Energiepolitik
EU und Athen verurteilen türkisch-libysches Gas-Abkommen

von Nabi Yücel Am Montag unterzeichneten die Türkei und Libyen eine Absichtserklärung, die es beiden Ländern erlaubt, in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) im Mittelmeer nach Erdgasvorkommen zu suchen. Das stößt in der Europäischen Union wie auch Zypern und Griechenland auf starke Kritik. Die von den Vereinten Nationen UN anerkannte libysche Regierung in Tripolis unterzeichnete am Montag eine Reihe von Wirtschaftsabkommen mit der Türkei, die eine potenzielle Energieexploration in den Meeresgebieten innerhalb der libyschen AWZ vorsehen. Ein gemeinsamer Schritt, der scharfe Kritik aus Europa wie auch aus Algerien hervorgerufen hat. Das Abkommen hatte die griechische Regierung als „illegal“ abgetan, während die Europäische Union sowie Zypern von einem Abkommen sprechen, die keine Rechtsfolgen für Drittstaaten habe. Die Absichtserklärungen beider Länder soll die bilaterale Zusammenarbeit betonen, erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu im Anschluss der Unterzeichnung vor Pressevertretern. Medienberichten zufolge wird mit dieser Absichtserklärung auch eine Möglichkeit geschaffen, Ankara an der Transsahara-Gaspipeline, die Nigeria mit Libyen verbindet, um Europa mit Erdgas zu versorgen, mit einzubeziehen. Das Projekt würde aber Algeriens ehrgeizige Pläne in dieser Hinsicht auf den Kopf stellen. Während der Unterzeichnung in Tripolis erklärten Mevlüt Çavuşoğlu und die libysche Amtskollegin Nadschla al-Mangusch, sie seien zusammengekommen, um ein Abkommen zu unterzeichnen, die „beiden Ländern nutzen“ würde. Noch ist nicht klar, wann oder in welchem Umfang die Exploration in der „ausschließlichen Wirtschaftszone“ beginnen werden, die die Türkei und die frühere Regierung in Tripolis im Jahr 2019 den Weg geebnet haben. Diese gemeinsame Wirtschaftszone sieht vor, dass sich die beiden Länder eine gemeinsame Seegrenze teilen, die die ausschließliche Wirtschaftszone markiert. Das wiederum wird von Griechenland und Zypern vehement abgestritten sowie von Ägypten und Israel kritisiert. Alle Länder hatten zuvor eine ausschließliche Wirtschaftszone im Mittelmeer als Grundlage genommen, um in den Gewässern vor Südzypern nach Gasvorkommen zu suchen. Dabei wurden die Türkei und Nordzypern nicht mit einbezogen. Das griechische Außenministerium erklärte am Montag, Griechenland habe „souveräne Rechte in der Region, die es mit allen legitimen Mitteln zu verteidigen gedenke“.
„Jeder Verweis oder jede Handlung zur Umsetzung des (Grenzabkommens von 2019) wird definitionsgemäß illegal sein und je nach Schweregrad wird es sowohl auf bilateraler Ebene als auch auf Ebene der Europäischen Union und der NATO eine Reaktion geben.“
Ankara reagierte auf die Erklärung aus Athen und erklärte, „es spielt keine Rolle, was sie denken“. Das türkische Außenministerium ließ am Dienstag erklären, dass Äußerungen Griechenlands und der Europäischen Union (EU) zum neuen Abkommen der Türkei mit Libyen „keine Bedeutung oder keinen Wert“ hätten. Der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Tanju Bilgic, fügte in einer Erklärung hinzu, dass Einwände gegen ein zwischen den beiden Staaten unterzeichnetes Abkommen nicht nur gegen internationales Recht, sondern auch im Widerspruch zu den Grundprinzipien der UN stehen würden. Bilgic forderte die EU und ihre Mitgliedstaaten außerdem auf, ihre Grenzen oder Befugnisse nicht zu überschreiten und die Souveränität und Gleichheit der Staaten im Einklang mit dem Völkerrecht und den UN-Prinzipien zu respektieren. Çavuşoğlu zufolge hätten Drittstaaten zu diesem Thema nichts zu sagen und sich auch nicht einzumischen. Libyen befindet sich seit einer von der NATO unterstützten Aufstand im Jahre 2011 im Bürgerkrieg. Seit Jahren ist das Land zwischen rivalisierenden Warlords und Milizen geteilt. Die Türkei war ein prominenter Unterstützer der von Premierminister Abdul Hamid Dbeiba geführten libyschen Regierung in Tripolis, die auch von den Vereinten Nationen anerkannt wird. Ankaras Unterstützung für die Regierung der nationalen Einheit in Tripolis trug dazu bei, das Blatt des Bürgerkriegs in Libyen zu wenden. Durch die Versorgung der von Tripolis unterstützten Streitkräfte mit Beratern, Ausrüstung und Geheimdienstinformationen, konnte eine einjährige Offensivkampagne von General Chalifa Haftar, dem Kommandeur der Libyschen Nationalarmee (LNA) im Osten des Landes, vereitelt, die libysche Hauptstadt Tripolis verteidigt werden. Im Jahr 2019 unterzeichnete die Türkei das umstrittene Abkommen über die gemeinsame Seegrenze mit der früheren libyschen Regierung in Tripolis, das ihr Zugang zur libyschen Wirtschaftszone im östlichen Mittelmeer gewährt. Das Abkommen, das die Seegebiete mehrerer griechischer Inseln, einschließlich Kreta, die zwischen der Türkei und Libyen liegen, berührt, hat die bereits bestehenden Spannungen der Türkei mit Griechenland, Zypern und Ägypten über Öl- und Gasbohrrechte neu entfacht.

