Streit um Flüchtlingspolitik
Seehofer: Mir geht es nicht um einen Konflikt mit der Kanzlerin

Erding (dts) – Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat betont, dass es ihm in der Flüchtlingskrise nicht um einen Konflikt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gehe. Stattdessen gehe es um die Lösung „eines großen Problems unserer Gegenwart“, sagte Seehofer am Samstag beim CSU-Fachkongress Migration und Flüchtlinge in Erding. Der CSU-Chef hatte Merkel am Freitag mit dem Gang vor das Bundesverfassungsgericht gedroht, sollte der Bund nicht bald wirksame Maßnahmen zur Begrenzung des Zuzugs von Asylbewerbern ergreifen. „Es ist ein Alarmsignal für die Politik, wenn die Menschen den Eindruck haben, wir stünden einem Problem ohnmächtig gegenüber“, so Seehofer. Daher bestehe dringender Handlungsbedarf. Der CSU-Chef zeigte sich jedoch optimistisch: „Wir sind sehr zuversichtlich, die Zuwanderungsbegrenzung wird kommen.“

Militärparade
Nordkorea begeht Parteijubiläum mit Militärparade

0
Pjöngjang (dts) – Nordkorea hat am Samstag den 70. Gründungstag der kommunistischen Arbeiterpartei mit einer Militärparade gefeiert. Der Beginn der Parade, bei der auch Machthaber Kim-Jong Un auftreten soll, war Medienberichten zufolge wegen starker Regenfällen auf den Nachmittag (Ortszeit) verschoben worden. Beobachter rechnen mit einer der größten Paraden in der Geschichte des Landes. So sollen Tausende Soldaten auftreten und Panzer sowie weitere Rüstungsgüter gezeigt werden. Als Gäste wurden unter anderem Politiker aus China, Vietnam und Kuba erwartet.

Terrorismus
Bombenanschlag in Ankara: Zahl der Toten steigt auf über 30

0
Ankara (dts) – Nachdem die türkische Hauptstadt Ankara am Samstag von zwei Explosionen erschüttert worden ist, geht die türkische Regierung von einem Terroranschlag aus. Erste Berichte über einen Selbstmordattentäter würden untersucht, erklärte ein Regierungsvertreter. Zunächst hatte sich niemand zu einem Anschlag bekannt. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu kündigte ein Treffen mit den Sicherheitsverantwortlichen an. Nach Angaben des Innenministeriums kamen bei den Explosionen in der Nähe des Hauptbahnhofes mindestens 30 Menschen ums Leben, mehr als 120 seien verletzt worden. Für den Samstagmittag war eine von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen organisierte Friedensdemonstration geplant. Die Explosionen sollen sich kurz vor dem Beginn der Kundgebung gegen den Konflikt zwischen Regierungstruppen und Kurden im Südosten der Türkei ereignet haben. Mehr zum Thema:    

Koalitionsstreit um die Flüchtlingspolitik
Riexinger fordert Merkel zu Vertrauensfrage auf

Berlin (dts) – Angesichts des Widerstands in der Großen Koalition gegen den Kurs von Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingspolitik hat der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, die Kanzlerin zur Vertrauensfrage im Bundestag aufgefordert. „In dieser Lage stellt sich die Frage, ob die Kanzlerin noch das Vertrauen ihrer Partei und der Koalition hat“, sagte Riexinger dem „Handelsblatt“. „Es ist an der Zeit, dass Merkel die Vertrauensfrage stellt und klärt, ob Sie noch eine Mehrheit für ihre Politik hat.“ Der Linkenchef begründete seine Forderung damit, dass es noch nicht lange her sei, dass die Bundeskanzlerin in der Flüchtlingsfrage klar Position bezogen habe, und sie scheine auch entschlossen zu sein, gegenüber den Hardlinern in den eigenen Reihen Kurs zu halten. „Auch wenn noch viel zu tun bleibt – von der Übernahme Unterbringungskosten durch Bund, Schaffung legaler Fluchtwege und einer Wohnungsbauoffensive – begrüßen wir das ausdrücklich“, sagte Riexinger. „Doch jetzt tobt der offene Aufstand gegen die Kanzlerin, jeder macht was er will.“ Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) verschärfe „mit vorgeblichen Notwehrmaßnahmen seinen strammen Rechtskurs und will die Politik der Kanzlerin gar vor das Verfassungsgericht schleifen“, so Riexinger. „Rebellion herrscht auch auf allen Ebenen der CDU und selbst die sonst treu ergebene SPD schwenkt um und hat beschlossen ihr Fähnchen in den Zuwanderung-begrenzen-Wind zu hängen“, fügte der Linksparteichef hinzu.

