Rentenpolitik
DGB übt massive Kritik an Rentenvorschlag der CDU

Osnabrück – Der DGB hat den jüngsten Rentenvorstoß der CDU scharf kritisiert. „Die CDU hübscht mit ihrem Vorschlag das Rentenniveau lediglich mit Rechentricks auf, während sie in Wahrheit die Renten um bis zu acht Prozent kürzen möchte“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Länger arbeiten und trotzdem die Rente kürzen, das bedeutet der Plan der CDU“, so die Gewerkschafterin. Das gehe „krass an der Realität und an den Wünschen der Menschen in Deutschland vorbei“. Piel reagierte auf einen Vorschlag der Christdemokraten, wonach das Rentenalter künftig an die Lebenserwartung gekoppelt werden soll. Für jedes gewonnene Lebensjahr solle vier Monate länger gearbeitet werden. Länger arbeiten für weniger Rente – das gehe klar zulasten der jüngeren Beschäftigten. „Dabei weiß die CDU sehr genau, dass es schon heute viele Beschäftigte nicht gesund bis zur Rente schaffen. Selbst bei starkem Anstieg der Lebenserwartung geht das Statistische Bundesamt davon aus, dass vom Jahrgang 2000 jeder zehnte Mann und jede zwanzigste Frau das angehobene Rentenalter nicht erleben werden“, sagt Piel der NOZ. Für viele Menschen in anstrengenden Berufen sei das eine krasse Rentenkürzung, da sie aufgrund der schweren und belastenden Arbeit damit rechnen müssten, früher zu sterben.

Terrorismus
PKK: Hessische Polizei durchsucht kurdische Vereinshäuser

Frankfurt – Erneut sind deutsche Ermittlungsbehörden gegen die Terrororganisation PKK vorgegangen. Am Mittwochmorgen hat die hessische Polizei im Rhein-Main-Gebiet mehrere Privatwohnungen sowie Räume kurdischer Vereine – das „Demokratische Gesellschaftszentrum der Kurden in Darmstadt“ und die „Föderation der demokratischen Vereine – Kawa e.V.“ – wegen mutmaßlicher Kontakte zur Terrororganisation PKK durchsucht. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt der Hessenschau (hr) am Donnerstag bestätigte, geht es um die mutmaßliche Unterstützung der in Deutschland verbotenen PKK. Wie hr weiter berichtet, sollen die Beschuldigten Spenden für die PKK gesammelt haben. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt laut einem Sprecher gegen drei Beschuldigte im Alter von 51 bis 60 Jahren wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Die Vereine sehen sich jedoch zu Unrecht kriminalisiert und meldeten sich am Mittwoch mit einer gemeinsamen Pressemitteilung zu Wort. Es sei höchst problematisch, „dass die Staatsanwaltschaft aufgrund von fadenscheinigen Indizien unsere Räumlichkeiten durchsucht und politische Aktivist:innen kriminalisiert“, zitiert die Frankfurter Rundschau eine Sprecherin. Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht.

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Während die auch in Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK in großen Teilen der hiesigen Medien und bei Politikern eine gewisse Sympathie genießt, bleiben die Hilferufe verschiedener Minderheiten aus den Regionen im Norden Syriens und des Irak in Deutschland weitgehend ungehört.

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Ringer-EM
Rekord: Türkischer Ringer Taha Akgül zum 10. Mal Europameister