Auch interessant

– Energiekrise – Von der Leyen dankt Aserbaidschan für Gas

Laut EU-Chefin von der Leyen ist die neue Pipeline zwischen Griechenland und Bulgarien ein „Wendepunkt“, der der Region „Freiheit von Russland“ bringe.

Von der Leyen dankt Aserbaidschan für Gas

Wirtschaft
Zahlungsmoral in Deutschland bleibt die höchste in Europa

Die Zahlungsmoral, also der Anteil verspäteter und uneinbringlicher Forderungen, hat sich in Europa seit 2019 verschlechtert. Bei etwa jedem 5. Unternehmen führt diese Entwicklung zu Existenzängsten. In Deutschland zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Die Zahlungsmoral hierzulande ist seit 2019 konstant und bleibt auch nach drei Jahren die höchste im europäischen Vergleich. Das ergab die repräsentative EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“, für die 3.200 Unternehmen in 16 europäischen Ländern befragt wurden. Trotz verlängerter Zahlungsfristen durch die Unternehmen, haben 14 Prozent der Kund*innen in Deutschland ihre Rechnungen zu spät oder gar nicht beglichen. Mit diesem Ergebnis schneidet Deutschland deutlich besser als der europäische Durchschnitt ab. Denn im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2019, wo insgesamt 19 Prozent der Rechnungen in Europa verspätet oder gar nicht gezahlt wurden, sind es in der aktuellen Studie bereits 21 Prozent. Im westeuropäischen Vergleich zeichnet sich dieser Trend ebenfalls ab: Mit Ausnahme von Deutschland und Belgien. Der Anteil verspäteter oder uneinbringlicher Zahlungen ist in Deutschland seit 2019 konstant geblieben und in Belgien von 20 auf 18 Prozent gesunken. Das sind die niedrigsten Werte in Europa. Als Folge dieser Zahlungsverzögerungen gaben europäische Unternehmen an, am häufigsten selbst mit Liquiditätsengpässen (42 Prozent) sowie Gewinneinbußen (51 Prozent) zu kämpfen. Dadurch musste knapp ein Drittel der Unternehmen ihre Investitionen reduzieren (30 Prozent) und Preise erhöhen (28 Prozent). Entsprechend pessimistisch blicken die Unternehmen in die Zukunft. So gehen in Europa und Deutschland je 24 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Zahlungsmoral negativ entwickeln wird. „Dass sich die Zahlungsmoral deutlich verschlechtert hat, ist beunruhigend – gerade, weil wir angesichts aktueller Wirtschaftszahlen und der hohen Inflation mit einem weiteren Rückgang des Zahlungsniveaus rechnen müssen“, kommentiert Marwin Ramcke, CEO der EOS Gruppe. Professionalisierung im Forderungsmanagement kann Liquidität sichern Um Forderungen beizutreiben, arbeiten immer mehr Unternehmen mit externen Dienstleistern im Forderungsmanagement zusammen. So auch in Deutschland: Bei 35 Prozent der Unternehmen erfolgt die Bearbeitung sowohl über interne als auch externe Dienstleister. 10 Prozent der Unternehmen haben das Forderungsmanagement sogar komplett an externe Dienstleister outgesourct. Und diese Zusammenarbeit führt zum Erfolg: Im Schnitt können Unternehmen rund 6 Prozent ihres Umsatzes zurückführen, wenn sie mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten – damit liegt Deutschland mit ebenfalls 6 Prozent des zurückgeführten Umsatzes im europäischen Durchschnitt. „Liquiditätsmangel ist eine der häufigsten Ursachen für Insolvenzen und den Verlust von Arbeitsplätzen“, so Ramcke. Unternehmen sollten daher ihr Forderungsmanagement weiter professionalisieren und die Zusammenarbeit mit externen Partnern prüfen. Digitale Zahlungsmethoden als zentraler Wettbewerbsfaktor Zugleich wird der Ausbau digitaler Zahlungsmethoden immer relevanter für Unternehmen.Dieser ist sowohl in West- als auch Osteuropa in den vergangenen drei Jahren deutlich gestiegen. Das Angebot digitaler Zahlungsmethoden der westeuropäischen Unternehmen erhöhte sich seit 2019 um 14 Prozentpunkte auf 46 Prozent. Auch die Zahlungsmethode Buy Now, Pay Later (BNPL) rückt in den Fokus: Vier von zehn europäischen Unternehmen sehen diese Zahlungsmethode als neue Kreditkarte und ein Muss im Zahlungsangebot. Rund 38 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland sehen das Angebot von BNPL für Verbraucher*innen und Unternehmen sogar zukünftig als unerlässlich. Zur EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ Gemeinsam mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Kantar befragte EOS zwischen dem 4. März und 19. April 2022 3.200 Unternehmen in 16 europäischen Ländern via Telefoninterviews zu den hiesigen Zahlungsgewohnheiten. Jeweils 200 Unternehmen (mit je mehr als fünf Millionen Euro Jahresumsatz) aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Kroatien, Polen, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn beantworteten im Frühjahr 2022 Fragen zu eigenen Zahlungserfahrungen sowie zu aktuellen Themen im Risiko- und Forderungsmanagement. Die Studie wurde von EOS bereits zum 13. Mal durchgeführt.

