Jährlich fehlen 200.000 Tonnen Rindfleisch
Türkei: Pro-Kopf-Rindfleisch-Konsum steigt um über 300 Prozent
Die Türkei importiert 5.000 Tonnen gefrorenes Fleisch aus der EU
Ankara (nex) – Nach Angaben von Experten braucht die Türkei jährlich über 1,3 Millionen Tonnen rotes Fleisch, wobei jedes Jahr bei der Deckung des Bedarfs 200.000 Tonnen fehlen. Nach Angaben des staatseigenen Fleisch- und Milchunternehmens (ESK) wird die Türkei zur Verhinderung von Preiserhöhungen 5.000 Tonnen gefrorenes Fleisch aus EU-Ländern mit Ausnahme von Polen importieren.
„Am 23. August wird das ESK eine Auktion für 5.000 Tonnen tiefkühlfrisches Fleisch durchführen“, teilte das Unternehmen auf seiner Webseite mit.
Die türkische Zentralbank sieht den Anstieg bei den Lebensmittelpreisen, insbesondere beim Fleisch, als einen der Hauptgründe für die Inflationsrate der Türkei an, die laut dem Statistikinstitut der Türkei im Juli 8,79 Prozent und im Juni 7,64 Prozent betrug.
Die Türkei fing 2010 mit dem Fleischimport an, als die Nachfrage die Produktion übertraf. Der Pro-Kopf-Rindfleisch-Verbrauch stieg in den vergangenen acht Jahren von 4,4 auf 14,8 Kilogramm; auch beim Geflügelkonsum war eine Zunahme zu verzeichnen.
Im ersten Halbjahr betrug die Rindfleischproduktion 507,689 Tonnen, was einen Anstieg von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 472,346 Tonnen bedeutet, teilte das Statistikinstitut der Türkei mit. Die Preise für Rindfleisch sind seit 2009 um das Dreifache auf 12 US-Dollar angestiegen.
Umfrage
„Turbo-Abitur“ ohne Mehrheit an der Basis von CDU und SPD in Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf (ots) – An der Basis von CDU und SPD in Nordrhein-Westfalen ist neun Monate vor der Landtagswahl keine klare Mehrheit mehr für das achtjährige Gymnasium (G 8) zu erkennen. Das geht aus einer Umfrage der Rheinischen Post unter den jeweils 54 Kreis- und Unterbezirksvorsitzenden der beiden Parteien hervor.
52 Vorsitzende beteiligten sich an der Umfrage: 20 von der SPD, 32 von der CDU. Bei beiden Parteien sprach sich weniger als die Hälfte für das umstrittene „Turbo-Abitur“ aus: Bei der SPD plädierten neun von 20 Unterbezirksvorsitzenden für G8, bei der CDU 13 von 32 Kreisvorsitzenden. Für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium oder für Wahlfreiheit zwischen beiden Systemen sprachen sich jeweils vier Politiker aus.
Der Rest wollte sich nicht festlegen oder die Ergebnisse der Reformen abwarten, die der runde Tisch 2014 auf den Weg gebracht hatte. Resultate einer wissenschaftlichen Evaluation sollen nach dem Schuljahr 2016/17 vorliegen. CDU-Landeschef Armin Laschet sagte der Redaktion, Rot-Grün habe G8 nicht erfolgreich umgesetzt, was Eltern, Lehrer und Schüler verärgere.
„Wir werden alle Fakten und die Ergebnisse vor Ort auswerten“, fügte Laschet hinzu: „Wichtig ist aber auch, dass nicht immer wieder und noch mehr Unsicherheit in die Schulen getragen wird. Schnellschüsse sind fehl am Platz.“
"Ditib für alle"
CDU: Ditib-Imame sollten durch „Moschee-Steuer“ bezahlt werden
Düsseldorf (ots) – In der Debatte um eine Anerkennung des deutsch-türkischen Islamverbandes Ditib als Religionsgemeinschaft hat die CDU-Abgeordnete Cemile Giousouf eine Öffnung der Organisation für anderssprachige Muslime gefordert.
„Es wäre wünschenswert, dass sich der Verband auch anderssprachigen Muslimen etwa aus Syrien öffnet, um ihnen hier eine religiöse Heimat zu bieten“, sagte Giousouf der „Rheinischen Post“ mit Blick auf die hohe Zahl an syrischen Flüchtlingen.
