Türkei
Marmaris: Erdoğans „Putsch-Hotel“ wird zum Tourismusmagneten
Marmaris (nex) – Erst hatten die Putschisten vom 15. Juli den Schaden des gescheiterten Staatsstreichs, jetzt haben sie auch noch den Spott: Der Hotelkomplex in Marmaris, aus dem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Putschisten entkam, ist zum Touristenmagneten geworden.
Die Hotelanlage könnte dem Ferienort nach einer schwierigen Phase für den Fremdenverkehr in diesem Jahr sogar noch einen versöhnlichen Abschluss bereiten. İsmail Kuru, der Chefmanager des Hotelkomplexes Grand Yazıcı Turban an der Ägäis-Küste von Marmaris, das Erdoğan wenige Minuten vor dem Angriff verlassen hatte, bei dem das Hotel während des Putschversuches mit Schusswaffen und Schüssen aus Helikoptern angegriffen worden war, erklärte, es habe seit dem 15. Juli einen enormen Anstieg der Buchungszahlen gegeben.
Zu einem späteren Zeitpunkt, als der Putschversuch noch im Gange war, wandte sich Erdoğan von dem Hotel aus über den Fernsehsender CNN Türk über FaceTime an die Bevölkerung und forderte diese dazu auf, auf die Straßen zu gehen und dem Putsch entgegenzutreten. Insgesamt wurden in den Tagen nach dem Angriff elf Soldaten festgenommen, die versucht hatten, das Hotel in Marmaris zu erstürmen. „Viele Neugierige haben bereits für den kommenden Feiertag zu Eid al-Adha gebucht, um unser Hotel und die Umgebung zu sehen“, erklärte Kuru gegenüber türkischen Medien.
Die viertägigen Feierlichkeiten zum Opferfest beginnen am 12. September. An diesem Tag soll auch eine Urlaubssperre für öffentlich Bedienstete enden, die nach dem Putschversuch vorübergehend verhängt worden war, was zu einem zusätzlichen Ansturm an Touristen – vor allem aus dem Inland – führen dürfte. Auch İsmail Özbozdağ, der lokale Vorsitzende der Vereinigung türkischer Reiseveranstalter (TÜRSAB), bestätigte, dass die Tatsache, dass Erdoğan seine Ferien in Marmaris verbrachte und das Hotel nach dem Putsch in den Medien zu sehen war, zu einem deutlichen Nachfrageanstieg nach Zimmern geführt habe.
Die Regierung hat die viertägigen Feierlichkeiten zu Eid al-Adha, die am Montag, dem 12. September beginnen, auf eine Woche ausgedehnt, um so den Tourismussektor zu stützen, der in diesem Jahr bislang schwer unter den politischen Verwerfungen in der Region gelitten hat. Marmaris hatte jedoch bereits während der Feiertage zu Eid ad-Fitr, einem der beiden großen religiösen Feiertage in der Türkei, der in die Hochsaison fiel, einen enormen Ansturm erlebt, so Özbozdağ. „Menschen mussten damals im Freien übernachten, in ihren Autos oder in Zelten, die sie hier gekauft hatten“, so der Verbandschef.
Der Tourismus hatte in der gesamten Türkei – insbesondere in den ägäischen und mediterranen Küstenregionen – an einer Reihe von Terroranschlägen und der diplomatischen Krise mit der Russischen Föderation nach dem Abschuss des Su-24-Kampfflugzeugs an der syrischen Grenze im November 2015 gelitten. Der Tourismus aus der Russischen Föderation, dem größten Markt für den türkischen Fremdenverkehr, hat dem TÜRSAB-Vorsitzenden Başaran Ulusoy, um 87,4 Prozent auf 183 828 abgenommen. Angesichts der jüngsten Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und der Türkei hofft die Tourismusbranche nun auf eine spürbare Erholung im nächsten Jahr.
