Terroranschlag im Jemen
Autobombenanschlag: Selbstmordattentäter reißt über 45 Menschen mit in den Tod
Dortmund (nex) – Bei einem Anschlag mit einer Autobombe wurden nach Angaben der Ärzte ohne Grenzen am heutigen Montagmorgen in der südjemenitischen Stadt Aden mindestens 45 Menschen getötet und mehr als 60 verletzt.
Ersten Meldungen zufolge raste der Attentäter mit seinem sprengsatzbeladenen Fahrzeug in ein Gebäude der regierungstreuen Streitkräfte in Nordaden.
Die Organisation twitterte von einem ihrer Social-Media-Accounts aus: „@MSF Hospital in Aden nahm 45 Tote und mindestens 60 Verletzte wegen Explosion am Morgen des #29Aug auf #Yemen“
Die Terrororganisation IS (Daesh) bekannte sich sofort zu dem Anschlag
Die Nachrichtenagentur Amak, das Sprachrohr des IS, zitierte aus einem Statement der Terrormiliz, dass bei dem Anschlag 60 Menschen getötet worden seien.
Der Jemen befindet sich seit 2014 in einem Bürgerkrieg. Damals hatten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa sowie einige Provinzen überrannt und die Regierung des Präsidenten Abd Rabbuh Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen.
Kampf gegen den Terror
Türkischer Außenminister: Wir werden PYD bis zu ihrem Rückzug angreifen
Ankara (nex) – Die Türkei wird den bewaffneten Arm des syrischen PKK-Ablegers PYD unter Beschuss nehmen, bis sich dieser auf die östliche Seite des Euphrats zurückgezogen hat. Dies erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am Montag in Ankara während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem niederländischen Amtskollegen Bert Koenders. „Sie haben sich so früh wie möglich auf die Ostseite des Euphrats zurückzuziehen, wie sie es angekündigt und wie die USA es versprochen hatten“, erklärte der Minister.
Die PYD ist der syrische Ableger der PKK, die von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation eingestuft wird. Diese hat im Juli des Vorjahres ihren bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wiederaufgenommen. Seit dieser Zeit starben mehr als 600 Sicherheitsbeamte und mehr als 7000 PKK-Terroristen.
Die am Mittwoch begonnene Operation „Schild des Euphrats“ verfolgt das Ziel, die Sicherheit zu verbessern, die Koalitionskräfte zu stärken und die Terrorgefahr entlang der türkischen Grenze durch Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) zu bekämpfen, die durch türkische Waffen, Artillerie und Kampfjets unterstützt wird. Çavuşoğlu machte deutlich, es gehe darum, in der Region „Daesh zu eliminieren“.
„Man hat gesehen, dass eine kleine Truppe ausreichte, um die Daesh-Terroristen in die Flucht zu schlagen“, merkte der Minister an. Er sagte auch, es wäre nicht möglich, die Terrorgruppe allein durch Luftschläge zu besiegen. „Wir können Daesh durch effektive Operationen zu Lande aus dem Irak und Syrien vertreiben“, ist sich Çavuşoğlu sicher. „Davon abgesehen, dass 65 Länder in der Koalition sind, würde es ausreichen, wenn nur fünf oder sechs Länder in dieser Angelegenheit zusammenarbeiten, und es hätte weder im Irak noch in Syrien eine Terrorgruppe wie Daesh gegeben.“
Der Minister wies darauf hin, dass in der syrischen Stadt Manbidsch Araber die Mehrheit stellen und sich die Bewohner der von der türkischen Armee unterstützten Operation angeschlossen hätten. „Wir sollten jenen Bewohnern, die dort gewohnt hatten, die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen“, gab Çavuşoğlu zu bedenken. „Aber das ist nicht das Ziel der YPG.“ Die YPG betreibe „ethnische Säuberungen“ gegenüber allen, inklusive Kurden, „die nicht denken wie sie“.
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Fußball-Weltmeisterschaft 2018
Nach der EM ist vor der WM: Liste der Qualifikationsspiele
Nach der EM ist vor der WM
Gelsenkirchen (nex) – Nachdem die Europameisterschaft in Frankreich mit dem Gewinn des EM Titels durch Portugal zu Ende gegangen ist, beginnen nun die Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Die WM Qualifikation wird in 9 Gruppen ausgespielt, wo sich nur der Gruppenerste direkt für die WM Endrunde qualifiziert, die Gruppenzweiten tragen am 9. und 14. November 2017 die Playoffs aus.
