WDR-Interview
John Malkovich: „Ich werde Harvey Weinstein spielen“

Köln – Hollywoodstar John Malkovich hat im Interview mit dem WDR-Kulturmagazin Westart (WDR Fernsehen, Montag, 4. Juni 2018, 22.40 bis 23.20 Uhr) erstmals verraten: „Ich werde Harvey Weinstein spielen“. Dem Filmproduzenten Weinstein wird von mehr als 100 Frauen sexuelle Belästigung und Vergewaltigung vorgeworfen. Malkovich wird die Rolle in dem Theaterstück „Bitter Wheat“ von David Mamet spielen, das im kommenden Jahr im Londoner „West End“ aufgeführt werden soll. „Das Theaterstück ist sehr lustig und sehr fies zugleich. Ich bin mir sicher, dass wir damit polarisieren werden“, sagte Malkovich am Rande der Ruhrfestspiele in Recklinghausen. Der Schauspieler hat eine klare Haltung zur #metoo-Debatte. „Ich weiß nicht, was es zu debattieren gibt, wenn es um sexuelle Belästigung geht. Wenn jemand vergewaltigt wird, gibt es nichts zu debattieren. Wenn jemand belästigt wird, gibt es nichts zu debattieren.“ Malkovich fordert Aufklärung und kritisiert soziale Netzwerke als öffentlichen Pranger. „Ich würde mir wünschen, dass all diese Dinge direkt vor Gericht gehen. Die Polizei sollte informiert werden und ermitteln. Ich denke nicht, dass eine mediale Debatte notwendig ist.“ John Malkovich (64) zählt zu den bedeutendsten Charakterdarstellern in Hollywood, wurde zweimal für den Oscar nominiert und gewann zahlreiche Preise für seine schauspielerischen Leistungen. Immer wieder verkörpert er auf Theaterbühnen und in Kinofilmen komplexe, intellektuelle und herablassende Charaktere.

Journalist Klaus Jurgens
„Ach so, deshalb magst Du ja die Türken“ – Ein Kommentar