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Türkei
Schriftstellerin Shafak sieht zwischen Nazis und Putschisten keinen Unterschied
Istanbul (nex) – Die Schriftstellerin Elif Shafak, die sich zu dem von abtrünnigen Militärangehörigen durchgeführten, vereitelten Putschversuch im vergangenen Monat äußerte, verglich das Trauma der Türken infolge des Bombenangriffs auf das türkische Parlament der Putsch-Piloten mit der Attacke der Luftwaffe auf Westminster.
„Zwischen denjenigen, die den Putschversuch organisiert und durchgeführt haben, und den Nazis gibt es keinen Unterschied“, erklärte die Autorin, die in Istanbul und London lebt, und fügte hinzu, dass jene, die zu Gewalt und List griffen, in der zivilisierten Welt keine soziale Legitimation hätten.
Shafak, die 13 Bücher, darunter auch Romane in türkischer und englischer Sprache geschrieben hat, bezog sich damit auf die „schreckliche und dunkle“ Nacht, in der etwa 240 Menschen getötet und fast 2.200 verletzt wurden, als Panzer durch die Straßen von Istanbul und Ankara rollten und F-16 Jets im Himmel dröhnten.
„Sie versuchten, die gewählte Regierung und den Präsidenten mit Waffen und Panzern zu stürzen“, sagte sie in einem mit der Nachrichtenagentur Anadolu via Internet geführten Interview. „Nichts von alldem ist weder akzeptabel noch entschuldbar.“
Shafak machte drei Gruppen aus, die gemeinsam den Putsch vereitelten: Das Volk, das dem Aufruf des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan folgte, die Straßen für sich zu beanspruchen, die Medien, die geschlossen gegen den Putsch auftraten, vor allem jene, die gewöhnlich als regierungskritisch bekannt sind und die Abgeordneten aller politischen Parteien, die trotz der Bombenangriffe auf das Gebäude eine die ganze Nacht dauernde Mahnwache für Demokratie im Parlament abhielten.
Zur Haltung Europas und der USA nach dem Putschversuch erklärte Shafak, sie glaube nicht, dass die Medien im Ausland das Ausmaß der Gefahr, der die Türkei gegenübergestanden hatte, begriffen hätten.
„Wir können und sollten in der Lage sein, Regierungen zu kritisieren“, so die Schriftstellerin. „Aber niemand hat das Recht, eine gewählte Regierung mit illegalen Mitteln zu stürzen. Ich habe die Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP) nicht gewählt […] Aber selbstverständlich erkenne ich die Legitimität der der AKP an, weil sie vom Volk gewählt wurde. So sehr ich die gewählte Regierung respektiere, so sehr kritisiere ich jedoch auch deren Handlungen, die ich als undemokratisch betrachte.“
Staatsbürgerschaft
Doppelpass: Was eine Deutsche aus der Türkei dazu sagt
Sehr geehrte Gegner der doppelten Staatsbürgerschaft,
liebe Verteidiger eines gepflegten Nationalismus!
Ja, ich habe zwei Pässe. Auch noch, um das Ganze noch schlimmer zu machen, einen deutschen und einen türkischen. Und, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen – ich habe den türkischen freiwillig angenommen – Und das nicht nur, weil es ein recht aufwendiger bürokratischer Aufwand ist, eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen (zu dem Zeitpunkt gab es noch keine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in der Türkei) und weil ich als Ausländerin Nachteile in Kauf nehmen muss – nein, es ist auch eine emotionale Geschichte. Ich fühle mich dem Land, in dem ich lebe und in dem mein Mann geboren würde, nämlich verbunden. Es hat auch etwas mit Zugehörigkeitsgefühl zu tun – ohne die Staatsbürgerschaft, in die ich geboren bin und der ich mich nach wie vor verbunden fühle, aufgeben zu müssen.
