Bielefeld
Vergewaltigungsserie: Strafanzeige gegen Staatsanwaltschaft

Bielefeld – Im Fall der Vergewaltigungsserie durch einen Assistenzarzt an der Bielefelder Bethel-Klinik hat Opfer-Anwältin Stefanie Höke Strafanzeige gegen Verantwortliche der Staatsanwaltschaft Bielefeld erstattet, unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung. Hintergrund ist die Serienvergewaltigung von etwa 30 Frauen durch einen Neurologen in der Klinik in den Jahren 2019 und 2020. Der Assistenzarzt hatte die Frauen betäubt, vergewaltigt und seine Taten gefilmt. Nach dem Suizid des Täters in der Untersuchungshaft hatten die Bielefelder Staatsanwälte das Verfahren eingestellt, später auch die Ermittlungen gegen Verantwortliche der Klinik. Der Vorwurf lautete: Beihilfe zur Vergewaltigung durch Unterlassen. Die Opfer-Anwälte wollten eine Wiederaufnahme der Ermittlungen erwirken, doch das Vorhaben scheiterte an der übergeordneten Generalstaatsanwaltschaft Hamm. Im November 2021 griff das Justizministerium NRW dann zu einem ungewöhnlichen Mittel und wies mit der Duisburger Staatsanwaltschaft eine andere Behörde an, in dem Fall wieder zu ermitteln. Grund dafür war offenbar Misstrauen gegenüber der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm. Besorgnis der Befangenheit Auf Anfrage teilte das Ministerium dem ARD-Politikmagazin Kontraste mit: „Die zuständige Fachabteilung gelangte in einer Gesamtschau zu der Besorgnis einer möglichen Befangenheit auf Seiten der Generalstaatsanwaltschaft Hamm.“ Ein Großteil der betroffenen Frauen war lange nicht darüber informiert worden, dass sie vergewaltigt worden sind. Bis heute ist unklar, ob Verantwortliche der Klinik, darunter ein Chefarzt, Hinweisen auf die Taten nicht ausreichend genug nachgegangen sind. Inzwischen wurden fast alle der 30 Frauen über ihre Vergewaltigung informiert. Nach Kontraste-Recherchen erhärten sich jetzt auch die Hinweise auf eine Mitschuld der Klinik-Verantwortlichen. So soll der Chefarzt bereits im Februar 2019 erstmals durch den Vater eines Opfers darüber informiert worden sein, dass es seiner Tochter nach der Behandlung durch Assistenzarzt Philipp G. schlecht ging. Nach Aussagen dieses Vaters soll der Chefarzt daraufhin abgewiegelt haben. Die Bethel-Klinik hingegen teilte Kontraste im April 2021 auf Anfrage mit, dass man erst im September 2019 von einer Patientin erstmalig über den Verdacht einer falschen Medikamentengabe durch den Assistenzarzt informiert worden sei. Zu einer Anfrage zu den neuen Vorwürfen haben sich weder der Chefarzt noch die Klinik geäußert. Die Klinik teilte aber mit, dass „der Wille zur Aufarbeitung und zur Hilfe für die Opfer“ allumfassend weiter gelte. Zudem sollen beim Pflegepersonal Gerüchte darüber kursiert sein, dass der Assistenzarzt nicht angeordnete Infusionen verabreiche. Dazu schreibt eine Mitarbeiterin Kontraste: „Auf dem Flurfunk hörte ich, dass der Chefarzt dem Personal gesagt habe: Wir müssen die Klinik und den jungen Neurologen schützen, dem nicht die Zukunft verbauen, weil der übernimmt auch so viele Nachtdienste und entlastet uns.“ Auch dazu hat sich der Chefarzt auf Anfrage von Kontraste nicht geäußert. „Die neuen Erkenntnisse belegen, dass der Chefarzt informiert war, dass Klinikpersonal informiert war, dass die Ärzteschaft informiert war“, sagt die Opfer-Anwältin Stefanie Höke in Bezug auf Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. Sie vertritt inzwischen mehrere betroffene Frauen und ist der Ansicht, dass der Assistenzarzt von den Verantwortlichen gedeckt wurde. Das Verfahren müsse mindestens in einer Anklage enden, wenn nicht zu einer Verurteilung führen, sagt sie. Gegenüber der Neuen Westfälischen gab der Chefarzt kurz nach dem Selbstmord des Täters an, Phillip G. habe ihn und alle Kollegen getäuscht und ihr Vertrauen missbraucht. Geschlechtskrankheit: hat sich Opfer bei Täter angesteckt? Nach Kontraste-Informationen hatte die Obduktion des Täters ergeben, dass dieser zwei Geschlechtskrankheiten hatte, die unfruchtbar machen können. Eine Frau, die erst kürzlich im Zuge der Duisburger Ermittlungen von der Polizei darüber informiert wurde, dass auch sie zu den Opfern des Assistenzarztes zählt, hat sich offenbar beim Täter angesteckt. Sie leidet unter den seltenen Geschlechtskrankheiten, die auch der Täter hatte. „Es kann sein, dass ich nicht schwanger werden kann“, sagt sie zu Kontraste. Sie wurde von der Polizei nach eigenen Angaben auch darüber informiert, dass es viele Videos von ihrer Vergewaltigung gibt und der Verdacht bestehe, dass ein Mittäter sie dabei gefilmt haben könnte. Die betreffende Polizei und Staatsanwaltschaft Duisburg haben sich auf Kontraste-Nachfrage dazu nicht geäußert.

