Universität Duisburg-Essen
„Akademiker für den Frieden“: Reaktion des türkischen Staates war vorhersehbar

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel – yuecelnabi@hotmail.de Die türkische Oppositionszeitung „Aydınlık“ titelt „Akademiker, nicht für den Frieden, sondern für Euros“. Die „Takvim“ spricht von Betrug in Millionenhöhe in Zusammenhang mit den „Barrikaden-Akademikern“, die nur wegen einem Kaderstreit aufgedeckt werden konnte. Mittendrin die Universität Duisburg-Essen, das ganze angestoßen von David Selim Sayers, Akademiker vom „Paris Institute for Critical Thinking„. Was ist passiert? Zwischen März und April 2021 wurde die Direktorin des weltweit größten Instituts für Turkologie, Dr. Kader Konuk, klammheimlich zur stellvertretenden Direktorin „degradiert“. An und für sich nichts Aufregendes, aber David Selim Sayers, selbst Turkologe, scheint dabei eine große Rolle gespielt zu haben. Stellenausschreibung wie maßgeschneidert Von Anfang an: Angefangen hatte alles vor rund sieben Monaten. Da, im August 2019, suchte die Universität Duisburg-Essen eine/n „außerordentlichen Professor/in“ für Turkologie. Die Anforderung an der Stelle, so Sayers, sei überaus hoch und vielseitig gewesen. Laut Sayers war die Stelle wie zugeschnitten für ihn, weshalb er sich für die Stelle bewarb. Im Juni 2020 dann die ernüchternde Antwort der Universität Duisburg-Essen: Anderweitig vergeben. Sayers verstand die Welt nicht mehr und zog sich bis Januar 2021 erst einmal zurück, bis ihn seine Ehefrau dazu anspornte, der Sache doch auf den Grund zu gehen. Sayers schrieb also eine Email an die Vorsitzende des Einstellungsausschusses Dr. Kader Konuk. Doch darauf antwortete niemand. Also verfasste Sayers eine zweite Email, diesmal gesetzt mit Cc an die Sekretärin von Konuk sowie deren Assistentin – um Kader Konuk in Verlegenheit zu bringen, so Sayers in seinem ausführlichen Artikel darüber, die er im Pariser Institut Online veröffentlichte. Auf die zweite Email reagierte man zwar, aber eher allgemein. Man bedanke sich für die Bewerbung und bedauere die Entscheidung, die Kandidatur nicht weiter an den Senat der Universität Duisburg-Essen weitergeleitet zu haben. Misstrauen in die Hochschule wächst Jetzt, berichtet Sayers, sei er stutzig geworden, zumal er auch die Mitbewerber gekannt habe. Außer ihm hatten sich noch vier weitere Kandidaten beworben, aber nur drei wären laut dem Hochschulgesetz im Endeffekt dem Senat vorgestellt worden. Sayers war also nicht einmal unter den drei platziert, obwohl sein akademischer Werdegang geradezu hervorsticht. Nun wurde Sayers misstrauisch und schrieb Kader Konuk erneut an, um die Gründe für die Platzierung und Absage zu erhalten. Auch darauf kam erneut keine Antwort. Sayers setzte sich nun hin und recherchierte, welchen akademischen Werdegang die Mitbewerber vorzuweisen hatten. Akribisch stellte Sayers dabei die Stellenanforderungen mit dem Können der Mitbewerber und seiner Selbst gegenüber. Das Ergebnis war, dass die Anforderungen an der Stelle von Sayers selbst um längen übertroffen wurden, während die Mitbewerber „zufällig aus der Türkei kamen“ und Soziologen sowie Politologen und nur bedingt dazu geeignet waren, die Stelle anzutreten. Universität Duisburg-Essen kommt ins Trudeln Die Ergebnisse dieser Recherche fasste Sayers nun innerhalb von drei Tagen in einer Email zusammen und schickte es nun an den Präsidenten, der Kanzlerin sowie der Rechtsabteilung der Universität Duisburg-Essen. Darin verlangte Sayers ferner eine Untersuchung des noch laufenden Einstellungsverfahrens. Sayers spricht in seiner Analyse von einem Betrug, der von Dr. Kader Konuk angestoßen worden sei. Konuk habe die Stellenbesetzung manipuliert, um unqualifizierte „Kumpels“ zum Posten zu erheben. Sie habe die Bewerbungsakte von ihm vor dem Senat geheim gehalten und damit die Mitbewerber übervorteilt, damit eine Straftat begangen. Ergebnis: Es stellte sich heraus, dass die Universität Duisburg-Essen auf Druck Sayers hin eine Routineprüfung gestartet hatte. Im Februar 2021 schrieb Ulrich Radtke, Präsident der Universität an Sayers, dass die Rechtsabteilung eine Prüfung angestrengt habe, deren Abschluss und die daraus folgenden rechtlichen Schritte noch nicht abzusehen seien. Man werde ihn [Sayers] bei Zeiten noch darüber informieren, was aber nie geschah, so Sayers selbst. Erst im Mai 2021 erhielt Sayers erneut eine Email, diesmal aber von Dirk Hartmann, dem Dekan der Geisteswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen und Chef von Kader Konuk. Er teilte darin mit, dass aufgrund der Feststellung von schwerwiegenden Verfahrensverstößen in Zusammenhang mit der Stellenbesetzung, das Einstellungsverfahren insgesamt eingestellt worden sei. Er [Sayers] habe zum späteren Zeitpunkt bei erneuten Bedarf jedoch die Möglichkeit, sich erneut bei der Universität zu bewerben. Sayers Antwort an Radtke und Hartmann war dementsprechend nüchtern und spitz: Er finde es unerträglich, überhaupt noch mit „Erzscharlatanen“ im selben Zimmer zu sitzen, geschweige denn dann von Kolleginnen und Kollegen zu sprechen. Das Ergebnis war, dass die damalige Direktorin für das Institut für Turkologie klammheimlich zur Stellvertreterin „degradiert“ wurde, obwohl hier offensichtlich ein eklatanter Rechtsbruch erfolgte. Zweiter Akt – Die Mitbewerber Das ist aber nicht das Ende des akademischen Sumpfs. Es folgt der zweite Akt der Geschichte. Die Recherchen zu den vier Mitbewerbern ergaben, dass sie eine Gemeinsamkeit hatten: drei von ihnen hatten enge Verbindung zu Kader Konuk. Alle drei hatten sich an der Petition „Akademiker für den Frieden“ beteiligt, die, wen wunderts, von Kader Konuk selbst im Jahre 2016 angestoßen wurde. Die Petition wendete sich gegen das militärische Vorgehen der türkischen Regierung im Südosten der Türkei und forderte eine friedliche Lösung auf dem Verhandlungswege. 1128 türkische und ausländische Akademiker aus 90 Universitäten hatten daraufhin die Petition mitunterzeichnet, darunter auch Sayers. Mitten in der Petition waren Nil Mutluer; Mitbegründer von „Akademiker für den Frieden“, Hilal Alkan; ursprünglich als Beirat im „Akademiker für den Frieden“ tätig sowie Nazan Üstündağ; ebenfalls aktiv an der „Akademiker für den Frieden“ beteiligt. Diese drei Damen waren die drei Mitbewerberinnen von Sayers, die von Kader Konuk bevorzugt behandelt wurden. „Akademiker für den Frieden“ „Akademiker für den Frieden“ war ein Fundraising-Vehikel, das von der Flüchtlingswelle 2015 inspiriert wurde, bei der über eine Million Migranten und Flüchtlinge auf der Flucht vor dem anhaltenden Krieg in Syrien in Deutschland ankamen. Zu den vom deutschen Staat mobilisierten Mitteln zur Bewältigung der Flüchtlingswelle gehörten auch verschiedene Programme. Darunter ein Programm, das bedrohten Wissenschaftlern in ihren Heimatländern ermöglichte, ihre Arbeit in Deutschland fortzusetzen. Dabei stachen allen voran die Philipp Schwartz-Initiative hervor, die 2015 von der Alexander von Humboldt-Stiftung initiiert wurde. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass die überwiegenden Nutznießer dieser Programme nicht Wissenschaftler aus kriegszerrütteten Ländern wie Syrien oder Afghanistan waren, sondern aus der relativ stabilen und sicheren Türkei. Es gab zu jener Zeit keinen offensichtlichen Grund anzunehmen, dass Akademiker aus der Türkei entweder stärker gefährdet oder anderweitig mehr Anspruch auf deutsche Förderung hätten als ihre Kollegen aus Syrien oder Afghanistan. Aber Deutschland beheimatet seit langem eine beachtliche Anzahl Türkischstämmiger, die heute in die Millionen geht und die mit Abstand größte Minderheit des Landes darstellt. Dadurch sind Deutschland und die Türkei einschließlich der deutschen und türkischen Wissenschaft eng miteinander vernetzt. Es ist also denkbar, dass diese akademischen Netzwerke einen Löwenanteil der deutschen staatlichen Mittel aneignen könnten, die hauptsächlich für andere Gruppen bestimmt sind – Gruppen, die möglicherweise einem höheren Risiko ausgesetzt sind, aber nicht über das erforderliche Know-how und die notwendigen Verbindungen verfügen, um auf diese Ressourcen zuzugreifen. Kader Konuk und die staatlichen Mittel Von Anfang an hatte Konuk solche Stipendien vergeben, um einzelne Stipendiaten aus der Türkei nach Deutschland zu holen. Was aber, wenn man, anstatt sich mühsam für jedes einzelne Stipendium beim deutschen Staat zu bewerben, einen Weg finden könnte, türkische Gelehrte massenhaft nach Deutschland zu holen? Und was wäre wenn, anstatt die Finanzierung und die Auswahl der Mitstreiter in die Hände anderer zu legen, ein Weg gefunden werden könnte, die eigenen Mittel in die Hände zu bekommen, um nach Belieben auszugeben zu können? Wie es das Schicksal so wollte, wurde recht bald ein Weg gefunden, diesen Weg zu beschreiten. Im Januar 2016 veröffentlichte „Akademiker für den Frieden“, der Nil Mutluer und Nazan Üstündağ seit mindestens 2013 angehören, eine Petition mit dem Titel „Wir werden an diesem Verbrechen nicht beteiligt sein!“ und beschuldigten den türkischen Staat des „absichtlichen und geplanten Massakers“ an „Kurdischen und anderen Völkern“ in den südöstlichen Regionen der Türkei. In dieser Petition wurde an den Staat der Aufruf gerichtet, diesen „schweren Verstoß gegen die eigenen Gesetze der Türkei und internationalen Verträge, denen die Türkei beigetreten ist“, zu beenden. Die gleichzeitig in Türkisch, Kurmanji, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Arabisch und Griechisch veröffentlichte Petition wurde von 1128 Personen unterzeichnet, darunter Mutluer, Üstündağ, Alkan und Konuk. Die Reaktion war eingeplant Die Reaktion des türkischen Staates war vorhersehbar. Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der Petition meldete sich kein Geringerer als der türkische Präsident Erdoğan zu Wort und gab seine Zuversicht bekannt, dass „die zuständigen Institutionen ihre verfassungsmäßige und rechtliche Pflicht gegen diesen Verrat erfüllen werden, der nach unserer Verfassung und unseren Gesetzen ein eklatantes Verbrechen darstellt“. In den folgenden drei Jahren verfolgte der türkische Staat die Unterzeichner, wenn auch sehr zerstreut. Über 800 wurden vor Gericht gestellt. Über 500 verloren ihre Posten in den Universitäten. Etwa 200 wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Vier wurden festgenommen und zwischen 22 und 76 Tagen inhaftiert. Dann, im Juli 2019, entschied das türkische Verfassungsgericht, das höchste Rechtsorgan der Türkei, dass die Anklagen das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzten würden. Was folgte, war eine Reihe von Freisprüchen, die bis heute andauern. Aber ungeachtet ihrer Auswirkungen – oder ihres Fehlens – auf das Leben der Mitunterzeichner und ungeachtet ihres offensichtlichen Versäumnisses, die mutmaßliche Notlage der Minderheiten in der Türkei zu verbessern, gelang der Petition eines: Sie machte „Akademiker für den Frieden“ selbst zu einem Opfer. Die üblichen Humanisten wie Judith Butler und Noam Chomsky fügten der Petition ihre Namen hinzu und erhielten Auszeichnungen von internationalen Verbänden. Das Thema schlug sogar in westlichen Medien hohe Wellen. All dies war jenen egal, die wie Saylers die Petition einfach wegen ihres Inhalts wegen unterschrieben hatten und nichts weiter mit „Akademiker für den Frieden“ zu tun hatten. Aber diejenigen, die aktiv an der Organisation beteiligt waren – eine Gruppe von Personen, deren Namen nicht öffentlich bekannt sind – saßen plötzlich auf einer hochgradig exponierten Lage. Dies entging Konuks Aufmerksamkeit nicht. Bis Ende 2016 versammelte sie zehn Mitglieder der „Akademiker für den Frieden“ an ihrem Esstisch in Deutschland und diskutierte über Möglichkeiten, Spenden zu sammeln. Schon bald bot sich eine Chance: Die Volkswagen-Stiftung, Deutschlands größte private Forschungsförderungseinrichtung, hatte sich im selben Jahr entschlossen, dem deutschen Vorbild zu folgen und ein eigenes Stipendium für geflüchtete Stipendiaten einzurichten, das sich ausdrücklich an „aus ihrem Heimatland geflohene Akademiker“ richtet, die in den letzten Jahren im Rahmen der Flüchtlingswelle ankamen. Mit Hilfe des Universität Duisburg-Essen-Kollegen und dem Insider