Mobiltechnologie
5G-Netz: Türkischer Mobilfunkanbieter Turkcell bricht Weltrekord

Istanbul – Turkcell, das führende Mobilfunkunternehmen der Türkei, gab bekannt, dass es mit einem Smartphone über das 5G Netz die schnellste Übertragungsgeschwindigkeit der Welt erreicht hat Turkcell brach den Weltrekord, indem es in Partnerschaft mit Ericsson Telekommunikation 2.283 GBps Geschwindigkeit erreichte, so Turkcell in einer schriftlichen Erklärung am Dienstag. Der Geschwindigkeitstest wurde an einem 5G-fähigen Smartphone mit 3,5GHz-Frequenz und einer Bandbreite von 1 GHz durchgeführt. Mit einer Geschwindigkeit von 2.283 Gbit/s können zweistündige Filme in sieben Sekunden und ein 12-Songs Album in 0,2 Sekunden heruntergeladen werden. Die Türkei verwendet in ihren Mobiltelefonen seit 2016 die 4,5G-Technologie, auch bekannt als LTE, die 10-mal schneller ist als 3G.  5G-Netzwerke bieten schnellere Geschwindigkeiten und zuverlässigere Verbindungen auf Smartphones und anderen mobilen Geräten. Turkcell forscht in Zusammenarbeit mit Mobilfunkgiganten wie Huawei, Samsung und Ericsson. seit mehreren Jahren an der 5G-Technologie. (aa)

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– Türkei – Handelsblatt: „Die türkische Lira gehört seit Mai zu den stärksten Währungen weltweit“

Um die starke Inflation der letzten Monate einzudämmen, ließ der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Anfang Juli die Leitzinsen um 4,25 Prozent drastisch senken und wurde dafür heftig kritisiert.

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Klimastreik
Fridays for Future: Verdi ruft Mitglieder zur Teilnahme auf

Essen – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft ihre rund zwei Millionen Mitglieder dazu auf, sich am Klimastreik von Fridays for Future am 20. September zu beteiligen. “ Wir werden zur Teilnahme an den Veranstaltungen aufrufen. Es geht darum, Flagge zu zeigen – wir brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim Klimaschutz“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Fridays for Future plant am 20. September Aktionen in mehr als 100 deutschen Städten. Die Jugendorganisation nennt das ihren „dritten globalen Klimastreik“ und versteht ihn als eine Art Generalstreik. Auf die Frage, ob eine Gewerkschaft denn zu einem Generalstreik aufrufen könne, sagte Bsirske: „Wir rufen natürlich nicht zu einem ordentlichen Streik auf, das geht nicht. Es wird auch nicht jeder seine Arbeit unterbrechen können. Aber wer kann, sollte ausstempeln und mitmachen. Ich werde jedenfalls hingehen.“ Er sei beeindruckt von der Organisationskraft von Fridays for Future und überzeugt, dass „sich hier wirklich eine Jugendbewegung entwickelt, die nachhaltig ihre Wirkung in Deutschland erzielen wird“, so Bsirske. Der Druck, den die Schüler und Studenten auf Unternehmen und Politik entwickelten, sei „gut und richtig, um Klimaschutz und Energiewende anzuschieben“. Eine zentrale Forderung von Fridays for Future ist der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030 – acht Jahre früher als von der Bundesregierung geplant. Der Verdi-Vorsitzende und Vizechef des RWE-Aufsichtsrats trägt den Kompromiss der Kohlekommission mit, hat dabei auch die Interessen der Kraftwerks-Beschäftigten im Blick. Trotzdem zeigt er sich offen für einen früheren Ausstieg: „Wir sollten so schnell wie möglich aus der Kohleverstromung aussteigen, das ist unsere Position bei Verdi. Stand jetzt geht das bis 2038, aber wenn es schneller geht, sollten wir es schneller machen.“ Bsirske schränkte aber ein, der Ausstieg aus dem Kohlestrom sei kein Selbstläufer, sondern an mehrere Bedingungen geknüpft. Der Strom müsse bezahlbar bleiben, der Ausstieg sozialverträglich erfolgen und nachhaltig organisiert werden. Zentrale Voraussetzungen dafür seien eine ausreichende Sicherheitsreserve aus Grundlast-Strom und ein deutlich schnellerer Netzausbau.

