Istanbul (dts) – Bei einer Explosion in einer U-Bahn in Istanbul ist am Dienstag offenbar mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden, berichtet unter anderem der türkische Sender „Haberturk“. Der U-Bahn-Verkehr rund um die Station Bayrampasa sei eingestellt worden.
Die Detonation sei in mehreren Stadtteilen von Istanbul zu hören gewesen. Die Ursache für die Explosion war zunächst unklar. Dem Bericht zufolge könnte sie durch einen defekten Transformator ausgelöst worden sein.
Bremen (dts) – Bremens Verfassungsschutz-Chef Hans-Joachim von Wachter hat vor der am Donnerstag beginnenden Innenministerkonferenz die Bundesländer zur gemeinsamen Präventionsarbeit gegen Salafismus und Islamismus aufgefordert. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte von Wachter: „Zehn Prozent der Salafisten gleiten in den Terrorismus ab und landen beim `Islamischen Staat`. Gerade vor dem Hintergrund der Anschläge in Paris zeigt das: Hier ist kein Platz für Kirchturmdenken.“
Bereits auf der Innenministerkonferenz im Sommer hatte Bremen ein Konzept für ein nationales Präventionsprojekt vorgestellt, aber kaum Befürworter unter den Ressortchefs der anderen Bundesländer gefunden. Von Wachter appellierte an die Teilnehmer der jetzigen Konferenz in Koblenz, den Anstoß für eine länderübergreifende Strategie zu geben. „In Kleinstaaterei zu verharren, hilft einzig und allein den Extremisten“, so von Wachter. Denn die machten vor den Grenzen von Bundesländern keinen Halt. In Bremen leben seinen Angaben zufolge 360 Salafisten. Entgegen der deutlich steigenden Tendenz im Bund sei die Zahl der muslimischen Fundamentalisten in seinem Bundesland stabil geblieben, sagte der Leiter des Verfassungsschutzes. Von Wachter führte dies auch auf die intensive Präventionsarbeit in Bremen zurück. Im Sinne der inneren Sicherheit in Deutschland brauche es aber ein national abgestimmtes Vorgehen.
Sofia (dts) – Die bulgarische Polizei hat in einem Auto, das vor dem Flughafen von Sofia geparkt war, einen Sprengsatz gefunden. Das berichten örtliche Medien am Dienstag unter Berufung auf Angaben einer Flughafen-Sprecherin. Laut den Berichten sind Sprengstoffexperten der Polizei derzeit dabei, den Sprengsatz zu entschärfen.
Weitere Hintergründe wurden zunächst nicht bekannt. Bereits wenige Stunden zuvor war im Flughafen von Sofia ein verdächtiges Gepäckstück entdeckt worden, woraufhin ein Teil des Flughafens evakuiert wurde.
Kiew (nex) – Die Ukraine ist bereit, allfällige Lücken in der türkischen Nahrungsmittelversorgung zu füllen, die durch russische Sanktionen entstehen könnten. Dies erklärte der ukrainische Minister für Landwirtschaft und Ernährung, Oleksiy Pavlenko, am Montag in einer Erklärung. „Die Ukraine verfügt über ausreichend Produkte von ausreichender Qualität, um im Falle von Exportrestriktionen aufseiten der Russischen Föderation die Bedürfnisse türkischer Konsumenten zu befriedigen“, betonte Pavlenko. „Wenn die traditionellen Partner Sanktionen gegen die Türkei verhängen und die Versorgung mit Getreide einstellen, ist die Ukraine bereit, den Export von Getreide, Futtermittel und Öl mindestens zu verdoppeln.“ Die Türkei, so Pavlenko, sei ein alter und verlässlicher Partner der Ukraine und man sei gerne bereit, die Nahrungsmittelsicherheit für das Land zu gewährleisten.
