USA
Biden wird Erdogan „irgendwann“ anrufen

Washington – Der US-Präsident habe „viele Amtskollegen“, die er anrufen müsse, und das werde er in den kommenden Wochen und Monaten vornehmen“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses. US-Präsident Joe Biden wird mit seinem Amtskollegen aus der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, „irgendwann“ in der Zukunft ein Telefongespräch führen, so Jen Psaki auf einer Pressekonferenz. „Sicherlich hat der Präsident viele Staatsoberhäupter der Welt, die er noch anrufen muss, und er wird das in den kommenden Wochen und Monaten tun“, sagte Psaki auf eine entsprechende Frage. Erdoğan gratulierte Biden zu seinem Wahlsieg am 10. November, vier Tage nachdem das Rennen für ihn entschieden war, aber die beiden Staatschefs haben noch kein Telefongespräch geführt. In einem Interview vor seiner Ernennung zum US-Präsidenten mit der New York Times, nannte Biden Erdoğan einen „Autokraten“ und sagte, dafür müsse er „einen Preis zahlen“. Als Antwort sagte Erdoğan, „wir pflegten eine Freundschaft, wir hatten gute Gespräche und tranken gemeinsam Tee. Wie können Sie einen solchen Ausdruck verwenden?“ Biden hat in den ersten anderthalb Monaten seiner Amtszeit bereits mit mehreren Staats- und Regierungschefs aus aller Welt gesprochen, unter anderem mit denen aus Kanada, Mexiko, Japan, Deutschland, China, Russland, Großbritannien und Frankreich. Donald Trump, Bidens Vorgänger, hatte innerhalb von 24 Stunden nach seiner Wahl 2016 ein Telefonat mit Erdoğan. Die Beziehungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten sind wegen einer Vielzahl von Themen angespannt. Im Dezember sanktionierten die Vereinigten Staaten die Türkei für den Kauf russischer S-400-Verteidigungssysteme, während Ankara durch die US-Unterstützung für die kurdische YPG-Miliz in Syrien, die es als terroristische Organisation betrachtet, verärgert ist.

Erdogan möchte Beziehungen mit den USA stärken

Im vergangenen Februar äußerte der türkische Staatschef den Wunsch zur Verbesserung der Beziehungen.

Die gemeinsamen Interessen der Türkei und der Vereinigten Staaten überwiegen ihre Differenzen und Ankara will eine verbesserte Zusammenarbeit mit Washington, sagte Erdoğan in einem versöhnlichen Ton.

„Wir glauben, dass unsere gemeinsamen Interessen mit den Vereinigten Staaten unsere Meinungsunterschiede bei weitem überwiegen“, sagte Erdogan in einer Videokonferenz und fügte hinzu, dass Ankara die Zusammenarbeit durch „eine langfristige Perspektive auf einer Win-Win-Basis“ stärken wolle. „Die Türkei wird weiterhin ihren Teil in einer Weise tun, die der verbündeten und strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern würdig ist“, sagte er und fügte hinzu, dass die türkisch-amerikanischen Beziehungen in letzter Zeit „ernsthaft auf die Probe gestellt“ worden seien, berichtet Reuters. 

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan möchte die angespannte Beziehung zu Frankreich auflockern und telefonierte zum 100. Jahrestag des Ankara-Abkommens mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron.

