SOEK
Bergkarabach-Konflikt: Programmbeschwerde gegen ZDF

Soest – Wegen eines „fehlerhaften und tendenziösen Videos“ über den Berg-Karabach-Territorialkonflikt hat ein Forschungszentrum eine Programmbeschwerde beim ZDF eingereicht. Darin werde unter anderem eine „faktische Falschaussage“ getätigt. Wie TRT Deutsch berichtet, hat das Forschungszentrum Südosteuropa und Kaukasus (SOEK) bei der Redaktion des ZDF-Kindernachrichtenprogramms „logo!“ eine Programmbeschwerde wegen einem Videobeitrag zum Berg-Karabach-Konflikt“ eingelegt. Der Beitrag sei „fehlerhaft und tendenziös“. Das Forschungszentrum veröffentlichte dazu am Sonntag eine Stellungnahme und fordert eine Richtigstellung, berichtet TRT Deutsch weiter. „Ich finde Ihre Arbeit seit meiner Jugend sehr spannend, Nachrichten kindgerecht zu präsentieren. Über das Video zum aktuellen Konflikt war ich allerdings schockiert“, zitiert TRT Deutsch den Mitbegründer und Politikwissenschaftler Dr. Johannes Christian Henrich, der auf Facebook eine Stellungnahme veröffentlichte. Henrich:
Aus welchem Grund sind Sie als Sender oder Redaktion hier so einseitig und die Völkerrechtslage ignorierend? Ich hoffe nicht, dass im ZDF ein anti-islamischer Rassismus Einzug hält. Warum ich so erbost bin? Bei 0:30 werden Armenier mit neutralen bis freundlichen Gesichtern gezeigt, die Aserbaidschaner allerdings bei 1:02 als unsympathisch und aggressiv. Bei 0:50 bringen Sie sogar eine faktische Falschaussage („die Armenier schafften es die Soldaten aus Aserbaidschan abzuwehren“). Armenische und russische Streitkräfte sind 1992 in aserbaidschanisches Terretorium eingedrungen und haben die Region brutal an sich gerissen. Zudem wurden noch die umliegenden Bezirke Kəlbəcər, Ağdam, Füzuli, Cəbrayıl, Qubadlı und Zəngilan besetzt und eine Millionen aserbaidschanische Zivilisten vertrieben. Selbst die Vereinten Nationen haben Armenien 1993 vier mal verurteilt und aufgefordert die völkerrechtswidrige Besetzung aufzugeben (UN SR Resolution Nr. 822, 853, 874, 884). Steht Ihre Redaktion über der Rechtsauffassung der UNO? Zum Hintergrund empfehle ich Ihnen das Buch des anerkannten deutschen Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Rüdiger Kipke (Uni Siegen) „Das armenisch-aserbaidschanische Verhältnis und der Konflikt um Berg-Karabach“ erschienen 2012 im renommierten Verlag Springer VS. Ich war seinerzeit wissenschafticher Mitarbeiter in dem Forschungsprojekt. Ich hoffe auf eine Erklärung für die Verbeitung von Unwahrheiten und eine Richtigstellung. Zusätzlich werde ich mich auch an den ZDF-Fernsehrat, Programm Beschwerde und die Medienanstalt NRW wenden.
Auf Anfrage von TRT Deutsch erklärte Henrich, dass die „logo!“-Redaktion den Fall nach eigenen Angaben prüfe. Außerdem liege die Beschwerde beim ZDF-Intendanten vor – eine Reaktion sei hier aber bislang ausgeblieben. Wie TRT Deutsch weiter berichtet, geriet die Kindernachrichtensendung „logo!“ wegen ihrer Berichterstattung bereits in der Vergangenheit in die Kritik. Ein Erklärvideo zu den Pariser Anschlägen von 2015 sei deshalb entfernt worden.

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– Bergkarabach-Konflikt – Medien: Deutsch-Aserbaidschaner kritisieren „einseitige Berichterstattung“

Seit dem 27.9. 2020 tobt im Südkaukasus erneut ein Krieg. Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach gilt seit dem Waffenstillstand von 1994 als ungelöst. Im Zuge dieses Konfliktes kam es zu einer humanitäre Katastrophe, bei der in beiden südkaukasischen Ländern ein großer Flüchtlingsstrom entstand.

