Anschlag in Graz
Moschee-Schändung: Österreichischer Geheimdienst soll involviert sein

Graz (tp/nex) – Der Inlandsgeheimdienst des österreichischen Bundesheeres war offenbar über eine bevorstehende Moscheeschändung in Graz informiert. Diese wurde jedoch nicht verhindert. Anfang Mai waren zwei Schweinekopfhälften an die Moschee des Islamischen Kultuzentrums in Graz aufgehängt und Schweineblut verschüttet worden, obwohl die Gebetsstätte seit geraumer Zeit vom Geheimdienst observiert wurde. Ein verdächtiger 46-Jähriger wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen, nachdem Anwohner auf dem Neubaugelände der Moschee den Mann sowie einen weiteren Tatverdächtigen bemerkt hatten. Die Polizei wurde während der Tat offenbar von einem Einsatzteam des Heeresamtes selbst nicht sofort informiert. Wie sich laut österreichischen Meldungen herauskristallisiert, war der zweite Verdächtige ein informeller Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes. Im Visier der Ermittlungen steht nun der Inlandsgeheimdienst selbst.

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Ein in die rechte Szene eingeschleuster informeller Mitarbeiter des österreichischen Heeresamtes war über den bevorstehenden Plan der Moscheeschändung im Vorfeld informiert und soll auch der Kronen-Zeitung zufolge seinen Vorgesetzten im Inlandsgeheimdienst des Bundesheeres informiert haben. Dennoch wurde die bevorstehende Tat nicht verhindert, heißt es in dem Bericht, obwohl auch Mitarbeiter des Geheimdienstes während der Tatzeit vor Ort gewesen sein sollen. Nun ermittelt der Verfassungsschutz gegen zwei führende Mitarbeiter des Geheimdienstes.  
Erschienen bei Turkishpress  

Italien
Fußball-WM: Türkei wird Weltmeister!

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Rom (nex) – Die türkische Fußball-Nationalmannschaft der Gehörlosen hat das vom türkischen Fußballverband TFF unterstützte Turnier des Projekts „Die Türkei spielt Fußball“ gewonnen und ist damit Weltmeister.

Bei dem Turnier in Italien, das am 19. Juni begonnen hatte und mit 16 Mannschaften ausgetragen wurde, entschied die türkische Mannschaft das Finale gegen Deutschland mit 2:1 für sich und sicherte sich damit zum zweiten Mal in Folge den Titel. Das Turnier wird seit 2008 ausgetragen. Bis dato ist es der türkischen Mannschaft stets gelungen, zumindest das Finale zu erreichen. Im Spiel um Platz drei siegte die Mannschaft der Russischen Föderation gegen Argentinien mit 5:1. Für die Türkei begann das Turnier bereits in der Vorrunde erfolgreich. Gegen Schweden und Saudi-Arabien gab es jeweils 2:1-Erfolge. Gegen Argentinien reichte deshalb ein 1:1 zum Gruppensieg. Im Viertelfinale setzte sich die Mannschaft anschließend mit 1:0 in der Verlängerung gegen Ägypten durch und im Halbfinale ebenfalls mit einem 1:0 gegen Russland. Der Finalerfolg gegen Deutschland war auch eine Revanche für das verlorene Finalspiel beim allerersten Turnier im Jahre 2008.  

"Miss Hitler"
Großbritannien: Nazi-Schönheitskönigin will Angela Merkel tot sehen

