Balkan
China und Serbien starten gemeinsame Polizeipatrouillen in Belgrad

Belgrad – Um die wachsende Zahl von chinesischen Touristen und Arbeitern zu bewältigen, hat die serbische Polizei Verstärkung aus China angefordert. Der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic erklärte, dass die Polizeibeamten an mehreren Orten in der Stadt gemeinsame Patrouillen durchführen werden, die entweder als Touristenattraktionen oder als wichtige Orte für chinesische Bürger gelten, um chinesischen Touristen die Kommunikation zu erleichtern. „Wir haben eine Hotline für Chinesen eingerichtet“, sagte der aus Peking stammende Polizist Jin Yao, der sich letzte Woche auf Patrouillen seinen serbischen Kollegen angeschlossen hat, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Initiative folgt auf eine im Mai unterzeichnete Absichtserklärung zwischen den chinesischen und dem serbischen Innenministerien, die auch gemeinsame Übungen von Spezialeinheiten der Polizei und die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität ermöglicht. Serbien und das chinesische Elektronikunternehmen Huawei haben ein Projekt namens Safe City gestartet, das die Montage von Hunderten von Überwachungskameras in Belgrad und die Entwicklung von Gesichtserkennungssoftware vorsieht, berichtet Reuters weiter. Es ist nicht das erste Mal, dass Serbien die Hilfe ausländischer Polizeikräfte in Anspruch nimmt. Mehrere Nationen der Europäischen Union, darunter die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn und Österreich, senden seit 2014 Polizeibeamte an die Grenzen Serbiens, um den Zustrom illegaler Einwanderer einzudämmen. Auch die türkische Polizei hilft an serbischen Grenzübergängen. Serbische Polizisten sind auch an der Grenze zwischen Nordmazedonien und Griechenland sowie im benachbarten Montenegro während der Sommerferienzeit im Einsatz.

Thomas-Cook-Pleite
Tourismusminister Trabelsi: Thomas Cook schuldet tunesischen Hotels 60 Millionen Euro

Tunis – Für Aufenthalte im Juli und August schulde das insolvent gegangene Reiseunternehmen Thomas Cook tunesischen Hotels 60 Millionen Euro (66 Millionen Dollar), sagte Tourismusminister Rene Trabelsi der Nachrichtenagentur Reuters am Montag und fügte hinzu, dass sich 4.500 britische Thomas Cook-Kunden noch im Land befänden. Der Tourismus sei ein wichtiger Sektor für die tunesische Wirtschaft und eine wichtige Devisenquelle, und die Regierung habe erwartet, dass in diesem Jahr weitere 50.000 Thomas Cook-Kunden das Land besuchen würden. „Ich werde am Dienstag ein Treffen mit der britischen Botschaft in Tunesien und den Hotelbesitzern haben, um zu sehen, wie die Schulden getilgt werden können“, sagte Trabelsi. Der Zusammenbruch von Thomas Cook, einem der ältesten britischen Unternehmen, hat mehr als eine halbe Million Touristen auf der ganzen Welt im Stich gelassen. Sie betrieb Hotels, Resorts und Fluggesellschaften für 19 Millionen Menschen pro Jahr in 16 Ländern. Der Zusammenbruch von Thomas Cook, einem der ältesten britischen Unternehmen, hat mehr als eine halbe Million Touristen auf der ganzen Welt im Stich gelassen. Es betrieb Hotels, Resorts und Fluggesellschaften für 19 Millionen Menschen pro Jahr in 16 Ländern. Die britische Zivilluftfahrtbehörde (CAA) sagte, die Regierung habe eine Flotte von Flugzeugen, die bereit seien, britische Kunden in den nächsten zwei Wochen nach Hause zu bringen. Die britische Regulierungsbehörde habe bereits Hotels, in denen Thomas-Cook-Kunden untergebracht sind, kontaktiert, um ihnen mitzuteilen, dass sie von der Regierung über ein Versicherungssystem bezahlt werden. Der Tourismus macht rund acht Prozent der tunesischen Wirtschaft aus und beschäftigt 400.000 Menschen.

Zum Thema

– Tourismus – Thomas-Cook-Pleite: Türkei fürchtet bis zu 700.000 Urlauber weniger jährlich

Die Pleite des britischen Reisekonzerns könnte auch die Türkei treffen. Das Tourismusministerium in Ankara hat bereits ein Hilfspaket für Hoteliers angekündigt, berichtet das Handelsblatt.