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Zagreb – Bei der Ringer-EM in Kroatien hat der türkische Freistil-Ringer Taha Akgül im Schwergewicht am Mittwoch Gold gewonnen und wurde somit zum zehnten Mal Europameister. Olympiasieger Akgül (32) setzte sich in der kroatischen Hauptstadt Zagreb in der Klasse bis 125 kg Freistil gegen seinen georgischen Gegner, dreimaliger Weltmeister Geno Petriashvili, mit 9:4 durch. Der erfahrene türkische Athlet gewann bereits Goldmedaillen bei den Ringer-Europameisterschaften 2012, 2013, 2014, 2017, 2018, 2019, 2021 und 2022 sowie bei den Europaspielen 2015. Akgül gewann zudem in Rio 2016 olympisches Gold und holte in Tokio 2020 olympische Bronze. Feyzullah Aktürk, ein weiterer türkischer Freistil-Ringer, holte in Zagreb eine Goldmedaille und verteidigte damit seinen Titel. Aktürk besiegte im Finale bis 92 kg Osman Nurmagomedov aus Aserbaidschan mit 5:2. Der 24-jährige Türke hatte zuvor bei den Europameisterschaften 2022 in Budapest Gold gewonnen. Die Ringer-Europameisterschaften 2023 begannen am 17. April in Zagreb, Kroatien und laufen noch bis zum 23. April. Giorgi Meshvildishvili aus Aserbaidschan und der Ungar Dániel Ligeti holten sich mit 7:4 und 6:2 Siegen gegen Abraham Conyedo aus Italien und Azamat Khosonov aus Griechenland jeweils die Bronzemedaille. Der Slowake Tajmuraz Salkazanov holte sich in der Gewichtsklasse bis 74 kg ebenfalls drei kontinentale Titel in Folge, indem er ein knappes Finale gegen den Italiener Frank Chamizo mit 3:1 gewann.
(Grafik: Screenshot/Twitter)

Thodex
Albanien liefert Krypto-Zar an die Türkei aus

Tirana – Albanien wird am Donnerstag Faruk Fatih Özer, den Gründer einer Kryptowährungsbörse, der unter anderem wegen Betrugs angeklagt ist, an die Türkei ausliefern. Das Auslieferungsverfahren hat die letzte Phase erreicht, so die Nachrichenagentur Anadolu unter Berufung auf das türkische Justizministerium. Özer, 27, Gründer der Kryptowährungsbörse Thodex, wird in der Türkei wegen „Gründung und Leitung einer Organisation zur Begehung einer Straftat, Betrug unter Verwendung von Informationssystemen, Banken oder Kreditinstituten als Hilfsmittel, Betrug durch Händler oder Führungskräfte von Unternehmen und Genossenschaften sowie Geldwäsche aus den Erträgen von Straftaten“ gesucht. Özer, der am 30. August 2022 in Albanien festgenommen wurde, soll morgen in die Türkei gebracht werden. Özer gründete 2017 eine lokale Kryptowährungsbörse unter dem Namen Koineks Teknoloji Inc. Aufgrund zahlreicher Probleme beim Handel mit Kryptowährungen begann der Ruf des Unternehmens zu leiden. Daraufhin gründete Özer 2019 Thodex. Nach einer neuen Verordnung zum Austausch von Kryptowährungen in der Türkei traten Probleme in der Thodex-Anwendung auf. Verzögerungen bei Geldüberweisungen und fehlgeschlagene Coin-Überweisungen während Transaktionen zogen die Reaktionen der Benutzer nach sich. Am 19. April 2021 konnten in der Anwendung keine Transaktionen getätigt werden. Am 20. April floh Özer vom Flughafen Istanbuler Flughafen nach Albanien. Die Zahl der Opfer des Unternehmens wurde mit 391.000 angegeben. Insgesamt seien Medienberichten zufolge zwei Miliarden Euro verloren gegangen.

