Kriminalität
NRW: Polizei bietet „Einbruchsradar“ per App für Nordrhein-Westfalen an

Von jetzt an informiert die nordrhein-westfälische Polizei die Bürgerinnen und Bürger per App über Einbruchsgeschehen in ihrer Nachbarschaft. Die Anwendung liefert Informationen zu früheren Taten sowie auf dieser Basis Prognosen zu Einbruchswahrscheinlichkeiten. Darüber hinaus beinhaltet die App wichtige Präventionshinweise. So können sich die Nutzerinnen und Nutzer darüber informieren, wie sie ihre Wohnungen besser vor Einbrechern sichern und werden an die regionalen Beratungsstellen der Polizei verwiesen. „Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich über das Risiko in ihrer Nachbarschaft informieren können. Das schärft die Sinne und beugt vor. Nur wer sich einer Gefahr bewusst ist, kann sich davor schützen“, sagte Minister Herbert Reul. Das Angebot wurde gemeinsam mit der Provinzial-Versicherung und Fraunhofer FOKUS entwickelt und ist eine neue Funktion der bereits bestehenden „MehrWetter-App“, die von der Versicherung betrieben wird. Außerdem werden bestimmte Funktionen in die App „KATWARN“ eingebunden. Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren kontinuierlich sinkt – laut polizeilicher Kriminalstatistik 2019 auf zuletzt rund 27.000 – ist ihre Bekämpfung immer noch ein Schwerpunkt der Polizei. „Ein Einbruch ist für die Opfer oft ein sehr belastendes Erlebnis. Häufig ist ihr Sicherheitsgefühl erschüttert, mit gravierenden psychischen Folgen. Deshalb dürfen wir uns nicht auf den guten Zahlen ausruhen, sondern müssen weiter dranbleiben“, so Reul. Die Prognose kommt in der Regel als Push-Mitteilung an jedem Montag für die vorab vom User in der App festgelegten Orte, sofern temporär und regional eine erhöhte Einbruchswahrscheinlichkeit prognostiziert wurde und hat eine Gültigkeit von einer Woche. Auf einer Stadtkarte erfolgt zudem die Darstellung der zurückliegenden Tatorte. Die Darstellung beinhaltet jedoch nur die grobe Verteilung der Tatorte, sodass keine Rückschlüsse auf konkrete Adressen möglich sind. Diese „Heatmap“ wird einmal im Monat aktualisiert. Zunächst sind die Funktionen der App örtlich auf den Zuständigkeitsbereich der 16 Kriminalhauptstellen der nordrhein-westfälischen Polizei begrenzt. Dazu zählen die Polizeipräsidien Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Münster, Recklinghausen und Wuppertal. Ziel der Software ist es, die Prävention weiter zu stärken und die Bevölkerung mit einem modernen Ansatz für das Thema Einbruchsdiebstahl zu sensibilisieren. Auf diese Weise wird das bereits bestehende Angebot der polizeilichen Kriminalprävention sinnvoll ergänzt.  

Corona-Krise
NRW: Städtetag warnt vor falschen Ergebnissen bei Selbsttests

Düsseldorf – Der nordrhein-westfälische Städtetag warnt vor falschen Ergebnissen bei Selbsttests an Schulen und in Kitas. „Selbsttests wiegen die Menschen möglicherweise in falscher Sicherheit. Wir sind besorgt, dass falsche Testergebnisse dazu führen, dass die Menschen sich nicht mehr vorsichtig verhalten“, sagte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städetags NRW, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Nicht achtsam durchgeführte Tests ohne Anleitung und Schulung könnten Ergebnisse verfälschen, sagte Dedy, der die Kommunen auch in ihrer Eigenschaft als Schul- und Kita-Träger vertritt. Wenn Lehrer und Erzieher die Tests selbst durchführen sollten, bräuchten sie eine fachkundige und praxistaugliche Anleitung, so Dedy. „Dafür sind Schulungen nötig. Deshalb rechnen wir nicht damit, dass schon ab Freitag zahlreiche Selbsttests in Kitas und Schulen stattfinden. Eine solche Neuerung braucht auf jeden Fall etwas Zeit.“ Es müsse dringend geklärt werden, welche Schnelltests strengen Qualitätskriterien genügten. Dazu sei eine entsprechende Zertifizierung durch eine Behörde notwendig. Falsch negative Werte könnten ansonsten das Infektionsgeschehen verstärken. „Falsch positive Werte führen zu unnötigen Personalausfällen und erschweren die Betreuung der Kinder“, mahnte Dedy.

Balkan
Serbiens Präsident Vucic: Deutschland ist unser größter Wirtschaftspartner

Belgrad – In einer Videokonferenz mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic begrüßte Bundeskanzlerin Angela Merkel  am Donnerstag die wirtschaftlichen Fortschritte Serbiens und die Anstrengungen auf seinem europäischen Weg und wies darauf hin, dass der Dialog mit Pristina und die Rechtsstaatlichkeit von entscheidender Bedeutung seien. Wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug berichtet, waren sich die Bundeskanzlerin und ihr serbischer Amtskollege im Gespräch über den Dialog zwischen Belgrad und Pristina einig, dass der Dialog notwendig sei und dabei die Erhaltung des Friedens für beide Seiten von entscheidender Bedeutung sei, sagte das Pressebüro des Präsidenten in einer Erklärung. Vucic sagte, er werde alle notwendigen Schritte für eine erfolgreiche Fortsetzung des Dialogs unternehmen, um eine konstruktive und offene Atmosphäre für Verhandlungen zu schaffen, berichtet Tanjug weiter. Merkel habe die Bereitschaft Serbiens zur weiteren Arbeit an der Erhaltung der regionalen Stabilität begrüßt und bekräftigte, dass Deutschland ein verlässlicher Partner Serbiens auf dem Weg der Reformen und der europäischen Integration bleiben werde. Wie Tanjug weiter berichtet, äußerten sich Vucic und Merkel auch  über die ständigen Fortschritte im politischen Dialog und in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Serbien und Deutschland zufrieden. „Die Wirtschaft ist ein starkes Bindeglied zwischen unseren beiden Ländern“, sagte Merkel. Vucic bekräftigte, dass deutsche Unternehmen, die in Serbien tätig sind, über 67.000 Menschen beschäftigen und einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Serbiens und zu seinem Ruf als guter Investitionsstandort leisten. „Wir sind dankbar für die Unterstützung der serbischen Wirtschaft durch Deutschland. Deutschland ist unser größter Wirtschaftspartner, selbst inmitten der durch die Coronavirus-Pandemie verursachten weltweiten Krise. Das Interesse deutscher Unternehmen an Investitionen in unserem Land wächst, und ich bin stolz darauf, auch die Tatsache hervorzuheben, dass Serbien trotz aller aktuellen Herausforderungen in diesem Jahr das höchste Wachstum in Europa haben wird“, zitiert Tanjug den serbischen Staatschef.

