Anschlag in Christchurch
Terroranschlag auf Moschee in Neuseeland: Zwei Türken unter Verletzten

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Christchurch (nex) – Die Zahl der Opfer, die bei Angriffen auf zwei Moscheen in Neuseeland ums Leben kamen, ist auf 49 gestiegen. Medienberichten zufolge befindet sich unter den Opfern auch ein zweijähriges Kind. Wie der zuständige Polizeisprecher Mike Bush mitteilte, seien zudem 39 Gläubige verletzt worden – davon seien elf in einem kritischen Zustand. Unter den Verletzten seien auch Ausländer, zwei davon türkische Staatsbürger. Dies teilte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit. Bei den Moscheen handelt es sich um die Masjid al Noor-Moschee im Zentrum von Christchurch, wo die Zahl der Todesopfer 40 überschritten hat, sowie eine zweite Moschee im Vorort Linwood, sagte die Polizei. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern beschrieb die Angriffe – die schlimmsten in der Geschichte ihres Landes – als einen Terroranschlag „Es ist klar, dass dies heute nur noch als Terroranschlag bezeichnet werden kann“, sagte Ardern und fügte hinzu, dass es einer der „dunkelsten Tage“ Neuseelands sei. Vier rechtsextremistische Verdächtige, drei Männer und eine Frau seien verhaftet worden. Australiens Premierminister Scott Morrison sagte Reportern, ein Verdächtiger in Haft sei „ein extremistischer, rechtsgerichteter, gewalttätiger Terrorist“, der ein in Australien geborener Bürger sei. Der Australier hatte seine Tat auf Facebook per Live-Stream übertragen. Wie der „stern“ unter Bezugnahme auf den australischen Sender SBS berichtet, bezeichnet sich der Täter in einem 74-seitigem Manifest als „einfacher, weißer Mann, 28 Jahre alt. Geboren in Australien, Arbeiterklasse, Geringverdiener-Familie“. Er habe den Anschlag verübt, um „die tausenden von Toten durch ausländische Invasoren“ zu rächen. https://twitter.com/derorient/status/1106464580954480640

Umfrage
Mehrheit will, dass Merkel weiter Kanzlerin bleibt

Köln – Seit einem Jahr ist die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD jetzt im Amt. Aktuell wollen 59 Prozent der Befragten, dass die Kanzlerin bis zur nächsten Bundestagswahl in zweieinhalb Jahren im Amt bleibt (+2 Punkte im Vgl. zu Dezember 2018). 37 Prozent der Befragten (-2) sind der Ansicht, sie sollte vorzeitig für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin Platz machen.

Das hat eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends im Auftrag der Tagesthemen von Montag bis Dienstag dieser Woche ergeben. Bei der Frage, welche Partei sich mit ihren politischen Inhalten bisher in der aktuellen Bundesregierung am stärksten durchgesetzt hat, ergibt sich folgendes Bild: 48 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die CDU sich am stärksten durchgesetzt hat. 16 Prozent sind der Ansicht, dass die SPD sich bisher am stärksten durchgesetzt hat und 14 Prozent, dass sich die CSU bisher am stärksten durchgesetzt hat.

Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen im Februar 2018 gaben noch 31 Prozent der Befragten an, dass sich die SPD bei den politischen Inhalten am stärksten durchgesetzt hatte, 29 Prozent die CDU und 10 Prozent die CSU. 70 Prozent stimmen aktuell der Aussage zu: „Die Koalitionsparteien sind zerstritten und haben keinen gemeinsamen Kurs.“ 26 Prozent stimmen der Aussage nicht zu.

Nur 28 Prozent stimmen der Aussage zu: „Nach Startschwierigkeiten hat die Große Koalition in einen guten Arbeitsmodus gefunden.“ 68 Prozent stimmen der Aussage nicht zu. Dass Angela Merkel deutlich an Rückhalt in der Regierungskoalition verloren habe – dem stimmen 81 Prozent der Befragten zu; 17 Prozent stimmen der Aussage nicht zu.