Würde man auf Sie hören und die doppelte Staatsbürgerschaft nicht mehr zulassen, hätte das extreme Auswirkungen auf Auslandsdeutsche, die oft zur deutschen noch die Staatsbürgerschaft ihres „neuen“ Heimatlandes beantragen. Im Falle der Türkei ist es nun mal so, dass die Gesetzgebung Ausländer oft vor unlösbare Probleme stellt und es ein genauso unlösbares Problem wäre, die deutsche Staatsbürgerschaft abzugeben. Weg ist nämlich dann weg im Sinne von „genauso wie nie gehabt“ – das heisst als ehemalige Deutsche, die etliche Jahre nicht wenig in die deutsche Rentenkasse und an den Fiskus gezahlt hat, als Deutsche, die enge Familienangehörige in Deutschland hat und auch noch immer Freunde und eine emotionale Bindung ans Geburtsland, müsste ich, um dieses zu besuchen, ein Besuchervisum beantragen. Ich wäre dann rechtlich gleichgestellt mit denen, die noch nie in Deutschland gelebt haben…. Das ist schlichtweg nicht zu fassen – denn pikanterweise können diejenigen, bei denen die doppelte Staatsbürgerschaft problemlos akzeptiert wird (und zwar ohne jeglichen bürokratischen Aufwand), auch ohne die deutsche Staatsangehörigkeit Deutschland jederzeit besuchen. Absurd?
Warum soll es eigentlich gerade im Falle der Türken so ein Problem sein, zwei Pässe zu besitzen? Egal ob ich den deutschen Pass nun habe oder nicht, das Gefühl, dass meine Wurzeln in Deutschland sind, wird mich bis an mein Lebensende begleiten, auch wenn mich nicht mehr wirklich etwas (ausser zum Urlaub und meine Familie zu sehen) nach Deutschland zieht.
Meine Kinder, liebe Doppelpassgegner, haben einen türkischen Vater und eine deutsche Mutter – müssen sie sich nach Ihrer Auffassung auch entscheiden? Für wen? Muttersprache oder Vaterland? Meine Kinder bezeichnen sich ganz selbstverständlich als Deutsche – und als Türken. Sie sitzen nicht etwa zwischen zwei Stühlen oder müssen sich für eine der beiden Kulturen ihrer Eltern entscheiden. Sie fühlen sich reich und beschenkt, weil sie in zwei Kulturen zuhause sind und schon in frühester Kindheit gelernt haben, dass es mehr gibt als nur eine Sicht der Dinge, was Sie bis heute nicht verstanden zu haben scheinen.
Dass es aus Gründen der „Loyalität“ nicht möglich sein soll, zwei Staatsbürgerschaften zu besitzen, ist eine seltsame Ansicht – wieviele Deutsche ohne irgendeinen Bezug oder gar ohne einen Pass eines anderen Landes fühlen sich Deutschland nicht zugehörig oder negieren gleich ganz, dass es einen Staat Deutschland gibt? Sollten die Sie nicht viel mehr beunruhigen als diejenigen, die aus freier Entscheidung die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben?
Das Problem scheinen ja vor allem die Türken zu sein, die eine Ihnen nicht genehme Regierung ihres Herkunftslandes unterstützen – und die sich auch nach wie vor für die türkische Innenpolitik interessieren. Stellen Sie sich das mal vor – auch ich interessiere mich und kommentiere nach wie vor die deutsche Innenpolitk, obwohl ich gar nicht in Deutschland lebe. Ich halte das für mein gutes Recht, denn auch wenn ich den türkischen Pass angenommen habe, ist Deutschland immer noch „mein“ Land. Genauso wie die Türkei. Hier hat mich im übrigen im Zuge der Beantragung der türkischen Staatsangehörigkeit kein Mensch gefragt, wo ich politisch stehe in Bezug auf die Türkei. Weder die Ausländerpolizei, bei der 2 Befragungen anstanden, noch die „Kommission“ die bei allen Bewilligungen das letzte Wort hat, haben auch nur ein Sterbenswörtchen zur türkischen Innenpolitik fallen gelassen. Und soweit ich das in meinem deutsch-türkischen Bekanntenkreis mitbekommen habe, auch bei niemand anderem. Nicht mal eine Unterschrift von mir war gefordert, dass ich gedenke, die türkische Verfassung zu achten und zu ehren. Dass ich mich zur türkischen Verfassung bekennen soll, wurde weder verlangt noch erwartet (wahrscheinlich einfach vorausgesetzt).