der VW-Stiftung Volker Heins, der sich für seine eigenen bisherigen Projekte nicht weniger als drei VW-Stipendien gesichert hatte, überzeugte Kader Konuk die Stiftung, 900.000 Euro an Flüchtlingsgeldern in ein Projekt zu stecken, das sich ausschließlich an Wissenschaftler aus der Türkei richtet, und die „Akademiker in Exil“ (AiE) war geboren. Wie genau die Dinge bei AiE ablaufen, ist etwas unklar. Aber deutlich ist, dass Konuk die Show leitet. Sie vereint in personalis unio die Rollen des AiE-Direktors, des AiE-Ratsmitglieds und des AiE-Auswahlausschussmitglieds – oder, anders ausgedrückt, zieht die exekutiven, legislativen und judikativen Fäden von AiE gleichermaßen. Der anfängliche fünfköpfige Rat, der mit der „Steuerung“ von AiE beauftragt ist, bestand aus dem Kernteam von Konuk, ihrem Geldbringer Heins und Georges Khalil, einem alten Konuk-Mitarbeiter aus Berlin. Pro forma waren auch die Vorgesetzten von Heins und Khalil dabei, nämlich Claus Leggewie vom Essener Institut für Höhere Studien und Friederike Pannewick vom Berliner Forum Transregionale Studien. Nachdem sie ihren Zweck erfüllt hatten, wurden diese beiden aus dem Rat ausgeschlossen. Neben Direktor und Rat hatte die junge AiE auch ein „unabhängiges Kollegium“, oder einen Auswahlausschuss, dessen zehn Mitglieder die Stipendienanträge prüfen und bewerten sollten. Im Oktober 2017 veröffentlichte die AiE ihre erste Ausschreibung mit sechs Stipendien für jeweils 24 Monate. Kein Aufruf für die ganze Welt, aber auch dieser mit bestimmten Voraussetzungen: Bewerber durften sich nicht länger als drei Jahre in der Türkei oder im „Exil“ aus der Türkei aufhalten; sie mussten aufgrund ihrer wissenschaftlichen Arbeit oder ihres bürgerschaftlichen Engagements „gefährdet“ sein; und sie mussten in den Geistes-, Rechts-, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften tätig sein. Ungeachtet der Voraussetzungen hätte man jedoch erwarten können, dass ein solcher Aufruf öffentlich bekannt gegeben wird, damit sich jeder bewerben kann, der die Kriterien erfüllt. Nicht in diesem Fall: Der Aufruf ging nach Konuks eigenen Worten nur an „die Netzwerke von Peace Academics und einige andere, von denen wir wussten, dass sie gleichgesinnt waren“. Mit anderen Worten, wenn Sie alle Kriterien erfüllten, aber keine Verbindung zu „Akademiker für den Frieden“ hatten, waren Sie dennoch berechtigt, dem Aufruf zu folgen – Sie haben nur keine Chance auf ein Stipendiat. Gleichzeitig enthielt die Petition zwei wichtige Unklarheiten, die sicherstellten, dass Konuk ihre Bewerber unabhängig von einer tatsächlichen Gefahr auswählen konnte, der sie möglicherweise ausgesetzt waren oder nicht. Die erste Mehrdeutigkeit lag im Wort „Exil“, das im bewussten Gegensatz zu „Flüchtling“ gewählt wurde. Denn während „Flüchtling“ einen offiziellen Status mit definierten rechtlichen Parametern bezeichnen kann, ist „Exil“ ein vielschichtiger Begriff, der auf viele Situationen ohne Bezug zu staatlicher Verfolgung oder Bedrohung von Leib und Leben Anwendung finden kann. Nil Mutluer sagte es am besten, als sie 2017 in einem Interview ihre eigene Situation mit einer perfekten Mischung aus Genauigkeit und Arroganz beschrieb: „Ich bin kein Flüchtling. Ich bin ein Gelehrter im Exil.“ Die zweite Mehrdeutigkeit lag im Wort „Risiko“. Der Aufruf machte deutlich, dass Bewerberinnen und Bewerber „keinen Nachweis“ ihres „Risiko- und/oder Exilstatus“ vorlegen müssen. Einige Risiken mögen zwar sehr real sein, aber nicht ganz einfach nachzuweisen, daher war es sinnvoll, diesbezüglich einen gewissen Spielraum aufzuzeigen. Aber das bedeutet nicht, dass wir auf Beweise ganz verzichten müssen. Die Philipp Schwartz-Initiative beispielsweise verlangt von Antragstellern, dass sie entweder offiziell Asyl in der EU beantragen oder eine Gefährdungsbeurteilung einer anerkannten Organisation vorlegen. Bei AiE ist der Risikobegriff wohlgemerkt lockerer definiert. Konuk selbst formuliert das so: „Wir schätzen das Risiko nicht ein. Wir sagen einfach „Ja bei Gefahr“ oder „Nein bei Gefahr“. Es spielt keine Rolle, ob jemand mit einer Gefängnisstrafe bedroht wird oder jemand auf seinem Campus eine einschüchternde Begegnung hatte.“ Mit anderen Worten, ob man tatsächlich von der türkischen Polizei verhaftet wurde oder einfach behauptet, dass einige Schüler nach dem Unterricht mit einem gesprochen haben, für AiE ist man immer „ja gefährdet“. Und man wird einem auch keine Sorgen machen, ob man für den Rest der Welt tatsächlich „kein Risiko“ darstellt denn niemand wird es jemals erfahren: AiE – zweifellos aus Sicherheitsgründen – gibt die Identitäten seiner Kameraden nicht bekannt. Die anfänglichen sechs Stipendien wurden bald auf neun ausgeweitet, als Konuk noch mehr Mittel einwerben konnte: 140.000 Euro von der Freudenberg Stiftung, einer gemeinnützigen Stiftung des Mischkonzerns, der die Reinigungsprodukte der Marke Vileda besitzt, und 60.000 Euro vom „Scholar Rescue Fund“, einer US-amerikanischen Non-Profit-Organisation, die vom Institute of International Education gegründet wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte AiE also bereits mindestens 1.100.000 Euro gesammelt, die irgendwie auf neun anonyme Stipendiaten verteilt wurden, die nach so präzisen – und doch so vagen – Kriterien ausgewählt wurden, dass Konuk genau das finanzieren konnte, wen oder was sie wollte. Aber Konuk war, wie sich herausstellte, gerade erst warm geworden. Im Dezember 2018 kündigte sie an, dass die Freie Universität Berlin der AiE acht neue Stipendienstellen und eine für einen Administrator zur Verfügung stellen werde, um ein Residenzprogramm zum Thema „Kritisches Denken“ zu schaffen. Mit Stellen meinte sie, dass die FU den Stipendiaten den physischen Arbeitsraum und vor allem die Legitimität einer Universitätszugehörigkeit zur Verfügung stellen würde. Aber natürlich gibt es diese Art von Legitimität nicht umsonst. Nein, es muss verdient werden – mit kaltem, hartem Geld, in diesem Fall von der Andrew W. Mellon Foundation, bei der Konuk 500.000 US-Dollar gesammelt hatte, und, etwas obskurer, von George Soros Open Society Foundations, die über 200.000 US-Dollar einbrachten. Diesmal machte sich Konuk nicht einmal die Mühe, so zu tun, als ob jemand, der nicht von ihr vorausgewählt wurde, Glück auf einen der Posten hätte. Es gab keinen Aufruf zur Bewerbung – tatsächlich gab es kein einziges öffentliches Wort zur Auswahl, Dauer, Vergütung oder anderen Bedingungen der Stipendien. Die Ernennung der acht Stipendiaten und des Verwalters Achim Rohde war ein reiner Insider-Job ohne Publizität, ohne Rechenschaftspflicht und in der Folge auch ohne Glaubwürdigkeit. Aber lassen Sie uns ein oder zwei Minuten bei der Soros-Verbindung verweilen, und das nicht nur, weil jeder ein bisschen Verschwörungstheorie mag. Konuk hat die Arbeit von Soros – insbesondere Open Society und Soros’ Central European University (CEU) – in jeden AiE-bezogenen Vortrag, den sie seit 2017 gehalten hat, einbezogen. Als sie 2018 ihr erstes Soros-Stipendium erhielt, versuchte sie sogar, seinen Namen richtig auszusprechen. Und bis 2019 war sie so leidenschaftlich für alles, was mit Soros zu tun hatte, dass sie die Kritik an der Open Society wahllos als „antisemitisch“ bezeichnete. Angesichts dieser Begeisterung mag es überraschen, dass Soros Finanzierung von AiE ein offenes Geheimnis ist. Konuk hat es nur zweimal erwähnt: in einem beiläufigen Kommentar während eines Gesprächs und in ihrem Lebenslauf, mit der sie wirbt, wie viel Geld sie von wem gesammelt hat. Aber Open Society ist nicht als Sponsor in einer einzigen offiziellen AiE-Quelle aufgeführt. Stattdessen wird sie als „anonyme Spender“ oder bestenfalls als „anonyme Stiftung“ bezeichnet. Der offensichtliche Grund für Open Society, anonym bleiben zu wollen, wäre nun, dass sie im November 2018, nur zwei Wochen bevor Konuk sich öffentlich als Sponsor geoutet hatte, ankündigte, den Betrieb in der Türkei aufgrund von Anfeindungen des türkischen Staates einzustellen. Aber es könnte auch noch etwas anderes sein. Wenn wir uns bekannte Affiliates von AiE und Soros CEU anschauen, stellen wir eine auffällige Überschneidung fest, insbesondere im Bereich der Gender Studies. Nil Mutluer, Mitbegründerin von AiE, hat ihren Ph.D. in Gender Studies von der CEU. Anikó Gregor, AiE Mitglied an der FU Berlin, erhielt ihren MA in Gender Studies von der CEU. Judit Takács, eine weitere AiE-Stipendiatin, verbrachte zehn Monate im CEU-Programm für Gender und Kultur. Und Andrea Pető, Referentin beim AiE-Workshop 2020 zum Thema „Gender Studies im Exile“, ist Professorin für Gender Studies an der CEU. Konuk wird auch nicht müde, ihr Publikum daran zu erinnern, dass die 1991 von Soros gegründete CEU in letzter Zeit – im Dezember 2018, eine Woche nachdem Open Society ihren Rückzug aus der Türkei angekündigt hatte, kündigte CEU ihren eigenen Rückzug an und erklärte, sie würde vollständig von Budapest nach Wien umsiedeln – aufgrund der Feindseligkeiten des ungarischen Staates sehr große Probleme hätte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass AiE damit begann, CEU-Mitglieder zu finanzieren, genauso wie Open Society mit der Finanzierung von AiE begann, und dieser Round-Robin-Finanzierungsrundgang fand statt, als der eigene Fortbestand von CEU in Frage gestellt schien. Es wäre schön zu glauben, dass Soros AiE aus der Güte seines Herzens finanzierte. Aber leider sieht es so aus, als hätte es Konuk nur für ein paar Schwarzmarkttickets im AiE-Zug nach Deutschland bezahlt. Diese Art von Hinterzimmerhandel reicht aus, um sich selbst mit dieser gut gemeinten philanthropische Anstrengung ins Abseits zu schießen. Wer braucht schon Feinde wie Orbán oder Erdoğan, wenn man Freunde wie Konuk hat? Im April 2019 erklärte Konuk, dass AiE bisher insgesamt 27 Stipendiaten gefördert habe, „hauptsächlich Friedenswissenschaftler“. Zu diesen 27 gehörten die neun, die beim ersten Aufruf rekrutiert wurden, die acht, die heimlich nach Berlin verschifft wurden, und eine Reihe anderer, die unter so unklaren Bedingungen wie der Berliner Operation eingeschleust wurden. Mindestens acht von ihnen hatten „Nothilfestipendien“ erhalten. Von diesen Stipendien wissen wir nur, dass sie über das VW-Erststipendium finanziert und jeweils für drei Monate vergeben wurden. Wie man sich bewerben konnte, wie die Empfänger ausgewählt wurden, wie viel Förderung sie bekamen, ob sie es mehr als einmal bekommen konnten, ob sie irgendeiner institutionellen Aufsicht unterstanden oder nur Bargeld erhielten, und alle anderen Details bleiben stets unbekannt. Schließlich hatte Konuk es auch irgendwie geschafft, einen AiE-„Gastprofessor“ an eine deutsche Universität zu vermitteln. Nun ist es eine Sache, eine Freundin oder Gehilfin auf eine relativ triviale Position wie ein Forschungsstipendium zu berufen. Aber eine Professur ist eine ganz andere Sache. Die Professur ist nicht nur in der Wissenschaft der Top-Job; es ist die Grundlage, auf der die gesamte Legitimität und das Prestige der akademischen Welt ruhen. Wie die Universität Duisburg-Essen gezeigt hat, als sie nach der Intervention von Sayers Konuk davon abhielt, eine AiE-Mitbewerberin auf die Professur für Türkeistudien zu berufen, neigen Universitäten dazu, diese Positionen dann doch sehr ernst zu nehmen. Nichtsdestotrotz hat AiE, während Sayers diesen Artikel schrieb, nicht nur einen, sondern zwei Gastprofessoren an deutsche Einrichtungen vermittelt – einen für 12 Monate, den anderen für 24 auf 36 verlängert; der eine bleibt unbekannt, der andere hat eine Ähnlichkeit mit Meltem Gürle. Waren diese „Professoren“ für ihre Ämter qualifizierter als Konuks zugesteckte AiE-Kandidaten für die aufgegebene Professur für Türkeistudien? Oder kann AiE grundsätzlich nicht nur Stipendienstellen, sondern auch Professuren an deutschen Hochschulen kaufen? Und wenn ja, wie viel ist eine Professur wert? Akt drei? Dieser Akt handelt über die sagenumwobene Metropole Berlin, denn hier verlagerte sich der Schwerpunkt der AiE, als die Freie Universität Berlin an Bord sprang. Diese und weitere Geschichten können Sie im Artikel von David Selim Sayers lesen…
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Türkei: Lira fällt auf neues Rekordtief