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Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.

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Rechtsextremismus
Nazi-Aufmärsche auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren

Osnabrück – In der Corona-Pandemie ist die Zahl der Nazi-Aufmärsche auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. 2021 nahmen insgesamt nur noch rund 7700 Teilnehmer an 91 Aufmärschen der extremen Rechten teil. Damit hat sich die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert, die Zahl der Aufmärsche ging um 44 Prozent zurück. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ („NOZ“) vorliegt. Auch schon vor der Corona-Krise war der Trend seit Jahren rückläufig. Die höchste Zahl an rechten Aufmärschen wurde im Jahr der Flüchtlingskrise 2015 mit 590 erreicht. Zum Vergleich: 2010 waren es erst 85 gewesen. Die Linken-Abgeordnete Petra Pau sieht in dem Rückgang der Zahlen einen Beleg dafür, dass die Nazi-Szene in der Corona-Pandemie Mobilisierungsprobleme hat. Aber, so Pau, „die Zahlen der Bundesregierung täuschen über die wahre Mobilisierungsfähigkeit der Szene.“ Woche für Woche seien Neonazis, Reichsbürger und andere Gruppen der extremen Rechten Teil der massiven Straßenproteste gegen die Corona-Maßnahmen und sorgten für eine Zunahme der Gewaltbereitschaft gegen Journalisten, Polizei und auch Politiker. Die Linken-Politikerin forderte: „Von der neuen Innenministerin Nancy Faeser erwarte ich, dass sie diese Vermischung von Naziszene und bürgerlichem Protest stärker in den Blick nimmt.“ Auch die Rechts-Rock-Szene liegt wegen der Corona-Auflagen im zweiten Jahr in Folge am Boden. Die Behörden registrierten im vergangenen Jahr nur 135 Konzerte mit 6770 Besuchern, wie aus der Antwort des Innenministeriums hervorgeht. Das waren genauso viele wie im Jahr davor (ebenfalls 135 Konzerte mit knapp 6200 Besuchern). Zum Vergleich: 2019 waren es noch 374 Veranstaltungen mit rund 22.500 Besuchern gewesen. Pau betonte aber, dass Konzerte und CD-Verkäufe eine wichtige Rolle für die Finanzierung der Naziszene spielen würden und die Finanzströme der Szene ausgetrocknet werden müssten.

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– Fremdenfeindlichkeit – „Ich bin ein Mensch wie Du“: Der rassistische Mord an Ufuk Şahin

„Ich bin ein Mensch wie Du“. Das waren die letzten Worte von Ufuk Şahin, der vor 31 Jahren in Berlin Reinickendorf im Alter von 24 Jahren von einem Rassisten mit einem Messer ermordet wurde.

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Ausbauoffensive Ökolandbau
Özdemir will mit Bio-Wachstum und besserer Tierhaltung das Höfesterben stoppen

Osnabrück – Bundesagrarminister Cem Özdemir will angesichts der Krise der Schweinehaltung und des anhaltenden Höfesterbens grundlegend umsteuern. Der Grünen-Politiker teilte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit: „Qualitätsproduktion ist eine Chance für die Betriebe in Deutschland. Dabei werden wir sie unterstützen mit einer Ausbauoffensive für den Ökolandbau und einer Gesamtstrategie für den Umbau der Tierhaltung in der Landwirtschaft hin zu mehr Tierschutz.“ Eine Haltungskennzeichnung werde dem Verbraucher künftig das Plus an Qualität auf der Verpackung deutlich machen. Özdemir gab den Unionsparteien, die in den zurückliegenden Jahren das Bundesagrarministerium geführt haben, Schuld am Höfesterben speziell in der Schweinehaltung. Der Grünen-Politiker verwies dabei auf die Daten der amtlichen Landwirtschaftszählung, wonach sich die Zahl der Betriebe mit Schweinen zwischen 2010 und 2020 von 60.097 auf 31.852 fast halbiert hat. Die Zahl der gehaltenen Schweine blieb indes annähernd gleich. „Unser Ziel ist, den Betrieben Chancen für eine gute Zukunft zu geben und dabei Klima-, Natur- und Tierschutz mit der landwirtschaftlichen Erzeugung zu versöhnen“, so Özdemir. Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), rief Özdemir in der „NOZ“ indes dazu auf, konkreter zu werden, was genau er plane. Es werde nun seit Jahren ergebnislos darüber diskutiert, wie es weitergehen solle mit der Tierhaltung. Staack mahnte: „Jeder Monat, der verstreicht, bedeutet wieder weniger Betriebe. Bei dieser Entwicklung bleiben am Ende nur Großinvestoren, die die Bio-Träume der Bundesregierung umsetzen können.“

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Die Türkei hat in den ersten zwei Monaten des Jahres 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 35 Prozent mehr Agrarprodukte aus Russland importiert und ist nach China der zweitgrößte Importeur.