Medien: Deutsch-Aserbaidschaner kritisieren „einseitige Berichterstattung“
   

Corona-Krise
CDU: Niederländer sollen zur Weihnachtszeit nicht nach NRW kommen

Düsseldorf – Wegen der Corona-Pandemie bittet die CDU in Nordrhein-Westfalen die Niederländer, in diesem Jahr in der Weihnachtszeit nicht in die nordrhein-westfälischen Großstädte zu fahren. „Wir heißen unsere Nachbarn sonst immer gern in NRW willkommen – aber in diesem Jahr muss unser Appell in die Niederlande lauten: Bitte bleibt daheim“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Peter Preuß, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Präventive Warnungen, wie die Niederländer es ja auch vor dem Tag der Deutschen Einheit gehandhabt hätten, seien sinnvoll. „Städte wie Köln und Düsseldorf haben zudem Handhabe etwa über die Begrenzung von Reisebus-Anmeldungen“, betonte Preuß. Die SPD regt zum Entzerren der Menschenmassen in den vorweihnachtlichen Innenstädten eine digitale Lösung an. „Eine Digitale Verkehrslenkung mit Warnhinweisen und App-gesteuerte Zugangskontrollen für Kaufhäuser und Innenstädte können eine solche technische Lösung sein“, sagte Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, der „Rheinischen Post“.

Gesundheit
Neue Tinnitus-Therapie: Wirksamkeit bei mehr als 80 Prozent der Betroffenen

Veröffentlichung in „Science Translational Medicine“ Eine neuartige Therapie hat die Beschwerden von mehr als 86 Prozent von 326 Tinnitus-Patienten nach nur zwölf Wochen gelindert. Bei mehr als 80 Prozent der Probanden hat die statistisch und klinisch relevante Besserung ein Jahr nach der Behandlung angehalten. Dies zeigt eine Studie, die jetzt unter dem Titel „Bimodal neuromodulation combining sound and tongue stimulation reduces tinnitus symptoms in a large randomized clinical study“ in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ erschienen ist. Die klinische Studie dauerte von 2016 bis 2019. Sie ist die größte und am längsten nachverfolgte klinische Studie, die jemals zu Tinnitus veröffentlicht wurde. Durchgeführt wurde sie in der Wellcome Trust-HRB Clinical Research Facility, St. James’s Hospital, Dublin (Irland) und im Tinnituszentrum der Universität Regensburg. An beiden Standorten zeigten sich übereinstimmende therapeutische Ergebnisse. Es traten im Verlauf der Studie keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (SAE) auf. Die untersuchte Therapie basiert auf dem Ansatz der bimodalen Neuromodulation. Dabei kommt das nicht-invasive Stimulationsgerät der Firma Neuromod zum Einsatz, welches gleichzeitig das Gehör auf akustische und die Zunge auf elektrische Weise stimuliert: Kabellose Kopfhörer senden Sequenzen von mit Breitbandrauschen überlagerten Tönen an beide Ohren. Gleichzeitig gibt ein weiteres Gerät sanfte elektrische Impulse über 32 Elektroden an die Zungenspitze ab. Zeittakt, Intensität und Abgabe der Reize werden über ein kleines Steuergerät im Handyformat geregelt. Vor der ersten Behandlung wird das Gerät jeweils für das Hörprofil des Benutzers konfiguriert und die Zungenstimulierung an die Empfindlichkeit des Patienten angepasst. Die gleichzeitige Stimulation des Gehörs und der Zunge aktiviert die Neuroplastizität des Gehirns. Erfolgt dies regelmäßig über einen längeren Zeitraum, gehen die Wahrnehmung des Tinnitus‘ und die damit verbundene Beeinträchtigung des Patienten zurück. Für die Studie wurden die Teilnehmer angewiesen, das Gerät selbstständig zwölf Wochen lang täglich 60 Minuten zu benutzen. 83,7 Prozent der 326 Probanden benutzten das Gerät über den zwölfwöchigen Behandlungszeitraum hinweg auf der Therapie-Treuestufe von mindestens 36 Stunden. 77,8 Prozent der Teilnehmer sagten, sie würden die Therapie anderen Menschen mit Tinnitus weiterempfehlen. Bei 80,1 Prozent der therapietreuen Teilnehmer zeigte sich bei einer Nachuntersuchung nach 12 Monaten eine anhaltende Linderung der Tinnitussymptome. Die Studienteilnehmer wurden nach einer vorgegebenen Liste von Einschluss- bzw. Ausschlusskriterien ausgewählt. Dies sollte sicherstellen, dass die Studie eine breite Palette der Tinnituspopulation erfasst. Weitere Informationen über die Kriterien finden sich unter https://www.clinicaltrials.gov/ , ID-Nummer NCT02669069. Hersteller des Therapiegeräts ist der irische Medizingeräteanbieter „Neuromod Devices Limited“ (Neuromod). Es ist unter dem Markennamen Lenire® bei qualifizierten Partnerbetrieben von Neuromod erhältlich. Weitere Einzelheiten zu Lenire®, einschließlich einer Liste von Fachhändlern, nennt die Website www.lenire.com. Tinnitus ist eine häufige Hörfunktionsstörung, für die bisher kein Behandlungsstandard existiert. Etwa 10 bis 15 Prozent der Weltbevölkerung leiden darunter. Mindestens für einen von 100 Menschen bedeutet das unaufhörliche Geräusch, das häufig als Brumm- oder Pfeifton in den Ohren beschrieben wird, eine schwere Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Gesundheit
Tropfen statt Spray: So schwillt Babys Nase wieder ab

