"Urlaub in Bodrum"
Türkei: Adeles türkischer Vater bereit für DNA-Test

Izmir (nex) – Ein türkischer Volkssänger aus dem ägäischen Badeort Bodrum behauptet laut der Nachrichtenagentur Dogan (DHA), der Vater des britischen Weltstars Adele zu sein. Er habe mit Adels Mutter Penny Adkins während deren Urlaubaufenthalts in der südwesttürkischen Stadt im Juli 1987 eine Affäre gehabt, so Mehmet Asar. Das Mädchen, das anschließend im May 1988 zur Welt gekommen sei, sei Adele, und er sei der leibliche Vater, habe er erklärt. Asar habe erzählt, so DHA weiter, dass er Adkins getroffen habe, als er als Taxifahrer gearbeitet habe. Der Kontakt habe für eine Weile bestanden. „Sie wollte mich nach England mitnehmen, aber ich sagte zu ihr, dass ich in Bodrum bleiben möchte“, habe er berichtet. Adkins sei dann in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, und sie hätten noch einige Male miteinander telefoniert. Das sei jedoch unter den damaligen Umständen schwierig und teuer gewesen, irgendwann hätten sie dann mit den Telefonaten aufgehört, so Asar weiter. Der 52-Jährige habe betont, dass er nie geheiratet habe. Er wolle nur, dass Adele die Wahrheit erfahre: „Ich lade Adele und ihre Mutter nach Bodrum ein. Sie sollten herkommen, Urlaub machen, und wir könnten uns treffen. Ich denke und fühle, dass ich Adeles Vater bin. Ich wäre sogar zu einem DNA-Test bereit, wenn Adele das möchte. Das wichtigste ist für mich, dass die Leute wissen, dass ich keinerlei besonderen Erwartungen mit der Sache verknüpfe. Ich lebe in Bodrum und habe ein gutes Leben, ich möchte nur, dass meine Tochter die Wahrheit weiß.“ In einem Interview, das Adele im Jahr 2015 in den Niederlanden gegeben hatte, hatte sie erzählt, dass ihre Familie aus der Türkei, Spanien und Großbritannien stamme.

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Berlin
CDU-Generalsekretär weist Gabriel-Attacken auf Merkel zurück

Tauber: Noch-Parteichef spielt Opposition in der Regierung – „Mit dieser Strategie ist die SPD schon öfter gescheitert“ Osnabrück (nex) – CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat die Angriffe des scheidenden SPD-Chefs Sigmar Gabriel auf die Europa- und Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zurückgewiesen. „Die gemeinsamen Erfolge schlecht zu reden und Opposition in der Regierung zu spielen – mit dieser Strategie ist die SPD schon öfter gescheitert. Das sollte der Noch-Parteichef eigentlich wissen“, sagte Tauber der Neuen Osnabrücker Zeitung“. Gabriel hatte im „Stern“-Interview erklärt, nach knapp zwölf Jahren Führung durch Merkel und ihren Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei Europa „so tief gespalten wie noch nie“. Scharf kritisierte der Minister auch die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Es sei „einfach naiv“ bei der unkontrollierten Grenzöffnung „keinen zu fragen, aber hinterher von allen Solidarität zu verlangen“.

"Anti-europäisch"
Städtetag zur PKW-Maut: „Aufwand und Ertrag passen nicht zusammen“

Städtetag: „Aufwand und Ertrag passen nicht zusammen“ – Vorsitzender des EU-Verkehrsausschusses: Maut-Pläne sind „diskriminierend, unsozial und anti-europäisch“ Osnabrück (nex) – Die Kritik an den Plänen zur Einführung einer deutschen Pkw-Maut reißt nicht ab. So hält der Deutsche Städtetag den finanziellen Ertrag aus der Pkw-Maut für zu gering. „Der Ansatz, die Mittel für die Verkehrsinfrastruktur zu erhöhen, ist richtig. Aufwand und Ertrag bei der Pkw-Maut passen jedoch weiterhin nicht zusammen“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Blick auf die Erörterung der Mautpläne an diesem Mittwoch im Bundeskabinett. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rechnet bei der Pkw-Maut mit Einnahmen von jährlich 524 Millionen Euro. „Vorrangig sollte die Lkw-Maut ausgeweitet werden, nicht nur auf Bundesstraßen, sondern auf alle Straßen“, forderte Dedy. Damit könne vermieden werden, dass viele Menschen in den Städten durch Lkw belastet würden, die von den Mautstrecken auf innerstädtische Straßen ausweichen. Michael Cramer (Grüne), Vorsitzender des EU-Verkehrsausschusses, kritisierte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) scharf. „Dobrindt ging es bei seinen Maut-Plänen nie um eine faire Finanzierung der deutschen Infrastruktur, sondern vor allem um das Schüren ausländerfeindlicher Ressentiments“, sagte Cramer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Blick auf mehrere EU-Nachbarn, die Klagen beim Europäischen Gerichtshof erwägen: „Der Streit war programmiert.“ Der Bundesminister habe bei den Plänen offenbar vor allem sein Heimatbundesland Bayern im Blick gehabt, in dem immer wieder Stimmen gegen die österreichischen „Pickerl“ laut würden. „Weil sich die Bayern über die österreichische Maut ärgern, sollte es im Gegenzug eine deutsche Maut geben, die nur Ausländer, aber nicht die Deutschen trifft. Das ist diskriminierend, unsozial und anti-europäisch“, kritisierte Cramer.  

Interview
NAFRI: Neues Modelabel gegen Rassismus

NAFRI – Die Kleidungsmarke, die mit ihren Slogans und Designs ein Zeichen gegen Gewalt und Rassismus setzen möchte.