Türkei
Jennifer Lopez in Antalya: Über 50.000 Dollar für VIP-Tickets

Antalya – Die US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez ist am gestrigen Montag im Rahmen ihrer 25-Städte-Tour „It’s my party“ in der türkischen Sonnenmetropole Antalya eingetroffen. Die weltberühmte Entertainerin wird am Dienstag im Regnum Carya Hotel im Stadtteil Belek auftreten. Wie türkische Medien berichten, liegen die Kartenpreise umgerechnet zwischen etwa 1.260 Dollar und stattlichen 56.000 Dollar für VIP-Tickets. Auch Kim Kardashian, bekanntes Model und US-Schauspielerin, sei bereits im Besitz eines VIP-Tickets. Eine dreistöckige, kugelsichere Villa mit fünf Schlafzimmern, einem privaten Pool und einem Heliport sei für ihren Aufenthalt vorbereitet, berichten türkische Medien weiter. Lopez werde drei Tage in Antalya verbringen. Neben ihren bekannten Songs wie On The Floor, Ain’t It Funny und Love Don’t Cost a Thing habe der Latina-Star auch viele neue wie Medicin im Programm. Lopez startete ihre Tournee am 7. Juni und trat bei 32 Konzerten  in den USA und Kanada auf. Im Rahmen der internationalen Etappe der Tournee trat Lopez am 1. August im israelischen Tel Aviv und am 4. August im russischen Moskau auf. Nach Antalya wird sie am 8. August in der spanischen Fuengirola und am 9. August im ägyptischen El Alamein besuchen, bevor sie am 11. August für ein Abschlusskonzert im russischen St. Petersburg nach Russland zurückkehrt, berichtet Daily Sabah.

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– Konzert in Tel Aviv – Israel: Fast 11.000 Fans besuchen Konzert des türkischen Sängers Özcan Deniz

Mehr als zehntausend Fans besuchten am Samstag das Konzert des türkischen Sängers und Schauspielers Özcan Deniz in Israel.

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"Cezeri"
Türkei kündigt „fliegendes Auto“ an

Istanbul – Der technische Direktor des türkischen Drohnenherstellers Baykar kündigte am Dienstag den Prototyp eines fliegenden Autos an, das, wenn es sich verwirklicht, das erste seiner Art im Land werden könnte. Das Unternehmen arbeitet seit acht Monaten an diesem Projekt mit technischen Zeichnungen, Konzepten, Tests, den Details und der Herstellung des Prototyps, teilte Selcuk Bayraktar in einem Tweet mit.
(Foto: Baykar)
Das fliegende Auto, „Cezeri“, wird voraussichtlich im September dieses Jahres fertig gestellt und könnte auf dem größten türkischen Luft-, Raumfahrt- und Technologiefestival Teknofest vorgestellt werden, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.
(Foto: AA)
https://twitter.com/Selcuk/status/1158514910931881985 Das Auto ist nach dem berühmten muslimischen Ingenieur Al Jazari benannt, der zwischen 1136 und 1206 lebte.Bayraktar startete auch eine Umfrage, um eine von vier verschiedenen Farben des Prototyps auszuwählen. Baykar, gegründet 1984, produziert bewaffnete und unbewaffnete Drohnen, Steuerungssysteme, Simulatoren und Avioniksysteme.
(Foto: Screenshot/Twitter)

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– Türkei – Erdogan trifft Tesla-Chef: Kommt jetzt das türkische Super-E-Auto?

Der in Deutschland für Häme und Spott sorgende Plan der Türkei, ein eigenes Auto herzustellen, scheint bereits im vollen Gange zu sein.

