Russland
Moskau: Zentrum der „Türkischen Union“ sollte im Altai-Gebiet liegen

Moskau – Staats- und Regierungschefs turksprachiger Länder gründeten in der vergangenen Woche in der Türkei auf der Insel Yassıada die „Organisation der türkischen Staaten“ (Türk Devletleri Teşkilatı). An dem Gipfeltreffen nahmen auch EU-Mitglied Ungarn und Turkmenistan als Beobachter bzw. potenzielle Mitglieder teil. Moskau: Russlands Altai sollte Zentrum der türkischen Welt werden Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Sonntag, dass als das Zentrum der türkischen Welt, nicht die Türkei selbst, sondern das russische Altai „mit einem roten Stern“ markiert werden sollte. „Unsere türkischen Partner hegen die Idee der türkischen Einheit, und das ist normal. Das Einzige, was ich bedauere, ist, dass diese Karte keinen großen roten Stern im Zentrum der türkischen Welt hat. Und dieses Zentrum befindet sich nicht in der Türkei, sondern auf russischem Territorium, im Altai“, zitiert die Nachrichtenagentur TASS Peskow, der mit dem TV-Sender Rossiya-1 sprach. Der Altai „ist ein heiliger Ort für jeden Türken, weil sie von dort stammen. Das können Sie mir als Turkologe glauben“, fügte er hinzu. Strategiepapier von Ex-Präsident Nazarbayev dient als Fahrplan Beim Treffen in der Türkei wurde das von Kasachstans Ex-Präsident Nursultan Nazarbayev erstellte Strategiepapier „Vision der turksprachigen Welt 2040“ vorgestellt. In diesem wird auf die gemeinsamen Interessen der turksprachigen Staaten hingewiesen. In der Abschlusserklärung wurde auf das Strategiepapier ausdrücklich hingewiesen und als „strategischer Wegweiser“ beschrieben. Um den strategischen Fahrplan der Organisation der türkischen Staaten 2022-2026 vorzubereiten, hätten die Staatschefs entsprechend Weisung erteilt. Altai-Gebiet Die Region liegt im südlichen Sibirien am Oberlauf des Ob. Sie grenzt im Süden an Kasachstan und im Südosten an die Republik Altai. Sie umfasst die westlichen Ausläufer des Altaigebirges und greift im Westen in das Westsibirische Tiefland über.

Zum Thema

– Organisation türkischer Staaten – Istanbul: Ungarn potenzielles Mitglied der „türkischen Union“

Staats- und Regierungschefs gründen Organisation der türkischen Staaten.