Nach dem höchst umstrittenen Polizeieinsatz in der Kölner Silvesternacht sorgte der Begriff „Nafri“ für große Diskussionen zwischen Kritikern und Befürwortern der Polizeiaktion. Nun gründete die Schriftstellerin für Kinder- und Jugendliteratur sowie Erfinderin des Iftarlenders (Schokoladenkalender für den islamischen Fastenmonat Ramadan) Nadia Doukali ihr gleichnamiges Modelabel. NEX24 traf die Frankfurterin mit marokkanischen Wurzeln für ein Gespräch.

Stell dich doch mal bitte kurz vor!

Doukali: Oh Gott, das hab ich schon immer gehasst – Vorstellungsrunde! Mein Name ist Nadia. Ich bin 45 Jahre alt, habe drei Kinder und meine Hobbys sind Yoga, Lesen und deutsche Filme und Serien Schauen. (lächelt)

Hast du dich schon bei der Kölner Polizei als Namensgeber deines Modelabels bedankt?

Doukali: Nein, aber wir werden eine tollen Aktion demnächst starten. Ich bin ein Polizei-Fan und dankbar, dass diese Menschen diesen schweren Beruf ausgesucht haben. Denn hier, genauso wie bei anderen Berufsgruppen auch, gibt es die Guten und die Schlechten. Das bringt der Mensch als Individuum nun mal mit sich. Die Berufung des Polizisten sollte wie sein Slogan sein, dein Freund und Helfer und nicht dein Rivale und Angreifer….

Darf man schon etwas über diese Aktion erfahren oder ist das noch topsecret?

Doukali: Ich möchte der Polizei auf meine Art Danke sagen und sie sprechen lassen. Auch gerne anonym (lächelt). Wie die Aktion aufgebaut wird, ist eine Überraschung. Suche dafür aber noch einen Partner. Also wer Lust hat, mit seinem Unternehmen oder als Privatperson dabei zu sein, kann sich gerne bei mir melden.

Wie kamst du dazu, dieses Modelabel zu gründen?

Doukali: An Neujahr bin ich auf die ganzen Nachrichten zu der Aktion in Köln aufmerksam geworden. Ich sprach dann mit einigen Leuten, habe deren Berichte gelesen, die vor Ort waren und das Racial Profiling selbst erlebt haben. Ich war zutiefst erschüttert, dass ein Problem, was wir schon länger haben, nun auch noch von ganz oben und ganz offiziell nicht nur erlaubt, sondern auch durchgeführt wurde. Sogar getwittert. Was für eine Aussage! Wir machen racial profiling und es ist zu eurem Schutz. Wenn ich verletzt bin, dann meldet sich nach der Wut, wie bei jedem Menschen, das Herz und die Vernunft. Ich beschloss sofort den Namen NAFRI ins Positive zu drehen und das geht nur, wenn er mir gehört. Also habe ich mir sofort die Marke gesichert und meinen Anwalt, der sich um meine kreativen Spinnereien kümmert, angerufen. Der Rest ist Geschichte…

Inwiefern appellierst du mit deinem Modelabel „Nafri“ an die Vernunft der Menschen?

Doukali: Na, sich selbst zu fragen wie sie mit gesellschaftlichen Problemen und Sorgen umgeht. Regt man sich im kleinen Kämmerlein auf und schluckt jede Pille, die einem vorgehalten wird, oder schaut man sich die Pille an und fragt nach, warum man diese jetzt bekommt. Gerade wenn es nicht um uns selbst geht, müssen wir genauer hinschauen und fragen, wie würde ich mich fühlen. Rassismus kann jeden treffen, Gewalt kann jeden treffen. Wir sollten so damit umgehen, wie wir wollten, dass man mit uns umgeht – sollte es uns mal treffen.

Warst du schon selbst mal Opfer von Racial Profiling? Fremdenfeindlichkeit?

Doukali: Ich persönlich nicht, keine Ahnung warum. Dafür mein nahes Umfeld, keine Ahnung warum (lächelt). Rassismus ist keine Antwort zu einer Frage, es ist einfach menschenverachtend.

Wofür steht „NAFRI“?

Doukali: Wenn du mich fragst, dann ist NAFRI eine saucoole Abkürzung für Nordafrikaner. Also die Maghreb-Staaten. Ich nehme hier aber alle rein, die sich mit diesem Ausdruck verbunden fühlen.

(Foto: NAFRI)

Was möchtest du mit deiner Arbeit bewirken?

Doukali: Es geht um Aufklärung und Sensibilisierung, es geht auch darum zu zeigen, wie man mit etwas Negativem umgehen kann. Feuer kann kein Feuer löschen – Hass gegen Hass aufgestellt, bringt nicht mehr raus, als neuen größeren Hass. Sollte es dazu kommen, dass wir so viele T-Shirts verkaufen, dass wir ein ordentliches Budget zusammenbekommen, dann werden wir dieses Geld nutzen, um anderen zu helfen.

Was zeichnet dein Label aus?

Doukali: Naja, zu allererst steht eine waschechte NAFRI dahinter. Mein Designer und Geschäftspartner Sebastian Weigelt ist ein Vorbild-Deutscher. Jemand der open minded ist, Dinge mit viel Humor sieht, Kreativität versteht, künstlerisch sich auf neue gewagte Dinge einlässt und mit mir in der Kombination genau das verkörpert, was NAFRI ist – gib Hass keine Chance und gestalte es um in Liebe.

(Foto: Nadia La Bonne)

Wie ist die Resonanz auf deine Produkte?

Doukali: Unfassbar gut. Neben der Aussage zu NAFRI als Begriff zu stehen, werden auch die Designs gut angenommen und gefeiert.