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– Verteidigung – Serbien: Erste Kampfjet-Pilotin tritt Dienst an

Pilotin Ana Perišić führte am Mittwoch erfolgreich einen Testflug mit dem Kampfflugzeug J-22 Orao (Adler) auf dem Militärflughafen Morava durch und wurde somit die erste Kampfjet-Pilotin in der Geschichte der serbischen Armee.

Serbien: Erste Kampfjet-Pilotin tritt Dienst an

West Bank
UN-Menschenrechtsbüro fordert Israel zur Untersuchung angeschossener Kinder auf

Genf – Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (UNO) in den palästinensischen Gebieten forderte am Mittwoch eine transparente Untersuchung der israelischen Schüsse auf mehrere palästinensische Kinder im besetzten Westjordanland, bei denen die Kinder schwer verletzt wurden, berichteten Nachrichtenagenturen. Das UN-Büro bestätigte in einer Erklärung, dass die israelischen Besatzungstruppen in den vergangenen zwei Wochen bei verschiedenen Zwischenfällen im gesamten besetzten Westjordanland mindestens vier palästinensische Kinder mit scharfer Munition und gummibeschichteten Metallkugeln schwer verletzt haben. Alle Verletzungen, so die Erklärung, ergaben sich aus der Anwendung potenziell tödlicher Gewalt unter Umständen, unter denen die verfügbaren Informationen darauf hindeuten, dass die Kinder weder eine Gefahr für das Leben noch für die ernsthafte Verletzung der Soldaten oder anderer Personen darstellten. „Es scheint also, dass die angewandte Gewalt nicht im Einklang mit dem Völkerrecht stand“, hieß es in der Erklärung, die daran erinnerte, dass am 29. November in der Stadt Al-Bireh ein 16-jähriger Junge in die Brust geschossen und schwer verletzt wurde. Einen Tag vor der Erschießung des Jungen in Al-Bireh hätten israelischen Truppen zudem einem 16-jährigen Jungen in der Stadt Silwad in der Nähe von Ramallah mit scharfer Munition in die Brust geschossen. Am 17. November habe ein 15-jähriger Junge im Flüchtlingslager Qalandia nördlich von Jerusalem ein Auge verloren, nachdem er von einem Querschläger getroffen wurde. Darüber hinaus hätten israelische Soldaten bei Protesten im Dorf Kafr Qaddum im Norden des Westjordanlandes am 27. November einem weiteren 16-jährigen Jungen mit einer gummibeschichteten Metallkugel in den Kopf geschossen. „Das UN-Menschenrechtsbüro fordert Israel auf, alle Fälle von Gewaltanwendung [durch die israelische Armee], die zu Tötungen oder Verletzungen geführt haben, unverzüglich, transparent und unabhängig zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, hieß es in der Erklärung. „In Übereinstimmung mit dem Völkerrecht ist die Anwendung von tödlicher Gewalt nur als letztes Mittel erlaubt, als Reaktion auf die Bedrohung von Leben oder ernsthaften Verletzungen“, fügte die Erklärung hinzu und bemerkte, dass „das Werfen von Steinen keine solche Bedrohung darzustellen scheint“. https://twitter.com/hakimalaouid/status/1332617440778444805

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Zum 16. Todestag: Welt gedenkt der Friedensaktivistin Rachel Corrie
 