Erdogan: Türkei und Frankreich gemeinsam gegen Terrorismus

Weltfrauentag
Erdogan: Gewalt gegen Frauen ist Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte in einer Mitteilung zum Weltfrauentag Gewalt gegen Frauen aufs Schärfste und bezeichnete diese als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. „Ich verurteile noch einmal aufs Schärfste alle Formen von physischer und psychischer Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen, die ich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachte. Wir werden entschlossen und sensibel unseren Kampf fortsetzen, um ein Umfeld zu schaffen, in dem unsere Frauen nicht der Gewalt ausgesetzt sind“, so der türkische Staatschef. „Ich gratuliere allen unseren Frauen, die mit ihrer Liebe, ihren Bemühungen und ihrer Selbstaufopferung die Hoffnung der Menschheit sind, zum 8. März, dem Internationalen Frauentag“, sagte Erdogan weiter. In seiner Botschaft unterstrich Erdogan die große Bedeutung der Frauen in allen Bereichen von der Bildung bis zur Kunst, von der Wirtschaft bis zur Politik. Sie seien die tragenden Säulen der Familien- und Gesellschaftsstruktur. „Wir, als ganze Nation, werden Schulter an Schulter mit Frauen und Männern gehen, um unser Land auf ein fortschrittlicheres und entwickeltes Niveau zu bringen und unsere Ziele zu erreichen. Ich bin stolz auf alle unsere Frauen, die im Laufe der Geschichte in allen Lebensbereichen an vorderster Front standen und auch heute mit ihren Kämpfen und Erfolgen als Vorbild dienen. Zahlreiche Rechts- und Verwaltungsreformen sowie sehr fortschrittliche Vorschriften wurden eingeführt, um die Probleme zu lösen, mit denen unsere Frauen im häuslichen, geschäftlichen und gesellschaftlichen Leben konfrontiert sind, wobei Diskriminierung, Rechtsmissbrauch und Gewalt an erster Stelle stehen“, sagte der türkische Staatschef. Erdogan: „Aus diesem Anlass gratuliere ich noch einmal zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, und übermittle meine Grüße und meinen Respekt an unsere Mütter, Ehefrauen, Töchter, Schwestern und alle Frauen in unserem Land und auf der ganzen Welt.“

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TV-Tipp
Warnung vor zunehmender Betrugsmasche auf ebay

Mehrere hundert Anzeigen im Monat gegen ebay-Betrüger*innen werden derzeit allein bei der Polizei Berlin registriert. Täter*innen bieten unter falschen Namen attraktive Waren über ebay-Kleinanzeigen zu einem günstigen Preis an. Kommt es zum Kauf, bestehen sie auf eine Überweisung des Geldes auf ein Konto mit einer echten IBAN-Nummer. Der Name des Kontoinhaber ist jedoch eine Erfindung oder es wird eine gestohlene Identität missbraucht. Das Geld wird schnell abgehoben und das Konto zeitnah gekündigt. Die Ware wird nicht versendet. Das Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ berichtet von derartigen Betrugsfällen, bei denen die Opfer Geld auf Konten bei der Bank N26 überweisen. Die erklärte, sie hafte nicht, denn: „…Banken müssen (…) nicht überprüfen, ob das Konto dem genannten Überweisungsempfänger zusteht.“ Geprüft werde erst bei Beträgen ab 1000 Euro. Allein im vergangenen Jahr registrierte das Landeskriminalamt Berlin 6740 Fälle von sogenanntem Waren-Bestell-Betrug, bestätigte Hubert Schuster vom LKA Berlin gegenüber dem rbb Fernsehen. „Generell ist die Gefahr am höchsten bei Banken, die Video- oder Foto-Identifikation nutzen, das heißt, wo der Täter nicht noch … in die Filiale gehen muss, den Ausweis zeigen muss, gesehen wird. … Das betrifft eine Vielzahl von Geldinstituten.“ Ulrich Schulte am Hülse, Fachanwalt für Bankrecht, kritisiert, dass Betrüger*innen hier die mangelnde Sorgfalt der Banken gezielt ausnutzen können. „Heute macht sich keiner mehr die Finger schmutzig für einen Banküberfall, sondern man macht sich die Finger an der Tastatur schmutzig, um dort Kriminalität zu begehen.“ Der Fachanwalt für Bankrecht fordert, dass die Geldinstitute bei Überweisungen prüfen, ob die Namen des angeführten Kontoinhabers mit den hinterlegten tatsächlichen Namen des Kontoinhabers identisch seien, das würde Missbrauch verhindern. Die Verkaufsplattform ebay, die jährlich 43 Millionen Inserate ermöglicht, könne nach eigenen Angaben wenig gegen Fakeanbieter*innen ausrichten. So erklärt Pressesprecher Pierre Du Bois gegenüber dem rbb: „Häufig sind es nur wenige Minuten bis Stunden, in denen solche Anzeigen online sind. … Diese Zeitspanne reicht, um mehrere Interessenten zu erhaschen.“ Verbraucherschützer*innen raten deshalb: Vorsicht bei besonders günstigen Angeboten und vor Händler*innen und Interessent*innen mit Sitz im Ausland. Beim Bezahlen rät die Polizei, Zahlungsdienstleister mit Käuferschutz wie Paypal oder das Lastschriftverfahren zu nutzen. Nur bei diesen habe man eine Möglichkeit, das Geld zurückzuholen. Weitere Informationen dazu im rbb-Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ am 08. März 2021, 20:15 Uhr rbb-Fernsehen.