Auch auf Englisch wüsste man wofür NAFRI (North african) steht, kannst du dir vorstellen NAFRI international zu vermarkten? Ein NAFRI-Imperium aufzubauen? Weltweite Mode-Label-Hilfsorganisation?

Doukali: Markenschutz dauert ja ein bisschen und international sichern geht natürlich. Wir haben sehr, sehr viele Hilfsorganisationen und ich bin dafür, dass man diese unterstützt oder auch Einzelfällen hilft, als eine neue Organisation aufzubauen. Das Modelabel wird bestehen bleiben und wir designen weiter – ich finde es super wenn ich weiß, hey, ich kaufe da was und helfe damit auch gleichzeitig.

Wie stark beeinflusst dein kultureller und religiöser Background deine Arbeit?

Doukali: Ich glaube, dass mich am stärksten mein Charakter beeinflusst, meine Neugier und mein Vertrauen in die Menschen.

Wie willst du mit „Nafri“ ein Zeichen gegen Gewalt und Rassismus setzen?

Doukali: Indem wir alle diesen Ausdruck benutzen für Positives.

Man hat den Eindruck, dass Fremdenfeindlichkeit auf dem Vormarsch ist. Kommt uns das nur so vor, weil Rassisten lauter sind und die Mehrheit noch schweigt oder wird es mit Pegida, AfD und Co. wirklich schlimmer?

Doukali: Ich beschäftige mich beruflich mit Worten und Kommunikation. Wir müssen unseren Kindern beibringen, nicht einfach nur nachzusprechen, sondern ihnen zum Beispiel die Freiheit lassen, eigene Worte für ein Gefühl, das sie gerade haben, zu leben. Diese Worte sind meistens sehr schön und sehr weich. Im Urvertrauen der Liebe eingebettet, wenn du willst. Wenn wir erwachsen sind und uns nicht mehr so oft mit schönen Worten beschäftigen, unser Miteinander ein Schweigen ist, dann verkümmert unser Gefühl und dieses Einbetten von Liebe in Worten.

Das kann man wunderbar auf Social Media sehen, wenn man Postings liest oder diese selbst verfasst. Es fehlt Stimme, es fehlt ein Gefühl und vor allem, und das ist das Wichtigste, was wir von Tag zu Tag verlieren, die Persönlichkeit; jemandem beim Sprechen in die Augen zu sehen und ihn wahrzunehmen. Rassismus entsteht und ist leider so stark präsent, weil wir uns nicht mehr wahrnehmen, uns nur noch empören, uns persönlich angegriffen fühlen, draufhauen ohne des anderen Schmerz zu hören, geschweige denn nachvollziehen zu können. Wir sehen nur noch uns selbst.

Sitzen ja auch alleine am Rechner… Wir beschützen unsere Familie, unsere Kollegen, unsere Gesellschaft nicht mehr. Und jetzt kommen wir zu PEGIDA, AfD und Co. Dass es diese Gruppen gibt, dass deren Worte voller Hass und Lüge befolgt werden, hat genau damit zu tun. Wir beschützen nicht mehr, wir wissen nicht mehr, was Schutz ist und wir gehen auch nicht mehr auf die Suche. Ich bin mir sicher, dass jeder AfD-Wähler bei einem Gespräch oder einer Diskussion irgendwann anfangen würde, seinen Weg zu hinterfragen. Leider kommt man nicht so weit, denn diese Gruppe lässt keine Gespräche zu.

Einem Lügner ist nichts unangenehmer, als wenn er beim Lügen erwischt wird und die Wahrheit ihn schrumpfen lässt. Diese Parteien sind gegen unsere Demokratie und arbeiten gegen unsere Grundgesetze. Liest man sich das Parteiprogramm der AFD zum Beispiel durch, fragt man sich leider zu wenig, warum diese Parteien überhaupt noch eine Daseinsberechtigung haben. Warum gerade die, die diese Partei mit ihrem Programm fertig machen wollen, diese auch noch mit „Ja aber…“ unterstützen. Ihnen eine Plattform zu geben, bedeutet ein Schuldeingeständnis und Versagen. Es ist ein Vertrauensbruch gegenüber seinen Bürgern, die in Frieden und Offenheit leben wollen. Wir könnten ein zweites Kanada werden, das wäre doch was! Also mehr Miteinander reden anstatt übereinander.

Ganz schlimm finde ich, dass ich leider noch ganz vielen Menschen erklären muss, warum das nicht in Ordnung war, was in Köln passiert ist. Ich stelle Fragen, auf die ich dann keine Antwort bekomme, wie zum Beispiel: Was ist bitte ein nordafrikanischer Intensivtäter?

Warum gibt es diese Intensivtäter nur in Nordafrika? Was ist mit italienischen, spanischen, norddeutschen, süddeutschen, amerikanischen Intensivtätern? Werden die jetzt auch geprüft und verhaftet? Glaubt ihr, dass jemand, der auf Bewährung ist und bereits zigmal kriminell bei der Polizei gemeldet ist, tatsächlich dahin geht, wo man ihn wieder einbuchtet? Ich erkenne noch nicht einmal immer Nordafrikaner, sind Polizisten und der Staat jetzt Hellseher geworden? Was ist mit Persern, Türken, schwarzgelockten von Natur aus mit einem warmen Hautton gesegneten Michael Müller?

Wer glaubt denn wirklich da draußen, dass wir hier Kriminelle verteidigen und wer maßt sich an, zu entscheiden, ob man in einer Gruppe feiert oder nicht? Sollen sich jetzt alle jungen Single-Männer bei jedem Treffen die passende Anzahl an Frauen dazu holen? Wir Menschen haben ein Rassismus-Problem und dieses weltoffene Land Deutschland darf das nicht zulassen. Dafür kämpfe ich als Frau, als Mutter, als Deutsche und als Nordafrikanerin mit marokkanischen Eltern und drei wunderbaren Söhnen.