London (nex) – Es war kein normaler Schönheitswettbewerb: Die britische Gruppierung National Action wählte eine Schottin zur Miss Hitler, die sagt, ihr erstes Opfer wäre Bundeskanzlerin Merkel, wenn sie mit einem Mord davonkäme. Eine Schottin, die von sich sagt, sie habe sich dem Neonazismus zugewandt, „als die jüdische Propaganda zu offensichtlich geworden sei, als dass man ihn hätte ignorieren können“, wurde zur Miss Hitler 2016 gewählt. National Action, eine britische Neonazigruppe, teilte Anfang dieser Woche die Gewinnerinnen ihres Wettbewerbs auf Twitter und ihrer Webseite mit, da Facebook die Seite der Gruppe im Mai kurz nach der Ankündigung der Aktion entfernt hatte. Die weiblichen Unterstützer wurden aufgefordert, auf der Seite unter einem Pseudonym ein kurzes Interview zu geben und ein Foto in einem von der Nazigruppe verschickten T-Shirt beizufügen. Nach Angaben der Gruppe sollte der Wettbewerb die Aufmerksamkeit auf ihre weiblichen Unterstützer lenken, die „selten mal im Rampenlicht stehen oder Anerkennung bekommen“. Die Gewinnerin, eine Brünette, deren Name nicht veröffentlicht wurde und deren Gesicht auf den Fotos zur Hälfte bedeckt ist, sagte in einer Frage-und-Antwort-Runde auf der Webseite, dass sie nicht glauben wollte, dass die Juden der Feind seien, da sie in dem Glauben erzogen worden sei, dass sie Christen sehr ähnlich seien. Jedoch, fuhr sie fort, „wurde die jüdische Propaganda letzten Endes zu offensichtlich, als dass ich sie hätte weiter ignorieren können, und so stieß ich bei NA dazu.“ Auf die Frage, welche Person sie töten würde, wenn sie mit einem Mord davonkäme, antwortete Miss Hitler mit Angela Merkel – „ich würde sie in einen ihrer Camps stecken und ihre süßen Flüchtlinge den Rest erledigen lassen.“ Nach Angaben der britischen Tageszeitung The Daily Record prangerte der Abgeordnetenausschuss der britischen Juden den Wettbewerb als einen „eindeutigen Fall der Aufhetzung zum Rassenhass“ an, der „der hässlichste je abgehaltene Schönheitswettbewerb“ gewesen sei. Nach Angaben des Daily Mirror tauchten im vergangenen Monat Fotos von National Action-Mitgliedern auf, auf denen sie im „Hinrichtungsraum“ des Konzentrationslagers Buchenwald den Hitlergruß zeigen. Auch verunstaltete die Nazigruppe auf einer der zahlreichen Demonstrationen, die sie in ganz Großbritannien organisierte, eine Statue von Nelson Mandela, dem früheren südafrikanischen Präsidenten und Anti-Apartheid-Aktivisten.

EU-Türkei
Italienischer Außenminister: „Es wäre masochistisch, die Türkei zu isolieren“

Rom (nex) – Der italienische Außenminister Paolo Gentiloni hat vor einer Isolierung der Türkei gewarnt, da dies ein masochistischer Akt wäre. In einem am gestrigen Freitag in der italienischen Tageszeitung La Stampa veröffentlichten Interview wies Gentiloni darauf hin, dass die Türkei von Terrororganisationen angegriffen werde und drückte seine Unterstützung für Ankaras EU-Ambitionen aus. „Sie in dem Annäherungsprozess zur EU zu unterstützen ist nicht nur eine formale Geste“, argumentierte er. „Im Gegenteil: Sie zu isolieren wäre masochistisch.“ Das Interview fand drei Tage nach dem Terroranschlag auf den Flughafen Istanbul-Atatürk statt, bei dem 44 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt wurden. Gentolini wies darauf hin, dass die Türkei in einer Zeit, in der Großbritannien aus der EU austrete, versuche, sich der EU anzunähern. „Brüssels zehnjährige Politik der geschlossenen Türen hat nichts gebracht“, argumentierte er. Die Türkei nahm im Oktober 2005 zeitgleich mit Kroatien die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union auf – Kroatien wurde 2013 in die EU aufgenommen, während die Verhandlungen der Türkei noch immer andauern. Gentolini sprach sich positiv über das EU-Türkei-Abkommen zur Lösung der Flüchtlingskrise sowie die in dieser Woche zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Ankara und Moskau unternommenen Schritte aus. Die Türkei sei bei der Lösung der Syrienkrise, die er als „die Mutter aller Krisen“ bezeichnete, eine wichtige Akteurin. „Wir verteidigen die Menschenrechte“, erklärte er und fügte hinzu, dass trotz Meinungsverschiedenheiten bezüglich der syrischen Kurden Italien nie den Fehler begangen habe, der Türkei gegenüber voreingenommen zu sein.