Thomas-Cook-Pleite: Türkei fürchtet bis zu 700.000 Urlauber weniger jährlich

Tourismus
Thomas-Cook-Pleite: Türkei fürchtet bis zu 700.000 Urlauber weniger jährlich

Ankara – Die Pleite des britischen Reisekonzerns könnte auch die Türkei treffen. Das Tourismusministerium in Ankara hat bereits ein Hilfspaket für Hoteliers angekündigt. Die türkische Tourismusbranche befürchtet deutliche Einbußen durch die Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook. Der Präsident des Hotelverbandes, Osman Ayik, rechnet mit einem Besucherschwund. Als Folge des Firmenzusammenbruchs könnten jährlich 600.000 bis 700.000 Urlauber weniger in die Türkei kommen, zitiert die Wirtschaftszeitung Handelsblatt Ayik. Der älteste und zweitgrößte Reisekonzern der Welt meldete am Montag Insolvenz an. Der Flugbetrieb von Thomas Cook wurde in Großbritannien mit sofortiger Wirkung eingestellt, teilte die britische Luftfahrtbehörde CAA am Morgen mit. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Ayik, dass sich im Land 45.000 Urlauber befänden, die aus Großbritannien und anderen europäischen Ländern stammten und mit Thomas Cook reisten. „Es gibt eine große Anzahl von kleinen Unternehmen, deren Schicksal von Thomas Cook abhängt, vor allem in Mugla, Dalaman und Fethiye“, sagte Ayik gegenüber Reuters und bezog sich auf beliebte Ziele an der Westküste der Türkei. Thomas Cook schulde einigen kleinen Hotels jeweils 100.000-200.000 Pfund. Diese könnten unter dem Zusammenbruch des Reiseveranstalters leiden. Das türkische Tourismusministerium hatte am Montag ein Unterstützungspaket in Aussicht gestellt, für türkische Hoteliers und andere Tourismus-Unternehmen. Das Paket werde „in kürzester Zeit“ verabschiedet, teilte das Ministerium in Ankara am Montag via Twitter mit, berichtet Handelsblatt weiter.

Türkei
Türkischer Tourismusminister: Es war eine gute Saison – 52 Millionen Urlauber erwartet

Ankara – Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy ist zuversichtlich, dass die Türkei das Ziel erreicht, in diesem Jahr insgesamt 52 Millionen ausländische Touristen aufzunehmen. „Wir wollen sowohl die Zahl der Touristen, die das Land besuchen, als auch die Einnahmen aus dem Tourismus steigern. Es war eine gute Tourismussaison, alles läuft wie geplant. Wir werden die für 2019 gesetzten Ziele erreichen. Der Umsatz steigt mit dem Anstieg der Besucherzahl“, so Ersoy gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Am 27. September werde sein Ministerium eine detaillierte Präsentation über die Tourismusstrategie 2023 abgeben. Jüngste Daten des Tourismusministeriums zeigen, dass in den ersten sieben Monaten dieses Jahres insgesamt 24,7 Millionen ausländische Touristen die Türkei besuchten, was auf einen starken Anstieg von 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinweist. Allein im Juli seien die Ankünfte ausländischer Touristen auf Jahresbasis um fast 17 Prozent auf 6,62 Millionen gestiegen. Im vergangenen Jahr besuchten 39,5 Millionen ausländische Touristen die Türkei, gegenüber 32,4 Millionen Ankünften im Jahr 2017. Die Nettoeinnahmen der Türkei im Tourismus beliefen sich nach Angaben der Zentralbank im Juli dieses Jahres auf 3,3 Milliarden Dollar. Die Netto-Tourismuseinnahmen stiegen auf Jahresbasis um fast 24 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar im Januar-Juli, während die kumulierten Netto-Tourismuseinnahmen von 12 Monaten insgesamt 22,9 Milliarden Dollar erreichten. In dem neuen Wirtschaftsprogramm, das im September letzten Jahres veröffentlicht wurde, sagte die Regierung, dass sie 38 Milliarden Dollar an Tourismuseinnahmen im Jahr 2020 und 42 Milliarden Dollar im Jahr 2021 anstrebe.

Zum Thema

– Reisen – Herbstferien: Antalya verdrängt Mallorca bei deutschen Urlaubern vom ersten Platz

Antalya ist Herbstmeister – zwar nicht im Fußball, aber bei den TUI Gästen: „Antalya ist in diesem Jahr das beliebteste Herbstferien-Ziel. Bereits im Sommer hat die Türkei einen Boom erlebt, der sich nun auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt“, sagt Stefan Baumert, touristischer Geschäftsführer der TUI Deutschland.