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Türkei
Serbischer Außenminister Dacic betont gute Beziehungen zur Türkei

Edirne – Serbien hat am Montag ein Honorarkonsulat im Nordwesten der Türkei eröffnet. Die Auslandsvertretung soll für die in der Türkei lebenden serbischen Staatsbürgern zuständig werden und ihnen bei Fragen zur Seite stehen. Zudem soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert und Kontakte zwischen den Unternehmern der beiden Länder gewährleistet werden. Im Jahr 2018 hatte Serbien auch in der Stadt Antalya ein Konsulat eröffnet. Das Honorarkonsulat wurde in der Provinz Edirne mit einer offiziellen Zeremonie in Anwesenheit von Honorkonsul Salih Akgul und dem serbischen Außenminister Ivica Dacic eröffnet. Dacic betonte bei der Zeremonie erneut die Bedeutung guter Beziehungen zwischen Serbien und der Türkei. „Dies ist das zweite Konsulat, das wir in weniger als einem Jahr eröffnen, und unser Ziel ist es, das Netzwerk weiter auszubauen“, sagte er. Im Jahre 2017 unterzeichnete der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan während seines Besuchs in Serbien ein  Freihandelsabkommen. Das neue Abkommen soll die Aufnahme einer größeren Anzahl von Produkten ermöglichen.

Dank des neuen Abkommens kann Serbien jährlich 5.000 Tonnen Rindfleisch, 25.000 Tonnen Sonnenblumenrohöl, 10.000 Tonnen raffiniertes Sonnenblumenöl, 15.000 Tonnen Sonnenblumenkerne, 5.000 Tonnen Soja, 1.000 Tonnen Zutaten für Tierfutter und 500 Tonnen spezifische Backwaren in die Türkei exportieren.

Zusätzlich zu den Kontingenten für die genannten neuen Produkte ermögliche das Abkommen Serbien auch, die bisherigen Kontingente für zollfreie Exporte von Erbsen, Bohnen, Zuckermais und Pflaumen zu verdoppeln. Die türkische und serbische Regierung haben sich für 2019 zum Ziel gesetzt, das Handelsvolumen auf 2 Milliarden Euro (2,25 US-Dollar) zu erhöhen. Nach den neuesten Zahlen, ist zudem die Zahl der serbischen Touristen, die die Türkei besuchen, die höchste aus den Balkanländern, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Dacic fügte hinzu, dass Serbien den Kampf der Türkei gegen die Organisation des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülens unterstütze. Ankara macht Gülen für den gescheiterten Putschversuch von 2016 verantwortlich. „Unsere Position ist klar, es gab eine Schule und sie wurde geschlossen. Unsere Beziehungen zu anderen Ländern waren immer offen, klar und ehrlich. Diese Beziehung hält an. Wir sind im Kampf gegen die FETO auf der Seite der Türkei“, sagte Dacic. (aa/nex)

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– Weltwirtschaftsforum Davos – Serbiens Präsident Vucic stolz auf „gute Beziehungen mit Türkei“

Der serbische Staatspräsident Aleksandar Vucic sagte am Freitag, er sei „sehr stolz auf die sehr guten Beziehungen zwischen der Türkei und Serbien“.

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Tierschutz
Für bessere Tierhaltung: Verband fordert Fleischsteuer

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Osnabrück – Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesregierung aufgefordert, die Haltung von Nutztieren zu verbessern. Verbandspräsident Thomas Schröder sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Parallel zur CO2-Steuer brauchen wir auch eine Fleischsteuer.“ Mit den Einnahmen könnte der Umbau der Ställe finanziert werden. „Pro Kilo Fleisch, Liter Milch oder Eierkarton sind das nur wenige Cents“, so Schröder. Er rief Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dazu auf, eine umfassende Nutztierstrategie vorzulegen. „Wir müssen festlegen, wie es in 20 oder 30 Jahren in den Ställen aussehen soll“, sagte Schröder. Die notwendigen Umbaumaßnahmen in der Landwirtschaft müssten gefördert werden. Dazu sollen laut Schröder die Einnahmen aus der Fleischsteuer dienen. Am Dienstag ist Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner im Agrarland Niedersachsen zu Besuch. Sie trifft sich hier nicht öffentlich mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sowie mit Vertretern der Land- und Ernährungswirtschaft. Thema soll unter anderem die Tierhaltung sein.  

