Corona-Pandemie
Corona: Weniger Kinder und Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus

Wiesbaden – Abgesagte Feste, geschlossene Lokale, Kontaktbeschränkungen – in der Folge kamen im ersten Jahr der Covid-19-Pandemie deutlich weniger Menschen wegen Alkoholmissbrauchs in ein Krankenhaus. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden in Deutschland im Jahr 2020 rund 12 200 Kinder und Jugendliche von 10 bis unter 20 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt. Das waren 39,7 % weniger als im Jahr 2019. Damals waren es rund 20 300 Kinder und Jugendliche. Zahl der Fälle in allen Altersgruppen geringer als 2019, Rückgang fällt bei jungen Menschen aber besonders groß aus Über alle Altersgruppen hinweg gab es im Jahr 2020 mit 76 200 Fällen im Vergleich zu 2019 rund ein Viertel (-23,8 %) weniger Krankenhausbehandlungen wegen akuter Alkoholvergiftung. Dabei ist der Rückgang in allen Altersgruppen zu beobachten, er fällt aber in der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen (-41,7 %) und bei den 20- bis unter 25-Jährigen (-41,5 %) am höchsten aus. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 40- bis unter 45-Jährigen und bei den 60- bis unter 65-Jährigen nahm die Zahl der Fälle um jeweils 12,2 % ab. Die Ergebnisse zeigen im Jahr 2020 zwar einen coronabedingt starken Rückgang, trotzdem sind die Fallzahlen immer noch höher als zur Jahrtausendwende. Im Jahr 2000 gab es insgesamt rund 54 000 Fälle und damit 41,1 % weniger als im Jahr 2020 mit 76 200 Fällen. Auch bei den 10- bis unter 20-Jährigen liegen die Zahlen im Jahr 2020 um mehr als ein Viertel (+28,6 %) über denen von vor 20 Jahren. Im Jahr 2000 gab es rund 9 500 stationäre Krankenhauseinweisungen dieser Altersgruppe, im Jahr 2020 waren es 12 200 Fälle. Demografische Effekte spielen hierbei eine geringe Rolle: Auch bei den Pro-Kopf-Fallzahlen zeigt sich über alle Altersgruppen hinweg ein Anstieg gegenüber dem Jahr 2000. Jugendliche von 15 bis unter 20 Jahren besonders gefährdet Trotz coronabedingt sinkender Fallzahlen ist das Risiko einer Alkoholvergiftung bei Jugendlichen nach wie vor besonders groß: In der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen wurden auch 2020 mit 9 900 die meisten Fälle verzeichnet. Danach folgen die 50- bis unter 55-Jährigen mit 8 400 Fällen. Noch deutlicher zeigt sich die unterschiedliche Betroffenheit einzelner Altersgruppen in den Pro-Kopf-Daten: In der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen gab es im Jahr 2020 mit knapp 254 Fällen je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner den höchsten Wert aller Altersgruppen. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 50- bis unter 55-Jährigen gab es 126 Fälle je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Männer neigen stärker zum Rauschtrinken als Frauen Die Daten weisen auch auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern hin. Im Jahr 2020 mussten rund 54 300 Männer über alle Altersgruppen wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus, das waren 71,2 % aller Fälle. Dabei liegt der Männeranteil über alle Altersgruppen, ausgenommen in der Altersgruppe der 10- bis unter 15-Jährigen (Männeranteil: 39 %) deutlich über dem Anteil der Frauen. In der Altersgruppe der 60- bis unter 65-Jährigen ist der Unterschied mit einem Männeranteil von 77 % am stärksten ausgeprägt. Methodische Hinweise: Die Angaben zu Krankenhausbehandlungen basieren auf der Krankenhausstatistik. Hierbei handelt es sich jeweils um die Zahl der Behandlungsfälle. Mehrfachzählungen einer Person sind möglich, falls die Patientin oder der Patient in einem Jahr aufgrund der gleichen Hauptdiagnose mehrfach stationär behandelt wurde. Im Jahr 2020 war wegen der Corona-Pandemie die Zahl stationärer Krankenhausbehandlungen in fast allen Bereichen rückläufig. Besonders deutlich sanken die Zahlen in medizinischen Fachgebieten, in denen unter anderem nicht dringend erforderliche Behandlungen ausgesetzt werden konnten, um Klinikkapazitäten freizuhalten.