(Foto: Bernd Kasper/pixelio.de)
Während die Türkei vorwiegend Obst und Gemüse in die Ukraine und die Russische Föderation exportiert, wird aus diesen Ländern wiederum vor allem Getreide exportiert. Pavlenko reagierte mit seinem Statement auf die Ankündigung von Sanktionen gegen die Türkei durch den Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin. Demnach werde es Restriktionen gegen türkische Unternehmen in Russland und türkische Mitarbeiter in russischen Firmen sowie Limitierungen für spezifische türkische Exportgüter geben. Die Sanktionen wurden infolge des Abschusses eines russischen Kampfflugzeugs über der türkisch-syrischen Grenze durch die türkische Armee am letzten Dienstag verhängt. Die Türkei konnte Beweismittel dafür vorlegen, dass das Flugzeug trotz mehrfacher Warnungen türkischen Luftraum verletzt habe.
Berlin (dts) – Der stellvertretende Vorsitzende der AfD, Alexander Gauland, hat den geplanten Bundeswehr-Einsatz in Syrien scharf kritisiert: „Einen solchen kopflosen Irrsinn hat es schon seit langem nicht mehr gegeben. Mit dem Syrien-Einsatz schliddert Deutschland in ein militärisches Abenteuer, dessen Ausgang mehr als ungewiss ist“, erklärte Gauland am Dienstag. Der Einsatz werde „das Leben deutscher Soldaten kosten, viele Milliarden Euro verschlingen, die Terrorgefahr in Deutschland erhöhen und den Flüchtlingsstrom nicht aufhalten“, prognostizierte Gauland.
„Am Ende wird die Erkenntnis stehen, dass man nichts erreicht hat.“ Die AfD habe auf ihrem jüngsten Parteitag gefordert, „dass die Bundesregierung sich nicht an einem Kriegseinsatz in Syrien beteiligt, denn das politische Ziel bleibt diffus, die geplante Umsetzung stümperhaft“, betonte der AfD-Vize.
Antalya (nex) – Im Zusammenhang mit den bilateralen Spannungen zwischen der Türkei und der Russischen Föderation infolge des Abschusses eines russischen Su-24-Kampfflugzeugs an der syrisch-russischen Grenze hatte die russische Regierung nicht nur Sanktionen verhängt, die den Tourismus in der Türkei treffen sollen.
Einige Medien haben sogar russische Staatsangehörige dazu aufgefordert, die Türkei zu verlassen, und dabei argumentiert, dass sie dort auf Grund der politischen Entwicklung als Russen nicht mehr sicher wären. Die in der Türkei lebenden Russen sehen dies offenbar anders. Trotz der Spannung zwischen beiden Ländern denken die in der Türkei lebenden Russen nicht an eine Rückkehr nach Russland.
So sind am letzten Wochenende ungeachtet der politischen Lage Russen, die die Türkei als ihre Wahlheimat angenommen haben, mit ihren türkischen Nachbarn und Freunden in Antalya zum türkisch-russischen Freundschaftsfest zusammengekommen. Dabei wurde insbesondere die Botschaft gegeben, dass die Spannung zwischen Russland und der Türkei bald ein Ende finden müsse. Russen in der Türkei seien besorgt aufgrund der jüngsten Ereignisse zwischen Ankara und Moskau. Was zähle, sei nur die Freundschaft.
„Freundschaften halten länger als Politik“, erklärte etwa Ivan Korotschenko, der seit vier Jahren in Antalya lebt. Auch Tatjana Mihova, deren Familie vor wenigen Jahren eine Ferienwohnung in der Nähe von Manavgat erworben hat, fühlt sich sicher wie eh und je und hat noch keinerlei negative Reaktionen erlebt.
„Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren“, sei die übereinstimmende Ansicht von Türken und in der Gegend lebenden russischen Landsleuten. „Die Spannungen werden vorbeigehen, wir sind Freunde, Nachbarn, Kollegen und treffen unsere eigenen Entscheidungen.“ Der russische Präsident Vladimir Putin hat jüngst ein Maßnahmenpaket unterzeichnet, das unter anderem in Russland tätigen Unternehmen untersagt, türkische Staatsangehörige zu beschäftigen. Außerdem ist es russischen Reisebüros nicht mehr erlaubt, Reisen in die Türkei anzubieten.
