CSU
Seehofer: Einwanderungsgesetz darf nicht zu mehr Einwanderung führen
München (dts) – CSU-Chef Horst Seehofer lehnt die bisherigen Vorschläge für ein mögliches Einwanderungsgesetz ab. „Ich kann hier für die CSU verbindlich erklären, ein Einwanderungsgesetz, dass zu mehr Einwanderung noch nach Deutschland führen würde, wird mit der CSU nicht in Frage kommen“, sagte Seehofer der ARD. Alles, was bisher diskutiert werde, hätte eine zusätzliche Einwanderung zur Folge. Die vereinbarte zusätzliche Zusammenkunft mit den Bundesländern soll auf September vorgezogen werden.
„Denn, wenn wir mal die kalte oder die etwas schwierigere Jahreszeit erreicht haben, ist es zu spät. Wir müssen im September klar vereinbaren, wie es weitergeht.“
Export
Agrarminister Christian Schmidt will deutsche Milch in den Iran verkaufen
Berlin/Teheran (dts) – Um den Preisverfall der Milch zu stoppen, will Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) den Export deutscher Milchprodukte fördern. „Der Nahe Osten ist ein möglicher neuer Exportmarkt“, sagte Schmidt der „Welt am Sonntag“. „Ich werde auch die Lage im Iran genau beobachten.“
Exporterstattungen erteilte er dagegen eine Absage. Die so verbilligten Exportprodukte würden lokale Märkte etwa in Entwicklungsländern gefährden. Weil derzeit das Angebot von Milch die Nachfrage übersteigt, sind die Erzeugerpreise in Deutschland unter 30 Cent pro Liter gefallen. Schmidt forderte die Milchbauern auf, sich zu größeren Anbietergemeinschaften zusammenzuschließen, um eine bessere Verhandlungspositionen gegenüber den Molkereien zu haben. Diese müssten mit dem Einzelhandel entsprechend höhere Preise vereinbaren. An den Lebensmitteleinzelhandel appellierte er, „vernünftige Preise“ zu machen, damit die Milchbauern ihre Produktionskosten decken und von ihrer Arbeit auch leben können.
Rente
Zahl der Arbeitnehmer über 63 geht deutlich zurück
Berlin (dts) – Die Zahl der Beschäftigten über 63 Jahre ist bis Ende Mai auf 439.392 gesunken. Das waren 6,7 Prozent (31.306) weniger als vor Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 im Juni 2014, berichtet die „Bild-Zeitung“ in ihrer Montagsausgabe. Seither gingen auch 42.917 Arbeitslose über 63-Jährige in Rente.
Das waren 86 Prozent (19.817) mehr als im Vorjahr.
Fußball
2. Bundesliga: Paderborn gewinnt gegen Düsseldorf
Düsseldorf (dts) – Am zweiten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga hat Paderborn bei Fortuna Düsselorf mit 2:1 gewonnen. Düsseldorf ging nach zwei Minuten durch einen Treffer von Bolly mit 1:0 in Führung. Paderborn brauchte Zeit, um in die Partie zu finden und wurde erst ab der Mitte der ersten Halbzeit aktiver und gefährlicher.
Düsseldorf rettete die Führung in die Pause, doch in der 51. Minute kamen die Gäste aus Paderborn heran: Proschwitz nutzte eine hohe Hereingabe von Heinloth und schob frei vor dem Tor zum 1:1-Ausgleich ein. Düsseldorf zog danach das Tempo an, doch Paderborn kontrollierte jetzt die Begegnung und traf in der 72. Minute erneut durch Marcel Ndjeng zum 2:1-Endstand.
Landesverrat
Maas warnte Bundesanwalt schon früh
Berlin/Karlsruhe (dts) – Das Bundesjustizministerium hat den Generalbundesanwalt nach eigenen Angaben frühzeitig davor gewarnt, gegen zwei Journalisten des Internet-Blogs Netzpolitik.org wegen Landesverrats zu ermitteln. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Montagsausgabe. Am 27. Mai war das Ministerium von der Bundesanwaltschaft über das am 13. Mai eingeleitete Verfahren informiert worden.
Nach Darstellung des Ministeriums habe man Generalbundesanwalt Harald Range und seinen Mitarbeitern signalisiert, man halte das Verfahren für falsch. Mehrere Ministerien waren – anders als bislang öffentlich behauptet – frühzeitig über Einzelheiten des Verfahrens informiert. Spitzenbeamte der Häuser kannten die vielen Details des Falles und wussten vor allem von der Entscheidung Ranges, gegen die Journalisten zu ermitteln. Bei der Bundesanwaltschaft dagegen will man sich an eine deutliche Warnung des Justizministeriums nicht erinnern. Nur allgemeine Hinweise, dass ein solches Verfahren problematisch sein könne, habe es gegeben. Zudem sei das Verfahren nur in Gang gekommen, weil das Bundesamt für Verfassungsschutz in einem Gutachten zwei Veröffentlichungen von Netzpolitik.org zum Staatsgeheimnis erklärt habe. Die Verfassungsschützer waren zu dem Fazit gekommen, dass die Blogger ein Staatsgeheimnis nach Paragraf 93 des Strafgesetzbuches verletzt haben. Dieses Gutachten lag auch dem Bundesjustizministerium in Kopie vor. Daraufhin hatte die Bundesanwaltschaft einen externen Gutachter beauftragt, über die Frage Staatsgeheimnis und Landesverrat ein weiteres Gutachten zu fertigen. Der Experte ist in den Sommerurlaub entschwunden. Das alles dauert Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) offenbar zu lange. Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR werden seine Beamten in der bereits am Freitag angekündigten Stellungnahme aus dem Ministerium zu dem Ergebnis kommen, dass es sich im Netzpolitik-Fall nicht um Landesverrat gehandelt hat. Das Quasi-Gutachten soll bis zum Donnerstag dieser Woche fertiggestellt werden. Die Expertise wird dann dem Karlsruher Generalbundesanwalt Harald Range zugestellt werden, der sie zu den Akten nehmen wird. Ob danach schon die Ermittlungen eingestellt werden, ist ungewiss. Maas jedenfalls möchte, wie aus Berlin verlautet, den Fall „nicht durch den Sommer schleppen“. Viele Beobachter gehen davon aus, dass das Verfahren spätestens in einigen Monaten eingestellt wird. Warum sich alle Beteiligten derart verheddert haben, ist unklar. In den Akten des Landesverrats-Verfahrens gibt es allerdings deutliche Hinweise, dass Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen das Verfahren gezielt in Gang gebracht hat. Jedenfalls hätte er ausweislich der Unterlagen zumindest wissen müssen, dass es sich gegen Journalisten richten würde. Am Wochenende forderten mehrere Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei den Rücktritt Ranges. Einige CDU-Politiker verteidigten den Generalbundesanwalt, der, unabhängig von der Kritik, Anfang nächsten Jahres in Pension gehen soll.