Die Gruppen für die WM Qualifikation sehen wie folgt aus:
Gruppe A: Niederlande, Frankreich, Schweden, Bulgarien, Weißrussland, Luxemburg
Gruppe B: Portugal, Schweiz, Ungarn, Färöer, Lettland, Andorra
Gruppe C: Deutschland, Tschechien, Nordirland, Norwegen, Aserbaidschan, San Marino
Gruppe D: Wales, Österreich, Serbien, Irland, Moldawien, Georgien
Gruppe E: Rumänien, Dänemark, Polen, Montenegro, Kasachstan, Armenien
Gruppe F: England, Slowakei, Schottland, Slowenien, Litauen, Malta
Gruppe G: Spanien, Italien, Albanien, Israel, Mazedonien, Liechtenstein
Gruppe H: Belgien, Bosnien und Herzegowina, Griechenland, Estland, Zypern
Gruppe I: Kroatien, Island, Ukraine, Türkei, Finnland, Kosovo
Die Qualifikationsspiele beginnen am Sonntag 04. September mit folgenden Partien:
San Marino – Aserbaidschan
Dänemark – Armenien
Kasachstan – Polen
Litauen – Slowenien
Slowakei – England
Tschechien – Nordirland
Rumänien – Montenegro
Malta – Schottland
Montag am 5. September finden folgende Begegnungen statt:
Georgien – Österreich
Wales – Moldawien
Serbien – Irland
Spanien – Lichtenstein
Albanien – Mazedonien
Israel – Italien
Kroatien – Türkei
Ukraine – Island
Finnland – Kosovo
Dienstag am 6. September kommt es zu folgenden Begegnungen:
Bulgarien – Luxemburg
Weißrussland – Frankreich
Schweden – Niederlande
Andorra – Lettland
Färöer – Ungarn
Schweiz – Portugal
Bosnien-Herzegowina – Estland
Zypern – Belgien
Gibraltar – Griechenland
Flüchtlingspolitik
Kampeter: Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit komplett aufheben
Düsseldorf (ots) – Die Arbeitgeber haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, nach dem jüngsten Integrationsgesetz weitere Schritte zur schnelleren Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge einzuleiten. Vor allem bei der Zeitarbeit brauche es eine gesetzliche Lockerung.
„Durch eine vollständige Aufhebung des Beschäftigungsverbots in der Zeitarbeit würden Menschen ohne Berufserfahrung deutlich bessere Chancen erhalten“, sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der „Rheinischen Post“.
Zudem müssten die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Bundesagentur für Arbeit (BA) stärker auf Flüchtlinge ausgerichtet werden. „Wir müssen sehen, wie wir die arbeitsmarktpolitischen Instrumente für Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose noch besser nutzen, um diese gezielt für eine Ausbildung oder Beschäftigung fit zu machen“, sagte Kampeter.
„Alle Instrumente der Ausbildungsförderung ab Abschluss des Ausbildungsvertrags müssen auch für alle Asylbewerber mit hoher Bleibeperspektive und Geduldete zur Verfügung stehen“, forderte der BDA-Vertreter. Die Bundeskanzlerin hat die Spitzen der deutschen Wirtschaft am 14. September ins Kanzleramt eingeladen, weil die Wirtschaft bisher nur zögerlich Migranten einstellt.
Studie
Hamburg unter den zehn lebenswertesten Städten weltweit
Hamburg (ots) – Laut einer Studie im Auftrag des britischen Wirtschaftsmagazins „The Economist“ gehört Hamburg zu den Top-Zehn der lebenswertesten Städte der Welt. Grund für die Hansestadt, den Top-Platzierten im Ranking in einer Social Media-Aktion „Liveable Cities“ zu gratulieren.