Falschinterpretierte Türkei – Reflektionen über meine eigene Generation Von Klaus Jurgens Ach, wie einfach ist das doch alles in der Türkei. Ein einladendes Land mit herzlichen Menschen – somit kommt man halt auch schnell ins Gespräch. Und da das Thema Familie hier einen besonderen Stellenwert hat, wird man auch als Ausländer oft nach seinem eigenen Familienstand gefragt; nicht negativ neugierig gemeint, sondern ganz natürlich, genauso wie es unter türkischen Nachbarn und Kollegen gang und gäbe ist. „Ach so, deine Frau ist von hier, sehr schön“ – so oder ähnlich hört man es meistens, wenn beide Gesprächspartner dann ihre Situation schildern. Häufig schallt mir dann das liebgemeinte Wort „enişte“ entgegen; offiziell übersetzt eher Schwager, oder Ehemann der Schwester; wird aber in der Türkei und von Türken im Ausland auch für jeden benutzt, der Ausländer ist und eine Türkin geheiratet hat. In so manchem anderen europäischen Land und sollte eine Unterhaltung auf dieselben Themen kommen, also von woher man gerade kommt (bald 14 Jahre Türkei und immer wieder hin und her), und mit wem man zusammenlebt (türkische Ehefrau) und ob man Kinder hat (in der Türkei geboren), erwartet mich im besten Falle Schulterzucken, als verbaler Mittelweg ein „oh echt, wirklich?“ und im schlimmsten Falle ein Blick in Augen gefüllt mit Skepsis, fast schon Mitgefühl, als ob man gerade etwas Furchtbares von sich gegeben hätte. Oder als weitere Variante dieser zynische, mit einem schäbigen Grinsen versehene‚ „ach so, deshalb magst Du ja die Türken“. Dummheit hoch zehn Kommentar. An Tagen, wenn ich in guter Laune bin (fast immer), versuche ich eine Konversation. Ernsthaft, ich gebe einfach nicht auf, falsche Informationen über Land und Leute geradezurücken. Es klappt manches Mal, aber zur Zeit eher selten. So groß ist die negative Einstellung vieler Menschen gegenüber der modernen, demokratischen Türkei, die eben nicht mehr eine Marionette zumeist westlicher (militärischer und regionaler Einflussnahme) Interessen ist. An anderen Tagen und wenn ich zum Beispiel den Fehler begangen habe und mal wieder einige offiziell objektive Tageszeitungen studiert habe, die aufgrund ihrer permanenten Falschmeldungen über die heutige Türkei kaum noch Platz für echte Nachrichten haben, und wenn von daher mein Anti-Türkei-Akzeptanz-Level mal wieder beträchtlich gegen Null tendiert, da höre ich besser weg, oder sage einfach nichts mehr und wechsle schnell das Thema. Und genau hier möchte ich mit meiner Kritik ansetzen. Bitte glauben Sie mir liebe Leserinnen und Leser, ich komme auch aus der Provinz. Nein, ich meine damit nicht Sie, sondern nur mich selber. Ein kleines Nest, wo das Wort Ausländer nicht weiter reichte als bis zur einzigen Pizzeria in der Gemeinde. Und der Wirt wurde eigentlich nicht als Ausländer angesehen, da wir doch alle den Traum hatten, und viele verwirklichten ihn auch, in Italien Urlaub zu machen. Also Italiener und solange sie eine Pizzeria oder Eisdiele betrieben, waren bestens integriert. Gab ja auch nur einen plus Ehefrau und Kinder so um die 10 000 Einwohner. Aber irgendwann packte man seine Koffer und entdeckte dank Interrail Europa. Und danach war eben alles ganz anders. Da man erfahren hatte, dass man selber eigentlich überall ein Fremder oder Ausländer ist, betrachtete man seine eigenen ausländischen Mitmenschen zurück zu Hause auf einmal viel