Gastkommentar
Rauf Denktasch: Der Vorkämpfer für die Freiheit des zyperntürkischen Volkes

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Zu Lebzeiten galt der am 27. Januar 1924 in der südzyprischen Stadt Baf (Paphos) geborene Rauf Denktasch (Türkisch Denktaş geschrieben) als ausgewiesener Jurist und sehr guter Verhandler mit ausgezeichneten rhetorischen Fähigkeiten, an dem sich schon viele internationale Politiker und Diplomaten die Zähne ausgebissen hatten. Bereits mit eineinhalb Jahren starb Raufs Mutter, sein Vater arbeitete unter den Briten als Richter. In Istanbul besuchte er zunächst die Grundschule und an einem britischen Gymnasium in Zypern machte er 1941 Abitur. Es folgte ein erfolgreiches Jurastudium in Großbritannien, das er 1947 abschloss. Denktasch arbeitete in seiner zyprischen Heimat als Rechtsanwalt, bevor er Staatsanwalt werden sollte. Den Briten blieben seine juristischen Fachkenntnisse nicht verborgen, weshalb er 1956 zum Generalstaatsanwalt ernannt wurde. Nach den gewaltsamen Angriffen der zyperngriechischen Untergrundorganisation EOKA legte er sein Amt als Generalstaatsanwalt nieder. Er organisierte mit Freunden den Widerstand gegen die zyperngriechischen Extremisten und war Gründungsmitglied der zyperntürkischen Widerstandsbewegung (Türk Mukavemet Teşkilatı). Der Jurist galt als Vermittler zwischen zwei Autoritäten der zyperntürkischen Volksgruppe, Dr. Fazıl Küçük und Faiz Kaymak. Ab 1958 begannen die Kämpfe zwischen beiden Volksgruppen und die zyperntürkische Volksgruppe protestierte gegen die Angriffe der EOKA. Er war an der Ausarbeitung der Verträge von Zürich und London sowie der Verfassung der Republik Zypern beteiligt. Organisator des Widerstands gegen die Untergrundorganisation EOKA Denktasch war es auch, der dem damaligen türkischen Außenminister Fatin Rüştü Zorlu die Entsendung eines 650 Mann starken türkischen Regiments vorschlug, das am 16. August 1960 in der zyprischen Hafenstadt Mağusa an Land ging. An Weihnachten 1963 begannen Angriffe der EOKA mit Massakern an der zyperntürkischen Zivilbevölkerung. Wegen der anhaltenden Gewalt wandte sich Denktasch an die türkische Regierung in Ankara. Auf abenteuerliche Weise kehrte er mit einem Ruderboot auf die Insel zurück und organisierte den Widerstand gegen die EOKA-Organisation, die einen gewaltsamen Anschluss an Griechenland (Enosis) herbeiführen wollten. Nach der Zypern-Konferenz 1964 in London verfügte Präsident Makarios ein Einreiseverbot gegen Rauf Denktasch, der nach dem Willen der zyperngriechischen Administration nicht auf die Insel zurückkehren sollte. Trotzdem gelangte er heimlich nach Erenköy, um am Krieg gegen die EOKA teilnehmen zu können. 1967 wurde Denktasch von zyperngriechischen Sicherheitskräften verhaftet und auf massiven Druck der türkischen Regierung freigelassen. Ein Jahr später wurde das Einreiseverbot wieder aufgehoben. Am 5. Dezember 1973 wurde Denktasch zum Parlamentspräsidenten und wenig später zum Vorsitzenden der zyperntürkischen Volksgruppe gewählt. „Babatürk“ Denktasch führte die Zyperntürken zum eigenen Staat Nach dem Putsch griechischer Offiziere in der zyperngriechischen Nationalgarde gegen Präsident Makarios und der anschließenden Militärintervention der Garantiemacht Türkei proklamierte am 13. Februar 1975 das Parlament der zyperntürkischen Bevölkerung den Türkischen Bundesstaat Zypern (Kıbrıs Türk Federe Devleti), der bis zur Wiederherstellung der Verfassung der Republik Zypern von 1960 gelten sollte. Als Ergebnis der jahrelangen ergebnislosen Verhandlungen mit der zyperntürkischen Administration rief das Parlament der zyperntürkischen Volksgruppe am 15. November 1983 die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) aus. Nach der ersten Wahl zum Präsidenten Nordzyperns 1985 wurde er danach dreimal in seinem Amt bestätigt. Denktasch war zeit seines Lebens ein Vorkämpfer für Recht, Gleichheit und Freiheit des zyperntürkischen Volkes. Von manchen Zyperntürken wurde er liebevoll „Babatürk“ (Papa der Türken) genannt. Der „Fels in der Brandung“ starb heute vor 10 Jahren, am 13. Januar 2012 im Alter von 88 Jahren an den Folgen eines Organversagens.  