"Versteckte Schuldenschnitte sind keine Lösungen"
Sinn zur Finanzkrise: „Reiche Bürger in den Krisenstaaten müssen sich an der Krisenhilfe beteiligen“

0

München (dts) – Hans-Werner Sinn, der Präsident des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), zweifelt daran, dass Griechenland und Portugal ihre Staatsfinanzen aus eigener Kraft in den Griff bekommen: Er fordert einen Schuldenschnitt für beide Länder und Zwangsabgaben für reiche Bürger in den Krisenländern Südeuropas.

„Griechenland benötigt einen neuen Schuldenschnitt; dieses Mal freilich zulasten der öffentlichen Gläubiger“, schreibt Sinn laut eines Berichts der „Welt“ im Manuskript seines neuen Buches „Der Euro. Von der Friedensidee zum Zankapfel“. Darin schreibt Sinn, dass auch Portugal nicht in der Lage sei, den staatlichen Schuldenberg aus eigener Kraft zu bewältigen.
„Portugals Situation ist lange nicht so schlecht, doch ebenfalls viel zu schlecht, um damit zurechtzukommen. Portugal ist ebenfalls ein Kandidat für eine Schuldenrestrukturierung“, schreibt der Ökonom. Sinn fordert eine Entschuldungskonferenz, auf der ein formeller Schuldenerlass beschlossen werden solle. Von so genannten versteckten Schuldenschnitten, bei denen Laufzeiten verlängert oder Zinsen gesenkt werden, hält der Ifo-Präsident wenig. „Versteckte Schuldenschnitte sind keine wirklichen Lösungen, sondern Vertuschungsversuche, die es den öffentlichen Gläubigern erlauben, Abschreibungsverluste in ihren Büchern zu verschleiern und der Öffentlichkeit mehr Staatsvermögen vorzutäuschen, als tatsächlich vorhanden ist“, schreibt Sinn. Der Ökonom will zudem reiche Bürger in den Krisenstaaten dazu zwingen, sich an der Krisenhilfe zu beteiligen. „Weitere Maßnahmen, die in den Krisenländern in Betracht gezogen werden könnten, sind Vermögensabgaben oder Zwangshypotheken“, schreibt Sinn. „In vielen der Krisenländer gibt es ein beträchtliches Privatvermögen, wie eine Studie der EZB gezeigt hat.“ So seien spanische und italienische Haushalte 14 Prozent wohlhabender als deutsche, 40 Prozent wohlhabender als finnische und 42 Prozent wohlhabender als niederländische Haushalte.

Terrorismus
Türkei: Mindestens 20 Tote und über 100 Verletzte nach Bombenanschlag in Ankara

0
Anschlag in Ankara: Mindestens 20 Tote nach Explosionen vor dem Hauptbahnhof
Ankara (nex) – Mindestens 20 Tote und 100 Verletzte hat eine Explosion nahe dem Hauptbahnhof von Ankara am Samstagmorgen gefordert. Dort sollte der Treffpunkt für die Teilnehmer einer geplanten Friedensdemonstration sein, die von der Konföderation der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst (KESK) organisiert worden war.
Im Rahmen der Kundgebung unter dem Motto „Arbeit, Frieden, Demokratie“ sollte für ein Ende des wiederaufgeflammten bewaffneten Konflikts zwischen dem türkischen Staat und der terroristischen PKK demonstriert werden. Auch Parlamentsabgeordnete hatten ihre Teilnahme an der Kundgebung angekündigt.
Die Explosion soll sich um 10.05 Ortszeit ereignet haben. Als kurz danach Einsatzkräfte von Rettung und Polizei eintrafen, fanden sie bereits zahlreiche Leichen und Verletzte auf der Hipodrum-Straße vor dem Bahnhof vor, von wo aus die Kundgebung starten sollte. Die Ursache der Explosion ist bis dato ungeklärt.
Einigen Berichten zufolge soll es sich um ein Selbstmordattentat gehandelt haben. Augenzeugen zufolge sollen sich zwei Explosionen ereignet haben. Inzwischen ist Premierminister Ahmet Davutoğlu vom Innen- und Gesundheitsministerium über die Explosion unterrichtet worden und hat für 12 Uhr eine Krisensitzung mit dem Gouverneur von Ankara sowie mit den Spitzen von Geheimdienst und Polizei anberaumt.