Achtung vor Coronaviren – neben Rhinoviren sind sie im Herbst ein gängiger Auslöser von Erkältungen mit Schnupfen als Hauptsymptom. Dabei handelt es sich aber nicht um diese Sorte Coronaviren, die Covid-19 auslösen. Für Babys ist eine verstopfte Nase dennoch sehr unangenehm. Im Apothekenmagazin „Baby und Familie“ erklärt Apotheker Christoph Unglaub, Inhaber einer Apotheke in Velburg, wie bei kleinen Kindern die Nase wieder frei wird. Tropfen schonen die Nase Kindern unter zwei Jahren sollten Eltern besser Nasentropfen statt ein Spray verabreichen. „Wenn das Kind liegt und den Kopf zurückneigt, fließt ein Tropfen von selbst hinein“, sagt Unglaub. Der Sprühstoß eines Sprays kann die Kleinen dagegen erschrecken und ihre Nasenschleimhaut verletzen. Der Apotheker rät bei Babys insbesondere zu Tropfen mit Salzlösungen, die die Nase schonen, feucht halten und Erreger ausschwemmen. Bei älteren Kindern können auch Nasenspülungen mit Salzlösung helfen. Effektiv wirken auch abschwellende Nasentropfen, die jedoch nur in Absprache mit dem Kinderarzt gegeben werden sollten. Balsam: Keine Präparate mit Kampfer oder Menthol Auch bei einem Balsam ist Vorsicht geboten. Wenn sie unter vier Jahre alt sind, sollten Kinder nie Kampfer- oder mentholhaltige Präparate erhalten, sondern nur milde Balsame, die für Babys freigegeben sind. Eltern können sich vom Arzt oder in der Apotheke dazu beraten lassen.

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– Gesundheit – Türkei will ungesunde Transfette in Lebensmitteln begrenzen

Die Türkei hat angekündigt, Regelungen zur Begrenzung der erlaubten Menge an industriell hergestellten Transfettsäuren in Lebensmitteln einführen zu wollen.