Bundesliga
Carro schließt Verkauf von Topstürmer Schik im Sommer aus

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Köln – Bayer 04 Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro hat einen Verkauf von Topstürmer Patrik Schick im Sommer ausgeschlossen. „Patrik Schick ist für uns immens wichtig. Er fühlt sich hier wohl. Wir wollen ihn halten. Er steht nicht zum Verkauf“, sagte der 57 Jahre alte Spanier im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Schick erzielte in der laufenden Bundesliga-Saison 22 Tore in 25 Einsätzen und wurde zuletzt mit mehreren europäischen Top-Klubs in Verbindung gebracht. Der Vertrag des Tschechen in Leverkusen läuft noch bis 2025. Den Abschied von Sport-Geschäftsführer Rudi Völler, der sich im Sommer aus dem operativen Geschäft zurückziehen wird, bewertet Carro als „Zäsur“ für Bayer 04. „Der Verein wird ohne Rudi Völler ein anderer sein. Seine Erfahrung im Fußball hat hier keiner, und es kann ihn auch keiner nachmachen.“ Völler habe geholfen, „den Klub auf ein neues Level zu heben“, sagt Carro. Ohne den Weltmeister von 1990, dem Gesicht des Werksklubs in den letzten Jahrzehnten, würden „Simon Rolfes und auch ich selbst künftig sichtbarer werden müssen“, betonte Carro. Sportdirektor Rolfes übernimmt im Sommer Völlers Posten als Geschäftsführer Sport.