Istanbul – Die türkische Lira hat am Dienstag weiter an Wert verloren und sank am Nachmittag gegenüber dem Dollar und dem Euro auf neue Rekordtiefstände. Die Tagesverluste gegenüber dem Dollar betrugen zeitweise 14 Prozent, laut Wallstreet Journal sogar 18 Prozent. Die US-Währung stieg erstmals auf über 12 Lira und der Eurokurs legte auf 14,06 Lira zu. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bei einer Kabinettssitzung am Montagabend gesagt, dass es  ein „Komplott“ gegen die türkische Wirtschaft gebe. Er werde seine Geldpolitik nicht ändern und dem „Druck widerstehen“, den Leitzins zu erhöhen. Erdogan verteidigte seine jüngste Zinssenkung und erklärte, sein Land führe einen „wirtschaftlichen Unabhängigkeitskrieg“. „Wir sehen sehr gut das Spiel einiger mit dem Wechselkurs, den Devisen, den Zinsen, den Preiserhöhungen“, sagte er. „Wir werden unseren Willen zeigen, unserem eigenen Spielplan zu folgen.“ Die Regierung setze auf Wachstum, um Investitionen, Produktion, Exporte und Beschäftigung zu fördern, sagte er. „Deshalb schenken wir dem Geschrei der Schwarzmaler keine Beachtung“, so der türkische Staatschef weiter. Er verglich den Kampf mit dem, den die Nation nach dem Ersten Weltkrieg gegen die ausländischen Besatzer führte und der 1923 in der Gründung der modernen türkischen Republik gipfelte. „Mit der Hilfe Gottes und der Unterstützung unseres Volkes werden wir aus diesem Krieg um wirtschaftliche Unabhängigkeit siegreich hervorgehen“, sagte er. Ökonomen warnen davor, dass eine solche Logik fehlerhaft ist, und erklären, dass das Zulassen der Lira-Spirale das Risiko einer Hyperinflation in einem Land birgt, das stark von Energie- und Rohstoffimporten abhängig ist. Semih Tümen, ein ehemaliger stellvertretender Gouverneur der Zentralbank, der im vergangenen Monat als einer von mehreren hochrangigen Beamten entlassen wurde, meldete sich zum ersten Mal seit seiner Entlassung öffentlich zu Wort und forderte die Regierung auf, „dieses irrationale Experiment aufzugeben, das keine Aussicht auf Erfolg“ habe. Er schrieb auf Twitter: „Wir müssen sofort zu einer qualitativ hochwertigen Politik zurückkehren, die den Wert der Lira und das Wohlergehen des türkischen Volkes schützen wird.“  