freundlicher, da man selber eben auch sehr freundlich aufgenommen worden war, ob in Sizilien oder in Stockholm. Über die Jahre waren bei uns zu Hause der Spanier und der Türke und der Jugoslawe und viele weitere stolze Nationalitäten hinzugekommen. Also wie gesagt: Ihr Autor stammt aus relativ kleinen Verhältnissen, hat es aber mittels unzähliger Auslandsreisen fertiggebracht, die Wörter Respekt und Toleranz zu lernen und zu schätzen. Ein gewisses Maß an Offenheit, Interesse am Anderen, am Zusammenleben verschiedener Kulturen und Ideen. Zugegeben, je mehr man unterwegs ist, umso einfacher. Aber auch diejenigen unter uns, die nicht so viele Gelegenheiten hatten, über „das Andere“ und die große weite Welt persönlich zu erfahren, sind vor allem heute ja nicht mehr von genau dieser weiten Welt abgeschnitten wie wir damals im Zeitalter ohne WWW. Fernsehen, Radio, Internet, Zeitungen… eigentlich sollte multikulturelles Zusammenleben heute doch genauso einfach sein wie das ABC! Was genau ist dann mein Kritikpunkt? Nicht, dass manche Menschen weniger umherkommen, natürlich nicht. Reisen kostet ja erst einmal Geld und das ist überall knapp. Nein, mein Kritikpunkt bezieht sich auf die Informationsquellen, die ich im letzten Abschnitt ansprach: TV, Radio, Medien – wenn Sie permanent nur Schlechtes über ein Land hören, dann glauben Sie das doch eventuell auch irgendwann einmal? Wenn man keinen Vergleichswert hat? Wenn Lobbygruppen in Ihrem Lande Negativpropaganda betreiben? Wenn einzelne Politiker als Hassobjekte auserkoren werden? Wenn selbst Politiker mit türkischen Wurzeln ihre prinzipielle Heimat als Feindbild erklären, weil sie wohl von dubiosen Quellen finanziell dafür entlohnt werden? Aber die Medien agieren nicht im luftleeren Raum. Solange unsere Politik es nicht fertigbringt, das multikulturelle Leben auch vorzuleben, in all seinen tollen Facetten und Farben, dann werden auch unsere Mainstream-Medien sich kaum die Mühe machen, etwas Positives darüber zu schreiben oder ein TV-Special zu produzieren mit Fakten anstelle von Fake-News. Ein Teufelskreis – derzeitige populistische Bewegungen nutzen ihn nur zu gerne für ihre eigenen oftmals abwegigen Ziele aus. Als einzelner Rufer gegen den Wind kann man wenig ausrichten. Aber ich glaube fest daran, dass meine Generation dazugelernt hat; erst mittels Interrail und jetzt per Internet. Nur, dass sie entweder zu schüchtern oder zu fehlgeleitet ist, um es auch zu sagen. Wenn wir als Mitbürgerinnen und Mitbürger aufstehen und uns für eine Welt von Toleranz, Respekt und Miteinander einsetzen, können wir die ewigen Schlechtmacher der modernen Türkei ganz leicht in ihre Schranken weisen. Dazu gehört Mut und Courage, aber die haben wir doch, oder etwa nicht? Wir sind doch die Post-1968-Generation, die es eigentlich gelernt haben sollte, sich für Demokratie und Internationalität einzusetzen, die zum Beispiel gegen Putschversuche eindeutig Stellung bezieht. Die selbstredend den Terror überall auf das Schärfste verurteilt und Staaten, die davon betroffen sind, Solidarität anbietet? „Was, ihr kommt aus der Türkei?“ Na klar; a) genau so, als ob man aus Argentinien oder Augsburg stammt; und b) von der türkischen Gastfreundschaft und Herzlichkeit und eben auch Normalität gegenüber internationalen Mitbürgerinnen und Mitbürgern können sich so manche europäische Gesellschaften noch ein (Politik-)Stück abschneiden.

