Minusrekord
Alkoholkonsum in Corona-Krise: Größter Rückgang seit 1993

Geschlossene Restaurants und Bars, abgesagte Veranstaltungen, eingeschränkter Grenzverkehr: Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben zu einem Rückgang des Alkoholverbrauchs pro Einwohnerin und Einwohner in Deutschland im Jahr 2020 geführt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im vergangenen Jahr pro Kopf durchschnittlich 3,3 Liter Schaumwein und 2,1 Liter Alkohol in Spirituosen verbraucht. Das war ein Rückgang von 2,1 % beziehungsweise 0,9 % gegenüber dem Jahr 2019. Den stärksten Einbruch zeigte der Bierverbrauch pro Kopf mit einem Minus von 5,4 % auf 86,9 Liter – das war der stärkste Rückgang innerhalb der letzten zehn Jahre. Damit konsumierte jeder Einwohner und jede Einwohnerin 2020 im Durchschnitt knapp fünf Liter Bier weniger als im Vorjahr. Demgegenüber konnte der Verbrauch so genannter Zwischenerzeugnisse – dazu zählen im Wesentlichen mit Alkohol verstärkte Weine wie Sherry, Madeira oder Portwein – auch 2020 und damit das fünfte Jahr in Folge einen Zuwachs verzeichnen: Durchschnittlich 0,2 Liter wurden davon pro Kopf verbraucht, ein Plus von 7,7 % gegenüber 2019. Verbraucherpreise für alkoholische Getränke sinken Im Umfeld des rückläufigen Verbrauchs von Bier, Schaumwein und Spirituosen sowie bedingt durch die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze in der 2. Jahreshälfte 2020 sanken die Verbraucherpreise für diese alkoholischen Getränke im Corona-Jahr 2020. Den stärksten Preisrückgang verzeichneten die Schaumweinprodukte Sekt, Prosecco und Champagner (-1,2 % im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019), gefolgt von Bier (-0,9 %) und Spirituosen (-0,3 %). Minusrekord: Bierabsatz liegt im Januar 2021 um 27 % unter dem des Vorjahresmonats Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie beim Bierabsatz. Insgesamt setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager 2020 rund 8,7 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier und damit 508,2 Millionen Liter weniger als 2019 ab. Das ist der stärkste Einbruch seit 1993, dem Jahr in dem die Biersteuer reformiert wurde. Dieser Rückgang von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr fiel wesentlich stärker aus als der durchschnittliche Rückgang in den Jahren 2011 bis 2019, der bei etwa 0,7 % lag. Ein Blick auf die unterjährigen Monatszahlen zum Bierabsatz illustriert den Einfluss der Gastronomie-Schließungen und abgesagten Großveranstaltungen. So ging der Bierabsatz in den Lockdown-Monaten besonders deutlich zurück: Der bislang stärkste Absatzrückgang gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat ist mit -27 % im Januar 2021 zu verzeichnen. Die Zahl der in Deutschland betriebenen Braustätten ging im Corona-Jahr 2020 ebenfalls zurück: um 24 Brauereien auf insgesamt 1 528. Damit endete ein seit 2012 anhaltender stetiger Zuwachs an insbesondere kleineren Braustätten. Absatz von Spirituosen geht um 0,9 % zurück Der sinkende Alkoholverbrauch während der Pandemie zeigt sich ebenso beim Absatz von Spirituosen: Dieser sank leicht um 14 630 Hektoliter Alkohol beziehungsweise 0,9 % gegenüber 2019. Allerdings zeigt ein Blick auf die vergangenen zehn Jahre deutliche Schwankungen, sodass wohl nur ein Teil des Rückgangs auf die Corona-Krise zurückzuführen sein dürfte. Schaumweinabsatz für den Inlandsverbrauch sinkt um 2,1 % Insgesamt setzten die in Deutschland ansässigen Unternehmen und Schaumweinlager im vergangen Jahr 310,5 Millionen Liter Schaumwein ab – ein Rückgang gegenüber 2019 von 3,2 % beziehungsweise 10,3 Millionen Liter. Darin enthalten sind sowohl die im Inland produzierten Schaumweine als auch die importierten ausländischen Produkte (zum Beispiel Champagner). Der überwiegende Teil des Schaumweins (88,2 %) war für den Inlandsverbrauch bestimmt: Die abgesetzte Menge sank im Vergleich zu 2019 um 2,1 % auf 273,9 Millionen Liter. Ein Teil des Rückgangs beim Absatz von Schaumwein dürfte auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie – abgesagte Feste sowie die zeitweilige Schließung der Gastronomie – zurückzuführen sein. Allerdings fiel der Rückgang nicht wesentlich stärker aus als im Vorjahr. Schaumwein-Exporte sinken um 10,7 % Erstmals seit fünf Jahren wurde bei der Ausfuhr von Schaumwein wieder ein Rückgang verzeichnet (-10,7 %): auf 36,6 Millionen Liter im Jahr 2020. Davon gingen 26,7 Millionen Liter (-6,4 %) in EU-Staaten und 9,9 Millionen Liter (-20,6 %) in Nicht-EU-Staaten. Für das Minus dürften unter anderem die Beschränkungen während der Corona-Pandemie ursächlich sein. Die Maßnahmen, insbesondere auch die Einschränkung des Reiseverkehrs, führten offenbar im Ausland zu einem stärkeren Rückgang der Nachfrage als dies im Inland der Fall war. Der Schaumweinabsatz in Deutschland geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Seit 2011 hat sich die Menge insgesamt um 62,4 Millionen Liter beziehungsweise 16,7 % verringert. Verbraucherpreise für Sekt & Co. sanken überdurchschnittlich stark Die Preise für Sekt, Prosecco und Champagner sanken im Pandemie-Jahr 2020 um durchschnittlich 1,2 % und damit deutlicher als die Preise für andere alkoholische Getränke. Sie lagen bereits in vier von sechs Monaten des 1. Halbjahres unter den vergleichbaren Vorjahresständen. Im 2. Halbjahr zeigten sich zusätzlich Effekte der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze. Vor dem Hintergrund der seit mehreren Jahren sinkenden Absatzzahlen im Inland zeigten Schaumweinprodukte fast in der gesamten Phase seit 2011 eine im Vergleich zum gesamten Verbraucherpreisindex unterdurchschnittliche Preisentwicklung. In den Jahren 2015 und 2016 sanken die Preise sogar im Jahresdurchschnitt – um jeweils 0,4 %.