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Das bedeutendste Denkmal der viel beschworenen und noch mehr strapazierten deutsch-osmanischen Freundschaft befindet sich bis heute gut sichtbar in Istanbul – auf dem repräsentativen Platz zwischen der Hagia Sophia und der Moschee Sultan Ahmeds.

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Uni Bochum
Studie: Betroffene von Polizeigewalt erstatten nur selten Anzeige

Bochum – Nur neun Prozent der Betroffenen bringen einer Befragung zufolge die Tat zur Anzeige, so die Wissenschaftlerin und Juristin Laila Abdul-Rahman gegenüber Deutschlandfunk Nova. Geringe Erfolgsaussichten, eine komplizierte Beweislage und das häufige Fehlen von Zeugen, seien Gründe dafür, dass nur wenige diesen Schritt gehen. Andere gaben laut Abdul-Rahman an, dass sie aus Angst auf eine Anzeige verzichtet hätten. Sie wollten sich nicht an die Institution wenden, mit der sie gewaltsame Erfahrungen gemacht hätten, berichtet Dlf Nova weiter. Bei dem Forschungsprojekt handele es sich zwar nicht um eine Racial-Profiling-Studie, einen Zusammenhang zwischen Diskriminierung und Polizeigewalt könne sie aber dennoch bestätigen, so Abdul-Rahman. Ohne dass sie den Polizeibeamten unbedingt bewusst sein müssten, wirkten bestimmte Mechanismen und Stereotypen ins Einsatzhandeln hinein. Wie Dlf Nova weiter berichtet, wollen die Forschenden mit der Studie „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ belastbare Daten zu Viktimisierungsrisiken, Aufarbeitung, Dunkelfeld und Anzeigeverhalten in diesem Bereich hervorbringen. Dazu sei eine quantitative Befragung, wer in welchen Zusammenhängen Polizeigewalt erlebt hat, durchgeführt worden. Vertreter von Polizei und Opferberatungsstellen seien ebenso interviewt worden. Die Polizeigewerkschaft kritisierte die Studie „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ als „nicht repräsentativ“. Sabrina Kunz, Landesvorsitzende Gewerkschaft der Polizei (GdP) Rheinland-Pfalz: „Von Anfang an konnte der Eindruck gewonnen werden, dass bei dieser Thematik allein die Schlagzeile zählt! Selbst Prof. Dr. Singelnstein bewertet seine Studie als nicht repräsentativ. Zudem seien die Befunde „nicht ohne Weiteres verallgemeinerungsfähig“ und es handele sich um „Verdachtsfälle“ und „subjektive Einschätzungen Betroffener“. Dennoch versucht er weiterhin in der Medienlandschaft mit seinen Thesen stattzufinden. Daher freuen wir uns, dass nunmehr erste Wissenschaftler:innen die Thesen in Aufsätzen kommentieren, widerlegen und die fragwürdige Methodik analysieren. Der GdP als Vertretung der Beschäftigten wurde für ihre Kritik im letzten Jahr eine Abwehr- und Reflexhaltung unterstellt. Fest steht: wir brauchen mehr, auch eigene, Forschung, um solchen voreingenommenen Forschungsarbeiten empirisch belegbar den Nährboden zu entziehen.“

Menschenrechtsverletzungen in China
Türkei: IYI Parti will Chinas Verbrechen gegen Uiguren als Völkermord einstufen