Befragungsdaten – Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland – Fallzahl: 1.008 Befragte – Erhebungszeitraum: 11.03.2019 bis 12.03.2019 – Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI) – Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame – Schwankungsbreite: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte

Türkei
Diyarbakir: Bei PKK-Angriffen zerstörte Kirchen sollen restauriert werden

Diyarbakir (nex) – Zwei historische Kirchen, die bei Angriffen der Terrororganisation PKK vor vier Jahren zerstört wurden, sollen in Kürze wieder instand gesetzt werden.  Für die Restaurierung der Kirchen Surp Giragos und Mar Petyun in der südöstlichen Provinz Diyarbakir seien 15 Millionen Lira (etwa 2,4 Mio Euro) bereitgestellt worden. „Alle historischen Gebäude der Region werden der Restauration unterzogen. Das Ministerium für Umwelt und Urbanisierung wird die Mittel bereitstellen“, so Adnan Ertem, Direktor des türkischen Stiftungsverbandes, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.  Im Gespräch mit Anadolu sagte der stellvertretende Patriarch der Chaldäischen Kirche der Türkei, Mgr. Francois Yakan, dass die Mar Petyun Kirche die einzige Chaldäische Kirche in der Provinz sei. Chaldäische Katholiken stammen aus alten assyrischen Gemeinschaften, die im heutigen Irak beheimatet waren. Beide Kirchen wurden während der Herrschaft des Osmanischen Reiches gebaut. Surp Giragos ist eine armenische Kirche aus dem 16. Jahrhundert und mit 3.000 Quadratmetern die größte armenische Kirche im Mittleren Osten. Die Mar Petyun Kirche wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Sanierungsprojekte der Türkei unter Erdogan Noch nie in der Geschichte der Türkischen Republik hat es so viele Sanierungen und Instandsetzungen von Gotteshäusern der Minderheiten gegeben, wie in der Regierungszeit der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründeten islamisch-konservativen AKP.

Die Große Synagoge in der westtürkischen Provinz Edirne, die griechisch-orthodoxe Aya Nikola Kirche in der Provinz Canakkale, eine syrisch-katholische Kirche in der südosttürkischen Provinz Hatay, die armenischen Kirchen in den Provinzen Diyarbakir und Gaziantep, die griechisch-orthodoxen Kirchen Taksiyarhis in der westtürkischen Provinz Balikesir und Aya Yorgi in Istanbul und die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan in Istanbul sind einige der fertiggestellten Restaurierungsprojekte der türkischen Regierung. 2017 eröffnete in der Sonnenmetropole Antalya zudem eine weitere evangelische Kirche mit einem Gebetsraum für 220 Gläubige, einem Restaurant, Räumlichkeiten für Kinderbetreuung und einer Bibliothek für Christen.

(Foto: Screenshot/ayvalikholyspring.com)
Neue Cemhäuser Zwischen 80 und 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – etwa, seien in den vergangenen Jahren errichtet worden. Das Justizministerium kündigte 2016 seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll. Sanierungen armenischer Kirchen Der Erzbischof des armenischen Patriarchats in der Türkei, Zakeos Ohanyan, bedankte sich in seiner Predigt bei den zuständigen Behörden für die Sanierung und Wiederinstandsetzung der historischen Kirche „Surp Krikor Lusarovic“ in der anatolischen Stadt Kayseri. Ohanyan: „Wir beten mit unseren muslimischen Schwestern und Brüdern zu Gott, dass in unserem Land und in der ganzen Welt der Frieden herrscht.“ Eiserne Kirche in Istanbul Die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan ist die einzige vollständig erhaltene eiserne Kirche der Welt – eisern, weil als Baumaterial hauptsächlich Gusseisen verwendet wurde. Erdogan habe die Restaurierung auf die Bitte der bulgarischen Minderheit in der Stadt initiiert, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu: „Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet.“

Die Restaurierung erfolgte nach dem Reziprozitätsprinzip zwischen den beiden Staaten: Die bulgarische Regierung genehmigte den Wiederaufbau der Dschumaja-Moschee (Freitagsmoschee) in der zweitgrößten Stadt des Landes Plowdiw. Die türkische Regierung ihrerseits ermöglichte die Restaurierung der Eisernen Kirche. Es gibt weltweit lediglich in Argentinien, Österreich und der Türkei drei vorgefertigte Eiserne Kirchen.