Türkei will ungesunde Transfette in Lebensmitteln begrenzen
 

Gesundheit
Pflegetipps in türkischer Sprache

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat Pflegeinformationen in türkischer Sprache entwickelt. In zwei neuen kostenlosen Ratgeberheften erhalten Angehörige Tipps, wie sie bei der Mund- und Körperpflege richtig unterstützen können. Zudem erklärt ein animiertes Video, wo man Hilfe findet. In Deutschland leben rund 2,9 Millionen Menschen türkischer Abstammung. Ein in den nächsten Jahren noch erheblich wachsender Anteil von ihnen ist mit Pflegebedürftigkeit konfrontiert. Dabei spielt die Pflege durch Angehörige oft eine große Rolle. Die Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger ist entscheidend, um ihre Gesundheit und die der pflegebedürftigen Person zu schützen. Wissen über die Pflegepraxis ist eine Grundlage hierfür. Allerdings gibt es Familien, bei denen gerade ältere Mitglieder kein oder kaum Deutsch sprechen. Deutschsprachige Informationen, die bei der Pflege durch Familienangehörige helfen können, sind für diese Zielgruppe kaum hilfreich. Um hier den Zugang zu Pflegewissen und Hilfsangeboten zu erleichtern, stellt das ZQP ab Oktober 2020 qualitätsgesicherte und leicht verständliche Informationen zur Pflege in türkischer Sprache kostenlos zur Verfügung. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Gesundheit. „Die Pflege eines Angehörigen ist anspruchsvoll und manchmal sehr belastend. Für türkeistämmige pflegende Angehörige bestehen teilweise besondere Hürden, auf Informations- und Hilfsangebote im Gesundheitswesen und der Pflegeversicherung in Deutschland zurückzugreifen“, erklärt Daniela Sulmann, Pflegeexpertin des ZQP. „Es ist wichtig, dass Unterstützungs- und Entlastungsangebote bei den Betroffenen ankommen, um gesundheitliche Risiken sowohl für die pflegebedürftigen Personen als auch für die Angehörigen zu verringern“, so Sulmann weiter. Die neuen Materialien werden auf der türkischsprachigen ZQP-Internetseite www.zqp.de/tuerkce bereitgestellt. Dort finden Interessierte die beiden zweisprachigen Ratgeber Körperpflege und Mundpflege. Diese enthalten Basiswissen zur Mund- und Körperpflege, pflegepraktische Tipps sowie Hintergrundwissen zur häuslichen Pflege eines Familienmitglieds. Die Broschüren mit türkisch-deutschen Doppelseiten können – wie alle ZQP-Ratgeber – über das Internetportal des Zentrums heruntergeladen oder kostenlos in dessen Online-Shop bestellt werden. Zum anderen wird ein türkischsprachiger Erklärfilm angeboten, der Hinweise gibt, welche Hilfsangebote im Rahmen der Pflegeversicherung zur Verfügung stehen. Er fasst in rund 90 Sekunden zusammen, warum Unterstützung für pflegende Angehörige so wichtig ist und wie man zum Beispiel Pflegeberatung oder Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst erhalten kann. Auf der Grundlage von bereits vorhandenen ZQP-Ratgebern wurden die Informationsmaterialien in Zusammenarbeit mit türkischsprachigen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Pflegeberatung, Selbsthilfe und Wissenstransfer im Gesundheitswesen entwickelt. Unter anderem wurden dazu im Rahmen von zwei Workshops Themen und Inhalte, Übersetzung sowie Bildsprache der Ratgeber und des Erklärfilms diskutiert. Die Pflegeinformationen in türkischer Sprache sind auf der türkischsprachigen Webseite unter www.zqp.de/tuerkce abrufbar. Darüber hinaus können die Broschüren mit türkisch-deutschen Doppelseiten kostenlos über die Webseite des ZQP bestellt und als PDF-Datei direkt heruntergeladen werden: www.zqp.de/bestellen

Angriffe auf Wohngebiete
Bergkarabach-Konflikt: „Armenien begeht Kriegsverbrechen“