Ankara – Nach den USA, Kanada und den Niederlanden, will auch die türkische oppositionelle IYI Partei die von China begangenen Gräueltaten an der uigurischen Bevölkerung als Völkermord einstufen, sagte die Vorsitzende Meral Akşener am Sonntag. Hierzu werde die IYI Partei dem Parlament eine Resolution vorlegen. „Ich fordere meine stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden auf, einen Termin beim Parlamentspräsidenten [Mustafa Şentop] zu bekommen und das türkische Parlament aufzufordern, die Gräueltaten an den Uiguren als Völkermord anzuerkennen“, zitiert die englischsprachige Daily Sabah die Partei-Chefin. Wie die IYI Partei bekannt gab, sei der Antrag nun am Mittwoch eingereicht worden. In diesem sei das Parlament aufgefordert worden, einen gemeinsamen Beschluss bezüglich „Chinas Völkermord“ zu fassen und diesen der internationalen Gemeinschaft mitzuteilen. „Es ist inakzeptabel, dass unser Parlament schweigt, wenn ein Land nach dem anderen offiziell auf die Leiden unserer Verwandten und Mitmuslime in Ostturkestan reagiert. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unserem Volk, der Geschichte und den Türken und Muslimen in Ostturkestan“, heißt es in dem Antrag.
(Screenshot/Twitter)
Auch Australien will prüfen, ob die Menschenrechtsverletzungen in der nordwestchinesischen autonomen Region Xinjiang der Uiguren (XUAR) als Völkermord bezeichnet werden sollen. Der unabhängige südaustralische Senator Rex Patrick habe hierzu einen Antrag zur Prüfung eingereicht, so ein Bericht des Guardian Australia. Der Antrag fordere China außerdem auf, „Folter und Misshandlungen in Haftanstalten sofort zu beenden; sein System von Masseninternierungslagern, Hausarrest und Zwangsarbeit abzuschaffen; alle Zwangsmaßnahmen zur Bevölkerungskontrolle einzustellen; und die Verfolgung der Uiguren und anderer religiöser und ethnischer Minderheiten in Xinjiang und anderswo in China zu beenden.“ Im Februar hatten auch belgische Parlamentsabgeordnete eine Resolution eingereicht, in der sie ihre Regierung auffordern, die Missstände in der nordwestchinesischen autonomen Region Xinjiang als Völkermord zu bezeichnen. „Wir können nicht weiterhin ‚business as usual‘ mit China machen, während sich die Beweise häufen, die die schrecklichsten staatlich verübten Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren und andere Gruppen in der Region Xinjiang dokumentieren“, so der Parlamentsabgeordnete Samuel Cogolati gegenüber Radio Free Asia. Cogolati ist auch Co-Vorsitzender der Inter-Parliamentary Alliance on China (IPAC). Die Inter-Parliamentary Alliance on China (IPAC) ist eine internationale, parteiübergreifende Allianz von Parlamentariern aus demokratischen Ländern, die sich auf die Beziehungen zur Volksrepublik China (VRC) und insbesondere zur Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) konzentriert. Sie wurde am 4. Juni 2020, dem Jahrestag der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989, gegründet. Chinas Verfolgung der uigurischen Minderheit in Xinjiang ist in den letzten Jahren eskaliert und kommt nach Ansicht von Experten einem kulturellen Völkermord gleich. Man geht davon aus, dass mehr als eine Million Menschen in Internierungslagern festgehalten werden, und es gibt immer mehr Beweise für Umerziehungsprogramme, Einschränkungen religiöser und kultureller Überzeugungen, Zwangsarbeitsprogramme, Massenüberwachung und Zwangssterilisation von Frauen. Auch Zwangsarbeit gehört zu den Vorwürfen. Trotzdem lassen Konzerne dort produzieren.

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– Menschenrechte – Zwangsarbeit: Großbritannien will China-Importe aus Uiguren-Lagern verbieten

Großbritannien will den Import von Waren verbieten, die im Verdacht stehen, in der chinesischen Provinz Xinjiang durch Zwangsarbeit hergestellt worden zu sein.