FFP2-Maske – Worauf achten?
Worauf man beim Kauf einer FFP2-Maske achten sollte

Die Pandemie ist noch nicht vorüber und so auch noch nicht die Zeit der FFP2-Masken. Mutationen des Virus, Corona-Leugner und eine falsche Sicherheit, in der sich einige nach der Impfung gewährt haben, sorgen heute wieder für hohe Inzidenzen. Jetzt, wo wir auf den Winter zugehen, rechnen viele mit vermehrten Erkrankungen.  Die Schutzmasken werden uns noch eine lange Zeit begleiten, um uns vor der Erkrankung zu schützen. Leider haben viele der Produkte eine unzureichende Qualität. Worauf muss man bei dem Kauf einer sicheren FFP2-Maske achten?

Was bedeutet eigentlich FFP?

Die FFP-Angabe auf einer Schutzmaske beschreibt ihre Klasse. Die Abkürzung steht für Filtering Face Piece, also eine filternde Gesichtsmaske. Innerhalb dieser Klassifizierung gibt es drei Varianten, FFP1, FFP2 und FFP3, die unterschiedlich stark filtern. FFP1-Masken schützen vor allem vor Geruch und einer Reizung der Atemwege. FFP2-Masken schützen zusätzlich vor gesundheitsschädlichen Stoffen. Die FFP3-Maske wirkt noch effektiver und schützt sogar vor radioaktiven und krebserregenden Partikeln. Um vor den COVID-19-Erregern zu schützen, reicht eine FFP2-Maske aus.

FFP1

FFP2

FFP3

Filtern 80 % der Luftpartikel bis zu einer Größe von 0,6 μm Filtern 94 % der Luftpartikel bis zu einer Größe von 0,6 μm Filtern 99 % der Luftpartikel bis zu einer Größe von 0,6 μm
Schützt vor ungiftigem & nicht-fibrogenem (keine Schädigung der Lunge) Staub Schützt vor gesundheitsschädlichem Staub, Rauch & Aerosolen Schützt vor giftigem & gesundheitsschädigendem Staub, Rauch und Aerosolen
Eingesetzt z. B. in Bauwesen & Nahrungsmittelindustrie Eingesetzt z. B. in Metallindustrie & Bergbau Eingesetzt z. B. in der Chemieindustrie

Was muss eine FFP2-Maske können?

Ursprünglich wurden FFP2-Masken für den Schutz von Arbeitern in gesundheitsschädlichen Umgebungen hergestellt. In einer Umgebung wie dem Bergbau können sie sich so vor dem Einatmen schädlichen Staubs schützen. Für den Schutz vor Covid müssen sie auch Viren filtern können. Die Corona-Viren haben einen Durchmesser von 0,12 bis 0,16 μm. Um effektiv vor ihnen zu schützen, muss die Schutzmaske also mindestens Partikel dieser Größe aus der Luft filtern, die man durch das Material einatmet. Geeignete FFP2-Masken, wie die Printex Medical Masken, filtern 94 % aller Partikel, Tröpfchen und Aerosole bis zu einem Durchmesser von 0,6 μm. In Kombination mit der richtigen Passform und der korrekten Anwendung bieten sie damit den bestmöglichen Schutz vor den Covid-Viren.

Wie erkennt man eine gute Maske?

Manche Hersteller versuchen, durch die starke Nachfrage Gewinn zu machen, ohne sich dabei an die nötigen Qualitätsstandards zu halten. Um sicherzugehen, dass es eine gute Maske ist, gibt es aber einige Testinstitute und Zertifizierungen, die angeben, dass die jeweilige FFP2-Maske den wissenschaftlichen Vorgaben entspricht. Sie sind in der Regel auf der Verpackung angegeben und auf den Masken selbst eingeprägt.