Finanzen
Die Deutschen und ihr Vermögen: Über Geld spricht man nicht

0
Ob eine clevere Geldanlage, drückende Schulden oder die Gehaltserhöhung: Die Finanzsituation deutscher Haushalte bleibt weitgehend unter dem Teppich. Das gilt besonders oft dann, wenn eigentlich finanzielle Erfolge gefeiert werden könnten. Allerdings: Bei jungen Menschen kündigt sich eine Trendwende an, wenn es um finanziellen Smalltalk geht. Fast zwei Drittel der Deutschen vermeiden Gespräche über Finanzen Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Postbank brachte es an den Tag: 70 Prozent der Deutschen vermeiden es, über ihre finanzielle Situation zu sprechen. 39 Prozent der Umfrageteilnehmer bezeichnen sich zwar in finanzieller Hinsicht erfolgreich, wollen das aber nicht nach außen tragen. 44 Prozent behalten die Höhe ihres Gehalts am liebsten für sich. Die eigene Geldanlage ist als Konversationsthema ebenfalls tabu: 59 Prozent machen aus ihrer finanziellen Vorsorge ein Geheimnis. Auch beim Thema Schulden sind viele verschwiegen: 60 Prozent der Befragten vermeiden es, rote Zahlen oder Kredite gegenüber Dritten zu erwähnen. An der Studie nahmen 1.000 Personen ab 18 Jahren teil, Umfragezeitraum war der 11. bis 21. Juni dieses Jahres. Millennials äußern sich öfter über ihren finanziellen Erfolg Allerdings gibt es erste Anzeichen für eine Trendumkehr: Junge Menschen teilen anderen überdurchschnittlich gern mit, dass sie in finanzieller Hinsicht erfolgreich sind. Zumindest geben das elf Prozent der unter 30-jährigen Postbank-Studienteilnehmer an – das sind nahezu doppelt so viele wie der bundesdeutsche Durchschnitt (5,5 Prozent). Generell sprechen 80 Prozent der unter 30-Jährigen offen über Ihr Einkommen, und 64 Prozent dieser Altersgruppe machen aus ihrer Geldanlagestrategie keinen Hehl. 53 Prozent der jungen Befragten haben kein Problem damit, sich gegenüber anderen über ihre Schulden zu äußern. Diese Zahlen der Postbank-Studie passen zu einem anderen Trend, der sich bei jungen Verbrauchern zeigt: Sie haben gegenüber den Generationen ihrer Eltern und Großeltern kaum Berührungsängste, wenn es um Investitionen in Aktien, Fonds und ETFs geht. Das scheint auch das Mitteilungsbedürfnis zu steigern, wenn es um Finanzthemen geht. Junge Leute sprechen gern mit ihrem Finanzberater Bei ihrer Vermögensbildung legen die jungen Anleger großen Wert auf eine persönliche Beratung – trotz ihrer Affinität zum digitalen Lifestyle. Das zeigt eine Umfrage der tecis Finanzdienstleistungen AG, die vom Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt wurde. Für 60 Prozent der 18- bis 39-jährigen Umfrageteilnehmer hat der persönliche Termin mit einer Finanzberaterin oder einem Finanzberater absoluten Vorrang vor anderen Informationsquellen. Laut tecis-Studie beziehen 44 Prozent der befragten Personen ihre Infos hauptsächlich aus dem Beratungsgespräch, wenn sie finanzielle Entscheidungen treffen. 34 Prozent erwarten dabei von ihrem Berater, dass er sie vollständig und transparent über sämtliche für ihre Situation infrage kommenden Finanzlösungen informiert. Völlig unabhängig informiert sich lediglich eine Minderheit: Nur 20 Prozent der Befragten informieren sich bei anstehenden Finanzfragen vollkommen selbstständig, so die tecis-Umfrage.

Auch interessant

– Investment-News – Londoner Investor prognostiziert Kursverfall für Tesla-Aktie

„Die Aktie wird sich eher halbieren als verdoppeln“, sagte Perring gegenüber dem Wirtschaftsmagazin CAPITAL.