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Das Kalkül hinter den armenischen Angriffen auf Wohngebiete Seit der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan wieder ausgebrochen ist, hat Armenien mit ballistischen Raketen zivile Ziele in Aserbaidschan angegriffen, die nicht in der umkämpften Region Berg-Karabach liegen. Die Angriffe Armeniens auf zivile Ziele verstößt gegen Artikel 3 Absatz 1 der Genfer Konvention von 1949 über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten. Obwohl unter der Vermittlung von Russland zwischen Armenien und Aserbaidschan ein Waffenstillstand vereinbart wurde, hat sich Eriwan nicht an die Vereinbarung gehalten und die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans, Gandscha sowie Berde, Terter und Mingeçevir mit Raketen angegriffen. Dabei starben nach Medienangaben 11 Zivilisten, darunter zwei Kinder und 35 wurden verletzt, sechs davon schwer. Seit Beginn der armenischen Angriffe mit ballistischen Raketen wurden über 40 aserbaidschanische Zivilisten getötet. Angriff auf Wohngebiete ist ein Akt der Barbarei Die Angriffe der armenischen Streitkräfte gegen aserbaidschanische Wohngebiete ist ein Akt der Barbarei und Armenien begeht damit Kriegsverbrechen. Jetzt bleibt die Frage, warum Armenien es für notwendig erachtet, unschuldige Zivilisten anzugreifen. Um diese Frage richtig zu beantworten, ist zunächst ein Blick auf den Kriegsverlauf erforderlich. Wie der russische Präsident Putin vor einigen Tage sinngemäß richtig formuliert hatte, befinden sich die armenischen Streitkräfte außerhalb des Staatsterritoriums von Armenien oder anders ausgedrückt in Aserbaidschan. Armeniens Unterstützer Sie okkupieren seit fast 30 Jahren aserbaidschanisches Staatsgebiet und setzten sich über die vielen UN-Resolutionen hinweg. Die Besetzung konnte Armenien bisher durchhalten, weil wichtige Staaten wie Russland, die USA oder auch Frankreich über die Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Armenien den Rücken gestärkt und auch unterstützt haben. Es kommt noch hinzu, dass Armenien in großen Teilen der westlichen Medien große Unterstützung erfährt und damit die öffentliche Meinung in diesen Ländern beeinflussen kann. Mögliche Szenarien Aserbaidschan hatte am 27. September auf den anhaltenden armenischen Beschuss reagiert und eine Offensive auf seinen von Armenien besetzten Gebieten begonnen. Die aserbaidschanische Armee ist auf dem Vormarsch und es ist nur eine Frage der Zeit, wann Berg-Karabach von der armenischen Besetzung befreit wird. Das weiß die armenische Seite und versucht, mit dem Angriff auf zivile Ziele in Aserbaidschan Baku zu provozieren, damit es armenisches Territorium angreift. Armenien ist Mitglied in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS). In diesem Fall, das hat Russland schon angekündigt, würde der Verteidigungsfall eintreten, und Russland müsste Armenien militärisch beistehen. Russland unterhält in Armenien mehrere Stützpunkte und mehrere Tausend Soldaten. Die armenische Armee wird unter anderem auch von russischen Militärs ausgebildet. Ein Eingreifen Russlands in diesen Konflikt könnte eine Auseinandersetzung mit der Türkei nach sich ziehen, was jedoch weder im Interesse von Moskau noch von Ankara wäre. Ein weiterer Aspekt, der zu berücksichtigen ist: Die Mitgliedstaaten der Minsk-Gruppe sind alle im UN-Sicherheitsrat vertreten. Wenn Aserbaidschan sich auf den Verteidigungsfall beruft und armenisches Territorium angreift, würden die erwähnten Staaten in einem solchen Fall womöglich Sanktionen gegen Aserbaidschan verhängen lassen, als auch eine Flugverbotszone über Berg-Karabach in Betracht ziehen und Armenien mit allen Mitteln unterstützen. Aber all das sind mögliche Szenarien, die aber nicht zwangsläufig eintreten müssen. Die internationale Staatengemeinschaft und insbesondere die Staaten, die Armenien unterstützen, müssen Eriwan unmissverständlich deutlich machen, dass ein Beschuss von zivilen Zielen ein Kriegsverbrechen ist und nicht toleriert wird. Da dieser Fall als sehr unwahrscheinlich gelten dürfte und Armenien nicht von selbst die besetzten Gebiete räumen wird, bleibt Aserbaidschan nichts anderes übrig, als seine besetzten Territorien selbst zu befreien.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Bergkarabach-Konflikt – Aserbaidschan: Wieder hat Putin Armenien gerettet

Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew hat den Premierminister von Armenien, Nikol Paschinjan, aufgefordert, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für die „Rettung seines Landes“ zu danken.