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Hanau-Anschlag
SPD-Vorsitzende Saskia Esken: Rechtsextremismus ist größte Gefahr in Deutschland

von Kemal Bölge Samstagmittag, es bläst ein kalter und ungemütlicher Wind durch die Brüder-Grimm-Stadt. Zum zweiten Jahrestag des rassistischen Terroranschlags von Hanau gedachten in der Hanauer Innenstadt Vertreter aus der Politik, die Hinterbliebenen, zivilgesellschaftliche Institutionen und viele Bürgerinnen und Bürger den neun getöteten Anschlagsopfern. Vor dem ersten Anschlagsort fand für die Todesopfer eine Gedenkveranstaltung statt, bei dem zunächst die Namen der Opfer vorgelesen und eine Schweigeminute eingelegt wurde. Journalist und Mitorganisator M. Teyfik Oezcan: „Wir sind Deutschland. Wir gehören zusammen“ Einige Demonstranten trugen Plakate mit der Aufschrift „Du trägst das wirklich freiwillig? Nein, damit du mich fragst“, „Du sprichst aber gut Deutsch. Ja, warum auch nicht“. Der Journalist und Mitorganisator M. Teyfik Oezcan, verlas zunächst eine Presseerklärung. Darin erklärte er unter anderem: „Wichtig ist für uns, Flagge zu zeigen. Gegen Terror, Fremdenfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus.“ Die Botschaft laute daher: Wir sind Deutschland. Wir gehören zusammen.“ Danach moderierte er ein Gespräch mit Niculescu Păun, dem Vater des getöteten Vili-Viorel Păun sowie Çetin Gültekin, der Bruder des ebenfalls getöteten Gökhan Gültekin.
(Foto: Bölge)
Vili-Viorel Păun ruft mehrfach den Notruf der Polizei, ohne Erfolg Während der Unterredung wünscht sich Nicu Păun, dass sich ein solcher rassischer Terroranschlag in Deutschland nicht wiederholt. Vili-Viorel Păun hatte in der Tatnacht versucht, am ersten Tatort sich dem Mörder Tobias Rathjen mit seinem Auto in den Weg zu stellen, was misslang, weil der Täter auf dessen Auto schoss. Er fuhr dem rechtsextremistischen Täter hinterher und rief unterwegs mehrfach erfolglos den Notruf der Polizei an. Auf dem Parkplatz des zweiten Tatorts erschoss der Attentäter Vili-Viorel. Vater eines Anschlagopfers: „Mein Sohn hat mit seiner Tat das Leben von weiteren Menschen gerettet“ Der Vater von Vili sagt mit leiser, aber bestimmter Stimme, dass sein Sohn die Pläne des Mörders zunichtegemacht hätte, noch mehr unschuldige Menschen zu töten. Die Polizei hätte in der Wohnung des Terroristen eine Skizze gefunden, wonach dieser viel mehr Menschen hätte töten wollen. Çetin Gültekin richtet einen Appell an die Politik und verlangt eine Verschärfung der Waffengesetze, damit sich eine solche Tat nicht wiederholt. Im Anschluss halten die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken und der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky eine Rede. SPD-Vorsitzende Saskia Esken. Rechtsextremismus ist größte Gefahr in Deutschland Die Bürgerinnen und Bürger mit migrantischen Wurzeln stellen sich nach Saskia Eskens Ansicht die berechtigte Frage, ob der Staat, dessen Bürger sie sind, in der Lage ist, sie noch zu schützen. Der Rechtsextremismus ist nach Meinung der SPD-Vorsitzenden die größte Bedrohung für Deutschland. Dafür brauche es keiner weiteren schrecklichen Beweise, so Esken. Sie legt vor dem ersten Tatort für die Anschlagsopfer Blumen nieder. Claus Kaminsky (CDU), Oberbürgermeister von Hanau, versprach, die Forderungen nach lückenloser Aufklärung des rassistischen Mordanschlags weiterhin voll zu unterstützen und die Namen der rassistisch ermordeten niemals zu vergessen. Man werde weiterhin den Angehörigen nach Kräften beistehen, so der Hanauer OB auf der Kundgebung. Auf einer weiteren Kundgebung auf dem zentralen Marktplatz versammelten sich etwa 6.000 Teilnehmer, um der Opfer des Anschlags zu gedenken. Einige Teilnehmer trugen Plakate mit der Aufschrift „Hanau ist überall“.

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Bei dem rechtsterroristischen Anschlag auf zwei Shisha-Bars in der hessischen Stadt Hanau kamen insgesamt elf Menschen ums Leben. Nun jährt sich der Amoklauf zum zweiten Mal. NEX24 sprach darüber mit dem deutsch-türkischen Politikberater und Autor Yasin Baş.

