Kommentar
Türkeibashing: Warum Deutschland plötzlich die PKK liebt

Das Türkeibashing kann mehrere Beweggründe haben – keiner davon hat Verständnis verdient.

Ein Gastbeitrag von Remzi Aru
Dass Europa immer älter wird, ohne dabei gleichzeitig auch weiser zu werden, haben alleine schon die letzten 25 Jahre gezeigt, in denen nicht mehr die USA auf der einen und die mittlerweile untergegangene Sowjetunion auf der anderen Seite die eigentlichen Entscheidungen getroffen haben. Dass Europa aber jetzt schon den Zustand der Altersdemenz erreicht hat, damit hätte wohl kaum einer gerechnet. Von allen Ecken und Enden wird die PKK mit Solidaritätsadressen überschüttet, während die Türkei für ihr Vorgehen gegen die Terroristen gescholten wird und von ganz links bis ganz rechts eine regelrechte Einheitsfront wie einst zu Zeiten der DDR-Volkskammer besteht, wenn es darum geht, der Türkei das Recht abzusprechen, sich gegen Gruppen zu wehren, die auf ihrem eigenen Territorium Morde begehen, Anschläge verüben, Schutzgeld erpressen, die Organisierte Kriminalität vorantreiben und die Bevölkerung einschüchtern.
Der Focus jammert, Erdoğan könne nur deshalb gegen die PKK agieren, weil Europa es zulasse. Das klingt interessant: Obwohl die Türkei nicht einmal EU-Mitglied ist, soll sie Befehle aus Brüssel und Berlin entgegennehmen? Und Europa könnte, wenn es wollte, auch anders? Wie denn? Wollen sie eine Generalmobilmachung anordnen und die Altenheime und Großraumdiskotheken leeren, um mittels solarbetriebener Kampfrollatoren den Bosporus zu erobern? Wollen sie Sanktionen gegen die Türkei verhängen wie gegen Russland, und dann das TTIP nicht unterzeichnen, weil die USA das Recht der Türkei auf Selbstverteidigung anerkennen? Dann hätte Europa eines Tages nur noch sich selbst als Handelspartner – und vielleicht den Iran, aber der ist ja offenbar eine Demokratie nach europäischen Maßstäben. Man sieht, es wäre sehr traurig, würde sich der Rest der Welt weiter von Europa isolieren. Und dann kommt noch ein Cem Özdemir und erklärt, ein EU-Beitritt der Türkei komme nicht in Frage, solange Erdoğan in Ankara das Sagen habe.
Als ob es in der Türkei noch eine nennenswerte Anzahl von Leuten gäbe, die noch scharf darauf wären, von Brüssel aus fremdbestimmt zu werden, als Teil eines riesigen Umverteilungsmechanismus Banken zu retten, Größe und Art von Glühlampen, Toilettenspülungen und Einkaufstüten vorgeschrieben zu bekommen und wahnwitzigen Gesellschaftsexperimenten unterworfen zu werden?! Es stellt sich immer mehr die Frage, welche Beweggründe hinter der antitürkischen Einheitsfront, dem – wie es ein Kommentator des Magazins „eigentümlich frei“ nannte – „antitürkischen Kläffreflex“ in Politik, Medien und Kommentarspalten stehen. Naivität in dem Sinne, dass man die PKK tatsächlich für eine Art „Robin Hood der unterdrückten Kurden“ hält, ist wohl nur bei wenigen anzunehmen – zumal naive Leute in Politik und Medien fehl am Platze sind. Es dürften also andere Denkweisen dahinterstecken, wenn man nun in Deutschland und Europa meint, für die PKK und gegen die Türkei Partei ergreifen zu müssen.
Sowohl Deutschland als auch die EU haben die PKK als das anerkannt, was sie ist, nämlich eine Terrororganisation. Dies hatte nicht zuletzt den Grund, dass noch vor 20 Jahren auch in Berlin, Brüssel oder Paris Bomben explodierten und in Baden-Württemberg auf blockierten Autobahnen Barrikaden brannten und Polizisten angegriffen wurden. Wenn sie sich jetzt mit der PKK solidarisieren in der Hoffnung, dass diese Europa weiterhin nur als ruhiges Hinterland nutzt und nur die Türkei anzündet, deren politischer und wirtschaftlicher Aufstieg dem Westen ohnehin ein Dorn im Auge ist, dann wäre Zynismus eine Erklärung. Dieser Verdacht erhärtet sich umso mehr, als das Vorgehen der Saudis im Jemen, Israels in Gaza oder der Ukraine im Donbass nicht einmal annähernd so viel an wohlfeiler Empörung in Europas Parlamenten und Redaktionen zu mobilisieren vermag. Einige stehen natürlich auch aufseiten der PKK, weil sie sich weltanschaulich der marxistisch-leninistischen Terrorgruppe nahe fühlen.
Dies trifft wohl vor allem auf Politiker der Linken und der Grünen zu, aber auch auf so genannte „Antiimperialisten“, die nur darauf schauen, dass die Türkei NATO-Mitglied ist, die USA das Vorgehen Ankaras billigen und deshalb reflexartig davon ausgehen, dass, wenn die Amerikaner der PKK nicht wohlgesonnen sind, diese automatisch eine respektable politische Kraft sein müsse. Dieser blinde Antiamerikanismus ist indessen genauso ein Zeichen fehlenden politischen Durchblicks wie dessen Gegenteil, eine kritiklose Amerikahörigkeit. Gerade unter Erdoğan hat sich die Türkei von beiden Extremen distanziert und ist damit gut gefahren. Beim Großteil jener Zeitgenossen in Politik und Medien, die nun Krokodilstränen über die PKK verdrücken, ist es jedoch immer noch der übel riechende Cocktail aus Türkeineid und Islamhass, der in Europa so gerne gebraut wird, der nun auch die Wahrnehmung des aktuellen Konflikts bestimmt.
Man kann es nicht ertragen, dass die Türkei nicht mehr das Armenhaus ist, das man jahrzehntelang nach Belieben herumkommandieren und auf das man mit all seinem europäischen Hochmut herabblicken konnte. Man kann es nicht ertragen, dass der politische und wirtschaftliche Aufstieg der Türkei in der Ära Erdoğan mit einer Rückkehr zu den religiösen Wurzeln einherging und es nicht an Europa orientierte Ultrasäkularisten waren, die die Türkei demokratisiert, modernisiert und zum wichtigen Player gemacht haben. Das war geradezu eine narzisstische Kränkung für die religionsfeindlichen Erben der Französischen Revolution. Und man kann es nicht ertragen, dass die Meinung Europas in anderen Teilen der Welt immer weniger gefragt ist – und das, obwohl Europa noch vor 100 Jahren ein Viertel der Landoberfläche der Erde beherrscht hatte.
Was immer im Einzelnen der Beweggrund für die scheinheilige Parteinahme zu Gunsten der PKK in Europa sein mag: Keiner davon kann einer sein, der Verständnis verdient hätte. Und was auch immer uns die Maulhelden aus Europa deshalb nun in Aussicht stellen: Es macht den Türken keine Angst. Denn schlimmer als die Heimsuchung durch den Terror im eigenen Land können allfällige Konsequenzen von Leuten, die Terroristen in Schutz nehmen, die sie selbst als solche einstufen, unmöglich sein.
 