Amazon startet mit vollelektrischen Lkw in Deutschland

Amazon hat heute bekannt gegeben, dass das Unternehmen bis Jahresende seine ersten 20 elektrischen Schwerlastfahrzeuge in Deutschland in Betrieb nehmen wird. Die Inbetriebnahme der elektrischen Lkw ist ein wichtiger Meilenstein bei der Elektrifizierung der schwer zu dekarbonisierenden mittleren Meile – dem Bereich der Transportindustrie, in dem Fracht zwischen Lagerhallen befördert wird. Die Ankündigung bringt Amazon einen Schritt näher an die vollständige Dekarbonisierung der eigenen Lieferflotte und an das Ziel, bis 2040 CO2-neutral (net-zero carbon) zu werden – zehn Jahre vor dem Pariser Klimaabkommen. Lkw und andere Nutzfahrzeuge verursachen rund 36% der Verkehrsemissionen in Deutschland. Amazon leistet seinen Beitrag zur Minimierung des CO2-Fußabdrucks im deutschen Verkehrssektor, indem das Unternehmen herkömmliche Lkw durch emissionsfreie Elektrofahrzeuge ersetzt. Die 20 elektrischen Lkw werden voraussichtlich mehr als eine Million Kilometer pro Jahr zurücklegen und dabei mit Strom statt Diesel betrieben. Die Fahrzeuge werden von Volvo Trucks produziert und werden Produkte von Amazons Standorten in Dortmund und Düsseldorf aus transportieren. Dank neuester Batterietechnologie können die Elektrofahrzeuge an 360kW-Schnellladesäulen angeschlossen werden, die die Vierzigtonner in weniger als zwei Stunden vollständig aufladen. Amazon hat zehn dieser innovativen Schnellladestationen an seinen deutschen Standorten installiert. „Wir sind bei Amazon bestrebt, unsere gesamte Lieferflotte zu dekarbonisieren. Dabei ist vor allem die Umstellung auf emissionsfreien Transport auf der mittleren Meile eine Herausforderung“, so Andreas Marschner, Vice President Transportation Services Europe bei Amazon. „Deshalb ist die Inbetriebnahme dieser ersten elektrischen Lkw ein wichtiger Meilenstein für uns. Wir betreiben eines der weltweit am schnellsten wachsenden kommerziellen Elektrifizierungsprogramme und wir werden weiterhin Investitionen vornehmen und Innovationen vorantreiben, um Pakete emissionsfrei an unsere Kundinnen und Kunden zu liefern.“ „Die großen Akteure der Transportbranche spielen eine entscheidende Rolle bei den Bemühungen der ganzen Branche, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Deshalb freue ich mich, dass Amazon im Bereich des Schwerlasttransports gemeinsam mit uns auf den Elektroantrieb setzt“, sagt Jessica Sandström, Senior Vice President of Product Management bei Volvo Trucks. „Damit der Straßengüterverkehr nachhaltiger wird und wir den europäischen Vorgaben nachkommen, brauchen wir mehr Lkw mit alternativen Antrieben auf Deutschlands Straßen. Die Unternehmen haben Interesse daran, ihre Flotten auf saubere Antriebe umzustellen. Das zeigt unser Förderprogramm, mit dem wir bislang schon die Anschaffung von über 1.200 Fahrzeugen mit Elektro- und Wasserstoffantrieb ermöglichen. Diese gezielte Unterstützung ist Teil unseres Gesamtkonzepts klimafreundliche Nutzfahrzeuge. Das ist der zentrale Fahrplan