Zu den ersten Gratulanten zählt der Erste Bürgermeister der Stadt, Olaf Scholz. Via Twitter gingen heute die Glückwünsche an die anderen Top -Zehn. Dort wurde bereits mit zahlreichen Retweets und Favorisierungen, u. a. durch die Bürgermeister von Helsinki und Melbourne, reagiert. Als kleine Aufmerksamkeit hat Hamburg für die jeweiligen Metropolen neun eigens von Hamburg Marketing gestaltete Fotogalerien im Gepäck, auf der die Anhänger jeder Stadt Bilder ihrer Lieblingsplätze unter Einsatz des jeweiligen Städte-Hashtags posten können.
Wie das geht, haben die Hamburger bereits eindrucksvoll vorgemacht: rund 750 Fotos ihrer Lieblingsorte haben sie nach nur wenigen Tagen über die Social Media Kanäle Instagram und Twitter mit dem Hashtag #liveablehamburg auf die digitale Fotoleinwand auf www.liveable-hamburg.com gespielt. Mit der Aktion wurde schon jetzt eine Online-Reichweite von rund 2 Mio. erzeugt. „Diese Online-Community zu schaffen, ist schon jetzt ein schöner Erfolg“, sagt Michael Otremba, Geschäftsführer Hamburg Marketing GmbH. „Unser Ziel ist es, den im Ranking platzierten Metropolen unsere Glückwünsche aus Hamburg zu übermitteln und ihnen sowie ihren Anhängern eine Plattform zu geben, um das besondere Lebensgefühl in Bildern auszudrücken.“ Unterstützer der Aktion sind u. a. die Sender Radio Hamburg und Hamburg Zwei, das Miniaturwunderland und weitere Multiplikatoren aus der Stadt.
In der Studie, die vergangene Woche veröffentlicht wurde und die in nationalen und internationalen Medien sowie vielen sozialen Netzwerken aufgegriffen wurde, nehmen Wissenschaftler im Auftrag des „The Economist“ einmal im Jahr die Lebensqualität in Großstädten auf der ganzen Welt unter die Lupe. Die Hansestadt schnitt dabei in diesem Jahr besonders gut ab. Untersucht wurden 140 Städte unter anderem in den Kategorien Gesundheitswesen, Kultur, Umwelt, Bildung und Infrastruktur. Zu den Top-Zehn zählen: Melbourne, Wien, Vancouver, Toronto, Calgary, Adelaide, Perth, Auckland, Helsinki und auf Platz 10 Hamburg
Vermisste Flüchtlingskinder
Bundeskriminalamt: Fast 9000 Flüchtlingskinder verschwunden
Osnabrück (ots) – Die Zahl der in Deutschland verschwundenen Flüchtlingskinder hat sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt. Am 1. Juli waren 8991 unbegleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche als vermisst gemeldet, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit.
Das sind schon mehr als im Gesamtjahr 2015 und fast doppelt so viele wie noch zu Jahresbeginn (1. Januar), als 4749 geflüchtete Minderjährige als vermisst galten. Der größte Teil der Verschwundenen waren Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren (8046 Personen). Nur 867 waren Kinder unter 13 Jahren, hinzu kamen 78 Personen über 18 Jahren. Mit Blick auf den Anstieg der Zahlen verwies das Amt auf den massiven Flüchtlingszustrom seit Mitte vergangenen Jahres , in dem auch sehr viele unbegleitete Kinder und Jugendliche nach Deutschland gereist seien.
Die meisten Fälle sind harmlos und haben keinen kriminellen Hintergrund. „Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnten, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor“, so die Behörde. Eine BKA-Sprecherin sagte: „Vielfach entfernen sich die Kinder nicht planlos, sondern wollen ihre Eltern, Verwandten oder Bekannten in anderen deutschen Städten oder gar im europäischen Ausland aufsuchen.“
Die Statistik verzerre dabei die Zahlen nach oben. Wenn Kinder bei der Familie ankämen, erhielten die deutschen Behörden oft keine Rückmeldung und die Namen bleiben in der Fahndungsdatenbank stehen. Häufig gebe es Mehrfachregistrierungen, wenn Jugendliche sich an einem anderen Ort wieder melden – weil die Jugendlichen keinen Pass mehr haben und ihre Personalien nicht feststehen oder weil der Name unterschiedlich geschrieben wird. Für Europa gibt es keine aktuellen Zahlen. Die Europäische Polizeibehörde Europol verwies auf eine Schätzung vom Februar, wonach mindestens 10 000 unbegleitete Flüchtlingskinder nach ihrer Ankunft in Europa verschwunden sind.