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   - Achtteilige Doku-Soap mit Daniela Katzenberger und Lucas 
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Sonntagstrend
Umfrage: Merkel vor absoluter Mehrheit

Berlin (dts) – Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, stünde die Union vor dem Gewinn der absoluten Mehrheit. Im aktuellen Sonntagstrend kommen CDU und CSU auf 43 Prozent und sind damit erstmals seit Juni 2005 alleine genauso stark wie alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Die SPD mit 24 Prozent (ebenfalls unverändert), die Linkspartei mit 9 Prozent (minus ein Prozentpunkt) und die Grünen mit 10 Prozent (unverändert) erreichen zusammen ebenfalls 43 Prozent. Nicht im Parlament vertreten wären die FDP mit 4 Prozent sowie die AfD mit 3 Prozent (beide unverändert). Die Sonstigen kommen auf 7 Prozent (Plus 1). Die Stärke der Union, da sind sich Meinungs- und Parteienforscher einig, liegt fast ausschließlich an der Person Angela Merkel. Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter sagte „Bild am Sonntag“: „Ihre Spitzenwerte hat die Union in erster Linie der Kanzlerin zu verdanken. Dank ihrer unaufgeregten Art vertrauen die Deutschen Angela Merkel. Und in der Griechenland-Krise konnte sie noch einmal Sympathien hinzugewinnen.“ Ähnlich der Wahlforscher Torsten Schneider-Haase (Emnid): „Merkel hat sich in der Griechenland-Krise bei den Deutschen als Politikerin präsentiert, auf die auch in schwierigen Situationen Verlass ist.“ Emnid befragte vom 23. bis 29. Juli insgesamt 1860 Personen.  