Fettleibigkeitsbericht
WHO: Die dicksten Menschen Europas leben in der Türkei

Ankara – Der Anteil der übergewichtigen oder fettleibigen Menschen in der Türkei ist höher als im europäischen Durchschnitt, wie ein am 3. Mai veröffentlichter Bericht der WHO zeigt. Demnach sind 66,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – 69,3 Prozent der Frauen und 64 Prozent der Männer – in der Türkei übergewichtig. Dem Bericht zufolge lag die Rate der als fettleibig definierten Personen in der Türkei bei 32,1 Prozent. Im Vergleich zu den Daten der Vorjahre ist die Adipositasrate (Fettleibigkeit) in der Türkei laut WHO deutlich gestiegen. Im Jahr 1980 lag sie bei 10,4 Prozent, 1990 bei 16,3 Prozent, 2000 bei 22,2 Prozent und 2010 bei 28,2 Prozent. Nach der Türkei waren Malta, Israel und England die Länder mit dem höchsten Anteil an übergewichtiger Menschen in der erwachsenen Bevölkerung. Die Länder mit dem geringsten Übergewichtsproblem waren Tadschikistan (45 Prozent), Usbekistan und Kirgisistan (48 Prozent). Deutschland lag bei den Erwachsenen (Frauen 50 Prozent, Männer 65 Prozent) leicht unter dem Durchschnitt der Region. Die Raten von Übergewicht und Fettleibigkeit hätten in der gesamten WHO-Region Europa „epidemische Ausmaße“ erreicht, so der Europäische Regionalbericht zur Adipositas der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2022. „Im letzten halben Jahrhundert ist die Adipositasrate in Europa um 138 Prozent gestiegen und hat 1,2 Millionen Todesfälle verursacht. Etwa 59 Prozent der Erwachsenen und ein Drittel der Kinder in Europa sind entweder übergewichtig oder fettleibig“, so der Bericht. Dr. Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, sagte: „Adipositas kennt keine Grenzen. In Europa und Zentralasien wird kein einziges Land das globale NCD-Ziel der WHO, den Anstieg der Adipositas zu stoppen, erreichen können. Die Länder in unserer Region sind unglaublich vielfältig, aber alle sind bis zu einem gewissen Grad betroffen. Durch die Schaffung eines günstigeren Umfelds, die Förderung von Investitionen und Innovationen im Gesundheitsbereich und die Entwicklung starker und widerstandsfähiger Gesundheitssysteme können wir die Entwicklung der Adipositas in der Region ändern“. Adipositas gehört zu den führenden Ursachen für Tod und Behinderung und ist jedes Jahr für etwa 1,2 Millionen Todesfälle verantwortlich, was 13 Prozent der Sterblichkeit in Europa ausmacht. Kein Land in der Region ist auf dem besten Weg, die Adipositasraten bis 2025 zu senken, so der WHO-Bericht, der voraussagt, dass die Adipositas in den nächsten Jahrzehnten das Rauchen als Hauptursache für vermeidbare Krebserkrankungen ablösen wird. WHO: „Durch Adipositas wird das Risiko für viele nichtübertragbare Krankheiten erhöht, darunter Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen. So gilt Adipositas etwa als Ursache für mindestens 13 unterschiedliche Krebsarten und ist wahrscheinlich in der gesamten Region direkt verantwortlich für mindestens 200 000 neue Krebsfälle pro Jahr, wobei diese Zahl in den kommenden Jahren noch weiter steigen dürfte. Übergewicht und Adipositas sind zudem die führenden Risikofaktoren für Behinderungen und verursachen 7% der insgesamt mit Behinderungen verbrachten Lebensjahre in der Region. Übergewichtige und adipöse Menschen waren unverhältnismäßig stark von den Folgen der COVID 19-Pandemie betroffen. Während der Pandemie kam es zu nachteiligen Veränderungen bei Ernährungs- und Bewegungsmustern, die sich in den kommenden Jahren auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken werden und beträchtliche Anstrengungen erforderlich machen werden, um diese umzukehren.“

Türkei
Didem Balıkcı: Die erste Scharfschützin der Türkei

Ankara – Von Filmen wie „Sniper“ oder „Duell – Enemy at the Gates“ inspiriert, wurde Dilek Balikci die erste und einzige Scharfschützin der Türkei. Im Jahr 2018 gewann sie die Aufnahmeprüfung für die Unteroffiziersprüfung der türkischen Gendarmerie, der Jandarma, einem dem Innenministerium unterstellten paramilitärischem Verband. „Nachdem ich das sechsmonatige Kommandoausbildungsprogramm erfolgreich abgeschlossen hatte, sagte ich meinen Kommandanten, dass ich Scharfschütze werden wollte. Sie waren zunächst überrascht, weil es zuvor keine Scharfschützin [in der Türkei] gegeben hatte. Ich habe den Schützenlehrgang absolviert und nach einem harten Trainingsprozess mein Abzeichen bekommen“, so Balikci gegenüber der Tageszeitung Hürriyet. Sie sei stolz darauf, als Frau neue Wege zu gehen und die erste und einzige weibliche Scharfschützin der Streitkräfte zu werden. „Ich betrachte es als Erfolg für türkische Frauen. Ich habe allen Neuankömmlingen einen Weg geebnet, ich bin zu einem Vorbild geworden“, sagte Balikci. Der Beruf erfordere ein hohes Maß an körperlicher Kondition, Disziplin und die Fähigkeit, sich ständig weiterzuentwickeln, sowie Gelassenheit unter Stress und schnelle Reflexe, fügte sie hinzu. „Dieser Beruf erlaubt keine Fehler.“ „Meine Familie hat mich sehr unterstützt, als ich mich entschied, Soldatin zu werden. Sie haben immer zu mir gehalten und mich motiviert“, sagte sie.
„Meine Freunde, vor allem Frauen, sind überrascht, wenn sie erfahren, dass ich ein Scharfschütze bin. Sie stellen Fragen wie ‚Meinst du das ernst?‘ Auf den ersten Schock folgt eine Salve von Fragen. Sie fragen nach den Waffen, die wir benutzen, den Tarnfarben, den Schießkünsten und anderen Dingen, die sie in Scharfschützenfilmen sehen.“
Obwohl sie in der Vergangenheit mit einigen Vorurteilen aufgrund ihres Geschlechts konfrontiert war, fühle sie sich jetzt als Teamleiterin beim Training mit ihren männlichen Kollegen wohl. „Ich zeige, was richtig und was falsch ist. Wir arbeiten in Paaren, ein Schütze und ein Beobachter. Wir trainieren regelmäßig, um bereit zu sein, wenn wir bei der Verteidigung des Landes oder bei kritischen Einsätzen gebraucht werden.“ Appell an Bevölkerung In einem Appell an die Bevölkerung hat sich Balikci gegen einen privaten Waffenbesitz geäußert und die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, keine Waffen zu tragen. „In unserem Beruf leben wir mit Waffen. Wir müssen sie einsetzen, wenn es unsere Pflicht ist. Zivilisten müssen nicht zu den Waffen greifen, ich bin gegen eine individuelle Bewaffnung“, sagte sie. „Wir sind hier. Die Streitkräfte und die Ordnungskräfte können das Leben und das Eigentum aller schützen“, so die Kommandantin gegenüber Hürriyet.