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Euro-atlantische Sicherheit
Erdogan dankt NATO-Chef Jens Stoltenberg

Ankara – Während einige EU-Politiker, wie SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich oder CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt, die NATO-Mitgliedschaft der Türkei immer wieder infrage stellen, hat der Chef des Verteidigungsbündnisses, Jens Stoltenberg, erneut die besondere Bedeutung des Landes betont. Die europäischen Grenzen werden von Nicht-EU-Ländern verteidigt, den USA, Kanada und Großbritannien im Norden und der Türkei im Süden, so der NATO-Generalsekretär gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) nach einer Gastrede im Europakolleg in Belgien. Das Nicht-EU-Mitglied Türkei liegt an den Grenzen zu Syrien und dem Irak, so Stoltenberg, und fügte hinzu, dass die Türkei im Kampf gegen den IS und den internationalen Terrorismus „extrem wichtig“ sei, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. „Die EU kann Europa nicht verteidigen“. sagte der NATO-Chef. Erdogan dankt Stoltenberg Der türkische Präsident dankte am Samstag dem NATO-Chef für „seine objektiven Einschätzungen zu euro-atlantischen Sicherheits- und Verteidigungsfragen“. „Die Türkei wird als NATO-Verbündeter weiterhin alle ihre Aufgaben erfüllen und dem globalen Frieden und der Sicherheit dienen“, schrieb der türkische Staatschef auf Twitter.

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NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg wies darauf hin, dass die Türkei bei der Sicherheit Europas eine Schlüsselrolle innehabe.

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Deutsch-osmanische Freundschaft
Vor 120 Jahren wurde der Deutsche Brunnen in Istanbul eingeweiht