Die wichtigsten Merkmale bei FFP2-Masken

  • Die CE-Kennzeichnung | CE steht für Conformité Européenne, also die europäische Konformität. Die Hersteller von Schutzmasken in Europa haben sich auf diesen Standard geeinigt. Um sicherzugehen, dass er eingehalten wird, überprüfen ausgewählte Prüfstellen in Europa die Medizinprodukte. Bestehen sie den Test, erhalten sie die CE-Markierung und eine Prüfnummer der verantwortlichen Stelle. Beides muss auf der Maske vermerkt sein.
  • Prüfnummer | Die 4-stellige Nummer hilft dabei herauszufinden, ob die Prüfstelle nach EU-Vorgaben zugelassen ist. Dafür muss auf dieser Webseite die Regulation (EU) 2016/425 Personal protective equipment vermerkt sein, wenn man nach der Prüfnummer und ihrem Institut sucht.  
  • Alternativ: N95- oder KN95-Kennzeichnung | N95 (USA) und KN95 (China) sind ausländische Sicherheitsstandards, die funktional gleichwertig zu der CE-Markierung sind. In den Höchstzeiten der Pandemie vor dem Oktober 2020 durften sie importiert werden. Diese Erlaubnis wurde inzwischen wieder aufgehoben.
  • NR- oder R-Kennzeichnung | Das NR oder R stehen für Not Reusable oder Reusable, also Masken, die man einmal oder mehrfach verwenden kann. Beide schützen zuverlässig, wenn man sie den Angaben entsprechend nutzt.
  • DIN EN 149:2001 + A1:2009 | Wurde die CE-Prüfung bestanden, sollte auch eine DIN angegeben sein. Die Angabe der DIN gibt die spezifische Norm an, die festhält, auf welche Eigenschaften hin die Maske in ihrer Prüfung getestet wurde.
  • Herstellerinformationen | Informationen über den Hersteller und eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache sind weitere Angaben, die helfen ein vertrauenswürdiges Produkt zu finden.
  • Atemventil | FFP2-Masken mit Ventil bieten nur Eigen- und keinen Fremdschutz. Ohne Ventil ist beides gewährleistet.

Das ist beim Tragen einer FFP2-Maske zu beachten

Der zuverlässige Schutz nimmt ab, wenn die Maske falsch getragen wird.
  • Ein guter Sitz, der rundum abschließt, verhindert das Eindringen durch Viren. Bewegt sich die Maske beim Atmen mit, sitzt sie gut.
  • Das Anziehen mit gewaschenen oder desinfizierten Händen schützt vor Verunreinigungen.
  • Feuchte/Nasse und beschädigte Masken sollten ausgetauscht werden.

Xinjiang
„Die Verfolgung der Uiguren durch die chinesische Regierung ist unvorstellbar“

Ein 20-minütiges Video eines jungen Chinesen, der sich selbst Guanguan nennt, scheint Berichte über Chinas riesiges Netz von Konzentrationslagern zur Verfolgung von Uiguren und anderen muslimischen Minderheiten in Xinjiang zu bestätigen. Guanguan sagt in dem Video, dass er 2019 schon einmal in die westlichste Region Chinas gereist sei, aber 2020 zurückkehrte, nachdem er einen Artikel des US-Nachrichtenmagazins BuzzFeed gelesen hatte, in dem die Standorte einiger der dortigen Lager genannt wurden. „Aber aufgrund der Restriktionen der chinesischen Regierung können ausländische Journalisten kaum Zugang zu Xinjiang erhalten, um Interviews zu führen“, zitiert Radio Free Asia (RFA) Guanguan. Das Englisch untertitelte Video wurde Anfang Oktober auf YouTube veröffentlicht. „Ich dachte mir, ausländische Journalisten können nicht dorthin gehen, aber gut für mich, ich kann es“, so Guanguan. In der Einleitung des Dokumentarfilms erklärt der Dokumentarfilmer, dass die chinesische Regierung in Xinjiang zahlreiche Konzentrationslager eingerichtet habe, in denen lokale ethnische Minderheiten und Dissidenten ohne Gerichtsverfahren inhaftiert seien. China behauptet, dass es sich bei den Lagern um Umerziehungs- und Berufsausbildungsschulen handelt. Man geht davon aus, dass seit 2017 etwa 1,8 Millionen meist muslimische Uiguren und andere turksprachige Minderheiten in den Lagern festgehalten wurden. Guanguan habe sich auf Mapbox-Satellitenkarten aus dem Jahr 2017 und die chinesische Suchmaschine Baidu für Satellitenbilder mit mittlerer Auflösung verlassen. In Urumqi fährt er eine Straße entlang, an der mehrere Gebäude mit Wachtürmen und hohen Zäunen mit Stacheldraht zu sehen sind. Auf einem der Gebäude steht der Slogan „Reform durch Arbeit, kulturelle Reform“. „Dies muss die größte Ansammlung von Konzentrationslagern in der Region Urumqi sein“, so Guanguan. „Jenseits der Vorstellungskraft“ In Korla findet Guanguan einen Militärkomplex mit umliegenden Gebäuden, von denen er annimmt, dass es sich um Kasernen handelt, und mit im Hof geparkten Militärfahrzeugen. Hinter dem Komplex entdeckt er weitere Gebäude mit Wachtürmen und Drahtzäunen. „Dort befinden sich die Konzentrationslager“, sagt er. „Die Verfolgung von Uiguren durch die chinesische Regierung ist unvorstellbar“, sagt Guanguan am Ende des Videos. „Jemand, der nicht versklavt werden will, kann den Anblick der Versklavung anderer nicht ertragen. Nieder mit der KPCh [Kommunistische Partei Chinas], möge sie eher früher als später aufgelöst werden, um ihren menschenfeindlichen Missetaten ein Ende zu setzen.“ Sowohl BuzzFeed als auch das Australian Strategic Policy Institute (ASPI) haben Berichte über die Lager auf der Grundlage von Satellitenbildern veröffentlicht, berichtet RFA weiter. „Ich war wirklich erstaunt, als ich das Video sah“, sagte Alison Killing, eine Architektin und Geodatenanalystin, die BuzzFeed bei der Erstellung einer Satellitenbildkarte für die Berichte über die Lager in Xinjiang half und eine riesige neue Infrastruktur identifizierte, die von der chinesischen Regierung für die Masseninhaftierung von Muslimen errichtet wurde. „Das erste, was gesagt werden sollte, ist, wie mutig dieser Mann war, nach Xinjiang zu gehen und nach diesen Lagern zu suchen“, sagte sie am Mittwoch gegenüber RFA. „Es ist wirklich nützlich, Bilder vom Boden zu haben, die uns helfen, das zu bestätigen, was wir auf den Satellitenbildern sehen, und uns helfen, zu bestätigen, dass das, was wir von oben zu sehen glaubten, wirklich riesig ist“, sagte Killing. Chinas Verfolgung der uigurischen Minderheit in Xinjiang ist in den letzten Jahren eskaliert und kommt nach Ansicht von Experten einem Völkermord gleich. Man geht davon aus, dass mehr als eine Million Menschen in Internierungslagern festgehalten werden, und es gibt immer mehr Beweise für Umerziehungsprogramme, Einschränkungen religiöser und kultureller Überzeugungen, Zwangsarbeitsprogramme, Massenüberwachung und Zwangssterilisation von Frauen. Auch Zwangsarbeit gehört zu den Vorwürfen. Trotzdem lassen Konzerne dort produzieren. China streitet die Vorwürfe vehement ab

China streitet die Vorwürfe vehement ab und sagt, die Politik diene dazu, den Terrorismus zu bekämpfen und die Armut zu lindern. Offizielle Stellen weisen regelmäßig alle Berichte über Missstände als Erfindungen zurück.