Herbstferien: Antalya verdrängt Mallorca bei deutschen Urlaubern vom ersten Platz

Studie
Karriere: Warum kündigen Fachkräfte?

Fachkräfte sind wählerisch und haben genaue Vorstellungen von ihrem Job. Damit sie zufrieden mit ihrer Stelle sind, wünschen sie sich vor allem eine spannende Tätigkeit und eine hohe Jobsicherheit. Das zeigen Ergebnisse einer StepStone Studie zum Thema Arbeitgeberattraktivität, an der 22.000 Fach- und Führungskräfte teilgenommen haben. Doch was hat Fachkräfte in Deutschland dazu gebracht, ihren letzten Arbeitgeber zu verlassen? Das sind die acht häufigsten Kündigungsgründe: Grund 1: Zu geringe Bezahlung Obwohl die Befragten im Rahmen der Studie mehrere Kündigungsgründe nennen konnten, gaben nur rund vier von zehn Fachkräften (39,7 Prozent) das Gehalt an. 79 Prozent der Fachkräfte gehen davon aus, dass sie nach einem Jobwechsel mehr verdienen als vorher – das zeigt die StepStone Studie „Gehaltsverhandlungen in Deutschland“. „Die Bezahlung ist zwar wichtig, sie ist aber nur einer von vielen Faktoren, die für die Zufriedenheit im Job entscheidend sind“, sagt Inga Rottländer, Karriere-Expertin bei StepStone. „Wer den Job wechselt, sollte deshalb nicht nur auf das Gehalt achten, sondern auch darauf, ob er sich bei dem neuen Arbeitgeber wohlfühlen und weiter entwickeln kann.“ Grund 2: Schlechtes Arbeitsklima Fiese Kollegen, ein unfreundlicher Chef – wer will schon mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehen? Kein Wunder, dass ein schlechtes Arbeitsklima von 37,4 Prozent der Befragten als Kündigungsgrund genannt wurde und damit fast gleichauf mit einem zu geringen Gehalt liegt. Für Frauen ist ein schlechtes Arbeitsklima sogar der Hauptgrund für den Wechsel, während für Männer die Bezahlung und fehlende Aufstiegsmöglichkeiten entscheidender sind. Grund 3: Fehlende Aufstiegsmöglichkeiten Viele Jahre im selben Job und keine Perspektive in Sicht? Für viele Fachkräfte sind fehlende Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens ein Grund, dem Unternehmen den Rücken zu kehren. 34,6 Prozent gaben an, ihrem letzten Arbeitgeber deshalb gekündigt zu haben. Grund 4: Unpassende Unternehmenskultur Wer sich nicht mit den Werten seines Arbeitgebers identifizieren kann, ist schneller frustriert im Job. Eine StepStone Studie von 2018 zum Cultural Fit zwischen Unternehmen und Mitarbeitern zeigt sogar einen klaren Zusammenhang zwischen der Identifikation mit der Unternehmenskultur und der Zufriedenheit im Job. 27,7 Prozent der Befragten gaben eine unpassende Unternehmenskultur als Kündigungsgrund an. „Die Entscheidung für einen Job ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben eines Menschen. Der Job bestimmt unser Selbstbild und unseren Alltag“, sagt Rottländer. „Deshalb ist es wichtig, dass Menschen auf Jobsuche sich so umfassend wie möglich über potenzielle neue Arbeitgeber informieren. Je mehr sie über den Job und das Unternehmen erfahren, desto leichter finden sie ihren Traumjob.“ Grund 5: Mangelnde Weiterbildungsmöglichkeiten Lebenslanges Lernen – viele Fachkräfte in Deutschland finden es wichtig, sich kontinuierlich fortzubilden und neue Fähigkeiten dazuzulernen. 25,2 Prozent der Befragten haben den Hut genommen, weil sie diese Möglichkeiten bei ihrem Arbeitgeber nicht bekommen haben. Grund 6: Fehlende Work-Life-Balance Für jede vierte Fachkraft (25,1 Prozent) war eine fehlende Work-Life-Balance ein Grund, zu kündigen. Egal ob Familiengründung oder die Pflege von Angehörigen oder Hobbys – viele Fachkräfte wollen neben der Arbeit noch ausreichend Raum für ihr Privatleben haben. Grund 7: Mangelnde Stabilität und Jobsicherheit Qualifizierten und flexiblen Fachkräften stehen derzeit viele Jobmöglichkeiten offen. Wer das Gefühl hat, sein Job steht auf der Kippe oder die Zukunft des Unternehmens auf wackeligen Beinen, der verlässt seinen Arbeitgeber. 22,3 Prozent der Befragten haben ihren Job zuletzt auch aus diesem Grund gekündigt. Grund 8: Mangelnde Sinnhaftigkeit der Tätigkeit 62 Prozent der befragten Fachkräfte finden es wichtig, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Das heißt nicht per se, dass sie damit die Welt verbessern wollen – aber die Mehrheit möchte mit ihrer Arbeit einen positiven Effekt erzielen. 21,7 Prozent konnten das bei ihrem letzten Job offenbar nicht – die mangelnde Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit war für sie ein Kündigungsgrund. Über die StepStone Studie zum Thema Arbeitgeberattraktivität Mit dieser Studie analysiert die Online-Jobplattform StepStone die Arbeitgeberattraktivität von Unternehmen und nimmt den Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte unter die Lupe. Für die Studie hat StepStone im zweiten Quartal 2019 eine Online-Befragung unter insgesamt rund 19.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt. Darunter waren rund 16.600 Fachkräfte ohne Personalverantwortung und rund 2.400 Führungskräfte. Daneben befragte StepStone online insgesamt rund 3.500 Recruiter und Manager, die für Personalbeschaffung zuständig sind.