Ich würde mir doch tatsächlich wünschen, dass viele von Ihnen zur doppelten Staatsbürgerschaft ein so entspanntes und sachliches Verhältnis bekämen, wie ich es bei den türkischen Bürokraten erlebt habe…
Beste Grüsse von einer überzeugten Doppelstaatlerin
Martina Yaman
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Forsa-Studie
Aktuelle Studie zeigt: So gesund leben die Deutschen
Saarbrücken (ots) – Es muss nicht unbedingt das Fitnessstudio sein: Wie stark die Deutschen auf verschiedene Methoden einer gesundheitsbewussten Lebensweise setzen, zeigt jetzt eine repräsentative forsa-Studie im Auftrag von CosmosDirekt. Wenn es um eine gesundheitsbewusste Lebensführung geht, sind Frauen den Männern leicht voraus.
Kleine Workouts mit großer Wirkung
Den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen und „einrosten“ – das kommt für die meisten Deutschen nicht infrage. Im Gegenteil: Bewegung spielt im Alltag eine große Rolle. Laut einer repräsentativen forsa-Studie im Auftrag von CosmosDirekt nimmt die überwiegende Mehrheit (81 Prozent) öfter mal die Treppe statt des Aufzugs. Frauen liegen dabei leicht in Führung (84 Prozent) vor den Männern (79 Prozent).
Bewusste Ernährung hält fit
Frische Lebensmittel verwenden, viel Wasser trinken und auf Fett verzichten: Eine ausgewogene Ernährung ist zentraler Bestandteil einer gesunden Lebensweise. Zur Unterstützung hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 10 Regeln formuliert, die dabei helfen sollen, genussvoll und gesund zugleich zu essen.(2) Der forsa-Studie zufolge sehen das vor allem Frauen so: 86 Prozent geben an, sich überwiegend gesund zu ernähren. Bei den Männern sind es 72 Prozent.
Sport als Ergänzung
Neben ausreichend Bewegung im Alltag und gesunder Ernährung sollte auch der Sport nicht zu kurz kommen. Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) gibt an, regelmäßig Sport zu treiben. Dabei begegnen sich Frauen und Männer auf Augenhöhe: Mit 58 Prozent der Männer und 56 Prozent der Frauen sind beide Geschlechter etwa gleich aktiv. Besonders sportbegeistert sind die 18- bis 29-Jährigen. Zwei Drittel (67 Prozent) dieser Altersgruppe trainieren nach eigenen Angaben regelmäßig.
Regelmäßige Gesundheits-Check-ups sind wichtig
„Gesund sein und es auch bleiben“ – dieses Motto steht bei Frauen deutlich höher im Kurs als bei Männern: An Vorsorgeuntersuchungen nehmen über zwei Drittel (78 Prozent) teil, Männer haben mit 51 Prozent dagegen Nachholbedarf. Regelmäßige Check-ups sind wichtig, um mögliche Krankheiten frühzeitig erkennen und behandeln zu können bzw. chronischen Erkrankungen vorzubeugen. Manche Krankheiten haben zur Folge, dass die Betroffenen ihren Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben können. „Wer sich für diesen Fall finanziell absichern möchte, sollte frühzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen“, rät Silke Barth, Vorsorgeexpertin von CosmosDirekt. „Die Berufsunfähigkeitsrente kann dafür sorgen, dass das finanzielle Auskommen während der Dauer der Berufsunfähigkeit gesichert ist.“
(1) Bevölkerungsrepräsentative Studie „Wer, wenn nicht ich? – Verantwortung in Deutschland“ des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt. Im Juni 2016 wurden 2.000 Personen ab 18 Jahren befragt. Mehrfachnennungen möglich.
Erschienen bei CosmosDirekt
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Berlin
Zahl der Woche: Bund nimmt mehr als 1 Milliarde Euro Kaffeesteuer ein
Wiesbaden (ots) – Im Jahr 2015 sind 1,03 Milliarden Euro Kaffeesteuer in die Bundeskasse geflossen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Statistik der kassenmässigen Steuereinnahmen weiter mitteilt, sind die jährlichen Kaffeesteuereinnahmen relativ stabil.