Nach einem Brand in einer Holzkirche erhielten die bulgarischen Christen am 25. Juni 1890 vom Sultan die Erlaubnis, neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus zu bauen. Liaze erzählte im Gespräch mit Anadolu, dass die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen auf kleinen Frachtschiffen von Wien über die Donau, den Bosporus und das Goldene Horn nach Istanbul gebracht worden seien. Die Kirche im neugotischen Stil war in zwei Jahren errichtet und 1898 in Balat, dem alten jüdischen Viertel im europäischen Teil der Stadt, eröffnet worden.

Synagoge-Eröffnung: Juden bedanken sich mit Gebet bei Erdogan

Im Jahre 2015 weihte die türkische Regierung die mit staatlichen Mitteln restaurierte Synagoge von Edirne ein – am Wochenende fand die erste Hochzeit statt. Das Gotteshaus war über Jahrzehnte hinweg verfallen und wurde nicht genutzt. 2016 wurde dort die erste jüdische Hochzeitsfeier seit mehr als vier Jahrzehnten abgehalten. Obwohl sie sich von anderen traditionellen jüdischen Hochzeiten nicht unterschied, war das Ereignis von großer symbolischer Wichtigkeit für die jüdische Gemeinde in der Türkei. Vor allem für Rufat Mitrani, den Patriarchen der einzigen in Edirne lebenden jüdischen Familie, war es ein unvergesslicher Moment. Er war zuvor der Letzte, der vor mehr als 40 Jahren seine Frau Sara dort geheiratet hatte. In weiterer Folge verwaiste der Tempel und war dem Verfall preisgegeben, da es zu wenige Gemeindemitglieder gab. Die Zeremonie begann mit dem Lied „Boi Kala“, mit dem die Braut im prächtigen Tempel besungen wurde. Zwei Kantoren rezitierten ein Anoten, ein traditionelles Gebet, das auf die Zeit zurückdatiert, als die sephardischen Juden im 15. Jahrhundert aus Spanien nach Istanbul geflohen waren. Das Gebet stellte ursprünglich eine Dankesäußerung an den osmanischen Sultan dar, der der jüdischen Gemeinde damals Schutz gewährte. Am Hochzeitstag wurde es zu Ehren des derzeitigen politischen Führers der Türkei, Präsident Recep Tayyip Erdogan, vorgetragen.

Türkisch-israelische Beziehungen
Erdogan nennt Netanjahu „Tyrann, der palästinensische Kinder massakriert“

Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu am Mittwoch als einen Dieb und „Tyrannen, der siebenjährige palästinensische Kinder massakriert“. Erdogan, der bei einer Wahlkampfauftritt in der türkischen Hauptstadt Ankara eine Rede hielt, verurteilte Netanyahu für dessen Äußerungen. Netanjahu sagte am Dienstag, dass Israel ein Nationalstaat des jüdischen Volkes sei. Erdogan warf ihm Rassismus vor, da er Muslime und andere Minderheiten nicht erwähnte. Netanyahu wiederum nannte Erdogan einen Diktator und kritisierte die Türkei wegen der Inhaftierung von Journalisten. Erdogan verurteilte in seiner Rede zudem die „Angriffe Israels auf die al-Aqsa-Moschee“ in Jerusalem und sagte, dass die Türkei Israel hierfür vor der internationalen Gemeinschaft zur Rechenschaft ziehen werde. Das „türkische Volk werde nicht schweigen, auch wenn der Rest der Welt sich weigere zu sprechen. Die Türkei werde ihre Anstrengungen um Jerusalem solange nicht einstellen, bis die Stadt in einer Weise verwaltet wird, die ihrer Bedeutung für die islamische Welt angemessen ist, so Erdogan.