Die Zahl sei inzwischen deutlich höher, hieß es. Viele seien wohl in der Obhut ihrer Familie, man könne aber auch Verbrechen nicht ausschließenDas sind schon mehr als im Gesamtjahr 2015 und fast doppelt so viele wie noch zu Jahresbeginn (1. Januar), als 4749 geflüchtete Minderjährige als vermisst galten. Der größte Teil der Verschwundenen waren Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren (8046 Personen). Nur 867 waren Kinder unter 13 Jahren, hinzu kamen 78 Personen über 18 Jahren. Mit Blick auf den Anstieg der Zahlen verwies das Amt auf den massiven Flüchtlingszustrom seit Mitte vergangenen Jahres , in dem auch sehr viele unbegleitete Kinder und Jugendliche nach Deutschland gereist seien. Die meisten Fälle sind harmlos und haben keinen kriminellen Hintergrund.
„Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnten, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor“, so die Behörde. Eine BKA-Sprecherin sagte: „Vielfach entfernen sich die Kinder nicht planlos, sondern wollen ihre Eltern, Verwandten oder Bekannten in anderen deutschen Städten oder gar im europäischen Ausland aufsuchen.“ Die Statistik verzerre dabei die Zahlen nach oben. Wenn Kinder bei der Familie ankämen, erhielten die deutschen Behörden oft keine Rückmeldung und die Namen bleiben in der Fahndungsdatenbank stehen.
Häufig gebe es Mehrfachregistrierungen, wenn Jugendliche sich an einem anderen Ort wieder melden – weil die Jugendlichen keinen Pass mehr haben und ihre Personalien nicht feststehen oder weil der Name unterschiedlich geschrieben wird. Für Europa gibt es keine aktuellen Zahlen. Die Europäische Polizeibehörde Europol verwies auf eine Schätzung vom Februar, wonach mindestens 10 000 unbegleitete Flüchtlingskinder nach ihrer Ankunft in Europa verschwunden sind. Die Zahl sei inzwischen deutlich höher, hieß es. Viele seien wohl in der Obhut ihrer Familie, man könne aber auch Verbrechen nicht ausschließen
Syrienkonflikt
FSA befreit mit türkischer Unterstützung zehn Dörfer vom PKK-Ableger PYD
Dortmund (nex) – Die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee (FSA) hat am gestrigen Sonntag zehn weitere Dörfer in Dscharablus von dem bewaffneten Arm des syrischen PKK-Ablegers PYD, der Partei der Demokratischen Union, befreit.
Der FSA-Feldkommandeur, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, teilte mit, dass acht Dörfer im Umkreis von 20 Kilometern um die Stadt, die am Westufer des Euphrat liegt, und unter der Kontrolle der Volksverteidigungseinheiten (YPG), dem bewaffneten Arm der PYD, standen, eingenommen worden seien. Das Büro des türkischen Ministerpräsidenten teilte mit, dass zehn Dörfer um Dscharablus und drei um Al-Rai, das weiter westlich an der türkischen Grenze liegt, durch die FSA befreit worden seien.
Dabei seien sieben YPG-Kämpfer gefasst und eine große Menge Munition, die die Terroristen zurückgelassen hätten, beschlagnahmt worden. Trotz der Forderung der USA, sich auf das Ostufer des Euphrat zurückzuziehen, blieb die YPG auf der Westseite und setzte ihre Angriffe fort, was zur Intensivierung der Kampfhandlungen zwischen den von der Türkei unterstützten Opposition und den IS (Daesh)-Terroristen führte. Die PYD hat ihre Dominanz am Westufer des Euphrat seit vergangenem Dezember intensiviert, indem sie unter dem Vorwand, den IS (Daesh) zu bekämpfen, ihre Präsenz in der Region ausgebaut hat.
Die PKK-Schwesterpartei PYD versammelte einige Gruppen und schloss diese unter dem Namen Demokratische Kräfte Syriens (SDF), einer von den USA unterstützten Koalition gegen den IS (Daesh), in der die kurdische Gruppe die Mehrheit bildet, zusammen.