Londoner Investor prognostiziert Kursverfall für Tesla-Aktie

Film
Nach Hollywood und Bollywood: Istanbul als Filmhauptstadt

0
Schon lange werden Filme nicht mehr nur in den Studios von Kalifornien gedreht, stattdessen sind Filmcrews auf Reisen und drehen an den schönsten Orten der Welt. Dabei sind Länder wie Kroatien und Türkei zu absoluten Favoriten der Branche geworden, denn das Publikum möchte neue Regionen sehen und genießt die vielfältigen Kulissen mit langer Geschichte und spektakulärer Natur. Istanbul hat sich dabei in den letzten Jahren als besonders beliebte Location herauskristallisiert und viele namhafte Produktionen beherbergt. Wir sehen uns die Film-Highlights einmal genauer an! James Bond: Immer wieder Istanbul Kaum eine Filmreihe ist so legendär wie die bisher 25 Teile von James Bond. Der MI6-Agent wurde in seiner Laufbahn bereits von zahlreichen Schauspielern verkörpert und musste sich unzähligen Gefahren stellen. Die Filme, die ursprünglich auf einer Romanreihe basieren, haben damit ein ganzes Genre geprägt und den Agentenfilm zu dem gemacht, was er heute ist. Deshalb erweitert sich die Filmreihe auch durch zahlreiche Anlehnungen und Parodien, wie die Filme Codename U.N.C.L.E. oder Spy – Susan Cooper undercover. Auch in der Spielewelt hat James Bond einen Eindruck hinterlassen. Der Slot Agent Jane Blond lehnt sich stark an die Filmreihe an, zeigt jedoch eine weibliche Agentin in Action. Zu den Symbolen auf den Walzen werden dabei klassische Szenen aus bekannten Bond-Filmen: z. B. JaGe Bond bei einer Tauchmission oder ein geschüttelter Martini. Angeboten wird der Slot im Dux Casino, das neue Spieler mit 20 Freispielen begrüßt. Damit erlangt der Anbieter auf Vegas Slots Online Platz 2 in der Liste der besten Online Casinos. Das Universum rund um den Agenten ist also gigantisch. Die Filme schlagen immer wieder neue Rekorde im Box Office und werden von Fans sehnlichst erwartet. In insgesamt drei Filmen durfte Istanbul als Drehort herhalten. Schon 1963 kam die Kulisse der Stadt in Liebesgrüße aus Moskau auf die große Leinwand. Aber auch in Die Welt ist nicht genug und Skyfall darf Istanbul mit seiner unglaublichen Schönheit brillieren. In letzterem konnten Fans Daniel Craig bei einer heißen Fahrt mit dem Motorrad über den Großen Basar beobachten.
Der Große Basar in Istanbul (Foto: nex24)
Mord im Orient-Express Der berühmte Roman Mord im Orient-Express begeistert Leser bereits seit vielen Jahrzehnten. Dass die Kriminalgeschichte auch heute noch mitreißen kann, bewies der gleichnamige Blockbuster, der die Handlung 2017 zum bereits fünften Mal auf die Bildschirme brachte. Mit einer absoluten Starbesetzung konnte der Streifen selbst harte Kritiker überzeugen. Unter anderem spielten im nervenaufreibenden Eisenbahnabenteuer Penélope Cruz, Willem Dafoe, Johnny Depp und Judi Dench mit. Das Buch selbst hat bereits eine starke Verbindung mit Istanbul, denn angeblich soll Agatha Christie ihren Roman im Zimmer 411 im Istanbuler Pera Palace Hotel verfasst haben. Obwohl der überwiegende Teil des Films in einem Studio in London gedreht wurde, in dem die verschiedenen Eisenbahnabteile nachgebaut wurden, durften auch die Dreharbeiten in Istanbul nicht fehlen. Vieles wurde allerdings nachgestellt. So wurden einige Aufnahmen des Istanbuler Bahnhofs ebenfalls im Studio gemacht, um mehr Freiheit bei den Kamerafahrten und -bewegungen zu haben. Das Feeling von Istanbul aus der damaligen Zeit wird dabei perfekt eingefangen. The Night Manager Die britisch-amerikanische Miniserie The Night Manager wurde ebenfalls auf einen Roman basiert, in dem Spionage als zentrales Thema verwendet wird. Ein Brite arbeitet darin als Nachtmanager in einem Luxushotel in Kairo und erhält während seiner Tätigkeit ein paar sehr brisante Dokumente zugespielt, die er der britischen Botschaft übergibt.  Als die Behörden allerdings keinen Finger rühren und plötzlich die Frau, die ihm die Dokumente übergeben hat, stirbt, beginnt sich eine spannende Kriminalgeschichte zu entfalten. Die Miniserie führt Zuseher durch verschiedene Länder und zeigt dabei traumhafte Landschaften, die Lust auf ferne Reisen machen. Gedreht wurde an verschiedenen Orten, darunter in Marokko, Spanien, England und der Türkei. Istanbul wurde für den Dreh mehrerer Stadt- und Schiffszenen verwendet und kann auch hier wieder brillieren. Die Serie kann auf Amazon gestreamt werden und ist kostenlos im Prime-Angebot für Abonnenten enthalten. Die türkische Hauptstadt Istanbul hat sich in den letzten Jahren zu einem Mekka der Filmwelt entwickelt. Zahlreiche internationale Produktionen nutzen die wunderschönen Kulissen der Stadt bereits, um für einen besonderen Blickfang zu sorgen und die Geschichten noch spannender zu gestalten. Zu den großen Titeln der letzten Jahre zählen Skyfall, Mord im Orient-Express und The Night Manager. Aber auch andere Filme wie Taken, Inferno oder Indiana Jones und der letzte Kreuzzug wurden hier gefilmt. Dazu kommen natürlich auch viele türkische Filme und Serien, die sich über ein wachsendes Publikum freuen.

Auch interessant

– Neuer Film „Five Eyes“ – Britischer Regisseur Guy Ritchie will „alle Filme“ in der Türkei drehen

Madonnas Ex-Ehemann, renommierter britischer Regisseur und Filmproduzent Guy Ritchie (Snatch, Sherlock Holmes), schwärmt in einem Video über die Türkei.