Tierschutz
70.000 Haustiere in den Sommerferien in Tierheimen abgegeben

Osnabrück –  In deutschen Tierheimen sind rund um die Sommerferien wieder Zehntausende Haustiere abgegeben worden. Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder schätzte die Gesamtzahl im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auf bis zu 70.000 Tiere. Kranke Tiere werden zum Problem „Die Tierheime sind so schon über das gesamte Jahr an ihrer Kapazitätsgrenze. Jedes weitere Tier ist da natürlich eines zu viel“, sagte Schröder. Besonders der Gesundheitszustand der Tiere mache den Heimen zu schaffen: „Besitzer geben ihre Tiere mittlerweile ab, weil sie sich die Behandlung von Hund oder Katze nicht mehr leisten können.“ Tierschutzbund fordert Einschränkungen bei Exoten-Haltung Hinzu kämen sogenannte Exoten wie Schlangen, Warane oder Vogelspinnen, auf die Tierheime nicht vorbereitet seien. „Die Tiere haben besondere Anforderungen an die Haltung. Und sind zum Teil gefährlich für die Mitarbeiter“, sagte Schröder. Er forderte von Bund und Ländern eine sogenannte Positiv-Liste aufzusetzen. „Dann hätten wir einen Katalog von Tieren, die in Deutschland gehalten werden dürfen. Derzeit kann jeder quasi alles halten.“

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– Türkei – Tierschutz: Türkische Polizei gründet neues Cyberteam gegen Tierquäler

Die Abteilung für Cybekriminalität der türkischen Polizei hat nun elf neue Teams zur Verfugung. Eines dieser Teams wird Gewalt gegen Tiere online verfolgen.

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Meinung
Kommentar: Der Green New Deal wird weder das Klima, noch die Umwelt retten