Ein Gastbeitrag von Thomas Weiberg – Historiker Das bedeutendste Denkmal der viel beschworenen und noch mehr strapazierten deutsch-osmanischen Freundschaft befindet sich bis heute gut sichtbar in Istanbul – auf dem repräsentativen Platz zwischen der Hagia Sophia und der Moschee Sultan Ahmeds (1590-1617). Es ist der Brunnen, den Wilhelm II. anlässlich seines Besuches 1898 stiftete. Offenbar hatte der Monarch schon im Oktober 1898 während seines durch die Herzlichkeit Abdül Hamids II. sowie den Enthusiasmus der Bevölkerung geprägten zweiten Aufenthaltes in Konstantinopel beschlossen, aufgrund dieser freundlichen Atmosphäre dem Sultan, der Stadt sowie der Bevölkerung ein Geschenk von bleibendem Wert zu machen. Oberhofmeister Freiherr von Mirbach wusste in erhebenden Worten darüber zu berichten:
»… so beschloss Seine Majestät, sich einer allgemeinen Not der Armen, die in diesem trockenen, heißen Jahre besonders hervorgetreten war, des Mangels an gutem Trinkwasser, anzunehmen und in der Stadt einen öffentlichen, immerfließenden Brunnen in romanisch-byzantinischem Stile errichten zu lassen. Am 22. Oktober früh zeichnete der Kaiser selbst auf der Dampferfahrt nach Therapia den Entwurf, ließ ihn von Professor Knackfuß etwas ausführen und überreichte die Skizze vor seiner Abfahrt dem Sultan.«
Die Planungen für die Errichtung des Brunnens begannen im März 1899. Der Kirchenbaumeister Max Spitta (1842-1902) wurde mit der Ausführung des endgültigen Entwurfes beauftragt. Die dekorativen Mosaiken entwarf der Oldenburger Maler August Oetken (1868-1951), deren Fertigung lag in den Händen der Berliner Firma Puhl & Wagner, die auch an der künstlerischen Ausgestaltung der im Bau befindlichen Jerusalemer Erlöserkirche beteiligt war. Die osmanischen Inschriften für das Kuppelmosaik verfasste der Dichter Ahmed Muhtar Efendi (1848-1910) und betonte in ihnen die Bedeutung des Wassers und dessen Hervorhebung im Koran; während Mehmed İzzet Efendi (1841-1903) – einer der bedeutenden Lehrer für Kalligraphie in Konstantinopel, damals am Galatasaray Lisesi tätig – die kunstvolle Kalligraphie ausführte. In der Kuppel sind auf Goldgrund neben diesen Versen viermal das Monogramm Kaiser Wilhelms II. sowie viermal die Tuğra Sultan Abdül Hamids II. als unmittelbare Hinweise auf den Stifter und den Herrscher über das Osmanische Reich in Mosaik ausgeführt. In Berlin legte Kaiser Wilhelm II. die Einzelheiten des Baues fest, bestimmte die Inschrift der bronzenen Weihetafel und die weiteren Einzelheiten der Ausschmückung, während der Sultan indes über den Bauplatz entscheiden sollte. Abdül Hamid II. favorisierte offenbar zunächst einen Platz im damals eher entlegenen, bis heute aber sehr europäisch geprägten Nişantaşı mit eleganten Wohnquartieren im Jugendstil, die einen Vergleich mit Brüssel oder Wien nicht zu scheuen brauchen. Die Wahl fiel jedoch schließlich nach Einwänden sowohl des deutschen Botschafters als auch des Großwesirs auf den zentralen Platz zwischen der Hagia Sophia und der Sultan Ahmed-Moschee in der Altstadt. Die zum Bau benötigten Materialien, hauptsächlich weißer Marmor für das Brunnenhaus und dunkelgrüner Granit für die acht Säulen, wurden allesamt aus Deutschland per Schiff nach Konstantinopel transportiert. Außenminister Tewfik Pascha wurde bei einem Besuch in Berlin im Januar 1900 durch den Kaiser selbst über den Stand der Planungen unterrichtet und berichtete darüber ausführlich an den Hof des Großherrn. Am 31. August 1900, dem offiziell zum 25. Jahrestag der Thronbesteigung Abdül Hamids II. erklärten Datum, sollte der Brunnen dem Sultan zur Freude und vor allem der ärmeren Bevölkerung zum Nutzen eingeweiht werden. Der vorgesehene Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden, und so wurde schließlich der 27. Januar 1901, der 42. Geburtstag des deutschen Kaisers, als Tag der festlichen Einweihung festgelegt. Am 11. Januar ging der Brunnen der Vollendung entgegen, die Stadtverwaltung wurde darüber informiert, dass »der Kanaldeckel, welcher für die Öffnung [bestimmt ist], die zu dem Wasserfluss des Brunnens führen würde, noch nicht aus Berlin eingetroffen sei…«.
Die Einweihung des von Kaiser Wilhelm II. entworfenen Brunnens in Constantinopel / Istanbul am 27. Januar 1901 (Geburtstag des Kaisers). Der deutsche Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein steht etwas links von der Mitte und ist an dem Ordenband über der Brust gut zu erkennen. Neben ihm steht rechts Tewfik Pascha, einer der bedeutenden osmanischen Politiker dieser Zeit. (Foto: Screenshot/Thomas Weiberg)
Wilhelm II. entsandte eine fünfköpfige Delegation zur Teilnahme an der Feier, die in verschiedenen Photographien festgehalten wurde. Von osmanischer Seite waren neben dem Außenminister, der osmanische Botschafter am Berliner Hof Tewfik Pascha, der Innenminister, der Minister für die religiösen Stiftungen, der greise Stadtpräfekt Konstantinopels und zahlreiche Militärs erschienen. Sultan Abdül Hamid II. übersandte dem deutschen Kaiser aus Anlass der Brunnenweihe ein ganz besonders sinniges Geschenk: Das erste Wasser, dass aus einem der Hähne floss, ließ der Padischah in eine reichdekorierte silberne Kanne mit entsprechender Widmungsinschrift füllen, ihren Deckel versiegeln und sie dann nach Berlin senden. Eine ebensolche Kanne mit diesem Wasser behielt der Sultan selbst; sie wird heute in der Schatzkammer des Topkapı-Palastes aufbewahrt. Der damals in Jerusalem tätige und mit dem Sultan persönlich bekannte Pastor Ludwig Schneller (1858-1953) schrieb 1912 in sehr pathetischen Worten über das »prächtige« Monument eines christlichen Kaisers in der Stadt des Kalifen: »Die Errichtung eines Brunnens, aus welchem das segenspendende Wasser allem Volke zum Heile hervorströmt, gilt ja seit alter Zeit dem Morgenländer als Vorrecht weiser Herrscher, die als Volkswohltäter und Friedensfürsten im Andenken der dankbaren Nachwelt fortleben sollen.« Schneller hatte betreffs der großen Bedeutung solcher Wasserspender recht, und womöglich war auch Kaiser Wilhelm II. die Bedeutung des arabisch-türkischen Wortes ›Sebil‹, das einen solchen Brunnen bezeichnet, bekannt – es heißt ›der Weg‹ und meint den Weg in das Paradies, der sich für den Stifter eines Brunnens deshalb öffnen soll. Abgesehen von diesen religiösen Aspekten symbolisiert der noch immer funktionierende, inzwischen mehrfach sorgsam restaurierte und liebevoll gepflegte Brunnen Wilhelms II. in Istanbul nicht nur die persönliche Verbundenheit zweier Monarchen an der Schwelle des zwanzigsten Jahrhunderts, sondern er ist auch heute noch, einhundertzwanzig Jahre nach seiner Einweihung, ein Zeichen der intensiven Verbindung zwischen beiden Staaten und Völkern, die nach dem Willen beider damaligen Herrscher weit in die Zukunft wirken sollte.