Zypernfrage
Zwei-Staaten-Lösung entspricht dem Status quo auf Zypern

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Der neu gewählte Präsident Nordzyperns (der Türkischen Republik Nordzypern/TRNZ), Ersin Tatar, hat dieser Tage die Zypern-Beauftrage der Vereinten Nationen Jane Holl Lute zu einem Gespräch empfangen. Bei dieser Unterredung hat Tatar auf die jahrzehntelangen ergebnislosen Zypern-Verhandlungen zwischen dem Nord- und Südteil der Insel hingewiesen. Die von den Vereinten Nationen vermittelten Gespräche sehen eine Föderation zwischen den beiden Volksgruppen vor. Es ist allerdings von Bedeutung, was damit tatsächlich gemeint ist, denn eine Einigung schien 2004 möglich, aber der griechische Südteil hatte in einer Volksabstimmung mit über 75 Prozent gegen den vom ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan vorgelegten „Annan-Plan“ gestimmt und der türkische Nordteil mit etwa 65 Prozent dafür. Unterschiedliche Positionen beider Seiten Es geht bei den Unterredungen im Prinzip um die Aufteilung der Macht in einem zukünftigen Staat. Während den Zyperngriechen ein Zentralstaat vorschwebt, in dem die Zyperntürken als Minderheit existieren, fordert der türkische Nordteil einen lockeren Staatenbund, in dem beide Volksgruppen rechtlich und politisch gleichberechtigt sind und eine Zusicherung, die die Türkei weiterhin als Garantiemacht in Zypern belässt. Der neue Präsident Tatar fordert aufgrund der bisher ergebnislosen Gespräche eine Zwei-Staaten-Lösung für die Insel. Der entscheidende Punkt besteht darin, dass die zyperngriechische Seite die zyperntürkische Volksgruppe nicht als gleichberechtigt betrachtet. Mit der völkerrechtlichen Anerkennung als Republik Zypern, die die gesamte Insel repräsentiert, wurde der griechische Südteil 2004 in die EU aufgenommen, obwohl die Zyperngriechen mit großer Mehrheit gegen den UN-Plan gestimmt hatten. Damit wurde ein ungelöster Konflikt in die EU importiert und als dessen Mitglied versucht die zyperngriechische Administration und Griechenland politischen Druck auf die Türkei auszuüben, um Zugeständnisse in der Zypernfrage zu erreichen. Die Situation in Zypern ist komplizierter als es auf den ersten Blick den Anschein hat Es gibt einen international anerkannten Staat, der sich Republik Zypern nennt und 1960 gegründet wurde. Dieser Staat hatte eine Verfassung, die beiden Volksgruppen eine politische und rechtliche Gleichstellung garantierte. Vor der Gründung der Republik Zypern, die eigentlich aus einem Kompromiss zwischen Griechenland, Großbritannien und der Türkei resultierte, forderten die Zyperngriechen mit fanatischem Eifer einen Anschluss an Griechenland (Enosis), die verständlicherweise von den Zyperntürken abgelehnt wurde. Der griechische Nationalismus und Hellenismus bewirkten eine Radikalisierung der zyperngriechischen Volksgruppe. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit wollte sich die griechisch-zyprische Seite mit der Gleichberechtigung der zyperntürkischen Volksgruppe nicht zufriedengeben, da sie diese als Hindernis auf dem Weg zu einem Anschluss an Griechenland betrachteten. Die Entrechtung der Zyperntürken Die Zyperngriechen leiteten Maßnahmen ein, um die in der Verfassung verankerten Rechte der Zyperntürken zu beschränken bzw. aufzuheben. Eine Klage der zyperntürkischen Seite vor dem zyprischen Verfassungsgericht gab diesen recht, aber die Zyperngriechen hatten bereits angekündigt, dieses Urteil nicht zu beachten. Das Ergebnis war eine Verfassungskrise und der Rücktritt des Präsidenten des Verfassungsgerichts, dem deutschen Juristen Prof. Ernst Forsthoff, der zuvor von radikalen Zyperngriechen und von Präsident Makarios bedroht wurde. Ich erwähne diese Ereignisse, um bestimmte Aspekte in der Zypernfrage besser verstehen zu können. Jener Makarios war es, der am 30. November 1963 einen 13-Punkte Plan vorlegte, um die zyperntürkische Volksgruppe zum Teil zu entrechten, darunter sechs Basisartikel, die in der Verfassung verankert waren. Dieser Schritt von Makarios bedeutete einen Verfassungsputsch, der das Ende des gemeinsamen Staates aus beiden Volksgruppen zur Folge hatte. Ab Dezember 1963 wurden die zyperntürkischen Abgeordneten aus dem Parlament, dem Staatsapparat und in den Gemeindeverwaltungen entfernt oder entlassen. Mit dieser Maßnahme hatten die Zyperntürken keine Möglichkeit mehr auf ihr Anliegen Aufmerksam zu machen, da diese Positionen von Zyperngriechen übernommen wurden. Pogrome gegen Zyperntürken Es folgten Pogrome gegen die zyperntürkische Volksgruppe, ein Bürgerkrieg und ein Leben in Enklaven, die über der gesamten Insel verteilt waren und von griechisch-zyprischen paramilitärischen Gruppen belagert wurden. Dieser Zustand dauerte bis 1974 an, also bis zu jenem Zeitpunkt, als ein von der griechischen Militärjunta initiierter Militärputsch Präsident Makarios stürzte und die Garantiemacht Türkei militärisch intervenierte. Die Zyperngriechen haben die Republik Zypern usurpiert Was heute international als Republik Zypern anerkannt ist, ist ein Staat, der de facto von Zyperngriechen dominiert wird und damit gegen die Grundsätze der Verfassung von 1960 widerspricht, die einen Staat aus zwei Volksgruppen vorsah. Nach Dr. Christian Heinze, dem ehemaligen Assistenten des zyprischen Verfassungsgerichtspräsidenten Prof. Forsthoff, haben die Zyperngriechen diesen Staat 1963 usurpiert, also widerrechtlich in Besitz genommen. Es verwundert daher kaum, wenn die zyperngriechische Historiografie erst 1974 beginnt, weil das eigene dunkle Kapitel von 1963-1974 und damit das Schicksal der Zyperntürken ausgeklammert wird. Leider haben zahlreiche Medien im EU-Raum diesen Sprachgebrauch unkritisch übernommen, und immer wieder wird auf die „türkische Invasion von 1974“ hingewiesen, dabei aber oft nicht erwähnt, dass die Türkei neben Griechenland und Großbritannien nach dem Garantieabkommen von 1959 Garantiemacht ist, für die Unabhängigkeit, territoriale Integrität und die Sicherheit Zyperns zuständig ist und damit ein Interventionsrecht besitzt. Die Militärintervention der Türkei von 1974 ist durch Garantievertrag gedeckt Als die türkische Regierung 1974 unter Bülent Ecevit und Necmettin Erbakan in Anlehnung an das Garantieabkommen von 1959 in Zypern militärisch intervenierte, handelte sie rechtmäßig. Dass die Zypernfrage bis heute nicht gelöst wurde, liegt nicht, wie manche vielleicht vermuten, an der Türkei, sondern an dem Alleinvertretungsanspruch der Zyperngriechen die gesamte Insel zu repräsentieren, die den Zyperntürken die gleichen Rechte schlicht verweigern. Aufgrund dieser Haltung der zyperngriechischen Führung, den Zyperntürken die gleichen Rechte zuzugestehen, hat das zyperntürkische Parlament 1983 die Türkische Republik Nordzypern proklamiert, auch wenn dieser Staat derzeit nur von der Türkei anerkannt ist, erfüllt es juristisch betrachtet alle Kriterien, um als souveräner Staat zu gelten. Von manchen Beobachtern wird gelegentlich auf die Abhängigkeit Nordzyperns von der Türkei hingewiesen, dabei aber nicht erwähnt, dass ein von der zyperngriechischen Seite initiiertes Embargo gegen Nordzypern jeglichen Handel mit anderen Staaten untergräbt und damit die wirtschaftliche Entwicklung torpediert. Die Forderung des zyperntürkischen Präsidenten Tatar nach einer Zwei-Staaten-Lösung entspricht dem Status quo auf der Insel und den seit Jahrzehnten fortgesetzten ergebnislosen Zypern-Gesprächen.
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– 15. November 1983 – 37 Jahre: Nordzypern feiert Gründung

Heute vor 37 Jahren, am 15. November 1983, proklamierte das zyperntürkische Parlament des türkischen Bundesstaates Zypern (Kıbrıs Türk Federe Devleti) die Türkische Republik Nordzypern (Kuzey Kıbrıs Türk Cumhuriyeti).