Asylpolitik
Union: Bundesregierung muss Fluchtbewegung aus der Türkei eindämmen

Osnabrück – Vor dem Hintergrund stark steigender Asylbewerberzahlen aus der Türkei fordert die Unionsfraktion die Bundesregierung auf, die Migrationsbewegung einzudämmen. „Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie diese Entwicklung gegenüber unserem Nato-Partner Türkei klar zur Sprache bringt und nach Wegen sucht, sie zu stoppen“, sagte Andrea Lindholz, stellv. Fraktionsvorsitzende der Union, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).
„Der gravierende Anstieg von Asylantragstellern aus der Türkei ist beunruhigend. Ganz überwiegend haben diese Personen keinen Schutzbedarf.“
Die CSU-Politikerin weist darauf hin, dass die steigende Zahl nicht nur auf das Erdbeben zurückzuführen sei, da sich bereits 2022 die Zahl türkischer Asylbewerber im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht habe. Lindholz kritisiert in Richtung der Bundesinnenministerin: „Frau Faeser hätte gegenüber der Türkei längst die Initiative ergreifen müssen.“ Die Zahl der Asylbewerber aus der Türkei ist nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 279,7 Prozent gestiegen. Insgesamt stellten in den Monaten Januar, Februar und März 10.267 Türken einen Asylerstantrag in Deutschland. Die Türkei liegt damit hinter Syrien und Afghanistan auf dem dritten Platz der Hauptherkunftsländer. Nur 15,7 Prozent der Asylbewerber mit türkischem Pass erhalten laut BAMF einen Schutzstatus. Zum Vergleich: Die Gesamtschutzquote für alle Herkunftsländer lag in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei 51,7 Prozent.

EGMO 2923
Gold für Deutschland bei Mathe-Olympiade

So gut waren die deutschen Nachwuchs-Mathematikerinnen noch nie: Bei der European Girls‘ Mathematical Olympiad 2023 (EGMO) in Portoroz (Slowenien) hat das deutsche Team zwei Gold- und zwei Silber-Medaillen geholt. An dem internationalen Spitzen-Turnier für mathematisch begabte Schülerinnen nahmen insgesamt 214 Jugendliche aus 54 Ländern teil. Von den vier deutschen Starterinnen erzielte Réka Wagener (18 Jahre) aus Siegen das beste Ergebnis und gewann eine Gold-Medaille. Ebenfalls eine Gold-Medaille konnte Vera Lavrovra (17) aus Göttingen erringen. Je eine Silber-Medaille erhielten Tina Ding (16, Kempten) und Melia Haase (16, Zschopau). Insgesamt ist es das beste Abschneiden eines deutschen Teams seit der ersten Turnier-Teilnahme im Jahr 2018. Die vier Nachwuchsmathematikerinnen aus dem deutschen Team hatten sich als die besten weiblichen Teilnehmer bei den Vorauswahlklausuren zur Internationalen Mathematik-Olympiade 2023 für die EGMO qualifiziert. In zwei viereinhalbstündigen Klausuren setzten sich die Schülerinnen mit insgesamt sechs komplexen mathematischen Problemen auseinander. Patrick Bauermann, Leiter der Bundesweiten Mathematik-Wettbewerbe bei Bildung & Begabung: „Das hervorragende Abschneiden des deutschen Teams beweist, dass wir im Bereich der mathematischen Nachwuchsförderung auf dem richtigen Weg sind. Mathematisch-naturwissenschaftliche Begabungen müssen gerade bei jungen Frauen gezielt gefördert werden, wenn Deutschland weitherin als Innovationsstandort eine gute Rolle spielen soll.“ Die European Girls‘ Mathematical Olympiad (EGMO) ist ein internationaler Mathematikwettbewerb für mathematisch begabte Schülerinnen, der in Form und Ablauf an die Internationale Mathematik-Olympiade angelehnt ist. Seit 2012 nehmen jährlich über 50 Länder aus der ganzen Welt an dem Nachwuchsturnier teil. Jedes Land kann maximal vier Schülerinnen ins Rennen schicken. In Deutschland organisieren die Bundesweiten Mathematik-Wettbewerbe des Talentförderzentrums Bildung & Begabung und das Hausdorff Center for Mathematics der Universität Bonn die Auswahl und Vorbereitung des deutschen Teams.