Paraquat
Whistleblower: Tausende in Sri Lanka sterben durch giftiges Pestizid aus Großbritannien

Colombo – Zehntausende Menschen, wie die Teenagerin Shashikala aus Sri Lanka, starben an Vergiftungen durch ein tödliches Pestizid, das in Großbritannien hergestellt wurde. Hunderte von geheimen Dokumenten und ein Whistleblower werfen die Frage auf, ob der Hersteller Syngenta den Profit über die Menschen stellte. Das Unkrautvernichtungsmittel Gramoxone mit seinem Wirkstoff Paraquat hat den Landwirten weltweit jahrzehntelang geholfen, Lebensmittel billig anzubauen. Aber es ist so giftig, dass ein Schluck tödlich sein kann. Die Zahl der Todesopfer könnten in die Hunderttausende gehen, so ein ehemaliger UN-Beamter gegenüber dem britischen TV-Sender Channel 4 News.  Laut Channel 4 News präsentierte der schweizer Hersteller Syngenta fehlerhafte Sicherheitsdaten zu Gramoxone und geheime Firmendokumente legten nahe, dass Syngenta sicherere und teurere Alternativen hatte, die sie den Verbrauchern vorenthielt, um ihre Gewinne zu schützen. „Ich kann nachts nicht schlafen, wenn ich daran denke, dass irgendwo auf der Welt ein Mensch Gramoxone schluckt», so Whistleblower Jon Heylings gegenüber dem Schweizer Rundfunk (SRF). Heylings war Forscher bei Syngenta und hat jahrzehntelang für die Industrie zur Sicherheit von Paraquat geforscht. Der 1962 eingeführte Unkrautvernichter ist in der EU nicht mehr zugelassen und gilt als eines der tödlichsten Pestizide weltweit. Es gibt kein Gegengift gegen eine Paraquat-Vergiftung. Das Pestizid ist trotzdem noch in rund 100 Ländern zugelassen. Syngenta ist laut NGOs weltweit der größte Hersteller,  berichtet SRF weiter. Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichten Unearthed, einem journalistischen Arm von Greenpeace UK, und Public Eye, einer Schweizer NGO (Nichtregierungsorganisation), eine Untersuchung wonach Unternehmen in Großbritannien sowie in einigen Ländern der Europäischen Union (EU) massive Mengen an Pestiziden – die in ihren eigenen Ländern verboten sind – in ärmere Länder exportieren. Mehr als 89.000 (US-)Tonnen solcher Pestizide wurden demnach 2018 exportiert, größtenteils in Länder, in denen der Einsatz giftiger Pestizide die größten Risiken birgt. Großbritannien war der größte Exporteur (15.000+ Tonnen oder 40 % der Gesamtmenge im Jahr 2018); andere bedeutende Exporteure sind die Niederlande, Frankreich, Spanien, Deutschland, die Schweiz und Belgien. Das in der Schweiz ansässige und in chinesischem Besitz befindliche Unternehmen Syngenta war der mit Abstand größte Exporteur von verbotenen Agrochemikalien. Zu den Ländern, die den Großteil dieser gefährlichen Pestizide erhalten, gehören Brasilien, Südafrika, Mexiko, Indonesien und die Ukraine. Obwohl dieses Problem in den USA in den frühen 2000er Jahren große Aufmerksamkeit erregte, hat sich weltweit wenig geändert, um diese Praxis des Verkaufs von im Inland verbotenen Pestizidprodukten in Teile der Welt zu stoppen, die ihre Verwendung weiterhin erlauben. Dies ist eine unethische Praxis, die die Risiken für die Arbeiter in den Entwicklungsländern noch vergrößert, die ohnehin schon großen Gefahren für die Gesundheit und die lokalen Ökosysteme ausgesetzt sind.    