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– Kommentar – Journalist Klaus Jurgens: Türkei ist eine Demokratie – drei Wünsche an die GroKo

„Da wäre erstens das fehlende Verständnis für den Juli 2016 – Putschversuch; ich bitte um vollste Unterstützung für die Bemühungen in der Türkei die kriminellen Putschisten zur Verantwortung zu ziehen und das muss auch Hilfestellung bei der Suche nach flüchtigen Putschisten die sich ins Ausland abgesetzt haben beinhalten.“ Ein Kommentar.

Journalist Klaus Jurgens: Türkei ist eine Demokratie – drei Wünsche an die GroKo
 

AVAAZ-Aktion
Brüssel: 4.500 Schuhe für jeden Toten im Gaza

Brüssel (tp) – 4.500 Paar Schuhe für die Toten im Gazakonflikt – dieses Bild sahen die EU-Außenminister in Brüssel während ihrer Gesprächssitzung, in der es auch um den Gazastreifen und die Opfer der letzten Tage seit dem 30. März gehen sollte. Mitglieder der Aktivistengruppe Avaaz hatten in den frühen Morgenstunden säckeweise Schuhe mitgebracht und vor dem Gebäude des Rates der Europäischen Union in Brüssel auf dem Jean-Rey-Platz ausgelegt. Bürger aus ganz Europa hatten die Schuhe in den vergangenen Tagen gespendet. Die Zahl 4.500 steht dabei für alle Opfer im Gazastreifen, die seit dem Jahre 2008 registriert wurden. „Bürger in ganz Europa haben eine klare Botschaft für unsere Regierungen: Das Leben von Palästinensern ist uns wichtig und sie müssen auch für unsere Regierungen von Bedeutung sein“, sagte der Leiter der Avaaz, Christoph Schott. „Als Israels größter Handelspartner und politischer Verbündeter ist es unsere moralische Verantwortung, der Netanjahu-Regierung ein klares Signal zu geben, dass die Gewalt aufhören muss“, fügte er hinzu. Damit wollten die Aktivisten erreichen, dass die Vorfälle in Zusammenhang mit den übermäßigen Repressionen gegenüber den Demonstranten im Grenzgebiet zwischen Gaza und Israel seit dem 30. März verurteilt werden. Am Vortag des Treffens der EU-Außenminister hatte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini bekanntgegeben, sie sei bereit, die Strategie der EU gegenüber Israel zu überdenken. „Es gibt keinen Friedensprozess, daher die Spannungen in Gaza. Wir – alle 28 – sind entschlossen, Jerusalem als zukünftige Hauptstadt zweier Staaten zu sehen.“ Bei der Sitzung sollte neben den Spannungen, die in den letzten Tagen mit der Verlegung der US-amerikanischen Botschaft nach Jerusalem einhergingen, die Minister über die Notwendigkeit sprechen, für den Friedensprozess und für die Erreichung eines gerechten und dauerhaften Friedens auf Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung, einschließlich des Status von Jerusalems – wobei es sich um Prinzipien der konstanten Position der Europäischen Union handelt – erneut einen politischen Horizont zu schaffen.

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– USA – New Orleans stimmt Boykott-Aktion gegen Israel zu

Der Stadtrat von New Orleans, der größten Stadt des US-Bundesstaats Louisiana, hat nach einem Jahr der Proteste und des Drucks der Gemeinde am gestrigen Donnerstag einstimmig beschlossen, die internationalen Menschenrechte zu verankern.

New Orleans stimmt Boykott-Aktion gegen Israel zu

Solingen-Überlebende ruft zur Versöhnung auf
Mevlüde Genc: „Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.“

Mevlüde Genç ruft zur Versöhnung auf Vor 25 Jahren wurden in Solingen fünf, aus der Türkei stammende Menschen ermordet. Mevlüde Genc (75), die Frau, die bei dem Anschlag Töchter und Enkelinnen verlor, rief bei der heutigen Gedenkverstaltung mit bewegenden Worten zu Versöhnung auf: „Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.“ Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel rief bei der Gedenkveranstaltung des Bundeslands Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zum Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland auf. „Auch heute werden Menschen in unserem Land angefeindet und angegriffen, weil sie Asylbewerber oder Flüchtlinge sind oder weil sie wegen ihres Aussehens, ihrer Hautfarbe dafür gehalten werden – egal wie lange sie schon bei uns leben. Solche Gewalttaten sind beschämend, sie sind eine Schande für unser Land. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus dürfen in Deutschland und anderswo auf der Welt keinen Platz haben“, sagte Merkel. Die Bundeskanzlerin nannte Mevlüde Genç, die Mutter, Großmutter und Tante der Opfer, ein Vorbild. Sie habe auf eine unmenschliche Tat mit menschlicher Größe reagiert. „Dafür bewundern wir Sie und dafür danken wir Ihnen.“ Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu machte deutlich, dass der rechtsextreme Anschlag auf das Wohnhaus der Familie Genç nicht „der erste und werde nicht der letzte gewesen“ sei. Er bot Deutschland „jede Art der Unterstützung“ der Türkei an, um gegen Rassismus vorzugehen, aber auch um bei der Integration zu helfen. Zuvor hatte der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet, in seiner Ansprache vor Hass und Fremdenfeindlichkeit gewarnt. Die Lehren aus dem Anschlag hätten nichts an Aktualität verloren. Bei dem rassistischen Brandanschlag auf das Haus der türkischen Familie Genç in Songen lwaren am 29. Mai 1993 fünf Mädchen und Frauen getötet worden. Als Täter wurden vier junge Petsonen mit Kontakten in die rechte Szene wegen Mordes verurteilt. Sie sind heute nach Verbüßung der Strafe wieder frei. Thomas Bernhard

– Türkei – Ankara: Erdogan kündigt weltweiten Kampf gegen Islamophobie und Rassismus an

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat versprochen, gegen Islamophobie und Rassismus zu kämpfen. Diese seien „zu einem schwerwiegenden Sicherheitsrisiko für unsere im Ausland lebenden Mitbürger geworden“, erklärte er.