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– Umfrage – Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens

Eine Umfrage des in Washington D.C ansässigen amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab, dass den Befragten zufolge die Türkei unter den Ländern mit dem größten Einfluss in der Politik des Nahen Ostens den höchsten Anstieg verzeichne.

Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens
           

Berlin
Grüne fordern höhere Bußgelder für Falschparker

Düsseldorf – Angesichts der wachsenden Probleme mit Falschparkern in den Städten machen sich die Grünen für eine Erhöhung der Bußgelder stark. „Die Strafzahlungen für Falschparken sollten dem europäischen Durchschnitt angeglichen werden, um Fehlverhalten wirksamer zu begegnen“, sagte der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Arndt Klocke, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Deutschland liege mit seinem Bußgeldkatalog im unteren Bereich im Vergleich mit seinen europäischen Nachbarn, betonte Klocke. Die CDU würde einer Erhöhung der Bußgelder offen gegenüberstehen. „Wenn das im Kampf gegen das Falschparken das einzig wirksame Mittel ist, dann gilt es, über eine Anpassung nachzudenken“, sagte Klaus Voussem, verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) unterstützt die Forderung der Grünen. „Eine deutliche Anhebung der Bußgelder würde auf jeden Fall Sinn machen. Dadurch steigt die Einsicht, sich an Recht und Gesetz zu halten. Das sieht man zum Beispiel in den Niederlanden“, sagte Erich Rettinghaus, NRW-Chef der DPolG.

Finanzpolitik
Kommentar: EZB reagiert auf die sich abzeichnende Rezession in der Eurozone

Ein Kommentar von Ernst Wolff Die Europäische Zentralbank EZB hat in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass sie den Leitzins bis ins Jahr 2020 bei Null belassen wird. Außerdem hat sie angekündigt, ab September 2019 zum dritten Mal nach 2014 und 2016 zinsfreie Langfristdarlehen mit einer Laufzeit von zwei Jahren auszugeben.  Mit diesem erneuten Kurswechsel reagiert die EZB auf die sich abzeichnende Rezession in der Eurozone. Nachdem sie im vergangenen Jahr begonnen hat, ihre Geldpolitik zu straffen, macht sie nun den Weg frei für eine Fortsetzung der Politik des „lockeren Geldes“. Damit demonstriert die EZB ihre Entschlossenheit, das Euro-System weiterhin künstlich am Leben zu erhalten – so wie sie es seit der Eurokrise getan hat, indem sie über eine Billion Euro geschaffen, die Zinsen bis auf Null gesenkt und taumelnde Staaten, Großbanken und Konzerne zusätzlich durch Anleihen- und Aktienkäufe über Wasser gehalten hat. All diese Notmaßnahmen wurden der breiten Öffentlichkeit als vorübergehend und zur Ankurbelung der Wirtschaft notwendig verkauft. Tatsächlich aber dienten sie dazu, das im Grunde zusammengebrochene System im Interesse derer, die von ihm profitieren, am Leben zu erhalten. Die Durchsetzung dieser Maßnahmen aber brachte ein neues Problem mit sich: Die Profiteure nutzten die immensen Summen billigen Geldes nämlich nicht, um das System zu stabilisieren, sondern setzten sie zur erneuten Spekulation ein und schufen so immer größere Blasen an den Finanzmärkten, die mittlerweile zu platzen und das System endgültig zu zerstören drohen.  Um dieser Gefahr vorzubeugen, hat die EZB im vergangenen Jahr eine „Straffung“ ihrer Geldpolitik angekündigt, die sie nur durch eine Verringerung des Geldflusses und eine Erhöhung des Leitzinses herbeiführen kann. Dass sie nun beschlossen hat, diesen bei Null zu belassen und sogar neue Langfristdarlehen auszugeben, zeigt, dass sie diese Pläne über Bord geworfen hat. Warum? Aus einem simplen Grund: Das gesamte Eurosystem ist inzwischen – ähnlich einem Drogensüchtigen – von den Geldinjektionen der EZB abhängig und kann ohne diese nicht mehr existieren. Damit aber rückt die Eurozone immer näher an den Rand des Abgrundes, denn wir erleben zurzeit die ersten Vorboten einer Rezession, also einer kräftigen Abschwächung des Wirtschaftswachstums.  Sobald diese Rezession sich voll entfaltet, bleibt der EZB aber nur ein Mittel: Sie muss gegensteuern und die Zinsen senken. Da der Leitzins jedoch bereits bei Null liegt, wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als ihn unter Null zu drücken, also Negativzinsen einzuführen. Diese Negativzinsen, bei denen der Schuldner weniger zurückzahlen muss als er sich leiht, werden dazu führen, dass noch mehr geliehenes Geld als bisher in die Finanzmärkte fließt und die Blasen noch weiter an Umfang zunehmen. Das kann nur bewirken, dass sie irgendwann von alleine platzen oder dass die Gläubiger beim nächsten Versuch der EZB, die Geldpolitik zu straffen, ihr verliehenes Geld massenweise zurückfordern und ihre Schuldner damit zu Hundertausenden in Zahlungsschwierigkeiten bringen werden.  Zusätzlich werden Negativzinsen eine Verschärfung des Feldzuges der Banken gegen das Bargeld nach sich ziehen, da die Menschen ihre Bankkonten reihenweise räumen werden. Außerdem werden Negativzinsen die Altersarmut weiter ansteigen lassen, da erspartes Geld ja keine Erträge mehr bringen, sondern nach und nach dahinschmelzen wird. Die wichtigste Folge aber wird die zusätzliche Verstärkung des zurzeit gefährlichsten globalen Trends sein: Da die Flut billigen Geldes einzig und allein vermögenden Investoren zugute kommt, wird sie den Abstand zwischen Arm und Reich noch weiter als bisher vergrößern.  Die Rückkehr der EZB zur lockeren Geldpolitik der vergangenen Jahre legt also die Grundlage dafür, dass wir in der vor uns liegenden Rezession nicht nur mit tiefgreifenden wirtschaftlichen und finanziellen, sondern auch mit erheblichen sozialen und politischen Verwerfungen rechnen müssen. 
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“.
Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