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Uiguren-Verfolgung
Bericht: Weltbank mitschuldig an Unterdrückung der Uiguren

Sheffield – Die International Finance Corporation unterstützt Unternehmen in Xinjiang, die angeblich die Menschenrechte verletzt haben. Einem am Donnerstag veröffentlichten Untersuchungsbericht zufolge hat der für den Privatsektor zuständige Arm der Weltbank fast eine halbe Milliarde Dollar an vier chinesische Unternehmen vergeben, die beschuldigt werden, uigurische Zwangsarbeiter in Chinas weit westlicher Region Xinjiang einzusetzen. Die International Finance Corporation (IFC) hat mehrere Investitionen in der Region getätigt, in der die überwiegend muslimischen Uiguren und andere türkische Minderheiten schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind, die nach Ansicht zahlreicher Länder Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, berichtet Radio Free Asia (RFA). Der fast 70-seitige Bericht mit dem Titel „Financing and Genocide: Development Finance and the Crisis in the Uyghur Region“ (Entwicklungsfinanzierung und die Krise in der uigurischen Region) besagt, dass es deutliche Hinweise darauf gibt, dass vier Unternehmen, die Kunden der IFC sind – Chenguang Biotech Co. Ltd., Camel Group Co. Ltd., Century Sunshine Group Holdings Ltd. und Jointown Pharmaceutical Group Co. Ltd. aktiv an Chinas Unterdrückung der Uiguren durch Zwangsarbeit, Zwangsumsiedlung, kulturelle Auslöschung und Umweltzerstörung beteiligt sind. Dem Bericht zufolge hat die IFC derzeit rund 486 Millionen US-Dollar in Form von Direktkrediten und Kapitalbeteiligungen in diese vier in Xinjiang tätigen Unternehmen investiert. Das Versäumnis der IFC, die von ihren Finanzierungen betroffenen Gemeinschaften und die Umwelt angemessen zu schützen, macht die Institution mitschuldig an der Unterdrückung von Uiguren, Kasachen und anderen Angehörigen von Minderheiten, heißt es in dem Bericht, der von der US-amerikanischen Denkfabrik Atlantic Council, dem Helena Kennedy Centre for International Justice an der Sheffield Hallam University in Großbritannien und der gemeinnützigen Forschungsorganisation NomoGaia verfasst wurde, berichtet RFA weiter. Die Ergebnisse des Berichts basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der chinesischen Staatsmedien, Satellitenbildern, IFC-eigenen Projektunterlagen, Unternehmensangaben und Social-Media-Posts der örtlichen Polizei und Arbeitsagenturen. „Diese vier Unternehmen setzen alle Arbeitskräfte ein, die von Experten als Zwangsarbeiter identifiziert wurden, und sie haben alle Menschen aufgenommen, die als überschüssige Arbeitskräfte eingestuft wurden“, so Laura Murphy, eine Menschenrechtsprofessorin in Sheffield Hallam und eine der Autorinnen des Berichts, gegenüber RFA. Chenguang Biotech hat mit der chinesischen Regierung zusammengearbeitet, um Uiguren von ihrem Land zu vertreiben, damit es das Land für die Produktion von Rohstoffen nutzen kann, während Century Sunshine und Camel Group für erhebliche Umweltverschmutzung in Xinjiang verantwortlich sind, so Murphy weiter. Dem Bericht zufolge hat die IFC acht Leistungsstandards, um die Wahrung der Menschenrechte der von ihren Investitionsprojekten betroffenen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten. Zu den Standards gehören die strenge Überwachung der Arbeitsbedingungen, die Vermeidung von Umweltverschmutzung und der Schutz der biologischen Vielfalt, die Sicherheit der Gemeinschaften, die Rechte indigener Völker und die kulturellen Rechte sowie der Schutz vor wirtschaftlicher oder physischer Vertreibung. „Die IFC legt acht klare Standards fest, die alle Unternehmen, die von ihr Kredite erhalten, einhalten müssen, und die Unternehmen sind verpflichtet, Unterlagen vorzulegen und zu überwachen, um sicherzustellen, dass sie diese Standards einhalten“, so Murphy. Obwohl die IFC normalerweise Investitionsprojekte überwacht und inspiziert, war sie seit 2019 nicht mehr in der Lage, nach Xinjiang zu reisen, um sicherzustellen, dass die Unternehmen ihre Standards einhalten, sagte sie. „Die Sorge, die wir haben, ist, dass die internationalen Regierungen seit 2017 wussten, was in dieser Region passiert“, sagte Murphy. „Und obwohl sie wussten, was in der uigurischen Region [mit] der Internierung von Uiguren [und] der Zwangsarbeit passiert, hat die International Finance Corporation weiterhin Geld an Unternehmen in der uigurischen Region überwiesen und neue Kredite an sie vergeben. Finanzierung von Chinas Völkermord Der Sprecher der Weltbank, David Theis, verwies RFA an die IFC für eine Stellungnahme zu dem Bericht. Ein IFC-Sprecher habe gegenüber RFA in einer E-Mail-Antwort erklärt, dass die Entwicklungsfinanzierungsinstitution Vorwürfe über Zwangsarbeit und schlechte Behandlung gefährdeter Gruppen ernst nehme und daran arbeite, die Vorwürfe zu überprüfen und mit ihren Kunden zu besprechen. „Unsere Arbeit in China konzentriert sich auf den Übergang zu einem ökologisch nachhaltigeren Wachstum und die Verringerung der Ungleichheit“, so der Sprecher. „Sie beruht auf dem Grundprinzip der Inklusion, wobei der Schutz von schwachen Menschen und Gemeinschaften besonders berücksichtigt wird“. Aufgrund der COVID-19-Pandemie und der Reisebeschränkungen sei es für die IFC in den letzten zwei Jahren jedoch schwierig gewesen, Projekte vor Ort zu beurteilen. Chinas Verfolgung der uigurischen Minderheit in Xinjiang ist in den letzten Jahren eskaliert und kommt nach Ansicht von Experten einem Völkermord gleich. Man geht davon aus, dass mehr als eine Million Menschen in Internierungslagern festgehalten werden, und es gibt immer mehr Beweise für Umerziehungsprogramme, Einschränkungen religiöser und kultureller Überzeugungen, Zwangsarbeitsprogramme, Massenüberwachung und Zwangssterilisation von Frauen. Auch Zwangsarbeit gehört zu den Vorwürfen. China streitet die Vorwürfe vehement ab und sagt, die Politik diene dazu, den Terrorismus zu bekämpfen und die Armut zu lindern. Offizielle Stellen weisen regelmäßig alle Berichte über Missstände als Erfindungen zurück.

