Welttierschutztag
Türkei: Gedenkskulptur für Kater Tombili

Istanbul (nex) – Eine zum Gedenken an Tombili hergestellte Skulptur soll am heutigen Dienstag, dem Welttierschutztag, eingeweiht werden. Der wohlgenährte Kater wurde nach einer Aufnahme zu einem Social-Media-Phänomen, die ihn im „Like a boss“-Modus zeigt: Tombili lehnt neben einer gefüllten Teetasse an einem Bürgersteig und beobachtet die Szenerie um sich herum im Istanbuler Ziverbey-Viertel. Die Bildhauerin Seval Sahin stellte ehrenamtlich die Skulptur des im vergangenen August verstorbenen Tombili her, nachdem in einer auf change.org gestellten Online-Petition die Bezirksverwaltung von Kadiköy aufgefordert worden war, eine Gedenkskulptur für den Kater in seiner berühmten Pose errichten zu lassen. Die Skulptur soll am heutigen Welttierschutztag um 13 Uhr Ortszeit an der Stelle, wo die Aufnahme entstanden war, offiziell eingeweiht werden. Tombili, dessen Ruhm sich nach dem auf 9GAG erschienenen Kultfoto auf der ganzen Welt verbreitete, verstarb nach einer monatelangen Krankheit am 1. August. Der Kater wurde neben einem Baum in der Gülec-Cikmazi-Straße von Ziverbey begraben. Bewohner hängten als Zeichen der Trauer Poster auf, auf denen es hieß: „Du lebst in unseren Herzen weiter.“ Sie erzählen, dass Tombili bekannt dafür gewesen sei, Menschen gegenüber, die versuchten, mit ihm zu spielen, cool und unbekümmert aufzutreten, wie es auch auf dem Foto am Bürgersteig gut zu sehen ist. Seit die Aufnahme weltweit berühmt geworden ist, nutzen Internetuser diese für verschiedene Memes wie etwa Tombili mit einem Glas Raki oder Tee vor ihm.

US-Wahlen
Weil „er schlau ist“: Warum Donald Trump seit 18 Jahren keine Steuern zahlt

Dortmund (nex) – Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump rechtfertigte am vergangenen Sonntag seine Steuerpraxis, nachdem in einem Zeitungsbericht behauptet worden war, dass er möglicherweise zwei Jahrzehnte lang keine Steuern gezahlt habe. Die New York Times berichtet, Trump habe 1995 einen Verlust von 916 Millionen US-Dollar geltend gemacht, sodass der Immobilienmogul 18 Jahre lang keine Steuern zahlen musste. „Ich kenne unser komplexes Steuerrecht besser als jeder andere, der jemals Präsident werden wollte“, schrieb er auf Twitter, „und ich bin der einzige, der es verbessern kann.“ Trump bricht mit einer jahrzehntelangen Tradition, indem er sich bislang weigert, seine Steuererklärungen veröffentlichen. Wenn auch gesetzlich nicht dazu verpflichtet, veröffentlichen Präsidentschaftskandidaten seit 1972 ihre Steuererklärungen. Bei der Präsidentschaftsdebatte mit seiner demokratischen Herausforderin Hillary Clinton sagte Trump, es bedeute nur, dass er schlau sei, wenn er keine Steuern zahle. Clintons Wahlkampfteam äußerte in einer Erklärung scharfe Kritik an Trump, der „fast zwei Jahrzehnte es vermieden hat, Steuern zu zahlen, während Millionen von Arbeiterfamilien ihre zahlten“. Vizepräsident Joe Biden, der die öffentlichen Erklärungen scharf kritisierte, verurteilte in der vergangenen Woche Donald Trump, dessen Kommentare „mich wütend machen“, so Biden. „Ich habe acht Präsidenten erlebt, demokratische und republikanische“, so ein spürbar irritierter Vizepräsident. „Mal war ich ihrer Meinung, mal nicht. Aber jeder Präsident, dem ich gedient habe, einschließlich der Republikaner, hatte eine moralische Vorstellung darüber, was es bedeutet, Amerikaner zu sein, was von uns erwartet wird, was Grundrechte sind.“