Zuchttierhandel
70.000 Rinder vergangenes Jahr lebend ins Ausland transportiert

Hauptziel war Russland – Grüne fordern Exportstopp Osnabrück – Aus Deutschland sind im vergangenen Jahr etwa 70.000 Rinder und 70.000 Schweine lebend in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union exportiert worden. Das zeigen vorläufige Zahlen des Bundesamtes für Statistik, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Die Grünen im Bundestag fordern aus Tierschutzgründen einen generellen Stopp von Lebendtransporten ins EU-Ausland. Bei den Rindern handelte es sich demnach überwiegend um Zuchttiere, die zum Aufbau von Herden eingesetzt werden. Hauptziele waren Russland (21.164), die Türkei (15.448) und Usbekistan (8321). Es folgen Staaten in Nordafrika, an die zusammengenommen etwa 10.000 Tiere gingen. Insgesamt ging die Zahl im Vergleich zu 2017 um etwa 15 Prozent zurück. Die Zahl der lebend exportierten Schweine stieg indes um etwa 20 Prozent an. Der größte Teil wurde in Balkan-Staaten transportiert – vorneweg Serbien mit etwa 33.600 Tieren. Der Lebendtransport von Tiere ins EU-Ausland hatte zuletzt immer wieder für Diskussionen gesorgt. In Schleswig-Holstein gilt ein Erlass von Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne), der solche Transporte vorläufig untersagt. Auch in Bayern wurden teilweise Exportstopps verhängt. Es geht darum, dass EU-Tierschutzstandards während der langen Transporte mutmaßlich nicht eingehalten werden, zumindest aber deren Einhaltung nicht kontrolliert werden kann. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) bezeichnete die Exportstopps als „überstürztes Handeln“. Sie will noch vor der nächsten Agrarministerkonferenz im April ein Sondertreffen mit Vertreten der Länder einberufen. Auch im Bundestag regt sich Widerstand. Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, sagte der „NOZ“: „Wir fordern ein Stopp der Transporte in EU-Drittstaaten. Es gibt zahlreiche Belege für das unerträgliche Leid der Tiere, das mit den tagelangen Transporten einhergeht.“ Ostendorff kritisierte, dass Klöckner sich nicht für das Wohl der Tiere einsetze.