Zudem kritisierte sie die Organisationsstruktur des Verbands, dem vorgeworfen wird, unter direktem Einfluss der türkischen Regierung zu stehen. „Es geht nicht, dass zwei von sieben Ditib-Vorstandsmitgliedern Beamte der türkischen Religionsbehörde sind“, sagte Giousouf. Um Ditib als Religionsgemeinschaft anerkennen zu können, müsste zudem die Finanzierung der Imame anders geregelt werden. Bisher werden sie aus der Türkei bezahlt.
„Die Imame sollten in Zukunft nur aus Deutschland bezahlt werden, am besten über Moscheesteuern, die die Ditib bei einer Anerkennung als Körperschaft erheben könnte“, sagte Giousouf der „Rheinischen Post“.
Pokemon Go!
Bundespolizei zu Gefahren durch Pokemon Go!
Berlin (ots) – Pokemon Go! ist eine neue Spieleentwicklung, die nach Amerika und Australien mittlerweile auch in Deutschland angekommen ist. Nutzer haben sich das Spiel bereits auf ihre Smartphones geladen und sind bundesweit auf der Suche nach den Pokemon-Figuren.
Eine Nutzung an bzw. auf Flughäfen – außerhalb des öffentlichen Bereichs – kann besondere Gefahren und Risiken mit sich bringen. Sogenannte Pokemon-Stopps hinter der Sicherheitskontrolle sollten durch den Betreiber gelöscht werden, um Unfälle zu vermeiden.
In Flughäfen sind Sicherheitsbereiche eingerichtet, die nur mit einem Flugticket oder Flughafenausweis über die Luftsicherheitskontrollstellen betreten werden dürfen. Das Passieren der Kontrolle ohne Berechtigung, ein Umgehen der Kontrollstellen oder das Öffnen von Fluchttüren kann weitreichende polizeiliche Maßnahmen und ggf. zivile Schadensersatzforderungen zur Folge haben.
Gleiches gilt für die Wege von und zum Luftfahrzeug. Hier sind aus polizeilichen und betrieblichen Sicherheitsgründen nur die vorgegebenen Wegestrecken ohne Verzögerung zu benutzen.
Kampf gegen den Terror
Türkei: Europa bekundet „Solidarität“ nach doppeltem PKK-Anschlag
Die EU erklärte nach dem Tod von neun Menschen infolge zweier Bombenanschläge in der Südosttürkei, das Land sei mit schwierigen Herausforderungen konfrontiert.
Brüssel (nex) – Die Europäische Union hat nach zwei voneinander unabhängigen Anschlägen im Südosten der Türkei ihre Unterstützung für die Türkei bekundet, hieß es in einem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten offiziellen Statement.
Die 28 Staaten drückten den Familienangehörigen der Opfer ihr Beileid aus und wünschten den Verletzten baldige Genesung, hieß es weiter in den Statement.
Acht Personen einschließlich Polizisten wurden bei den beiden am vergangenen Mittwoch verübten Anschlägen getötet und einige verletzt.
„Die Europäische Union bringt erneut ihre fortwährende Solidarität mit der Türkei, ihrer Regierung und ihrem Volk zum Ausdruck“, ist in dem Statement zu lesen. „Die türkischen Sicherheitsbehörden stehen vor schweren Herausforderungen, die auch von den Gewaltakten der PKK herrühren, die in der EU als eine Terrororganisation eingestuft wird.“
Auch die USA haben die Anschläge aufs Schärfste verurteilt. Verteidigungsminister Ashton Carter bezeichnete diese in einem Statement als „verabscheuungswürdig“.
„Diese Anschläge erinnern uns an den Mut und die Selbstaufopferung, die die allierten Sicherheitskräfte jeden Tag im Kampf gegen den Terror an den Tag legen“, erklärte er und fügte hinzu:
„Die USA sind entschlossen, mit der Türkei weiterhin eng zusammenzuarbeiten – sei es auf bilateraler Ebene, innerhalb der Anti-IS-Koalition oder der NATO -, um unsere Länder gegen gemeinsame Bedrohungen zu verteidigen“, fügte er hinzu.
Während eines Pressebriefings am vergangenen Donnerstag verurteilte das US-Außenministerium auch die Bombenanschläge vom vergangenen Mittwoch.