zur Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen im Straßengüterverkehr bis 2030. Wir setzen dabei auf ein Maßnahmenpaket aus Förderung, Steuerung des Aufbaus alternativer Tank- und Ladeinfrastruktur sowie einem geeigneten regulatorischen Rahmen. Die vor uns liegenden Aufgaben können wir nur durch gemeinsames und zielgerichtetes Handeln aller Akteure schaffen. Deshalb ist es gut, wenn Unternehmen, wie etwa Amazon als Nutzer und Volvo als Hersteller, zusammenarbeiten, um die CO2-Emissionen im Straßengüterverkehr zu senken“ sagt Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatsekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr. Die vollelektrischen Lkw ergänzen die wachsende Flotte an emissionsfreien Lieferfahrzeugen von Amazon. Allein in Deutschland hat Amazon bereits über 1.200 Elektrolieferfahrzeuge im Einsatz. Im vergangenen Jahr hat Amazon mit emissionsfreien Elektrolieferfahrzeugen oder Lastenrädern bereits mehr als 40 Millionen Pakete in Deutschland zugestellt. Diese Anzahl wird weiter steigen, da Amazon seine Flotte emissionsfreier Fahrzeuge kontinuierlich ausbaut. Die Ankündigung ist Teil von Amazons Bestrebungen, im gesamten Unternehmen Dekarbonisierungsstrategien umzusetzen. Amazon ist auf dem Weg, seine Betriebsabläufe bis 2025 zu 100 % mit erneuerbaren Energien zu versorgen. 2021 lag der Anteil bereits bei 85 %. Dies betrifft alle Einrichtungen wie Büro-, Laden- und Logistikgebäude, einschließlich der Elektroladestationen vor Ort. Amazon hat inzwischen mehr als 100 Projekte für erneuerbare Energien in ganz Europa angekündigt und hat gerade zwei große Solarprojekte auf den Dächern der neuesten Logistikzentren in Hof-Gattendorf (Bayern) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) angeschlossen. Diese Anlagen verfügen über eine Gesamtkapazität von 7,7 Megawatt (MW) und sind Amazons dritt- und viertgrößten bisher angeschlossenen Onsite-Solaranlagen in Europa. Darüber hinaus plant das Unternehmen, die Anzahl der Standorte mit Solardachanlagen in Deutschland bis 2024 auf insgesamt 14 zu erhöhen. Sobald alle 14 Standorte in Betrieb sind, sollen sie genug Energie produzieren, um umgerechnet mehr als 13.000 deutsche Haushalte pro Jahr mit Strom zu versorgen. Dieses Vorhaben ergänzt Investitionen, die Amazon in große Offsite-Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien in Deutschland tätigt, darunter ein Offshore-Windpark mit einer Kapazität von 350 MW in der deutschen Nordsee, der 2025 ans Netz gehen soll. Sobald dieser Windpark in Betrieb ist, soll er genug Energie produzieren, um umgerechnet mehr als 450.000 deutsche Haushalte pro Jahr mit Strom zu versorgen. Amazon hat 2019 die Klimainitiative Climate Pledge mitgegründet und hat sich verpflichtet, bis 2040 CO2-neutral (net-zero carbon) zu sein. Amazon verzichtet in seinen deutschen Logistikzentren auf Versandverpackungen aus Einweg-Plastik und wird weiterhin neue Wege beschreiten, um den Klimawandel zu bekämpfen und in Lösungen zu investieren, die zur zum Netto-Null-Ziel des Unternehmens beitragen.