Aserbaidschan: Wieder hat Putin Armenien gerettet

Bergkarabach-Konflikt
Aserbaidschan: Wieder hat Putin Armenien gerettet

Baku – Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew hat den Premierminister von Armenien, Nikol Paschinjan, aufgefordert, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für die „Rettung seines Landes“ zu danken. „Er soll Putin einfach dafür danken, dass Russland Armenien wieder einmal gerettet hat“, sagte Alijew in einem Interview mit dem russischen Nachrichtensender RBK. Wie Sputnik berichtet, habe sich Alijew während der Kämpfe wiederholt mit der Bitte an Moskau gewandt, auf Armenien einzureden. Jerewan „hänge zu 100 Prozent von Russland ab“, habe der aserbaidschanische Präsident gesagt. „Russland, als unser Nachbar und als Land, das eine gemeinsame Geschichte mit Aserbaidschan und Armenien hat, spielt natürlich eine besondere Rolle“, zitiert Sputnik Alijew weiter. „Sie beruht auf der Geschichte und der Zusammenarbeit unserer Völker sowie auf dem Gewicht und der Rolle Russlands in der Welt und natürlich in unserer Region“, betonte der Präsident. Nach wochenlangen Kämpfen in Bergkarabach, haben sich Samstagnacht Armenien und Aserbaidschan in Moskau auf einen Waffenstillstand geeinigt. Dieser gilt seit Samstagmittag. Am Freitag kamen die beiden Konfliktparteien auf Einladung Russlands in Moskau zusammen. Wie der russische Außenminister Sergei Lawrow am Samstag mitteilte, haben sich Armenien und Aserbaidschan auf eine Waffenruhe bei den Kämpfen in Bergkarabach geeinigt.

Lawrow gab die Erklärung nach zehnstündigen Gesprächen mit seinen armenischen und aserbaidschanischen Amtskollegen in Moskau gegen 3.00 Uhr morgens Ortszeit ab. Er sagte auch, dass Armenien und Aserbaidschan sich bereit erklärt hätten, Gespräche über die Beilegung des Konflikts aufzunehmen.

Wie die Tageszeitung die Zeit berichtet, nannte Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev das Treffen in Moskau die „letzte Chance“ auf eine friedliche Lösung. Der Konflikt solle jedoch zuerst militärisch beendet werden. Erst später könne man über eine dauerhafte politische Lösung sprechen. Armenien müsse Bergkarabach aufgeben, berichtet die Zeit weiter.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Konfliktparteien zur Vereinbarung einer Waffenruhe aufgefordert und die Vermittlung seines Landes angeboten. Moskau bemüht sich um Deeskalation im Bergkarabach-Konflikt. Noch am Donnerstag hatte Putin erneut mit seinen Kollegen, Präsident Ilham Alijew in Aserbaidschan und dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan, telefoniert.

Russlands Verpflichtungen gegenüber Armenien als Teil eines von Moskau geführten regionalen Sicherheitsblocks schließen nicht die umstrittene Region Bergkarabach ein, in der die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan wüten, sagte Putin jedoch am Mittwoch. Der Konflikt mit Aserbaidschan werde nicht auf armenischem Territorium ausgetragen, so Putin. In einem Interview mit dem russischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk TASS wiederholte Putin auch seine Forderung nach einem Waffenstillstand und fügte hinzu, dass die Ereignisse eine Tragödie seien und dass Moskau nichtsdestotrotz tief besorgt sei.

In seinen ersten öffentlichen Kommentaren zu dem Konflikt seit seinem Ausbruch am 27. September nannte Putin den zehntägigen Ausbruch der Kampfhandlungen eine „Tragödie“, deren Ende „noch in weiter Ferne“ liege. Russland ist auf einem schmalen Grat zwischen den ehemaligen sowjetischen Nachbarn Eriwan und Baku gegangen und hat beim jüngsten Aufflammen des Konflikts einen Waffenstillstand gefordert, aber keine der beiden Seiten öffentlich unterstützt.