37 Jahre: Nordzypern feiert Gründung

Corona-Pandemie
Dilek Kalayci kritisiert Impfpläne des Gesundheitsministeriums: „Das ist zu spät“

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Dilek Kalayci kritisiert im ARD-Mittagsmagazin das Bundesgesundheitsministerium: „Ich habe jetzt erfahren, dass die Verordnung zur Priorisierung des Gesundheitsministeriums erst im 1. Quartal 2021 kommen wird. Das ist natürlich zu spät.“ Die Entscheidung, wer zuerst geimpft werden soll, wenn ein Covid-19-Impfstoff in Deutschland zugelassen ist, „muss natürlich vor dem Impfstoff kommen.“ Denn „wir wissen, dass der Impfstoff, der kommen wird, nicht für alle gleichermaßen reichen wird. Deshalb brauchen wir tatsächlich eine Priorisierung.“ Die Länder würden sich aber schon jetzt „ohne diese Priorisierung vorbereiten“, so Kalayci. „Ich kann Ihnen sagen, wie wir uns in Berlin vorbereiten: Wir haben sechs Impfzentren vorbereitet, dort können wir alle über 75-jährigen Menschen einladen. Wir wollen die Menschen in den Pflegeheimen über mobile Impfteams impfen, sodass sie nicht in die Impfzentren müssen. Und selbstverständlich haben wir auch schon vorbereitet, dass das Krankenhauspersonal, aber auch das Personal rund um Altenpflege, zügig geimpft werden kann. Problematisch ist noch die große Gruppe mit Vorerkrankungen, es gibt keine Definition, welche Gruppe gemeint ist mit ‚Menschen mit Grunderkrankungen‘. Das wäre noch zu klären und die anderen Bereiche kommen natürlich danach.“

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– Corona-Pandemie – Türkei: 20.000 Freiwillige melden sich für chinesischen Corona-Impfstoff-Test

Etwa 20.000 Freiwillige haben sich am Freitag in der Türkei für Phase-3 der Tests des chinesischen Impfstoffs CoronaVac von Sinovac Biotech beworben.

Türkei: 20.000 Freiwillige melden sich für chinesischen Corona-Impfstoff-Test

Balkan
Albaniens Premier Rama: Ich wollte Künstler werden, nicht Politiker

Tirana – Der albanische Premierminister Edi Rama bekräftigte in einem Interview, dass er zufällig in der Politik gelandet ist und eigentlich immer schon Künstler sein wollte. „Ich habe das Leben eines Künstlers, Malers und Professors der bildenden Künste immer so sehr bevorzugt, dass ich nie Ambitionen hatte, Premierminister zu werden“, sagte Rama gegenüber dem französischen „Forbes“, wie das Exit-Portal berichtet. Er sagte, dass er lange gezögert habe, in die Politik zu gehen, als ihm ein Ministerposten angeboten wurde. Er habe jedoch etwas für sein Land tun wollen. „Albanien hatte eine sehr schwierige Vergangenheit, die schwierigste aller kommunistischen Länder, deshalb war ich sehr daran interessiert, an seiner Erneuerung mitzuwirken“, sagte er und beklagte sich, dass er als Bürgermeister von Tirana nicht so kritisiert wurde, wie er es jetzt in seiner Eigenschaft als Premierminister wird. „Als Premierminister bin ich der Unbeliebtheit stärker ausgesetzt, weil es darum geht, Strukturreformen auf nationaler Ebene einzuleiten. Man muss sehr erzieherisch und geduldig sein, während man die Vorzüge seines Handelns erklärt. Abschließend möchte ich ein weiteres Zitat von Präsident Mitterrand entlehnen, der zu Recht von der ‚Einsamkeit des Führers‘ sprach. Das war früher so und ist auch heute noch so“, sagte Rama der Journalistin Sabah Kemel Kaddouri von Forbes Frankreich. Rama, der die sozialistische Partei Albaniens führt, kam 2013 mit einem Erdrutschsieg an die Macht. Zuvor war er elf Jahre lang Bürgermeister von Tirana, einem der ärmsten Hauptstädte Europas. Mit wenig Geld, um die heruntergekommene Infrastruktur der Stadt zu erneuern, unternahm Rama eine grobe Stadtsanierung und ordnete an, die tristen Wohnhäuser aus der kommunistischen Ära in hellen, kräftigen Farben neu zu streichen. Blaue und weiße Streifen zieren die ehemals grauen Hochhäuser, grüne Quadrate durchziehen die korallenfarbenen Fassaden. Wenn man durch die Straßen Tiranas geht, spürt man eine Energie, die man sonst nirgendwo auf dem Balkan findet: die junge, multiethnische und buchstäblich vielfarbige Stadt.    