Das Interview führte Çağlar S. Efe

Berlin
Bundesregierung will den Majestätsbeleidigungsparagrafen abschaffen

Düsseldorf (nex) – Die Bundesregierung will den Majestätsbeleidigungsparagrafen zum 1. Januar 2018 abschaffen. Dies geht aus einem Gesetzentwurf hervor, der am Mittwoch im Kabinett behandelt wird. „Der Gedanke einer ,Majestätsbeleidigung‘ stammt aus einer längst vergangenen Epoche, er passt nicht mehr in unser Strafrecht“, sagte Justizminister Heiko Maas (SPD) der „Rheinischen Post“. Die Regelung sei „veraltet und überflüssig“. Der Unterschied zwischen der Majestätsbeleidigung und normaler Beleidigung ist insbesondere das Strafmaß. Für Majestätsbeleidigung kann es bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe geben. Auf Beleidigung gegen jedermann droht nur bis zu einem Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe. „Dieser erhöhten Strafandrohung bedarf es nicht“, heißt es in dem Gesetzentwurf. „Die Beleidigungen von Staatsoberhäuptern ist und bleibt strafbar – aber eben nicht mehr oder weniger als die eines jeden anderen Menschen auch“, sagte Justizminister Maas zu der geplanten Änderung. KONTEXT: Der Paragraf 103 war jahrzehntelang nicht angewendet worden. Im vergangenen Jahr aber ging der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan unter Berufung auf den Majestätsbeleidigungsparagrafen gegen den Satiriker Jan Böhmermann vor. Böhmermann hatte ein Schmähgedicht gegen Erdogan verfasst. Die Ermittlungen sind inzwischen eingestellt.

Astana-Treffen
Syrien-Gespräche: Turkmenen fordern von Assad-Regime Anerkennung als Minderheit

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Astana (nex/eurasia) – Im Rahmen einer Pressemitteilung am Dienstag hat die Syrische Volksversammlung der Turkmenen, die an den syrischen Friedensverhandlungen in Astana teilnimmt, erklärt, dass drei Voraussetzungen für einen dauerhaften Waffenstillstand erfüllt von der al-Assad-Regierung erfüllt werden müssen. Sie fordert von der syrischen Regierung die Anerkennung der Turkmenen als Minderheit ein. Zu den drei bindenden Forderungen, auf die sich alle Oppositionsvertreter der Rebellen in Syrien einigten, gehören die strikte Einhaltung der Waffenruhe von allen beteiligten Parteien im Konflikt, der problemlose Zugang zu humanitären Hilfslieferungen und die Entlassung von politischen Gefangenen. In diesem Zusammenhang äußerte die Generalkoordinatorin der Syrischen Volksversammlung der Turkmenen Miray Vurmay Güzel:
„Als Teil der syrischen Opposition sind wir noch am Anfang unseres Weges bei den Verhandlungen. Zunächst wird noch die Agenda der Gespräche definiert. Es ist die Umsetzung eines Dreiermechanismus zur Kontrolle eines landesweiten Waffenstillstands geplant, der von der Türkei, Russland und Iran beigewohnt wird. Es ist wichtig, dass der Waffenstillstand ordentlich implementiert wird. Das muss geschehen, bevor politische Fragen in die Diskussion eingeworfen werden.“
Der Beauftragte für außenpolitische Angelegenheiten der syrischen Turkmenen Cemil Dogac Ipek ergänzte:
„Die Türkei und Russland ergriffen 2017 die Initiative für syrische Friedensgespräche in Astana, die im weiteren Verlauf nach Genf verlagert werden. Für die Turkmenen sind die Gespräche auf lange Sicht an den Gewinn eines rechtlichen Status als Minderheit im Bürgerkriegsland Syrien gebunden. Die tatarischen Türken auf der Krim-Halbinsel erhielten 2014 von der ukrainischen Regierung einen Autonomiestatus als ‚indigene Bevölkerung‘ des Landes. Ähnliches streben wir für die türkische Minderheit in Syrien an. Unser Ziel ist die Erringung eines solches Status, auch wenn das in Vergessenheit geraten sollte in den nächsten Jahren, bleibt das ein wichtiger Titel für uns.“
Auf Anfrage von Eurasia News und NEX24, inwiefern diese Ziele unter gegenwärtigen Bedingungen umsetzbar sind, kommentierte Ipek:
Das werden die Verhandlungen in Genf ergeben. Bisher sind wir noch nicht in die Phase der Gespräche kommen, bei denen solche Fragen nachgegangen wird.“
Eindeutige, verifizierbare und objektive Informationen über Syriens Turkmenen, die sehr enge ethnische und kulturelle Beziehungen zu den Türken Anatoliens und den Turkmenen des Iraks aufweisen, stehen der politischen Forschung gegenwärtig nur mangelhaft zur Verfügung. Im Zuge des Zusammenbruches des Osmanischen Reiches, welches von den Türken Anatoliens dominiert wurde, verloren die meisten Turkmenen Syriens größtenteils ihre sprachlichen Kompetenzen und ihre Identität, dafür wurden sie staatlich verordnet arabisiert. Dennoch machen diejenigen Turkmenen, die ihre Sprache und Identität zu erhalten wussten, vermutlich bis zu 1,5 Millionen syrische Bürger aus (rund 6,5 Prozent der Gesamtbevölkerung nach Erhebungen aus dem Jahr 2013, wonach die syrische Bevölkerung knapp 23 Millionen Staatsbürger umfasste). Trotz einer weitläufigen geografischen Streuung gibt es in den ländlichen Regionen der Provinzen Aleppo und Latakia entlang der türkischen Grenze turkmenische Besiedlungskonzentrationen.