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Corona-Pandemie
Sozialverbände: Ein kostenloser Corona-Schnelltest pro Person und Woche ist nicht genug

Osnabrück – Der Sozialverband VdK Deutschland warnt vor einer vertieften sozialen Spaltung der Gesellschaft und fordert mehr kostenlose Corona-Schnelltests. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Ein kostenfreier Test pro Person und Woche ist nicht genug, besonders wenn der Besuch von Veranstaltungen von einem negativen Testergebnis abhängig gemacht wird.“ Bentele verwies auf die ohnehin schon schwierige Lage von Grundsicherungsempfängern und kritisierte: „Zu den Kosten für Masken oder Desinfektionsmittel kommen jetzt noch die Kosten für die Tests obendrauf. Das spaltet die Gesellschaft weiter: in die, die sich jeden Tag einen Test leisten können, und die, die sich zukünftig fragen müssen, ob sie die Großeltern besuchen oder mit den Kindern in den Zoo gehen.“ Gesellschaftliche Teilhabe dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen. Die VdK-Präsidentin forderte, dass der Bund während der Corona-Pandemie den monatlichen Grundsicherungsbetrag um 100 Euro aufstockt. Hintergrund: Bisher ist nur vorgesehen, zusätzliche Kosten über einen einmaligen Corona-Zuschlag von 150 Euro abzudecken. Auch Werner Hesse, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, forderte Zusatzzahlungen von monatlich 100 Euro für die Zeit der Pandemie. Er sagte der NOZ, Menschen in der Grundsicherung seien sowieso verstärkt ausgegrenzt. „Wenn sie sich nicht regelmäßig testen lassen können oder sich FFP2-Masken nicht leisten können, werden wohl viele noch stärker daheim bleiben müssen und können noch weniger am sozialen Leben teilnehmen, als es jetzt schon der Fall ist.“ Die Corona-Spaltung in der Gesellschaft werde sich sicherlich noch weiter vertiefen, betonte Hesse. Er sprach sich zudem dafür aus, die Regelsätze in der Grundsicherung „zügig auf mindestens 600 Euro zu erhöhen“.

Weltfrauentag
Auswärtiges Amt: Deutsche Botschaften zumeist noch unter männlicher Leitung