Istanbul: Ungarn potenzielles Mitglied der „türkischen Union“

Rüstungsabkommen
Griechenland verurteilt spanisch-türkisches Rüstungsabkommen

0
Athen – Die griechische Regierung hat das spanisch-türkische Abkommen zur Stärkung der Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie scharf verurteilt. Bei einem Treffen der beiden Staatsoberhäupter am Mittwoch (17. November) in Ankara lobte Recep Tayyip Erdoğan die von Sánchez angekündigten Rüstungsprogramme in Zusammenarbeit mit Spanien. Er erinnerte insbesondere daran, dass die Türkei in Zusammenarbeit mit Spanien das amphibische Angriffsschiff der türkischen Marine „Anadolu“ gebaut hat, das als leichter Flugzeugträger konfiguriert werden kann. Der türkische Präsident schlug auch den Bau eines noch größeren Flugzeugträgers für sein Land vor. „Unser Ziel ist es, einen großen Flugzeugträger zu bauen. Vielleicht werden wir auch Anstrengungen im Bereich der U-Boote unternehmen. Wir werden diese Schritte unternehmen. Es gibt viele Dinge, die wir in der Verteidigungsindustrie gemeinsam verwirklichen können“, sagte Erdoğan. Der türkische Staatschef fügte hinzu, dass Spaniens Haltung gegenüber der Türkei von anderen EU-Ländern als „Vorbild“ betrachtet werden sollte, und äußerte seine Zufriedenheit über die Investitionen von mehr als 600 spanischen Unternehmen in der Türkei. „Die Präsenz der spanischen Bank BBWA ist das konkreteste Zeichen des Vertrauens in die Türkei“, sagte er. Spanien hat sich seit Beginn der Spannungen im östlichen Mittelmeerraum wegen der Gasförderung gegen den Antrag Griechenlands auf EU-Sanktionen gegen die Türkei gewehrt. Griechenland ist der Ansicht, dass die Türkei mit ihren Gasförderungsaktivitäten in seinen Hoheitsgewässern gegen internationales Recht verstoßen hat. Im Oktober 2020 wies der griechische Außenminister Nikos Dendias in einem Schreiben an seine Amtskollegen aus Deutschland, Spanien und Italien auf die Notwendigkeit hin, ein Waffenembargo gegen die Türkei zu verhängen. Die Türkei hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkei Rechte an den Ressourcen in der Region hat. Sie ist der Ansicht, dass die Gewässer, in denen sie probeweise nach Erdgas bohrt, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören. Die Türkei will mit den Bohrungen auch die Anteile der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft sichern. Athen und spanische Opposition „verärgert Der griechische Regierungssprecher Giannis Oikonomou sagte, es sei „selbstverständlich“, dass die EU-Mitgliedsstaaten an die Entscheidungen des EU-Rates gebunden seien, wenn es um die „Beziehungen zur Türkei und deren „Provokationen und Verstöße gegen das internationale Recht“ gehe. „Der sozialistische spanische Ministerpräsident hätte die allgemeine Haltung des Europäischen Rates berücksichtigen müssen“, so der griechische Abgeordnete. In Athen vermuten Kritiker, dass die spanisch-türkische Annäherung kein Zufall ist, vor allem nachdem Griechenland und Frankreich ein bahnbrechendes Militärabkommen unterzeichnet haben, das gegenseitigen Beistand vorsieht, falls eine Partei von einem Drittland angegriffen wird, auch wenn dieses der NATO angehört. Analysten schätzen, dass Spanien das zunehmende Engagement Frankreichs im östlichen Mittelmeerraum nicht positiv sieht.

Auch interessant

– Ausland – Spanischer Botschafter: Wir glauben nicht an Sanktionen gegen die Türkei

Spanischer Botschafter: Wir glauben nicht an Sanktionen gegen die Türkei und wollen die Wirtschaftsbeziehungen ausbauen.

Spanischer Botschafter: Wir glauben nicht an Sanktionen gegen die Türkei

Corona-Krise
Hausärzte in NRW für allgemeine Impfpflicht

Köln – Hausärzte in NRW haben sich für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ausgesprochen. Neben Booster-Impfungen brauche es weitere Standbeine, um das Infektionsgeschehen zu kontrollieren, sagte Oliver Funken, Vorsitzender des Hausärzteverbands Nordrhein, dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. „Wir müssen verhindern, dass die Intensivstationen volllaufen – mit wirksamen 2G-Regeln. Ich fordere aber aus medizinischer Sicht jetzt eine Impfpflicht, das wäre nun am wirksamsten. Es wäre der beste Schutz“, so Funken. Die Politik habe zu lange gebraucht, um auf die Corona-Lage zu reagieren. Die Eröffnung des Impfzentrums an der Lanxess-Arena in Köln sei deshalb der „richtige Schritt, weil vorher nicht getan wurde, was nötig wäre. Die Politik hat sich verweigert, das Problem frühzeitig anzugehen.“ Es brauche nun eine „gewaltige gemeinsame Kraftanstrengung“, um bis Ende des Jahres noch mehr als 20 Millionen Impfungen in Deutschland durchführen zu können. Virologe Streeck geht von deutlich mehr Corona-Fällen aus als bekannt Der Bonner Virologe Hendrik Streeck geht davon aus, dass es deutlich mehr Corona-Fälle gibt als bekannt werden. „Wir haben eine hohe Dunkelziffer. Man kann davon ausgehen, dass wir derzeit viel mehr Infizierte haben, als uns die Inzidenz Glauben schenken mag“, sagt der Direktor der Institute für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn, im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ im Gespräch mit den Podcast-Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach. Der Autor des Buchs „Unser Immunsystem“ kritisiert die aktuellen Parameter in der Bewertung der Pandemie: „Wir halten uns an der Inzidenz fest, die aber nur eine Fallinzidenz ist und keine echte epidemiologische.“ Er beklagt: „Wir haben es in dieser Pandemie nicht geschafft, wirklich verlässliche Daten zu sammeln, wo wir ganz genau wissen, wie hoch die Inzidenz ist.“

Auch interessant

– Gastbeitrag – Kommentar: Nein, Prof. Dr. Lothar H. Wieler ist nicht nur Tierarzt

Tierarzt. So wird der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar H. Wieler oft in Kommentaren der Impfgegner genannt, gestern wieder von der ollen Alice. Damit wollen einige sagen, dass der nun gar keine Ahnung davon haben kann, was Corona betrifft und völlig fehl am Platz ist.