Türkei
Pressekarte für ZDF-Korrespondent Jörg Brase verlängert

Istanbul – Jörg Brase, ZDF-Studioleiter in Istanbul, hat die Zusage der türkischen Behörden erhalten, dass seine Pressekarte nun doch verlängert wird. Zuvor war diese Verlängerung von türkischer Seite abgelehnt worden. Nach Ablauf der Zehn-Tages-Frist musste Jörg Brase die Türkei am vergangenen Sonntag verlassen. Bettina Schausten, stellvertretende ZDF-Chefredakteurin: „Wir begrüßen es, dass die türkischen Behörden nun zu einer anderen Entscheidung gekommen sind. Jörg Brase wird in den kommenden Tagen seine Tätigkeit in der Türkei wieder aufnehmen. Ich hoffe, dass auch die Pressekarten für Tagesspiegel-Korrespondent Thomas Seibert und die übrigen Kollegen, die noch darauf warten, jetzt ausgestellt werden.“ Das ZDF-Studio Istanbul ist für die Berichterstattung aus der Türkei, dem Iran und Afghanistan zuständig. Ohne eine gültige Pressekarte ist ungehindertes Recherchieren, Durchführen von Interviews oder Besuchen von Pressekonferenzen nicht möglich. Auch die Bundesregierung und das Auswärtige Amt hatten sich für eine Verlängerung der Pressekarte eingesetzt.

“Viaggiare e Sorridere”
Albanien: Der neue Geheimtipp für Schönheits-Ops

Von Helene Milde

Eine neue Art des Tourismus wird die letzten Jahre immer beliebter – der Gesundheits- und der Patiententourismus. Genießen ihn die einen zur Prävention von Krankheitsbildern, wurde er für andere zur Notwendigkeit von medizinischen Behandlungen.

In Deutschland findet ein gesellschaftlicher Wandel statt – dabei erhält die Gesundheit einen hohen Stellenwert. Zum einen wird dies durch die demographische Entwicklung verstärkt, andererseits haben sich die Finanzierungsstrukturen gewandelt. Der Selbstanteil an den verschiedenen Krankheitsbildern wurde drastisch erhöht.

Eine Zahnbehandlung kann dabei zu einer sehr großen finanziellen Belastung führen, Schönheitsoperationen werden für viele Menschen unerschwinglich. Gesundheitsprävention und medizinische Behandlungen erhöhen daher die Nachfrage nach gesundheitstouristischen Dienstleistungen. Immer mehr Länder kommen diesen Ansprüchen nach. Ein neuer Markt, der rasant wächst.

Waren bis vor einigen Jahren noch Frankreich, Italien, Spanien und England die Hauptreiseziele für eine medizinische Behandlung im Ausland, kamen mit der Zeit Ungarn, die Tschechische Republik, Polen und Rumänien hinzu. Seit wenigen Jahren ist auch die Türkei für Gesundheitsreisen ein sehr beliebtes Ziel. Auf der ITB, der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin, war diese neue Art des Tourismus bei vielen Ausstellern ein unübersehbarer Bestandteil ihrer Länderpräsentation.

Albanien, ein kleines Land, das sich an der Küste der Adria und des Ionischen Meeres entlang zieht, ist bisher beim Gesundheitstourismus noch wenig in Erscheinung getreten. Insider wissen um die Schönheit der Landschaft und die Gastfreundschaft der Menschen. Doch Albanien hat mehr zu bieten.

„Albanien ist in diesem Sektor noch wenig bekannt, dabei haben wir die besten Ärzte und Kliniken“, so Anduela Cela, von der Klinik “Travel and Smile” bzw. “Viaggiare e Sorridere” bei einem Gespräch mit NEX24 während der ITB in Berlin. 