Türkei nach dem Putsch
Türkischer Justizminister dementiert Amnestiegerüchte
Ankara (nex) – Der türkische Justizminister Bekir Bozdag hat Behauptungen, wonach die Regierung infolge des vereitelten Putschversuchs eine Generalamnestie zu erlassen beabsichtige, entschieden zurückgewiesen. In einer Kurzmitteilung von seinem offiziellen Twitter-Account aus dementierte er die Behauptungen, die von einigen türkischen Medien in den vergangenen Tagen verbreitet worden waren.
Bozdag twitterte: „Eine Generalamnestie infolge des Putschversuchs steht nicht auf der Agenda der Regierung. Den hierzu veröffentlichen Berichten und Kommentaren fehlt jegliche Grundlage.“
Bozdag erklärte, die Behauptungen beruhten auf einem gefälschten Regierungsdekret.
Bei dem Putschversuch wurden 239 Menschen getötet und weitere 2.200 verletzt
Ankara beschuldigt den selbsternannten, in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, den Putschversuch mithilfe seiner Anhänger innerhalb des Militärs durchgeführt zu haben, die das gülennahe Netzwerk FETÖ gegründet hätten. Die Türkei hat offiziell die Auslieferung Gülens an die Türkei beantragt.
Dem Prediger wird auch vorgeworfen, durch die Gründung eines Parallelstaates seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner Unterstützer zu kämpfen, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten.
Olympia 2016
Rio: Beachvolleyballerin mit Hijab zieht weltweite Aufmerksamkeit auf sich
Rio (nex) – Während die offizielle Spielbekleidung für Beachvolleyballspielerinnen der Bikini ist, zieht Doaa el-Ghobashy aus Ägypten als erste hijabtragende Beachvolleyballspielerin, die an den Olympischen Sommerspielen in Brasilien teilnimmt, die Aufmerksamkeit auf sich. El-Gobashy, die mit der Nachrichtenagentur Anadolu sprach, sagte, dass sie weitverbreitete Vorurteile im Westen über den Islam richtigstellen wolle. Frauen sollten in allen Bereichen vertreten sein, erklärt sie.
„Ich respektiere diejenigen, die im Bikini spielen und meine Kolleginnen respektieren meine Entscheidung, im Hijab zu spielen“, so el-Gobashy weiter, deren olympische Spielbekleidung außer Gesicht und Hände alles verhüllt. Die Sportlerin fügt hinzu, dass in der islamischen Welt Frauen eine ebenso aktive Rolle spielten wie die Männer, besonders in ihrem Land, wo es 5.000 Volleyballspielerinnen gebe.
„Ich bekomme in den sozialen Medien positive Nachrichten aus vielen Ländern, besonders von Frauen, die sagen, ich hätte ihnen Mut gemacht und sie seien stolz auf mich“, erzählt el-Gobashy.
„Ich habe vielen hijabtragenden Frauen das Tor geöffnet und sie danken mir dafür“, fährt sie fort.
Wenn ihre Spielkolleginnen sie fragen, warum sie sich entschieden habe, den Hijab zu tragen, antworte sie ihnen, dass sie das schon seit zehn Jahren tue.
Es sei ihre persönliche Präferenz, erkläre sie dann, und es sei im Einklang mit den islamischen Normen.
„Die meisten Kolleginnen verstehen das“, sagt die 20-Jährige.
El-Ghobashy, die hofft, Ägypten in vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Tokio vertreten zu dürfen, betont, dass sie nach ihrer Spielleistung beurteilt werden wolle – und nicht nach ihrer Kleidung.
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Türkentum im Ausland
Türkei: Ankara lässt sich Identitätspolitik im Ausland mehrere Milliarden kosten
Ankara (nex) – Türken sollen Türken bleiben – und Ankara bezahlt dafür. Die hohen Beliebtheitsraten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in den türkischen Einwanderercommunitys zahlreicher EU-Länder und eine von Politikern beklagte fehlende Integrationsbereitschaft, die nicht zuletzt durch eine starke Identifikation mit der türkischen Heimat der Vorfahren bedingt ist, könnte auch ein Resultat offensiver kulturpolitischer Interventionen Ankaras in eigener Sache sein.