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– Menschenrechte – Holocaust-Museum: Chinas Uiguren-Verfolgung ist „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

Die Verfolgung der ethnischen Uiguren durch die chinesische Regierung – einschließlich ihrer Massenverhaftung in Internierungslagern – stellt laut dem U.S. Holocaust Memorial Museum in Washington „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ dar.
Holocaust-Museum: Chinas Uiguren-Verfolgung ist „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

US-Wahlen 2024
Donald Trump will im Taekwondo-Anzug ins Weiße Haus

Miami – Der ehemalige US-Präsident will im Taekwondo-Anzug in den US-Kongress. falls er ins Weiße Haus zurückkehren sollte. Der Präsident des Welt-Taekwondo-Hauptquartiers, Kukkiwon, verlieh Trump am Wochenende den 9-Dan Schwarzgurt. Dies gab die Verband auf ihrer seiner Facebookseite am Samstag bekannt. Kukkiwon-Präsident Lee Dong-seop, besuchte Trump an diesem Wochenende in seinem Haus in Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida, um ihm den begehrten schwarzen Gürtel zu überreichen. Ein in Florida lebender Südkoreaner habe das Treffen arrangiert. Ich habe gehört, dass Donald Trump großes Interesse an Taekwondo hat“, zitiert die britische Tageszeitung Mail Online Lee. „Es ist mir eine Freude und Ehre, diese Ehrenurkunde zu erhalten. Taekwondo ist eine großartige Kampfsportart, um sich in diesen Zeiten zu schützen“, sagte Trump und fügte hinzu, dass er den Taekwondo-Anzug im US-Kongress tragen werde, falls er ins Weiße Haus zurückkehren sollte. Rückkehr ins Weiße Haus Der ehemalige US-Präsident hat seine Niederlage im vergangenen Jahr gegen seinen demokratischen Widersacher US-Präsident Joe Biden nicht akzeptiert und ihm vorgeworfen die „Wahlen gestohlen zu haben“. „Wahlbetrug“ der Linken und „das Verbrechen des Jahrhunderts“, nannte er die Ergebnisse wiederholt. Vieles deutet darauf hin, dass Trump vor einem politischen Comeback steht. Er hat eine erneute Kandidatur zwar noch nicht angekündigt, diese aber auch nicht ausgeschlossen. Laut jüngsten Umfragen liegt er mit 45 zu 43 Prozent vor Biden. 78 Prozent der republikanischen Wähler würden demnach eine zweite Kandidatur von Trump unterstützen. Er werde „wahrscheinlich“ bis nach den Zwischenwahlen im nächsten Jahr warten, um zu verkünden, ob er 2024 für das Präsidentenamt kandidieren wird, so Trump. „Ich denke, dass viele Leute mit dieser Entscheidung sehr zufrieden sein werden“, sagte Trump in einem Interview mit Fox News. Auf die Frage nach den anderen Republikanern, über deren Kandidatur für das Weiße Haus im Jahr 2024 spekuliert wird – darunter der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, und die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley – merkte Trump an, dass viele bereits erklärt hätten, dass sie seine Entscheidung, ob sie für das Amt des Präsidenten kandidieren, abwarten würden. „Wir haben eine Menge. Aber fast alle von ihnen haben gesagt, wenn ich kandidiere, werden sie nie kandidieren“, so Trump.  

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Digital World Acquisition Corp., die SPAC, die die geplante Social-Media-Plattform des ehemaligen Präsidenten Trump an die Börse bringen will, legte am Freitag nach einer massiven Rallye in der vorangegangenen Sitzung kräftig zu.

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Corona-Krise
Türkei: Gesundheitsminister Fahrettin Koca fordert zur Impfung auf

Ankara – Während auch zahlreiche Deutschtürken sich noch vehement gegen eine Impfung stellen und hinter den weltweiten Impfkampagnen einen perfiden Plan des Microsoft-Gründers Bill Gates zu einer Bevölkerungskontrolle sehen, hat der türkische Gesundheitsminister die Menschen erneut zur Impfung aufgefordert. „Wir möchten diejenigen, die noch unentschlossen sind, daran erinnern, sich impfen zu lassen: Die Menschheit ist bereit, sich impfen zu lassen“, sagte Fahrettin Koca in einem Tweet und fügte hinzu, dass nur in Ländern, die keine Impfstoffe liefern können, die Impfraten niedrig seien. Koca erklärte, dass einige der 81 Provinzen des Landes relativ niedrige Raten bei der zweiten Impfdosis aufweisen, obwohl sie das Ziel der ersten Dosis in kurzer Zeit erreicht haben. „Wir haben acht Provinzen mit einer zweiten Dosisrate von weniger als 65 Prozent und 59 Provinzen mit weniger als 80 Prozent, obwohl die erste Dosis der Impfung [Kampagne] in kurzer Zeit erfolgreich war“, so Koca. In mehreren südöstlichen Provinzen, darunter Şanlıurfa, Mardin, Diyarbakır, Bingöl, Muş, Bitlis, Siirt und Batman, liegt die Durchimpfungsrate immer noch unter 65 Prozent. Koca machte „Zögern und offener Widerstand gegen Impfstoffe“ als die Hauptursachen für die niedrigen Raten verantwortlich. Erdogan fordert zur Impfung auf Auch der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat die Bevölkerung wiederholt aufgefordert, sich Impfen zu lassen. „Alle Bürgerinnen und Bürger haben leichten Zugang zu dem Impfstoff, und er ist kostenlos. In Anbetracht der Probleme, mit denen andere Länder konfrontiert sind, ist dies ein großer Erfolg. Wir wollen die Menschen nicht dazu zwingen, sich impfen zu lassen, aber wir müssen die Chance nutzen, die der Impfstoff als wirksamste Waffe gegen die Pandemie bietet“, so Erdogan am 6. September. In einer Videobotschaft zum muslimischen Feiertag erklärte Erdogan, dass es keine Probleme mit der Versorgung mit dem COVID-19-Impfstoff gebe, und forderte alle Menschen über 18 Jahren auf, sich impfen zu lassen. Die Impfrate im Land sei im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt auf einem „guten Niveau“. Der Rückgang der Zahl der Todesfälle durch Impfungen spiele eine wichtige Rolle für die Moral der Nation, sagte Erdogan. Die beste Verteidigung gegen die Pandemie sei die Impfung zusammen mit Maßnahmen wie Hygiene, Maske und Abstandsregeln. Auch DITIB empfiehlt Impfung Auch der türkische Islamverband DITIB empfahl eine Impfung. „Als Religionsgemeinschaft tragen wir Verantwortung füreinander und miteinander“, sagte Kazim Türkmen, Vorsitzender des DITIB-Bundesverbands und Hausherr der Zentralmoschee in Köln, gegenüber EPD. Die DITIB empfehle ihren Mitglieder, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. berichtete DOM Radio. 119,3 Millionen Impfungen Die Türkei hat seit dem Start einer Impfkampagne im Januar dieses Jahres über 119,3 Millionen Dosen COVID-19-Impfstoff verabreicht, so die am Sonntag veröffentlichten offiziellen Zahlen. Mehr als 56,03 Millionen Menschen haben eine erste Impfdosis erhalten und mehr als 50,03 Millionen wurden vollständig geimpft, so das Gesundheitsministerium. Über 11,89 Millionen Menschen sei zudem eine dritte Auffrischungsimpfung verabreicht worden. Seit Dezember 2019 hat die Pandemie nach Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University mehr als 5,14 Millionen Todesopfer in mindestens 192 Ländern und Regionen gefordert, wobei weltweit mehr als 257 Millionen Fälle gemeldet wurden.

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Der in Österreich lebende Imam Tarafa Baghajati hat auf Facebook zum Impfen aufgerufen.  Baghajati klärt aus islamischer Sicht über soziale, rechtliche und moralische Aspekte der Corona-Impfung auf.

Islamischer Gelehrter: Corona-Impfung ist religiöse Pflicht

Klimawandel
Türkei: Niedrigsten Niederschläge in zwei Jahrzehnten

Ankara – Laut einem vom staatlichen Wetterdienst veröffentlichten Jahresbericht verzeichnete die Türkei im vergangenen Jahr die niedrigste Niederschlagsmenge seit zwei Jahrzehnten. „Die Niederschläge gingen um 16 Prozent im Vergleich zu den Niederschlägen vor einem Jahr und um 19 Prozent im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt zurück“, heißt es in dem Bericht. Laut dem Bericht erlitt die südöstliche Region des Landes mit 39 Prozent den größten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Niederschläge in der Marmara- und der Schwarzmeerregion blieben auf demselben Niveau, während die Niederschlagsmenge in der Ostregion um 32 Prozent und in den Mittelmeerprovinzen um 24 Prozent zurückging, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu mit Hinweis auf den Bericht. In Zentralanatolien betrug der Rückgang rund 22 Prozent, heißt es weiter. In der Schwarzmeer- und der Marmararegion regnete es an 125 Tagen im Jahr, während in den südöstlichen Provinzen mit etwa 60 Tagen im Jahr die niedrigste Niederschlagsmenge verzeichnet wurde. Erdogan: Wasser wichtigster strategischer Wert des nächsten Jahrhunderts Der türkische Präsident bezeichnete Wasser als den „strategischsten Wert“ des nächsten Jahrhunderts und betonte, dass der Druck auf die Wasserressourcen jedes Jahr zunehme. Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte die Bedeutung der Wasserressourcen für die Zukunft sowie den Ansatz und die Bemühungen der Türkei in dieser Hinsicht. „Der Schutz der Wasserressourcen vor ihrer Erschöpfung, ihre effiziente Nutzung und ihre ordnungsgemäße Bewirtschaftung sind heute eher ein Muss als eine Wahl“, sagte er während der Wasserratstagung im Oktober.