Fatah gegen Hamas
Wahlen in Gaza wurden von Palästinenserbehörde verboten

Von Peter Z. Ziegler  Basel (BZZ) – Der Oberste Gerichtshof der Palästinensischen Behörde hat heute Montag entschieden, dass die Kommunalwahlen nur in der Westbank und nicht im Gazastreifen abgehalten werden. Grund dafür seien die Spannungen zwischen Fatah und Hamas. Es wäre die erste demokratische Entscheidung in einem Jahrzehnt gewesen. Laut Quellen in Ramallah werden die Wahlen nunmehr höchstwahrscheinlich im November stattfinden und ausser den Bürgern von Gaza dürfen auch Bewohner von Ost-Jerusalem sich nicht beteiligen.  Ursprünglich sollten die palästinensischen Kommunalwahlen in mehr als 400 Städten und Gemeinden am 8. Oktober in der Westbank und im Gazastreifen  abgehalten werden. Der Oberste Gerichtshof wirft den Behörden in Gaza „schwere Unregelmässigkeiten“ bei der Vorbereitung der Wahlen vor. Die Richter bezogen sich dabei auch auf ein lokales Gerichtsurteil in Gaza, das Kandidaten der Fatah von den Wahlen ausgeschlossen habe. Man könne von Seiten der Palästinensischen Behörde keine Situation akzeptieren, in der es zwei unterschiedliche Rechtssysteme gebe. Die Hamas lehnte die Entscheidung des Gerichts als eine „Politisierung“ des Gerichtssystems umgehend ab. Diese würde das palästinensische Volk teilen, sagte Sprecher Sami Abu Zuhri. Die Fatah habe durch die Entscheidung eine innerparteiliche Krise überspielt und wolle sich einen erneuten peinlichen Verlust bei den Wahlen ersparen. Die Hamas will sich baldigst mit anderen Gruppen darüber beraten wie gegen die Entscheidung vorgegangen werden könne. „Es ist klar, dass die palästinensische Spaltung und die tiefe Kluft zwischen der Fatah und der Hamas die Hauptursache für den Schaden für den Wahlprozess ist“ analysieren israelische Experten in der Tageszeitung Haaretz. Von Anfang an wäre es schwierig gewesen, die Wahl angesichts dieser Situation abzuhalten. „Jeder, der gehofft hatte, die lokalen Wahlen würden helfen zu einer Versöhnung zu kommen, liegt offensichtlich falsch“. Verschärft wurde der Konflikt dadurch, dass der palästinensische Präsident Mahmud Abbas an der Trauerfeier für Schimon Peres in Israel teilnahm. Erstmals seit sechs Jahren kam es dabei zu einem Händedruck und einem kurzen Austausch mit Netanjahu. Die Hamas hatte dagegen parallel dazu alle Palästinenser zu einem «Tag des Zorns» in Jerusalem und im Westjordanland aufgerufen. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen finden seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr statt, seitdem die Hamas die palästinensische Behörde und die Experten mit dem Gewinn der Parlamentswahlen 2006 überrascht hatte.  

Tag der offenen Moschee
Rainer Schmeltzer (SPD): Muslime und Islam gehören zu NRW

Dortmund (nex) – Nach einer Meldung der Deutschen Presseagentur ist der diesjährige Tag der offenen Moschee auf großes Interesse gestoßen. Die muslimischen Gemeinden hätten von großem Andrang in ihren Gebetsstätten berichtet. Der bundesweite Aktionstag wurde 1997 eingeführt. Das diesjährige Motto lautete: „Hidschra – Migration als Herausforderung und Chance“. Rund 1.000 Moscheen boten am heutigen Tag Führungen, Podiumsdiskussionen oder Ausstellungen an. Die Besucher hatten auch die Möglichkeit, beim rituellen Gebet zuzuschauen. „Ich kann mich nicht erinnern, in den vergangenen Jahren so einen Andrang erlebt zu haben. Ich habe viele neugierige Menschen von überall her getroffen“, so der Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg e. V. und Vorsitzende des „Münchner Forums für Islam e. V. (MFI), Benjamin Idriz, der dpa gegenüber. Auch der Deutschsprachige Muslimkreis (DMK) in Karlsruhe hatte heute seine Türen weit geöffnet. Nachdem der Vorsitzende Rüstü Aslandur in einer Präsentation die Organisation, ihre Geschichte, Arbeit und Ziele vorgestellt hatte, konnten die Besucher in einer gemütlichen Atmosphäre ihre Fragen stellen. Die Veranstaltung wurde gut besucht, ein wichtiges Thema stellte der geplante Bau der Zentralmoschee dar. Hannovers Landesbischof Ralf Meister besuchte die Ayasofya-Moschee in der niedersächsischen Landeshauptstadt, berichtet die dpa weiter. „Es ist ein wichtiges Signal, dass am 3. Oktober die Moscheen geöffnet sind”, betonte der evangelische Geistliche. Die Muslime in diesem Land, in dem sie ihre Heimat sähen und mit dem sie sich verbunden fühlten, setzten damit ein Zeichen für ein weiteres friedliches Miteinander der Religionen, so Meister weiter. Laut dpa war der nordrhein-westfälische Integrationsminister Rainer Schmeltzer (SPD) in einer Moschee in Witten zu Besuch. Schmeltzer wies darauf hin, dass in dem Bundesland mit 18 Millionen Einwohnern 1,5 Millionen Muslime – die meisten mit deutschem Pass – lebten. „Damit gehören die Muslime und mit ihnen der Islam zu NRW – wer das leugnet, ist einfach blind”, unterstrich er.