Der Einnahmerekord an Kaffeesteuer stammt aus dem Jahr 1994 mit 1,16 Milliarden Euro. Vergleichsweise wenig hatte der Bund hingegen im Jahr 2006 mit 0,97 Milliarden Euro eingenommen.
Die Kaffeesteuer wird als Fertigproduktsteuer seit dem 1. Januar 1993 mit einheitlichen Steuersätzen erhoben, auf Röstkaffee mit einem Steuertarif von 2,19 Euro je Kilogramm und auf löslichen Kaffee mit 4,78 Euro je Kilogramm.
Zusätzlich werden kaffeehaltige Waren (zum Beispiel Cappuccino, Eiskaffee oder Café au Lait) bei der Einfuhr in das deutsche Steuergebiet gemäß ihrem Kaffeeanteil mit der Steuer belastet
Eruh-Anschlag 1984
Belgien: PKK-Anhänger feiern Jahrestag ihres ersten Anschlags in der Türkei 1984
Brüssel (nex) – Obwohl die Gruppe in Belgien und in der EU als eine Terrororganisation angesehen wird, haben örtliche Behörden zur Verhinderung oder Auflösung der Demonstration nichts unternommen.
Auf der Kundgebung wurden PKK-Banner an Laternenpfählen angebracht, die Demonstranten hielten Poster des verhafteten Anführers der Gruppe, Abdullah Öcalan, hoch und verlangten dessen Freilassung.
Die Brüsseler Polizei erlaubte den PKK-Sympathisanten, die Demonstration abzuhalten, obwohl die belgischen Behörden erklärten, dass sie nicht genehmigt worden sei.
Am 15. August 1984 setzten Angriffe unter Mahsum Korkmaz‘ Führung den Anfang des Krieges der PKK gegen die Türkei. PKK-Terroristen griffen eine Gendarmeriestation im Distrikt Eruh der südosttürkischen Provinz Siirt an. Dabei töteten sie einen Gendarmen und verletzten sechs Soldaten sowie drei Zivilisten.
Zeitgleich verübten PKK-Kräfte Anschläge auf eine Freiluftanlage der Gendarmerie, Offizierswohnungen und eine Gendarmeriestation im Distrikt Semdinli der Provinz Hakkari. Bei diesem Anschlag wurden ein Polizist und ein Soldat verletzt.
Belgien geriet schon vorher wegen ihrer Toleranz gegenüber PKK-Demonstrationen unter den Beschuss der türkischen Behörden.
Fehriye Erdal, Mitglied der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C), die in die Ermordung eines bekannten türkischen Geschäftsmannes im Jahr 1996 verwickelt war, floh damals nach Belgien und wurde trotz aller Aufforderungen nicht an die Türkei ausgeliefert. Belgien stuft Erdal auch nicht als Terroristin, sondern lediglich als ein „Gangmitglied“ ein.
Zübeyir Aydar, ein führendes PKK-Mitglied, den das US-Finanzministerium als internationalen Drogenhändler bezeichnet, wurde 2010 in Belgien zwar verhaftet, drei Wochen später jedoch wieder freigelassen.
Istanbul
Weltgrößter Flughafen: Mitarbeiterzahl steigt auf über 17.000
Istanbul (nex) – Ein Drittel der ersten Phase des dritten Flughafens in Istanbul wurde nach Angaben der Top-Führungskraft der bauausführenden Gesellschaft fertiggestellt. Der Flughafen ist eines der Mega-Projekte der modernen Türkei.
Zwei Milliarden Euro seien bereits in der ersten Phase des Flughafens ausgegeben worden, erklärte Yusuf Akcayoglu, der CEO des IGA Havalimani Isletmesi A.S. (IGA), eines Konsortiums aus fünf türkischen Unternehmen.
„Bislang haben wir etwa zwei von sechs Milliarden Euro des ersten Kredits ausgegeben“, sagte er und merkte an, dass die erste Phase im Mai 2015 begonnen habe.