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– Landwirtschaft – Getreideertrag in der Türkei durch Dürre gefährdet

Laut einer Prognose des türkischen Statistikinstituts (TÜİK) droht aufgrund der hohen Temperaturen und geringen Niederschläge ein starker Rückgang der Getreideproduktion im ganzen Land.

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Tourismus
Sommer 2022: Griechenland, Mallorca und Türkei liegen vorn

Die Buchungen für den Reisesommer 2022 ziehen weiter an. „Wir sehen auch im kommenden Jahr einen hohen Nachholbedarf beim Thema Reisen, hier erwarten wir vor allem bei Fernreisen überdurchschnittliche Zuwächse“, sagt Stefan Baumert, Vorsitzender der TUI Deutschland Geschäftsführung anlässlich der Vorstellung des Sommerprogramms 2022. USA, Malediven, Mauritius und Dominikanische Republik führen Liste der Fernreiseziele an Erste Fernreisetrends für den Sommer zeichnen sich bereits ab. Nachgefragt werden derzeit vor allem die USA, Malediven, Mauritius und die Dominikanische Republik. Insgesamt werden wieder das östliche und westliche Mittelmeer die Urlaubsfavoriten sein. Wichtige Ziele wie die Balearen, Griechenland und die Türkei zeigen aktuell die höchsten Vorausbuchungen. „Die Menschen wollen wieder besondere Momente erleben und sehnen sich nach Begegnungen, davon profitiert vor allem das Reisen“, so Baumert. Auch im Sommer 2022 wollen sich Urlauber mehr leisten und greifen zu höherwertigen Reisen. „Wir sehen aktuell, dass Suiten und Poolzimmer zuerst gebucht werden. Die Menschen sind bereit, bis zu einem Viertel mehr für ihren Urlaub auszugeben“, so Baumert. Frühbucherpreise für Urlauber attraktiver als Last-Minute-Buchungen Wer schon jetzt seinen Sommerurlaub bucht, profitiert von günstigen Frühbucherrabatten. „Wir haben hier vor allem die Familien im Blick – die klassischen Frühbucher, die meist auf Ferienzeiten angewiesen sind“, so Hubert Kluske, Marketing und Vertriebsgeschäftsführer TUI Deutschland. Aktuell reisen Kinder im Sommer 2022 zu zahlreichen Stranddestinationen bereits ab 99 Euro und in vielen Autoreisezielen wohnen sie sogar kostenfrei. „Die Auswahl an begehrten Familienzimmern ist im Frühbucherzeitraum noch groß. Diese Zimmerkategorie ist traditionell am schnellsten ausgebucht“, weiß Kluske. Große Vielfalt mit weltweit 80.000 Unterkünften Anders als im vergangenen Sommer sind im nächsten Jahr wieder fast alle Flugziele bereisbar, was sich auch in der Vielfalt des Angebots widerspiegelt: Über 80.000 Unterkünfte stehen bei TUI aktuell weltweit zur Auswahl, allein über 16.000 in Autoreise-Regionen. Darunter befinden sich wieder viele exklusive Hotels, die nur bei TUI buchbar sind. Neuzugänge gibt es im Sommer bei TUI Blue, TUI Kids Club und RIU. Vier neue TUI Kids Clubs eröffnen an der polnischen Ostseeküste, in Venetien, an der türkischen Riviera und auf Kos. Auch der Expansionskurs von TUI Blue wird fortgesetzt. Zum Sommer haben deutsche Urlauber insgesamt 13 TUI Blue-Hotels in der Türkei, auf den Balearen, in Griechenland, Ägypten, Zypern, Italien sowie auf den Malediven und in der Dominikanischen Republik neu zur Auswahl, darunter das TUI Blue Sensatori Biomar auf Mallorca, das TUI Blue Olhuveli Romance als erstes Hotel der Marke auf den Malediven, das TUI Blue Puntamare in Sizilien sowie das TUI Blue Sensatori Cap Cana bei Punta Cana. Das Fernweh wächst, Nordamerika ist zurück Nach und nach öffnen immer mehr Fernreiseziele wieder für deutsche Urlauber. Neben den Malediven, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Dominikanischen Republik oder Mauritius, die schon seit längerem für Urlauber geöffnet haben, bietet TUI auch wieder Reisen in andere Länder wie zum Beispiel die USA, Kanada, Südafrika, Namibia, Kenia, Thailand und Mexiko an. Nordamerika zählt vor allem in den Sommermonaten zu den beliebtesten TUI-Fernreisezielen. „Allein die Ankündigung der Öffnung von den USA für Touristen hat die Nachfrage beflügelt. Das zeigen die Buchungseingänge bereits deutlich“, so Baumert. Überproportional wird New York nachgefragt. Passend dazu hat in diesem Jahr das zweite RIU Hotel am Times Square eröffnet. Aktuell bietet TUI auch attraktive Frühbucher-Preise für Camper in den USA. Bei einer Buchung bis zum 22. Dezember gilt ein Frühbucherrabatt von 15 Prozent. Mit über 40 Stationen hat der TUI-Partner Cruise America die größte Stationsauswahl in den USA. Bei Bus-Rundreisen in den USA und Kanada sparen Frühbucher bis zu 150 Euro pro Vollzahler bei Buchung bis 8. Januar (Kanada) bzw. 15. Januar 2022 (USA). Neu im Programm sind Kleingruppenreisen im nördlichen Kanada. Die Arctic Ocean Dream & Dempster Highway Tour führt nach Yukon und in die Northwest Territories inclusive einer Überquerung des nördlichen Polarkreises und einer Fahrt auf dem Dempster Highway bis an den arktischen Ozean. Autoreisen bleiben gefragt – Erstes TUI-Hotel in Polen geht an den Start Die Deutschen werden auch im Sommer 2022 wieder oft mit dem Auto in den Urlaub starten, denn Reisen im eigenen Land und auch in die Nachbarländer Österreich, Schweiz und Italien haben sich in diesem Jahr als beliebte Ziele bewährt. Polen, und hier insbesondere die polnische Ostseeküste, wird in 2022 stärker in den Fokus rücken. Neu in Polen ist das Vier-Sterne-Familienresort TUI Kids Club Bel Mare in Misdroy bei Swinemünde mit großen Familien-Apartments und einem Wasserrutschen- und Spraypark. Es ist das erste TUI-Markenhotel in Polen. TUI baut bei Autoreisen das Angebot an Ferienhausresorts und naturnahen sowie außergewöhnlichen Unterkünften weiter aus. Deutschland punktet mit vielen neuen und trendigen Unterkünften, beispielsweise mit dem stylischen und nachhaltigen Boutiquehotel „Me and all Kiel“ an der Kieler Förde und zahlreichen Neuzugängen der Hotelkette „the niu“. Städtereisen mit Comeback im Sommer „Städtereisen werden im Sommer eine Renaissance erleben“, so TUI Deutschland-Chef Baumert. TUI erwartet Nachholeffekte für Städtereisen, auch in Kombination mit Shows und Musicals, die jetzt wieder an den Start gegangen sind. Die Hotelpreise, insbesondere in großen Metropolen, sind aktuell besonders attraktiv, weil das Geschäftsreisesegment noch nicht komplett zurück ist. TUI hat zahlreiche Städtehotels in Europa neu im Programm. Ausgebaut wurde das Angebot vor allem in Deutschland, Rom, Venedig, Lissabon, Amsterdam, Edinburgh und Prag. Neuzugang ist zum Beispiel das Mama Shelter Prague, ein Lifestyle-Hotel für junge Leute. Neu in der Ferne ist das Riu Plaza Manhattan Times Square. Das Angebot an flexiblen Raten mit Stornooption bis 18 Uhr am Anreisetag wurde für den Sommer 2022 weiter ausgebaut und ist in 42.000 Hotels weltweit buchbar. Besonders stark nachgefragt wird dieser Ratentyp für Buchungen in Deutschland und Österreich. Büro am Strand: Workation@Robinson und Workation@TUI Blue gefragt Der neue Trend, Arbeit und Urlaub zu verbinden, nimmt immer mehr an Fahrt auf, da auch im kommenden Jahr Homeoffice und flexible Arbeitszeiten vielerorts die neue Normalität sein werden. Unter Workation@Robinson und Workation@TUI Blue bieten zahlreiche Hotels eigene Zimmerkategorien mit einer speziellen Büroausstattung an. Das Angebot wird zum Sommer 2022 weiter ausgebaut. Insgesamt bieten im Sommer 24 Hotels der Marken Robinson, TUI Blue und TUI Magic Live Workation an. Neu dabei sind das TUI Blue Riu Tikida Garden und TUI Blue Riu Tikida Beach in Marokko sowie die Robinson Clubs Nobilis, Schlanitzen Alm, Arosa und Fleesensee. Grüne Reisen immer beliebter – Plastikfreier Urlaub auf den Balearen Ein nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen ist für Viele mittlerweile eine Lebenseinstellung, die eine immer größere Rolle spielt – auch bei der Urlaubsentscheidung. Konzernweit haben seit 2015 43 Millionen TUI-Urlauber in grünen Hotels übernachtet. Diese Hotels verfügen über eine Nachhaltigkeitszertifizierung, wie fast alle TUI Hotels & Resorts und setzen konkrete Umweltverbesserungen um, wie die Reduktion von durchschnittlich 10 Prozent weniger CO2, 24 Prozent weniger Abfallvolumen und die Nutzung von 23 Prozent mehr grüner Energie. TUI hat insgesamt 257 Millionen Teile Einwegplastik entfernt, davon das Gros – 197 Millionen Teile – in Hotels. Aktuell engagiert sich TUI gemeinsam mit Futouris und der Regierung der Balearen an dem Projekt „Plastikfreier Urlaub“. In den sogenannten „Eco Pilot Rooms“ des Robinson Cala Serena gibt es nur noch kompostierbare Kaffeepads und textile waschbare Müllbeutel. Die Pflegesets in den Badezimmern werden mit regionalen Produkten wieder aufgefüllt und die Zimmerreinigung erfolgt ausschließlich mit Chemie- und plastikfreien Reinigungsmitteln. Bei einem klimaverträglicheren Urlaub setzt TUI vor allem auf die Reduzierung und Vermeidung von Emissionen und wird auch künftig die Umweltauswirkungen von Flugzeugen, Schiffen und Hotels weiter verringern. Ausblick „Wir sind optimistisch, dass sich der Tourismus im nächsten Jahr nahezu auf das Niveau von 2019 einpendeln kann. Wir werden einen Reisesommer erleben, in dem Normalität einkehrt“, so Baumert. Früh buchen sei mehr denn je der Tipp für alle, die günstige Preise und eine große Auswahl suchen, denn wer erst spät bucht, riskiert, dass die schönsten Hotels und Strände ausgebucht sind und die Reisepreise weniger attraktiv sein werden. Mit dem Flex-Tarif buchen Urlauber gänzlich ohne Risiko, da sie bis 14 Tage vor Anreise kostenlos umbuchen oder stornieren können. „Der Wunsch nach Sicherheit und Flexibilität bei der Reiseplanung wird für Urlauber sehr wichtig bleiben“, ist Baumert überzeugt. Daher biete man neben dem Flex-Tarif mit TUI Protect auch weiterhin einen kostenlosen Reiseschutz für den Fall, dass ein Gast an Corona erkrankt.

