Es sind
erschreckende Fakten: Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben durch ihren aktuellen oder früheren Partner
genötigt, bedroht, vergewaltigt oder gestalkt – und das über alle Gesellschaftsschichten hinweg. Durchschnittlich jeden dritten Tag
tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Wie Betroffene und Zeugen häuslicher Gewalt reagieren sollten, erklärt das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.
Wer Gewalt im Umfeld vermutet, sollte tätig werden
Ob Lockdown und Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie zu
mehr Gewalttaten im häuslichen Umfeld geführt haben, lässt sich bisher zwar nicht verlässlich mit Zahlen belegen. Aus Sicht des Vereins
Weißer Ring, der Opfern von Kriminalität und Gewalt hilft, ist das aber noch
kein Anlass zur Entwarnung: Opfer würden sich oft erst spät melden und Gewalttaten sich deshalb nicht sofort in den Zahlen niederschlagen.
Wer in seinem Umfeld Gewalt vermutet, sollte tätig werden.
„Sprechen Sie die Person darauf an, ob und welche Hilfe sie braucht“, empfiehlt Zara Jakob Pfeiffer von der
Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt München, aber:
„Seien Sie nicht beleidigt, wenn sie zunächst ablehnt“. Gründe für die Ablehnung können
Scham, das Gefühl der Mitschuld oder
Angst vor einer Trennung sein. Später könne das Angebot eine wichtige Hilfe bedeuten.
„Zuhören und freundliche Worte helfen den Betroffenen oft mehr, als den mutmaßlichen Täter selbst zur Rede zu stellen“, so Pfeiffer. Aber: Wird man
Zeuge eindeutiger Gewalt, sollte man umgehend die
Polizei, bei Bedarf auch den Rettungsdienst rufen.
Wichtige Anlauf- und Beratungsstellen für Betroffene
Für Opfer, aber auch für Täter gibt es eine Reihe von Anlaufstellen, die Beratung und Hilfe bieten. So steht das kostenlose
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000 – 116016 rund um die Uhr bereit (
www.hilfetelefon.de – in 17 Sprachen, auch anonym).
Den
Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe „Frauen gegen Gewalt e.V.“ erreichen Betroffene unter
www.frauen-gegen-gewalt.de, das
Hilfeportal Sexueller Missbrauch unter
www.hilfeportal-missbrauch.de, ebenfalls kostenfrei und anonym.
Täter und potenzielle Täter bekommen unter
www.bundesforum-maenner.de ein
„Survival-Kit für Männer unter Druck“, und die Beratung
www.man-o-mann.de kümmert sich um
Männer, die Gewalt ausüben und sich helfen lassen wollen oder selbst familiäre Gewalt erleiden. Weitere Hinweise zum richtigen Verhalten bei häuslicher Gewalt sowie
Infos zu Beratungsstellen für Betroffene finden Sie in der aktuellen Ausgabe der „Apotheken Umschau“.
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