Muskelsehnenausriss
Götze fällt bis zu zwölf Wochen aus

0

Leipzig (dts) – Mario Götze wird der Nationalmannschaft und dem FC Bayern München voraussichtlich zehn bis zwölf Wochen fehlen. Dies habe die Untersuchung durch die medizinische Abteilung nach dem EM-Qualifikationsspiel am Donnerstagabend in Dublin gegen Irland ergeben, teilte der DFB am Freitag mit. „Mario hat sich bei einem Ausfallschritt einen Muskelsehnenausriss des Muscolus adductor longus zugezogen“, sagte DFB-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Götze werde nun zunächst durch die medizinische Abteilung des DFB-Teams in Leipzig behandelt, wo am Sonntag das EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien stattfindet.

„Das ist sehr bitter für Mario und für uns“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. „Nun wünschen wir ihm, dass er sich gut auskuriert. Ich bin sicher, dass er dann wieder an seine gute Form anknüpfen wird.“

Flüchtlingskrise
Altmaier gibt Klage aus Bayern keine Chance

Berlin (dts) – Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) rechnet nicht damit, dass es im Zuge der Flüchtlingskrise zu einer Klage Bayerns vor dem Bundesverfassungsgericht kommt: „Ich glaube nicht, dass es zur Klage kommen wird“, sagte Altmaier in den „Tagesthemen“. Die Bundesregierung handele auf dem Boden des Grundgesetzes, so der CDU-Politiker weiter. Altmaier räumte zugleich ein, dass Bayern in der Flüchtlingskrise eine große Last trage und von den übrigen Bundesländern entlastet werden müsse. Der Kanzleramtschef, der seit kurzem der Koordinator der Bundesregierung für die Flüchtlingskrise ist, erinnerte überdies daran, dass die Bundesregierung die „praktischen Probleme“ in der Flüchtlingskrise lösen und zu einem geordneten Verfahren finden müsse.

ZDF-Politbarometer
Bosbach vom Stimmungsumschwung in Flüchtlingskrise nicht überrascht

Berlin (dts) – Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach ist nicht überrascht, dass die Bundesbürger die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel zunehmend skeptisch sehen und Zweifel haben, ob Deutschland der Krise gewachsen ist. Der Meinungsumschwung habe sich schon seit Monaten abgezeichnet, sagte Bosbach dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). „Nicht weil es in Deutschland an Hilfsbereitschaft fehlt, sondern weil immer mehr Menschen spüren, dass wir von der Herausforderung zur Überforderung kommen“, so der Innenexperte der CDU. Das aktuelle ZDF-Politbarometer hatte ergeben, dass die Mehrheit der Deutschen die Zahl der Flüchtlinge inzwischen für nicht mehr verkraftbar hält. Waren vor zwei Wochen noch 57 Prozent der Meinung, dass die vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, verkraftet werden können, und nur 40 Prozent in dieser Hinsicht skeptisch, so haben sich die Mehrheitsverhältnisse inzwischen geändert: Jetzt glauben nur noch 45 Prozent, dass Deutschland die große Zahl an Flüchtlingen verkraften kann, 51 Prozent sehen das nicht so. Bei genauerem Nachfragen zeigt sich laut ZDF-Politbarometer, dass 74 Prozent aller Befragten meinen, wegen der Ausgaben für die Flüchtlinge müsse in anderen Bereichen gespart werden. Lediglich 24 Prozent teilen diese Befürchtungen nicht. 62 Prozent erwarten, dass durch die große Zahl an Flüchtlingen die Kriminalität bei uns zunehmen wird, nur 34 Prozent sehen das nicht so. Dass durch die Flüchtlinge unsere gesellschaftlichen und kulturellen Werte bedroht werden, glaubt hingegen nur eine Minderheit von 33 Prozent. Knapp zwei Drittel (61 Prozent) meinen das nicht.