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Die Türkei sieht Griechenland als Partner und nicht als Rivalen und will die Beziehungen in allen Bereichen verbessern, so der türkische Tourismusminister.

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Russland
Moskau: Zentrum der „Türkischen Union“ sollte im Altai-Gebiet liegen

Moskau – Staats- und Regierungschefs turksprachiger Länder gründeten in der vergangenen Woche in der Türkei auf der Insel Yassıada die „Organisation der türkischen Staaten“ (Türk Devletleri Teşkilatı). An dem Gipfeltreffen nahmen auch EU-Mitglied Ungarn und Turkmenistan als Beobachter bzw. potenzielle Mitglieder teil. Moskau: Russlands Altai sollte Zentrum der türkischen Welt werden Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Sonntag, dass als das Zentrum der türkischen Welt, nicht die Türkei selbst, sondern das russische Altai „mit einem roten Stern“ markiert werden sollte. „Unsere türkischen Partner hegen die Idee der türkischen Einheit, und das ist normal. Das Einzige, was ich bedauere, ist, dass diese Karte keinen großen roten Stern im Zentrum der türkischen Welt hat. Und dieses Zentrum befindet sich nicht in der Türkei, sondern auf russischem Territorium, im Altai“, zitiert die Nachrichtenagentur TASS Peskow, der mit dem TV-Sender Rossiya-1 sprach. Der Altai „ist ein heiliger Ort für jeden Türken, weil sie von dort stammen. Das können Sie mir als Turkologe glauben“, fügte er hinzu. Strategiepapier von Ex-Präsident Nazarbayev dient als Fahrplan Beim Treffen in der Türkei wurde das von Kasachstans Ex-Präsident Nursultan Nazarbayev erstellte Strategiepapier „Vision der turksprachigen Welt 2040“ vorgestellt. In diesem wird auf die gemeinsamen Interessen der turksprachigen Staaten hingewiesen. In der Abschlusserklärung wurde auf das Strategiepapier ausdrücklich hingewiesen und als „strategischer Wegweiser“ beschrieben. Um den strategischen Fahrplan der Organisation der türkischen Staaten 2022-2026 vorzubereiten, hätten die Staatschefs entsprechend Weisung erteilt. Altai-Gebiet Die Region liegt im südlichen Sibirien am Oberlauf des Ob. Sie grenzt im Süden an Kasachstan und im Südosten an die Republik Altai. Sie umfasst die westlichen Ausläufer des Altaigebirges und greift im Westen in das Westsibirische Tiefland über.

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Rüstungsabkommen
Griechenland verurteilt spanisch-türkisches Rüstungsabkommen

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Athen – Die griechische Regierung hat das spanisch-türkische Abkommen zur Stärkung der Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie scharf verurteilt. Bei einem Treffen der beiden Staatsoberhäupter am Mittwoch (17. November) in Ankara lobte Recep Tayyip Erdoğan die von Sánchez angekündigten Rüstungsprogramme in Zusammenarbeit mit Spanien. Er erinnerte insbesondere daran, dass die Türkei in Zusammenarbeit mit Spanien das amphibische Angriffsschiff der türkischen Marine „Anadolu“ gebaut hat, das als leichter Flugzeugträger konfiguriert werden kann. Der türkische Präsident schlug auch den Bau eines noch größeren Flugzeugträgers für sein Land vor. „Unser Ziel ist es, einen großen Flugzeugträger zu bauen. Vielleicht werden wir auch Anstrengungen im Bereich der U-Boote unternehmen. Wir werden diese Schritte unternehmen. Es gibt viele Dinge, die wir in der Verteidigungsindustrie gemeinsam verwirklichen können“, sagte Erdoğan. Der türkische Staatschef fügte hinzu, dass Spaniens Haltung gegenüber der Türkei von anderen EU-Ländern als „Vorbild“ betrachtet werden sollte, und äußerte seine Zufriedenheit über die Investitionen von mehr als 600 spanischen Unternehmen in der Türkei. „Die Präsenz der spanischen Bank BBWA ist das konkreteste Zeichen des Vertrauens in die Türkei“, sagte er. Spanien hat sich seit Beginn der Spannungen im östlichen Mittelmeerraum wegen der Gasförderung gegen den Antrag Griechenlands auf EU-Sanktionen gegen die Türkei gewehrt. Griechenland ist der Ansicht, dass die Türkei mit ihren Gasförderungsaktivitäten in seinen Hoheitsgewässern gegen internationales Recht verstoßen hat. Im Oktober 2020 wies der griechische Außenminister Nikos Dendias in einem Schreiben an seine Amtskollegen aus Deutschland, Spanien und Italien auf die Notwendigkeit hin, ein Waffenembargo gegen die Türkei zu verhängen. Die Türkei hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkei Rechte an den Ressourcen in der Region hat. Sie ist der Ansicht, dass die Gewässer, in denen sie probeweise nach Erdgas bohrt, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören. Die Türkei will mit den Bohrungen auch die Anteile der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft sichern. Athen und spanische Opposition „verärgert Der griechische Regierungssprecher Giannis Oikonomou sagte, es sei „selbstverständlich“, dass die EU-Mitgliedsstaaten an die Entscheidungen des EU-Rates gebunden seien, wenn es um die „Beziehungen zur Türkei und deren „Provokationen und Verstöße gegen das internationale Recht“ gehe. „Der sozialistische spanische Ministerpräsident hätte die allgemeine Haltung des Europäischen Rates berücksichtigen müssen“, so der griechische Abgeordnete. In Athen vermuten Kritiker, dass die spanisch-türkische Annäherung kein Zufall ist, vor allem nachdem Griechenland und Frankreich ein bahnbrechendes Militärabkommen unterzeichnet haben, das gegenseitigen Beistand vorsieht, falls eine Partei von einem Drittland angegriffen wird, auch wenn dieses der NATO angehört. Analysten schätzen, dass Spanien das zunehmende Engagement Frankreichs im östlichen Mittelmeerraum nicht positiv sieht.

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