Ein Kommentar von Ernst Wolff Kaum ein Begriff schafft es derzeit so oft in die politische Diskussion wie der Green New Deal. Angesichts der zunehmenden Umweltzerstörung, der explodierenden sozialen Ungleichheit und der immer deutlicheren Zerfallserscheinungen im Finanzsektor verwundert das nicht, denn er scheint fast so etwas wie ein Patentrezept zur Lösung aller Gegenwartsprobleme zu sein. Die Idee dahinter ist relativ einfach und schnell erklärt: Staaten und Zentralbanken sollen sich zusammentun, frisches Geld schöpfen, die Wirtschaft durch Förderprogramme ankurbeln und massenweise Arbeitsplätze in „grünen“ Industrien schaffen. Auf diese Weise sollen sie für Vollbeschäftigung sorgen, die ökologische Wende herbeiführen und den Klimawandel ausbremsen. Da die zahllosen Bedrohungen unserer Zeit vielen Menschen Angst machen, wächst die Anhängerschaft der Green-New-Deal-Bewegung rasant. Politiker wie Bernie Sanders, Yanis Varoufakis oder die Grünen bekennen sich inzwischen ebenfalls dazu. Was steckt hinter dem Green New Deal? Der Begriff selbst geht auf den New Deal des US-Präsidenten Roosevelt zurück, der in den Dreißiger Jahren die Auswirkungen der Großen Depression, insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit, durch staatlich geförderte Infrastruktur-Maßnahmen abmildern konnte. Theoretische Grundlage des New Deal war die Wirtschaftslehre des Keynesianismus. Sie besagt, dass der Staat in Krisenzeiten in das Geschehen eingreifen soll, um vor allem über Infrastrukturprojekte Arbeitsplätze zu schaffen, so den Konsum anzuheizen und die Wirtschaft durch erhöhte Nachfrage wieder in Gang zu bringen. Der Keynesianismus erlebt in unseren Tagen eine Art Wiederauferstehung, und zwar in Gestalt der Modern Monetary Theory. Deren Anhänger argumentieren folgendermaßen: Da die Unmengen an Geld, die seit der Krise von 2007/08 in das Finanzsystem gepumpt worden sind, bis heute keine nennenswerte Inflation erzeugt haben, kann diese Politik des Gelddruckens (auch Quantitative Easing genannt) praktisch unbegrenzt fortgeführt werden. Weil auf diese Weise genügend Geld erzeugt werden könnte, um den Green New Deal zu finanzieren, haben sich die meisten seiner Befürworter inzwischen zu den Anhängern der Modern Monetary Theory gesellt und bilden mit ihnen eine Art Einheitsfront für eine neue, grüne Zukunft. Ein folgenschweres Missverständnis Diese Sicht der Dinge basiert allerdings auf einem folgenschweren Missverständnis: Dass es seit der Krise von 2007/08 keine Inflation gegeben hat, liegt nämlich daran, dass die vom Bankensektor künstlich geschaffenen Riesensummen nicht an die arbeitende Bevölkerung, sondern ausschließlich an Großinvestoren vergeben wurden, die das Geld nicht in die Realwirtschaft, sondern in die Finanzmärkte gesteckt haben. Dass es bisher im normalen Leben zu keiner nennenswerten Inflation gekommen ist, liegt also daran, dass die arbeitenden Menschen so gut wie nichts von dem Geld gesehen haben. Wenn aber nun im Rahmen eines Green New Deals das von den Zentralbanken geschaffene Geld über Infrastrukturprojekte in ihre Taschen geleitet würde, sähe das anders aus. Dann würde die Kaufkraft der Massen angehoben, was die Industrie umgehend dazu veranlassen würde, die Preise für Konsumgüter zu erhöhen. Und je mehr Geld ins System gepumpt würde, umso höher fiele die so entstehende Inflation aus. Egal also, wie viel Geld die Menschen vom Staat erhielten, es würde ihnen – mit leichter zeitlicher Verzögerung – über die Inflation im Alltag wieder abgenommen werden. Warum erhält der Green New Deal trotzdem so viel Aufmerksamkeit? Dass der Green New Deal dennoch soviel Aufmerksamkeit erhält, liegt zum einen daran, dass Politiker den Hype opportunistisch für sich nutzen. Zum anderen aber kommt er für die globale Finanzindustrie in äußerst schwierigen Zeiten wie gerufen. Die schlimmsten Einbrüche an den Aktienmärkten seit 70 Jahren zu Weihnachten 2018 haben nämlich gezeigt, dass es für das globale Finanzsystem nach zehn Jahren der „Notmaßnahmen“ – das heißt Zinssenkungen und Gelddrucken – kein Zurück zur Normalität mehr gibt. Die Zentralbanken, allen voran die FED und die EZB, haben der Welt seit Jahresbeginn deutlich zu verstehen gegeben, dass ihnen nur noch ein Mittel bleibt: Die Geldschleusen wieder zu öffnen, also noch mehr Geld ins System zu pumpen und es zu noch niedrigeren Zinsen zu vergeben. Diese Politik aber bringt ein gewaltiges Problem mit sich, denn sie muss der internationalen Öffentlichkeit ja irgendwie plausibel gemacht werden. Genau diesen Zweck erfüllt der New Green Deal: Mit seiner Hilfe kann unter dem Vorwand, grüne Politik betreiben zu wollen, weiter Geld gedruckt und das System zumindest noch für einige Zeit künstlich am Leben erhalten werden. Der Green New Deal wird dabei aber weder das Klima, noch die Umwelt retten, sondern genau das Gegenteil bewirken. Er wird dazu führen, dass die Lösung der drängendsten Probleme der Menschheit einmal mehr verschoben wird – und zwar in eine höchst unsichere Zukunft.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“. Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