Die türkische Regierung wendet einen Milliardenetat für Kultur- und Identitätspolitik im Ausland auf. Dies hat eine Quelle aus dem Finanzministerium unter der Zusicherung der Anonymität gegenüber NEX bestätigt. Nicht weniger als vier Milliarden TL (ca. 1,4 Mrd. Euro) soll Ankara demnach im Etatentwurf für 2014 für Einrichtungen und Zwecke vorgesehen haben, deren Ziel es ist, die türkische Sprache und Kultur zu verbreiten und vor allem unter im Ausland lebenden türkischen Einwanderern die Verbundenheit zu den eigenen Wurzeln nicht abreißen zu lassen.
Mehr als die Hälfte des Etats ist für Empfänger in jenen westeuropäischen Staaten bestimmt, in denen die meisten Auslandstürken leben – wie Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Niederlande oder Frankreich. Die Lobbyarbeit läuft dabei unter anderem über reguläre Etatmittel für die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), aber auch über Zuwendungen für Organisationen wie die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) oder Posten für die Medienarbeit, die vor allem durch Publikationen des staatsnahen Turkuvaz-Medienpools betrieben wird.
Auch in der Öffentlichkeit bislang weniger stark in Erscheinung getretene Vereinigungen wie die „Koalition der Freunde Deutschlands“, die „Türkische Willkommensvereinigung“ oder die „Adnan-Menderes-Stiftung“ spielen zumindest bei der Distribution von Finanzmitteln an Think Tanks oder Einzelakteure oder an Zwecke eine Rolle, die sich hinter global umschriebenen Posten wie „Bildungs- und Wissenschaftszusammenarbeit“ oder „Sonstige Belange“ verbergen und für die nicht weniger als 647 Mio. TL vorgesehen sind (ca. 230 Mio. Euro).
Ob sich darunter auch Hilfen für die jüngst gegründete politische Partei „Allianz Deutscher Demokraten“ (ADD) oder für Social-Media-Projekte verbergen, wollte die Quelle nicht kommentieren. Ein zweistelliger Millionenbetrag ist aber in jedem Fall für Zwecke wie die Pflege türkisch-osmanischer Kochkultur oder dem Betrieb von Einrichtungen vorgesehen, die sich der Musik oder dem Sport verschrieben haben. Wie die Quelle aus dem Finanzministerium erklärte, könnte auch die Entscheidung vieler türkischer Fußballtalente, die in europäischen Vereinen ausgebildet werden, international für die Türkei statt für Deutschland, Österreich oder die Schweiz spielen, mit der aktiven Kulturarbeit der türkischen Regierung zu tun haben.
Dışişleri Kültür ve Eğitim Programı
2014 yılı planlamalarında Dışişleri Kültür ve Eğitim Programı için, Yurtdışı Türkler ve Akraba Topluluklar Başkanlığı ağırlıklı olarak ABD, Almanya, Avusturya, Fransa, Hollanda, Belçika ve İsviçre olmak üzere 4.05 Milyar TL öngörüyor. Bu bütçenin yarısından fazlası Dışişleri Bakanlığının „Kültürel alış veriş“ Planı çerçevesinde, sadece yöresel Avrupa kültürü ile transatlantik ortaklar arasında değil, Asya, Afrika ve endüstrisi gelişmekte olan ve gelişmemiş ülkeler arasındaki kültürleri ilerletmek amaçlı projesi. Devletin bütçesi kapsamında destek alan en önemli organizasyonlar arasında Avrupalı Türk Demokratlar Birliği, Adnan Menderes Vakfı, Türk İslam Kültür Vakfı ve bunlara bağlı yayın organları yer alıyor. 2014 de Eğitim ve Araştırma Bakanlığı bütçesinden 647,48 Milyon TL uluslararası Üniversite ve Bilim İşbirliği çerçevesinde, Personel Genel Müdürlüğü Personel Otomasyon Projesi eğitimi,Türk çoğunluklu tüm derneklere, vakıflara ve Avrupa Birliği ülkeleri dahil diğer ülkeler arasındaki işbirliği kapsamında Bilim ve Araştırma Bölümleri için harcanması öngörülmüştür. Kabul Tarihi: 20/12/2013
Finanzplatz Istanbul
Nach Putin-Erdogan-Treffen: Türkische Lira erreicht höchsten Wert seit Putsch
Ankara (nex) – Die Türkische Lira stieg auf 2,9452 gegenüber dem US-Dollar an und erreichte somit den höchsten Wert seit dem 15. Juli, während die Renditen der Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit von 9,41 auf 9,40 Prozent sanken.