Türkei-EU Beziehungen
Visafreiheit für Türken rückt näher: EU-Delegation reist nach Ankara

Ankara (nex) – Die von Deutschen und Türken gleichermaßen voller Hoffnung erwartete EU-Reisefreiheit für türkische Staatsbürger rückt mit jedem Tag näher. Wie türkische Medien berichten, reist eine EU-Delegation am kommenden Donnerstag nach Ankara, um die letzten noch benötigten Schritte zur Erfüllung der 72 Kriterien – von denen die Türkei bereits 67 erfüllt hat – zu besprechen. Vorsitzender der Delegation ist Vize-Generaldirektor für Migration und Innere Angelegenheiten, Simon Mordue. Auch die Arbeiten für die übrigen fünf Kriterien seien inzwischen erledigt und das entsprechende Positions-Dokument bereits am 7. Februar Brüssel überreicht worden. Bei den Gesprächen am Donnerstag werde es insbesondere um die Themen Antiterrorkampf und Schutz persönlicher Daten gehen. Wie der türkische Nachrichtensender TRT berichtet, hatte Ankara eine Überprüfung und nötigenfalls Änderung des Gesetzes zum Schutz persönlicher Daten im Rahmen der EU-Normen angekündigt. Die EU erwartet von der Türkei entsprechende Schritte. Reisefreiheit nicht für jedermann? Cem Davsan, Mitarbeiter einer privaten Visabeschaffungsfirma in Istanbul, sagt, er denke, die Änderungen bei den Visaregelungen würden lediglich bestimmte soziale Klassen in der Türkei betreffen. „Wenn die Visafreiheit durchgesetzt wird, denke ich, dass das nur für Menschen gelten wird, die in großen Unternehmen arbeiten“, erklärte er der gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. „Ich glaube nicht, dass normale Bürger mit Mindestlohn Visafreiheit erhalten werden. Das wird nur für eine bestimmte soziale Schicht geschehen.“ Davsan, dessen Unternehmen Reisewilligen bei der Erledigung der bürokratischen Hürden im Zusammenhang mit der Erteilung von EU-Visa hilft, erklärte, die beliebtesten Reiseländer von Türken, die Urlaub in Europa machen wollten, seien Italien, Griechenland und Spanien. Auch Deutschland sei ein beliebtes Reiseziel auf Grund der großen türkischen Bevölkerung in dem Land und familiären Bindungen. Ayla Karamate, Mitte 60 und Rentnerin, erklärt, sie warte seit den 1980ern auf die Visaliberalisierung. Sie habe kürzlich 135 Euro an ein privates Unternehmen bezahlt, das ihren Antrag zur Erledigung bringen soll. „Ich sage mir immer und immer wieder, ich werde kein Geld mehr dafür ausgeben, aber ich mache es immer wieder.“ Neben den Visaerleichterungen hat sich die Türkei im Gegenzug zur Rücknahme von Asylbewerbern, die Beschleunigung der Beitrittsverhandlungen und einen Kostenbeitrag von sechs Milliarden Euro zur Flüchtlingshilfe durch die EU zusichern lassen. „Ich stehe hier zusammen mit 100 anderen Leuten, die alle ein Visum wollen, das ist lächerlich“, so Ekrem Durmaz, der am Ende einer langen Schlange außerhalb des Büros eines Unternehmens in Istanbul wartet, das sich auf die Erledigung von Visaangelegenheiten in die EU spezialisiert hat und äußert den Frust, den auch so viele um ihn herum empfinden. Durmaz, der regelmäßig nach Dänemark reist, um seine Familie zu besuchen, ist einer von vielen Türken, die mit Genugtuung auf die Aussicht reagieren, nach Europa reisen zu können, ohne jedes Mal, wenn sie in die EU einreisen möchten, die zeitraubende und teure Prozedur des Erhalts eines Visums auf sich nehmen zu müssen. Wird der Deal umgesetzt, den die Türkei und der 28-Nationen-Block im Angesicht der Flüchtlingskrise abgeschlossen haben, muss er sich nie wieder in einer Schlange anstellen, um eine Einreiseerlaubnis zu erlangen.