Gaming
Twitch und andere Streamingdienste als Marketinginstrument

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Mit dem Dienst Justin.tv fing, zumindest im Gaming und iGaming-Bereich, der große Boom der Streamingdienste an. 2011 erfolgte dann der Umzug auf die Domain Twitch.tv. Nebenher versuchten sich mit Own3d.tv auch andere Plattformen zu etablieren. Meist jedoch mit eher durchwachsenem Erfolg. Selbst Microsoft konnte mit Mixer nicht an den Erfolg von Twitch.tv anschließen und schloss im Sommer 2020 die Pforten seines Streamingdienstes. Einzig Facebook setzt mit Facebook Gaming und dem riesigen Kapital Twitch.tv im Livestreaming für Games noch etwas Nennenswertes entgegen. Da Twitch.tv seit 2014 zum Amazon-Konzern gehört, sind auch hier die Kassen gut gefüllt. In den vergangenen Jahren hat Twitch.tv sich dann auch zusätzlich für andere Inhalte geöffnet. Zwar sind Gaming-Inhalte immer noch dominierend. Allerdings gibt es inzwischen auch etliche Kanäle und Streamer, die ein großes Spektrum an Inhalten streamen. Von Talkshows über Kunst und Musik bis hin zu Casinoinhalten, in denen die Streamer im Live Casino online spielen. Mit Blick auf die Vielseitigkeit der Plattformen, allen voran der Plattform Twitch.tv, bieten sie auch hinsichtlich des Marketings nicht minder vielseitige Möglichkeiten. Mit denen sich Unternehmen und Marken auf jeden Fall beschäftigen sollten.

Reichweite: Millionen von aktiven Usern im werberelevantesten Alter

Was das Marketing angeht, muss man sich natürlich zunächst die Reichweite der Plattform anschauen. Laut diversen Quellen hat Twitch allein in Deutschland 11,9 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Davon zählen fast 70 Prozent zur besonders werberelevanten Altersgruppe der 16 bis 34 Jährigen. Ungefähr 70 Prozent der Nutzer sind männlich. In Deutschland belegt Twitch.tv außerdem im Ranking von Alexa aktuell den 12. Platz. Im Schnitt ist Twitch.tv so für über 7 Prozent des Traffics im deutschen Internet verantwortlich. Zum Vergleich: Netflix liegt auf Platz 21, mit einem Trafficanteil von knapp über 9 Prozent. Weltweit sehen die Zahlen natürlich noch mal ganz anders aus, da viele Nutzer von Twitch.tv aus den Vereinigten Staaten kommen.

Direktes Marketing über Videowerbung

Wer Werbung und Marketing über Liveplattformen wie Twitch.tv schalten und betreiben möchte, kann sich natürlich zunächst für die Buchung klassischer Videospots entscheiden. Ein beachtlicher Teil der Werbeeinnahmen fließt dabei direkt an die Streamer und Kanäle selbst. Daher enthält praktisch jede geschaltete Videoanzeige auch den Hinweis, dass die Werbung den aktuellen Streamer/den aktuellen Kanal unterstützt.  Da Twitch-Nutzer ihre Lieblings-Streamer vielfach besonders gerne aktiv unterstützen, unter anderem auch mit Spenden und Abonnements, sind die Anzeigen für die Nutzer weniger störend. Ganz im Gegenteil sehen viele Nutzer die Werbung hierdurch sogar positiv, was wiederum auch einen zusätzlichen positiven Effekt für den eigenen Videospot und das Marketing mit sich bringt.

