Hatay – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Bombenanschlag in der türkischen Provinz Hatay vom Montag scharf verurteilt.
„Die Türkei ist kein Land mehr, das mit derartigen Anschlägen gelenkt, auf Kurs gebracht oder hingehalten werden kann. Wir werden mit unseren Sicherheitskräften sowohl im Inland als auch außerhalb unserer Grenzen mit allen Kräften unseren Kampf gegen den Terrorismus und ihre Unterstützer fortsetzen“, sagte der türkische Staatschef in einer Mitteilung auf Twitter.
In der südtürkischen Provinz Hatay hatte sich am Montagabend ein Mann mit einer Handgranate selbst in die Luft gesprengt.
Laut Regierungsinformationen kam es bei einer Polizeikontrolle zum Kampf mit zwei Männern, die sich gewaltsam zur Wehr gesetzt haben sollen. Einer der Männer habe im Zuge der Auseinandersetzung eine Handgranate gezündet. Dem anderen Mann sei zunächst die Flucht gelungen.
Einer späteren Mitteilung des türkischen Innenministers Süleyman Soylu zufolge sei auch der zweite Mann nach einer Schießerei durch Sicherheitskräfte getötet worden. Laut Informationen der Regierung handelt es sich bei den Männern um Mitglieder der Terrororganisation PKK. Die mutmaßlichen Terroristen planten nach Medienberichten die Handgranaten an einer belebten Straße zu zünden.
Türkiye artık bu tür saldırılarla dizayn edilebilen, yönlendirilen, meşgul edilen bir ülke değildir. Allah’ın izni, güvenlik güçlerimizin gayretiyle hem sınırlarımız içerisinde hem de sınırlarımızın ötesinde terörle ve destekçileriyle mücadelemizi sürdüreceğiz.
London – Virgin Atlantic nimmt Flüge in die Karibik einschließlich Antigua und Grenada wieder auf.
Die Fluggesellschaft des britischen Milliardärs Sir Richard Branson wird ab dem 26. Oktober mit zwei Flügen pro Woche von London Heathrow sowohl nach Antigua als auch nach Grenada fliegen.
Sie sind nicht die einzigen karibischen Inseln, die Virgin Atlantic in seinem Programm wieder anbietet. Die Fluggesellschaft hat bereits Anfang dieses Jahres wieder Flüge nach Barbados und Jamaika aufgenommen.
Nach einer mehrmonatigen Corona-Pause sollen ab dem 21. November zudem Flüge von London-Heathrow nach Boston und im Dezember 2020 die Strecken nach Lahore, Islamabad und Kapstadt wieder aufgenommen werden.
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– Luftfahrt-News –
Belgrad: Zwei Airbus A319 an Air Serbia ausgeliefert
Zwei Airbus A319-Flugzeuge, die früher von Adria Airways betrieben wurden, sind an die größte serbische Fluggesellschaft Air Serbia ausgeliefert worden.
Ankara – Im Zuge der Debatte um die Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie das Zeigen und Veröffentlichen von Mohammed-Karikaturen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zum Boykott französischer Waren aufgerufen.
„So wie in Frankreich einige sagen ‚kauft keine türkischen Marken‘, richte ich mich an meine Nation: Achtet nicht auf französisch gekennzeichnete Waren, kauft sie nicht“, so Erdogan am Montag in einer TV-Ansprache. Am Wochenende hatte der türkische Staatschef seinen französischen Amtskollegen zudem Islamfeindlichkeit vorgeworfen und ihn aufgefordert sich einer psychiatrischen Behandlung zu unterziehen. Paris rief daraufhin seinen Botschafter aus Ankara zurück.
Viele muslimische Länder hatten bereits am Samstag einen Boykott französischer Waren angekündigt. In Katar erklärten Supermarkt-Ketten, dass sie französische Waren bis auf Weiteres aus ihren Regalen nehmen werden. In sozialen Netzwerken waren Videos zu sehen, wie Mitarbeiter eines Supermarkts in Jordaniens Hauptstadt Amman französische Milchprodukte aus dem Kühlregal räumen.