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– China – Menschenrechtler: China begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit an muslimischen Uiguren

Menschenrechtsverletzungen gegen die Uiguren und andere Minderheiten: Mit diesem Vorwurf konfrontiert ein aktueller Bericht von Human Rights Watch und der Universität Stanford Chinas Regierung.

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Islam
Benjamin Idriz: Wasser ist ein wertvolles Geschenk Gottes

von Benjamin Idriz Ich sehe manchmal Menschen, die die rituelle Waschung mit einer solchen Routine durchführen, dass sie wissen, wie man alle vorgeschriebenen Körperteile genau „wäscht“ und trotzdem sündigen! Wie? Durch die Wasserverschwendung! Das Wasser ist ein wertvolles Geschenk Gottes und gilt als das Grundelement, von dem die gesamte Schöpfung abgeleitet und ihr Überleben abhängig ist:
»Wir haben aus dem Wasser alles Lebendige gemacht.«
(21/30) Der Prophet Muhammad versuchte, bei seinen Anhängern ein Bewusstsein für einen verantwortlichen Umgang mit ökologischen Ressourcen zu schaffen. Das wird am Beispiel des Wassers deutlich:
Der Gesandte Gottes ging an einem der Gefährten vorbei, während er die rituelle Waschung durchführte. Der Prophet fragte ihn: ›Warum ist diese Verschwendung?‹ Er antwortete mit einer Frage: ›Kann man denn auch bei der Gebetswaschung verschwenden?‹, worauf der Prophet folgendermaßen antwortete: ›Ja, auch wenn du dich am Ufer eines Flusses befindest, verschwende nicht.
Diese Überlieferung zeigt, dass der Gläubige mit dem Wasser verantwortlich, nachhaltig und damit letztlich auch gerecht umgehen muss. Der kluge, bewusste und verantwortliche Gläubige ist derjenige, welcher während der ritualen Waschung (tr.Abdest/ar.wuḍūʾ) mit dem Wasser sparsam umgehet, mit der Absicht, die Ressourcen des Wassers zu bewahren. Die Dankbarkeit für die Ressourcen spiegelt sich in einer rationellen Nutzung und Verteilung wider. Die Menge an Wasser, welche der Gesandte Allahs für die rituelle Waschung verbrauchte, lag bei wenig als einem Liter. Es gibt allerdings Gläubige, welche für die rituale Waschung mehrere Liter Wasser verbrauchen bzw. verschwenden und sie tun das im Namen der Sunna! Verschwenderischer Umgang mit den Ressourcen der Welt, vor allem mit den Mitteln der Ernährung, betrachtet der Koran als Sünde:
Gott liebt die Verschwender nicht“ (7/31). Gott verlangt von den Menschen in jedem Bereich des Lebens einen Weg der Mitte einzuschlagen
(2/14) Daher ist jede Art der Übertreibung eine der menschlichen Eigenschaften, die vor Gott verpönt sind (6/141). Der Koran verurteilt ausdrücklich die Praxis der Übertreibung, und diejenigen, die diese Gewohnheit pflegen, werden dem Teufel in seiner Undankbarkeit gleichgestellt:
Gewiss, die Verschwender sind die Brüder der Satane; und der Satan ist gegenüber seinem Herrn sehr undankbar.
(17/27) Für den Erhalt der Schöpfung müssen wir etwas tun, auch in der Moschee, durch kleine, aber wichtige Schritte; z.B. durch Energie sparen, Plastikware vermeiden, für kurze Strecken in die Moschee das Fahrrad benutzen, weniger Lebensmittel wegwerfen, Leitungswasser trinken, Fair-Trade Produkte kaufen, bei der rituellen Waschung die betreffenden Stellen anstatt dreimal nur einmal waschen, und somit sparsam mit Gottes Gütern umgehen. Benjamin Idriz

Benjamin Idriz dürfte der einzige Imam Deutschlands sein, der promovierter islamischer Theologe ist und zugleich auf deutsch schreibt. Beides – die Praxisbezogenheit des Seelsorgers und die wissenschaftliche Vertrautheit mit den Quellen – zeichnet sein neues Buch aus. Mit diesen Qualitäten ragt es aus einer wahren Flut von Veröffentlichungen aller Art über die „Frauenfrage“ im Islam wohltuend heraus.