„Es sterben Menschen, es gibt schwere Verluste auf beiden Seiten, und wir hoffen, dass dieser Konflikt so bald wie möglich beendet wird“, sagte Putin. Der russische Staatschef unterstrich, dass Armenien Mitglied der Collective Security Treaty Organization (CSTO) ist, einem von Russland geführten Militärbündnis zwischen sechs ehemals sowjetischen Staaten Aserbaidschan und Bergkarabach sind es nicht. „Wir haben bestimmte Verpflichtungen als Teil dieses Vertrags“, sagte Putin gegenüber dem Sender Rossia 24. „Russland hat seine Verpflichtungen immer eingehalten und wird dies auch weiterhin tun“. Bergkarabach ist seit Jahrzehnten umkämpft. Die Region wird mehrheitlich von armenisch-stämmigen Menschen bewohnt, gehört völkerrechtlich aber zu Aserbaidschan. Aserbaidschan wird von Israel, der Türkei und der Ukraine unterstützt, Armenien von Russland, Frankreich und Deutschland.

USA
Tesla-Gründer Elon Musk isst in Deutschland am liebsten Döner

Palo Alto – Ein weiterer Tweet des Tesla-Gründers Elon Musk wird in der Türkei gefeiert und geht viral. Auf die Frage, was er in Deutschland am liebsten esse, antwortet der Multimilliardär mit „Döner Kebab“. Der Tech-Blogger Whole Mars Catalog twitterte am Mittwoch – vermutlich mit einem Wink an die neue Tesla-Fabrik in Berlin Brandenburg -„Ich bin ein Berliner, vor allem, wenn sie die neuen Batterien bekommen“. Daraufhin antwortete ein Twitteruser auf Englisch, dass es, wenn schon, „ich bin ein Brandenburger“, heißen müsste. Bei „Berliner“ handele es sich um eine Gebäck mit Marmelade. Auf ein Foto  eines Berliner-Gebäcks (in Berlin auch Berliner Pfannkuchen genannt) twitterte Musk mit „das sieht lecker aus!“.
(Screenshot/Twitter)
„Deutschland hat einige der besten Kuchen und Gebäckstücke. Was ist deine bevorzugte Leckerei, wenn du nach Deutschland kommst?“, fragte ein weiterer Twitteruser ihn daraufhin. Die Antwort des US-Milliardärs war überraschend für diejenigen, die eine Empfehlung für ein deutsches Gericht erwarteten. „Döner-Kebab“, antwortete Musk.
(Screenshot/Twitter)
„Gutes, schmackhaftes Gericht“ Die ersten Erwähnungen des beliebten türkischen Gerichts gehen ins 19. Jahrhundert zurück, wie etwa im Tagebuch von Helmuth von Moltke, seinerzeit deutscher Militärberater des Osmanischen Reiches, vom 16. Juni 1836:
„Unser Mittagsmahl nahmen wir ganz türkisch beim Kiebabtschi ein. […] Dann erschien auf einer hölzernen Scheibe der Kiebab oder kleine Stückchen Hammelfleisch, am Spieß gebraten und in Brotteig eingewickelt, ein sehr gutes, schmackhaftes Gericht.“
Auf Wikipedia ist hierzu zu lesen: In der Bundesrepublik Deutschland wurde in den frühen 1970er Jahren begonnen, das vom Bratenkegel abgeschnittene Fleisch nicht mehr mit Beilagen nur auf einem Teller anzubieten, sondern alternativ in einer Teigtasche und damit auch zum Mitnehmen. Döner in Gobit-Brot Wann der erste Döner-Imbiss in Deutschland eröffnete, ist unklar. Einer Legende nach soll es Anfang der 1970er Jahre in Berlin am Kottbusser Damm gewesen sein. Nach einer anderen Darstellung, die durch den Verein türkischer Döner-Hersteller bestätigt wird, soll der Döner – damals als Grillfleisch im Fladenbrot bloß mit Zwiebeln – einschließlich seiner Zubereitung am rotierenden Metallspieß vom türkischen Einwanderer Kadir Nurman erfunden und nie patentiert worden sein; sein erster Döner-Imbiss sei Anfang der 1970er Jahre am Bahnhof Zoo gewesen. Nevzat Salim behauptet, den Döner Kebab bereits 1969 in Reutlingen angeboten zu haben. Der Döner Kebab verbreitete sich erst in Städten mit einem hohen migrantischen Bevölkerungsanteil, wurde aber schnell zu einem Gericht in den Universitätsstädten und erlebte nach 1990 in Ostdeutschland und schließlich auch in der westdeutschen Provinz einen (neuerlichen) Boom. Zunächst in Berlin, später in ganz Deutschland, wurde Döner zu einem beliebten Imbissgericht. Täglich werden etwa 200 bis 300 Tonnen produziert; der Umsatz betrug 1998 umgerechnet etwa 1,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 gab es in Deutschland über 16.000 Dönerbuden und der Umsatz der Dönerindustrie betrug etwa 3,5 Milliarden Euro.[Seit Mitte der 1990er Jahre ist Döner Kebab auch in Österreich, Liechtenstein und der Schweiz als Kebab erhältlich.