„Wir haben französische Produkte sofort und bis auf weiteres aus unseren Regalen genommen“, so auch der katarische Lebensmittelkonzern Al Meera Consumer Goods Company, in einer Mitteilung auf Twitter.
In Kampagnen fordern weltweit Muslime einen Boykott französischer Waren. Hashtags wie der #BoycottFrenchProducts in englischer Sprache verbreiten sich in Ländern wie Kuwait, Katar, Palästina, Ägypten, Algerien, Jordanien, Saudi-Arabien und der Türkei.
Anfang dieses Monats verpflichtete sich Macron, den „islamistischen Separatismus“ zu bekämpfen, der seiner Meinung nach in einigen muslimischen Gemeinden in Frankreich die Kontrolle zu übernehmen droht. Er beschrieb den Islam auch als eine Religion, die sich weltweit „in der Krise“ befinde. Er hatte sich am Mittwoch zudem auf Seite derjenigen gestellt, die Mohammed-Karikaturen zeigen oder veröffentlichen wollen.
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– Fakenews –
ManU-Star Paul Pogba: Kein Rücktritt aus französischer Nationalmannschaft
Entgegen den Meldungen arabischer und türkischer Medien, ist der ManU-Star nicht aus der französischen Nationalmannschaft ausgetreten. Am Montag machten Meldungen um seinen Rücktritt die Runde.
Internationale Studien gehen davon aus, dass beide Geschlechter in partnerschaftlichen Auseinandersetzungen 50 Prozent der Taten ausüben. „Gewalt hat und kennt kein Geschlecht“, sagte David Müller, Sprecher der bundesweiten geschlechterpolitischen Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG JMV) am Montag vor Journalisten in München.
Die IG JVM stützt die Aussage, dass die Gewalt je zur Hälfte von Männern und Frauen ausgeht, auf die Auswertung von weltweit 270 Studien mit 440.000 Teilnehmern. Im Zweifel bleibe lediglich, so Müller, welches Geschlecht stärker von Gewalt betroffen sei oder welches Geschlecht häufiger zuerst zuschlage. Wenn nur einer der Partner gewalttätig ist, werde der Mann etwas häufiger zum Opfer als die Frau. Bei Gewalt gegen Kinder seien überwiegend (80 Prozent) Mütter die Täterinnen, etwa bei Kindstötung.
Für einen gleichberechtigten Schutz von Opfern fordert die Initiative, bundesweit geschlechtsunabhängige Gewaltschutz- statt Frauenhäuser zu installieren. Die Gewalt gehe von einer Person aus dem Umfeld aus, aber nicht vom ganzen anderen Geschlecht. Deshalb sollten Gewaltschutzhäuser nach dem Beispiel von Norwegen oder Finnland beiden Geschlechtern Schutz bieten, so Müller.
Das bisherige Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) soll nach Ansicht der Initiative zerschlagen werden. Das Ministerium kümmere sich seit über 20 Jahren nur um Gewalt an Frauen und habe die andere Geschlechterseite völlig ausgeblendet. Die Kooperation des Ministeriums mit extremistischen Elementen der autonomen Frauenbewegung habe zu einem neuen Weg der Totalkonfrontation gegenüber der männlichen Hälfte der Bevölkerung geführt, kritisiert Müller.
Die Interessengemeinschaft Jungen, Väter und Männer (IG JVM) ist eine überparteiliche bundesweite geschlechterpolitische Initiative, die von den drei Männerorganisationen MANNdat e. V. (Weingarten), Trennungsväter e. V. (Amberg) und Väterbewegung e. V. (Viersen) getragen wird. Dahinter stehen rund 300 Mitglieder (http://www.ig-jungen-männer-väter.de/).
Düsseldorf – Der neue CDU-Vorstand muss nach den Worten der stellvertretenden Parteichefin, Bundesagrarministerin Julia Klöckner, notfalls per Briefwahl bestimmt werden.
„Sollte auch im neuen Jahr kein Präsenzparteitag möglich sein, ist Briefwahl nicht auszuschließen, auch wenn’s aufwendig ist“, sagte Klöckner der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Sie verteidigte den Beschluss von Vorstand und Präsidium, aufgrund der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen den für den 4. Dezember geplanten Parteitag abzusagen.