Kommentar: Nein, Prof. Dr. Lothar H. Wieler ist nicht nur Tierarzt

WSBK 2021
Türkischer Rennfahrer Toprak Razgatlioglu ist Superbike-Weltmeister

Jakarta – Kenan Sofuoglu Protegé Toprak Razgatlioglu ist Superbike-Weltmeister 2021! Ein zweiter Platz reichte, um sich ein Rennen vor dem Ende der Saison den Titel sicherzustellen. Der türkische Yamaha-Fahrer entthronte damit Serien-Champion Jonathan Rea, der zuletzt sechsmal in Folge den Titel geholt hatte. Ein zweiter Platz im ersten Hauptrennen am Sonntag genügt ihm zum Gesamtsieg. Für Razgatlioglu ist es der erste große Titel seiner Karriere, Yamaha triumphiert zum ersten Mal seit 2009, berichtet das Motorsport-Magazin (MM). Zum Saisonfinale war Razgatlioglu als WM-Leader nach Indonesien an den brandneuen Mandalika Circuit gekommen. Er eroberte Samstag im Qualifying die Pole Position – unmittelbar vor Rea, berichtet MM weiter. Der neue Weltmeister konnte es kaum glauben und zollte allen, die ihn unterstützt haben, seinen Respekt, als er das Gefühl beschrieb, das zu erreichen, wovon er immer geträumt hat: WorldSBK-Champion zu werden. „Ich muss mich als erstes bei meiner Familie und Kenan Sofuoglu bedanken. Wir sind eine große Familie. Ich danke meinem Team für die unglaubliche Arbeit in diesem Jahr“ kommentiert der neue Weltmeister. In einem Tweet gratuliert sein Mentor, Rekordweltmeister Kenan Sofuoglu, dem Champion zu seinem Sieg: „Unsere Fahne ist nun in deiner Hand, halte sie stehts oben“, so Sofuoglu. Razgatlioglu bedankte sich bei Sofuoglu für seine Mühen. „Mein Traum war, ich habe immer gesagt, dass ich in dieser Saison Weltmeister werden könnte. Das ist für meinen Vater. Ich bin heute wirklich glücklich. Für mich ist es ein unglaublicher Tag. Das ist wirklich wichtig für mich. Leider kann er meinen Sieg nicht miterleben, aber er hat immer gesagt: ‚Toprak wird Weltmeister‘. Er ist vor vier Jahren gestorben, aber heute sind wir Weltmeister, und das ist für ihn“, so Razgatlioglu. Der in Alanya geborene Razgatlıoglu ist der zweite Sohn des berühmten türkischen Stunt-Motorradfahrers Arif Razgatlıoglu, der als Tek teker Arif bekannt war, was so viel bedeutet wie Wheelie Arif. Sein Vater starb zusammen mit seiner Freundin, die auf dem Soziussitz saß, bei einem Motorradunfall in Antalya am 17. November 2017. Zahlreiche Prominente und auch Politiker gratulierten dem jungen Champion zu seinem Sieg, darunter auch der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

Wirtschaft
Deutschland: Stärkster Anstieg der Inflation seit 70 Jahren

Berlin – Die Erzeugerpreise für gewerbliche Güter in Deutschland sind im Oktober so stark gestiegen wie seit dem Jahr 1951 nicht mehr. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche (WiWo) unter Berufung auf das Statistische Bundesamt. Demnach stiegen Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Oktober um 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat nach oben geschossen. Ein derart hoher Preissprung habe es zuletzt mit 20,6 Prozent im November 1951 gegeben. Selbst in der ersten Ölkrise 1974 war die Inflation demnach nicht so schlimm. Die neuen Zahlen lägen „erheblich über den schlimmsten Befürchtungen“, zitiert die WiWo Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. Mit 16,2 Prozent hatten von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen gerechnet. Aber auch die Verbraucherpreise sind überdurchschnittlich gestiegen. Wiwo:
Von den Erzeugerpreisen ist der Weg zu den Verbraucherpreisen nicht weit . […] Steigende Holzpreise etwa verteuern Spielzeug und Möbel, kostenträchtigeres Tierfutter und teurer Dünger schlägt auf Grundnahrungsmittel in den Supermärkten durch. Für viele Nahrungsmittel sind die Preise bereits nach oben geschossen. Beispiele gefällig? Butter im Oktober: plus 18,8 Prozent. Rindfleisch: plus 14,2 Prozent. Pflanzenöl: plus 48,3 Prozent.