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– Türkei – Erdogan trifft Tesla-Chef: Kommt jetzt das türkische Super-E-Auto?

Der in Deutschland für Häme und Spott sorgende Plan der Türkei, ein eigenes Auto herzustellen, scheint bereits im vollen Gange zu sein.

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Brücke der Freundschaft -2020
Russland und Ägypten planen Militärmanöver im Schwarzen Meer

Moskau – Die russische und die ägyptische Marine werden noch vor Ende dieses Jahres gemeinsame militärische Übungen in den Gewässern des Schwarzen Meeres abhalten, hieß es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag. Die Delegationen trafen sich in der russischen Stadt Noworossijsk und einigten sich auf Vereinbarungen für die Übungen. Die Übungen zielten auf die Stärkung und Verbesserung der militärischen Zusammenarbeit zwischen der ägyptischen und der russischen Marine ab, so die Mitteilung der Pressestelle der russischen Schwarzmeerflotte.
„In Noworossijsk hielten die Delegationen der russischen Marine und der Marine der Arabischen Republik Ägypten eine dreitägige Konferenz zur Vorbereitung und Durchführung der gemeinsamen Übung Brücke der Freundschaft -2020 ab. Das Hauptziel des Treffens der Marinesoldaten beider Länder war die Ausarbeitung und Genehmigung eines Plans für die Übungen, die zum ersten Mal im Schwarzen Meer stattfinden werden“.
Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass werden die Kriegsschiffe der Schwarzmeerflotte der russischen Marine und der ägyptischen Marine während der Übungen mit Unterstützung von Flugzeugen Maßnahmen zur Verteidigung der Seewege gegen verschiedene Bedrohungen üben.

Klimaschutz
Frühere Anti-Atomkraft-Aktivistin wirbt aus Klimaschutzgründen für längere Meiler-Laufzeiten

Osnabrück – Die Kernenergie-Forscherin und frühere Anti-Atomkraft-Aktivistin Anna Veronika Wendland hat „Fridays for Future“ vorgeworfen, aus ideologischen Gründen die Kernenergie zu verteufeln. Durch eine Verlängerung der Laufzeit deutscher Meiler könnten „Dutzende Millionen Tonnen CO2 und Luftschadstoffe eingespart werden“, sagte Wendland im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Doch Fridays for Future schweigt dazu. FFF-Sprecherin Luisa Neubauer und andere setzen eine altgrüne Agenda durch.“ Wendland forscht für die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung über Kernkraft in Osteuropa. Wegen des Atomausstiegs müsse viel länger auf fossile Energie gesetzt werden, um die Lücke bei Wind- und Wasserkraft zu schließen, das sei „die Lebenslüge der Energiewende“, so die Expertin. „Und Fridays for Future spinnt sie fort. Wer ,alles fürs Klima‘ ruft, muss sich fragen lassen, ob er wirklich alles will. Alles wäre ein extrem schlagkräftiger Mix aus Kernenergie und Erneuerbaren. Das meint auch der Weltklimarat“, erklärte Wendland in der NOZ. „Das Hauptproblem der Menschheit ist ganz klar der Klimawandel“, sagte die Expertin. „Die Gefahren, die von der Atomkraft ausgehen, sind im Vergleich dazu marginal.“ Die deutschen Atomkraftwerke seien „sicherheitstechnisch extrem robust“ aufgestellt und nicht mit Tschernobyl und Fukushima gleichzusetzen. Bezogen auf andere Industrien, an denen Deutschland festhalte, seien „Opfer und Umweltbelastungen aus Kernenergie vergleichsweise gering“.