„1000 Delegierte in wenigen Wochen durch Deutschland fahren und gemeinsam tagen zu lassen, wäre nicht nur ein falsches Zeichen an die Bevölkerung, sondern nicht verantwortlich. In Zeiten wie diesen kann keiner mit Gewissheit sagen, wie die Lage in einigen Monaten ist. Auch wir müssen mit der Parteitagsplanung auf Sicht fahren.“
Die rechtliche Basis für einen dezentral veranstalteten Parteitag wäre Klöckner zufolge unsicher. „An mehreren Orten gleichzeitig ihn digital vernetzt durchzuführen, ist auch nicht weniger infektionsanfällig. Sollte an nur einem Ort wegen eines vorherigen Infektionsgeschehens die Zusammenkunft untersagt werden, dann ist die Wahl nicht rechtssicher durchführbar.“
Paris – Entgegen den Meldungen arabischer und türkischer Medien, ist der ManU-Star nicht aus der französischen Nationalmannschaft ausgetreten. Am Montag machten Meldungen um seinen Rücktritt die Runde.
Als Grund wurden die Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron über den Islam und Muslime sowie die Mohammed-Karikaturen des Satiremagazins Charlie Hebdo genannt.
Die Erstmeldung über den angeblichen Rücktritt des Weltmeisters Pogba wurde auf der arabischen Sportwebsite 195sports.com veröffentlicht. Der Meldung zufolge soll Pogba die getroffenen Entscheidungen offenbar als Beleidigung für ihn und alle Muslime in Frankreich empfunden haben, berichtet OP-Online.
Montagnachmittag twitterte der Mittelfeldstar jedoch, dass es sich um Falschmeldungen handele und bezeichnete diese als „inakzeptabel“ und „Fakenews“. Pogba konvertierte vor Jahren zum Islam und ist bekennender Muslim.
(Screenshot/Twitter)
Die E-Zigarette hat sich etabliert und gilt nicht mehr als Exotenprodukt. Umso wichtiger ist es, bei der Nikotinreduktion via E-Zigarette alles richtig zu machen. Das fängt mit dem richtigen Basiswissen an.
Nikotin als entscheidender Faktor
Nach jahrelangem Fortschritt hat die E-Zigarette oft genug bewiesen, dass sie bei der Entwöhnung von herkömmlichen Zigaretten helfen kann. Die konstant sinkenden Einnahmen durch die Tabaksteuer sind eine Folge dessen. Die Quote liegt zwar längst nicht bei hundert Prozent, ist aber höher als bei zahlreichen anderen Therapiemethoden.
Doch auch wenn die E-Zigarette keinen unangenehmen Geruch verursacht und langfristig günstiger sein kann, ist sie nicht als Allheilmittel und Dauerlösung für die Zukunft zu sehen. Im Idealfall hilft sie, den Tabakkonsum zu beenden; auf lange Sicht sollte allerdings auch sie nicht mehr zu den täglichen Gewohnheiten gehören.
Um dieses Ziel langfristig zu erreichen, spielt das Wissen über die verschiedenen Nikotinstärken beim Dampfen eine wichtige Rolle. Denn der Produktüberblick führt oft zu einem Trugschluss. So sollten Zigaretten-Umsteiger bei der ersten E-Zigarette keineswegs auf null mg Nikotin setzen, auch wenn das nach der am wenigsten ungesunden Variante klingt.</p>
Der Körper ist das Suchtmittel schließlich noch gewöhnt, ein kalter Entzug würde unter diesen Umständen bald zum Rückfall führen. Deswegen ist ein Plan gefragt und dieser sieht vor, mit einer höheren Nikotinstärke zu beginnen. Mehr als 18 mg/ml sind laut Gesetz nicht erlaubt und dieser Wert fühlt sich ohnehin schon sehr kräftig in Hals und Lunge an. Starke Raucher steigen folglich oft auf dieser Stufe ein, damit sie die erhoffte Suchtbefriedigung bei der E-Zigarette empfinden und dadurch nicht mehr zur Tabakzigarette greifen.