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– Türkei – Özge Karabulut: Erste Kampfhubschrauber-Pilotin der Türkei tritt Dienst an

Mit nur 28 Jahren hat die Polizeipilotin Özge Karabulut nach einer intensiven Ausbildung als erste weibliche Kampfhubschrauber-Pilotin ihren Dienst angetreten.

Özge Karabulut: Erste Kampfhubschrauber-Pilotin der Türkei tritt Dienst an

Ukraine-Konflikt
Russland: Israelische Söldner kämpfen in der Ukraine

Moskau – Der diplomatische Streit zwischen Russland und Israel eskalierte am Mittwoch erneut, als ein Sprecher des russischen Außenministeriums behauptete, israelische Söldner würden als Teil eines rechtsextremen ukrainischen Regiments gegen Russland kämpfen. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums behauptete am Mittwoch, israelische Söldner kämpften an der Seite des rechtsextremen Asow-Regiments in der Ukraine, was die Spannungen mit Israel weiter anheizt, nachdem der russische Außenminister Sergei Lawrow am Sonntag behauptet hatte, Adolf Hitler habe „jüdisches Blut“. „Israelische Söldner kämpfen praktisch Schulter an Schulter mit den Asow-Kämpfern in der Ukraine“, so die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, gegenüber Sputnik Radio. Gegenüber dem Fernsehsender Rossiya-24 sagte die Sprecherin, dass Lawrow lediglich darauf aufmerksam mache, dass Israel „den Anstieg der Neonazi-Ideologie in der Ukraine seit Jahren ignoriert“, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Auf die Frage, wie Russland einen „Entnazifizierungskrieg“ führen könne, wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij Jude sei, antwortete Lawrow: „Wenn sie sagen: ‚Was ist das für eine Entnazifizierung, wenn wir Juden sind?‘, dann denke ich, dass Hitler auch jüdische Wurzeln hatte, also bedeutet das nichts“, so Lawrow in einem Interview mit dem italienischen Sender Rete 4 am Sonntag. Israel hatte Lawrow dafür am Montag scharf kritisiert und den russischen Botschafter einbestellt. Am Dienstag legte das russische Außenministerium nach und beschuldigte Israel, das „neonazistische Regime in Kiew“ zu unterstützen. Letzte Woche tauchte in den sozialen Medien ein Video auf, in dem mutmaßliche Israelis zu sehen waren, die für die Ukraine kämpften. Auf Hebräisch dankte ein Soldat „der israelischen Regierung dafür, dass sie uns hilft, während wir gegen die Russen kämpfen“. Sie dankten auch dem ukrainischen Rabbi Moshe Asman und wünschten den Menschen ein frohes Pessachfest. Weitere Einzelheiten über die Soldaten wurden nicht bekannt. Nach der russischen Invasion im Februar hatte Israel seine Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck gebracht. Aus Sorge, die Beziehungen zu Russland zu beschädigen, vermied es jedoch zunächst direkte Kritik an Moskau und hat keine formellen Sanktionen gegen Russland verhängt. Die Beziehungen sind jedoch zunehmend angespannter geworden. Im vergangenen Monat beschuldigte Israels Außenminister Yair Lapid Russland, in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen zu haben.