Mossad in Moskau
Geheimdienstchefs Russlands und Israels treffen sich in Moskau

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Moskau (nex) – Die Spitzen der Geheimdienstorganisationen der Russischen Föderation und Israels trafen am Freitag in Moskau zusammen, um relevante Fragen internationaler Sicherheit zu diskutieren. Unter den Gesprächsthemen, die der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, und der Vorsitzende des Nachrichtendienstes Mossad, Yossi Cohen, miteinander erörterten, war auch die anhaltende Krise im Nahen Osten. Dass der Besuch des Mossad-Chefs offiziell verkündet wird, wird von Beobachtern als ungewöhnlich betrachtet, da Reisetätigkeiten dieser Art üblicherweise geheim gehalten werden. Es gilt als denkbar, dass von der sonst üblichen Praxis der Geheimhaltung in diesem Fall auf Grund der engen Verbindungen zwischen Patruschew und Cohen abgegangen worden war, der zuletzt als Berater für die nationale Sicherheit bei Premierminister Benjamin Netanjahu gearbeitet hat. Vor zwei Wochen traf Israels Regierungschef in Moskau mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin, zusammen. Zwei Wochen zuvor hatten die beiden Spitzenpolitiker bereits telefonisch miteinander konferiert. Im Fokus der Aufmerksamkeit Israels und der Russischen Föderation steht einmal mehr Syrien. Beide Länder versuchen ihre Aktivitäten miteinander zu koordinieren, um Zusammenstöße zwischen ihren Luft- und Seestreitkräften im bürgerkriegsgeplagten Syrien zu vermeiden. Israel befürchtet in Syrien vor allem, dass nach einem Ende des Krieges die Hisbollah größeren Einfluss im Nachbarland gewinnen könnte. Ein weiteres Thema war die Normalisierung der zuletzt stark belasteten Beziehungen beider Länder zur Türkei, die Anfang der Woche besiegelt wurde. Die türkisch-israelischen Beziehungen waren nach dem Tod von neun türkischen Staatsangehörigen nach der Erstürmung eines Schiffs von Gaza-Aktivisten im Jahr 2010 belastet, die zuvor versucht hatten, die Blockade des Landstriches zu durchbrechen. Das Verhältnis zu Russland hatte sich nach dem Abschuss einer russischen Kampfflugzeuges eingetrübt, das nach türkischen Angaben den Luftraum verletzt und auf Warnungen nicht reagiert haben soll. Am Donnerstag hat Russland das infolge des Ereignisses verhängte Tourismus-Embargo gegen die Türkei wieder aufgehoben.

Lockerung der Gaza-Blockade
Türkisches Schiff mit 11.000 Tonnen Hilfsgütern für Gaza legt von Mersin ab

