht, sie haben sich gegen andere Monopole aufgelehnt und machen Business. Ja sie machen Business im digitalen Netz, auch sie streben nach Gewinnen, aber ihnen fehlt diese Charakterschwäche stetig zu leugnen, dass die Gewinne wichtig sind, sie leugnen nicht, sie sind transparent und müssen dieses Streben nicht durch Scheinbekenntnisse zu Menschenrechten, Fakenews und Hassreden kaschieren. Sie geben keinen Anlass hierzu. Start-ups wie Getir und Gorilla haben klare Konzepte, sie setzen diese Konzepte frischer und schneller um, sie liefern Ware gegen Geld. Das gilt für die oben genannten Companies auch, bis auf BIP. BIP ist ein Messengerdienst ähnlich wie WhatsApp, auch unentgeltlich dennoch unterscheidet sich BIP. BIP gehört Türkcell also einem Telekommunikationsanbieter, ihre Gewinne folgen auch dem ökonomischen Schema Ware gegen Geld. Damit ist BIP transparenter als WhatsApp., der Mutterkonzern Türkcell erwirtschaftet real Umsätze und gewinne. WhatsApp kann mit diesem ökonomischen Muster nicht dienen, sie dient Facebook. Als Randbemerkung ist zu erwähnen, während Facebook down war, ploppte auf BIP die Pushnachricht, wir sind nicht down. Was liefert Facebook? Ist Facebook dieses ökonomische Muster Ware gegen Geld eigen? Nein! Wir liefern uns selbst als User Facebook aus und Facebook macht daraus Geld. Das hier die Welt Facebook dieses Modell weiterhin legitimiert ist das eigentliche Down der demokratischen Werte. Facebook hat sich zu einem Perpetuum mobile mit Zustimmung der sogenannten „freien Welt“ etabliert. Dabei hat sich dieses Schema der facebookschen Geldvermehrung aus Vermehrung von Usern und das Sammeln ihrer Daten zur Gewinnerwirtschaftung nunmehr zu einem selbstständigen und autarken System gewandelt. Die User sind betriebswirtschaftlich mit geringen Investitionen und Aufwänden angeschafft worden, eigentlich hat Facebook für keinen User direkt die Anschaffungskosten bezahlt, selbst für eine Immobilie sind die Anschaffungskosten zu erbringen, bevor die Miete erwirtschaftet werden kann. Nicht bei Facebook, unsere Ignoranz ist das magische Antriebsmittel für das Perpetuum mobile, wir sind die Aktiva um es in der Sprache der Betriebswirtschaft zu formulieren. Wir tragen aktiv und somit ignorant zu dieser Facebookschen Geldvermehrung bei. Was wir aktiv aber wünschten, war ein soziales Netz. Das Verbunden zu sein stand und steht im Vordergrund, ohne dabei auf die linke Seite der Bilanz zu geraten. Das nunmehr seit einiger Zeit auf Facebook politische Contents zunehmen, darf nicht verwundern, Politik ist ein Teil des sozialen Daseins und das schmeckt diesem autarken und selbstständigen System Facebook nicht. Hierzu jedoch hört man auch bei der Whistleblowerin Frances Haugen nichts, stattdessen werden die mexikanischen Auftragskiller erwähnt und die Gewalt. Wir wissen aber wie die Politik seitens Facebook kontrolliert wird und nur die erlaubte Meinungsfreiheit geteilt werden kann. Wir gewöhnliche Nutzer haben durch Sperren dies leidvoll erfahren müssen. Ein prominenter Staatspräsident auch, das haben wir eindrucksvoll vorgelebt bekommen, Wenn nun die Whistleblowerin Frances Haugen die Causa Auftragskiller vor dem US-Kongress darstellt, rückt der weitaus wichtigere Teil des Unbehagens gegen Facebook aus dem Blickfeld. Die Normierung unserer politischer Ideen und Ansichten durch Facebook muss gestoppt werden. In diesem Kontext ist auch erneut Frances Haugen zu zitieren, sie sagte inhaltlich, dass das soziale Netzwerk Facebook sich aus eigenem Antrieb nicht ändern wird und daher besser kontrolliert werden muss. Somit wird die Betriebspolitik und die Interessenpolitik von Facebook deutlicher, eine Kontrolle seitens des Staates oder Staaten respektive Öffentlichkeit verhindert Facebook und ihrer Interessenpolitik entspricht keine Veränderung. Damit steht fest, die User sind eigentlich nicht ignorant, denn sie erahnen und spüren das Facebook mittlerweile eine digitale Diktatur errichtet hat. Die User sind eher ohnmächtig, weil ihren Bedürfnissen nach alternativen – also anderen – sozialen Netzwerken nicht entsprochen wird. Die Ohnmacht der Facebook-User kann nur durch soziale Netzwerke außerhalb der USA beendet werden! Hierzu wären Unternehmer in der Lage, welche nicht aus den Staaten der 5 ständigen Mitglieder der UN stammen. Die USA schaut zu lange passiv dem Treiben bei Facebook tatenlos zu, England unterscheidet sich diesbezüglich nicht. Frankreich hat sich ins abseits gespielt, zugleich ist Frankreichs kulturelles Auftreten auf der Weltbühne stetig elitär und ausgrenzend. Russland fehlt das einigende Element um Massen zu verbinden. Ein chinesisches soziales Netzwerk ist noch gefährlicher als das Facebooksche 1984. Eine sinnvolle Alternative könnte aus der Türkei kommen, deren Unternehmer verstehen es ökonomisch zu Handeln und Verbinden und zugleich agieren diese Unternehmer nicht losgelöst von moralischen Werten. Geopolitisch ist die Türkei eine Brücke, ein Drehkreuz, Hub und eine Membran, vor allem die geopolitische Membranfunktion der Türkei würde sich für ein soziales Netzwerk adaptieren lassen, schädliche, undemokratische und kriminelle Aktivitäten könnten durch eine Membran geregelt werden. Diese Eigenschaften sprechen für ein soziales Netzwerk aus der Türkei. Ebenso gleichwertig zu den geopolitischen Faktoren sprechen die Qualitäten der türkischen digitalen Industrie hierfür auch. Der Drive der türkischen Unternehmer aus der digitalen Szene würde die Gründung ein neuen soziales Netzwerkes gewaltig zum Erfolg verhelfen. Zugleich könnten Kapitalkreise aus dem persischen Golf hinzugezogen werden, welche solch einer Unternehmung das notwendige Spielgeld bereitstellen könnten. Warum ein weiteres soziales Netzwerk auch eine Marktlücke ist, zeigt die fehlende Bereitschaft Washingtons Facebook zu ändern und kontrollieren. Eine Kontrolle und Veränderung heißt auch, die digitale Hegemonie amerikanischer Unternehmen einzuschränken. Schränkt und kontrolliert Washington nicht Facebook ein, so hat Washington längerfristig mit kontraproduktiven Effekten zu rechen, da ohnehin das Heer der unzufriedenen User stetig anwächst. Amerika muss sich der tatsächlichen freien Marktwirtschaft stellen und in Kauf nehmen, dass weitere Marktteilnehmer die Chancen für weitere soziale Netzwerke ausgemacht haben. Wie solch ein soziales Netzwerk aussehen und transparenter gestaltet werden könnte, sollten die türkischen Unternehmer angehen und durch ein frisches und gerechtes Konzept ermöglichen. In diesem Kontext wäre auch aus der Perspektive der User, eine konstruktive Debatte diesbezüglich dringend notwendig und unumgänglich.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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