Der Autor ist seit vielen Jahren weit über die oberbayerische Kleinstadt Penzberg, wo er als Imam wirkt, und über München, wo er das „Münchner Forum für Islam“ initiiert hat, bekannt: Sein Wirken und Schaffen gilt einem authentischen Islamverständnis, das mit den Wertvorstellungen der deutschen und europäischen Gesellschaft unserer Zeit nicht nur kompatibel ist, sondern die gemeinsamen Werte aus den Quellen des Islams – dem Koran und der Tradition der Propheten – ableitet.

Buch: Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam?: Grundgedanken für einen Islam heute und hier

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Einige Beispiele, wie manche Männer ihren Frauen behandeln und die Frage der Eheschließung nur vor dem Imam. Von Benjamin Idriz.

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Türkei
Erdogan kündigt weitere Afrika-Reise an

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Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wird am Sonntag auf Einladung seiner Amtskollegen zu einer viertägigen Reise in drei afrikanische Länder aufbrechen, teilte das Präsidialamt am Samstag mit. Erdoğan wird vom 20. bis 23. Februar die Demokratische Republik Kongo (DRK), den Senegal und Guinea-Bissau besuchen, so eine Erklärung des Direktorats. Der Besuch werde sich auf alle Aspekte der bilateralen Beziehungen und die Möglichkeiten zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen der Türkei und diesen Ländern in allen Bereichen konzentrieren. Während seines Besuchs in Dakar wird der türkische Staatschef zudem gemeinsam mit dem senegalesischen Präsidenten Macky Sall und anderen eingeladenen Staats- und Regierungschefs an der Eröffnungszeremonie des von einem türkischen Unternehmen gebauten Diamniadio-Olympiastadions teilnehmen. Es sei geplant, bei dieser Gelegenheit bilaterale Gespräche mit den teilnehmenden Staats- und Regierungschefs zu führen. Erdoğan werde auch das neue Gebäude der türkischen Botschaft in Dakar offiziell einweihen. Die Afrikapolitik der Türkei, die politische, humanitäre, wirtschaftliche und kulturelle Bereiche umfasst, ist Teil ihrer multidimensionalen Außenpolitik. Erdoğans Besuche in der Demokratischen Republik Kongo, im Senegal und in Guinea-Bissau sollen Möglichkeiten für die Steigerung des bilateralen Handelsvolumens im Einklang mit den festgelegten Zielen und die Ausweitung der Investitionen türkischer Geschäftsleute in der Region bieten. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, haben die Beziehungen zwischen der Türkei und Afrika mit der 2003 von Erdoğan eingeleiteten „strategischen Afrikapolitik“ des Landes neue Impulse erhalten. Zu diesem Zweck wurde die Zahl der türkischen Botschaften in Afrika von nur 12 im Jahr 2002 auf 43 im Jahr 2021 erhöht. Die Türkei wurde 2005 „Beobachtermitglied“ der Afrikanischen Union, die die Türkei 2008 zu einem „strategischen Partner“ erklärte. Der erste türkisch-afrikanische Partnerschaftsgipfel fand 2008 in Istanbul statt, der zweite in Malabo, der Hauptstadt von Äquatorialguinea. Der dritte Gipfel fand vom 16. bis 18. Dezember letzten Jahres erneut in Istanbul statt. Diese diplomatischen Entwicklungen zwischen der Türkei und dem afrikanischen Kontinent spiegeln sich auch in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen wider. Die Türkei baut ihre Wirtschaftsbeziehungen mit afrikanischen Ländern auf der Grundlage einer gleichberechtigten Partnerschaft und von Verhandlungen, bei denen beide Seiten gewinnen, auf. Im vergangenen Jahr hatten türkische Unternehmen auf dem gesamten Kontinent mehr als 1.150 Projekte mit einem Gesamtwert von fast 70 Milliarden Dollar durchgeführt. Der Wert der türkischen Investitionen in Afrika überstieg nach Angaben von Anadolu 6 Milliarden Dollar. Im Jahr 2021 stieg das Außenhandelsvolumen der Türkei mit Afrika südlich der Sahara im Vergleich zum Vorjahr um 24,8 Prozent. Das Handelsvolumen zwischen der Türkei und Afrika ist enorm, wie der Wirtschaftswissenschaftler Guven Sak vom Türkischen Institut für Wirtschaftspolitik (TEPAV) gegenüber der Deutschen Welle (DW) erklärte. „Kontinentalafrika hat die jüngste Bevölkerung der Welt und gleichzeitig das schnellste Bevölkerungswachstum.“ Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) wird sich die Bevölkerung Afrikas bis zum Jahr 2100 mindestens verdreifachen und auf über vier Milliarden Menschen anwachsen. Sak sieht den Ausbau der Beziehungen als natürliche Folge der Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen städtische Infrastruktur, Logistik, Energie und Bauwesen: „Die Tatsache, dass Afrika extrem reich ist – sowohl an traditionellen als auch an erneuerbaren Energieressourcen – bietet Chancen für einen schnell wachsenden Markt“, so der Wirtschaftswissenschaftler. „Qualität der Produkte“ Der ivorische Geschäftsmann Lilli Firmin Tre arbeitet aus einem einfachen Grund mit der Türkei zusammen: „Ich habe die Türkei wegen der Qualität ihrer Produkte gewählt“, erklärt er gegenüber DW. Tre leitet die SIG-Gruppe, ein Immobilienunternehmen in der Elfenbeinküste, und unterhält seit langem enge Beziehungen zur Türkei. Europäische Qualität zu asiatischen Preisen Tre betont, dass die Stärke der Türkei in der Tatsache liegt, dass sie ihre Produktion weitgehend selbst in der Hand habe. Andere europäische Länder, sagt er, böten mehr asiatische Waren an. „Im Bausektor gibt es viel zu lernen, die Türken haben ein großes Fachwissen. Sie sind gut in der Verarbeitung, in der Innenarchitektur – auch die Farbabstimmung stimmt und sie verwenden gute Materialien“, schwärmt der Geschäftsmann. Das Beste aber sei: „Sie bieten europäische Qualität zu asiatischen Preisen.“