Ci-Nex Film Review
Kellerspiele – The Vatican Tapes

Kellerspiele – The Vatican Tapes

Review von Julius Zunker
Düsseldorf (nex) – Lässt sich eigentlich noch ein wirklich guter Film zum Thema Exorzismus machen? Einer, der im selben Maße respektvoll mit dem Thema Glauben umgeht, wie das er spannend ist? Allein religiöse Themen bereits für einen Film um Besessenheit auszuschlachten wirkt von sich aus schon eher schräg, aber seit „Der Exorzist“ haben sich einige daran versucht. Die meisten dieser Versuche waren entweder zu einfallslos oder zu fromm um sich auf blasphemisches Terrain in überzeugendem und (oder) rücksichtsvollem Maße umzutun. „The Vatican Tapes“ erscheint einige Zeit sich auf der einfallslosen Seite den Genres zu bewegen. Regisseur Mark Neveldine (Co-Regisseur in der „Crank“-Franchise und „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“) spickt die Handlung mit allerlei sensationslüsternen Merkwürdigkeiten. Ganz vorne weg ist er scheinbar auch noch besessen von dem filmischen Opfer von dämonischer Besessenheit, der Hauptdarstellerin Olivia Taylor Dudley („Chernobyl Diaries“). Als sich „The Vatican Tapes“ dann aber endlich seinen eigenen wenigen einfallsreichen aber völlig abgedrehten Ideen hingibt, endet er abrupt. Bis dahin allerdings ist „The Vatican Tapes“ viel zu bekannt und bisweilen einfach nur nervtötend. Alles beginnt, wenig überraschend, mit einer dämonischen Besessenheit. Was aber natürlich nicht fehlt, denn der Titel sagt es ja direkt aus, ist der obligatorische Hinweis es mit einem „Found-Footage Film“ zu tun zu haben. Seit den Tagen von „Blair Witch Project“ wird mit immer besseren, dafür aber nicht weniger wackligen Bildern das Grusel- und Horrorgenre „bereichert“. Hin und wieder gibt es mal einen Ausreißen in fremdes Terrain und manches Mal ist sogar ein Volltreffer dabei. Entgegen dem üblich zu findenden Filmmaterial sind die Aufnahmen aus „The Vatican Tapes“ immerhin entweder ordentlich mit einem Stativ gedreht oder stammen aus fest installierten Überwachungskameras. Hilfreich ist dieser Versuch Realismus zu sähen dafür in keiner Weise. Linda Blair Blues Angela (Dudley) feiert eben noch Geburtstag, da ist sie auch schon besessen. Weder ihr bärbeißiger Vater Roger (Dougray Scott), noch ihr mitfühlender Freund Pete (John Patrick Amedori) sind dabei eine große Hilfe. Dummerweise wissen auch weder die Polizei, noch das nächstgelegene Krankenhaus oder die nach Wahrheit jenseits von Angelas Schutzmechanismen schürfende Psychologin (Kathleen Robertson) Rat. Vater Lozano (Michael Peña) kennst zum Glück in Sachen Dämonenaustreibung genau die richtige Adresse. Kardinal Bruun (Peter Anderson) ist der Katholik, mit dem nicht gut Oblatenessen ist, mit 12 Jahren bereits besessen war und seit diesen Tagen Dämonen den Hintern aufreißt. Besonders dann, wenn sie sich mal wieder im Körper junger Frauen verstecken. Einen Film wie „The Vatican Tapes“ außerhalb der verquasten Mixtur, die „Der Exorzist“ vor 32 Jahren zementierte, ernstzunehmen ist schlichtweg unmöglich. Oder wie bitte soll man als erwachsener Mensch über einen Film urteilen, der davon handelt, dass eine junge Frau, die alle Anzeichen einer geistigen Erkrankung zeigt, von vier erwachsenen Männern in einen Keller geschafft wird um dort gequält, mit Abendmahl und Abendmahl gefüttert und dabei gefilmt zu werden? Damit sich darüber niemand den Kopf zerbrechen muss spricht Angela natürlich nach kürzester Zeit fließend Aramäisch und erhält eine Stimme, wie sie Tom Waits während der Pubertät gehabt haben muss. Bis es aber endlich zum Treffen von Oberpfaffe Bruun und der dämonischen Dame kommt, lassen sich Regisseur Neveldine und Autor Christopher Borrelli (demnächst mit „Wake“ und Sir Ben Kingsley im Kino) viel Zeit. Zu viel Zeit für zu wenig Ereignisse. Biblische Strafe Es gibt ein paar kleine Stellen im Film, die aufhorchen und aufblicken lassen. Erwähnenswert ist besonders ein elegant gefilmter Autounfall innerhalb des beteiligten Autos. Aber ansonsten gibt es eigentlich nur Dudley, Dudley und Dudley an Sehenswertem zu erblicken. Neveldine entdeckt alle paar Minuten einen neuen Winkel aus dem er Dudleys Gesicht zeigen kann. Allein dafür muss man ihm einfach Respekt zollen. Wenn die Hauptdarstellerin dann einmal schauspielern darf statt nur abgefilmt zu werden, wird ihre Performance plötzlich mit CGI torpediert und negiert. Als dann „The Vatican Tapes“ endlich seinen Mojo (oder Juju) findet, ist es viel zu spät. Was bleibt sind Fragen wie: Wohin ist die dämonische Energie, die der Film zu Beginn zu Tage zu legen verspricht? Warum werden Darsteller wie Michael Peña, der erst grade als komischer Sidekick in „Ant-Man“ zu unterhalten wusste, mit so dummen Rollen bedacht? Ihm kommt tatsächlich nur exakt die Rolle zu, die schon Jason Anthony Miller in „Der Exorzist“ innehatte, während Max von Sydow die ganze Arbeit erledigen musste. „The Vatican Tapes“ sind schlussendlich verschwendete 91 Minuten, die einem kein Dämon und kein Exorzist wiedergeben wird. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, zu zeigen wie Peña als Priester das Vaterunser vergeigt, dem Publikum erklären zu müssen meint, aus welchen Teilen die Dreifaltigkeit besteht und das alles auch noch spannend findet, der gehört anstatt von Olivia Dudley in einem Keller angebunden und Tage mit Weihwasser besprenkelt. Vielleicht hilft es ja beim nächsten Versuch.