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Auch erschienen bei unserem Kooperationspartner Eurasianews

Steigende Mieten
Mieten schlucken höhere Einkommen in Deutschlands reichsten Städten

Nürnberg (ots) – In München liegt die Kaufkraft 36 Prozent über dem Bundesschnitt, die Mieten kosten aber 137 Prozent mehr. Das zeigt eine Auswertung von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale. In den zehn reichsten Stadt- und Landkreisen Deutschlands stehen die Mieten kaum mehr im Verhältnis zur Kaufkraft. Höchste Kaufkraft ballt sich rund um München und bei Frankfurt, auch Erlangen und östlicher Nachbarlandkreis von Hamburg unter den Top Ten. In Deutschlands reichsten Kreisen stehen die Mieten kaum mehr im Verhältnis zur Kaufkraft. Das ist das Ergebnis einer Analyse von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale, bei der die Nettokaltmieten mit der Kaufkraft in den 10 reichsten Stadt- und Landkreisen Deutschlands verglichen wurden. Besonders drastisch ist das Verhältnis in München: Die Bewohner gehören mit einer jährlichen Kaufkraft von 30.136 Euro pro Kopf zu den Top-Verdienern. Sie haben im Durchschnitt 36 Prozent mehr für Kleidung, Lebenshaltungs- und Wohnkosten zur Verfügung als der Durchschnittsdeutsche. Wer zur Miete wohnt, hat davon allerdings nicht besonders viel: Denn die Preise liegen bei Neuvermietung mit 16,10 Euro pro Quadratmeter im Median 137 Prozent über dem Bundesschnitt von 6,80 Euro. München & Umgebung: Hier wohnen die meisten Top-Verdiener Aufgrund der wachsenden und gut verdienenden Bevölkerung der Bayern-Metropole steigen die Mieten seit Jahren. Diese Entwicklung macht an den Stadtgrenzen nicht halt: Im Landkreis München sind die Mietpreise mit 13,30 Euro pro Quadratmeter fast doppelt so hoch wie im Deutschlandmittel. Das Gebiet liegt mit einer Kaufkraft von 30.907 Euro (139 Prozent des bundesweiten Schnitts) sogar noch 771 Euro vor der durchschnittlichen Pro-Kopf-Kaufkraft der Stadt München. Auch in den einkommensstarken Landkreisen Fürstenfeldbruck (11,50 Euro Miete pro Quadratmeter), Ebersberg (11,00 Euro) und Dachau (11,00 Euro) ist das Landleben teurer als eine Stadtwohnung in Hamburg. Die Bewohner in Deutschlands reichstem Landkreis Starnberg (12,50 Euro) haben zwar pro Kopf 45 Prozent mehr Kaufkraft als im Rest der Republik – aber sie müssen für das Leben im Umfeld von 5 Seen, den Bergen in Sichtweite und der Landeshauptstadt vor der Haustür eine um 86 Prozent höhere Miete bezahlen. Auch in Frankfurts Nachbarschaft ballt sich der Reichtum Die Gutverdiener der Bankenmetropole Frankfurt heben zwei Nachbarlandkreise in die Top Ten: Der Hochtaunuskreis hat fast die gleiche Kaufkraft wie Starnberg. Im Mittel haben die Einwohner am Südhang des Taunusgebirges mit 31.561 Euro jährlich 42 Prozent mehr Geld zum Ausgeben. Die Mieten liegen mit 10,30 Euro pro Quadratmeter allerdings 52 Prozent über dem bundesdeutschen Schnitt. Der westlich angrenzende Main-Taunus-Kreis findet sich auf Platz 5 im Einkommens-Ranking: Während die Kaufkraft der Bevölkerung hier 35 Prozent über dem Bundesschnitt liegt, kosten die Nettokaltmieten mit 10,20 Euro die Hälfte mehr als im Rest der Republik. Neben den beiden Ballungsgegenden in Bayern und Hessen finden sich nur noch zwei einzelne Gebiete unter den kaufkraftstärksten Kreisen: Auf Platz 8 liegt die Siemens-Stadt Erlangen mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 27.356 Euro, das sind 23 Prozent mehr als der Durchschnitt. Die Mieten kosten im Median 10,00 Euro pro Quadratmeter und damit 47 Prozent mehr als im Deutschlandmittel. An 10. Stelle steht der Landkreis Stormarn im Hamburger Nordosten: Hier haben die Bewohner 20 Prozent mehr Kaufkraft, die Mieten rangieren mit 8,90 Euro aber noch 30 Prozent über dem bundesweiten Median.

Kampf gegen den Terror
Handy im Hintern: Türkische Polizei fasst IS-„Richter“

Istanbul (nex) – Ein türkisches Gericht hat die Verhaftung eines IS (Deash)-„Richters“ angeordnet. Bei der Leibesvisitation war nach Angaben der zuständigen Behörden ein Mobiltelefon mit Schlüsselinformationen in seinem Anus entdeckt worden. Yasser Mohammed Salem Radown, ein ebenfalls als Abu Jihad bekannter ausländischer Staatsangehöriger, war Anfang Januar im Zuge der Polizeirazzien im Istanbuler Landkreis Zeytinburnu im Zusammenhang mit dem IS-Anschlag auf den Edelclub Reina in der Silvesternacht mit 39 Toten und 65 Verletzten festgenommen worden. Radown war nach Informationen aus Staatsanwaltkreisen war in den vom IS (Daesh)kontrollierten Gebieten als „Richter“ tätig. Aus Polizeikreisen wurde bekannt, dass das Mobiltelefon Informationen über seine Tätigkeiten sowie Fotos von Waffen enthalte. Ein Notebook mit Namen, Adressen und Telefonnummern vieler Personen mit Verbindungen zur Terrorgruppe wurde ebenfalls laut Staatsanwaltschaft konfisziert, die den Antrag auf Radowns Verhaftung gestellt und dem das Gericht stattgegeben hatte.