Mersin (nex) – Ein türkisches Schiff mit 11.000 Tonnen Hilfsgütern für Gaza hat am gestrigen Freitagnachmittag vom südtürkischen Hafen Mersin abgelegt.„Lady Leyla“, die unter der Panamaflagge fährt, ist mit 2.000 Tonnen Reis, 5.000 Tonnen Mehl, 3.000 Tonnen Zucker, 500 Tonnen Speiseöl, 10.000 Lebensmittelpaketen, 100.000 Kleidungsstücken, 20.000 Paar Schuhen und 10.000 Spielsachen, die vom türkischen Amt für Agrarprodukte (TMO) und Türkischen Roten Halbmond (Kizilay) zur Verfügung gestellt wurden, unterwegs. Es wird erwartet, dass sie nach 30-stündiger Fahrt in der heutigen Samstagnacht den südisraelischen Hafen Aschdod erreicht. Das Hilfsschiff verließ die Türkei nach Abschluss des Versöhnungsabkommens zwischen Ankara und Tel Aviv, das nach sechsjähriger Eiszeit am vergangenen Dienstag unterzeichnet wurde. „Die Waren an Bord des Schiffes sind ein Geschenk des türkischen Volkes an seine Brüder und Schwestern in Gaza anlässlich des Id al-Fitr“, erklärte der Entwicklungsminister Lütfi Elvan in seiner während der Verabschiedungszeremonie der „Lady Leyla“ gehaltenen Rede in Mersin. „Es sind Geschenke unserer Kinder für die Kinder in Gaza.“ Eid al-Fitr ist das Fest des Fastenbrechens am Ende des Monats Ramadan. Elvan bedankte sich beim türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für seinen Einsatz zur Wiederherstellung der türkisch-israelischen Beziehungen, die diese humanitäre Mission ermöglicht habe. Er dankte auch der türkischen Behörde für Katastrophen- und Notfallmanagement (AFAD), dem Kizilay sowie dem Außenministerium für deren Hilfe und Unterstützung. Der stellvertretende Ministerpräsident Veysi Kaynak teilte mit, dass die Türkei das palästinensische Volk weiterhin in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Entwicklung und Informationstechnologie unterstützen werde und fügte hinzu, dass das größte Krankenhaus Palästinas, dessen Bauherr das Türkische Präsidium für Internationale Kooperation und Koordination (TIKA) ist, bald eröffnet werde. „Das Endziel ist sicherzustellen, dass die Palästinenser in ihrem eigenen Land glücklich und frei und mit denselben Rechten wie jeder andere auch leben können“, betonte Kaynak. Der Gouverneur von Mersin, Özdemir Cakacak, wies darauf hin, dass diese Hilfe für die Palästinenser nicht nur eine „Unterstützungsshow“, sondern ein klares Zeichen dafür sei, dass das türkische Volk immer an ihrer Seite stehe. „Wir hoffen, dass der Schmerz und die Tränen in Palästina bald ein Ende nehmen“, erklärte er. Der palästinensische Botschafter Faed Mustafa lobte die von der Türkei von Anfang an gewährte kontinuierliche Hilfe und Unterstützung der Sache der Palästinenser. „Wir haben während der Gründung des Staates Palästina und danach bei der Gaza-Frage große Unterstützung vonseiten der Türkei erhalten“, unterstrich er und fügte hinzu: „Die Türkei belegt auf der Liste unserer Unterstützer weiterhin den ersten Platz.“ Die Beziehungen zwischen Ankara und Tel Aviv befanden sich seit dem Jahr 2010 auf einem Tiefstand. Damals war eines der sechs zivilen Schiffe einer Hilfsflotte, die Mavi Marmara, in internationalen Gewässern von israelischen Sicherheitskräften angegriffen worden. Die Aktivisten versuchten, die von Israel verhängte Blockade über dem Gazastreifen zu brechen. Neun türkische Staatsbürger wurden getötet, 30 weitere Personen verletzt. Eine Person starb nach fast vier Jahren nach dem Zwischenfall, bei dem er sich ernsthafte Verletzungen zugezogen hatte. Die Türkei hatte nach dem Angriff eine offizielle Entschuldigung von Israel, Entschädigungszahlungen für die Angehörigen der Opfer sowie die Aufhebung der Gaza-Blockade verlangt. 2013 hatte sich Netanhjahu beim damaligen türkischen Minister- und jetzigen Staatspräsidenten Erdogan wegen des Angriffs entschuldigt. In den vergangenen Monaten hatten die beiden Länder Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen aufgenommen, was nun am vergangenen Dienstag mit der Unterzeichnung des Versöhnungsabkommens besiegelt wurde. Israel wird als Teil der Vereinbarung Entschädigungszahlungen in Höhe von 20 Millionen US-Dollar an die Familien der Mavi Marmara-Opfer entrichten.

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EU-Agrarsubventionen
Grüne kritisieren EU-Agrarsubventionen für Fleisch- und Molkereibetriebe

Fast zwei Millionen Euro an Hilfen im Jahr 2015 – Ostendorff: Nicht akzeptabel Osnabrück (ots) – Schlacht- und Molkereiunternehmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr fast zwei Millionen Euro an EU-Agrarsubventionen erhalten. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf die für 2015 veröffentlichten Zahlungsempfänger. Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, kritisierte im Gespräch mit der „NOZ“: „Es ist nicht akzeptabel, dass Bauern die Kosten tragen, während die Molkerei- und Fleischkonzerne noch an der Krise verdienen.“ Die Unternehmen profitierten aus Mitteln für die sogenannte private Lagerhaltung. Wer Milch- oder Fleischprodukte lagerte, statt sie auf den Markt zu geben, konnte dafür EU-Mittel beantragen. Ziel der Maßnahme war laut EU-Kommission ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem europäischen Agrarmarkt zu erreichen. Die Preise für Schweinefleisch und Milch waren nach dem russischen Importverbot von Lebensmitteln aus der EU teils sehr stark gesunken. Wie die „NOZ“ berichtet, nutzten das 15 Unternehmen aus Deutschland. Am stärksten profitierte der Schlachtkonzern Danish Crown mit Sitz in Essen, Niedersachsen. Das Unternehmen erhielt rund 777.000 Euro. Fast 400.000 Euro gingen an das Deutsche Molkereikontor (DMK). Auf Platz drei steht die „Tillman’s Convenience GmbH“ aus Weißenfels. Das Tochterunternehmen des Tönnies-Konzerns erhielt knapp 320.000 Euro. Der Grünen-Politiker sagte der „NOZ“: „Die private Lagerhaltung ist, zumindest bei Schweinen, ein veraltetes nicht zielführendes Kriseninstrument. Hier wird viel Geld an die Falschen verteilt.“ Gerechte Förderpolitik hingegen bedeute Ausgleich von Marktnachteilen und Stärkung bäuerlicher Betriebe, so Ostendorff. Die EU-Kommission hingegen führt die leichten Preiserholungen im Schweinebereich auch auf die Lagerhaltung zurück