Untersuchungsausschuss
Range: NSA-Ausschusschef Sensburg weist Rücktrittsforderungen zurück

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Berlin (dts) – Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Patrick Sensburg (CDU), hat Rücktrittsforderungen gegen den Generalbundesanwalt Harald Range im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Journalisten des Blogs „netzpolitik.org“ scharf zurückgewiesen. „Der Generalbundesanwalt macht seit Jahren eine gute Arbeit und lässt sich von keiner Seite beeinflussen. Die Unabhängigkeit der Justiz ist dabei in Deutschland ein hohes Gut“, sagte Sensburg dem „Handelsblatt“. „Jetzt aufkommende Rücktrittsforderungen sind daher verfehlt und Zeugen eher von Stillosigkeit im Umgang miteinander. Wir sollten alle wieder zur nüchternen Sacharbeit zurück kommen.“  

Abstammungsrecht und Reproduktionsmedizin
Experten fordern Neuregelung der Eltern-Kind-Beziehungen

Berlin (dts) – Führende Rechtswissenschaftler erwarten von der Politik, die Beziehung von Eltern und Kindern neu zu regeln. „Die Rechtslage in Deutschland beim Abstammungsrecht und der Reproduktionsmedizin läuft der internationalen Entwicklung hinterher“, sagte der Marburger Juraprofessor Tobias Helms dem „Spiegel“. So müsse das deutsche Recht für Kinder, die durch Leihmutterschaftstourismus auf die Welt gekommen sind, einen sicheren Rahmen bereitstellen, so Helms. Er sprach sich zudem für die Zulassung der Eizellenspende in Deutschland aus: „Aus familienrechtlicher Sicht gibt es keine prinzipiellen Gründe, die dagegen sprechen, die Eizellenspende zu erlauben.“ Ähnlich äußerte sich die Bonner Rechtswissenschaftlerin Nina Dethloff. „Es ist Aufgabe des Gesetzgebers, die Rechtslage der neuen Realität anzupassen“, forderte sie. So sei zu überlegen, ob Elternschaft auf zwei Personen begrenzt bleiben müsse: „In Kanada oder Kalifornien ist man schon weiter“, sagte Rechtsprofessorin Dethloff. „Warum sollte ein Vater, der einem lesbischen Paar als Samenspender gedient hat und gemeinsam mit diesem für das Kind Verantwortung übernehmen will, nicht ebenso wie die Ko-Mutter auch Elternrechte haben?“ Unterstützung erhalten die Experten aus der Politik. „Wir müssen endlich ein Recht schaffen, das moderne Familienbilder ermöglicht“, sagte die SPD-Rechtsexpertin Sonja Steffen. „Ich würde mir einen großen Wurf wünschen.“ Dazu gehöre auch, das Verbot der Eizellenspende aufzuheben. „Das wäre mit Sicherheit an der Zeit“, so Steffen. Ihr Parteifreund, Justizminister Heiko Maas, will zunächst durch einen Arbeitskreis ermitteln lassen, „ob und gegebenenfalls welcher Reformbedarf für ein modernes und den Bedürfnissen der Familien gerecht werdendes Abstammungsrecht besteht.“  