Finanzen
Lidl-Gründer Dieter Schwarz ist der reichste Deutsche

Das manager magazin stellt sein Ranking der 500 reichsten Deutschen 2022 vor. Mit einem geschätzten Vermögen von 36 Milliarden Euro ist Dieter Schwarz der reichste Deutsche. Der Unternehmer hat damit die BMW-Großaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt abgelöst; sie landen laut Schätzung des manager magazins mit 33,3 Milliarden Euro nun auf Rang drei der Liste. Platz zwei mit 34 Milliarden Euro eroberte die Familie Reimann, die über ihre JAB Holding Anteile an mehreren Konsumgüterherstellern hält. Insgesamt gibt es derzeit 212 Milliardäre in Deutschland – einen weniger als 2021. Aufgrund der Multikrise habe die Besitztümer der reichsten Deutschen dabei deutlich an Wert verloren. Die Vermögen der 100 reichsten Deutschen fielen um 54,7 Milliarden Euro auf 667,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zum Aktienmarkt kamen sie dabei noch relativ gut weg: Der Dax40 büßte von Mitte September 2021 bis Mitte September 2022 rund 17 Prozent ein. Die Liste der 500 reichsten Deutschen ist eine jährliche Auswertung des manager magazins. Sämtliche Daten sind Schätzungen. Sie beruhen auf Aktienbewertungen genauso wie auf Recherchen in Registern oder Gesprächen mit den Gelisteten selbst. Die Top Ten sind: Dieter Schwarz; Lidl, Kaufland; 36 Milliarden Euro Familie Reimann; JAB Holding; 34 Milliarden Euro Susanne Klatten und Stefan Quandt; BMW, Beteiligungen; 33,3 Milliarden Euro Familie Merck; Pharma; 31,5 Milliarden Euro Familien Albrecht und Heister; Aldi Süd; 26,5 Milliarden Euro Klaus Michael Kühne; Logistik, Lufthansa; 24,2 Milliarden Euro Familie Porsche; Automobil; 22,5 Milliarden Euro Familie Theo Albrecht junior und Familie Babette Albrecht; Aldi Nord; 19,2 Milliarden Euro Andreas Strüngmann; Investor, Biontech; 14,8 Milliarden Euro Thomas Strüngmann; Investor, Biontech; 14,8 Milliarden Euro Die gesamte Liste ist verfügbar unter: www.manager-magazin.de