Christentum in der Türkei
Türkei: Kloster Mor Gabriel wird bald an aramäische Christen übergeben

Mardin (tp) – Die aramäischen Christen in der Türkei haben die Rückgabe des Klosters Mor Gabriel sowie ihrer Kirchen und Friedhöfe an die Stiftung begrüßt. Der stellvertretende Ministerpräsident Mehmet Şimşek hatte die Rückübertragung zugunsten der Kloster-Stiftung kürzlich noch zugesichert. Der zuständige Pfarrer Gabriel Akyüz sprach von „guten Neuigkeiten“. Das Kloster Mor Gabriel bei Mardin im Südosten der Türkei ist eines der ältesten der Welt, und ein bedeutendes Zentrum der syrisch-orthodoxen Christen. Die Probleme waren entstanden, als 2014 mehrere kleinere Dörfer in die Stadt Midyat in der Provinz Mardin eingemeindet wurden – darunter auch der Stiftungsbesitz. „Nachdem festgestellt wurde, dass die Enteignung irrtümlich vollzogen wurde, wird in kürzester Zeit die Rückübertragung der Eigentumsrechte an die christliche Glaubensgemeinschaft erfolgen.“, erklärte Mustafa Yeneroglu, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses der Großen Nationalversammlung der Türkei, Ende 2017. Am Mittwoch übergaben Vertreter der Provinzverwaltung von Mardin dem Erzbischof des Tur Abdin und Abt des Klosters Mor Gabriel, Timotheos Samuel Aktas, die Grundbücher von 50 Liegenschaften rund um die Region Midyat und Mardin.

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– Panagia Phaneromeni Kirche – Türkei: Sanierung einer weiteren Kirche abgeschlossen

Die für ihr „heiliges Wasser“ bekannte Panagia Phaneromeni Kirche wurde 1890 im Stadtteil Kemal Paşa der westtürkischen Stadt Ayvalık in der Provinz Balıkesir erbaut.  Die Kirche hat eine neoklassizistische Architektur und ist vielleicht das bekannteste und wichtigste Bauwerk im Zentrum von Ayvalık.

Frankreich
Illegaler Flüchtling Mamoudou „Spiderman“ Gassama erhält französische Staatsbürgerschaft