Zum Thema

– 4,5 Prozent Preissteigerung – Deutschland erlebt höchste Inflation seit 28 Jahren

Im Oktober sind die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um satte 4,5 Prozent gestiegen.

Ali Babacan: Unser Wirtschaftsteam könnte Krise in drei Monaten lösen
 

"Das Wesentliche des Lebens"
NEX24-Interview mit dem Frankfurter Underground-Künstler Halil Kıratlı

Im Gespräch mit NEX24 erläutert der türkischstämmige Kunst-Rebell seine Motivation und seinen Hang für Spontanität. Diesem Künstler geht es nicht um Kunst im eigentlichen Sinne, sondern um das Wesentliche des Lebens. Seine Bilder entstehen zu unterschiedlichen Zeiten und Orten. Je nach Lust und Laune zieht es Halil Kıratlı in den Alltag. Die Werke entstehen mal in der S-Bahn oder bei einer Tasse Kaffee. Für den 1983 in Konya/Ereğli geborenen Kreativgeist benötigt Kunst nicht zwangsläufig eine Definition. Über sein künstlerisches Verständnis und seine Werke sprach NEX24 mit Halil Kıratlı. Herr Kıratlı, wann haben Sie ihr künstlerisches Talent bemerkt und angefangen Bilder zu zeichnen? Bis 2019 habe ich eher als Versuch vielleicht insgesamt zehn Bilder gezeichnet. Auch wenn ich die Begabung manchmal erahnen konnte, habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt. Richtig angefangen zu zeichnen und zu malen habe ich mit der Pandemie. Es war für mich auch nicht wichtig, ob die entstandenen Werke amateurhaft aussehen oder kein Interesse wecken, sondern authentisch wirken. Mein Ziel bestand nie darin, ein zweiter Picasso oder van Gogh zu werden. Mir geht es eher darum, in diesem Ozean der Farben, auch wenn es klein ist, für mich einen ursprünglich wirkenden Platz zu finden. Im Übrigen sehe mich nicht als Künstler, sondern als Zeichner.
„Afternoon by the river“ Halil Kiratli, Istanbul 2020
Sie zeichnen nicht nur mit Bleistift und Kugelschreiber, sondern malen auch mit Pastellfarben. Was bevorzugen Sie eher? Es reicht aus, wenn ich irgendeinen Stift oder Pastellkreide finde. An dem Tag hatte ich wohl Pastellkreide gefunden. Die Materialien, die ich für meine Zeichnungen in der S-Bahn verwende, habe ich aus einem Karton mit der Aufschrift „Zu verschenken“ gefunden. Ich habe die Sachen in keinem Schreibwarenladen gekauft. Es sind Materialien, die keiner mehr gebraucht hat, und ich habe versucht, dass sich diese mit den Bildern zusammenfinden. Es macht mir Spaß, wenn ich Gegenständen wieder einen Wert, einen Anlass geben kann. Welche Bedeutung hat Kunst für Sie? Meiner Meinung nach benötigt Kunst nicht unbedingt eine Umschreibung, denn wenn wir beginnen, etwas zu definieren, verliert dieser Gegenstand den Wert seiner Daseinsberechtigung. Es würde die Basis des Objekts und den Freiheitsgeist einengen. Anders ausgedrückt, wenn etwas definiert, vollendet und in eine Schablone angepasst wird, würde es die Weiterentwicklung aufhalten. Im Prinzip ist es mit allen Dingen so, die sich mit der Zeit nicht weiterentwickeln, setzt sich mit der Zeit dort Rost an und nutzt sich ab. Ich denke, wir kommen in der Kunst nicht weiter, wenn wir 1+1=2 sagen. Deshalb denke ich, dass Definitionen und Formeln eher in numerischen Feldern nützlich sind. Wenn Du ein Fisch bist, solltest Du schwimmen, auch wenn Du Wasser nicht definieren kannst. Mich hat die Qualität der Farben oder des Papiers nie interessiert, sondern immer die inhaltliche Beschaffenheit.
„A dream“ Halil Kiratli, Frankfurt 2021