Der russische Präsident Wladimir Putin und Erdoğan erklärten, dass die politischen und Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Türkei und Russland gestärkt und stabiler werden würden. Während ihres Treffens am vergangenen Dienstag wurden Pläne im Bereich der Wirtschaft wiederbelebt und nach politischen Lösungen für den Syrienkonflikt gesucht.
Analysten sagten, dass die durch die Wiederherstellung der türkisch-russischen Beziehungen entstandene optimistische Atmosphäre nach der Krise im vergangenen November und die Auswirkungen dieser positiven Stimmung auf die Realwirtschaft in den kommenden Wochen an Boden gewinnen und der türkischen Lira helfen würden, sich gegenüber dem US-Dollar zu erholen.
Trotz einer positiven Eröffnung des gestrigen Handelstages verloren türkische Aktien am gestrigen Mittwoch auf Grund der starken Fluktuation des Ölpreises und der verhaltenen Unternehmensgewinne 0,72 Prozent.
Der Vergleichsindex des Landes, der BIST-100 der Istanbuler Börse, stieg um 0,19 Prozent an (150,6 Punkte) und erreichte bei der Eröffnung der täglichen Sitzung am gestrigen Mittwoch 78 674 Punkte, was mit der optimistischen Atmosphäre infolge der Wiederherstellung der türkisch-russischen Beziehungen nach einer Krise im vergangenen November zusammenhängt. Am vergangenen Dienstag schloss sie mit 0,96 Prozent im Plus.
Der nationale Aktienindex Istanbul beendete den Tag jedoch mit einem Minus von 0,72 Prozent bei 77 955,65 Punkten.
Die Aktien der Garanti Bank, deren Papiere an der Istanbuler Börse am aktivsten gehandelt werden, verloren 2,91 Prozent (7,67 Lira), während die Emlak-Konut-Aktien um 1,38 Prozent auf 2,93 Lira stiegen.
Die Aktien der halbstaatlichen Turkish Airlines schlossen am gestrigen Tag nach einem Rückgang um 2,09 Prozent bei 5,61 Lira, nachdem sie am Tag zuvor einen Anstieg um 6,2 Prozent verzeichnet hatten. Das gesamte Handelsvolumen betrug 3,9 Milliarden Türkische Lira (1,31 Milliarden US-Dollar).Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan rief am gestrigen Mittwoch türkische Kreditgeber dazu auf, die Zinssätze zum Zwecke der Ankurbelung des Wachstums zu senken und versprach, die Steuerdisziplin nicht zu gefährden. Er bezeichnete die Kündigung von Bankdarlehen ohne hinreichenden Grund als einen „Verrat“.
Hinsichtlich einer Zeit, da die Zinssätze sinken und das Kreditvolumen ausgeweitet würde, erklärte er: „Keine Bank wird durch geringeren Profit Schaden erleiden.“
Nach der Rede des Präsidenten verloren Banktitel 1,78 Prozent und stiegen am vergangenen Dienstag um 1,6 Prozent an, nachdem die Türkische Zentralbank ihre Forderung an die Reservebanken hinsichtlich der Mindestsumme an verfügbarem Bargeld, das der Wirtschaft zur Verfügung stehen muss, fallengelassen hatte.
Am gestrigen Mittwoch senkte die staatliche Ziraat Bank nach der Entscheidung der Zentralbank, den Zinssatz für Tageskredite auf 8,75 Prozent zu senken, ihre Kreditzinssätze, was die Eigenheimzinsen der Ziraat Bank auf unter ein Prozent sinken ließ.
Der Istanbuler Goldindex verlor am gestrigen Mittwoch 1,68 Prozent an Wert; ein Kilogramm Gold wurde mit 127 739 Türkische Lira gehandelt.
Post-Putsch-Ära
USA: Türkischer Armeeoffizier desertiert und beantragt Asyl
Washington, D.C. (nex) – Ein türkischer Militäroffizier, der auf einer NATO-Einrichtung in den USA tätig war und von der türkischen Regierung nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli zurückbeordert wurde, hat in den USA Asyl beantragt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Es ist der erste Fall dieser Art, in welchen ein in den USA stationierter Soldat involviert ist, seit die Türkei mit umfangreichen Ermittlungen in den Reihen des Militärs hinsichtlich möglicher Beteiligter und Mitwisser des Putschversuches begonnen hat.