Anduena Cela, Travel and Smile. (Foto: nex24)

Sie betont, dass es im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in ihrer Klinik bei zahnärztlichen Behandlungen sowie den hochwertigen ästhetischen Eingriffen Einsparungen von über 60 Prozent gäbe. Dabei würden sie ihren Patienten noch besonders individuelle Tourismusdienstleistungen anbieten, um ihnen den Aufenthalt in Albanien so angenehm wie möglich zu machen, so Dritan Gremi, Gründer des Unternehmen.

„Unsere Mission besteht nicht nur aus medizinischer Perfektion, sondern wir garantieren auch Wellness und Gastfreundschaft“, erklärt der Gründer Gremi und ergänzt: „In den Behandlungskosten sind Transfers zum und vom Flughafen enthalten, ebenso zur Hotelunterkunft oder zum Appartement. Die Unterstützung eines Dolmetschers sowie geführte Entdeckungen der schönsten Orte einer jungen und dynamischen Nation, die in der Hauptstadt das Symbol ihrer Wiedergeburt sieht, sind ebenso Teil des kostenfreien Services“, so Greti.

Travel and Smile ist noch eine junge Klinik. 2009 verwirklichte Dritan Gremi mit ihr seinen Traum. Ihm war es wichtig, die Schönheit seines Landes mit der ärztlichen Kunst des Heilens zu vereinen. Er baute eine Zahnklinik sowie ein Kompetenzzentrum für Kliniken, die sich auf minimalinvasive Behandlungen in der kosmetischen Chirurgie spezialisiert haben. Professionelle Fachärzte mit internationaler Anerkennung ausgezeichnet, führen diese Eingriffe durch. Die Kliniken arbeiten laut Aussage von Anduela Cela auf allerhöchstem Niveau.

Sie würden hochwertige Zahnbehandlungen unter Verwendung von schmerzfreien und mini-invasiven Techniken sowie CE zertifizierten Dentalprodukten, anbieten. Ein Zahnimplantat aus Tirana gehöre schon für viele Patienten zu einem neuen Lächeln. 

Seit der Gründung seien bereits 12.000 Patienten erfolgreich behandelt worden. Ein Großteil der Kunden käme aus Italien, aber auch immer mehr deutsche Patienten hätten die Vorteile einer professionellen Behandlung in seiner Klinik schätzen gelernt.

 

 

Kinderpornographie
Missbrauchsbeauftragter Rörig: „Das Internet in Deutschland ist ein Paradies für Pädosexuelle“