Sponsoring: Streamer direkt ansprechen und unterstützen

Twitch.tv gibt seinen Streamern viel Spielraum, sich selbst zu vermarkten. So sind auch selbst geschaltete Anzeigen, Werbebanner direkt im Stream oder „Unterstützt durch“-Grafiken in den Streams selbst vergleichsweise häufig. Unternehmen können also große wie kleine Streamer direkt ansprechen. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn der Streamer etwa themenrelevante Inhalte streamt. So gibt es selbst in Nischenbereichen wie Casino-Content einige große Streamer, welche während ihrer Streams Automatenspiele, Poker und Roulette um echtes Geld spielen. Dabei erreichen sie teils mehrere tausend Zuschauer gleichzeitig. Für Casinos selbst sind derartige Werbeplattformen natürlich mehr als ideal, da sie sich sicher sein können, dass sie genau die Zielgruppen erreichen, die sie für ein erfolgreiches Geschäft benötigen. Bei direkten Sponsorings müssen sich Firmen und Marken jedoch auch bewusst sein, dass nur ein sehr kleiner Teil der Streamer auf eine nennenswerte Anzahl an Zuschauern und Followern kommt. Unter den deutschen Twitch-Kanälen zählen Streamer wie MontanaBlack88, Trymacs, Gronkh und TheRealKnossi aktuell zu den größten und somit erfolgreichsten Kanälen. Hier ein direktes Sponsoring zu erhalten dürfte jedoch schwierig und teuer sein. Allerdings kann es sich auch lohnen, kleinere Streamer mit einem Sponsoring zu unterstützen.

Eigene Kanäle für eigene Inhalte

Je nach Branche und den angebotenen Produkten besteht natürlich auch die Möglichkeit, einen komplett eigenen Kanal auf einer der Plattformen zu betreiben. Wer hier Geschick und talentierte Mitarbeiter und Moderatoren hat, kann hier durchaus einen nennenswerten Erfolg erzielen. Da jedoch, wie bereits angemerkt, nur sehr wenige Kanäle auf eine große Zuschauerschaft kommen, sollte man sich gerade als Unternehmen auch keine zu großen Illusionen machen. So hängt der Erfolg letztlich von den Inhalten und deren Präsentation und auch ein wenig vom Glück ab.

Fazit: Live-Streaming verdrängt klassische Medien

Gerade bei jüngeren Menschen verändert sich der Medienkonsum drastisch. Durch die Corona-Pandemie hat sich der Effekt sogar noch verstärkt. Klassische Medien wie TV & Co. haben hier inzwischen immer häufiger das Nachsehen. Stattdessen tummeln sich die jungen Leute lieber auf Onlineplattformen wie Twitch.tv. Hier bilden sich echte Fangemeinden und Communitys, wobei die Zuschauer sich dank Chats und andere Interaktionsmöglichkeiten über einen direkten Draht zu ihren Lieblings-Streamern freuen können. Ideale Bedingungen also.

Fußball International
Bericht: Fenerbahce Istanbul will nach Özil auch Joachim Löw holen

Istanbul – Anfang März hatte Bundestrainer Joachim Löw seinen Rücktritt nach der EM angekündigt. Er habe schon seit Monaten mit einer Entscheidung für dieses Frühjahr gerungen, sagte Löw bei einer Pressekonferenz. Seit zwei, drei Wochen sei sie in ihm gereift. „Da bin ich dann zum Schluss gekommen, dass es nach der EM der richtige Zeitpunkt ist, den Stab weiterzugeben.“ Seitdem brodelt die Gerüchteküche um seinen weiteren Werdegang. Medienberichten zufolge könnte er seinem ehemaligen Schützling, Mesut Özil, bald in die Türkei folgen. Wie die BILD berichtet, hat der türkische Rekordmeister Fenerbahce Istanbul Interesse am Weltmeister-Coach gezeigt. Löw war bereits vor über 20 Jahren Trainer von Fenerbahce. In der Saison 1998/1999 wechselte er vom VFB Stuttgart nach Istanbul und wurde in dem Jahr mit Fenerbahce Pokalsieger. Löw hat die Gerüchte weder bestätigt noch dementiert. „Ich weiß nicht, was bei meinem Berater los ist“, sagte Löw nun auf der Pressekonferenz vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island, „und will bis zur EM mit nichts konfrontiert sein.“ Nach dem Turnier würde man sehen, „dann interessieren mich vielleicht manche Dinge“. Fenerbahce-Präsident und Milliardär Ali Koc hatte bereits 2018 angedeutet, einen „berühmten Trainer“ zu verpflichten und erwähnte einen möglichen Wechsel Löws nach Istanbul. Wenn er die Wahl zum Präsidenten von Fenerbahce gewinne, werde er Bundestrainer Joachim Löw nach Istanbul holen, sagte er gegenüber der türkischen Tageszeitung Hürriyet. Erste Gespräche mit Löw hätten bereits stattgefunden, berichteten Medien damals.

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– Neuer Film „Five Eyes“ – Britischer Regisseur Guy Ritchie will „alle Filme“ in der Türkei drehen

Madonnas Ex-Ehemann, renommierter britischer Regisseur und Filmproduzent Guy Ritchie (Snatch, Sherlock Holmes), schwärmt in einem Video über die Türkei.