"Ghettoisierung von Kiel-Gaarden bis Dortmund-Nord"
Flüchtlinge: Buschkowsky rechnet mit Ghettoisierung

0
Berlin (dts) – Der frühere Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), rechnet mit der Ghettoisierung von Flüchtlingen. Im Interview mit der „Welt“ erklärte Buschkowsky, es müsste preiswerter Wohnraum auch in bürgerlichen Wohnvierteln errichtet werden. „Da wird nicht immer Freude aufkommen. Ich unke, das wird scheitern“, sagte er. Am Ende stehe dann doch wieder die Ghettoisierung der Flüchtlinge. „Die Beispiele gibt es überall. Von Schweden bis England, von Kiel-Gaarden bis Dortmund-Nord“, so Buschkowsky weiter. „Wir haben bereits Parallelgesellschaften im Land. Und sie werden wachsen, wenn wir weiter unsere beobachtende Integrationspolitik beibehalten“, warnte Buschkowsky. Aufgrund der EU-Prognose gehe er von acht bis zehn Millionen Flüchtlingen bis 2020 in Deutschland aus. „Das ist eine ganz unaufgeregte Rechnung anhand der vorliegenden Fakten.“ Buschkowsky rechnet daher mit einem Anteil von mindestens 15 Prozent Muslimen im Jahr 2020 in Deutschland. „Die Zahl der Muslime wird sich verdreifachen oder vervierfachen. Ihr politisches und gesellschaftliches Gewicht wird also zunehmen. Irgendwann werden sie politische Parteien gründen, um ihre eigenen Interessen durchsetzen“, sagte der SPD-Mann.  

Flüchtlingspolitik
Lindner: GroKo hat in der Flüchtlingskrise „keinen Plan“

Berlin (dts) – FDP-Chef Christian Lindner hat der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingskrise vorgeworfen, „keinen Plan“ zu haben. „Von der Bundeskanzlerin erwarte ich mehr als Appelle an Mitmenschlichkeit. Die Frage muss sein, was ein Krisenmanager wie Helmut Schmidt getan hätte“, sagte Lindner im Gespräch mit der „Passauer Neuen Presse“. „Stattdessen werden wir seit Monaten Zeugen eines Staatsversagens, aus dem eine enorme gesellschafts- und sozialpolitische Belastung erwachsen kann.“ Zwar sei Zuwanderung eine Chance für eine alternde Gesellschaft, so der Chef der Freidemokraten. „Aber sie darf nicht völlig ungeordnet und chaotisch ablaufen.“ Deutschland sei solidarisch, „aber wir können nur so lange und so weit Hilfe leisten, wie unsere Kräfte es gestatten. Die Fehlentscheidungen der Bundeskanzlerin – Grenzen auf, Grenzen zu – haben uns in Europa isoliert und erschweren eine Einigung.“ Lindner sei „in größter Sorge“, dass die Hilfsbereitschaft in Deutschland „wegen der Orientierungslosigkeit der Politik in Ärger umschlagen könnte“.