Flüchtlingskrise
Main-Taunus-Kreis ruft Katastrophenfall aus

Hofheim am Taunus (dts) – Der Main-Taunus-Kreis hat in der Flüchtlingskrise den Katastrophenfall ausgerufen. Hintergrund der Entscheidung sei die anstehende Aufnahme von 1.000 Flüchtlingen, die ab Montag im Main-Taunus-Kreis versorgt werden sollen, teilte der Kreis am Freitag mit. Es ist das erste Mal seit dem Jahr 1945, dass in dem Kreis der Katastrophenfall festgestellt wurde. „Wir werden gemeinsam mit den Kommunen alles tun, um diese Herausforderung bestmöglich zu bewältigen“, sagte Landrat Michael Cyriax, der den Katastrophenschutz leitet. Die Unterkünfte seien ein erstes Notquartier „für diejenigen Personen, die mehr oder weniger direkt von der Grenze kommen“, so Cyriax. Die genaue Zahl der Flüchtlinge und deren Identität sei dem Kreis vom Bundesland Hessen nicht mitgeteilt worden, teilte der Main-Taunus-Kreis weiter mit. Ebenso sei unklar, wie lange die Flüchtlinge in den Notunterkünften in den Städten Hofheim am Taunus und Hattersheim untergebracht werden und ob in Zukunft weitere Notunterkünfte eingerichtet werden müssen. Wie Landrat Cyriax erläuterte, wurde der Katastrophenfall aus organisatorischen und rechtlichen Gründen ausgerufen: „Die Aufnahme der Flüchtlinge ist eine immense Herausforderung für den Kreis und seine Bürger, aber keine Katastrophe im landläufigen Sinn.“ Durch die Feststellung des Katastrophenfalls hat der Landrat nun die Möglichkeit, den Gemeinden Anweisungen zu erteilen, er kann etwa Hallen belegen, ohne zuvor die Bürgermeister zu fragen. Außerdem sind alle ehrenamtlichen Helfer jetzt direkt dem Landrat unterstellt.

Schreiben an den Patriarchen Irinej
Orthodoxes Dorf in Serbien droht mit Übertritt zum Islam

Um alte Kirche zu retten: Orthodoxes Dorf in Serbien droht mit Übertritt zum Islam
Belgrad (nex) – Ein serbisches Dorf droht dem Patriarchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche mit einem geschlossenen Übertritt zum Islam, sollte die Forderung der Bewohner nicht erfüllt werden.
2000-Seelen-Dorf Sopic (Foto: AA)
2000-Seelen-Dorf Sopic (Foto: AA)
Bereits seit mehr als einem Jahr verlangen die Einwohner von Sopic, einer 2000-Seelen-Gemeinde in der Nähe von Belgrad, die Wiederinstandsetzung der 150 Jahre alten Erzengel-Gabriel-Kirche, die geschlossen und renovierungsbedürftig ist, seit im Juli 2014 ein Sturm das Dorf verwüstet hatte. Nun ist die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu in den Besitz eines Schreibens einiger Dorfbewohner gelangt, in dem zum Ausdruck gebracht wurde, dass man massenhaft zum Islam konvertieren würde, sollten die Behörden nicht zeitnah eine Reparatur der Kirche veranlassen.
(Foto: AA)
(Foto: AA)
Im mit 28. September datierten Schreiben an den Patriarchen Irinej, das Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche, heißt es: „Wenn wir Eure Unterstützung nicht bekommen, sind wir, Gott vergebe uns, gezwungen, zum Islam zu konvertieren, um unsere Einrichtungen unter der Gesetzgebungsgewalt der serbischen Republik zu schützen.“ Predrag Lazarevic, ein Bewohner des Dorfes, erklärte, er habe den Brief mit Unterstützung vieler Einwohner von Sopic geschrieben, er wäre ihr persönlicher Hilferuf an die Behörden, auf dass diese sich endlich bewegen mögen.
Lazarevic erklärte gegenüber Anadolu: „Der Priester, Mirko Tesic, denkt, dass die Kirche durch einen Erdrutsch bedroht wird. Er hat zweimal Abrissmannschaften mitgebracht und beide Male hatten sie keinen Erfolg. Er will unsere 150 Jahre alte Kirche abreißen, um eine neue zu bauen.“ Lazarevic ist strikt gegen ein solches Vorgehen. „Ich bin Geologe und ich weiß nur allzu gut, dass es keine Erdrutschgefahr unter der Kirche gibt.“
serbische.kirche.sopic.aa2
Lazarevic rechnet sich aus, dass die Dorfbewohner als Muslime einen besseren Schutz ihrer Gebetsstätten genießen würden, weil die serbische Regierung sich der Europäischen Union gegenüber als Wahrerin einer Politik der Toleranz präsentieren will. Serbien ist derzeit mit der Europäischen Union im Gespräch über einen möglichen Beitritt. Weder Pater Tesic noch die Orthodoxe Kirche gaben bislang auf Nachfrage von Anadolu einen Kommentar ab. Die St. Gabriels-Kirche bleibt geschlossen und steht unter dem Schutz des Denkmalamtes der Republik Serbien.