Spanien
Mallorca: Deutsche von ihrem spanischen Partner erstochen

Palma – Spanischen Ermittlern zufolge ist eine 59-jährige Deutsche auf Mallorca von ihrem Lebensgefährten getötet worden. Ersten Erkenntnissen nach, habe der Mann sie mit einer Stichwaffe an der Brust und am Unterleib tödlich verletzt, teilten die Behörden der spanischen Insel mit. Bei dem Täter soll es sich um einen 59 Jahre alten Spanier handeln. Er wurde noch am Tatort festgenommen. Die beiden seien erst seit zwei Monaten zusammen gewesen. Die Deutsche habe seit sieben Jahren in dem Haus gelebt. Wie ntv unter Berufung auf eine Meldung der Regionalzeitung „Diario de Mallorca“ berichtet, habe sich die Tat zwischen sechs und sieben Uhr in einem Haus im Küstenort Colònia de Sant Jordi im Süden Mallorcas ereignet. Herbeigeeilte Rettungskräfte versuchten noch, die Frau wiederzubeleben. Wegen der Schwere ihrer Verletzungen sei dies aber nicht gelungen. Wie die Zeitung Última Hora unter Berufung auf Aussagen der Nachbarn berichtet, sei der Mann nach der Tat mit einer blutverschmierten Stichwaffe auf die Straße gelaufen.

Treffen in New York
US-Senator Lindsey Graham wünscht Rückkehr der Türkei zum F-35-Programm

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New York – Der republikanische US-Senator, Lindsey Graham, sagte am Sonntag nach dem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan, dass er den NATO-Verbündeten Türkei wieder in ein gemeinsames Produktionsprogramm für F-35-Kampfflugzeuge einbinden möchte, aus dem sie im Juli ausgeschlossen wurde. „Wir versuchen, sie wieder in das F-35-Programm aufzunehmen“, sagte Graham, ein enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump, in New York, in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner im Juli aus dem gemeinsamen F-35-Entwicklungsprogramm ausgeschlossen. Im Video sagte Graham, dass er und Erdogan über ein mögliches Freihandelsabkommen sprachen. „Die Türkei ist ein sehr wichtiger Verbündeter, nicht nur in Bezug auf Syrien, sondern für die gesamte Region“, sagte er vor Journalisten. In einem Interview Anfang dieses Monats sagte Erdogan der Nachrichtenagentur Reuters, dass er mit Trump den Kauf von US-Patriot-Raketenabwehrsystemen diskutieren würde. Der türkische Staatschef betonte in dem Gespräch seine persönliche Verbundenheit mit dem US-Präsidenten. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, führten Trump und Erdogan am Sonntag einen Telefonanruf, in dem sie über bilaterale Beziehungen und regionale Fragen diskutierten.

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– Türkisch-amerikanische Beziehungen – 100 Milliarden Dollar: Türkisch-amerikanische Wirtschaftsvereinigung legt Fahrplan vor

Der Türkisch-Amerikanische Wirtschaftsrat (TAİK) wird seinen Fahrplan zur Steigerung des Handelsvolumens auf 100 Milliarden Dollar auf einer Veranstaltung in dieser Woche in New York vorstellen.