Britischer Regisseur Guy Ritchie will „alle Filme“ in der Türkei drehen
   

Fußball Bundesliga
So verlief der Rückrundenstart in der Bundesliga

0
In der Bundesliga gab es für die teilnehmenden Mannschaften rund um den Jahreswechsel nur eine kurze Winterpause. Mittlerweile befinden sich die Vereine schon wieder Mitten im Geschehen, denn am letzten Wochenende erfolgte der Start in die Rückrunde der Saison 2021/2022. Dabei bekamen die vielen Fußballfans direkt wieder eine Vielzahl von packenden Duellen und auch die eine oder andere Überraschung geboten. Wenn man vorhat auf die Begegnungen der kommenden Spieltage Wetten zu platzieren, dann sollte man sich unbedingt den Bwin Test anschauen. Schließlich macht der beliebte Sportwettenanbieter einen hervorragenden Eindruck und glänz vor allem auch rund um die Bundesliga mit einem umfassenden Wettportfolio. Bayern München startet überraschend mit Niederlage in die Rückserie Der Rekordmeister und Titelverteidiger hatte sich zum Ende der Rückrunde bereits neun Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund erarbeitet. Daher gehen immer mehr Fußballexperten davon aus, dass auch am Ende dieser Saison die Bayern sich wieder die Deutsche Meisterschaft holen werden. Allerdings gab es für Bayern München beim Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach eine überraschende 1:2-Niederlage. Dabei war die Aufgabe für den amtierenden Meister aber auch nicht einfach, weil dem Trainer Julian Nagelsmann insbesondere durch Corona-Infektionen zahlreiche Stammkräfte fehlten. Die Pandemie stellt nicht nur die Bayern, sondern bringt auch für andere Bundesligavereine große Probleme mit sich. Dennoch waren es die Bayern, die zunächst in diesem Spiel durch einen Treffer von Stürmerstar Robert Lewandowski mit 1:0 in Führung gingen. Die Bayern verpassten es danach allerdings einen weiteren Treffer zu erzielen und damit die Führung auszubauen. Im weiteren Verlauf der Begegnung musste Ersatztorwart Ulreich dann noch zwei Gegentreffer hinnehmen, sodass es am Ende eine knappe Heimniederlage zum Jahresauftakt gab. Borussia Dortmund konnte den Rückstand auf Bayern verkürzen Beim Rückrundenauftakt konnten die Dortmunder die Steilvorlage durch die Niederlage des Tabellenführers Bayern München für sich nutzen. Schließlich konnte der BVB durch einen 3:2-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt den Rückstand auf den Titelverteidiger auf sechs Punkte verkürzen. Zunächst sah es aber einmal mehr so aus, als ob die Borussen die Chance zum Aufholen nicht nutzen könnten. Denn in Frankfurt lag Borussia Dortmund zur Halbzeit zunächst mit 0:2 in Rückstand. Im zweiten Durchgang kämpfte sich der BVB dann aber noch einmal ins Spiel zurück und konnte die Partie tatsächlich durch Treffer von Hazar, Bellingham und Dahoud noch drehen und mit einem 3:2-Erfolg wieder etwas näher an Bayern München heranrücken. Aufsteiger VfL Bochum überzeugt auch beim Rückrundenstart Viele Jahre spielte der Traditionsverein in der 2. Bundesliga und schaffte in der vergangenen Spielzeit endlich wieder den Aufstieg ins Fußballoberhaus. Die Bochumer gehörten jedoch für viele Experten von Anfang an zu den ersten Abstiegskandidaten. Allerdings zeigte der VfL Bochum schon in der gesamten Rückrunde, dass man durchaus gute Chancen auf einen Verbleib in der 1. Bundesliga auch über das Saisonende hinaus hat. Am vergangenen Wochenende zeigte der VfL Bochum auch gegen den VfL Wolfsburg eine starke Leistung und konnte einen verdienten 1:0-Heimsieg gegen die Wölfe für sich verbuchen. Den entscheidenden Treffer bei diesem Heimsieg zum Rückrundenstart erzielte Milos Pantovic in diesem Spiel nach einer guten Stunde per Kopf. Durch diesen Erfolg hat der VfL Bochum als Tabellenelfter bereits 23 Punkte in dieser Spielzeit geholt und sich immerhin schon fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz erarbeitet.

Auch interessant

– Fußball International – Galatasaray: Fatih Terim tritt zurück

Der türkische Erstligist Galatasaray Istanbul hat sich von Trainer-Star Fatih Terim getrennt. Wie der Verein am Montag mitteilte, habe man sich im gegenseitigen Einverständnis verabschiedet.

Galatasaray: Fatih Terim tritt zurück

Pflegepolitik
Sozialverband VdK warnt vor Betrug an Pflegebedürftigen

Osnabrück – Der Sozialverband VdK Deutschland mahnt dringend mehr Informationen über die Personallage in der Pflege an und warnt in diesem Zusammenhang vor Betrug an Pflegebedürftigen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Die Pflegebedürftigen müssen wissen, wie viel Personal täglich auf den Stationen und in den Wohnbereichen tatsächlich anwesend ist.“ Sie fügte hinzu, die betroffenen Menschen zahlten für den Personaleinsatz. „Erfolgt dieser nicht wie vereinbart, ist das Betrug am Pflegebedürftigen.“ Bentele erläuterte, Pflegebedürftige bekämen am Monatsende keine Rückerstattung, wenn in der Einrichtung weit weniger Pflegekräfte als ausgehandelt im Dienst gewesen seien. „Kein Bauherr“, so die VdK-Präsidentin weiter, „würde einer Baufirma Stunden zahlen, die gar nicht erbracht wurden, weil das Personal nicht auf der Baustelle war. Er würde sogar die Rechnung kürzen, wenn Hilfskräfte statt Facharbeiter eingesetzt wurden. Und in der Pflege? Da scheint sich keiner zu interessieren.“ Bentele forderte, die Länder müssten ihre Hausaufgaben machen. Das heißt, Qualitätsprüfungen müssten stets veröffentlicht werden. Vorbilder dafür gebe es genug, beispielsweise Hamburg. „Andere Länder sollten diesem Beispiel folgen.“ Die VdK-Präsidentin reagierte damit auf eine vergleichende Länderstudie der Bertelsmann-Stiftung. Danach erfahren Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in zehn von 16 Bundesländern nichts darüber, ob in einem Heim zum Beispiel Personal fehlt oder schwerwiegende Mängel zu beanstanden sind.