Xinjiang
China: Türkei plant Entsendung von Beobachtungsteam für Uiguren

Bangkok – Die Türkei werde eine zehnköpfige Delegation in die von überwiegend turksprachigen muslimischen Uiguren bewohnte Region Xinjiang im Nordwesten Chinas entsenden, so der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. „Wir stellen eine Delegation von Experten aus verschiedenen Institutionen zusammen“, so Cavusoglu am Rande des 52. Außenministertreffens der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Die Türkei wolle, dass ihre „uigurischen Brüder und Schwestern in Frieden unter dem Dach Chinas leben“, zitiert TRT World Cavusoglu. Ankara habe am 24. Juni eine offizielle Einladung aus China erhalten. Für die Inhaftierung von Berichten zufolge mehreren Millionen Uiguren in Internierungslagern wird Peking international scharf verurteilt. Das kommunistische Regime weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet die Lager als „Berufsbildungszentren“ zur Bekämpfung von Extremismus. Die Türkei ist die einzige muslimische Nation, die regelmäßig ihre Besorgnis über die Situation in Ostturkestan zum Ausdruck gebracht hat, wie auch im Februar im Rahmen des UN-Menschenrechtsrates. Einreiseverbot für mehrere deutsche Abgeordnete Nach dem Einreiseverbot für mehrere deutsche Abgeordnete, hat der Bundestag bei der chinesischen Botschaft interveniert. China lässt derzeit gleich zwei deutsche Parlamentsdelegationen nicht ins Land. Namentlich abgelehnt wird die Grünen-Abgeordnete Bause. Wie Deutschlandfunk unter Berufung auf Angaben einer Regierungssprecherin weiter berichtet, wurde China aufgefordert, die deutsche Entscheidung zur Besetzung der geplanten Delegation zu akzeptieren. Die Regierung in Peking hatte sich ausdrücklich geweigert, die Grünen-Politikerin Bause im Rahmen eines Abgeordnetenbesuchs ins Land zu lassen. Bause tritt seit längerem für die Rechte der muslimischen Minderheit der Uiguren in China ein, berichtet Deutschlandfunk weiter. Auch dem Menschenrechtsausschuss des Bundestags verweigere Peking die Einreise. „In einem partnerschaftlichen Dialog muss es möglich sein, unliebsame Themen anzusprechen“, so die Ausschussvorsitzende Jensen (FDP) gegenüber Deutschlandfunk.

Türkei
Handelsblatt: „Die türkische Lira gehört seit Mai zu den stärksten Währungen weltweit“

Istanbul – Um die starke Inflation der letzten Monate einzudämmen, ließ der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Anfang Juli die Leitzinsen um 4,25 Prozent drastisch senken und wurde dafür heftig kritisiert. Notenbankchef Murat Uysal, der nach dem Rauswurf von Murat Cetinkaya Anfang Juli dessen Posten übernommen hatte, senkte die Zinsen  von 24 auf 19,75 Prozent. Wie die Wirtschaftszeitung Handelsblatt weiter berichtet, hat sich Erdogans Entscheidung bisher jedoch als rational erwiesen. „Die Wirtschaft scheint das Schlimmste hinter sich zu haben“, schreibt Handelsblatt am Samstag. Handelsblatt weiter:
Es ist aber nicht nur die Zentralbank, die Einfluss auf die türkische Wirtschaft hat. Der Kauf russischer S400-Abwehrraketen durch die türkische Regierung sorgte dafür, dass sich viele Unternehmer und Investoren in dem Land vor Sanktionen aus den USA fürchteten. Am Ende gab es faktisch kaum Strafmaßnahmen. Nusret Altinbas, Chef der türkischen Investmentfirma Alnus Yatirim, ist überzeugt, dass viele Anleger und Analysten dies falsch eingeschätzt hätten. „Auch die großen Ratingagenturen gingen davon aus, dass der Druck auf der Türkei steigt“, erklärt er das Vorgehen von Fitch und Moody’s, die ihr Türkeirating in diesem Sommer erneut herabgesetzt haben. Doch letztlich habe sich die Lage entspannt.
Dies zeige sich auch beim Wert der Landeswährung. Die türkische Lira hatte im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar und dem Euro enorm an Wert verloren, doch seit Mai gehört sie zu den stärksten Währungen weltweit, so Handelsblatt weiter. Auch die Inflation sei wie geplant zurückgegangen – von 25 Prozent im Oktober vergangenen Jahres auf eine Inflationsprognose von 13,9 Prozent für 2019. Die zusätzlichen Maßnahmen der Erdogan-Regierung, wie etwa Preissenkungen für Konsumenten, sieht Handelsblatt als weitere Gründe für den Fall der Inflationsrate. Im März ging Ankara gegen Wucherpreise bei Lebensmittelgroßhändlern vor und erließ einige Steuern auf Luxusprojekte, zu denen in der Türkei auch Neuwagen zählen, so Handelsblatt weiter. Wie von Erdogan gewünscht, sinken jetzt in der Türkei die Zinsen für Kredite auf Häuser, Autos und andere Konsumgegenstände.