Demo gegen Landraub
Äthiopien: Mindestens 52 Tote nach Schüssen auf Anti-Regierungs-Demo

Bishoftu (nex) – Während einer jährlichen Erntedankfeier in der zentraläthiopischen Stadt Bishoftu in der Region Oromo wurden mindestens 52 Menschen getötet und viele verletzt. Wie es in einem Statement der Regionalregierung heißt, seien die Opfer bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Erst im Juni und August sind in Äthiopien hunderte Menschen bei Demos gestorben.

Die Zeremonie hatte sich zu regierungskritischen Protesten entwickelt. Tausende Angehörige der größten ethnischen Minderheit des Landes, die Oromo, kamen aus der gesamten Region und versammelten sich am Hora, einem der Kraterseen von Bishoftu, das sich rund 45 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba befindet. Sie skandierten auf Oromo „didne“, was „es reicht“ bedeutet.

Die tödlich endende Massenpanik brach nach Angaben eines Reporters der Nachrichtenagentur Anadolu aus, als Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten und Tränengas einsetzten. Weitere Slogans, die die Menge rief, waren „Freiheit“ und „Nieder mit Woyane“ – Woyane ist das andere Akronym für die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die seit 1991 an der Macht ist.

„Wir sind traurig, es hätte niemals passieren sollen“, sagte Kommunikationsminister Getachew Reda.Reda erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass die Opposition für die Stimmung auf der Veranstaltung vom gestrigen Sonntag gewesen sei. Er wies darauf hin, dass die Regierung für die traditionelle Feier einen Weltkulturerbeantrag bei der UNESCO habe stellen wollen.

Das Irreechaa der Oromo, das im Oktober begangen wird, entspricht etwa dem Erntedankfest und besteht aus mehreren Ritualen. Die Region Oromo ist immer wieder Schauplatz gewalttätiger Demonstrationen, die bereits im Dezember 2015 und im August dieses Jahres zu zahlreichen Todesopfern führten.

Die Demonstranten protestierten gegen die Entscheidung der Regierung, die Grenzen der Hauptstadt bis in die Region Oromo hinein zu erweitern. Sie befürchten, dass damit die Bauern von ihrem Land vertrieben würden.

Referendum
Kolumbien: Friedensvertrag mit Farc-Rebellen in Referendum abgelehnt

Dortmun (nex) – Die Kolumbianer haben am gestrigen Sonntag das Abkommen zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen zur Beendigung des 52-jährigen Konflikts überraschend abgelehnt.

„Ich bin der Erste, der das Ergebnis anerkennt“, erklärte Präsident Juan Manuel Santos während einer im Präsidentenpalast abgehaltenen Fernsehansprache. „Ich gebe nicht auf. Ich werde mich bis zum letzten Tag meiner Amtszeit um den Frieden bemühen.“ Santos fügte hinzu, dass der Waffenstillstand mit den FARC zunächst in Kraft bleiben werde. Die politische Landschaft des Landes ist nun gespalten.

Während 50,23 Prozent der Referendumteilnehmer mit Nein stimmten und somit dem ehemaligen Präsidenten und jetzigen Senator Alvaro Uribe folgten, votierten 49,76 Prozent mit Ja. Aus dem Wahlergebnis lässt sich das noch immer weit verbreitete Misstrauen gegenüber den FARC-Rebellen lesen.