Nikotin-Reduktion mit der E-Zigarette: Gewusst, wie
Ist dieser Umstieg erst einmal gelungen, ist eine Reduzierung des Nikotinlevels möglich. Und zwar schrittweise am Sortiment entlang: Nach den 18 mg/ml folgen 12 mg/ml, was bereits einer Senkung um ein Drittel entspricht. Der nächste Schritt, nämlich auf 6 mg/ml, bedeutet sogar eine Halbierung, genau wie anschließend auf 3 mg/ml herab. Auf dieser Stufe ist das Nikotingefühl bereits nur noch sehr schwach spürbar, wie sich bei der Inhalation deutlich bemerkbar machen kann.
Dennoch sollte der finale Schritt zum nikotinfreien Liquid nicht unterschätzt werden. Hier gilt erneut: Zu großer Optimismus wird nicht selten mit plötzlich aufwallendem Verlangen bestraft, da sich das Suchtgedächtnis fragt, warum dem Körper plötzlich kein Nikotin mehr zugeführt wird. Im Zweifelsfall gilt also: Lieber etwas länger bei der aktuellen Konzentration bleiben und es mit der Reduzierung nicht überstürzen.
Von Kemal Bölge
An der amerikanischen Westküste zu Beginn der 90er-Jahre: Kaan Tamgöze kommt in Seattle an und will dort eigentlich Wirtschaft studieren. Neben seinem Studium arbeitet er mit Yakup Trana an Musikprojekten, bei dem er den englischsprachigen Text zum Grunge Song „La, la, la, la“ schreibt und zwei Alben veröffentlicht.
Seattle galt in den 90ern als das Zentrum der Grunge-Musik, aus dem Bands wie Mad Season, Pearl Jam, Nirvana oder auch Skin Yard hervorgingen. Nach dem Tod des Nirvana-Frontmanns Kurt Cobain war der Hype um die Grunge-Musik eigentlich vorbei. Kaan Tamgöze spielte mit Ari Barokas in der türkischen Grunge-Musikgruppe Mad Madame unter anderem bei einem Auftritt 1994 in Ortaköy/Istanbul.
1999 gründen Kaan Tamgöze, Ali Barokas, Batuhan Mutlugil und Cengiz Baysal die Band Duman, was auf Deutsch übersetzt Rauch bzw. Qualm heißt. Aus dem Album Eski Köprünün Altında (Unter der alten Brücke) ist das Lied Köprüaltı (Unter der Brücke). Der Song ist eine Erinnerung an die alte Galata-Brücke in Istanbul, die durch einen Brand zerstört wurde.
Es gibt zum Video zu Köprüaltı noch ein interessantes Detail. In dem ersten Musikvideo der Band kommt Ahu Paşakay vor. Sie ist damals die große Liebe von Kaan Tamgöze, denn einige seiner Texte widmete er seiner damaligen Freundin. Während die Musiker von Mad Madame noch in ausgewählten Bars und Klubs noch spielten, wurde Duman mit dem erwähnten Album über Nacht einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Hier ein Auszug aus diesem bedeutungsvollen Song, den ich sinngemäß ins Deutsche übersetzt habe.
Denizler aştım geliyorumBilirsin derdim seninleYolumdan döndüm kopuyorumBilirsin derdim seninleDenizler aştım geliyorumİster eğlen benimleYüzünü bir görsem yeterYolumuz ayrı biliyorumÖlmeden son bir defaBelini kavrasam yeterIch habe die Meere überwunden und bin auf dem WegWie du weißt bist du mein ProblemIch kehre von meinem Weg zurück, trenne michWie du weißt bist du mein ProblemIch habe die Meere überwunden und bin auf dem WegHabe Spaß mit mirEs reicht, wenn ich nur dein Gesicht seheIch weiß, dass wir unterschiedliche Wege gehen werdenVor dem Tod ein letztes MalEs reich mir, wenn ich dich einmal umarme
Vielleicht einer der besten Songs von Duman ist Bu Akşam (Heute Abend), das im Jahre 2002 veröffentlicht wurde. Ein absolut punkig-kraftvoller Titel ist Hayatı Yaşa (Genieß das Leben), bei dem man dem Takt der E-Gitarren genau lauschen sollte. Übrigens: Das Konzertvideo ist aus dem Jahre 2003 in Bostancı/Istanbul.