Berlin (dts) – Der Arbeitsrechtler Michael Henn warnt in der aktuellen Ausgabe von „Zeit Campus“ vor Lebenslauf-Kosmetik: „Im schlimmsten Fall kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis anfechten. Dies wirkt wie eine fristlose Kündigung. Und zwar immer dann, wenn eine falsche Information vorliegt und der Arbeitgeber beweisen kann, dass diese Information für ihn relevant für die Einstellung war.“
Auch wenn die Fehlinformation irrelevant für die Einstellung war, ist eine Kündigung möglich, so der Experte: „Nach Ablauf von sechs Monaten nicht mehr, vorher kann er jederzeit fristgerecht kündigen. Aber auch danach kann der Chef einem die Schummelei übel nehmen, selbst wenn es kein Kündigungsgrund ist.“
Paris (nex) – Die USA haben die türkische Behauptung bestätigt, wonach der russische Su-24-Kampfjet, der vor einer Woche an der türkisch-syrischen Grenze von türkischen F-16 abgeschossen wurde, zuvor türkischen Luftraum verletzt habe.
„Die uns zugänglichen Informationen, darunter Beweismaterial aus der Türkei selbst und unsere eigenen Aufzeichnungen, deuten darauf hin, dass das russische Flugzeug den türkischen Luftraum verletzt hat“, erklärte Elizabeth Trudeau, Sprecherin des U.S. State Departments, am Montag in Washington. „Wir wissen auch, dass die Türken die russischen Piloten im Vorfeld der Luftraumverletzung mehrfach gewarnt haben sollen, aber keine Antwort erhalten haben.“
Die USA bekräftigen das Recht der Türkei, ihren Luftraum zu verteidigen. „Aber wie der Präsident hat auch Außenminister Kerry gesagt, es ist wichtig, dass die Russen und Türken zu diesem Zeitpunkt miteinander sprechen und Maßnahmen zur Deeskalation der Situation setzen“, fügte Trudeau hinzu. Unterdessen wies der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Rande des Klimagipfels erneut die „Verleumdung“ vonseiten seines russischen Amtskollegen Vladimir Putin zurück, wonach die Türkei von der Terrororganisation IS Öl kaufe.
In seiner Erklärung unterstrich Erdogan, die Türkei bekenne sich dazu, den Terror vom IS in jeder möglichen Weise zu bekämpfen und wiederholte seine bereits vor ein paar Tagen gemachte Ankündigung, wonach er sein Amt zurücklegen werde, sollte irgendein Öl-Ankauf der Türkei von IS bekannt werden.
„Sobald eine solche Anschuldigung bewiesen werden sollte, würde die Ehre unserer Nation mich zu diesem Schritt zwingen“, so Erdogan. „Ich würde nicht im Amt bleiben. Ich frage aber auch Herrn Putin, ob er dies tun würde?“
Der russische Präsident solle stattdessen Ölankäufe russischer Staatsangehöriger vom IS erklären. Erdogan erklärte, US-Quellen hätten bestätigt, dass ein russisch-syrischer Doppel-Staatsangehöriger vom IS Öl gekauft und dieses an die syrische Regierung unter Präsident Bashar al-Assad weiterverkauft hätte. „Russland sollte zu allererst dazu Stellung nehmen“, so Erdogan. Die russische Behauptung, Ankara kaufe Öl von der Terrororganisation, sei „unmoralisch“. Solche Behauptungen müssten bewiesen werden. Die Türkei wisse genau, woher sie ihr Öl beziehe. „Wir kaufen aus Russland, dem Iran, Aserbaidschan, Katar und Nigeria. Wir werden keine Verleumdungen akzeptieren.“ Die Türkei wolle im Angesicht der russischen Sanktionen „geduldig, nicht emotional“ agieren, bevor man selbst irgendwelche Maßnahmen ergreife.