Paris (nex) – Der malische Flüchtling, der am Samstag ein Kleinkind vor dem Sturz von einem Balkon im vierten Stock gerettet hatte, erhielt am Montag die französische Staatsbürgerschaft zu Ehren seiner Tapferkeit. Ein Video von Mamoudou Gassamas (22) spektakulärer Rettung ging viral und wurde millionenfach aufgerufen. Das Handyvideo zeigt, wie Gassama innerhalb einer Minute die Fassade eines Gebäudes erklimmt und den baumelnden Jungen rettet. „Ich habe die Leute schreien gehört und habe nachgesehen, ob jemand Hilfe braucht“, so Gassama gegenüber französischen Medien am Sonntag. Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend im Norden von Paris. Gassama wird seither wegen seines doppelten Heldentums als Nationalheld bezeichnet: Er riskiert sowohl sein Leben als auch seine Abschiebung. Die Öffentlichkeit und die Medien haben ihn „Spider-Man“ genannt. Eigentlich hätte Gassama abgeschoben werden müssen, denn er hält sich seit etwa sechs Monaten illegal in Frankreich auf. Nach dem Treffen im Elysee-Palast sicherte ihm Präsident Emmanuel Macron die französische Staatsbürgerschaft zu. Er dankte ihm persönlich und gab ihm eine Medaille für seinen Mut. Bürgermeisterin Anne Hidalgo bedankt sich persönlich bei Gassama Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo lobte den jungen Migranten auf Twitter am Sonntag für seinen „Akt der Tapferkeit“ und rief ihn persönlich an, um ihm „herzlich zu danken“. „Er erklärte mir, dass er vor ein paar Monaten aus Mali gekommen war und davon träumte, sein Leben hier aufzubauen. Ich sagte ihm, dass seine heldenhafte Tat ein Vorbild für alle Bürger ist und dass die Stadt Paris ihn bei seinen Bemühungen, sich in Frankreich niederzulassen, natürlich sehr gerne unterstützen wird“, so Hidalgo. Im Gespräch mit Reportern sagte Gassama, er habe ohne nachzudenken gehandelt. „Ich sah all diese Leute schreien, und die Autos hupten. Ich bin so hochgeklettert und Gott sei Dank habe ich das Kind gerettet“, so Gassama gegenüber französischen Medien am Sonntag. „Ich hatte Angst, als ich das Kind rettete. Als wir ins Wohnzimmer gingen, begann ich zu zittern, ich konnte kaum stehen, ich musste mich setzen“, fügte er hinzu. Wie französische Medien berichten, wurde der Vater des Kleinkindes wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht festgenommen.

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– #Kopftuchmädchen – Solidarisierungsaktion am 30. Mai: Deutschland geht mit Kopftuch auf die Straße

„Ich weiß, wie oft Muslimas auf ihr Kopftuch reduziert werden, die abfälligen Blicke, rassistischen Äußerungen, sie werden als dumm und unterdrückt dargestellt. Sie haben Angst ihr Kopftuch in Deutschland zu tragen. Angst vor schlechten Noten, Angst davor, dass sie keinen Ausbildungsplatz oder Arbeit bekommen, ganz abgesehen von der Angst vor Übergriffen, körperlich und verbal. Und das auf Grund eines Kleidungsstückes?!? Das kann und möchte ich nicht hinnehmen, das ist nicht mein Deutschland!“, so Janßen gegenüber NEX24.

Solidarisierungsaktion am 30. Mai: Deutschland geht mit Kopftuch auf die Straße

Italienkrise
FDP gibt EU Mitschuld an politischer Krise in Italien

Liberale geben EU Mitschuld an politischer Krise in Italien Osnabrück – Nach Ansicht der Liberalen trägt die EU eine Mitschuld an der verfahrenen Lage und Anti-EU-Stimmung in Italien. „Europa hat in den letzten Jahren die Fehlentwicklungen in der Wirtschaftspolitik und den Reformstau in Italien von der Seitenlinie nur angeschaut und nicht reagiert“, sagte der außenpolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Bijan Djir-Sarai, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Europa habe die Fehlentwicklungen „im Gegenteil sogar noch über Fehlanreize und Signale wie Bankenunion oder Vergemeinschaftung von Schulden befördert.“ „Ob Übergangsregierung oder Neuwahlen – wie es weitergehen soll, muss Italien nun selbst entscheiden, und Europa muss die Entscheidung der Italiener abwarten und respektieren“, sagte Djir-Sarai weiter. FDP-Außenexperte Djir-Sarai: Das Land steuert auf eine wirtschaftliche Katastrophe zu Die Lage in der Eurozone werde in jedem Fall angespannt bleiben. „Italien steuert seit Jahren auf eine wirtschaftliche Katastrophe zu. Reformansätze und wirtschaftliche Veränderungen sind nicht am Horizont erkennbar. Hier muss die EU-Anreize für eine reformorientierte Wirtschafts-und Finanzpolitik in Italien geben“, forderte der FDP-Außenexperte.