Britischer Regisseur Guy Ritchie will „alle Filme“ in der Türkei drehen
 

Hungerkrise in Jemen
Hungersnot: Hilfe für Jemen bleibt aus

Die Folgen des massiven Bomben- und Granatbeschusses von Wohngebieten im Jemen sind verheerend. Viele Städte sind mit Blindgängern und nicht explodierten Sprengkörpern verseucht. Auch Landminen wurden in dem seit sechs Jahren andauernden Krieg eingesetzt. Das Ausmaß der Zerstörung sei erschütternd, beklagt die Hilfsorganisation Handicap International e.V. (HI). Die Rückkehr der Bewohner*innen in ihre Wohnorte sei extrem gefährlich, warnt HI. Nach Kriegsende würden komplexe Räumungsaktionen erforderlich sein. Diese würden Jahrzehnte dauern, so die gemeinnützige Organisation. Langfristige Folgen der Explosivwaffen Der Konflikt im Jemen ist ein erschreckendes Beispiel für die langfristigen humanitären Folgen des Einsatzes von Explosivwaffen in Wohngebieten. Angesichts tausender Toter, großen Leids und massiver Schäden im Jemen fordert Handicap International die Staatengemeinschaft auf, eine internationale Erklärung gegen die Bombardierung von Wohngebieten zu unterstützen. Diese wird derzeit von mehr als 70 Regierungen verhandelt. Zerstörte Infrastruktur verhindert Versorgung mit Lebensmitteln Der seit sechs Jahren andauernde Krieg im Jemen hat die größte humanitäre Krise der Welt verursacht. 66 % der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Rund 233.000 Menschen starben aufgrund des Konflikts – einige als direkte Opfer der Gewalt, andere an den indirekten Folgen des Konflikts, wie z. B. Mangel an Gesundheitsdiensten und sauberem Wasser. Viele Gesundheitseinrichtungen und Wasserversorgungssysteme wurden durch Bombardierungen und Beschuss weitgehend zerstört. Es herrscht eine Lebensmittelknappheit aufgrund des zerstörten Straßennetzes, das den Transport von Waren unmöglich macht. Viele Familien wurden in den letzten Jahren bereits mehrfach vertrieben, um der Gewalt zu entkommen. Sie sind in überfüllten Lagern gestrandet und benötigen Unterkunft, Schutz, Nahrung, Wasser, Hygienemaßnahmen und Gesundheitsversorgung. Humanitäre Hilfe im Jemen ist unterfinanziert „Die humanitäre Hilfe ist leider weitgehend unterfinanziert, da nur 50 % der von den Vereinten Nationen geforderten 3,8 Mrd Dollar bisher aufgebracht wurden“, beklagt Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland.“ HI hat seit Beginn des Einsatzes im Jahr 2015 mindestens 30.000 Menschen, viele von ihnen Opfer des Konflikts, behandelt. Mehr als 3.000 von ihnen waren Opfer von Bombenangriffen, explosiven Kriegsresten und improvisierten Sprengsätzen. Der Verein hat mehr als 35.000 Krücken, Rollstühle etc. zur Verfügung gestellt. Fast 23.000 Menschen haben psychologische Unterstützung erhalten. Durch die Zusammenarbeit mit dem Sana’a Physiotherapy and Prosthesis Centre hat HI 520 Menschen mit Prothesen und Orthesen ausgestattet. Mehr als 800 jemenitische Mitarbeitende des Gesundheitswesens in Sana’a und anderen Regionen wurden ausgebildet und in der Trauma-Frühreaktion geschult.

Zum Thema

– Hungerkrise in Jemen – Jemen: Hunderttausende Kinder werden sterben

Während die UN daran arbeitet, eine Hungersnot im Land zu verhindern, arbeiten Ärzte und Krankenschwestern an vorderster Front darum, Leben zu retten.