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Analyse
Schiitische Achse: Hisbollah unterstützt pro-iranische Milizen im Irak

Von Ali Özkök Abu Mahdi el-Muhandis, der stellvertretende Oberkommandierende der schiitischen „Volksmobilmachung“ im Irak, hat in einem Interview am dritten Januar die Präsenz der pro-iranischen Schiiten-Miliz Hisbollah im Irak offiziell bestätigt. Die in die irakische Armee integrierte „Volksmobilmachung“ pflegt hervorragende Beziehungen zur schiitisch-islamistischen Hisbollah und Iran, das eine „Vorbildfunktion“ für Iraks Schiiten einnimmt, beteuerte el-Muhandis. Im Interview mit dem Iran-nahen Fernsehsender al-Mayadeen erklärte Kommandeur el-Muhandis, dass die „Volksmobilmachung“, die auch unter ihrem arabischen Namen als el-Haschd Schaabi bekannt ist, „sehr gute Beziehungen zur Hisbollah pflegt“. Diese Beziehungen berufen sich auf „das Wissen und einem Abkommen“ mit der irakischen Zentralregierung, die als konfessionell schiitisch orientiert gilt. El-Muhandis erklärte, der ehemalige und amtierende Premierminister Nuri el-Maliki, der wegen seiner sektiererischen Innenpolitik und seines autoritären Führungsstils im August 2014 seines Amtes enthoben wurde, und Haidar el-Abadi sind sich „bis auf das Detail“ über die guten Beziehungen zur Hisbollah bewusst. Der irakische Kommandeur el-Muhandis, dem selbst enge Beziehungen zur iranischen Revolutionsgarde nachgesagt wird, sagte, dass die el-Haschd Schaabi „umfassend profitierte“ von der Hisbollah-Unterstützung, die eine „zentrale“ und „sehr wichtige“ Rolle für die Kampfbereitschaft der „Volksmobilmachung“ spielte. El-Muhandis ging so weit, dass er die islamistische Hisbollah, wie der deutsche Verfassungsschutz die militante Organisation klassifiziert, als „Brüder“ beschrieb. Diese entsandten eigenen Angaben nach Militärberater in den Irak. Diese halten sich im Irak seit Beginn der Kämpfe gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ auf. Gemeinsam mit Iran hilft die Hisbollah aus dem Libanon die irakische „Volksmobilmachung“ in Fragen „der Ausbildung, Planung, aber auch mit Waffen und Ausrüstung“. Der hochrangige irakische Kommandeur äußerte auch, dass sich der Beitrag der Hisbollah nicht nur auf eine beratende Funktion beschränkt. El-Muhandis sagte, die libanesische Schiiten-Miliz „hat Märtyrer [auf irakischen Schlachtfeldern]angeboten“. Die Beziehungen zwischen al-Haschd Schaabi und Hisbollah lassen sich nicht nur auf einen gemeinsamen Feind reduzieren, der von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ verkörpert wird, bemerkte el-Muhandis. Vielmehr handele es sich um eine ideologische Verbindung, die die Organisationen durch ihre Beziehungen zum Iran miteinander vereint.

Verbindungen zwischen irakischen Schiiten-Milizen und Libanons Hisbollah reichen in die 1980er Jahre zurück

Der Iraker informierte, dass er sich persönlich „geehrt“ fühlt, ein „langjähriges“ Verhältnis mit dem Generalsekretär der Hisbollah Said Hassan Nasrallah zu unterhalten, den er den „Meister des Widerstands“ nannte. Außerdem zählte er zwei Gründer und Militärkommandeure der Hisbollah auf, Imad Mughniyeh und Mustafa Badreddin. Beide Persönlichkeiten nannte er „herausragende Märtyrer“. Seine Beziehung zu den Kommandeuren der Hisbollah war „fest und operativ“, sagte el-Muhandis, erwähnend, dass die zwei Kommandeure in den 1980er Jahren in den Irak reisten, um eine „irakisch-schiitische dschahidistische Gruppe“ gegen den sunnitischen Machthaber Saddam Hussein zu trainieren. Ab 2003 bauten die Hisbollah-Vertreter „eine Mudschahidin-Truppe“ (Dschihadisten) im Irak auf. Sie organisierten „Widerstandszellen gegen die US-Amerikaner“, sagte der stellvertretende militärische Leiter der inzwischen in die irakische Armee eingegliederten al-Haschd Schaabi. Diese Zeit habe der al-Haschd Schaabi zur militärischen Weiterentwicklung verholfen, da „ein großer Teil“ aus „Kadern kommt, die bereits die US-Amerikaner angriffen“, so el-Muhandis. Auch el-Muhandis, der eigentlich Dschamal Dschaafer Muhammed Ali el-Ibrahim heißt, begann seine Aktivitäten in den 1980er Jahren, wo er seine Operationen mit der iranischen Revolutionsgarde und ihrem irakischen Stellvertreter, die Badr-Organisation, koordinierte, schrieb der libanesisch-jüdische Hisbollah-Experte David Daoud in einer Analyse. Gemeinsam mit Badreddin war el-Muhandis Teil einer militanten Gruppe, die sich Dawa 17 nannte. Diese Terrororganisation war an Bombenangriffe gegen die US-amerikanische und französische Botschaft in Kuweit, auf den Flughafen von Kuweit, die Zentrale des US-Rüstungskonzerns Raytheon, eine Ölbohrinsel das staatlichen Ölkonzerns und eine Energiestation von Kuweit beteiligt. Die Gruppe tötete bei diesen Angriffen 86 Menschen. Die Dschihadisten-Gruppe rund um Badreddin und el-Muhandis wird mit dem versuchten Attentat auf den Emir von Kuweit verbündet. Der irakisch-schiitische Kommandeur erinnerte, dass Badreddin und Mughniyeh nach 2003 in den Irak zurückkehrten, um irakisch-schiitische Milizen, seine Miliz einschließlich, gegen US-Kräfte „auszubilden, denen zu helfen und vorzubereiten“. Zu dieser Zeit agierte el-Muhandis als Anführer von Kataib Hisbollah, eine von Iran-finanzierte Schiiten-Organisation, die während der Zeit der US-Okkupation ab 2003 im Irak hunderte US-Soldaten tötete. Die Hisbollah unterstützte die irakische Kataib Hisbollah beim Schmuggel von improvisierten Sprengsätzen in den Irak aus Iran und Libanon. Bekannt als projektilbildende Ladung, stellten diese Sprengsätze die Hauptursache für tote Soldaten auf US-amerikanischer Seite dar. Im Ergebnis entschied Washington im Juli 2009, el-Muhandis auf die Liste der Top-Terroristen zu setzen. Die USA beschrieben el-Muhandis als einen Berater von Qassim Soleimani. Soleimani ist der leitende Kommandeur der al-Quds-Einheiten, eine Einheit der iranischen Revolutionsgarde für exterritoriale Operationen.