Flüchtlingskrise
Seehofer erneuert Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik

Berlin (dts) – CSU-Chef Horst Seehofer hat seine Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erneuert. In einem Interview mit „Bild“ (Freitag) sagte Seehofer mit Blick auf Merkel: „In den Flüchtlingslagern in Nahost ist durch falsche Signale aus Deutschland eine Sogwirkung entstanden mit der Botschaft: Die Deutschen wollen ja, dass wir kommen. Man hat viele Gesten aus Berlin als Einladung verstanden. Deshalb muss Angela Merkel jetzt auch ganz klar sagen: Wir bleiben human, wir helfen, aber unsere Möglichkeiten sind begrenzt“. Auf die Frage, ob das Setzen dieser Signale der größte Fehler der Kanzlerin gewesen sei, sagte er: „Es hat jedenfalls die größte Wirkung entfaltet.“ An einer Begrenzung der Zuwanderung führe kein Weg vorbei, sagte Seehofer gegenüber „Bild“: „Einfach sagen: Wir haben Völkerwanderung und kriegen das hin – das wird nicht gelingen. Nicht bei der Zahl von Flüchtlingen, und nicht bei der Geschwindigkeit, mit der sie kommen.“ Die Argumentation von Angela Merkel, die Flüchtlinge seien längst unterwegs gewesen und hätten sich nicht durch ihre Äußerungen („Wir schaffen das“) oder etwa ihr Selfie mit einem Asylbewerber inspirieren lassen, wies Seehofer klar zurück: „Aber die Fakten sind anders“, sagte er. Seehofer machte die Kanzlerin indirekt für sinkende Umfragewerte der Union verantwortlich. „Ich habe die Sorge, dass die Union an Zuspruch verliert und zwar sehr rasant. Und das liegt nicht an der CSU oder an mir, sondern daran, dass die Leute wollen, dass wir das Flüchtlingsproblem lösen. Und das haben wir bislang nicht getan.“ Die „Union insgesamt beginnt, in der Bevölkerung an Vertrauen zu verlieren“, erklärte Seehofer gegenüber „Bild“.

"Nicht genügend Freiwillige"
New York Times: USA beenden Programm zur Ausbildung syrischer Rebellen

Washington (dts) – Die US-Regierung beendet offenbar ihr Programm zur Ausbildung und Ausrüstung syrischer Rebellen. Das berichtet die „New York Times“ am Freitag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Demnach werde das 500 Millionen US-Dollar schwere Programm beendet, weil mit ihm nicht genügend Bodentruppen im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) ausgebildet werden konnten. Laut der Zeitung werde das US-Verteidigungsministerium noch am Freitag das Ende des Ausbildungsprogramms verkünden. Mit dem Programm sollten pro Jahr 5.000 moderate Rebellen trainiert werden. Die Vereinigten Staaten hatten zuletzt allerdings Probleme, genügend Freiwillige zu finden.