Woher nehmen Sie die Motivation für ihre Arbeit und was sind die Kriterien bei der Gestaltung ihrer Werke? Zunächst einmal sollte jedes einzelne Werk/Bild inhaltlich für sich bewertet werden. Ein Werk dahingehend mit einem anderen zu vergleichen, um hinterher festzustellen, welches besser ist, wäre für die geschaffenen Werke und die investierte Zeit, auf gut Deutsch gesagt, eine Dummheit. Ein Künstler sollte gegenüber allem und jedem Ereignis wachsam sein. Er sollte sich dabei auch selbst beobachten können. Was mich vielleicht von anderen Künstlern vor allem unterscheidet ist die Technik, die ich meistens verwende. Wenn ich ein Bild zeichnen möchte, denke ich nicht vorher darüber nach und plane es auch nicht. Das Ganze entwickelt sich eher spontan mit Papier und Bleistift. Selbst ich weiß am Anfang nicht, welches Bild zum Schluss entsteht. Meine einzige Motivation jetzt besteht darin, dass ich zu Beginn einer Zeichnung nicht vorhersehen kann, ob es ein Menschenskopf, ein Stein auf einem Berg oder ein Froschauge wird. Es gibt kein Kriterium von mir, ob ein Werk symmetrisch oder ästhetisch sein sollte. Durch die geschaffenen Werke soll die Wahrheit zum Gegenstand des Interesses werden. Es gibt einen Grund, warum ich keine neuen Materialien zum Zeichnen und Malen kaufe, sondern secondhand Utensilien verwende. Damit möchte ich zwei Objekten mit unterschiedlicher Geschichte wieder einen Sinn und Wert verleihen. Ferner einer unwissenden Konsumgesellschaft, auch wenn es wie ein unbedeutender Faktor aussehen mag, eine Botschaft mitteilen. Zu meiner Enttäuschung muss ich gestehen, dass sich der weitgehend störungsfreie Konsum in Europa, den ich früher als „das Paradies der Verschwendung“ bezeichnete, überall verbreitet hat. Leider gibt es so viele Beispiele dafür. Dazu gehört auch unser Trinkwasser, das wir für unser tägliches Leben benötigen.
„The child“ Halil Kiratli, Düsseldorf 2021
Selbst Abschlüsse, die wir an einer Hochschule erworben haben, hindern uns nicht daran in Verschwendung zu leben. Was ist mit Kunststoff bzw. dem Plastik? Handelt es sich dabei nicht um eine moderne Art, den menschlichen Geist einzubalsamieren? Wenn wir etwas ehrlicher auf das Thema eingehen, warum haben denn die entwickelten Gesellschaften bis jetzt keine andere Lösung als Kunststoff gefunden? Warum schreiben wir die Unfähigkeit der Selbstwahrnehmung Millionen von Tieren zu, die jeden Tag nur deswegen sterben müssen? Während wir ruhigen Gewissens Plastiktüten verwenden, sprechen wir andererseits entspannt und mühelos über unser Gewissen und die Entwicklung. Unsere Natur ist eigentlich sehr Weise, aber selbst sie will es sich nicht eingestehen. Wir Menschen sind Geschöpfe, die zwischen dem was sie sagen und dem was sie machen in einem Widerspruch leben. In der gesamten Menschheitsgeschichte ist es uns tatsächlich gelungen, die einzige Generation zu sein, die nicht an die kommenden Generationen denkt und in ihrer Zeit hemmungslos konsumiert. Jeder sollte lernen auf seine Weise zu teilen. Andernfalls werden diejenigen, die auf der einen Seite Schüsseln voller Honig und auf der anderen Seite kein Wasser und Brot haben, aussterben.
„The observation“ Halil Kiratli, Amsterdam 2021
Welche Ideen bzw. Kunstprojekte möchten Sie gerne verwirklichen? Ich gehe einer geregelten Arbeit nach und verbringe fast zwei Stunden des Tages in der S-Bahn. Seit geraumer Zeit zeichne ich in der Bahn mit einem Kugelschreiber und habe schon sehr viele Bilder fertiggestellt. Diese möchte ich gerne in einer Ausstellung mit dem Titel „On the Rails“ präsentieren, weil alle Werke in der Bahn entstanden sind. Eine weitere Idee ist eine Ausstellung mit dem Namen „Soul of Airport“, die den Flughafen thematisiert. Aus dem Blickwinkel der Passagiere und Beschäftigten. Der Flughafen als Ort, in etwa vergleichbar mit einem kleinen Staat mit eigenen Gesetzen und Regeln. Anhand der Bilder soll es aus soziologischer Perspektive betrachtet werden. In keinem Werk soll ein Flugzeug oder ein Gebäude des Flughafens abgebildet sein, weil es hier um eine Bildinterpretation des Augenblicks geht. Wir danken für das Gespräch Das Interview führten Kemal Bölge und Polat Karaburan Für mehr Infos zum Künstler und seinen Werken: Hisamayati