Auch interessant

– Studie – Pflegereform könnte Zahl der Sozialhilfeempfänger um ein Drittel senken

Eine neue Studie einer Gruppe von Forschern unter Führung des Bremer Pflegewissenschaftlers Heinz Rothgang, die dem Fachdienst „Tagesspiegel Background Gesundheit“ vorliegt, belegt, dass die vorgeschlagene Pflegereform zahlreiche Menschen in Pflegeheimen und deren Angehörige deutlich entlasten würde.

Pflegereform könnte Zahl der Sozialhilfeempfänger um ein Drittel senken
 

Digital-News
Digitalisierung in Deutschland bleibt Mittelmaß

0
Berlin – Die Digitalisierungsschritte der vergangenen Monate werden zum größten Teil auch nach Corona erhalten bleiben. Der Digitalverband Bitkom gab eine entsprechende Umfrage unter knapp einhundert Unternehmen in Auftrag und erhielt eine positive Auskunft – rnd.de berichtete darüber. Bitkom-Präsident Achim Berg bezeichnet den Trend als „Aufbruchstimmung“, der zu nutzen sei. Ein Fortschritt von mittelmäßig zu mittelmäßig plus Videokonferenzen statt analoger Treffen, virtuelle Dokumente statt endloser Papierseiten und mobile Geräte statt immobiler Desktops: Das ist der Weg, den die deutsche Wirtschaft nun deutlich stärker beschreitet. Trotzdem ist digital noch einiges zu holen, das wissen sogar die Firmen selbst. Sie gaben sich vor einem Jahr im „Schulfach“ Digitalisierung die Note 3-4, heute sind sie bei 2-3 angelangt. In Worten ausgedrückt: Von mittelmäßig gab es einen Fortschritt in Richtung mittelmäßig plus. Von 10 deutschen Firmen sagen allerdings 9, dass Deutschland den digitalen Anschluss an China, den USA und anderen Vorreitern verpasst hat. Das jedoch hält Berg für übertrieben, denn die heimische Wirtschaft dominiere noch immer weltweit in den Bereichen autonomes Fahren und Medizintechnik. Eine rückläufige Gründungsrate auf dem IT-Sektor Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung ging im Rahmen einer Studie konkret der Frage nach, welchen Rang Deutschland auf dem Gebiet der Digitalisierung einnimmt. Es zeige sich, so das Fazit, „eine deutliche Tendenz zum Mittelfeld“. Der digitale Gründergeist sei eher schwach, die Gründungsrate auf dem IT-Sektor sogar rückläufig. Positiv sei zu benennen, dass deutsche Unternehmen die Lage zunehmend realistisch sehen. Das bietet Raum für Verbesserungen. In einigen Branchen geht die Tendenz bereits in die positive Richtung. So haben sich in den letzten Jahren mehr neue Online Casinos gegründet als jemals zuvor und der neue deutsche Glücksspielvertrag aus dem Jahr 2021 regelt endlich die gesetzlichen Vorgaben. Wer das Portal casinos.de besucht, sieht auf dem ersten Blick, wie breit das Angebot an digitalen Spielstätten in Deutschland jetzt schon ist. Einige der Anbieter verfügen bereits über die neue deutsche Lizenz, auch das lässt sich auf dem großen Vergleichsportal analysieren. Die meisten gelisteten Online Casinos verfügen jedoch noch ausschließlich über die langbewährte EU-Lizenz, die in der Vielzahl der Fälle aus Malta oder Gibraltar stammt. Auch viele weitere Merkmale sind auf der Plattform gelistet, sodass jeder User auf direktem Weg zur passenden Spielstätte findet. NEX24 berichtete bereits über das veränderte Spielverhalten in Deutschland. Die Gaming-Industrie begibt sich stärker als jede andere Branche auf die virtuelle Schiene. Digitale Trendsetter sind höchstens ein Drittel der Firmen In anderen Branchen sieht die Realität eher bitter aus – oder die Firmeninhaber schätzen sie zumindest negativ ein. 2019 sahen sich immerhin noch 39 Prozent aller Unternehmen als digitale Trendsetter, 2020 schrumpfte diese Zahl auf 27 Prozent, wahrscheinlich aufgrund der harten Kollision mit der Wirklichkeit. Nach vielen vorgenommen Verbesserungen sind wir 2021 wieder bei 34 Prozent zufriedener Firmen angelangt, das Ausbaupotenzial nach oben bleibt klar ersichtlich. Themen aus dem Digitalbereich erhalten derzeit erhöhte Aufmerksamkeit, die Unternehmen beschäftigen sich beispielsweise vermehrt mit der künstlichen Intelligenz, dem Internet der Dinge und Big Data. Trotz des großzügigen Blicks über den Tellerrand möchten 37 der deutschen Unternehmen 2022 ihre Investitionen in den Digitalbereich kürzen. Zahlreiche Firmen möchten das Home Office abbauen oder vollständig abschaffen. Die Erfahrungen mit der Arbeitsteilung aus der Ferne waren für sie offensichtlich nicht so gut.
(Foto: pixabay)
Digitale Fördergelder und politische Hürden Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz auf seiner Seite bmwi.de berichtet, steht eine neue Förderungswelle für die Digitalisierung des Mittelstands an. Hierbei geraten mittlere und kleine Unternehmen in den Fokus, sie können finanzielle Zuschüsse für ihre Digitalprojekte beantragen. Dazu gehört nicht nur die Anschaffung von virtuellen Technologien, sondern auch eine entsprechende Schulung der Mitarbeiter. Der Name des Förderungsprojektes lautet: „Digital Jetzt – Investitionsförderung KMU“. Leider bremst als Kontrapunkt dazu der strenge deutsche Datenschutz die Digitalisierung der Unternehmen aus. Acht von zehn befragten Firmen fühlen sich aufgrund der Gesetzgebung in ihrer Entwicklung eingeschränkt. Achim Berg nennt diese Hürden ein „weltweit einzigartiges Auslegungswirrwarr“. Er sieht die neue Bundesregierung in der Pflicht, hier den Riegel vorzuschieben und neue Freiheiten zu ermöglichen. Hinzu kommt der Mangel an Experten, der derzeit eher zu- als abnimmt. Zwei Drittel aller Unternehmen fehlen die passenden Fachkräfte für ihre gewünschten digitalen Schritte. Insgesamt gibt es in Deutschland ungefähr 88.000 IT-Spezialisten zu wenig, und die Lage wird sich 2022 eher noch verschlimmern. Um die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben, muss also mehr als ein einziger Hebel umgelegt werden. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Schwachpunkte erkennen und handeln.