Pressefreiheit
Landesverrat: Über 1.000 Menschen demonstrieren für Pressefreiheit

Berlin (dts) – Über 1.000 Menschen haben am Samstag in Berlin für Pressefreiheit demonstriert. Die Kundgebung war vom Internetblog „netzpolitik.org“ organisiert worden, nachdem der Generalbundesanwalt Ermittlungen wegen Landesverrats gegen zwei Macher der Seite eingeleitet hatte. Der Demonstrationszug führte vom S-Bahnhof Friedrichstraße zum Justizministerium, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Es ist das erste Mal seit 1962, dass in Deutschland wegen Landesverrats gegen Journalisten ermittelt wird. Damals saßen mehrere Redakteure des „Spiegels“ in Untersuchungshaft, Herausgeber und Chefredakteur Rudolf Augstein sogar 103 Tage lang.  

Krieg gegen den Terror
Kurdenführer Barzani: „Die PKK soll den Nordirak verlassen“

Arbil (nex) – Die kurdische Regionalregierung im Irak hat die terroristische PKK und ihr angehörige Kämpfer dazu aufgerufen, das Gebiet der Kurdischen Autonomieregierung (KRG) zu verlassen. Dies berichten mehrer Nachrichtenagenturen, unter anderem Anadolu und AFP. In einem Statement auf ihrer Webseite forderte die Regionalregierung die „Kurdische Arbeiterpartei“ (PKK) auf, sich zurückzuziehen. In den auf nordirakischem Territorium gelegenen Bergen von Kandil hat die Terrorgruppe ihr Hauptquartier und unterhält mehrere Militärbasen, die im Zuge der derzeitigen Operation „Märtyrer Korporal Hamza Yildirim“, benannt nach einem in der Vorwoche getöteten Soldaten der türkischen Streitkräfte, unter Beschuss genommen wurden. „Die PKK soll sich aus der Region zurückziehen, damit keine Zivilisten in der Kurdenregion den Zusammenstößen zum Opfer fallen“, heißt es in der Erklärung. „Die PKK soll das Schlachtfeld aus der Region heraushalten. Eine Fortdauer der Kampfhandlungen wird meist nur Zivilisten Schaden zufügen.“ Die Türkei bombardiert derzeit Terrorcamps der PKK im Nordirak. Der KRG-Präsident sieht kurdische Zivilisten nicht zuletzt auch auf Grund eines noch aus der Ära des 2006 hingerichteten früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein stammenden Abkommens zwischen Bagdad und Ankara in Gefahr, das es beiden Seiten erlaubt, zum Zwecke der Verfolgung kurdischer Terroristen 15 Kilometer weit auf das Territorium des jeweiligen Nachbarlandes vorzudringen. Bereits am Freitag hatte die kurdische Regionalregierung die PKK beschuldigt, einen Terroranschlag gegen eine Ölpipeline im Nordirak verübt zu haben, über welche die Regionalregierung in Arbil bislang Öl direkt an die Türkei verkauft hatte. Dieser Schritt hatte zu Spannungen zwischen der KRG und der irakischen Zentralregierung in Bagdad geführt. Am Samstag hatte eine der führenden politischen Parteien der irakischen Kurden, die Patriotische Union Kurdistans (PUK), einen Anschlag auf eine Pipeline in der südosttürkischen Provinz Şırnak verurteilt, für den ebenfalls die PKK verantwortlich gemacht wird.