Mit dem Album Belki Alışman Lazım (Vielleicht musst du dich daran gewöhnen) gelang ihnen der endgültige Durchbruch unter den vielen Musikbands der Türkei.
Viel rockiger geht es zu mit dem gleichnamigen Titel des Albums Belki Alışman Lazım. Weitere Alben mit Seni kendime sakladım (Du gehörst mir), En Güzel Günüm Gecem (Meine schönste Zeit). 2013 veröffentlichten die Musiker das Album Darmaduman (Verwüstet) und aus diesem ist der Protestsong Eyvallah und weitere Lieder in den darauffolgenden Jahren.
Die Musiker wurden in einem Interview einmal gefragt, was das Geheimnis ihres musikalischen Erfolgs sei. Sie würden Musik aus Ernsthaftigkeit, Überzeugung und um die eigenen Ideen in ihren Songs wiederzugeben, machen.
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– Musik –
Tarkan: Der König der türkischen Popmusik
Er gilt als einer der ganz Großen der türkischen Popmusik, der nicht nur in der Türkei, sondern auch international Erfolge feiern konnte. Seine Konzerte waren selbst in Buenos Aires oder in Moskau ausverkauft.
Paris – Nachdem sich der französische Präsident Emmanuel Macron Anfang Oktober kritisch gegenüber dem Islam äußerte und ankündigte „islamistischen Separatismus“ zu bekämpfen, wird die Kritik in muslimischen Ländern bezüglich seinen Äußerungen immer lauter.
In Kampagnen fordern weltweit immer mehr Muslime einen Boykott französischer Waren. Hashtags wie der #BoycottFrenchProducts in englischer Sprache verbreiten sich in Ländern wie Kuwait, Katar, Palästina, Ägypten, Algerien, Jordanien, Saudi-Arabien und der Türkei. In sozialen Netzwerken waren Videos zu sehen, wie Mitarbeiter eines Supermarkts in Jordaniens Hauptstadt Amman französische Milchprodukte aus dem Kühlregal räumen.
Anfang dieses Monats verpflichtete sich Macron, den „islamistischen Separatismus“ zu bekämpfen, der seiner Meinung nach in einigen muslimischen Gemeinden in Frankreich die Kontrolle zu übernehmen droht. Er beschrieb den Islam auch als eine Religion, die sich weltweit „in der Krise“ befinde. Er hatte sich am Mittwoch zudem auf Seite derjenigen gestellt, die Mohammed-Karikaturen zeigen oder veröffentlichen wollen.
Seine Äußerungen führten zu einer Kampagne in den sozialen Medien, in der zum Boykott französischer Produkte aus Supermärkten in arabischen Ländern und der Türkei aufgerufen wurde.
In Kuwait beschlossen der Vorsitzende und die Vorstandsmitglieder der Al-Naeem Cooperative Society, alle französischen Produkte zu boykottieren und sie aus den Regalen der Supermärkte zu entfernen, berichtet der Nachrichtensender Aljazeera.
„Auf der Grundlage der Position des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und seiner Unterstützung für die offensiven Karikaturen gegen unseren geliebten Propheten beschlossen wir, alle französischen Produkte bis auf weiteres vom Markt und von den Filialen zu entfernen“, zitiert Aljazeera den Händlerverband Dahiyat al-Thuhr. Dem Bericht zufolge, hätten mehrere arabische Lebensmittelkonzerne als Reaktion auf Macrons Äußerungen französische Produkte bereits aus Supermärkten entfernt
In Katar kündigte der Molkereikonzern Wajbah Dairy einen Boykott französischer Produkte an und versprach Alternativen anzubieten.
„Wir haben französische Produkte sofort und bis auf weiteres aus unseren Regalen genommen“, so auch der katarische Lebensmittelkonzern Al Meera Consumer Goods Company, in einer Mitteilung auf Twitter.
„Wir bekräftigen, dass wir als nationales Unternehmen nach einer Vision arbeiten, die mit unserer Religion, unseren etablierten Sitten und Gebräuchen in Einklang steht, und zwar in einer Weise, die unserem Land und unserem Glauben dient und den Wünschen unserer Kunden entspricht“, so der Konzern.