Berlin – Am 28. Januar 2010 berichtete die Berliner Morgenpost erstmals von Missbrauchsfällen am Berliner Canisius-Kolleg und löste damit den sog. „Missbrauchsskandal“ in Deutschland aus. Die Bundesregierung reagierte 2010 mit der Einrichtung eines Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ und des Amtes einer „Unabhängigen Beauftragten“. Im Abschlussbericht des Runden Tisches von 2011 fanden sich umfassende Empfehlungen zu Prävention und Hilfen, aber nur wenige Gedanken zur Aufarbeitung. Erst im Januar 2016 konnte nach Beschlussfassung des Deutschen Bundestages im Juli 2015 die „Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, berufen werden. Sie erhielt den Auftrag, Missbrauch in Institutionen und Familien aufzuarbeiten und ist damit weltweit die einzige Kommission, die den Kontext Familie beleuchtet. Im April 2019 wird sie den Bilanzbericht ihrer bisherigen Arbeit vorstellen. Rörig: „Sexueller Missbrauch ist in Deutschland bis heute noch nicht mit der notwendigen Konsequenz aufgearbeitet. Über Jahre und Jahrzehnte wurde sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Familien und Institutionen vertuscht, bagatellisiert und unter den Teppich gekehrt. Betroffenen wurde vielfach nicht geglaubt und ihnen nur selten auf Augenhöhe begegnet. Heute wissen wir, dass Aufarbeitung nur dann gelingen kann, wenn sie unabhängig und transparent stattfindet und vom Vertrauen Betroffener getragen wird.“ „Das Internet in Deutschland ist ein Paradies für Pädosexuelle“ In einem Gespräch mit „Welt“-Online kritisierte Rörig zudem die fehlenden Ermittlungsmöglichkeiten in Deutschland: „Hinter Kinderpornografie steht realer sexueller Kindesmissbrauch und wir müssen, um den Schaden von den Kindern besser fernzuhalten, alle Instrumente in die Hand nehmen, um die Täterstrategien zu durchkreuzen. Dazu gehört zum einen, dass die Internetanbieter eine Meldepflicht bekommen, wenn sie Missbrauchsabbildungen in ihren Anwendungen sehen. Da wäre beispielsweise eine Meldung an das BKA oder eine andere Stelle zu bestimmen. In den USA ist das hervorragend geregelt. Man muss sich mal vor Augen führen: Wir haben im vergangenen Jahr aus den USA 35.000 Meldungen zu Missbrauchsabbildungen mit Bezug zu Deutschland gehabt. Wir leisten uns als Rechtsstaat den Luxus, dass wir eine solche Gesetzesmeldepflicht, wie sie die USA schon lange im Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexueller Gewalt eingeführt haben, nicht besitzen. Wir haben aber noch ein weiteres Problem in Deutschland: Wir verzichten im Moment auf die Vorratsdatenspeicherung, und so fehlt uns der Zugang zu den Tätern. Die Spur ist uns sozusagen – weil die IP-Adresse nicht vorhanden ist – nicht gegeben. Da klatschen sich die pädosexuellen Täter in die Hände und freuen sich, dass Deutschland hier keine scharfen Ermittlungsmöglichkeiten hat. Und ich sage es immer: Es ist tatsächlich so, dass das Internet in Deutschland ein Paradies für Pädosexuelle ist.“ Mit Blick auf die Aufarbeitung im kirchlichen Kontext sei 2018 ein wegweisendes Jahr gewesen Rörig: „Die Beschlüsse, der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland von Ende 2018, sind ein wichtiges Fundament für die jetzt anstehende umfassende Aufarbeitung sexueller Gewalt in kirchlichen Kontexten. Endlich wurde auf Seiten der Kirchen anerkannt, dass strukturelle und kirchenspezifische Bedingungen sexuellen Missbrauch in diesem Ausmaß ermöglicht haben. Zudem ist nun klar, dass die Anstrengungen für die Aufarbeitung dieses ungeheuerlichen Unrechts erheblich verstärkt werden müssen und ohne Betroffenenbeteiligung nicht gelingen wird. Dieser Prozess darf jetzt von keinem Bistum und keiner Landeskirche mehr aufgehalten werden.“ Ende Dezember 2018 hat Rörig gemeinsam mit Mitgliedern der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrates eine Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Die Arbeitsgruppe hat Eckpunkte für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung entwickelt, die in den kommenden Wochen mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, Ressorts der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages erörtert werden. Rörig möchte die staatliche Seite dafür gewinnen, die kirchliche Aufarbeitung zu unterstützen. Gemeinsam sollten Kriterien und Standards zur Betroffenenbeteiligung, Einrichtung unabhängiger Aufarbeitungskommissionen in den Bistümern und Landeskirchen, und Zugangsbefugnissen zu Akten und Archiven sowie Entschädigungsfragen erörtert und möglichst festgelegt werden. „Insbesondere die Frage nach einer angemessenen Entschädigung ist für viele Betroffene nach wie vor eine offene Wunde “, so Rörig. Mit Blick auf die von Papst Franziskus im Februar 2019 im Vatikan geplante Konferenz der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt hofft Rörig, dass die umfassende Aufarbeitung in allen Bereichen der katholischen Kirche gestärkt und Widerstände und Zögern dagegen abgebaut werden. Rörig: „Die Konferenz ist hoffentlich ein wichtiger Schritt, auch um jene zu gewinnen, die sich Missbrauch in ihren Reihen bisher nicht vorstellen wollen oder die Aufarbeitung des Unrechts sogar ablehnen. Es würde mich sehr freuen, wenn die Konferenz allen deutschen Bistümern Stärkung für die anstehenden Aufarbeitungsvorhaben bieten könnte.“

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– Sexueller Missbrauch von Kindern – Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.

Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“