Osnabrück – Noch immer wird nur jede fünfte deutsche Botschaft im Ausland von einer Frau geführt. Das geht aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ anlässlich des Internationalen Weltfrauentages am 8. März hervor. „20 Prozent unserer Auslandsvertretungen werden von Frauen geleitet, darunter so wichtige Botschaften wie Washington, Tel Aviv und Tokyo oder auch Havanna, Nairobi und Kiew. Nach dem nächsten Versetzungstermin in diesem Sommer sollen es 25 Prozent sein“, heißt es in der Rückmeldung aus dem Hause von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im höheren Auswärtigen Dienst steigt der Auskunft zufolge kontinuierlich an und liege aktuell bei 24,5 Prozent; der Frauenanteil im Auswärtigen Dienst insgesamt liegt demnach bei rund 50 Prozent. Gegenüber der „NOZ“ erklärte das Auswärtige Amt weiter: „Bei den Einstellungen haben wir in den letzten zehn Jahren annähernd Geschlechterparität erreichen können. Wir haben eine Staatssekretärin, erstmals eine Chefinspekteurin und eine Sprecherin. Auch bei den Abteilungsleiterinnen und -leitern sowie deren Stellvertreterinnen und -vertretern im Inland ist der Frauenanteil innerhalb der letzten drei Jahre von 27 Prozent auf 43 Prozent gestiegen.“ „Um eine flächendeckende Parität über alle Laufbahnen zu erreichen, ergreifen wir weitere Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit dieses besonders herausfordernden Berufs – der eine regelmäßige Auslandsrotation einschließt – und Privatem“, so die Auskunft aus dem Auswärtigen Amt. Dazu zähle der Ausbau flexibler Arbeitszeitmodelle und bessere Möglichkeiten der Arbeit im Homeoffice. Die Botschaft im slowenischen Ljubljana und das Generalkonsulat im kanadischen Montreal würden inzwischen von „Amtsehepaaren“ in Job-Sharing geleitet.

Beratungsstellen
Häusliche Gewalt: Was Betroffene und Zeugen tun können

Es sind erschreckende Fakten: Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben durch ihren aktuellen oder früheren Partner genötigt, bedroht, vergewaltigt oder gestalkt – und das über alle Gesellschaftsschichten hinweg. Durchschnittlich jeden dritten Tag tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Wie Betroffene und Zeugen häuslicher Gewalt reagieren sollten, erklärt das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Wer Gewalt im Umfeld vermutet, sollte tätig werden Ob Lockdown und Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie zu mehr Gewalttaten im häuslichen Umfeld geführt haben, lässt sich bisher zwar nicht verlässlich mit Zahlen belegen. Aus Sicht des Vereins Weißer Ring, der Opfern von Kriminalität und Gewalt hilft, ist das aber noch kein Anlass zur Entwarnung: Opfer würden sich oft erst spät melden und Gewalttaten sich deshalb nicht sofort in den Zahlen niederschlagen. Wer in seinem Umfeld Gewalt vermutet, sollte tätig werden. „Sprechen Sie die Person darauf an, ob und welche Hilfe sie braucht“, empfiehlt Zara Jakob Pfeiffer von der Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt München, aber: „Seien Sie nicht beleidigt, wenn sie zunächst ablehnt“. Gründe für die Ablehnung können Scham, das Gefühl der Mitschuld oder Angst vor einer Trennung sein. Später könne das Angebot eine wichtige Hilfe bedeuten. Zuhören und freundliche Worte helfen den Betroffenen oft mehr, als den mutmaßlichen Täter selbst zur Rede zu stellen“, so Pfeiffer. Aber: Wird man Zeuge eindeutiger Gewalt, sollte man umgehend die Polizei, bei Bedarf auch den Rettungsdienst rufen. Wichtige Anlauf- und Beratungsstellen für Betroffene Für Opfer, aber auch für Täter gibt es eine Reihe von Anlaufstellen, die Beratung und Hilfe bieten. So steht das kostenlose Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000 – 116016 rund um die Uhr bereit (www.hilfetelefon.de – in 17 Sprachen, auch anonym). Den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe „Frauen gegen Gewalt e.V.“ erreichen Betroffene unter www.frauen-gegen-gewalt.de, das Hilfeportal Sexueller Missbrauch unter www.hilfeportal-missbrauch.de, ebenfalls kostenfrei und anonym. Täter und potenzielle Täter bekommen unter www.bundesforum-maenner.de ein „Survival-Kit für Männer unter Druck“, und die Beratung www.man-o-mann.de kümmert sich um Männer, die Gewalt ausüben und sich helfen lassen wollen oder selbst familiäre Gewalt erleiden. Weitere Hinweise zum richtigen Verhalten bei häuslicher Gewalt sowie Infos zu Beratungsstellen für Betroffene finden Sie in der aktuellen Ausgabe der „Apotheken Umschau“.

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Internationale Studien gehen davon aus, dass beide Geschlechter in partnerschaftlichen Auseinandersetzungen 50 Prozent der Taten ausüben.

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