Jemen: Hunderttausende Kinder werden sterben

Interview
Schäuble würde sich Computer-Chip einpflanzen lassen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) glaubt, dass die Corona-Pandemie eine positive Zäsur sein könne. „Wir erleben Entwicklungen in allen Teilen der Welt in einem Maße, wie wir uns das in Wahrheit nicht vorstellen wollen. Wir wollen nicht jeden Tag alles Elend des Drogenkriegs in Bolivien, Eisenbahnunglücke in Asien, Tsunamis in Indonesien und sonstige Katastrophen sehen. Aber wir sehen es, es hängt viel stärker mit uns zusammen, als wir uns das vorstellen konnten. Ich glaube, die Pandemie wird die Handlungsspielräume der Politik eher vergrößern“, so Schäuble in einem Gespräch mit dem holländischen Bestseller-Autor Rutger Bregman, das in seinem neuen Buch „Grenzerfahrungen“ und diese Woche gekürzt in der Wochenzeitung DIE ZEIT erscheint. In dem Gespräch zeigt sich Schäuble zudem offen dafür, sich einen Computer-Chip einpflanzen zu lassen, um seine mentalen Fähigkeiten zu verbessern. „Ich habe durch meine Querschnittslähmung ein Implantat in mir, was mir teilweise hilft, Funktionen zu aktivieren, die ich sonst nicht aktivieren könnte.“ Er habe auch eine Brille und ein Hörgerät. „Der Versuchung, bestimmte menschliche Fähigkeiten zu verbessern, würde ich also nicht von vornherein widerstehen.“ Zugleich wirbt er dafür, sich mit den menschlichen Grenzen abzufinden. „Es hilft nichts: Die Geschichte beginnt mit der Zeugung, und dann ist es ein Werden, aber eben auch ein Vergehen, und zwar jeden Tag. Und es gehört zum Menschsein dazu, zumindest zu versuchen, das zu verstehen.“ Im Gegensatz zu Bregman, der ein pessimistisches Menschenbild für eine Ausrede der Konservativen hält, glaube er, dass es oft Zufall sei, „ob ein Mensch in einer Situation das Beste oder das Schlimmste aus sich hervorholt“.

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– Promi-News – Torsten Sträter: „Depression ist eine tiefschwarze, unendliche Traurigkeit“

Torsten Sträter ist derzeit einer der beliebtesten deutschen Komiker und erfolgreicher Autor, kennt aber auch ganz andere Zeiten in seinem Leben. Jahrelang litt der 53-Jährige unter Depressionen.

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Kommentar
Mögliches HDP-Verbot gilt nicht der kurdischen Demokratiebewegung

Ein Gastbeitrag von Yilmaz Bingöl Ein Parteiverbot ist immer die allerletzte Möglichkeit des Rechtsstaates, verfassungsfeindliche und extremistische Umtriebe zu zerschlagen und einzudämmen. Ein Parteiverbot sollte deshalb niemals dazu dienen, demokratische Bestrebungen im Einklang mit der Verfassung mürbe zu machen. Unter diesen Gesichtspunkten ist ein mögliches Verbot gegen die extremistische Partei HDP zu begrüßen. Denn bei der HDP handelt es sich nicht um eine demokratische Bewegung, sondern nachweislich um den politischen Arm der Terrororganisation PKK. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle politisch aktiven Parteimitglieder der HDP Terroristen seien. Die Führung der HDP ließ mehrmals die Chance sich von der Terrororganisation PKK politisch und strukturell zu distanzieren, wie von der türkischen Regierung und der mehrheitlichen Opposition gefordert, gegenstandslos verstreichen. Auch das deutsche Außenministerium forderte in einer Mitteilung am 18. März die HDP auf, sich von der PKK zu distanzieren. Neben der Türkei und Deutschland gilt die PKK auch in der gesamten EU und in den USA offiziell als Terrororganisation.  Mit einem Parteiverbot der HDP würgt die türkische Regierung in diesem Fall nicht die kurdische Demokratiebewegung ab, wie einige Medien aus Deutschland unterstellen, sondern die politische Struktur des PKK-Terrors. Immer wieder demonstrieren Kurden gegen die Machenschaften der Partei, wie etwa kurdische Mütter in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir, die die HDP für die Zwangsrekrutierung ihrer Kinder durch die PKK verantwortlich machen. Sicherlich können viele moderate und nicht terror-nahe Kurden und Türken aus der HDP eine neue Partei mit neuem Namen und Inhalten gründen. Es ist blanker Hohn gegenüber allen echten Demokraten und Terroropfern, die PKK und ihren politischen Arm als kurdische Demokratiebewegung zu bezeichnen. Abgesehen davon, dass sehr viele Kurden nachweislich die HDP nicht wählen und die Ziele der Terrororganisation PKK nicht unterstützen. Das PKK-Problem ist allerdings rein militärisch und mit Verboten nicht zu lösen, da weiterhin massive wirtschaftliche und politische Anreize sowie Perspektiven im Südosten der Türkei geschaffen werden müssen, als bisher schon geschehen. Außerdem müssen die Bürger- und Menschenrechte gestärkt werden. Es ist aber auch nicht rein politisch zu lösen, da sich die PKK mit brutalem Terror gegen den Staat und seine Bürger auflehnt. Hier braucht es deshalb neben einer verstärkten wirtschaftspolitischen Lösung, auch eine konsequente militärische Antwort. Dass die HDP dem politischen Arm der PKK entspricht ist in der Türkei breiter politischer Konsens zwischen der Mehrheit der Oppositionsparteien und der türkischen Regierung. Andere politische Konflikte und Meinungsverschiedenheiten sollten also nicht darüber hinwegtäuschen, dass die HDP und die Terrororganisation PKK, die in den deutschen Medien sehr wohlwollend dargestellt werden, keine aufstrebende Demokratiebewegung sind.
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Nach vielen Jahrzehnten der Angst und Drohungen sowie Einschüchterungen der PKK, trauen sich immer mehr Kurdischstämmige gegen die Terrororganisation offen Stellung zu beziehen.