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– Ukraine-Krieg – UN: „Aber die Türken sind am nächsten dran“

Der UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths lobte am Montag die „Weisheit“ der Türkei und ihre Rolle bei den Gesprächen und dem Versuch, einen Waffenstillstand zwischen der russischen und der ukrainischen Seite zu erreichen.

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Berlin
„Sowjetnostalgie“: Linkenpolitikerin Sommer tritt aus Partei aus

Berlin – Die Linkspartei verliert erneut ein bekanntes Mitglied. Die Berliner Linke-Politikerin Evrim Sommer ist aus der Partei ausgetreten. Das bestätigte Sommer dem Tagesspiegel am Mittwoch. Sie hadere nicht zuletzt mit der Russland-Politik der Linkspartei. „Trotz der repressiven Innenpolitik und der imperialen Expansionspolitik des Regimes von Wladimir Putin wird stets dem Westen die Schuld gegeben“, sagte Sommer auf Anfrage. „In Teilen der Partei gibt es eine blinde Russlandverklärung.“ Die Russlandpolitik der Partei sei „von einer Sowjetnostalgie bestimmt“, die stets dem Westen die Schuld gebe. Maßgebliche Teile der Partei reproduzieren öffentlich das Narrativ des Putins-Regimes und haben oft genug einseitig die Interessen des Kreml unterstützt“, zitiert der Spiegel Sommer. Die Partei gebe heute noch der Nato entweder eine Haupt- oder eine Mitschuld für Putins brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine, „was jenseits der Realität liegt“, schreibt sie weiter zur Begründung. Auch den „Umgang mit Kurden“ habe die Politikerin kurdischer Herkunft als weiteren Grund genannt. Es sei für sie untragbar, dass Teile der Partei das Assad-Regime in Syrien unterstützten, berichtet der Spiegel weiter.

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Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warnt davor, politische Entscheidungen über Waffenlieferungen an die Ukraine von Gefühlen wie Angst und Mitleid abhängig zu machen.

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Ukraine-Konflikt
Intellektuelle sprechen sich für Waffen an Ukraine aus

Berlin – In einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprechen sich führende Intellektuelle für eine kontinuierliche Lieferung von Waffen an die Ukraine und die Ausweitung wirtschaftlicher Sanktionen auf den Energiesektor aus. Der Aufruf, den die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht, wurde unter anderem unterzeichnet von dem Publizisten und ehemaligen Grünenpolitiker Ralf Fücks, den Schriftstellern Daniel Kehlmann und Maxim Biller, der früheren Leiterin der Stasi-Behörde Marianne Birthler, der Autorin Eva Menasse, dem Verleger Mathias Döpfner und der Historikerin Hedwig Richter. Es gebe keinen Unterschied zwischen „defensiven“ und „offensiven“ Rüstungsgütern, heißt es in dem Schreiben, denn in den Händen der Angegriffenen dienen auch „Panzer und Haubitzen“ der Selbstverteidigung. Der Brief ist eine Reaktion auf einen kürzlich in der Zeitschrift Emma erschienenen offenen Brief, in dem diverse Intellektuelle und Künstler um die Herausgeberin Alice Schwarzer den Bundeskanzler auffordern, der Ukraine nicht „weitere schwere Waffen“ zu liefern.