Auch interessant

– NEX24-Exklusivinterview – Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Mit seiner Entscheidung, eine erste Nationalarmee zu gründen, schrieb Mitte Dezember nicht nur das kosovarische Parlament Geschichte. Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. NEX24 Kosovo-Korrespondent Mustafë Mehmeti sprach mit dem 27-Jährigen in der Hauptstadt Pristina.

Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Kampf gegen den Terror
Nordirak: PKK-Drahtzieher der Terroranschläge von Ankara getötet

Ankara – Bei einer Anti-Terror-Operation der türkischen Armee und des Geheimdienstes MİT im Nordirak ist ein Anführer der Terrororganisation PKK außer Gefecht gesetzt worden. Nach Medienberichten stand der getötete PKK/KCK-Anführer Ali Haydar Kaytan seit Jahren auf der Fahndungsliste der türkischen Sicherheitsbehörden. Er wurde von der türkischen Polizei mit Haftbefehl gesucht, weil er als mutmaßlicher Drahtzieher für zwei blutige Terroranschläge 2016 in Ankara galt, bei dem 65 Menschen getötet und 436 verletzt worden waren. Kaytan sei bei der Planung der Anschläge beteiligt gewesen und habe die Terroristen ausgewählt sowie die Anweisung zur Durchführung erteilt. Um sich einem möglichen Zugriff türkischer Sicherheitsbehörden zu entziehen, soll der Extremist ständig seinen Aufenthaltsort gewechselt haben. Der türkische Nachrichtendienst verfolgte laut Medienberichten die Spur des Terrorchefs im Nordirak. Bei dessen Aufspürung wurden neben Aufklärungsdrohnen auch nachrichtendienstliche Erkenntnisse in der Region ausgewertet. Damit Terroristen der Extremisten-Organisation von der gezielten Tötung des PKK-Anführers keine Kenntnis besitzen, habe die Führung der PKK beschlossen, dessen Leiche an einem unbekannten Ort zu begraben. Um Spuren zu verwischen, seien die an dem Begräbnis beteiligten Terroristen anschließend exekutiert worden. Beim ersten Terroranschlag 2016 durch einen Selbstmordattentäter auf zwei Busse in der Merasim Straße in Ankara starben 29 Menschen und 87 wurden verletzt. Beim zweiten Anschlag an einer Bushaltestelle in Güvenpark/Ankara sprengten Terroristen mit Bomben beladene Fahrzeuge in die Luft, bei dem 36 Menschen starben und 349 Verletzungen erlitten. Der Terrorismusexperte und Lehrbeauftragte der Bahçeşehir-Universität, Abdullah Ağar, bezeichnete die Ausschaltung des PKK-Anführers Kaytan als großen Erfolg in der Terrorismusbekämpfung der türkischen Sicherheitsbehörden, denn der Extremist habe als einer der Gründungsmitglieder der Terrororganisation großen Einfluss auf die Organisation ausgeübt. Ferner gehöre er zu den Planern vieler Terroranschläge der PKK. Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht.

Auch interessant

– Berlin – Kurdische Mutter: Die PKK tötet unsere Kinder

Nach vielen Jahrzehnten der Angst und Drohungen sowie Einschüchterungen der PKK, trauen sich immer mehr Kurdischstämmige gegen die Terrororganisation offen Stellung zu beziehen.