Sudan
Khartum: Türkishes Kind stirbt bei Raketenangriff

Khartum – Bei den anhaltenden Zusammenstößen zwischen der sudanesischen Armee und Kämpfern der „Rapid Intervention Forces“ (RRF) in der sudanesischen Hauptstadt Khartum ist am frühen Dienstag ein 2-jähriges türkisches Kleinkind getötet worden. Während der Zusammenstöße wurden einige Gebäude in den Vierteln Riyadh und Burri in Khartum bombardiert und beschädigt, darunter das Haus des türkischen Staatsbürgers Kubilay Dadük in Burri. Dadüks Tochter Elin wurde bei dem Beschuss getötet, während er und seine Frau schwer verletzt wurden. Sie werden derzeit im Krankenhaus behandelt, berichten türkische Medien. Das Gebäude des türkischen Sprach- und Kulturzentrums in Khartum, in dem das Yunus-Emre-Institut untergebracht ist, wurde bei den Zusammenstößen ebenfalls beschädigt. Abdullah Yeğin, Leiter des Instituts, sagte, dass zwei Raketen das Gebäude am Dienstagmorgen getroffen hätten, und fügte hinzu, dass es nur Sachschäden und keine Verletzten gegeben habe. Der türkische Botschafter in Khartum, Ismail Çobanoğlu, sagte in einer Erklärung, dass einige türkische Staatsbürger, die im Sudan leben, das Land verlassen wollten, aber die instabile Sicherheitslage machte Reisen zu dieser Zeit unsicher. Am Samstag waren in der Hauptstadt Khartum und den umliegenden Regionen Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee und der paramilitärischen RSF ausgebrochen. Bei den Zusammenstößen wurden bis Dienstag fast 200 Zivilisten getötet und über 1.800 verletzt. Die RSF erklärten am Samstag, sie hätten in einem offensichtlichen Putschversuch die Kontrolle über den Präsidentenpalast und den internationalen Flughafen des Landes übernommen. Sie beschuldigten die Armee, zuerst angegriffen zu haben; das Militär erklärte, es schlage zurück. Die RSF wird von General Mohamed Hamdan Dagalo befehligt, der derzeit stellvertretender Vorsitzender des regierenden sudanesischen Souveränen Rates ist und allgemein als Hemedti bekannt ist. Analysten schätzen die Zahl der Truppen auf etwa 100.000, die über Stützpunkte und Einsatzorte im ganzen Land verfügen. Sie ging aus den so genannten Janjaweed-Milizen hervor, die in den 2000er Jahren in der Region Darfur kämpften, wo sie von der Regierung des lange regierenden Präsidenten Omar al-Bashir eingesetzt wurden, um der Armee bei der Niederschlagung einer Rebellion zu helfen. In diesem Konflikt wurden schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen vertrieben und 300.000 getötet. Die Staatsanwälte des Internationalen Strafgerichtshofs beschuldigen Regierungsbeamte und Janjaweed-Befehlshaber des Völkermords, der Kriegsverbrechen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur. Seit 2015 entsendet die RSF zusammen mit der sudanesischen Armee Truppen in den Krieg im Jemen an der Seite saudischer und emiratischer Truppen, was Hemedti die Möglichkeit gab, Beziehungen zu den Golfmächten zu knüpfen. Im Jahr 2017 wurde ein Gesetz verabschiedet, das die RSF als unabhängige Sicherheitskräfte legitimiert. Militärische Quellen sagten, dass die Armeeführung seit langem ihre Besorgnis über die Entwicklung von Hemedtis Kräften zum Ausdruck gebracht hatte. Im April 2019 beteiligte sich die RSF an einem Militärputsch, durch den Bashir gestürzt wurde. Später im selben Jahr unterzeichnete Hemedti ein Abkommen über die Teilung der Macht, das ihn zum stellvertretenden Mitglied eines Regierungsrates unter der Leitung von Armeegeneral Abdel Fattah al-Burhan machte. Vor der Unterzeichnung des Abkommens im Jahr 2019 beschuldigten Aktivisten die RSF, an der Ermordung Dutzender prodemokratischer Demonstranten beteiligt gewesen zu sein. Rechtsgruppen haben RSF-Soldaten auch Stammesgewalt vorgeworfen. Hemedti hob die Immunität einiger Soldaten auf und ermöglichte so deren strafrechtliche Verfolgung. Letztes Jahr entschuldigte er sich für die Verbrechen des Staates gegen das sudanesische Volk, ohne dies näher zu erläutern. Die RSF war an einem Putsch im Oktober 2021 beteiligt, der den Übergang zu Wahlen verhinderte. Hemedti hat seitdem erklärt, dass er den Staatsstreich bedauert und sich für eine neue Vereinbarung zur Wiederherstellung einer vollständigen Zivilregierung ausgesprochen hat. Sowohl die sudanesische Armee als auch prodemokratische Gruppen haben die Integration der RSF in die regulären Streitkräfte gefordert. Die diesbezüglichen Verhandlungen waren eine Quelle von Spannungen, die die ursprünglich für den 1. April vorgesehene endgültige Unterzeichnung eines Abkommens über eine neue Regierung und den Übergang zu Wahlen verzögert haben.