Nach Enthüllung von stern und Correctiv
Sexuelle Belästigungen: WDR kündigt TV-Korrespondenten

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Hamburg – Wie das Nachrichtenmagazin „stern“ und das Recherchezentrum „correctiv“ berichten, hat der WDR nach zahlreichen Vorwürfen von sexueller Belästigung einen Fernseh-Korrespondenten gekündigt. Im April hatten Reporter der beiden Redaktionen von zwei Frauen berichtet, die dem langjährigen Angestellten des Senders sexuelle Belästigung und auch Machtmissbrauch vorgeworfen hatten. In einer E-Mail habe sich der Mann demnach einer WDR-Mitarbeiterin gegenüber als „Alpha-Tier“ bezeichnet und ihr unzweideutige Angebote gemacht. Einer Praktikantin habe er als Leiter eines ARD-Auslandsstudios auf einem Hotelzimmer Champagner eingeschenkt ein und ihr dann auf seinem Laptop einen Porno gezeigt. Dem WDR waren diese Vorwürfe im April bereits bekannt. Nach Ansicht des Senders rechtfertigten sie damals aber keine Kündigung und auch keine Abmahnung. So erhielt der Korrespondent eine Ermahnung. Für den Fall, dass weitere Vorwürfe öffentlich würden, wurden ihm härtere Konsequenzen angedroht. Nach Veröffentlichung der Recherchen von stern und Correctiv haben sich weitere Frauen beim WDR gemeldet und den Korrespondenten belastet – in einer Deutlichkeit, die den Sender zum Handeln zwang. Die Aussagen dieser Frauen seien glaubwürdig und gravierend gewesen, sagte ein WDR-Sprecher dem stern. Der Korrespondent wurde zu den Vorwürfen angehört.

Handelsstreit mit den USA
BDI-Präsident Kempf: Autoeinfuhren keine Gefahr für nationale Sicherheit der USA

Berlin – Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, fordert die EU auf, vor dem am Freitag bevorstehenden Ende der Ausnahmefrist für Stahl- und Aluminiumzölle in den USA standhaft zu bleiben. Europa dürfe sich von den USA nicht erpressen lassen, so Kempf am Sonntag in Berlin. Dauerhafte Ausnahme von Importbeschränkungen für Stahl und Aluminium ist Bedingung „Es bleibt absolut richtig, dass die EU auf einer dauerhaften Ausnahme von Importbeschränkungen für Stahl und Aluminium besteht. Erst dann sollte über die Aufnahme grundsätzlicher Handelsgespräche mit den USA diskutiert werden.“ Abbau von Zöllen im transatlantischen Handel bleibt langfristiges Ziel Der Abbau von Zöllen und anderen Hürden im transatlantischen Handel müsse ein langfristiges Ziel von Verhandlungen bleiben und die Öffnung beider Märkte dabei auf Gegenseitigkeit beruhen. Ein reines Zollabkommen mit den USA sei aus Sicht der deutschen Industrie  allerdings zu kurz gegriffen. Autoeinfuhren keine Gefahr für nationale Sicherheit der USA Zudem kritisierte Kempf die jüngst vom US-Präsidenten Donald Trump veranlasste Prüfung von höheren Zöllen auf Autoimporte. „Äußerst besorgniserregend ist, dass die USA Einfuhren mit dem irreführenden Argument nationaler Sicherheit beschränken wollen“, sagte Kempf. „Autoimporte gefährden gewiss nicht die nationale Sicherheit der USA.“ Langfristig nutze es US-Herstellern nichts, wenn sie durch Schutzzölle vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden. Durch Abschottung gewinne die US-Industrie kein „Quäntchen an Wettbewerbsfähigkeit“, so der BDI-Präsident. „US-Präsident Trump bedroht mit seiner Politik vielmehr Arbeitsplätze im eigenen Land.“

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Neuer Großauftrag für das deutsche Traditionsunternehmen Siemens: Die türkische Staatsbahn hat für 340 Millionen Euro (etwa 420 Millionen US-Dollar) zehn Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro bestellt.

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