Kurdische Mutter: Die PKK tötet unsere Kinder
 

Gastbeitrag
Kommentar: Nein, Prof. Dr. Lothar H. Wieler ist nicht nur Tierarzt

Ein Gastbeitrag von Sahin Karanlik Tierarzt. So wird der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar H. Wieler oft in Kommentaren der Impfgegner genannt, gestern wieder von der ollen Alice. Damit wollen einige sagen, dass der nun gar keine Ahnung davon haben kann, was Corona betrifft und völlig fehl am Platz ist. Komisch, dass das bisher keinem wissenschaftlichen Beirat, keinem Institut und keiner Universität aufgefallen ist, wo er bisher tätig war, sondern nur Leuten, die sich Pferdeentwurmungsmittel reinpfeifen. Naja, bei Tiermediziner denkt auch unsereiner zwangsläufig an jemanden, der kleinen Mädchen die Hamster einschläfert oder seine Arme bis zu den Schultern tief in eine Kuh steckt, um ein Kalb rauszuziehen. Nur was uns zu den anderen unterscheidet, ist, dass wir nach dem ersten Satz nicht aufhören zu lesen und bei seinem Lebenslauf denkt man, es handelt sich nicht um eine, sondern um zehn Personen. Fachtierarzt für Mikrobiologie Denn Prof. Dr. Wieler ist nicht nur Tierarzt, sondern auch Fachtierarzt für Mikrobiologie, also der Lehre von Mikroorganismen – das sind unter anderem Bakterien, Pilze und Viren. Was aber sind Viren? Viren sind organische Strukturen, die sich durch Übertragung verbreiten, sich aber nur innerhalb einer geeigneten Wirtzelle vermehren können. Hm, klingt schon nach dem, womit wir es gerade zu tun haben. Ist das alles? Noch lange nicht. Er war wissenschaftlicher Assistent am Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere. Haha! Waschen und Striegeln, oder was? Nicht nur. Als Hygiene werden auch Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Epidemien bezeichnet. Zu dem Thema hat der auch seine Habilitation, was als höchstrangige Hochschulprüfung gilt, um in dem Gebiet lehren zu dürfen. Was noch? Seinen Doktor hat er am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre gemacht. Das alles reicht schon, um sich mit dem Corona-Dings auskennen zu können, aber zu den ganzen Qualifikationen zählt Zoonose zu seinem Spezialgebiet. Zoonose? Wat will der? Als Zoonose werden Tierseuchen und Infektionskrankheiten bezeichnet, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. MERS, Ebola, SARS und andere. Ah, bei Covid war doch was mit Fledermäusen und anderen Wildtieren. Dazu war oder ist Prof. Dr. Wieler Mitglied in zahlreichen Gremien, Beiräten, Schutzkommissionen, Ausschüssen, Netzwerken, zudem Vorsitzender in verschiedenen Organisationen, Sprecher, Gutachter, Berater, hat mehrere Preise bekommen und gilt weltweit als anerkannter Wissenschaftler. Klingt also nicht nur nach einem „Viehdoktor“, sondern nach jemanden, der genau der Richtige für den Job ist und etwas mehr als „nur“ ein Tierarzt.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Auch interessant

– Verschwörungsmythen – Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion
 

Rechtsterrorismus
NSU-Todeslisten: Behörden informierten Betroffene gar nicht oder unvollständig

Hamburg – Zehn Jahre nach der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) haben die Behörden noch immer nicht alle Betroffenen darüber informiert, dass sie auf sogenannten Todeslisten der rechten Terrorzelle standen. So zeigt eine gemeinsame Recherche von stern und Correctiv, dass Menschen, die vom NSU in einer Sammlungen möglicher Anschlagsziele vermerkt worden sind – teilweise mit Privatadresse und Telefonnummer – bis heute nicht darüber Bescheid wussten. In Ermittlungsunterlagen finden sich hunderte Namen möglicher Opfer, insgesamt soll der NSU Informationen über mehr als 10.000 Personen und Institutionen gesammelt haben. Der stern hat in den vergangenen Wochen mit 15 von ihnen sprechen können. Darunter ist etwa Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Chef des Bundesverfassungsgerichts, dessen Name ebenso auf einer Todesliste des NSU auftaucht wie der von Hans-Christian Ströbele, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen. Beide gaben gegenüber dieser Redaktion an, davon nichts gewusst zu haben. „Ich hätte eigentlich erwartet, dass man mich informiert „, sagte Papier gegenüber dem stern. „Auch weil ich zu dieser Zeit keinen Personenschutz mehr hatte.“ Ströbele ging in seiner Kritik sogar noch weiter: Dass er nicht informiert wurde, sei „überhaupt nicht in Ordnung“, die Polizei hätte „Schutzmaßnahmen ergreifen müssen“. Andere Betroffene wurden zwar in Kenntnis gesetzt, allerdings unvollständig: So hat ein Mann, dessen Name sich auf einer der Todeslisten findet, zwar damals einen Brief vom Bundeskriminalamt (BKA) erhalten, der dem stern vorliegt. Dass der NSU aber zwei seiner Privatadressen kannte, schrieb die Behörde ihm nicht. Stattdessen wurde er gebeten, bei weiterem „Erörterungsbedarf“ seinerseits sich an die lokale Polizeidienststelle oder das zuständige Landeskriminalamt zu wenden. Das Bundeskriminalamt (BKA), das damals die Ermittlungen leitete, teilte gegenüber dem stern mit, man habe die Listen nach Bekanntwerden im Jahr 2011 „einer individuellen Gefährdungseinschätzung“ unterzogen. Dabei hätten sich „keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Betroffenen einer konkreten Gefährdung unterliegen“. Der NSU ist verantwortlich für neun Morde an Menschen mit Migrationshintergrund, einen an einer Polizistin sowie drei Sprengstoffanschläge. Vor zehn Jahren flog die rechte Terrorzelle auf, nachdem zwei ihrer Mitglieder, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, Suizid begingen, ihre Komplizin Beate Zschäpe daraufhin Bekennervideos verschickte. Zschäpe sitzt mittlerweile lebenslänglich in Haft.