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Ankara hat Medienberichte vom Freitag dementiert, wonach ein Abkommen mit dem Sudan über den Wiederaufbau von Artefakten aus der osmanischen Zeit auf einer Insel im Roten Meer gekündigt worden sei.

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Arbeitspolitik
IG Metall will 4-Tage-Woche in Stahlindustrie durchsetzen

Die IG Metall will in der Stahlindustrie eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich durchsetzen. Das werde eine zentrale Forderung der Gewerkschaft in der kommenden Tarifrunde sein, sagte Knut Giesler, IG-Metall-Chef in NRW, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Giesler ist Verhandlungsführer in der nordwestdeutschen Stahlindustrie (NRW, Niedersachsen, Hessen und Bremen), die in aller Regel den Pilotabschluss für die gesamte Branche erzielt. Die Verhandlungen beginnen erst im November, Giesler will aber nach einer breitestmöglichen Beteiligung und Befragung der Beschäftigten noch vor den Sommerferien das Thema Vier-Tage-Woche innerhalb seiner Gewerkschaft festzurren. Davon unabhängig werde es auch eine Lohnforderung geben, die erst kurz vor Verhandlungsbeginn aufgestellt werde. „Wir wollen eine echte Entlastung für die Beschäftigten erreichen, ohne dass sie deshalb weniger verdienen“, sagte Giesler der WAZ. Für die Lebensqualität und die Gesundheit wäre das ein großer Fortschritt. Die bisherigen Rückmeldungen aus den Stahlbelegschaften dazu seien ausgesprochen positiv. Gleichzeitig würde die Vier-Tage-Woche die Stahlindustrie attraktiver für junge Menschen machen, die beim Umbau der kohlebasierten Schwerindustrie hin zu grünem Stahl in den kommenden Jahren dringend benötigt werden, meint Giesler: „Wir brauchen dafür junge, intelligente Leute – und um die konkurrieren wir mit vielen anderen Branchen.“ Zugleich sei die Vier-Tage-Woche auch eine Möglichkeit, die im Zuge des grünen Umbaus der Stahlindustrie zu erwartenden Arbeitsplatzverluste zu verhindern. Konkret schwebt Giesler für die Einführung der Vier-Tage-Woche in der Stahlindustrie die Senkung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 32 Stunden vor, bei vollem Lohnausgleich. Was in der Verwaltung und im Zwei-Schicht-Betrieb deutlich einfacher umzusetzen sei, werde im Drei-Schicht-Betrieb schwieriger. In diesen so genannten Vollkontischichten gehe es eher um den Wegfall der ungeliebten „Verfügungsschichten“, die derzeit anfallen, um den Wochenschnitt von 35 Stunden zu erreichen. Und um den Aufbau von Freischichten, was den Beschäftigten mehr Spielräume in der Freizeitgestaltung bringen würde. Allerdings geht die IG Metall davon aus, dass diese Reduzierung eine längere Zeit, womöglich mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird – auch, um die Arbeitgeber bei der Umstellung der Dienst- und Schichtpläne nicht zu überfordern. „Wir brauchen hier längere Einschleichzeiten“, sagte Giesler.