Der Offizier war im Hauptquartier des Alliierten Transformationskommando der NATO in Norfolk, VA tätig. Dem Kommando, welches das einzige NATO-Kommando in Nordamerika sei, unterstehen ein Koordinierungszentrum in Norwegen und ein Trainingszentrum in Polen. Name und Dienstgrad wurden bislang nicht genannt. Der Vorfall könnte die ohnehin bereits gespannten Beziehungen zwischen der Türkei und den USA weiter belasten.
Die Türkei fordert von den Amerikanern die Auslieferung Fethullah Gülens, der seit 1998 in den USA lebt und als Mastermind hinter dem versuchten Staatsstreich gilt. Ein Offizieller der türkischen Botschaft in Washington erklärt, dass ein türkischer Konteradmiral Mustafa Uğurlu sich nicht bei den Behörden gemeldet habe, nachdem die Türkei im letzten Monat einen Befehl zur Festnahme gegen ihn erlassen hatte. „Am 22. Juli hat er seine Abzeichen und seinen Ausweis an der Basis hinterlassen und danach hat niemand mehr von ihm etwas gesehen oder gehört“, erklärte ein Offizieller, der anonym bleiben wollte.
In einem im April veröffentlichten Artikel auf der NATO-Webseite wurde Uğurlu als stellvertretender Abteilungsleiter für Kommando und Kontrolle, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit genannt. Auch zwei weitere Offiziere niedrigerer Rangstufe sollen von den USA zurück in die Türkei beordert worden sein, gegen die jedoch kein Befehl zur Festnahme vorlag. Einer sei bereits zurückgekehrt, ein anderer bereite die Rückreise vor. Bislang wurden in der Türkei, die die zweitgrößte Armee innerhalb der NATO stellt, tausende Soldaten aus der Armee entlassen, unter anderem 40 Prozent der Generäle. In der Opposition regt sich Kritik, wonach die Restrukturierung der Armee ohne parlamentarische Kontrolle vonstattengehe und zu weitreichend sei.
Aus dem Pentagon wollte man keine Stellungnahme über türkisches Militärpersonal abgeben. Einer Sprecherin des Stützpunktes in Norfolk zufolge befänden sich 26 türkische Armeeangehörige dort und seien unter anderem in die Planung und Durchführung der Operationen gegen den IS involviert. Insgesamt befänden sich 160 Angehörige der türkischen Streitkräfte dienstlich in den USA. „Wir wollen betonen, dass die Türkei ein wertvoller NATO-Partner ist, der wichtige Beiträge zum Kampf gegen den IS leistet“, erklärte US-Navy-Leutnant Karen Eifert auf Anfrage und verweigerte jedwede Stellungnahme zu dem Asylbegehren.
Ein weiterer NATO-Offizieller, der sich anonym gegenüber der Zeitung Hürriyet äußerte, erklärte, dass die Umstrukturierungen innerhalb der türkischen Armee nach dem gescheiterten Putsch keine Auswirkungen auf die praktische Arbeit innerhalb der NATO-Kommandos oder auf deren Operationen gehabt hätten. Vonseiten der US-Einwanderungsbehörde und des State Departments gab es ebenfalls noch keine Stellungnahme bezüglich des Asylantrages.
Im Zusammenhang mit der türkischen Forderung nach der Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen warnte der türkische Justizminister Bekir Bozdağ vor anschwellenden antiamerikanischen Stimmungen in der Türkei, die „in Hass umzuschlagen drohen“ und nur durch eine zügige Auslieferung des mutmaßlichen Top-Terroristen besänftigt werden könnten.
Gülen selbst bestritt jede Verwicklung in den Putschversuch, allerdings befinden sich unter den bislang gefassten Verdächtigen zahlreiche seiner Gefolgsleute. Sie sollen in führender Weise an dem versuchten Staatsstreich mitgewirkt haben. Gülen beschimpfte zudem die Millionen türkischer Bürger, die sich dem Putschversuch widersetzt hatten, und drohte in verklausulierten Worten für den 14. August weiteres Unheil für die Türkei an.


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