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Interview mit Prof. Brendon J. Cannon über die türkisch-afrikanischen Beziehungen.

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Klimawandel
Klimaschutz-Gruppe „Aufstand der letzten Generation“ bekräftigt Androhung von Flughafen-Blockaden

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Osnabrück – Die Klimaschutz-Gruppe „Aufstand der letzten Generation“ hat ihre Androhung von Flughafen-Blockaden bekräftigt, sollte die Regierung nicht bis Sonntagabend auf ihre Forderungen eingehen. „Wenn unser Ultimatum verstreicht und es keinen Fahrplan für ein Essen-retten-Gesetz und die Agrarwende geben wird, werden wir uns darauf konzentrieren, die empfindliche Infrastruktur zu treffen, zum Beispiel Flughäfen und Häfen“, sagte Sprecherin Sonja Manderbach im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Wenn wir keine Antworten erhalten, werden wir die konkrete Planung für Störaktionen beginnen.“ Die Gruppe hatte mit Autobahnblockaden, bei denen sich Aktivisten teils auf der Fahrbahn festklebten, in den vergangenen Wochen massive Verkehrsstörungen in Berlin und anderen Städten verursacht und einen Misthaufen im Landwirtschaftsministerium abgeladen. Sie fordert unter dem Motto „Essen retten – Leben retten“ ein sofortiges Gesetz zum Retten von Lebensmitteln und eine Agrarwende, um Klimagase aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Am Mittwoch stellte sie Kanzler Olaf Scholz und der Ampel-Regierung in einem offenen Brief ein Ultimatum bis Sonntagabend. „Wir sind auf weitere Repressionen eingestellt, wenn wir noch massiver stören werden, und bereit, diese hinzunehmen“, sagte die Sprecherin. „Die Lage ist so ernst, dass ziviler Ungehorsam nicht nur gerechtfertigt, sondern notwendig ist.“ Der Ampel-Regierung warf Manderbach „massives Greenwashing“ vor, ihre Politik sei „allenfalls geeignet, ein paar Menschen zu beruhigen, die Angst vor dem Klimawandel haben. Aber das Tempo reicht absolut nicht, die CO2-Emissionsziele auch nur annähernd zu erreichen.“ Häfen und Flughäfen stünden für die fossile Wirtschaft und ein „Ja“ zum Weiter-so. „Deswegen werden wir sie ins Visier nehmen, wenn die Politik nicht reagiert.“

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– Klimaschutz – Turkish Airlines setzt ab sofort nachhaltigen Flugkraftstoff ein

Sie gehört zu den besten Airlines der Welt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Um klimabewusster und klimafreundlicher zu fliegen, setzt die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines nun seit Anfang Februar Sprit aus biogenen Reststoffen ein.

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Flüchtlingskrise
UN-Organisation besorgt über Anstieg von Todesfällen unter Migranten an griechisch-türkischer Grenze