Teheran zieht mittels Revolutionsgarde Kriegergeneration auf

Der Kommandeur der „Volksmobilmachung“ sprach in seinem Interview überdies von den Beziehungen seiner Organisation zu anderen Staaten und Gruppen. Er betonte die Bedeutung der Islamischen Republik Iran, das eine Art Vorreiterstaat für viele arabische Schiiten darstellt. Auf Anfrage von Eurasia News und NEX24 erklärte der Chefredakteur des Fachmagazins Araznews mit Fokus auf den Iran, Babak Shahed, wie sich Teheran, das seit Jahren wirtschaftlich gebeutelt ist, ein solch umfassende militärisches und politisches Engagement im Libanon, Syrien und Irak leisten kann: „Nahezu die gesamten Erdöleinnahmen des Iran werden in den Irak und Syrien investiert. In der Islamischen Republik werden Kinder im Alter von sechs Jahren bereits für den Dienst bei den Revolutionswächtern ausgesucht. Nach einer jahrelangen ideologischen Indoktrination werden sie im Rahmen militärischer Ausbildung zu idealen Kampfeinheiten ausgebildet.“ Iran und die Hisbollah stellen „Eckpfeiler“ der Unterstützung für die al-Haschd Schaabi dar. Beide versorgen die irakische Schiiten-Miliz mit allen militärischen Notwendigkeiten, räumte er ein. Heute kauft die irakische Miliz Kriegsgüter mit Staatsgeldern aus Bagdad bei der libanesischen Hisbollah oder in Teheran ein. In der Vergangenheit erhielten pro-iranische Schiiten-Milizen jenen Waffenbedarf umsonst und mit „großer Großzügigkeit“.

Kooperation von pro-iranischen Milizen auch in Syrien erkennbar

Der Redakteur des Expertenportals mit Fokus auf Syrien, Suriye Gündemi, Ömer Özkizilcik machte daneben auf die enge Zusammenarbeit der libanesischen Hizbollah mit Schiiten-Milizen aus dem Irak wie Harakat al-Nudschab und den iranischen Revolutionswächtern in Syrien. NEX24 und Eurasia News gegenüber sagte er: „Insbesondere in Süd-Aleppo, West-Qalamoun, Nord-Hama und Nord-Homs sind Hizbollah-Einheiten aktiv. Dort kooperieren sie in der Regel mit irakisch-schiitischen Milizen unter dem Kommando der iranischen Revolutionswächter gegen syrische Rebellenbrigaden, die sich gegen Baschar al-Assad stellen. Zusätzlich zu diesen Einheiten operieren auch afghanische und pakistanische Islamisten schiitischer Konfession, die vom Iran als Söldner angeheuert wurden, auf dem Schlachtfeld.“ Kommandeur al-Muhandis betonte, dass die „Volksmobilmachung“ weder Beziehungen zu den USA will, noch sie braucht. Nach Eurasia News-Angaben kooperiert die Miliz ungehindert solcher Beteuerungen am Boden ebenso mit Militärvertretern aus den Vereinigten Staaten wie aus dem Iran. Auch der Experte Ömer Özkizilcik merkte auf Anfrage an, dass die „Volksmobilmachung im Irak Waffen von den USA indirekt über die irakische Armee und auch direkt von den USA bekommt“. Außerdem legt er dar, dass selbst amerikanische Humwees von irakischen schiitischen Milizen in Syrien zum Einsatz kommen und sogar eines dieser von der al-Qaida-nahen Ex-al-Nusra-Front, heute als Dschabhat Fatah Scham bekannt, erbeutet wurde. Obwohl die Beziehungen zur Türkei zuletzt angespannt waren, beteuerte der Schiiten-Kommandeur, dass die al-Haschd Schaabi friedliche Beziehungen nach Ankara pflegen wollen. Was im Kontrast zum tatsächlichen Verhältnis steht: Kämpfer und Kommandeure aus den Reihen der al-Haschd Schaabi drohten in der Vergangenheit, türkischen Soldaten, die Milizen im Kampf gegen die Terrororganisation IS ausbilden, aus politischen Erwägungen und Schachzügen mit Blick auf geopolitische Streitigkeiten in Nordirak „in den Kopf zu schießen“. Außerdem unterhälte die „Volksmobilmachung“ eine offene Kommunikation zu den Russen. Er sagte, Russland stationierte eigens Geheimdienststellen und Vertreter des Verteidigungsministeriums in den Irak, um in Kontakt mit der „Volksmobilmachung“ zu stehen. El-Muhandis äußerte, dass sich der Vorsitzende der „Volksmobilmachung“ Falih al-Fayyad während seines Interviews auf dem Weg nach Russland machte, um über eine russische Bewaffnung der „Volksmobilmachung“ zu verhandeln.