Studie
OECD: Türkische Erwachsene schneiden bei Lesen, Rechnen und Problemlösung schlecht ab

Urla/Türkei (nex) – Nach einer neuen Umfrage, bei der es um die Grundkompetenzen Lesen, Rechnen und Problemlösung geht, haben Erwachsene in der Türkei, die vor der Bildungsreform der AKP-Regierung die Schule besucht haben, in allen drei Bereichen unterdurchschnittliche Kenntnisse. An der Umfrage nahmen mehr als 50.000 Personen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren aus neun Ländern teil. Als Teil der internationalen Studie zur Untersuchung von Alltagsfertigkeiten Erwachsener (PIAAC) führte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zwischen April 2014 und März 2015 eine Umfrage in der Türkei durch und fand heraus, dass türkische Erwachsene bei der Lesekompetenz unter dem OECD-Durchschnitt liegen. Sie schlossen in dieser Kategorie als die Drittschlechtetsten unter den anderen teilnehmenden Ländern Chile, Griechenland, Indonesien, Israel, Litauen, Neuseeland, Singapur und Slowenien ab. Bei der Frage nach der Problemlösungskompetenz stellte sich heraus, dass die Mehrheit der befragten Erwachsenen „gar keine oder nur Grundkenntnisse“ auf dem Gebiet der Technologie haben. Laut dem Bericht gaben 38 Prozent der Erwachsenen in der Türkei (bei den Erwachsenen aller teilnehmenden Länder/Wirtschaften waren es 14,7 Prozent) an, dass sie überhaupt keine Vorerfahrung mit Computern oder nur lückenhafte PC-Kenntnisse haben, während 34,6 Prozent sich auf oder unter dem Level 1 befinden, was bedeutet, dass die Erwachsenen „nur breit verfügbare vertraute Anwendungen benutzen können wie beispielsweise E-Mail-Software oder Webbrowser.“ Es wird angemerkt, dass dieses Ergebnis nur leicht unter dem OECD-Durchschnitt von 42,9 Prozent liegt. Im Bereich der Rechenkompetenz, bei der die Fähigkeit, numerische und mathematische Konzepte anzuwenden gemessen wird, erreichten lediglich 1,5 Prozent der türkischen Erwachsenen das Level 4 oder 5, lagen also deutlich unter dem Durchschnitt von 11,2 Prozent der Erwachsenen aus den anderen teilnehmenden Ländern. „Erwachsene, die das Level 4 erreichen, können eine breite Palette an mathematischen Informationen nachvollziehen, die komplex, abstrakt oder in einem ungewöhnlichen Kontext stehen können“, heißt es in der Studie. Die Studie zeigte auch, dass genderbezogene Unterschiede in der Fähigkeit zur Informationsverarbeitung unter allen teilnehmenden Ländern und Wirtschaften in der Türkei am größten ist.    

„One Belt One Road“-Projekt
China: Wirtschaftsjournal empfiehlt Unternehmern Türkisch zu lernen