Auch die Universität von Katar schloss sich der Kampagne an. Ihre Verwaltung hat eine Veranstaltung der Französischen Kulturwoche unter Berufung auf den „absichtlichen Missbrauch des Islam und seiner Symbole“ auf unbestimmte Zeit verschoben.
Auch in Marokko nahmen Menschen an der Kampagne teil
„Als Marokkanerin akzeptiere ich nicht, wie sich der französische Präsident gegenüber dem Islam verhält, deshalb unterstütze ich die Kampagne zum Boykott französischer Produkte“, so Rania Lamlahi auf Twitter.
Der Aktivist Siham Sark wiederum kritisierte in einem Tweet die Art und Weise, wie Macron mit dem Thema der anstößigen Karikaturen umgegangen ist: „Trotz seiner Behauptung, dass Frankreich ein Land ist, das Freiheiten garantiert“.
Der Influencer Jalal Aouita schrieb auf Facebook: „Es gibt keinen Unterschied zwischen Frankreich in der Vergangenheit und dem heutigen Frankreich, abgesehen von Make-up-Trends und den nächtlichen Lichtern von Paris. Der gleiche Hass, die gleiche Diskriminierung, die gleiche Einschüchterung, die gleiche Mentalität“.
Aouita fügte hinzu: „Ich habe die Karikaturen absichtlich veröffentlicht, damit sich jeder des Grolls der französischen Entscheidungsträger gegen den Islam bewusst wird“.
In einem Facebook-Posting verurteilte auch ein Sprecher der Stadtverwaltung von Rabat Frankreich: „Es ist ein trauriger Tag in der Geschichte der Muslime, ein trauriger Tag im wahrsten Sinne des Wortes. Ist Frankreich verrückt geworden?“, so Hisham El-Harch.
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– Türkei –
Erdogan: Macron sollte in psychiatrische Behandlung
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am Samstag, dass sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron wegen seiner Islamfeindlichkeit „psychiatrische Behandlung“ benötige.
Ein Gastbeitrag von M. Teyfik Oezcan
Jedem Staat und jeder Gesellschaft steht es in einer Demokratie zu, die Grundlagen des friedlichen Zusammenlebens zu definieren und als Gesetz in ihrer Verfassung zu verankern. Der französische Staat hat vor ca.100 Jahren den Laizismus (Trennung von Staat und Religion) eingeführt und so die Religionen praktisch für Privatsache erklärt, um die weitreichende Macht und den großen Einfluss der Kirchen auf die Gesellschaft sowie Politik nachhaltig zu brechen. Aus diesem Grund stellt Blasphemie heute in Frankreich keinen hinreichenden Straftatbestand dar.
Da Deutschland sich im Gegensatz zu Frankreich aber nicht als laizistischer, sondern als ein säkularer Staat versteht, existiert bei uns der § 166 StGB, Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen:
„Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
Jetzt stellt sich der interessierte Bürger die Frage, kann man im laizistischen Frankreich Karikaturen des Propheten Muhammed auf öffentliche Gebäude projizieren und sich dabei auf die Meinungsfreiheit berufen oder werden hier schon die Grenzen der moralischen Normen überschritten? Die Freiheit des Individuums hört aber in Demokratien da auf, wo die Würde eines anderen Menschen verletzt wird.
Sich bei der Blasphemie lapidar auf die gesetzlich festgeschriebene Meinungsfreiheit zu berufen, ist eine Debatte, die nicht nur von zynischer Natur zeugt, sondern auch die ganze Verlogenheit der Debattenkultur offenlegt.
Dies zeigt sich eindrucksvoll in der öffentlichen Zurschaustellung von Karikaturen unserer Propheten, was alles unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit geduldet werden muss, aber einen Mythos, wie den angeblichen Genozid an den Armeniern, der bei einer Leugnung unter Strafe stellt wird, aber vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit nicht mehr gedeckt wird. Eine eingehende Untersuchung der Vorfälle im ersten Weltkrieg durch eine international besetzte und unabhängige Historikerkommission unter Beteiligung der betroffenen Staaten wird nicht gefördert, damit die Wahrheit für die Öffentlichkeit im Verborgenen bleibt und man dieses Thema permanent politisch instrumentalisieren kann.