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„Nato 2030“
USA: „Türkei ist ein geschätzter Verbündeter“

Brüssel – Die Türkei ist ein Land, „an dessen Verankerung wir in der NATO starkes Interesse haben“, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Dienstag in einer Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor dem NATO-Außenministertreffen in Brüssel. Die Türkei sei ein „starker und geschätzter Verbündeter“. Es sei im Interesse der NATO, die Türkei im Block zu haben, so Blinken auf eine Frage von Rosa Balfour, Direktorin der Denkfabrik Carnegie Europe. Balfour bemerkte in ihrer Frage, eine „zunehmend besondere Beziehung der Türkei zu Russland und China und welche Art von Herausforderung dies für die NATO darstelle. „Es ist kein Geheimnis, dass wir Differenzen mit der Türkei haben, einschließlich über die S-400 und auch bestimmter Maßnahmen, die ergriffen werden, wie etwa im östlichen Mittelmeer. Es ist auch kein Geheimnis, dass die Türkei ein langjähriger und geschätzter Verbündeter ist, und einer, von dem ich glaube, dass wir ein starkes Interesse daran haben, in der NATO verankert zu bleiben, und ich glaube, dass das auch im Interesse der Türkei ist“, so der US-Außenminister weiter. Die Beziehungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten sind wegen einer Vielzahl von Themen angespannt. Im Dezember sanktionierten die Vereinigten Staaten die Türkei für den Kauf russischer S-400-Verteidigungssysteme, während Ankara durch die US-Unterstützung für die kurdische YPG-Miliz in Syrien, die es als terroristische Organisation betrachtet, verärgert ist.

Beide Länder haben in letzter Zeit jedoch die Bereitschaft zur Wiederannäherung signalisiert. Biden werde künftig die „strategische Partnerschaft“ mit der Türkei zur Lösung regionaler Probleme wie in Libyen, wo beide Länder den Einfluss Russlands eindämmen wollen, weiterhin ehren, so eine namentlich nicht genannte Quelle gegenüber Middle East Eye. Viele in Ankara haben auch das Angebot der US-Regierung, der türkischen Führung eine Vermittlerrolle bei den Afghanistan-Verhandlungen zu geben, als Teil dieser Strategie interpretiert.

NATO-Gipfel in Brüssel Erstmals seit Ende 2019 kommen die Außenminister des Bündnisses am Mittwoch in Brüssel wieder persönlich zusammen und beraten unter anderem über die Lage in Afghanistan. US-Außenminister Antony Blinken kommt aus diesem Anlass erstmals nach Brüssel. Am Dienstag beraten die Außenminister neben den Einsätzen in Afghanistan und im Irak auch über die Ausrichtung der Allianz in den nächsten zehn Jahren.

NATO-Chef Jens Stoltenberg erläuterte am Montag, dass sich nun die Gelegenheit biete, ein neues Kapitel in den transatlantischen Beziehungen aufzuschlagen, und dass sich die Minister über die Initiative NATO 2030 zur Anpassung des Bündnisses austauschen werden.  „Wir müssen mutig und ehrgeizig sein, um ein stärkeres Bündnis für die Zukunft aufzubauen. Denn wir leben in einer gefährlicheren und wettbewerbsintensiveren Welt, in der die Herausforderungen keine Grenzen kennen“ sagte Stoltenberg bei einer Pressekonferenz am Montag.

Der NATO-Chef nannte „destabilisierenden Aktivitäten Russlands, Bedrohung durch den Terrorismus, ausgeklügelte Cyber-Attacken, disruptive Technologien, der Aufstieg von China und der Klimawandel“, als künftige Herausforderungen für das Verteidigungsbündnis.
„Deshalb müssen wir unsere Einigkeit stärken, die sich aus unserem Versprechen ableitet, uns gegenseitig zu verteidigen. Seit 2014 haben wir die größte Anpassung unserer kollektiven Verteidigung seit dem Kalten Krieg umgesetzt.“
„Die Bündnispartner werden ihre Konsultationen über die Lage in Afghanistan fortsetzen und eine Bestandsaufnahme der Unterstützung der NATO für wichtige Partner im Nahen Osten und in Nordafrika vornehmen“, so Stoltenberg. Zudem soll in einer Sitzung mit Vertretern aus Finnland und Schweden sowie dem Hohen Rat der EU die Beziehungen zu Russland behandelt werden. „Ich bin hierher gekommen, um das unerschütterliche Bekenntnis der USA zur NATO auszudrücken“, sagte Blinken am Dienstag. Er betonte, dass die USA das Bündnis wiederbeleben wollen aber zugleich sicherstellen, dass die NATO „auf die Herausforderungen aus China“ fokussiert bleibe.