Auch interessant

– Investment-News – Londoner Investor prognostiziert Kursverfall für Tesla-Aktie

„Die Aktie wird sich eher halbieren als verdoppeln“, sagte Perring gegenüber dem Wirtschaftsmagazin CAPITAL.

Londoner Investor prognostiziert Kursverfall für Tesla-Aktie
Digital

Spanien
Katalonien-Attentate: Ex-Kommissar beschuldigt spanischen Geheimdienst

Madrid – Der ehemalige katalanische Innenminister Joaquim Forn hat das Schweigen spanischer Institutionen, sowohl der Regierung als auch anderer Parteien und der Staatsanwaltschaft, zu den Äußerungen des ehemaligen Polizeikommissars José Manuel Villarejo kritisiert und eine „gründliche Untersuchung“ gefordert. Villarejo behauptet, dass der spanische Geheimdienst (Centro Nacional de Inteligencia, CNI) in den 17A-Terroranschlägen von Barcelona im Jahr 2017 verwickelt war. Forn betonte, dass es „keine Transparenz“ seitens des Staates zu den Anschlägen in Barcelona und Cambrils 2017 gegeben habe. Das Schweigen habe ihn überrascht. Er erwähnte unter anderem, dass die Staatsanwaltschaft nicht nur keine Ermittlungen von Amts wegen eingeleitet, sondern auch Untersuchungskommissionen im Kongress verhindert habe. „Ich merke nur, dass es Dinge gibt, die uns nicht gefallen und dass Informationen vorenthalten werden“, sagte er. Einige Analysten und Medien wiesen bereits darauf hin, dass diese Angriffe darauf abgezielt haben könnten, das für den 1. Oktober 2017 geplante Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien zu verhindern. Spanien hat laut der katalanischen Nachrichtenagentur VilaWeb stets eine Untersuchung in dieser Angelegenheit vermieden. Im vergangenen Jahr sagte Villarejo in einem anderen Gerichtsverfahren aus, dass eine „sehr wichtige“ Quelle vor dem „möglichen Risiko“ eines Anschlags in Barcelona gewarnt habe, berichtet El Nacional. Beim Terroranschlag in Barcelona am 17. August 2017 fuhr ein Attentäter mit einem Lieferwagen durch eine Menschenmenge auf dem Boulevard La Rambla im Zentrum von Barcelona. Dabei wurden 14 Menschen getötet und mindestens 118 Menschen verletzt. Unter den Todesopfern war auch eine Deutsche. Tage später steuerten fünf Männer im Badeort Cambrils ein Auto in eine Gruppe von Menschen. Dabei starb eine Frau, sieben weitere Passanten wurden verletzt. Der IS reklamierte die Tat für sich. Im Mai vergangenen Jahres wurden im Zusammenhang mit den Anschlägen drei Männer zu Haftstrafen verurteilt. Die 24 und 32- jährigen Hauptangeklagten erhielten Haftstrafen von 53 Jahren und sechs Monaten und von 46 Jahren, ein dritter Angeklagter (28) wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.