„Der Frieden weckt Hoffnungen, aber die Vertragstexte von Havanna sind enttäuschend“, erklärte Uribe am Sonntagmorgen gegenüber den Medien.

Das am 26. September vor internationalen Persönlichkeiten feierlich unterzeichnete Abkommen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens – Volksarmee (FARC) und der Regierung hatte in einer eine Woche vor dem Referendum durchgeführten Meinungsumfrage noch 65 Prozent Ja-Stimmen erhalten.

Seit 1964 tobte der Bürgerkrieg in Kolumbien. Human Rights Watch zufolge soll er 300 000 Menschen das Leben  gekostet haben, jährlich sollen 200 000 Menschen, insgesamt 5,7 Millionen, in all den Jahren der Kämpfe wegen ihre Heimat verlassen haben. Die 2500 Mann starke, ebenfalls linksextreme „Nationale Befreiungsarmee“ (ELN) bekämpft weiterhin mit Waffengewalt die Regierung.

"Verstoß gegen Tarifeinheitsgesetz"
Ufo prüft Klage gegen Air-Berlin-Tarifvertrag

Düsseldorf (nex) – Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) hat scharfe Kritik an der jüngsten Tarifeinigung zwischen der Gewerkschaft Verdi und Air Berlin geübt. Nicoley Baublies, Chef der IG Luftverkehr und zugleich Ufo-Vorstandsmitglied, sagte der „Rheinischen Post“, es handle sich um einen Verstoß gegen das Tarifeinheitsgesetz. Der Abschluss sei in Geheimverhandlungen zustande gekommen. „Die anderen Gewerkschaften im Konzern – und damit auch wir – hätten über die Aufnahme und den Fortschritt der Gespräche informiert werden müssen.“ Weil dies unterblieben sei, liege ein Rechtsbruch vor. „Wir werden deshalb in der Tarifabteilung diese Woche beraten und werden dabei auch prüfen, ob wir gegen das rechtswidrige Zustandekommen dieses Tarifvertrags rechtliche Schritte einleiten.“ Zugleich griff Baublies die Konkurrenzgewerkschaft scharf an: Verdi biedere sich beim Air-Berlin-Management geradezu an, findet der Ufo-Vertreter. „Stefan Pichler lobt die Verdi über alle Maßen, das sollte jeden Mitarbeiter hellhörig werden lassen.“ Baublies warnte davor, dass selbst wenn die neuen Regeln des Manteltarifvertrags greifen sollten, immer noch die Gefahr bestehe, dass Mitarbeiter im Zuge der Sparmaßnahmen in die österreichische Tochtergesellschaft ausgelagert würden – und gegebenenfalls ein Jahr nach Übertritt zu schlechteren Bedingungen oder sogar ganz ohne Tarifregelungen dastünden.

Archäologie
Japan: Forscher entdecken in Ruine osmanische Münzen aus dem 17. Jahrhundert

Tokio (nex) – Auf der Burgruine Katsuren – einer UNESCO-Welterbestätte – in der Präfektur Okinawa in Japan wurden osmanische und römische Münzen entdeckt. Nach einem auf dem Nachrichtenportal Sputnik veröffentlichten Artikel wurden zehn Münzen, die dem Römischen und Osmanischen Reich zugeordnet wurden, von Archäologen ausgegraben, die seit 2013 in der Ruinenstätte arbeiten. Hirokiyi Miyagi von der Universität Okinawa, wo die Münzen eingehender untersucht werden sollen, erklärte gegenüber Pressemitgliedern, er sei zunächst davon ausgegangen, dass die Münzen nicht echt, sondern Repliken seien. „Als wir die Münzen aber mit Röntgenstrahlen untersuchten, war die Prägung besser sichtbar“, beschrieb Miyagi die Prozedur und fügte hinzu, dass auf einer der osmanischen Münzen das Jahr 1697 zu lesen sei und die römischen Münzen vermutlich aus der Zeit 300 und 400 v. Chr. stammten. Das Osmanische und das Japanische Reihe zeichnete eine Geschichte langer Freundschaft aus, die eine neue Stufe erreichte, als die osmanische Segelfregatte Ertugrul 1890 sank, und die meisten osmanischen Matrosen von Japanern gerettet wurden. Zurzeit führen die Kultur- und Kunststiftung Bodrum (BOSAV) und das Institut für Unterwasserarchäologie ein Bergungsprojekt durch, um Überbleibsel der gesunkenen osmanischen Fregatte zu bergen. Die Bergungsarbeiten, die vor neun Jahren gestartet wurden, gehen bei einer Tiefe von 45 Metern und einer Entfernung von 200 Metern von der japanischen Küste weiter. Acht Taucher arbeiten in Acht-Stunden-Schichten in dem Bergungsgebiet und entdeckten seit Beginn des Jahres fast 450 neue Teile.
Foto: Flickr    