World Cup Shield
Türkische Streitkräfte sorgen bei Fußball-WM für Sicherheit

Ankara – Katar hat sich an die Türkei, seinen engsten regionalen Verbündeten, gewandt, um zu gewährleisten, dass der Wettbewerb, der über 1,2 Millionen Besucher anziehen soll, jederzeit sicher ist. Das türkische Parlament hat am Mittwoch einen Antrag zur Entsendung von Truppen nach Katar gebilligt, um die Sicherheit während der Fußballweltmeisterschaft 2022 zu erhöhen. Auf Antrag Katars wurde dem Parlament bereits am Samstag ein Gesuch vorgelegt, Soldaten für sechs Monate nach Katar zu entsenden, um während des Fußballturniers im November für Sicherheit zu sorgen. Die Operation World Cup Shield zielt darauf ab, die notwendigen Maßnahmen gegen verschiedene Bedrohungen, insbesondere Terrorismus, zu ergreifen, die die Sicherheit der Organisation beeinträchtigen könnten, heißt es in dem Memorandum. Ferner heißt es, dass die türkischen Streitkräfte, die im Rahmen der Operation eingesetzt werden, während des gesamten Einsatzes unter nationalem Kommando stehen werden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wird die Türkei im Vorfeld der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 zudem über 3.000 Bereitschaftspolizisten nach Katar entsenden, um Stadien und Hotels im Land zu sichern. „Mit einer Bevölkerung von weniger als 3 Millionen – von denen nur 380.000 katarische Staatsbürger sind – steht Katar vor einem Personalmangel, während es sich auf das einmonatige FIFA-Fußballturnier vorbereitet“, so Reuters. „Während des Turniers wird die türkische Polizei nur Befehle von ihren türkischen Vorgesetzten entgegennehmen, die vorübergehend in Katar Dienst tun“, so eine türkische Quelle gegenüber Reuters und fügte hinzu: „Die katarische Seite wird nicht in der Lage sein, der türkischen Polizei direkte Befehle zu erteilen“, aber alle Kosten für das eingesetzte Personal werden von Katar übernommen. Die Quelle gab nicht an, wer die letztendliche Aufsicht über die türkische Sicherheitsoperation haben wird, die sich auf die acht Stadien, in denen die Spiele stattfinden, und die Hotels, in denen die 32 Nationalmannschaften übernachten werden, erstreckt, so Reuters. Die Türkei und Katar haben ihre sicherheitspolitischen Beziehungen auf breiterer Ebene vertieft. Ein Abkommen zwischen ihren Luftstreitkräften trat am 15. September in Kraft. Nach diesem Abkommen kann Katar seine Kampfflugzeuge vorübergehend für gemeinsame Übungen in der Türkei stationieren, und die Türkei kann katarische Frachtflugzeuge zur Beförderung von eigenem Personal und/oder Munition bei Einsätzen im In- und Ausland nutzen, heißt es in dem im türkischen Amtsblatt veröffentlichten Text des Abkommens. Für die Türkei wären solche gemeinsamen Übungen von großem Nutzen, da ihre F-16-Piloten mit Piloten trainieren könnten, die Katars in Frankreich hergestellte Rafale-Jets bedienen, das gleiche Modell, das auch vom Rivalen Griechenland verwendet wird, so zwei türkische Beamte, die unter der Bedingung der Anonymität sprachen, um die sensiblen Informationen weiterzugeben. Im Rahmen des Abkommens von 2021 können maximal 36 katarische Flugzeuge zu Ausbildungszwecken in der Türkei eingesetzt werden. Die Türkei und Katar stehen sich seit Jahren nahe, und die Unterstützung Ankaras für Doha während des Zerwürfnisses mit anderen regionalen Staaten im Jahr 2017 hat diese Beziehung noch vertieft. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain kappten während des Streits die diplomatischen und kommerziellen Beziehungen zu Katar. Die Türkei entsandte Truppen nach Katar.