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"Schutzschild Euphrat"
Türkische Militäroperation in Syrien verhindert Flüchtlingswelle von zwei Millionen Menschen
Ankara (nex) – Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow erklärte am 26. August auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem türkischen Amtskollegen Binali Yildirim in Ankara, dass die andauernde Militäroperation Schutzschild Euphrat der Türkei in Syrien zur Säuberung der türkisch-syrischen Grenze vom IS (Daesh) eine Flüchtlingswelle von zwei Millionen Menschen verhindert habe.
Borissow rief die EU dazu auf, mehr in der Migrationsproblematik zu tun.
„Die türkischen Streitkräfte haben dank der in Zusammenarbeit mit der [Anti-IS-] Koalition durchgeführten Operation ‚Schutzschild Euphrat‘ im syrischen Dscharablus eine mögliche neue Migrationswelle von zwei Millionen Menschen verhindert. In Anbetracht dessen, dass die Türkei bereits drei Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat, sollte Europa eine ernsthafte Analyse machen. Die Hauptfrage ist: Wie lange wird die Türkei in der Lage sein, diese Flüchtlingswelle aufzuhalten?“
Borissow äußerte sich positiv über die Bemühungen Ankaras, den auf Bulgarien lastenden Migrationsdruck zu erleichtern. Die Türkei habe bereits 26.000 illegal nach Bulgarien eingereiste Flüchtlinge wieder zurückgenommen, obwohl ein Flüchtlingsrücknahmeabkommen mit der EU noch zum Abschluss gebracht werden müsse, so der bulgarische Politiker weiter.
„Wenn wir nur unsere Grenze mit der Türkei sichern, wer wird dann die Grenzen mit Griechenland und Mazedonien sichern?“, fragte Borissow und warnte: „Ich hoffe, dass Realismus über Nationalismus und Populismus obsiegen wird.“
Bulgarien war das erste EU-Land, das im vergangenen Mai mit der Türkei ein bilaterales Protokoll zur Umsetzung des EU-Türkei-Abkommens unterzeichnete, das noch immer an einem seidenen Faden wegen des Anti-Terror-Gesetzes der Türkei am seidenen Faden hängt. Sollte das Abkommen in Kraft treten, sieht es das visafreie Reisen türkischer Staatsangehöriger im Schengen-Raum vor. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim wies auf der Pressekonferenz darauf hin, dass Ankara aus dem Deal austreten werde, wenn die EU die zugesagte Visaliberalisierung nicht vor Ende Oktober gewähren sollte.
„Wir möchten, dass unsere europäischen Freunde verstehen, dass die Zeit gekommen ist, mehr Verantwortung in der Flüchtlingsfrage zu übernehmen“, unterstrich Yildirim.
„Es ist von immenser Wichtigkeit, dass das Abkommen zur Visaliberalisierung vor Ende Oktober in Kraft tritt“, betonte er und fügte hinzu: „Wenn das Rücknahmeabkommen und die Visaliberalisierung nicht in Kraft treten, würde das für Europa ein großes Risiko bedeuten.“
„Das Problem mit Bulgarien gelöst zu haben bedeutet nicht, dass es vollständig gelöst ist“, fuhr Yildirim fort. „Europa hat nicht die Möglichkeit, auf diese Weise vor der Bedrohung zu fliehen, denn die Dinge werden in der Region – in Syrien und im Irak – komplizierter. Wir haben an unserer Grenze im Süden neue Maßnahmen ergriffen. Wir säubern diese vom IS und [anderen] Terrororganisationen, damit Zivilisten nicht gezwungen sind, wieder ihre Häuser zu verlassen.“
Kommentar
„Deutschland mitschuldig an der Verlängerung des Syrienkrieges“ – Ein Kommentar
Ein Kommentar von Danka Bogdanka
Recklinghausen (nex) – Statt der Türkei Gehör zu schenken, ihren Wunsch nach Sicherheit an ihrer unmittelbaren Grenze zu Syrien zu wahren, beschreibt man hier seitens Medien und Politik seit gut 5 Jahren ein Bild der Türkei, die es an Menschenrechten und Einsicht fehlen lässt, mit einem Diktator an der Spitze, der jeglicher Vorstellung von der deutschen Angstneurose Hitler gerecht wird.