Islam in Deutschland
Faktencheck: Wie islamisch ist Deutschland?

Unterföhring (nex/sat1) – Rund vier Millionen Muslime leben aktuell in Deutschland. Doch angesichts der Flüchtlingskrise und islamistisch motivierter Terroranschläge im In- und Ausland werden Ressentiments gegen Muslime stärker. In „Schwarz, Rot, Burka – wie islamisch ist Deutschland? Der Faktencheck mit Claus Strunz“ will Journalist Claus Strunz klären, wie stark der Einfluss des Islams in Deutschland wirklich ist – und welche positiven und negativen Auswirkungen dies nach sich zieht: „Nur, wenn wir Probleme ohne jegliche Schönrednerei oder Verharmlosung klar benennen und klare, unmissverständliche Konsequenzen daraus ziehen, werden wir sie lösen können.“ Auf Basis aktueller Umfragen analysieren Claus Strunz und sein Team die aktuelle Stimmungslage. Propagiert der Islam tatsächlich Hass und Gewalt oder werden die Lehren von radikalen Islamisten, einer klaren Minderheit unter den Muslimen, fehlgedeutet und missbraucht? Inwieweit ist die deutsche Gesellschaft bereit, muslimische Besonderheiten wie Kopftuch und Muezzin-Ruf zu akzeptieren? In Gesprächen mit deutschen Muslimen und Nicht-Muslimen, mit Experten sowie politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträgern wie Innenminister Thomas de Maizière und Islamexperte Abdel-Hakim Ougri klären sie: Woher kommen die Vorurteile, Ängste und Befürchtungen?

„Schwarz, Rot, Burka – wie islamisch ist Deutschland? Der Faktencheck mit Claus Strunz“, am Dienstag, 4. Oktober 2016, um 23:10 Uhr in SAT.1.


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"Keine expansionistischen Ziele"
Erdogan: „In Mosul sollten nur sunnitische Kurden, Turkmenen und sunnitische Araber bleiben“

Dortmund (nex) – In einem Interview mit dem saudi-arabischen TV-Sender Rotana äußerte sich Erdogan zur Situation im Irak mit den Worten: „Wenn Mossul vom IS (Daesh) befreit worden ist, sollten nur sunnitische Araber, Turkmenen und sunnitische Kurden dableiben“ – Mossul gehöre nämlich seinen Einwohnern.

Die Türkei und die USA starteten Ende August eine Militäroperation in Nordsyrien, um das Gebiet von IS (Daesh)-Elementen zu säubern. Ankara verfolge keine expansionistischen Ziele in Syrien oder Irak, betonte Erdogan und verwies auf die fast drei Millionen Flüchtlinge, für die die Türkei aus „einer islamischen und ethischen Verpflichtung“ heraus bereits 12,5 Milliarden US-Dollar ausgegeben habe.

Der türkische Präsident fügte hinzu, dass der Westen sich seiner Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen entziehe, und diese Länder ihre Grenzen dichtmachten.

Erdogan appellierte am gestrigen Sonntag an die islamischen Staaten, sich zu vereinigen und einander mit Solidarität zu begegnen. Erdogan darauf wies im Interview darauf hin, dass gegenüber der islamischen Welt verabscheuungswürdige Entwicklungen zu verzeichnen seien.

„Die Türkei und Saudi-Arabien werden angegriffen“, so Erdogan. „Wir sehen, dass alle Fallen und Pläne sich gegen die islamische Welt richten.“

Mindestens 600.000 Menschen seien in Syrien während des noch immer andauernden Krieges getötet worden, fügte er hinzu und warnte, dass die islamische Welt nun enger zusammenarbeiten müsse, bevor es zu spät sei.