Auch interessant

– „Juristischer Skandal“ – Bayern-Partei stellt Strafanzeige wegen Festnahme von Puigdemont

Es bestünden erhebliche Zweifel, ob eine nicht gewaltsame Unabhängigkeitserklärung überhaupt einen Strafbestand des spanischen Strafgesetzes erfüllten. Ein europäischer Haftbefehl müsse sich auch an deutschem Verfassungsrecht messen lassen.

Bayern-Partei stellt Strafanzeige wegen Festnahme von Puigdemont

TV-Tipp
Ali: Der Größte – Hommage an einen Jahrhundertsportler

0
80 Jahre sind seit der Geburt von Cassius Clay vergangen – jenem Jahrhundertsportler, der in die Geschichtsbücher eingehen sollte, später auch als Muhammad Ali. Bei seinem wohl legendärsten Boxkampf, dem „Rumble in the Jungle“ gegen George Foreman im damaligen Zaire, fieberten 1974 weltweit über eine Milliarde Menschen an den Fernsehgeräten mit. „The Greatest“ – der Größte, sein Kampfname ist Programm: Bis heute ist Muhammad Ali der Einzige, der dreimal den Weltmeistertitel aller anerkannten Boxverbände gewinnen konnte. Aber Ali war nicht nur im Boxsport einer der Größten, er war auch Publikumsliebling und Stimme der Bürgerrechtsbewegung: unangepasst, selbstbewusst, humorvoll und schlagfertig. „When We Were Kings – Einst waren wir Könige“, „Facing Ali – Im Angesicht des größten Boxers aller Zeiten“ und „Soul Power“ zeigen die verschiedenen Facetten des Sportlers, Provokateurs und Freiheitskämpfers Ali, der 2016 verstarb. Der SWR präsentiert die drei preisgekrönten Dokumentarfilme pünktlich zu Alis 80. Geburtstag (17. Januar) ab 15. Januar 2022 für 90 Tage in der ARD Mediathek und zuvor in einer „langen Muhammad Ali-Nacht“ im Ersten, in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 2022 ab 00:05 Uhr. „When We Were Kings – Einst waren wir Könige“ (88 Minuten) Der oscarprämierte Dokumentarfilm von 1996 zeigt, wie Muhammad Ali zur ultimativen Boxlegende wurde: Der Schwergewichtskampf zwischen Ali und Foreman gilt als eines der größten Sportereignisse des 20. Jahrhunderts. Ali galt bereits zuvor als einer der besten Boxer aller Zeiten, doch mit diesem Kampf ging sein Name endgültig in die Geschichte ein. Regisseur Leon Gast drehte mehr als 250 Stunden Filmmaterial von den Ereignissen rund um den Kampf. Norman Mailer und George Plimpton berichten hier vom Kampf selbst, während US-Regisseur Spike Lee die kulturelle Bedeutung Alis für das schwarze Amerika einordnet. „When We Were Kings“ gilt als eine der besten Sportdokumentationen aller Zeiten. „Facing Ali – Im Angesicht des größten Boxers aller Zeiten“ (98 Minuten) Muhammad Ali hat im Laufe seiner überragenden Karriere fast jeden Top-Kämpfer des goldenen Boxzeitalters besiegt. In „Facing Ali“ (2009) stellt Pete McCormack dem berühmtesten Boxer der Welt noch einmal seine größten Rivalen gegenüber, einschließlich Ken Norton, Earnie Shavers, Joe Frazier, George Foreman, Leon Spinks, George Chuvalo, Sir Henry Cooper und Larry Holmes. Sie sprechen über Alis Technik, sein überbordendes Selbstbewusstsein und die psychologischen Spielchen, die Ali mit in den Ring brachte. So eröffnen sie ganz neue Sichtweisen auf den Sportler und auch auf den Menschen Ali und darauf, wie er den Boxsport für immer verändert hat. „Soul Power“ (92 Minuten) Der Schwergewichtskampf Ali gegen Foreman in Zaire 1974 ging als „Rumble in the Jungle“ in die Sport- und Kulturgeschichte ein. Dieses Großereignis in Zentralafrika war das erste seiner Art und Dimension, über eine Milliarde Menschen verfolgten den heute legendären Boxkampf an den Fernsehbildschirmen. Als begleitende Promotion für den Boxkampf wurde ein Musikfestival veranstaltet, bei dem neben afrikanischen Musikgrößen wie Miriam Makeba auch Soul-Legende James Brown, der „Hardest Working Man in Show Business“, als Headliner auftrat. Mit kraftvollen Aufnahmen auf und hinter der Bühne und Künstlern wie BB King, Bill Withers und The Crusaders bringt der Dokumentarfilm von Jeff Levy-Hinte den Geist der wilden 1970er zurück. Zusätzlich zum Hauptfilm stehen online 45 Minuten bisher ungesendetes Bonusmaterial zur Verfügung, exklusiv in der ARD Mediathek. Bereits ab Samstag, 15. Januar 2022 ist das komplette Event „Ali: Der Größte“ in der ARD Mediathek abrufbar. Ausstrahlung im Ersten in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 2022 ab 0:05 Uhr.