Wahlen
Türkei: Demirtaş verpflichtet HDP-Politiker zur Teilnahme an PKK-Trauerfeiern

0
Demirtaş verpflichtet HDP-Politiker zur Teilnahme an PKK-Trauerfeiern Ankara (nex) – Der stellvertretende Vorsitzende der „Demokratischen Partei der Völker“ (HDP), Selahattin Demirtaş, hat Funktionäre und Mitglieder seiner Partei dazu aufgefordert, an Begräbniszeremonien getöteter PKK-Terroristen teilzunehmen und jenen, die fernbleiben, Parteiordnungsverfahren angedroht. „Ein Abgeordneter unserer Partei kann sogar gelyncht werden, wenn er nicht am Begräbnis eines PKK-Mitglieds teilnimmt“, zitiert „Daily Sabah“ den Politiker. „Das sind unsere Wähler.“ Demirtaş übte scharfe Kritik an Medien, die darüber berichtet hatten, dass er „als Abgeordneter an einer Begräbniszeremonie für einen PKK-Terroristen“ teilgenommen habe. Die Äußerungen des HDP-Politikers fallen zu einem Zeitpunkt, da er verstärkt in die öffentliche Kritik geraten war, weil es seiner Partei nicht gelungen ist, den von Medien und politischen Gegnern erhobenen Vorwurf zu äußern, ein politischer Arm der PKK zu sein und keine Distanzierung zu der Terrororganisation und ihren Aktivitäten erkennen zu lassen. In einem Interview mit einer deutschen Tageszeitung am Rande seines jüngsten Deutschlandbesuches blieb Demirtaş bezüglich der Kritik an einer zu engen Verbindung zu den Terroristen kryptisch. Auf die Frage, ob die HDP der politische Arm der PKK sei, antwortete er, die PKK repräsentiere nicht die HDP – die Vorwürfe gegenüber der Partei haben jedoch regelmäßig mit der Frage zu tun, ob nicht die HDP die PKK vertrete. Demirtaş scheint zudem im Westen und im Osten der Türkei eine unterschiedliche Rhetorik zu pflegen. Während er in der Westtürkei und im Ausland versucht, sich als linksalternative Wundertüte zu verkaufen, ruft er zu Hause in Diyarbakır dazu auf, die Begräbnisse von PKK-Terroristen zu besuchen. Zu Angriffen der PKK auf Sicherheitskräfte oder Zivilisten pflegt er zu schweigen, gleichzeitig vermeidet Demirtaş es auch sorgfältig, Verurteilungen hinsichtlich der PKK auszusprechen, die das Land mit Terror überzieht. Im August erklärte Ertuğrul Kürkçü, einer der beiden Sprecher der HDP und Abgeordneter für Istanbul, die Terroranschläge der PKK auf türkische Sicherheitskräfte seien „eine Frage der Verurteilung“. Die Partei versucht offenkundig, im Westen der Türkei neue Wähler zu gewinnen und gleichzeitig die Stabilität ihrer Wählerschaft im Osten durch Signale an die PKK zu bewahren. Im September besuchten HDP-Abgeordnete die Hauptversammlung des syrischen PKK-Ablegers, der „Demokratischen Vereinigungspartei“ (PYD). Während die Wahlen am 1. November näher rücken, bleibt offen, wie lange das Doppelspiel der Partei im Westen und Osten noch funktionieren wird.

Muskelsehnenausriss
Götze fällt bis zu zwölf Wochen aus

0

Leipzig (dts) – Mario Götze wird der Nationalmannschaft und dem FC Bayern München voraussichtlich zehn bis zwölf Wochen fehlen. Dies habe die Untersuchung durch die medizinische Abteilung nach dem EM-Qualifikationsspiel am Donnerstagabend in Dublin gegen Irland ergeben, teilte der DFB am Freitag mit. „Mario hat sich bei einem Ausfallschritt einen Muskelsehnenausriss des Muscolus adductor longus zugezogen“, sagte DFB-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Götze werde nun zunächst durch die medizinische Abteilung des DFB-Teams in Leipzig behandelt, wo am Sonntag das EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien stattfindet.

„Das ist sehr bitter für Mario und für uns“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. „Nun wünschen wir ihm, dass er sich gut auskuriert. Ich bin sicher, dass er dann wieder an seine gute Form anknüpfen wird.“