Genf – Die Internationale Organisation für Migration der Vereinten Nationen (IOM) ist alarmiert über die zunehmende Zahl von Todesfällen unter Migranten und die Berichte über Push-Backs an der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei. Nach Informationen der UN-Organisation sind an der Landgrenze zwischen Griechenland und der Türkei 2022 mindestens 21 Migranten ums Leben gekommen. In dem gleichen Zeitraum des letzten Jahres sind demnach 10 Todesfälle verzeichnet worden. An derselben Landgrenze sollen 2021 schätzungsweise 55 Flüchtlinge ihr Leben verloren haben, überwiegend im August und im Winter. IOM kritisiert Griechenland Ohne Griechenland explizit beim Namen zu nennen, kritisiert die internationale Organisation die von griechischen Sicherheitskräften durchgeführten Push-Backs, also das Zurückdrängen von Migranten von den Grenzen ihres Ziel- oder Transitlandes. Derartige Aktionen seien nicht vereinbar mit den Verpflichtungen der Staaten nach internationalem und nationalem Recht. Ferner ist die IOM besorgt über die anhaltende Misshandlung von Migranten trotz wiederholter Aufrufe zum Handeln. Amnesty International wirft in ihrem Bericht 2021 griechischen Grenzbeamten Folter, Misshandlungen und illegale Push-Backs gegen Schutzsuchende vor. In dem englischsprachigen Bericht hat die Menschenrechtsorganisation festgehalten, wie griechische Behörden illegale Push-Backs an Land und auf See ausführen. Nach Informationen der IOM starben 2021 fast 3.500 Menschen beim Versuch, über die See- und Landgrenzen in die EU-Staaten einzureisen. Wegen Frage an Ministerpräsident Mitsotakis erhielt niederländische Journalistin Morddrohungen Wie weit es in Griechenland gehen kann, wenn eine Journalistin während einer Pressekonferenz Ministerpräsident Mitsotakis fragt, wann er endlich aufhört, über Push-Backs und Flüchtlinge zu lügen, musste die niederländische Journalistin Ingeborg Beugel erfahren. Die erfahrene Journalistin erhielt nach dem Vorfall Morddrohungen und wurde körperlich angegriffen. Auf Empfehlung der niederländischen Botschaft und des Außenministeriums in Den Haag verließ Beugel Griechenland nach 40 Jahren. Nach einem Bericht der Heinrich-Böll-Stiftung ist die Unabhängigkeit der Medien in Griechenland in Gefahr. Kemal Bölge/Genf

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– Türkei – BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

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Türkei
Islamfeindlichkeit: Französische Muslime wandern in die Türkei aus

Istanbul – Um der „Islamophobie“, die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Frankreich vorwirft, zu entkommen, entscheiden sich immer mehr französische Muslime dafür, in die Türkei auszuwandern. Laut einem Artikel des französischen Nachrichtenmagazins Le Journal du Dimanche haben sich Angesichts einer zunehmenden Islamfeindlichkeit in Frankreich, insbesondere in den letzten fünf Jahren immer mehr Franzosen in der Türkei niedergelassen. „Wir wollten eine Assimilation vermeiden, unseren Kindern eine islamische Erziehung geben, um sicherzustellen, dass sie ihr ganzes Leben lang Muslime bleiben“, so etwa der 31-jährige ehemalige Bäcker „Thibault“ aus Isère, der vor mehr als sieben Jahren zum Islam konvertiert sei. Seine Frau und er hätten zuerst an eine Auswanderung nach Ägypten oder Marokko gedacht, sich aber dann doch für die Türkei entschieden, da sie „mental näher an Frankreich“ liege. Heute hat das Paar sein Leben an den Ufern des Bosporus neu aufgebaut. Trotz einiger administrativer Rückschläge im Zusammenhang mit Aufenthaltsgenehmigungen bereut der Franzose seinen Umzug nicht. Zumal er vor einem halben Jahr auf eine Goldgrube gestoßen ist: den Export von Waren an eine überwiegend französische und muslimische Klientel. Korane, Gebetsteppiche, Abayas, islamische Rosenkränze oder Siwak-Zahnpaste. „Ich bin so überwältigt von der Nachfrage, dass ich nicht mehr alle Bestellungen ausführen kann, besonders wenn der Ramadan näher rückt.“, sagt er voller Freude. Viele Influencer unter Auswanderern Unter den Auswanderern gibt es auch zahlreiche Influencer, meist maghrebinischer Herkunft, die ihre Auswanderung in die Türkei inszenieren. „Es gibt hier eine Art Doppelkultur, sehr europäisch und gleichzeitig nahöstlich, die mich anspricht“, sagt in einem seiner Videos Fodil Mahani, ein Influencer, der 2019 Dubai gegen Antalya eingetauscht hat und auf seinem YouTube-Kanal über 70.000 Abonnenten verzeichnet. Oder Zia, eine 25-jährige Franco-Tunesierin aus Lyon, deren YouTube-Kanal von über 40.000 Abonnenten verfolgt wird und die vor fast zwei Jahren mit ihrem französisch-algerischen Ehemann nach Istanbul gezogen ist. In einem Video erklärt sie, wie man „persönliche Entwicklung“ praktiziert und dabei vermeidet, in die Vergötterung von New-Age-Spiritualitäten zu verfallen. David Bizet, der sich nun „Davut Paşa“ nennt, ist ein zum Islam konvertierter Mann aus Dijon und lebt seit 2019 in der Türkei. Er gründete im Oktober 2020 eine Facebook-Gruppe mit dem Titel Auswandern in die Türkei. „Diese Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, französischsprachige Muslime, die derzeit oder zukünftig, so Allah will, in der Türkei leben, zu verbinden“, heißt es in der Beschreibung der Gruppe. Sie richtet sich also an Französischsprachige, die danach streben, dorthin auszuwandern, oder die bereits in der Türkei leben, „um den Islam in Frieden zu praktizieren“, so die Gruppe weiter. „Keine Woche vergeht, ohne dass ich eine Nachricht von Franzosen erhalte, die sich in der Türkei niedergelassen haben oder sich dort niederlassen möchten“

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