Die Baugeschwindigkeit habe im Sommer zugenommen. Nach Akcayoglu soll der Bau im Februar 2018 beendet werden, wenn die Vertragspartner jeden Monat eine vier bis fünf prozentige Verbesserung aufweisen.
Aktuell seien 17.500 Menschen aus über 16 Ländern auf der Baustelle beschäftigt, so Akcayoglu weiter.
Der CEO gab an, dass die Zahl der Arbeitnehmer in der Nachtschicht erhöht würde und die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Hochphase 25.000 bis 30.000 erreichen werde. Das endgültige Ziel für den Flughafen sei die Abfertigung von 200 Millionen Fluggästen im Jahr, so Akcayoglu weiter. Der Flughafen werde nach Fertigstellung Flüge zu mehr als 350 Destinationen bieten.
Die Größe des Flughafens entspreche etwa 11.000 Fußballfeldern.
„Der neue Flughafen von Istanbul ist hinsichtlich der Anzahl der Arbeitsmittel und -fahrzeuge ein Kandidat für das Guinessbuch der Weltrekorde „, betonte Akcayoglu und fügte hinzu, dass 2.200 Lkw, 252 Bagger, 60 Turmkräne, 57 Planiergeräte, 124 Walzen und 101 Bulldozer sich im Einsatz befänden.
Übergriffe in Manbidsch
Assad-Opposition über syrischen PKK-Ableger: „PYD verfolgt Politik der ethnischen Säuberung“
Aleppo (nex) – Gegen die „Demokratische Unionspartei“ (PYD), den syrischen Ableger der terroristischen PKK, werden Vorwürfe erhoben, diese wolle eine ethnische Säuberung in der nordsyrischen Stadt Manbidsch vorbereiten. Lokalen Quellen zufolge sollen Angehörige der PYD in Manbidsch Gebäude der Einwohnererfassungsbehörde und des Grundbuchsamtes niedergebrannt haben, nachdem es ihrer YPG-Miliz gelungen war, mithilfe der US-geführten Anti-IS-Koalition und der Syrischen Arabischen Koalition die Stadt von der Terrormiliz IS (Daesh) zu befreien.
Quellen, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollten, erklären, diese Übergriffe wiesen darauf hin, dass die PYD beabsichtige, die demografische Struktur der Stadt zu verändern. Außerdem sei sunnitisch-arabischen und turkmenischen Bewohnern der Stadt eine Rückkehr in ihre Häuser verwehrt worden. Die PYD habe dies damit begründet, der IS habe die Zugänge dazu angeblich vermint. Nach zweieinhalb Monaten intensiver Kämpfe konnten die PYD und die Syrische Arabische Koalition – beide sind Teil des Bündnisses der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) – Manbidsch einnehmen.
Ossama Telcu, der Vorsitzende der Nationalen Koalition syrischer revolutionärer und oppositioneller Kräfte, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, man habe es für verdächtig gehalten, dass das Feuer in jenem Stockwerk ausgebrochen sei, in dem die Grundbuchsdokumente aufbewahrt worden wären. „Die PYD steht im Verdacht, dafür verantwortlich zu sein, weil sie immer schon eine Politik der ethnischen Säuberungen und der Deportation verfolgt hat. Diese Brandstiftung wird es der PYD auch ermöglichen, alles an Grundstückseigentum in Manbidsch zu beschlagnahmen“, so Telcu. Die PYD habe Familien, die nicht in den Reihen der Koalitionskräfte gekämpft hätten, die Rückkehr nach Manbidsch verweigert.
„Das zeigt, dass die PYD versucht, die demografische Struktur der Stadt zu verändern“, erklärt der Oppositionspolitiker. Auch Einwohnern der Dörfer Shuyukh Tahtani und Shuyukh Fawqani, die östlich des Euphrat liegen und in denen etwa 15 000 Menschen leben, sei eine Rückkehr vonseiten der PYD verweigert worden, erklärte Abu Razak, ein Einwohner von Manbidsch.