Auch interessant

– USA – Erdogan verfasst Hommage an Muhammad Ali

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan verfasste eine Hommage für den legendären Boxchampion Muhammad Ali.

Erdogan verfasst Hommage an Muhammad Ali
 

Türkei
Wahlen: Kilicdaroglu rechnet mit Sieg der CHP

Ankara – Oppositionspolitiker Kemal Kilicdaroglu sagte in einem TV-Interview, dass sie bei den kommenden Wahlen gewinnen und die „derzeitige Regierung stürzen“ werden. Er glaube nicht, dass es der Regierung gelangen werde, die Wirtschaftskrise zu lösen und gehe davon aus, dass die Wahlen im September, also neun Monate vor dem geplanten Termin, stattfinden werden. Auf die Frage nach dem Präsidentschaftskandidaten des Oppositionsbündnisses wiederholte Kilicdaroglu, dass die Entscheidung darüber, wer für das Präsidentenamt kandidieren wird, von den Mitgliedern des Oppositionsbündnisses, der Nationalen Allianz, bestehend aus der CHP, der İYİ (Gute) Partei, der Demokrat Partisi (DP) und der Saadet Partisi (Partei der Glückseligkeit), getroffen werde, berichtet Hürriyet Daily News. „Unser Kandidat wird gegen das [exekutiv-präsidentielle] System antreten“, so Kilicdaroglu weiter. 2017 beschlossen die türkischen Wähler, von einem parlamentarischen System zu einem exekutiven Präsidialsystem überzugehen. Im darauffolgenden Jahr wurde Amtsinhaber Erdogan unter dem neuen System wiedergewählt. Im Jahr 2023 sollen in der Türkei landesweite Wahlen stattfinden, bei denen die Bürgerinnen und Bürger den Präsidenten sowie alle 600 Abgeordneten des Parlaments wählen werden. Zu den laufenden Ermittlungen gegen den Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoglu betonte Kılıcdaroglu:
„Wenn diese Männer Terroristen sind, warum haben sie [die Regierung] bis jetzt nicht gehandelt? Sie hätten rechtliche Schritte einleiten können. Wenn diese Männer Terroristen sind, warum haben Sie [die Regierung] dann nichts unternommen?“
Im Dezember hatte das Innenministerium bekanntgegeben, eine Sonderüberprüfung der mehr als 550 Beschäftigten der Istanbuler Stadtverwaltung (IBB) eingeleitet zu haben. Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gesagt, die IBB habe Leute eingestellt, von denen manche „Verbindungen zu einer Terrororganisation haben“. Imamoglu gilt als möglicher Herausforderer Erdogans bei den kommenden Wahlen.

Auch interessant

– Türkei – Erdogan betont Wichtigkeit der Jugend bei den kommenden Wahlen

„Mehr als sechs Millionen unserer jungen Menschen werden bei den Wahlen 2023 zum ersten Mal wählen“, so Recep Tayyip Erdogan.

Erdogan betont Wichtigkeit der Jugend bei den kommenden Wahlen
 

Corona-Pandemie
Türkische Stadt führt Impfpflicht für Geschäftsinhaber ein

Kocaeli – Aufgrund der steigenden Infektionszahlen haben die Behörden in Karamürsel, in der nordwesttürkischen Provinz Kocaeli, drastische Maßnahmen ergriffen. Für die Beantragung oder Erneuerung eines Gewerbescheins gilt dort seit dem 01. Januar dieses Jahres eine Impfpflicht Diese Personen müssen den vom Gesundheitsministerium festgelegten obligatorischen Impfplan einhalten, da sonst ein Entzug der Genehmigung drohe.  Die meisten Geschäftsinhaber unterstützen die Entscheidung.

„Ich finde diese Regel sehr angemessen, weil sich das Coronavirus wieder ausbreitet. Ich denke, es ist die richtige Entscheidung, wir unterstützen es bis zum Ende“, so etwa Handyshop-Besitzer Şuayip Şahin gegenüber türkischen Medien. 

In der Türkei wurden am Samstag mehr als 66.000 neue COVID-19-Fälle bestätigt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das Ministerium meldete zudem 141 Coronavirus-bedingte Todesfälle. Um die Infektion einzudämmen, hat das Land nach den neuesten Zahlen seit Beginn der Impfkampagne im Januar 2021 mehr als 135,99 Millionen Dosen des Impfstoffs COVID-19 verabreicht. Mindestens 57,06 Millionen Menschen haben die erste Impfung erhalten, und fast 51,87 Millionen sind vollständig geimpft. Auffrischungsimpfungen wurden an mehr als 21,41 Millionen Menschen verabreicht, so das Ministerium weiter. Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca hat die Bevölkerung wiederholt aufgerufen sich impfen zu lassen. Dies sei der einzige Weg die Pandemie zu besiegen. „Wir selbst werden den Verlauf der Pandemie in unserem Land bestimmen. Gemeinsam können wir die Verluste reduzieren, indem wir uns durch Impfstoffe schützen und Vorsichtsmaßnahmen befolgen. Das Virus wird nicht verschwinden, indem man es ignoriert, es wird mit Vorsichtsmaßnahmen und Impfstoffen verschwinden. Vernachlässigen Sie die Auffrischungsimpfung nicht!“, schrieb Fahrettin Koca auf twitter