Menschenrechte
Mehr als 100 Prominente verurteilen in offenem Brief Israel

0
Los Angeles – Mehr als 100 Prominente kritisieren in einem offenen Brief Israels Entscheidung, sechs prominente palästinensische Menschenrechtsorganisationen als Terrororganisationen zu bezeichnen. Zu den Unterzeichnern gehören die Hollywoodstars Richard Gere, Claire Foy, Mark Rufallo, Tilda Swinton und Susan Sarandon; Regisseur Ken Loach, Musiker Jarvis Cocker, die Band Massive Attack und die Autoren Philip Pullman, Colm Tobin und Irvine Welsh. Ruffalo ist ein lautstarker Kritiker Israels und Befürworter der Rechte der Palästinenser. Zuvor hatte er eine Petition geteilt, in der internationale Politiker aufgefordert werden, Sanktionen gegen israelische Schlüsselindustrien zu verhängen, „bis den Palästinensern volle und gleiche Bürgerrechte gewährt werden“. Nichtregierungsorganisationen und Geber versprechen Solidarität mit den auf der schwarzen Liste stehenden palästinensischen Gruppen der Zivilgesellschaft. Während der israelischen Offensive auf den Gazastreifen im Mai teilte Sarandon mehrere Tweets zu den Spannungen. Der Brief ist der jüngste in einer Reihe von Verurteilungen des Vorgehens, die von den Vereinten Nationen über philanthropische Stiftungen und Menschenrechtsgruppen bis hin zu US-Gesetzgebern reichen. Im Oktober bezeichnete Israels Verteidigungsminister Benny Gantz die sechs palästinensischen NRO – Addameer, Al-Haq, die Union der Komitees für landwirtschaftliche Arbeit, das Bisan-Zentrum für Forschung und Entwicklung, die Union der palästinensischen Frauenkomitees und Defense for Children International – Palestine – als terroristische Organisationen. In dem gemeinsamen Schreiben wird der jüngste Schritt als „ein beispielloser und pauschaler Angriff auf palästinensische Menschenrechtsverteidiger“ bezeichnet. Darin heißt es: „Die Benennungen zielen auf sechs der bedeutendsten palästinensischen Menschenrechtsverteidiger ab, die kritische Menschenrechtsarbeit leisten und alle Aspekte der Zivilgesellschaft in den besetzten palästinensischen Gebieten abdecken“. Die sechs Wohltätigkeitsorganisationen leisten Rechtshilfe für Palästinenser und dokumentieren mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen durch Israel, die Hamas und die Palästinensische Autonomiebehörde. Außerdem setzen sie sich für die Rechte von Frauen, Landarbeitern und Kindern ein. Israel hat ihnen jedoch vorgeworfen, Spendengelder an Militante zu leiten und mit einer linken Organisation in Verbindung zu stehen, die in der Vergangenheit Anschläge in Israel geplant und durchgeführt hat.

Auch interessant

– Jerusalem-Krise – Pink Floyd-Gründer Roger Waters fordert Sanktionen gegen Israel

In einem Interview mit dem Nachrichtensender RT, fordert Pink Floyd-Gründer Roger Waters ein Ende des „grausamen Angriffs“ auf Gaza und den Stopp aller Militärhilfen an Israel.

Pink Floyd-Gründer Roger Waters fordert Sanktionen gegen Israel