Putin hatte im Vorfeld seine Behauptung erneuert, die Türkei hätte den Kampfjet abgeschossen, um Öllieferungen vonseiten des Daesh abzusichern. Der Abschuss sei ein „großer Fehler“ gewesen und obwohl beide Präsidenten in Paris wären, sei er mit Erdoğan nicht zusammengetroffen.
München (dts) – BMW-Chef Harald Krüger will den Autohersteller schneller in Richtung Elektromobilität bewegen. Zwar habe die VW-Abgasaffäre bislang noch keine Spuren im Absatz von BMW hinterlassen, sagte Krüger im Interview mit dem „Handelsblatt“. Doch es werde der Punkt kommen, an dem es schlichtweg unwirtschaftlich sein werde, „den Dieselantrieb immer weiter an die Anforderungen einer zunehmend ambitionierten Gesetzgebung anzupassen“, sagte der BMW-Chef.
„Dann wird Elektromobilität die entscheidende Rolle spielen.“ Die Münchener bereiten deshalb eine neue Offensive bei Stromautos vor. Neben der Weiterentwicklung des 2013 eingeführten „i3“ werde es deshalb auch eine Cabrioversion des „i8“ geben sowie ein weiteres Elektroauto der i-Familie. Die übrige Modellpalette soll mit Hybridmotoren aufgerüstet und die Brennstoffzelle zum Serieneinsatz gebracht werden. BMW reagiert damit auch auf Ankündigungen von Städten wie London, E-Mobilität zu favorisieren. Krüger fordert zudem, „dass deutliche Impulse von der Politik kommen“. Der BMW-Chef plädiert in Deutschland für Unterstützung in Form von Kaufzuschüssen, Steuererleichterungen oder Hilfen beim Aufbau der Ladeinfrastruktur: „Sonst schaffen wir das Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 in Deutschland nicht.“ Man könne in der Autoindustrie auf Dauer nicht die weltweite Führungsrolle übernehmen, wenn der Heimatmarkt nicht auch ein Leitmarkt für Elektromobilität sei, sagte Krüger.
Berlin (dts) – Die deutsche Wirtschaft rechnet im kommenden Jahr mit rund 200.000 neuen Arbeitsplätzen. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, geht dies aus einer Prognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor, die der Zeitung vorliegt. Bei Dienstleistern werden demnach 80.000 zusätzliche Beschäftigte erwartet, im Gesundheits- und Bildungsbereich 50.000, in den Sparten Handel und Verkehr 40.000. In der Industrie, am Bau und im Kommunikationsbereich wird mit jeweils 10.000 neuen Jobs gerechnet.
Für die Prognose wurden 25.000 Unternehmen nach der Entwicklung ihres Personalbestands gefragt. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte der Zeitung, der Beschäftigungsaufbau falle nicht mehr so stark aus wie in konjunkturell vergleichbaren Jahren. So habe der Zuwachs von 2011 bis 2014 durchschnittlich noch bei 375.000 Arbeitsplätzen gelegen. „Die schwächere Exportkonjunktur drückt vor allem auf die Jobaussichten in der Industrie“, betonte Wansleben. Konkret wollen laut Umfrage insbesondere Forschungs- und Entwicklungsdienstleister, Architektur- und Ingenieurbüros sowie die Sicherheitswirtschaft einstellen. Gleiches gilt für die Gesundheits- und Sozialdienste. Der Bedarf an qualifizierten Kräften passe jedoch oft nicht zur Qualifikation vieler Arbeitsloser. „Flüchtlinge kommen zumindest kurzfristig ebenfalls kaum als Fachkräfte in Betracht, sodass die Arbeitslosigkeit trotz wachsender Beschäftigung steigen dürfte“, erklärte Wansleben.