FC Bayern München
Guardiola von Bayern-Mannschaft enttäuscht
Guardiola von Bayern-Mannschaft enttäuscht
„Die Fans tun mir leid.“ München (dts) – Der Trainer des FC Bayern München, Pep Guardiola, hat sich trotz des 5:2-Siegs des deutschen Rekordmeisters gegen den SV Werder Bremen enttäuscht von seiner Mannschaft gezeigt. „Die Fans tun mir leid, weil sie es nicht verdienen, so eine erste Hälfte zu sehen. Es ist das erste Mal, seit ich hier Trainer bin, dass ich enttäuscht von meinen Spielern bin“, sagte der Bayern-Trainer nach Abpfiff der Partie gegenüber dem Bezahlsender Sky. „Wenn sie gut oder schlecht spielen, ist das kein Problem. Aber wir waren heute nicht die Mannschaft, die wir die gesamte Saison über gewesen sind. Und die Fans verdienen so eine Leistung nicht. In der zweiten Hälfte war es dann besser.“ Die Bayern hatten nach der ersten Halbzeit gegen Werder mit 1:2 zurückgelegen, ehe Pizarro die Münchener mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße brachte.
Suhl
Mehrere Verletzte bei Massenschlägerei unter Flüchtlingen in einem Asylzentrum in Suhl
Suhl (dts) – Bei einer Massenschlägerei in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Suhl sind am frühen Sonntagmorgen mindestens acht Menschen verletzt worden. Mehr als 80 Menschen waren an der Auseinandersetzung beteiligt, teilte die Polizei mit. Unter den Verletzten seien zwei Mitarbeiter des Wachdienstes.
Sieben Flüchtlinge seien festgenommen worden, die Polizei war mehrere Stunden lang im Einsatz. Als erste Maßnahme wurden 23 Flüchtlinge in eine andere Unterkunft gebracht. Der Auslöser der Schlägerei sei nichtig gewesen, so die Polizei. In Köln wurde bei einem weiteren Zwischenfall ein Mann schwer verletzt: Ein Flüchtling hatte andere Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft mit Messern attackiert. Als er mit den Messern auf die Beamte des SEK zulief, gaben diese insgesamt sechs Schüsse auf den Mann ab.
Hans-Werner Sinn
Trotz Migration: Ifo-Institut warnt vor Kollaps des Rentensystems
Berlin (dts) – Der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat von der Bundesregierung eine Reform des Rentensystems gefordert. „Trotz der Migration wird es nach der mittleren Prognose des Statistischen Bundesamtes im Jahre 2030 doppelt so viele Alte ab 65 Jahren in Relation zu den Jungen von 15 bis 64 Jahren geben wie noch im Jahr 2000“, sagte Sinn dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Deutschland tut gut daran, sich schon heute darauf vorzubereiten. Dazu gehört der Ausbau der kapitalgedeckten Rentensäulen, der Einstieg in die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die Verbesserung der Migrationspolitik, der rechtzeitige Abbau der Staatsverschuldung, ein rascher Ausstieg aus den ohnehin unwirksamen europäischen Rettungsprogrammen und vieles mehr“, so Sinn weiter.
CDU
Altmaier weist Berichte über vierte Merkel-Amtszeit zurück
Berlin (dts) – Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) hat den „Spiegel“-Bericht über eine erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel (CDU) zurückgewiesen. „Es ist und bleibt Spekulation“, sagte Altmaier der Zeitung „Bild“. Die Bundeskanzlerin werde „dann entscheiden, wenn sie es für richtig hält“, sagte Altmaier.
Altmaier fügte an, es sei „spannend, wenn ein Magazin, das lange das Gegenteil behauptet hat, nun mit Verve seine Meinung ändert“. Die Debatte innerhalb der SPD, ob die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl 2017 mit einem eigenen Kanzlerkandidaten gegen Angela Merkel antreten sollten, kommentierte der Chef des Bundeskanzleramts mit den Worten: „Diejenigen in der SPD, die Angela Merkel gut finden, stehen mit ihrer Meinung nicht allein: Die große Mehrheit der Deutschen sieht das genau so.“ Er komme aber „nicht im Traum auf die Idee, der SPD Ratschläge zu erteilen“. Altmaier sagte außerdem, er weigere sich auch, „jetzt schon über Koalitionen zu spekulieren oder den Wahlkampf ins Visier zu nehmen“: „Wir sollten versuchen, so lange es eben geht, gemeinsam zu regieren.“