Bundesgesundheitsminister
Gröhe beklagt Milliarden-Kosten durch Antibiotika-Resistenzen

Berlin (dts) – Angesichts einer weltweit zunehmenden Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vor steigenden Gesundheitskosten gewarnt. „Mittlerweile verursachen Resistenzen allein in der EU Kosten von schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro pro Jahr“, sagte Gröhe der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehe zudem davon aus, dass in den OECD-Ländern bis 2050 sogar Kosten von bis zu 2,9 Billionen US-Dollar entstehen könnten. „Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, wird es kommenden Generationen noch viel teurer zu stehen kommen“, sagte Gröhe. Kritik übte er an der Weltgemeinschaft: „700.000 Menschen sterben weltweit jedes Jahr infolge einer Infektion mit resistenten Erregern, aber nur ein Viertel aller Staaten weltweit haben bislang Maßnahmen zur Bekämpfung von Resistenzen ergriffen“, sagte Gröhe. Am Donnerstag hatte er in Berlin Amtskollegen aus sechs weiteren führenden Industrienationen zu G7-Beratungen getroffen. Am Freitag soll es auch um die Folgen der Ebola-Krise in Westafrika gehen.

Anhebung der Altersbezüge
Junge Unternehmer für Aussetzen der Rentenerhöhung

0
Berlin (dts) – Der Bundesverband der Jungen Unternehmer (BJU) hat die Bundesregierung aufgefordert, einen Teil der für 2016 erwarteten Rentenerhöhungen auszusetzen. „Die bevorstehende Rekorderhöhung der Renten offenbart jetzt erneut, wie wenig demografiefest und generationenungerecht unser Rentensystem ist“, sagte der BJU-Vorsitzende Hubertus Porschen der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Mit Blick auf den demografischen Wandel könnte die Politik hier ein Signal setzen und einen Teil der Rentenerhöhung aussetzen“, so Porschen. Er mahnte zudem eine Rentenreform an, um die Zukunftslasten für die jüngeren Generationen zu verringern. Dabei sei besonders wichtig, „das Renteneintrittsalter kontinuierlich an die Lebenserwartung zu koppeln“. Zudem müsse in das umlagefinanzierte Rentensystem „eine kapitalgedeckte Säule“ eingebaut werden.

Über 490 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte
De Maizière beklagt Anstieg der Gewalt gegen Flüchtlinge

Berlin (dts) – Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) werden Asylbewerber in Deutschland immer öfter Opfer von Gewalttaten. „Wir haben einen massiven Anstieg fremdenfeindlicher Übergriffe auf Asylbewerber“, sagte de Maizière den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Insgesamt gab es in diesem Jahr bereits mehr als 490 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte.“ Rund zwei Drittel der Tatverdächtigen seien Bürger aus Regionen, „die sich bisher nichts zu Schulden kommen ließen“, so der CDU-Politiker weiter. „Ich finde diesen Zuwachs an Menschen, die Gewalt anwenden, besorgniserregend. Das ist eine Schande für Deutschland. Da darf es auch keine klammheimliche Zustimmung geben.“ Den Tätern müsse man „begreiflich machen, dass sie inakzeptable Straftaten begehen: Körperverletzungen, Mordversuche, Brandanschläge“, sagte de Maizière. Des Weiteren gebe es zunehmend „Hassmails“ und „Beleidigungen“. Es seien „Zivilisationsschranken gefallen“, dafür gebe es keine Entschuldigung. De Maizière: „Wir müssen darum kämpfen, dass man bestimmte Dinge einfach nicht sagt und tut. Wir dürfen Gewalt und Hass nicht tolerieren.“