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Hamburg – Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warnt davor, politische Entscheidungen über Waffenlieferungen an die Ukraine von Gefühlen wie Angst und Mitleid abhängig zu machen. Angst vor einem Dritten Weltkrieg „habe ich nicht“, so Habeck in einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. „Die Angst vor dem dritten Weltkrieg, die manche umtreibt, speist sich ja auch aus der Befürchtung, Deutschland werde zur Kriegspartei.“ Eine Kriegspartei aber werde Deutschland nicht. „Die Ukraine wurde von Russland angegriffen und hat das Recht, sich selbst zu verteidigen. Ein Land, das Selbstverteidigungsrechte ausübt, darf unterstützt werden.“ Habeck kritisiert in dem ZEIT-Gespräch den offenen Brief, den eine Gruppe von Intellektuellen und Prominenten an Bundeskanzler Olaf Scholz gerichtet hat, und der ein Ende der Lieferung schwerer Waffen in das Land fordert, um eine weitere Eskalation des Krieges zu verhindern. „Was folgt aus dieser Argumentation?“, fragt Habeck. „Eigentlich doch nur, dass ein bisschen Landbesetzung, Vergewaltigung und Hinrichtung einfach hinzunehmen sind und die Ukraine schnell kapitulieren solle. Das finde ich nicht richtig.“ Habeck erklärt zugleich, dass die Bundesregierung sich ihre Entscheidungen über Waffenlieferungen enorm schwer mache. Die Lieferung von Panzern sei zweischneidig. „Die Entscheidung, tödliche Waffen zu liefern, ist immer auch eine Niederlage“, sagt Habeck. „Wenn wir Entscheidungen treffen, ist die Frage, ob wir dadurch Kriegspartei werden können, immer eine, die gewogen wird.“ Deutschland habe zum Beispiel mehrere Tausend Panzerfäuste geliefert. „Ich habe dafür als einer der verantwortlichen Minister meine Hand gehoben. Panzerfäuste schießen auf Panzer. In den Panzern sitzen Soldaten. Mit den Waffen, die auch ich, Robert Habeck, in die Ukraine geschickt habe, werden höchstwahrscheinlich Menschen getötet.“

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Glücksspiel
GlüStV: Die Zukunft deutscher Tischspiele