Gesundheit
So schützen Sie sich vor Zeckenstichen

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Mit der warmen Jahreszeit werden auch Zecken wieder aktiver. Die Stiche der Spinnentiere sind nicht nur unangenehm, sie können in manchen Fällen auch Krankheitserreger für Erkrankungen wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Wie man sich gegen die kleinen Blutsauger schützen kann, welche Risikogebiete für FSME es aktuell gibt und wann man nach einem Zeckenstich zum Arzt gehen sollte, darüber informiert die Stiftung Gesundheitswissen auf ihrem Gesundheitsportal. Mit den Frühlingstagen zieht es viele Menschen wieder vermehrt in die freie Natur. Aber Vorsicht: Dort kann man auch auf bereits erwachte Zecken treffen. Die kleinen Blutsauger werden schon ab etwa acht Grad Celsius aktiv. Mit ihrem Stich können sie Krankheiten übertragen. Zu den häufigsten durch Zecken verursachten Erkrankungen zählen Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Borreliose wird auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt und durch Borrelien-Bakterien ausgelöst. Sie kann sich auf verschiedene Organsysteme auswirken. Am häufigsten aber sind die Haut, das Nervensystem oder die Gelenke betroffen. Bei FSME handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die durch Viren hervorgerufen wird. Bei einer Erkrankung können grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten, weshalb Betroffene oft von einer Erkältung ausgehen. Zumeist gehen die Symptome nach einigen Tagen von allein zurück. In sehr seltenen Fällen kommt es nach etwa einer Woche zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Dann können Fieber, Übelkeit und Ausfälle des Nervensystems auftreten. Anzahl der FSME-Risikogebiete in Deutschland erhöht sich Hierzulande besteht das Risiko einer FSME-Infektion vor allem in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, aber auch im südöstlichen Thüringen, in Südhessen, in Sachsen und seit letztem Jahr auch im südöstlichen Brandenburg an der Grenze zu Berlin. Im Januar 2023 kamen mit den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Fürstenfeldbruck sowie dem Stadtkreis München drei neue Risikogebiete hinzu. Insgesamt werden 178 Kreise als FSME-Risikogebiete angegeben. Eine aktuelle Karte mit allen FSME-Risikogebieten zum Download gibt es auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen. Direkt zur karte mit den FSME-Risikogebieten So schützen Sie sich am besten gegen Zeckenstiche Die beste Strategie ist, die kleinen Blutsauger gar nicht erst mit der eignen Haut in Berührung kommen zu lassen. Die Tiere sehen schlecht, bewegen sich langsam und suchen am Körper eine freie weiche Hautstelle zum Zustechen. Sie befinden sich oft im Gras oder Gebüsch – etwa auf Kniehöhe. Trägt man lange Hosen, feste Schuhe und Oberteile mit langen Ärmeln, ist man gut geschützt. Auch wenn man sich vorwiegend auf befestigten Wegen bewegt, sinkt das Kontaktrisiko. Wer in der Natur unterwegs war, sollte den Körper nach den kleinen dunklen Tieren absuchen. Vor allem Ohren, Haaransatz, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehle sollten untersucht werden. Hier nisten sich die Tiere besonders gern ein. Hat sich doch eine Zecke festgebissen, sollte sie mit geeigneten Hilfsmitteln herausgezogen werden. Je schneller man die Zecke entfernt, desto geringer ist das Ansteckungsrisiko mit einem Erreger. Auch Insektenschutzmittel gegen Zecken können schützen: Die Wirkstoffe dieser Zeckensprays irritieren die Sinneswahrnehmungen der Zecken, sodass sie nicht zustechen können. Zecken entfernen: So geht’s richtig Eine Zecke sollte man zeitnah und möglichst mit den geeigneten Hilfsmitteln entfernen. Wie das geht und was man dabei beachten muss, erfahren Sie auf Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen: Direkt zur Gesundheitsinformation „Zecken richtig entfernen“ Wann sollte man mit einem Zeckenstich zum Arzt gehen? Im Falle eines Zeckenstichs sollte die Einstichstelle einige Wochen nach der Entfernung der Zecke beobachtet werden. Wenn eine ringförmige Hautrötung auftritt, ist es erforderlich, einen Arzt hinzuzuziehen. Dasselbe gilt, wenn sich sieben bis 14 Tage nach einem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen entwickeln. Wie gut schützt eine Impfung? Bisher gibt es eine Impfung nur gegen den Erreger der FSME, nicht gegen Borreliose. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese zum einen für Bewohner und Besucher von Risikogebieten, die sich viel im Freien aufhalten und so ein erhöhtes Risiko haben. Zum anderen auch für durch ihren Beruf gefährdete Personen in den Risikogebieten, wie z.B. Forstarbeiter oder Laborpersonal. Für den vollen Impfschutz sind drei Impfungen in bestimmten Abständen nötig. Im Anschluss ist laut RKI bei 99 Prozent der Geimpften ein vollständiger Schutz gegeben. Dieser hält mindestens drei Jahre an. Eine Auffrischung wird nach drei bis fünf Jahren empfohlen.