College of Europe
Türkei: Ankara vergibt Stipendien für künftige EU-Mitarbeiter

Für das akademische Jahr 2021/2022 vergibt das Ministerium für europäische Angelegenheiten der Republik Türkei (türkisch: Avrupa Birliği Başkanlığı) in Kooperation mit Privatunternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen erneut Stipendien für das College of Europe. Studienplätze und Stipendien für das College of Europe Das türkische Ministerium für europäische Angelegenheiten bietet mit dem Stipendienprogramm wieder eine einzigartige Gelegenheit für Hochschulabsolventen, die am College of Europe ihren Master-Abschluss in European Studies erwerben möchten. Für die Absolventen eröffnet sich damit eine einmalige Gelegenheit für einen Einstieg in einen Beruf in den europäischen Institutionen. Die Studienplätze und Stipendien erhöhen die Chance auf eine Karriere in der Europäischen Union (EU). Das Ministerium ruft deshalb erfolgreiche türkische Absolventen, die gute Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch mitbringen, dazu auf, sich zu bewerben. Türkisches Ministerium für europäische Angelegenheiten unterstützt College of Europe Das Ministerium für europäische Angelegenheiten der Republik Türkei beabsichtigt mit dem „Studien- und Stipendienprogramm für die Postgraduierten-Masterstudiengänge“ des College of Europe EU-Experten bei der Ausbildung zu unterstützen, die nicht nur mit ihren erworbenen Fachkenntnissen den Beitrittsprozess der Türkei in die EU begleiten sollen. Die Absolventen werden überdies für eine Tätigkeit in türkischen, europäischen sowie internationalen Institutionen und Verwaltungen, Universitäten und Forschungszentren, Verbänden und Unternehmen qualifiziert. Ausbildung von „Eurokraten“  Das renommierte College of Europe, das als Kaderschmiede für zukünftige Europa-Spezialisten („Eurokraten“) gilt, übermittelt seinen Studenten ein tiefgreifendes Verständnis von Europa und der EU in allen Facetten. In jedem Jahrgang sind etwa 450 Studierende aus mehr als 50 Ländern an den beiden Standorten in Brügge und Natolin/Warschau vertreten. Die Studenten werden von Spezialisten aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft unterrichtet. Die Dozenten kommen sowohl aus den Mitgliedsstaaten der EU als auch aus den Beitrittskandidaten, aus der Europäischen Kommission aber auch außerhalb Europas. Internationales Netzwerk Die starke internationale Ausrichtung des Studiengangs befähigt die Akademiker dazu, ein weltweites und interkulturelles Netzwerk aufzubauen, das im späteren Berufsleben von großem Wert sein kann. Darüber hinaus laden regelmäßige Absolvententreffen nicht nur zum Austausch mit anderen College-Jahrgängen ein, sondern fördern die beruflichen- und privaten Netzwerke. Während des praxisorientierten Studiums werden vielfältige Kontakte zu Institutionen der Europapolitik, zu Wirtschafts- und Berufsverbänden, Gewerkschaften, Bildungsträgern, wissenschaftlichen Institutionen, Stiftungen, Parteien und anderen Organisationen geknüpft. Zwölf Stipendien im Wintersemester 2020/2021 Jedes Jahr besuchen durchschnittlich zwei Studenten aus der Türkei das College of Europe, welches seit seiner Gründung 1949 Tausenden Absolventen eine erfolgreiche Karriere in hohen Leitungspositionen ermöglicht. Das türkische Ministerium für europäische Angelegenheiten hat zwischen 2010 bis 2020 mit seinem Studien- und Stipendienprogramm dazu beigetragen, dass 127 Hochschüler am College of Europe studieren konnten. Das Stipendienprogramm wird unter der Koordination des Ministeriums für europäische Angelegenheiten und in Kooperation mit Privatunternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen verwirklicht. So konnten im Studienjahr 2020/2021 zwölf Stipendien bewilligt werden. Bewerbungsvoraussetzungen für das Studien- und Stipendienprogram der Postgraduierten-Masterstudiengänge des College of Europe Für eine Förderung des Studien- und Stipendienprograms für die Postgraduierten-Masterstudiengänge des College of Europe können sich Kandidaten mit einer türkischen Staatsangehörigkeit (ebenso türkische Staatsbürger im Ausland) bewerben, die nicht älter als 34 Jahre sind und ein abgeschlossenes Universitätsstudium in einem nötigen Fach, insbesondere in den Bereichen Recht, Wirtschaftswissenschaften, Öffentliche Verwaltung, Politikwissenschaften, Internationale Beziehungen, Europastudien, Geschichte, Philosophie, Sozial-und Sprachwissenschaften, Geographie, Kommunikationswissenschaften, Journalismus und verwandter Fachbereiche vorweisen können oder Bewerber, die sich in der Endphase ihres Studiums befinden. Zudem sind anspruchsvolle Englisch- und Französischkenntnisse in Wort und Schrift vorausgesetzt. Der Bewerbungsschluss ist der 13. Januar 2021. Für Fragen bezüglich des Bewerbungsprozesses können die Interessenten unter der E-Mail-Adresse: avrupakoleji@ab.gov.tr Kontakt mit den Verantwortlichen aufnehmen. Eine telefonische Kontaktaufnahme ist nicht möglich. Weitere Informationen: Avrupa Birliği Başkanlığı Özel Sektör Kuruluşlarımızın Desteğiyle Geleceğin AB Uzmanlarını Yetiştiriyor

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– „Back to Turkey“ – Karriere: Türkischer Rüstungskonzern ASELSAN wirbt um Deutschtürken

Der türkische Rüstungskonzern ASELSAN (Askeri Elektronik Sanayii A.S.) möchte ausgewanderte türkische Ingenieure wieder zurückgewinnen und startet deshalb jetzt eine Kampagne.

Karriere: Türkischer Rüstungskonzern ASELSAN wirbt um Deutschtürken

Corona-Pandemie
Corona: Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene fordert „Gurgel-Empfehlung“

Osnabrück – Nach wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit von Mundspülungen gegen Corona fordert die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) von der Politik eine „Gurgel-Empfehlung“ für die Bevölkerung. „Kochsalz- oder Jodlösungen oder in Alkohol gelöste ätherische Öle können, das wissen wir aufgrund neuer Studien etwa aus Bochum, sehr effektiv die Viruslast von Sars-CoV-2 im Mund-Rachen-Raum verringern. Das ist eine extrem simple und sehr wirksame Maßnahme mit einfachsten Mitteln!“, sagte DGKH-Vorstandssprecher Peter Walger im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). In einer der NOZ vorliegenden Stellungnahme der Organisation wird die Politik aufgerufen, „diese einfach handhabbare Möglichkeit der Prävention verstärkt zu nutzen“, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Anwendungsstudien hätten ergeben, dass Mundspülungen mit Kochsalz die Virusausscheidung deutlich verringern und so auch innerhalb von Familien Ansteckungen „signifikant reduziert“ werden, schreiben die Krankenhaushygieniker. Sehr gute Ergebnisse wurden auch mit Jodlösungen oder Mundspülungen mit in Ethanol aufgelösten ätherischen Ölen erzielt. In einer seit März laufenden Studie der Universität Greifswald habe es nach Mundspülungen mit ätherischen Ölen „keine Übertragungen auf behandelnde Ärzte gegeben“. Der Grund für den hohen Ansteckungsschutz durch virusabtötende Mundspülungen liegt laut der DGKH-Stellungnahme auf der Hand. Viele Infizierte seien ansteckend, bevor sich Symptome zeigen. „Daher sind vor allem Schutzmaßnahmen sinnvoll, die die Viruslast an den Eintrittspforten reduzieren“, heißt es darin. Die Infektionsschutzexperten kritisieren, dass diese einfache Schutzmaßnahme „zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist“, und verweisen auf eine Gurgel-Empfehlung mit Kochsalzlösungen, die der Reichsgesundheitsrat 1918 gegen die Spanische Grippe ausgegeben habe. Verwiesen wird auch auf Japan, wo Bürger schon seit Beginn der Corona-Pandemie zu täglichem Gurgeln aufgerufen würden. Simple Mundspülungen mit Kochsalz oder ätherischen Ölen bieten nach Einschätzung der DGKH enorme Chancen auch zum Schutz der Risikogruppe. „Heimbesucher sollten im Eingangsbereich schnellgetestet werden und gurgeln. Auch das Heimpersonal könnte zweimal am Tag oder anlassbezogen den Mund spülen. Das ist hochwirksamer Infektionsschutz mit geringstem Aufwand“, sagte Vorstandssprecher und Infektiologe Walger. Und auch im Privatbereich, wo sich die meisten Menschen anstecken, müsse das Gurgeln in den Alltag integriert werden, etwa vor gemeinsamen Mahlzeiten. „Geeignete Mundspülungen mit ätherischen Ölen kann man in jedem Drogeriemarkt kaufen, für eine Kochsalzlösung braucht es nur einen Teelöffel Salz und ein Glas Wasser“, sagte Walger der NOZ.