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Für viele Menschen hat Glücksspiel in Online-Casinos noch immer etwas Anrüchiges. Dabei hat sich in Bezug auf die Gesetzgebung in den letzten Jahrzehnten und vor allem Jahren einiges verändert. Die größte Änderung – man kann sagen eine Revolution – trat im Sommer 2021 in Kraft. Vielleicht von vielen unbemerkt, weil die News über die Corona-Pandemie und ständige Änderungen der Corona-Maßnahmen die Presseberichte mehr beherrschten, als solche für alle, die Black Jack, Roulette und Baccarat in den Online-Casinos endlich ohne Frucht etwas Illegales zu tun, spielen wollen. Neues Glücksspielgesetz ab Juli 2021 Dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielgesetz ab Juli 2021 gingen lange Verhandlungen voraus. Das Gesetz enthält vor allem Regelungen für Online-Casinos. Beantwortet wurde letztlich mit dem neuen Gesetz aber endlich die Frage für alle Unsicheren was die Legalität von Online-Casinos angeht, ob dies auch wirklich so ist. Denn diese Frage wollte bzw. konnte kaum jemand beantworten bisher. Grund dafür war die Rechtslage, die schwammig war und auch die unterschiedlichen Aussagen der Casino-Betreiber selbst. Verwirrung führt bekanntlich dazu, dass man von etwas, wo man sich nicht sicher ist, die Finger lässt. Und dies galt eben auch für den Besuch der Plattformen von Online-Casinos. Die Antwort lautete bis Anfang Juli 2021 im Übrigen: Nein. Online-Glücksspiel war in Deutschland tatsächlich illegal. Eine Ausnahme bildete das Bundesland Schleswig-Holstein. Das neue Gesetz setzte der Verwirrung und allen Fragen ein Ende. Das klare Ziel der Maßnahme bzw. des Gesetzes war und ist, dass der Markt in Deutschland ab Juli 2021 reguliert wird. Zudem soll das Online-Casino für Spieler zu einem sicheren Ort gemacht werden. Der wichtigste Schritt dazu war, dass dieses Gesetz das Glücksspiel auf Online-Plattformen in ganz Deutschland legalisiert. Den Online-Casino-Betreibern wurde mit diesem Gesetz erstmals die Möglichkeit eröffnet eine deutsche Lizenz zu erwerben und damit legal Slots und Tischspiele anzubieten. Jeder kann damit, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, ob er damit etwas Illegales macht, online Zocken gehen. Allerdings gibt es Einschränkungen. Teils gutes Gefühl auf Seiten der Anbieter Auch auf der Seite der Anbieter gab es sicher Erleichterung, dass es in Deutschland nun auch endlich möglich ist, dass Glücksspiel nicht „durch die Hintertür“ betrieben werden muss. Denn dieses Gesetz bringt dank der deutschen Lizenz eine Reihe von Vorteilen mit sich. Der größte Vorteil dürfte sein, dass der Zuspruch der Plattform steigen wird. Denn die Verbraucher, die sich bisher nicht getraut haben, ein Online-Casino zu besuchen, weil es illegal war, kommen jetzt sozusagen in Strömen, da Rechtssicherheit und Legalität der Online-Casinos gewährt ist und diese nun den Schutz durch deutsche Regulierungsbehörden mit den entsprechend hohen Standards genießen. Das gute Gefühl auf der Seite der Anbieter ist allerdings etwas gedämpft. Die Gründe liegen in den Nachteilen, die den Online-Casinos durch das neue deutsche Gesetz erwachsen. Unsicherheiten auf dem deutschen Markt wegen Black Jack und co. Diese Nachteile, die die Betreiber der Online-Casinos mit deutscher Lizenz haben, führen allerdings auch zu einigen Unsicherheiten, und zwar auf beiden Seiten. So verzichten die Online-Casinos mit deutscher Lizenz bedingt durch die Regelungen im Gesetz auf Tischspiele wie Roulette, Blackjack und Bacccart, was natürlich auch wieder Spieler kostet. Denn viele, die Online-Casinos im Allgemeinen besuchen, tun dies häufig nur, weil sie hier ohne, dass Sie sich in Schale werfen und in Casino wie in Bad Homburg oder Wiesbaden gehen müssen, diese Tischspiele spielen können. Der Grund, warum die Online-Casinos mit deutscher Lizenz auf Black Jack und Co verzichten und daher auch keinen attraktiven Bonus für diese Tischspiele verteilen, liegt darin, dass das neue deutsche Glücksspiel-Gesetz eine Sonderregelung für Tischspiele wie Black Jack und Roulette vorsieht. Diese Sonderregelung sieht vor, dass ein Spieler in einem Online-Casino keine solchen Tischspiele durchführen kann. Das führt unwillkürlich unter den Online-Casino-Betreibern zu einer gewissen Unsicherheit auf dem deutschen Markt. Viele mussten und müssen überlegen, ob sie sich wirklich eine deutsche Lizenz holen. Denn den attraktiven Black Jack Bonus kann ein Online-Casino damit auch nicht anbieten. Spielsucht im Fokus Der Grund für den Ausschluss von Black Jack und Co. im deutschen Glücksspiel-Gesetz liegt auf der Hand: Im Fokus des Gesetzes steht die Kontrolle bzw. Prävention der Spielsucht. Unattraktiv ist eine deutsche Casino-Lizenz für die Betreiber von einem Online-Casino aus diesem Grund auch aufgrund der Tatsache, dass neben dem Verbot von Tischspielen, zum Beispiel Black Jack und Roulette und Baccarat auch ein Verbot von Live-Casino-Angeboten besteht sowie ein Einzahlungslimit pro Spieler und Monat von 1000 Euro per Gesetz verhängt wurde. Zudem wurde eine bundesweite Spielersperrdatei eingeführt und ein Verbot der gleichzeitigen Wetten auf mehreren Online-Casino-Plattformen. Kontroversen und Kritik Eine Obergrenze für die Vergabe von deutschen Lizenzen an Online-Casinos besteht nach dem Gesetz indes nicht. Unattraktiv dürfte für Online-Casinos-Betreiber allerdings auch die Vorgabe laut Gesetz von einem Spin-Einsatz von maximal einem Euro sein. Viele der Punkte, die für die Betreiber der Online-Casinos sicherlich unattraktiv sind, sich eine deutsche Lizenz zu holen, dürften auch so manchem Spieler „aufstoßen“. Es gibt daher sehr viel Kritik am Glücksspielstaatsvertrag. Vielen sind die zwar hohen Sicherheitsstandards mit zu vielen Einschränkungen verbunden. Es ist daher zurecht zu befürchten, dass viele Spieler weiterhin die Online-Casinos ohne deutsche Lizenz aufsuchen und dort weiterspielen.