Die Deutungshoheit über die Grenzen der Meinungsfreiheit obliegt der französischen Nationalversammlung, die der Verletzung der Gefühle von ca. 1,7 Milliarden Menschen bedeutungslos zusieht und damit zur Polarisierung sowie Radikalisierung der Gesellschaft im In- und Ausland maßgeblich beiträgt. Als Resultat dieser Gotteslästerung gibt es schon in einigen muslimisch geprägten Ländern einen Aufruf französische Produkte zu boykottieren, um damit gegen die dekadente Politik des Präsidenten Frankreichs Macron öffentlich zu protestieren.
Um einen Erklärungsversuch für diese Provokation zu starten, ist es von Bedeutung, das politische Kalenderjahr 2020 für Macron einmal Revue passieren zu lassen. Das Jahr 2020 wird in die Annalen als das Jahr der Demütigungen und Niederlagen des französischen Präsidenten eingehen, der weder eine vernünftige Lösung in der Innenpolitik für die Gelbwestenproteste vorlegen konnte und die Aufstände durch brutale Polizeigewalt versuchte einzudämmen, noch bisher in der Lage war, im Gegensatz zu Deutschland, die Coronakrise ohne größere Todesfälle zu meistern.
Auch in der Außenpolitik hat er reihenweise Demütigungen über sich ergehen lassen müssen. In der Libyenfrage hat er, entgegen der westlichen Werte, auf die man in der Vergangenheit immer stolz war und mit Humanismus in Verbindung brachte, sich auf die Seite des Putschisten gestellt und nicht wie die Türkei den völkerrechtlich anerkannten Präsidenten unterstützt. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt. Durch die aktive Unterstützung der Türkei hat der amtierende Präsident Libyens wieder die Kontrolle über wichtige Regionen in Libyen bekommen und damit den Einfluss- und Machtbereichs Macrons und seines Putschisten stark eingeschränkt.
Ferner hat er sich beim Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei ebenfalls verzockt. Seinem Wunsch nach Sanktionen gegen die Türkei wurde von der Europäischen Union nicht stattgegeben. Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet, ist er mit seiner aggressiven und einseitigen Politik persönlich gescheitert.
Anstatt die vermittelnde Rolle einzunehmen, hat er mit seiner aggressiven Rhetorik nicht zur Deeskalation der Gesamtsituation beigetragen, was ihm gut zur Gesicht gestanden hätte.
Auch im Armenienkrieg hat er das Völkerrecht wissentlich ignoriert und sich, innenpolitisch getrieben, bedingungslos an die Seite Armeniens gestellt und damit das Völkerrecht ad absurdum geführt. Bei dem Thema Libanon hat seine medienwirksame Intervention außerdem nicht zum gewünschten Ziel geführt, was die betroffenen Menschen ihm persönlich anlasten. In der Konsequenz wird er mittlerweile in vielen Regionen der Welt als Leichtmatrose verschmäht und verspottet.
In dieser schwierigen innenpolitischen sowie außenpolitischen Gemengelage versucht Macron mit Islamfeindlichkeit und Rassismus in der Innenpolitik zu punkten und geht dabei das kalkulierbare Risiko ein, das eigene Volk zu spalten und das Konfliktpotential zu erhöhen. Leidtragende sind zum einen die muslimische Bevölkerung, die unter Generalverdacht gestellt wird und zum anderen die Bürger, die nicht angstfrei ihrer beruflichen Tätigkeit, wie die des Lehrers, nachgehen können oder im Worstcase sogar Opfer von irregeleiteten und psychisch instabilen Kriminellen werden.
Der französische Präsident Macron sollte sich gut überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, sein politisches Handeln unter dem Gesichtspunkt Respekt und Wertschätzung für Minderheiten zu reflektieren und damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden beizutragen.
Der Respekt vor Menschen, vor Religionen oder Weltanschauungen sollte die Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens darstellen und darf nicht verhandelbar sein. Auch nicht vom französischen Präsidenten Macron!
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.