Schiitische Kämpfer aus Irak unterstützen Huthis im Jemen

Der ehemaligen Kommandeur von Kataib Hisbollah dementierte in seinem Interviewgespräch, dass al-Haschd Schaabi-Kämpfer „offiziell“ im Jemen aktiv sind, um die zaiditischen Huthis gegen sunnitische Kräfte zu unterstützen. Auch die Huthis nannte er seine „Brüder“ und gab zu, dass es Iraker in der einen oder anderen Stellung“ im Jemen geben wird, die mit den Huthis kämpfen. Zwischen den politischen Strukturen der al-Haschd Schaabi und Ansarullah, wie sich die Huthis nennen, existieren politische Kontakte, so der irakische Kommandeur.

El-Muhandis befürwortet im Irak eine zweite Islamische Republik im Stile Irans

Wie die Hisbollah-Führung ist auch al-Muhandis davon überzeugt, dass eine schiitische Theokratie nach iranischem Modell auch im Irak etabliert werden sollte. Er betrachtet sich als ein Vertreter des obersten „Führers“ Irans Groß-Ayatollah Ali Chamenei. Seine Zukunftspläne für die „Volksmobilmachung“ ähneln denen der libanesischen Hisbollah, die angibt, dass sie sich nicht entwaffnen kann, weil Israel noch immer Süd-Libanon okkupieren möchte. Aus dem Libanon zog sich die IDF im Mai 2000 zurück. Ähnlich argumentiert al-Muhandis mit Blick auf die al-Haschd Schaabi Präsenz „im Kampf gegen die Terrormiliz IS“. Er wies daraufhin, dass die „Volksmobilmachung“ auch dann nicht abgerüstet wird, wenn der IS vernichtet wurde, da die Gefahr bestünde dass der IS in einer anderen Form zurückkehrt. „Die Baath-Partei wandelte sich zur al-Qaida. Wer weiß was danach kommt“, führte al-Muhandis an. Der Nahost-Experte Ömer Özkizilcik beäugt diese Aussage im Gespräch mit Eurasia News und NEX24 kritisch. Seiner Meinung handele es sich bei der Aussage von al-Muhandis lediglich um einen opportunen Vorwand für die Rechtfertigung der Existenz einer bewaffneten Schiiten-Organisation. Diese Entwicklung werde unweigerlich zu neuen Konfliktlinien zwischen der dominierten schiitischen Majorität im Irak und der ehemals einflussreichen, aber politisch und wirtschaftlich marginalisierten sunnitisch-arabischen Minderheit im Land führen.

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Erdogan in Afrika
Mosambik: Erdogan will Know-How mit Afrika teilen

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Maputo (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am gestrigen Dienstag Mosambik besucht. Am Tag zuvor war er sich in Tansania, wo neun bilaterale Abkommen unterzeichnet worden waren. Es wird erwartet, dass er seine Südostafrika-Reise mit der dritten Station in Madagaskar beendet.

In der mosambikanischen Hauptstadt Maputo wurden sechs Abkommen in sechs verschiedenen Bereichen zwischen den beiden Ländern unterzeichnet. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu unterzeichnete zwei Absichtserklärungen über Visa- und Passangelegenheiten.

Ein Abkommen über die Handels- und Wirtschaftskooperation und ein Investitionschutzabkommen wurden vom türkischen Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci unterzeichnet. Auch im Kultur- und Tourismusbereich einigte man sich über zwei Absichtserklärungen.

In seiner Rede auf dem Businessforum Türkei-Mosambik wies der türkische Präsident darauf hin, dass die Türkei die sechstgrößte Wirtschaft Europas und die am schnellsten wachsende in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sei. Türkei sei bereit ihr Wissen und Erfahrungen mit Afrika in vielen Bereichen zu teilen. „Wir sind bereit, unsere Erfahrungen mit unseren afrikanischen Brüdern zu teilen“, so Erdogan.

„Unsere Investitionen auf dem Kontinent [Afrika] haben sechs Milliarden US-Dollar erreicht“, betonte er und fügte hinzu: „Türkische Investoren haben in Afrika die meisten Arbeitsplätze geschaffen.“

Die Türkei habe, so Erdogan weiter, große Erfahrungen in der Infra- und Suprastruktur, die sie mit Mosambik teilen könne.

Nyusirief türkische Unternehmen zu mehr Investitionen in seinem Land auf.

„Wir möchten, dass sich unser Land hauptsächlich in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft und Tourismus entwickelt“, kündigte der mosambikanische Präsident Filipe Nyusi an und wies daraufhin, dass die Regierung einen Fünf-Jahres Entwicklungsplan vorbereitet sowie neue Flughäfen und Bahnstrecken gebaut habe. Dies solle ausländische Investoren ins Land locken.

Nyusi sagte türkischen Geschäften bei gemeinsamen Investitionen Unterstützung zu.

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