In den auf der gleichen Seite des Flusses gelegenen Dörfern Bucak und Suluk seien ähnliche Beobachtungen gemacht worden. Auch hier hinderte die PYD zahlreiche Familien an ihrer Rückkehr. Manbidsch selbst liegt westlich des Euphrat. Die von den US-geführten Koalitionstruppen unternommene Kampagne zur Rückeroberung der Stadt hatte vor etwa zehn Wochen begonnen. Über mehr als zwei Monate hinweg wurde die Stadt belagert, auch hunderte Zivilisten sollen im Zuge der Kampfhandlungen getötet worden sein. Die Türkei erkennt die PYD nicht als legitime syrische Oppositionsgruppe an.
Ein Sprecher des Pentagon, Gordon Trowbridge, erklärte mit Blick auf die Situation in der Stadt, er verstehe die türkischen Sensibilitäten und bestätigte, dass die PYD den Amerikanern zugesagt hätte, die Stadt im Anschluss an ihre Befreiung zu verlassen. „Manbidsch ist eine Stadt mit arabischer Geschichte“, betonte Trowbridge. „Wir erwarten, dass es auch nach der Befreiung dabei bleiben wird.“
Dem Sprecher zufolge hätten die USA bereits mit dem arabisch geführten Militärrat von Manbidsch über die Wiederherstellung der zivilen Kontrolle über die Stadt gesprochen. Man wolle dabei auch insbesondere die geschichtlichen Empfindlichkeiten der irakischen Regierung und lokaler arabischer Einwohner in der Stadt berücksichtigen. Die Eroberung von Manbidsch war von besonderer Bedeutung, da auf diesem Wege wichtige Nachschublinien abgeschnitten werden konnten, die von Gebieten an der türkischen Grenze nach Raqqa, in die Hauptstadt des so genannten „Islamischen Staates“, verliefen.
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Türkei
Höchster Wert seit 2012: 68 Prozent Zustimmung für Erdoğan
Ankara (nex) – Einen Monat nach dem gescheiterten Putschversuch durch Militärangehörige, die unter der Führung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen gehandelt haben sollen, hat den am Dienstag veröffentlichten Zahlen einer Meinungsumfrage zufolge die Popularität des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan den höchsten Wert seit Dezember 2012 erreicht.
Der Umfrage „Puls der Türkei Juli 2016“ des Metropoll-Institutes zufolge, die zwischen 28. Juli und 1. August unter 1275 Personen mittels CATI-Interviews (computergestützte Telefonbefragung) durchgeführt wurde, sind Erdoğan und der zuletzt angeschlagene Vorsitzende der oppositionellen MHP, Dr. Devlet Bahçeli, die Gewinner der letzten Wochen. Die Zustimmungsrate zur Politik des Präsidenten liegt bei 68 Prozent, was einem Plus von 21 Punkten gegenüber der Zeit vor dem Putschversuch entspricht und nahe an der 70-Prozent-Marke liegt, die seine Popularität zuletzt vor vier Jahren erreicht hatte.
Der Vorsitzende der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) legte im gleichen Zeitraum sogar um 23 Punkte zu und liegt nun bei 40 Prozent Zustimmung. Der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP), Kemal Kılıçdaroğlu, kommt auf 26 Prozent Zustimmung, der Ko-Vorsitzende der PKK-nahen HDP, Selahattin Demirtaş, auf 15 Prozent.
„Wir haben viele Krisen, Komplotte und Formen von Verrat überlebt“, freute sich der Vorsitzende der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP), Premierminister Binali Yıldırım am Sonntag anlässlich der Feierlichkeiten zum 15. Gründungstag der Regierungspartei. „Heute sind wir stärker als je zuvor.“ Yıldırım erwähnte in diesem Zusammenhang die gewalttätigen Gezi-Proteste im Juni 2013, den institutionellen Putschversuch vom 17.-25. Dezember 2013 und den jüngsten Putschversuch, der 240 Menschen das Leben kostete und fast 2200 Verletzte forderte.
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