London/Washington – Der britische Banker und Whistleblower Simon Andriesz ist im Alter von 57 Jahren gestorben. Wie The Banker berichtete, sei Andriesz durch Suizid ums Leben gekommen. Auch The Daily Beast berichtete über seinen Tod und bezeichnete ihn als Suizid.
Die Nachricht sorgt insbesondere wegen der Rolle Andriesz’ bei den Enthüllungen über die Verbindungen zwischen dem US-Handelsminister Howard Lutnick und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein für Aufmerksamkeit.
Der Tod wurde von Andy Agathangelou, dem Gründer der Transparency Task Force, bestätigt, mit der Andriesz verbunden war. Eine separate offizielle Mitteilung zu den genauen Todesumständen liegt bislang nicht vor. Medienberichte verweisen deshalb auf die Angaben von The Banker beziehungsweise auf die Berichterstattung über seinen Tod.
Andriesz machte Lutnicks Epstein-Verbindungen öffentlich
Andriesz war früher Managing Director beim Finanzunternehmen BGC Partners, das zur Unternehmensgruppe von Lutnick gehört. Dort hatte er bereits 2016 auf mögliche Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung hingewiesen. 2017 wurde er entlassen. Nach Angaben der BBC führten Teile seiner Vorwürfe später zu einer Strafe von drei Millionen Dollar gegen BGC wegen Verstößen bei Aufsicht, Berichterstattung und Aufzeichnungen.
Andriesz wandte sich in den Jahren 2020 und 2021 außerdem an das FBI. Dabei ging es unter anderem um Vorwürfe gegen Lutnick und um dessen mögliche geschäftliche Verbindungen zu Epstein. Die BBC berichtete im Juli 2026, dass die damaligen Hinweise des Whistleblowers vom FBI nicht weiter untersucht wurden.
Neue Aufmerksamkeit erhielt Andriesz in diesem Jahr, nachdem zahlreiche Dokumente aus dem Epstein-Komplex veröffentlicht worden waren. Bei der Suche nach dem Kürzel „HWL“ – den Initialen von Howard William Lutnick – stieß er auf E-Mails aus dem Jahr 2018 zwischen Lutnick und Epstein.
Darin ging es um das digitale Werbeunternehmen AdFin. Epstein hatte Lutnick direkt nach den Aussichten des Unternehmens gefragt. Lutnick antwortete unter anderem, dass AdFin endlich Umsätze erziele und in den folgenden zwölf Monaten wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen müsse. Die BBC berichtete, dass sowohl Epstein als auch ein Unternehmen aus Lutnicks Cantor-Fitzgerald-Gruppe in AdFin investiert hatten.
E-Mails widersprachen früheren Angaben
Die E-Mails sorgten deshalb für politische Aufmerksamkeit, weil Lutnick zuvor erklärt hatte, seinen Kontakt zu Epstein nach einem Treffen im Jahr 2005 beendet zu haben. Die später veröffentlichten Dokumente zeigten jedoch Kontakte zwischen beiden Männern auch noch Jahre danach.
Lutnick räumte zudem ein, 2012 mit seiner Familie auf Epsteins Privatinsel gewesen zu sein. In einer Anhörung vor dem US-Repräsentantenhaus erklärte er allerdings, er habe zum damaligen Zeitpunkt nicht gewusst, dass Epstein ebenfalls an AdFin beteiligt gewesen sei. Auch die 2018er E-Mail habe er nach seiner Darstellung nicht im Wissen um Epsteins Beteiligung beantwortet.
Andriesz übermittelte die von ihm gefundenen Unterlagen anschließend Mitgliedern des House Oversight Committee, des wichtigsten Untersuchungsausschusses des US-Repräsentantenhauses. Lutnick wurde daraufhin im Mai zu einer nicht öffentlichen Anhörung geladen.
Demokratische Mitglieder des Ausschusses warfen ihm anschließend vor, bei seinen Angaben nicht die Wahrheit gesagt zu haben, und forderten seinen Rücktritt. Das Handelsministerium wies die Vorwürfe dagegen als parteipolitisch motivierte Ablenkung zurück.
Tod sorgt für neue Debatte
Mit dem Tod des Whistleblowers rücken nun auch die persönlichen Folgen seiner jahrelangen Auseinandersetzungen wieder in den Mittelpunkt. Andriesz hatte der BBC bereits im Sommer geschildert, welchen Preis sein Vorgehen für ihn gehabt habe.
Neben seinem beruflichen Konflikt mit seinem früheren Arbeitgeber beschäftigte er sich über Jahre mit Verfahren und Auseinandersetzungen mit Behörden und Regulierern. Die BBC berichtete zudem über seine Schilderungen zu den persönlichen Belastungen dieser Zeit.
In sozialen Netzwerken wird der Tod inzwischen auch mit den von Andriesz aufgedeckten Verbindungen rund um Epstein und Lutnick in Zusammenhang gebracht. Auf X und anderen Plattformen wird teilweise über mögliche andere Todesumstände spekuliert. Für diese Spekulationen liegen bislang jedoch keine öffentlich belegten Hinweise vor.
Fest steht: Andriesz hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Vorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber und dessen damaligen Chef Lutnick vorgebracht und später Dokumente öffentlich gemacht, die Lutnicks Kontakte zu Epstein bis mindestens 2018 belegten. Nun ist der Whistleblower im Alter von 57 Jahren gestorben.
JUST IN: 🇮🇱 EPSTEIN WHISTLEBLOWER FOUND DEAD The man who exposed HOWARD LUTNICK’s ties to Epstein has “committed suicide” Simon Andriesz is the British banker who revealed to the FBI Lutnick’s business association with Epstein. Howard Lutnick (who miraculously survived 9/11 and got a massive insurance payout) lied about never going to the Island and cutting ties with his good friend, co-investor and business associate Jeffery Epstein, who was also his neighbour… Trump, of course, hired Lutnick as his commerce secretary where he made billions for his company by insider trading on the tariff discounts. Billions paid for by all of us through higher prices btw.
— ADAM (@adamemedia) October 4, 2026
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