Ukraine-Konflikt
Moskau: „Israel unterstützt Neonazis“

Moskau – Moskau bekräftigte am Dienstag Lawrows Aussage, dass die jüdische Herkunft des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskij nicht ausschließe, dass die Ukraine von Neonazis regiert werde. Das russische Außenministerium beschuldigte Israel am Dienstag, Neonazis in der Ukraine zu unterstützen. Damit eskalierte der Streit weiter, der begann, als der russische Außenminister Sergej Lawrow behauptete, Adolf Hitler sei jüdischer Abstammung gewesen. „Der Antisemitismus im täglichen Leben und in der Politik wird [in der Ukraine] nicht gestoppt, sondern im Gegenteil gefördert“, erklärte das russische Außenministerium in einer Erklärung. „Wenn sie sagen: ‚Was ist das für eine Entnazifizierung, wenn wir Juden sind?‘, dann denke ich, dass Hitler auch jüdische Wurzeln hatte, also bedeutet das nichts“, sagte Sergey Lawrow in einem Interview mit dem italienischen Sender Rete 4 am Sonntag. Israel hatte Lawrow dafür am Montag scharf kritisiert und den russischen Botschafter einbestellt. „Solche Lügen zielen darauf ab, die Juden selbst der schrecklichsten Verbrechen in der Geschichte zu beschuldigen, die gegen sie begangen wurden“, sagte der israelische Premierminister Naftali Bennett in einer Erklärung. Lawrows Behauptung über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskij, der Jude ist, sei eine „unverzeihliche“ Lüge, die die Schrecken des Nazi-Holocausts relativiere. Das russische Ministerium erklärte, die jüngsten Äußerungen seien „antihistorisch“ und würden erklären, warum die derzeitige israelische Regierung das neonazistische Regime in Kiew unterstütze. Nach der russischen Invasion im Februar hatte Israel seine Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck gebracht. Aus Sorge, die Beziehungen zu Russland zu beschädigen, vermied es jedoch zunächst direkte Kritik an Moskau und hat keine formellen Sanktionen gegen russische Oligarchen verhängt. Die Beziehungen sind jedoch zunehmend angespannter geworden. Im vergangenen Monat beschuldigte Israels Außenminister Yair Lapid Russland, in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen zu haben.