Peking (nex/eurasia) – Das Hong Kong Economic Journal hat am 23. Juni einen Bericht über die zentrale Bedeutung der Turkvölker für Chinas neue Seidenstraßen-Initiative veröffentlicht. Das chinesische Wirtschaftsprojekt zielt darauf ab, die Ökonomie Pekings über die Turkvölker mit den Volkswirtschaften Europas zu verbinden.
Die Turkvölker sind eine ethnische Familie, bestehend aus anatolischen Türken, Aserbaidschanern, Tataren, Kaukasiern, Kasachen, Usbeken, Turkmenen, Kirgisen und Uiguren, die in Chinas Ost-Turkistan-Provinz, auch als Xinjiang bekannt, leben. Bemerkenswert ist: Chinas neue Seidenstraßen-Initiative, auch als „One Belt One Road“-Projekt bekannt, richtet sich an Länder, die mehrheitlich türkisch geprägt sind. Das ist ein Umstand, den alle Staaten, die eine Teilnahme ins Visier nehmen, berücksichtigen sollten, geht aus dem Bericht hervor. Der Autor Kung-Cho Yee empfiehlt investitionswilligen Unternehmen vor diesem Hintergrund, die türkische Sprache zu lernen. Dabei bemerkt er, dass die türkischen Dialekte noch immer viele grammatikalische Gemeinsamkeiten haben, die es dem Lernenden ermöglichen, über die Staatsgrenzen hinweg zu agieren. Im Artikel steht:
„Mit anderen Worten hat man keine Probleme, mit der Lokalbevölkerung entlang der One Belt One Road-Region zu kommunizieren, vorausgesetzt, man spricht Türkisch. Es gibt laut öffentlich zugänglichen Quellen bis zu 160 Millionen Menschen, die einen türkischen Dialekt sprechen.“
In der Vergangenheit war Russisch die Lingua Franca in Zentralasien. Zahlreiche Turkvölker waren lange Zeit Teil der von Moskau geführten Sowjetunion. Mit dem Kollaps der Sowjetunion wurden die Turkstaaten Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Turkmenistan und Usbekistan unabhängig. Russisch wird seither immer weniger in den Schulen der Länder unterrichtet, stattdessen immer mehr die lokalen türkischen Sprachen. Nichtsdestotrotz soll es ausgenommen von Russland selbst mehr als 19 Millionen Menschen geben, die Russisch als Muttersprache ansehen. Der Artikel empfiehlt, dass Unternehmen, die mit Zentralasien zu tun haben sollten, zwar Russisch als Kommunikationssprache mitbringen sollten, ein Pluspunkt wäre allerdings Türkisch. In Hong Kong gibt es hingegen kaum Fremdsprachenkenntnisse, wenn es um Turksprachen geht, heißt es. Das könnte sich allerdings schon bald ändern. Die Baptisten-Universität startete Sprachkurse in Türkisch. „Je größer das Interesse für Chinas Seidenstraßen-Initiative wird, umso größer wird das Interesse für die türkische Sprache“, sagte Kung-Cho Yee. Außerdem sei es nicht nur ausreichend, Türkisch zu sprechen. Die Kultur der Menschen müsse verstanden und respektiert werden, wenn man in Zentralasien wirtschaftlich erfolgreich sein möchte. Die meisten Menschen entlang der Seidenstraße sind muslimisch geprägt.

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Erschienen bei unserem Kooperationsparter Eurasianews    

Euro 2016
Vogts: „Italien ist schon längst kein Angstgegner mehr“

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Düsseldorf (ots) – Der frühere Bundestrainer Berti Vogts glaubt nicht daran, dass sich die deutsche Mannschaft von der sportlich wenig ruhmreichen Bilanz gegen Italien beeindrucken lässt. „Italien ist unser Angstgegner? Da klingeln mir die Ohren! NEIN! Das war vielleicht so vor fünf, zehn oder 20 Jahren. Es ist natürlich so, dass wir bei einem großen Turnier immer gegen die Azzurri den Kürzeren gezogen haben, angefangen mit dem Jahrhundertspiel von 1970, dann 1982, 2006 und 2012. Aber die Zeiten sind vorbei“, schreibt Vogts in einer Kolumne für die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“. „Früher war die Serie A die beste Liga der Welt, und die besten deutschen Spieler haben dort gespielt. 1996 hatte ich neun Spieler im Kader, die in Italien spielten. Aber heute? Die Bundesliga und die englische Premier League sind das Nonplusultra, dazu kommt die spanische Primera Division. Italien fällt deutlich ab. Unsere Spieler interessiert nicht, was früher war. Sie sind im Hier und Jetzt, und da ticken die Uhren anders. Darum ist das deutsche Team für mich auch der alleinige Favorit heute, auch wenn es in Spielen wie diesem, die auf höchstem europäischen Niveau stattfinden, immer um Nuancen geht.“