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– VJTF – Türkei übernimmt Führung der NATO-Speerspitze

Die türkische Armee hat am gestrigen Freitag die Führung der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF; deutsch: Einsatzgruppe mit sehr hoher Einsatzbereitschaft) der NATO übernommen.

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Corona-Krise
Tracking-App: NRW plant Corona-Öffnung in Modellstädten

Köln – Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW plant die Öffnung des öffentlichen Lebens in Modellkommunen, bei denen das Infektionsgeschehen durch den Einsatz von IT-gestützten Prozessen lückenlos nachverfolgbar ist. Das kündigte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in der Sitzung der CDU-Landtagfraktion am Dienstag an. Danach kommen als Modellstädte Kommunen in Betracht, die bereits die IT-Systeme „Sormas“ oder „Luca“ einsetzen, wie zum Beispiel die Kreise Coesfeld oder Warendorf im Münsterland. Als Modellkommune käme auch Münster in Betracht, hieß es in CDU-Kreisen. Bund und Länder hatten den Weg für die Einrichtung von Modellkommunen in ihrer Konferenz zum weiteren Vorgehen in der Pandemie frei gemacht. In ihrem Beschluss heißt es:
„Im Rahmen von zeitlich befristeten Modellprojekten können die Länder in einigen ausgewählten Regionen, mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen, um die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung eines konsequenten Testregimes zu untersuchen.“

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Pandemie-Expertin erwartet zu Ostern kritischere Lage als zum Jahreswechsel – „Gefahr wird noch deutlich unterschätzt“.

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Corona-Krise
Bundesärztekammer-Präsident: „Wir brauchen Alternativen zum Dauerlockdown in Deutschland“

Berlin –  Zu den aktuellen Beschlüssen der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: „Wir müssen die beginnende dritte Welle schon jetzt abflachen, um eine Überforderung des Gesundheitswesens zu verhindern. Die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen können dabei helfen. Letztlich aber kommt es auf das verantwortliche Handeln eines jeden Einzelnen an. Untersuchungen zeigen, dass es fast ausschließlich in Innenräumen und bei längeren ungeschützten Kontakten ohne medizinische Maske zu Ansteckungen kommt, im privaten Rahmen oder auf der Arbeitsstelle. Hier kann der breite Einsatz von Corona-Schnelltests für echte Entlastung sorgen. Sogar Teil-Öffnungen des gesellschaftlichen Lebens sind möglich, wenn ausreichend Schnelltests zur Verfügung stehen. Dies zeigen beispielsweise die kombinierten Test- und Öffnungsstrategien aus Tübingen und Rostock. Bund und Länder sollten solche Projekte zur schrittweisen Öffnung des gesellschaftlichen Lebens fördern, evaluieren und für andere Regionen anpassen. Sie wären eine echte Alternative zu den zermürbenden Jo-Jo-Dauerlockdowns in Deutschland. Um möglichst viele Menschen vor einer Infektion zu schützen, sollten die verfügbaren Impfdosen schnell verabreicht und – wenn überhaupt – allenfalls deutlich reduzierte Reserven für die Zweitimpfung zurückgehalten werden. Angesichts der vom Bund in Aussicht gestellten Liefermengen ab dem zweiten Quartal 2021 sollten für die Zweitimpfung ausreichend Kapazitäten zur Verfügung zu stehen. Zudem zeigen Studien, dass der zeitliche Abstand für die Zweitimpfung ohne Nachteile ausgeschöpft werden kann und bereits nach der ersten Dosis eine gute Schutzwirkung vorhanden ist. Davon sollten jetzt möglichst viele Menschen profitieren, vor allem aus den Risikogruppen. Wir sollten außerdem diskutieren, ob eine stärkere Nutzung digitaler Bewegungsdaten zur Kontaktnachverfolgung in Kauf genommen werden sollte, um die Pandemie effektiver bekämpfen zu können. Der Schutz persönlicher Daten hat in Deutschland aus nachvollziehbaren Gründen einen hohen Stellenwert. Angesichts der aktuellen Infektionslage und der seit Monaten andauernden Einschränkungen von Grundrechten ist aber jetzt der Zeitpunkt gekommen, Nutzen und Risiken einer natürlich zweckgebundenen Auswertung persönlicher Daten zur Unterbrechung von Infektionsketten gegenüber anderen persönlichen Freiheitsrechten abzuwägen.“