100 Milliarden Dollar: Türkisch-amerikanische Wirtschaftsvereinigung legt Fahrplan vor
 

Arbeitspolitik
Arbeitsminister Heil will die Hartz-IV-Eingliederungsvereinbarungen überarbeiten

Berlin – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht sich auf dem Weg, das Versprechen von Ex-Parteichefin Andrea Nahles „Wir werden Hartz IV hinter uns lassen“ einzulösen. Das sagte er der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“. „Wir haben mit einer umfassenden Erneuerung der Grundsicherung begonnen. Mit dem Ergebnisbericht des Zukunftsdialogs habe ich skizziert, was die nächsten Schritte sind.“ Es gehe ihm um ein „umsetzbares und rechtssicheres“ Konzept. Unter anderem plant Heil, die Eingliederungsvereinbarungen für Arbeitslose zu reformieren. „Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird uns als Gesetzgeber vermutlich vor eine neue Realität stellen. Wenn das so kommt, werden wir das zur Ausgangslage nehmen, ein Gesetz zu Entbürokratisierungen auf den Weg zu bringen. Dort wird es dann auch um die Eingliederungsvereinbarungen gehen.“ In einer Eingliederungsvereinbarung werden die Pflichten und Leistungen beider Seiten bei der Arbeitssuche, das Ziel und die verfolgte Strategie festgelegt, beispielsweise wie viele Bewerbungen pro Woche zu schreiben sind. Das Ganze hat eine rechtskräftige Form. Befolgen Arbeitslose die Anweisungen nicht, können sie dafür sanktioniert werden. Mit der Reform der Eingliederungsvereinbarung soll es nach Heils Plänen weniger schnell zu Sanktionen kommen. Das Vorhaben steht nicht im Koalitionsvertrag.

Verkehrspolitik
Diesel-Nachrüstung verläuft sehr schleppend

Ein Jahr nach der Ankündigung von Förderprogrammen zur Dieselnachrüstung kommt der Einbau von Abgasreinigungskomponenten nur äußerst schleppend voran. Nach einem Bericht der Düsseldorfer „Rheinischen Post“., die aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zitiert, wurden lediglich 40 Förderanträge für Kommunal-, Handwerker- und Lieferfahrzeugen bewilligt, aber noch kein einziger umgesetzt. Bei den Bussen gab es 1408 genehmigte Förderungen über insgesamt 18 Millionen Euro, jedoch bislang erst 14 nachgerüstete Fahrzeuge. „Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat schnelle Erfolge in Aussicht gestellt, doch geliefert hat er nicht“, sagte Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn.

Mehr Befugnisse
Punkte-Plan gegen Clankriminalität in NRW

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will den Kampf gegen kriminelle Familienclans weiter verschärfen. Der noch unveröffentlichte 14-seitige Zwischenbericht der sogenannten Bosbach-Kommission zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität, der der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegt, plädiert dafür, Polizei und Justiz mit deutlich mehr Befugnissen auszustatten. Demnach soll der „rechtsstaatliche Werkzeugkasten“ in personeller, technischer und rechtlicher Hinsicht erweitert werden. Das aus 16 Experten bestehende Gremium unter der Leitung des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach macht in seinem Zwischenbericht insgesamt 21 Vorschläge, um die Clan-Kriminalität einzudämmen. Der Plan sieht zunächst eine bessere Zusammenarbeit aller beteiligter Behörden vor. Es sei unabdingbar, dass sich Polizei, Staatsanwaltschaft, Zoll und Steuerfahndung sowie die Ausländer- und Ordnungsbehörden noch schneller austauschten. Entsprechend sollte ein sogenannten Strategisches Informationszentrum wie in Bayern gegründet werden, in dem gemischte Teams aus Polizisten und Wissenschaftler zusammenarbeiten könnten. In größeren Polizeibehörden sollten zudem spezialisierte Kommissariate eingerichtet werden. Auch müssten die Ausländerbehörden personell und materiell besser ausgestattet werden, und es müsse eine ausreichende Zahl an Abschiebehaftplätze geben, um Straftäter mit Clanhintergrund und ohne deutsche Staatsbürgerschaft konsequent in ihre Heimat zurückschicken zu können. Darüber hinaus regte die Kommission unter anderem regelmäßige Zusatzschulungen für Clan-Ermittler an sowie eine intensivere Zusammenarbeit mit der Polizei in Nachbarstaaten, einen Ausbau der polizeilichen Datenbanken, mehr Observierungskräfte, eine bessere Ausstattung der mobilen Einsatzkommandos und mehr Befugnisse bei der Funkzellenauswertung, mit der sehr präzise der Aufenthaltsort eines Tatverdächtigen zur Tatzeit ermittelt werden kann.