Seit Jahren wird auch die Vorstellung der deutschen Politik von einem weiteren Kurdistan befeuert, welches in Syrien und der Türkei seine Entstehung feiern soll, damit man sich seiner vorgeblichen Probleme entledigt sieht.
Was die Anrainerstaaten von der Vorstellung Deutschlands, der EU und der USA von solch einer Befriedung halten, lässt man geflissentlich außen vor. Vorgeblich sorgt man sich um die Islamisierung der Türkei, die Menschenrechte dort und die Menschenrechtsverletzungen bei kriegerischen Auseinandersetzungen der Türkei. Die eigene Unterstützung der terroristischen Organisationen redet man sich nach Belieben schön, solange die Protagonisten tun, was man selbst im Auge hat, aber nicht selbst erfüllen will.
Dabei werden die Menschenrechtsverletzungen dieser genehmen Protagonisten, denen man angeblich zu Freiheit verhelfen will, großzügig übersehen und verschwiegen. Die Interessen der Türkei werden auf einige Themen zusammengestutzt, die das Land in einem Licht dastehen lassen, welches es der deutschen Nationalistenszene leicht macht, ihr Bild von einem rückständigen, islamisierten, antidemokratischen Staat Türkei und deren lächerlichem Oberbefehlshaber Erdogan zu zeichnen. Dessen Anhänger in Deutschland werden zum Vorwand, den hier lebenden Türken eine rassistische, muslimische Desintegration zu unterstellen, denen man selbst aus rassistischen Gründen den Weg zu ihrem Führer weist.
Die EU und Deutschland machen sich lächerlich und versuchen immer noch, ein überhebliches Bild ihres Einsatzes aufrechtzuerhalten und zwar mit Hilfe der Medien und mit Hilfe einiger kritikresistenter Politiker, die immer noch nicht verstanden haben, was ihre Überheblichkeit angerichtet hat. Der Krieg, der nicht zu enden droht, geht auch auf ihre Kappe und die Maßnahmen, die jetzt hier erwägt werden, um dessen Herr zu werden, sind nicht weniger verachtenswert als das, wofür die Türkei jetzt augenscheinlich stehen soll. Auf diplomatischer Linie vollends versagt und zum Aufräumen mit der eigenen Ignoranz zu eitel – so viel kann man zur deutschen Politik mit Fug und Recht sagen.
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"Gesetz ein Relikt aus dem Jahr 1939"
Tod nach Krebs-Therapie: Patientenschützer fordern Reform des Heilpraktikergesetzes
Vorstand Brysch: Verbindliche Standards fehlen – „Gesetz ein Relikt aus dem Jahr 1939“
Osnabrück (ots) – Mit Blick auf Vorkommnisse am Niederrhein, wo mehrere Patienten nach einer Behandlung in einer alternativen Krebsklinik gestorben sind, fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine schnelle Reform des Heilpraktikergesetzes. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Vorstand Eugen Brysch:
„Das deutsche Heilpraktikergesetz ist ein Relikt aus dem Jahr 1939. Für die Sicherheit der Patienten muss es dringend reformiert werden.“ Es sei nicht akzeptabel, so Brysch, dass das Gesetz keine Ausbildung für Heilpraktiker festlege. Ebenso fehlten verbindliche Standards für die Heilpraktikerprüfung. „Hier muss der Gesetzgeber endlich für klare Regeln sorgen“ forderte der Patientenschützer.
Deutschland werde immer mehr zum Magneten für Heiler aus aller Welt, es gebe einen milliardenschweren Markt, kritisierte Brysch. Das sei kein Wunder: „Während es für die Zulassung als Heilpraktiker in Deutschland keine hohen Hürden gibt, gehen Nachbarländer wie Österreich und die Niederlande einen anderen Weg.“ Erforderlich seien eindeutige Vorgaben, was ein Heilpraktiker in Deutschland tun dürfe und was nicht, betonte der Patientenschützer.
„Sowohl für Heilpraktiker als auch für ihre Heilmittel darf nicht länger gelten: Alles ist erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist“, sagte Brysch. Im Sinne des Patientenschutzes müsse die Regel vielmehr umgekehrt werden: „Verboten ist, was nicht erlaubt ist.“ Andernfalls könne kreative Therapie tödlich enden, warnte Brysch


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