Benjamin Idriz
Kommentar: Wie sollen wir mit „Muhammed-Karikaturen“ umgehen

Ein Gastbeitrag von Benjamin Idriz – Imam und Buchautor So wie jedes Ding seine Grenzen hat, hat auch die Freiheit ihre Grenzen – nämlich dort, wo das Recht und die Würde der anderen verletzt wird. Unsere Werte müssen sich auf eine Philosophie stützen, die selbst die Gefühle eines Einzelnen achtet, und umso mehr die einer ganzen Religionsgemeinschaft. Daher lassen sich die Muhammad-Karikaturen und ähnliche Beleidigungen nicht mit Bezug auf die Meinungsfreiheit rechtfertigen.So denke ich, so denken vielleicht auch viele, aber nicht alle. Und alle müssen nicht gleich denken. Es gibt Künstler, die gar nicht unbedingt die Absicht haben, durch ihre, für uns abscheulichen Kunstwerke, andere zu beleidigen, und es gibt solche, die das Ziel verfolgen, einen Keil zwischen friedlich zusammenlebende Gesellschaften zu treiben und den Glauben von mehr als einer Milliarde Menschen zu verspotten. Die Beleidigungen können bei den Muslimen ihre Liebe zum Propheten Muhammed nie infrage stellen. Tatsache ist, dass diese Beleidigungen dazu geführt haben, dass einige Muslime, die bisher die eigene Religion nicht bewusst gelebt haben, aber auch viele Nichtmuslime, mehr Interesse und Zuneigung zum Islam entwickelt haben. Andererseits mobilisieren solche Beleidigungen jedoch die Extremisten auf beiden Seiten, einfache Bürger wie auch Politiker, die für ihre ideologischen und politischen Zwecke die Situation aufheizen, schädigen das friedliche Zusammenleben und nähren den Hass zwischen den Gesellschaften. Niemand muss einverstanden sein, wenn Meinungsfreiheit ausgerechnet dadurch geschützt und gestärkt werden soll, dass verächtlich gemacht wird, was anderen Menschen viel bedeutet. Das ist das eine. Das andere ist, dass wir Muslime Demokratie und Meinungsfreiheit damit schützen und stärken müssen, dass wir für die Achtung vor der Würde und den Rechten auch der anderen eintreten. Was die Muslime unerträglich finden ist, wenn jemand Opfer der Meinungsfreiheit wird. Aggressive Antworten auf die Beleidigungen ist aber offenkundig Schwachsinn. Nun fragen die Muslime, wie wir denn auf die Muhammed-Karikaturen und ähnliche Diffamierungen reagieren sollen. Die Antwort ist bei Gott und beim Propheten Muhammed selbst zu finden. Ich versuche durch diesen Artikel eine Antwort zu entwickeln. Ibn Salul als Prototyp der Muhammed-Karikaturisten Die islamischen Geschichtsbücher und die Sunna bzw. Hadith-Sammlungen überliefern, dass ein Mann namens Abdullah Ibn Salul ein gnadenloser Gegner des Propheten war und sich als Anführer einer Gruppe hervorgetan hat, die den Propheten immer wieder attackiert und beleidigt hat. Dieser Ibn Salul ist ein Prototyp für alle Menschen zu allen Zeiten, die bewusst oder unbewusst, unter dem Deckmantel der Kunst oder Meinungsfreiheit, oder wie auch immer, den Propheten Muhammed „beleidigen“ oder „erniedrigen“. Aber kann der Prophet Gottes überhaupt beleidigt und erniedrigt werden? Nein! Der Prophet Muhammed, als „das beste Modell“ (Koran 33:21), wird über Zeiten und Grenzen hinaus bei Millionen von Menschen das höchste Ansehen genießen, was diejenigen die ihn verspotten ihm aus Unverständnis missgönnen. Der Prophet Muhammed wird, wie kein anderer Mensch, weltweit zu jeder Minute rund um die Uhr und rund um den Globus im muslimischen Gebetsruf gelobt. So ein Mensch kann niemals erniedrigt werden. An ihn kann kein spöttisches Niveau herankommen. In der Auseinandersetzung mit Ibn Salul, hat sich der Prophet niemals „beleidigt“ gefühlt, war seine Reaktion gegen ihn immer gelassen und besonnen. Al-Buhakri, der als authentischer Hadith-Sammler und Biograph des Propheten bekannt ist, überliefert, dass der Prophet Muhammed einmal ein Gespräch mit Ibn Salul führen wollte, um Frieden mit ihm zu schließen. Er machte sich auf den Weg mit seinem Esel in Richtung des Wohnortes von Ibn Salul. Als Ibn Salul den Propheten sah, beleidigte er ihn mit den Worten:
إليك عني والله لقد آذاني نتنك ونتن حمارك
„Weg von mir, dein Gestank und der Gestank deines Esels stören mich!“
Als ein Freund des Propheten Muhammed das hörte, stand er auf und wollte, um den Propheten zu verteidigen, Ibn Salul attackieren. Sofort beruhigte der Prophet seinen Freund, bat ihn, nicht aggressiv zu handeln und verhinderte so eine gewalttätige Auseinandersetzung. Dies ereignete sich nicht etwa in Mekka, wo die Muslime schwach waren, sondern in Medina, als der Prophet und die muslimische Gemeinde stark waren. Der Koran erzählt, dass Ibn Salul in seinem Hass gegenüber dem Propheten so weit ging, dass er ihm und seiner Gemeinschaft mit der „Vertreibung aus Medina“ drohte (Koran 63:8), woraufhin sein Freund Omar bin Khattab den Propheten um Erlaubnis bat, Ibn Salul zu töten. Der Historiker und Korankommentar Ibn Tabari belegt in seiner Exegese zum obengenannten Vers, dass der Prophet Muhammed diesen Wunsch von Ibn Khattab strikt zurückwies und sagte:
دَعْه لا يتحدث الناس أن محمداً يقتل أصحابه
„Ich will nicht als Muhammed in Erinnerung bleiben, der erlaubt hat, seinen Wegbegleiter zu töten“.
Wohlgemerkt, der Prophet bezeichnete „Ibn Salul“ als „Wegbegleiter/Freund“!
Der Hadith-Gelehrte Al-Bazzar überliefert, dass der Sohn von Ibn Salul den Islam annahm und den Propheten fragte, wie er nun mit seinem Muhammed feindlich gesinnten Vater umgehen solle. Der Prophet antwortete:
برّ أباك وأحسن صحبته
„Respektiere deinen Vater und gehe mit ihm bestens um.“
Bemerkenswert ist auch noch eine Anekdote, die von Ibn Abbas (dem Cousin des Propheten und zugleich ältestem Koran-Exegeten) überliefert wird: Als Ibn Salul krank geworden war, besuchte ihn der Prophet, und als er starb, bedeckte ihn der Prophet mit seinem Hemd und nahm an seiner Beerdigung teil. Wir können an diesen Beispielen erkennen, wie der Prophet Muhammed trotz der harten und jahrelangen Anfeindungen Ibn Saluls auf Diffamierungen gelassen und souverän reagiert hat. Zu keiner Zeit unternahm er etwas gegen ihn. Die Ehefrau des Propheten Aischa berichtet, dass einige ihm feindlich gesinnte Menschen ihn mit den Worten „Tod (arab. saam) sei mit dir“ begrüßt haben, worauf der Prophet mit „Friede (arab. salam) sei mit dir“ konterte. Wütend auf deren Gruß, sagte seine Frau zu ihnen: „Fluch auf euch“. Der Prophet wies sie zurecht:
يا عائشة، عَلَيْكِ بِالرِّفْقِ وَإِيَّاكِ وَالْعُنْفَ وَالْفُحْشَ
„Aischa, rede nicht so! Gott liebt die Sanftmütigkeit in allen Dingen. Reagiere nicht gewalttätig und mit Beschimpfungen.“ (Überliefert von Bukhari)
Der Umgang des Propheten mit Ibn Salul und ähnlichen Menschen war immer entsprechend seines Prinzips:
إنِّي لَمْ أُبْعَثْ لَعَّانًا، وإنَّما بُعِثْتُ رَحْمَةً
„Ich wurde nicht herabgeschickt als ein Fluch, sondern als eine Gnade.“ (Überliefert von Muslim bin Hadschadsch)
Warum reagierte der Prophet auf Hetze und Spott so gelassen?
Der Koran ist die Richtschnur für den Propheten und somit auch für die Muslime. Er gibt Orientierung, wie sich der Mensch in Situationen verhalten soll, wenn auf Kosten von Gott, des Korans oder seines Propheten gespottet wird. Der Koran thematisiert solche Fälle an mehreren Stellen, und an keiner Stelle erlaubt er eine aggressive Reaktion, weder im Wortlaut noch in der Tat. Hier einige Bespiele und Ratschläge aus dem Koran: Der Koran berichtet, dass der Prophet Muhammed mehrmals als „Verrückter!“ (vgl. die Verse 15:6; 26:27; 37:36; 44:14; 51:39; 52:29; 68:2; 68:51 und 81:22) oder „lügnerischer Zauberer!“ (38:04) bezeichnet wurde. Gott erinnert ihn daran, dass auch andere Propheten vor ihm verspottet wurden:
وَلَقَدِ اسْتُهْزِئَ بِرُسُلٍ مِّن قَبْلِكَ فَحَاقَ بِالَّذِينَ سَخِرُواْ مِنْهُم مَّا كَانُواْ بِهِ يَسْتَهْزِؤُونَ
„Und fürwahr, selbst vor deiner Zeit sind Propheten verspottet worden.“
(6:10 auch 43:7 und 51:52)
Natürlich ist es für einen Menschen, der versucht, Frieden und Barmherzigkeit in der Gesellschaft zu stiften (21:107), schwer, Beleidigungen zu ertragen. Gott beschreibt diese menschliche Situation, tröstet ihn und gibt ihm Orientierung:
وَلَقَدْ نَعْلَمُ أَنَّكَ يَضِيقُ صَدْرُكَ بِمَا يَقُولُونَ فَسَبِّحْ بِحَمْدِ رَبِّكَ وَكُن مِّنَ السَّاجِدِينَ
„Wir wissen gut, dass deine Brust beengt ist wegen der blasphemischen Dinge, die sie sagen: aber lobpreise du den grenzenlosen Ruhm deines Erhalters und rühme Ihn.“
(15:97-98)
Gott rät ihm, Geduld zu demonstrieren und Distanz einzunehmen:
وَاصْبِرْ عَلَى مَا يَقُولُونَ وَاهْجُرْهُمْ هَجْرًا جَمِيلا
„Ertrage mit Geduld, was immer die Leute gegen dich sagen mögen, und meide sie mit schicklicher Meidung.“
(73:10)
Als ein Schritt über die Geduld hinaus, ist ihm empfohlen, Böses mit Gutem abzuwehren:
ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ السَّيِّئَةَ نَحْنُ أَعْلَمُ بِمَا يَصِفُونَ
„Aber was immer sie sagen oder tun mögen, wehre das Übel, das sie begehen, ab mit etwas, was besser ist.“
(23:96)
Warum? Weil wir von Gott beauftragt sind „Feinde“ in „Freunde“ umzuwandeln. Das kann nur gelingen, wenn wir mit Besserem entgegnen:
وَلَا تَسْتَوِي الْحَسَنَةُ وَلَا السَّيِّئَةُ ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ فَإِذَا الَّذِي بَيْنَكَ وَبَيْنَهُ عَدَاوَةٌ كَأَنَّهُ وَلِيٌّ حَمِيمٌ
„Die gute und die schlechte Tat sind nicht einander gleichzusetzen. Entgegne mit etwas Besserem! Und wenn zwischen dir und ihm Feindschaft ist, dann soll es sein, als wäre er ein enger Freund!“
(41:34)
Sogar wenn Menschen Gott/Allah oder den Koran verspotten, empfiehlt der Koran, zu ihnen Distanz einzunehmen:
وَإِذَا رَأَيْتَ الَّذِينَ يَخُوضُونَ فِي آيَاتِنَا فَأَعْرِضْ عَنْهُمْ حَتَّى يَخُوضُواْ فِي حَدِيثٍ غَيْرِهِ