Uiguren-Verfolgung
Annalena Baerbock rügt China wegen muslimischer Uiguren

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Peking – Während sich die gesamte muslimische Welt und deren Führer zu den Menschenrechtsverletzungen Chinas gegen muslimische Minderheiten weitestgehend in Schweigen hüllen, hat die deutsche Außenministerin bei ihrem Besuch in China Mut bewiesen und Peking in deutlicher Form kritisiert. Der Weltkongress der Uiguren begrüßte die Äußerungen Baerbocks. „Wir begrüßen die klaren Worte der deutschen Außenministerin zum Leid von Millionen von Uiguren. Die Europäische Union muss nun ernsthafte gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um den Schrecken des chinesischen Völkermords an den Uiguren und anderen Turkvölkern ein Ende zu setzen“, sagte Dolkun Isa, Präsident des Uigurischen Weltkongresses, in einer Mitteilung. „Täter, die schwerste Menschenrechtsverbrechen begehen, dürfen nicht ungestraft bleiben, und dies muss sich in der China-Strategie der Bundesregierung widerspiegeln“, so Isa weiter. Während ihrer zweitägigen Reise nach China forderte die Bundesaußenministerin die chinesische Regierung auch auf, die Empfehlungen des Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) zur Lage in Xinjiang (Ostturkestan) umzusetzen. Baerbock riet zudem Unternehmen dazu internationale Menschenrechtsstandards einzuhalten. Die Lieferketten deutscher Unternehmen wie BASF, Volkswagen und BMW stehen im Verdacht, mit uigurischer Zwangsarbeit belastet zu sein. Die deutsche Außenministerin betonte, dass das in diesem Jahr in Kraft getretene deutsche Lieferketten-Sorgfaltspflichtgesetz überall gilt. Sie mahnte, die internationalen Standards müssten in der Wirtschaft und in Unternehmen eingehalten werden. „Wo Firmen sich Vorteile auf Kosten der Menschenrechte verschaffen, gibt es keinen fairen Wettbewerb“, betonte sie. Da die Einhaltung der Menschenrechte auch „in unserem ökonomischem Interesse“ liege, sehe es die Bundesregierung mit Sorge, dass in China „Freiräume für zivilrechtliches Engagement immer mehr schrumpfen“ und „Menschenrechte immer mehr beschnitten“ würden, berichtet die tagesschau.

Bei den Uiguren handelt es sich um eine turksprachige muslimische Minderheit, die überwiegend in der autonomen Region Xinjiang auf dem Territorium der Volksrepublik China lebt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft China schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Uiguren vor und beschuldigt die chinesischen Behörden seit 1980er-Jahren, diese systematisch zu verfolgen. Mitglieder dieser Volksgruppe würden aufgrund ihrer Herkunft und muslimischen Religion willkürlich festgenommen und inhaftiert sowie in Internierungslager gesteckt.

In der Haft hätten diese Menschen keinen „Kontakt zur Außenwelt“ und seien „starken Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit sowie ihrer sozialen und kulturellen Rechte“ ausgesetzt.

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– China – Uiguren-Verfolgung: Mesut Özil verurteilt muslimische Medien und Staaten für ihr Schweigen

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil hat in einem Tweet muslimische Medien und Staaten für ihr Schweigen zur Unterdrückung und Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China scharf verurteilt.

Uiguren-Verfolgung: Mesut Özil verurteilt muslimische Medien und Staaten für ihr Schweigen