„Wenn du nun solche triffst, die sich in (blasphemischer) Rede über Unsere Botschaften ergehen, kehre ihnen den Rücken, bis sie über andere Dinge zu reden beginnen.“
(6:68)
Distanz also bis sie ein anderes, besseres Thema finden. Gott verbietet uns, Menschen zu schmähen, die ein anderes Gottesverständnis haben, als wir (6:108). Wenn aber nicht Distanz zu Menschen eingenommen wird, die Gott oder den Propheten verspotten, und stattdessen mit gleichen Methoden oder gar mit Gewalt reagiert wird, dann führt das dazu, dass sowohl diejenigen, die spotten als auch diejenigen, die sich davon provozieren lassen, auf gleicher Stufe sind. Gott warnt:
وَقَدْ نَزَّلَ عَلَيْكُمْ فِي الْكِتَابِ أَنْ إِذَا سَمِعْتُمْ آيَاتِ اللَّهِ يُكْفَرُ بِهَا وَيُسْتَهْزَأُ بِهَا فَلاَ تَقْعُدُواْ مَعَهُمْ حَتَّى يَخُوضُواْ فِي حَدِيثٍ غَيْرِهِ إِنَّكُمْ إِذًا مِّثْلُهُمْ
„Er hat euch in dieser göttlichen Schrift geboten, dass immer, wenn ihr Leute die Wahrheit von Gottes Botschaften leugnen und über sie spotten hört, ihr ihre Gesellschaft meiden sollt, bis sie von anderen Dingen zu reden beginnen – sonst werdet ihr wahrlich wie sie werden!“
(4:140)
All diese Koranverse und die Haltungen des Propheten zeigen, dass Gott und Sein Gesandter gegen jegliche Art von Aggression und Gewalt sind, wenn andere sich über unsere religiösen Symbole lustig machen. Diejenigen, die Gewalt ausüben und solche, die Sympathie mit den Gewalttätern zeigen, aber auch solche, die dazu schweigen, sind es, die tatsächlich dem Islam mehr schaden. Sie tragen gerade nicht dazu bei, sondern sie verhindern es direkt oder indirekt, unseren barmherzigen Propheten richtig darzustellen. Solange solche Menschen vorgeben, im Namen des Islam zu handeln, solange werden wahre Musliminnen und Muslime sich darüber empören und ihren Widerspruch gegen die, die den Islam von innen heraus beschädigen, laut und deutlich öffentlich kundtun. Denn tun sie es nicht – dann beleidigen sie selbst, stillschweigend, den Propheten.
Was also tun?
1. Die Liebe zu Gott und Seinem Gesandten soll allein durch mehr Demut, Barmherzigkeit, Geduld und Wohltaten in unseren Herzen und in unserem Handeln ausgedrückt werden! Je mehr wir Liebe und Sanftmütigkeit demonstrieren, desto mehr handeln wir im Sinne des Propheten. Jeder von uns soll ein „lebender Muhammed“ sein, der, in seinem Tun und Handeln Spuren der Barmherzigkeit auf der Erde zurücklässt. 2. Nicht müde werden, die Werte der Meinungsfreiheit zu betonen, und dass wir Gewalt ohne Wenn und Aber verurteilen. Zugleich klarstellen: Ja zu Humor, Scherz und Kunst, aber die Beleidigung von heiligen Symbolen kann nicht akzeptiert werden, und zwar egal um welche Religion es sich handelt. 3. In der Geschichte waren Religion und Kunst immer Geschwister, allerdings haben sich beide, angestiftet von Muhammed-Karikaturen, so entfremdet, dass beide daran leiden. Was nötig ist, ist Kunst und Religion wieder zu versöhnen. Hier sind die in Europa lebenden muslimischen Künstler aufgefordert, ihre Kunst auf die Bühne zu bringen und die Schönheit der Kunst zu demonstrieren. In der Zeit des Propheten Muhammed waren es ausgerechnet nichtmuslimische Künstler, bzw. Poeten, die den Propheten verspotteten. Der Wegbegleiter des Propheten und der erste muslimische Poet Hassan Ibn Thabit spielte eine entscheidende Rolle, wenn es darum ging, die humanen Eigenschaften des Propheten Muhammed innerhalb der Kunstwelt zu präsentieren. Analog zu Hassan Ibn Thabit sollen die muslimischen Poeten, Dichter, Maler, Musiker, kurzum Künstler das gnadenvolle Gesicht des Propheten in Kunstsprache übertragen. 4. Die Imame und Theologen, aber auch andere Muslime, sind aufgefordert, in den jeweiligen Sprachen der Länder, in Deutschland auf Deutsch, in Frankreich auf Französisch, Texte und Bücher zu verfassen, oder Videobotschaften zu senden, in denen wir die Barmherzigkeit des Propheten Muhammed wiedergeben und präsentieren. Er wurde als „Barmherzigkeit und Gnade für alle Welten“, also für alle Völker entsendet, wie der Koran sagt (21:107). Viele Muslime haben ihn allerdings nur für sich beansprucht und ihn in das Getto ihrer eigenen Kreise eingesperrt! 5. Mit dem Karikaturen-Streit haben die Karikaturisten geschafft, was wir nicht geschafft haben, nämlich den Prophet Muhammed auf die Weltszene zu bringen. Jetzt sind wir herausgefordert und aufgefordert, den Propheten in bester Art und Weise auf der Weltbühne zu präsentieren. Er muss raus aus unseren muslimischen Häusern und Moscheen in die Öffentlichkeit, er muss da sein, wo die Menschen sind, in Bibliotheken, Schulen, Universitäten, Parlamenten, Medien, Museen, Theatern… Sind wir bereit entsprechende positive und qualitative Angebote zu liefern? Wenn nicht, dann warum jammern?! Wenn ja, dann ab heute! Heute ist sein Geburtstag, Friede sei auf Ihn und auf die friedliebenden Menschen! Erschienen auf Islamische Gemeinde Penzberg