Auch interessant

– „Fakenews“ – Bericht: Nichtexistierende „Experten“ kritisieren in Artikeln Türkei und Qatar

Insgesamt 46 etablierte Medien, die überwiegend in den USA ansässig sind, veröffentlichten mehr als 90 Meinungsartikel von 19 nichtexistierenden Experten, die die Türkei und Katar kritisierten.

Bericht: Nichtexistierende „Experten“ kritisieren in Artikeln Türkei und Qatar

Zentralmoschee Köln
Thema Umweltschutz beim Tag der Offenen Moschee

0

Köln – Muslime in Köln haben dieses Jahr, am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, wieder zum Tag der offenen Moschee (TOM) eingeladen.

In diesem Jahr stand die bundesweite Aktion auf Grund der aktuellen besonderen Herausforderung unter dem Motto „Knappe Ressourcen – große Verantwortung“. Fragen rund um die Bereiche Umweltschutz, gerechte Verteilung von knappen Ressourcen aber auch die Auswirkungen der Klimakrise waren dieses Jahr zentrale Gesprächsthemen.

Tausende Besucher nutzten die Möglichkeit, sich über den Islam zu informieren

Tausende Besucher kamen zu diesem Anlass erneut in die Zentralmoschee Köln und hatten bei der ganztägigen Veranstaltung die Möglichkeit, die Moschee aus nächster Nähe kennenzulernen. Dazu bot das Moschee-Forum der Zentralmoschee Köln ihren Besuchern ein attraktiv gestaltetes Begrüßungs- und Rahmenprogramm an.

Ein engagiertes und junges Team des Moschee-Forums bot alle 30 Minuten Führungen durch die Zentralmoschee an der Venloer Str. 160 an. Besucherinnen und Besucher hatten so die Möglichkeit, das Bauwerk in Ehrenfeld zu besichtigen und Fragen rund um den Islam und zur Moschee zu stellen.

Atasoy: „Herausforderungen unserer Zeit können nur gemeinsam bewältigt werden“

Eröffnet wurde der Tag der offenen Moschee mit den Eingangsworten des stellvertretenden DİTİB-Bundesvorsitzenden Abdurrahman Atasoy. Atasoy wies in seiner Rede auf die moderne und transparente Architektur der Moschee hin und sagte, dass dadurch „Schwellen- und Kontaktängste abgebaut“ und der „einladende Charakter von Bau und Gemeinde gleichermaßen betont“ werde.

Der stellvertretende Vorsitzende betonte, dass die Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam zu bewältigen seien. „Dies gilt ebenfalls und insbesondere für den Umweltschutz, der gefühlt aktuell akuter ist, als noch vor einigen Jahren. Er ist jedoch nur deshalb für uns akuter, weil er zunehmend uns selber betrifft. Hier, in unserer Heimat. Die Hitze- und Trockenperioden, die Unwetter und Überflutungen sind in diesem Ausmaß neu für uns in Deutschland und in ganz Europa“, sagte Atasoy.

Es gehe darum, wie der Menschheit sowohl jetzt als auch in der Zukunft eine lebenswerte Welt ermöglicht werden könne. „Wir brauchen ein Bewusstsein dafür, dass alles Handeln direkt und indirekt Auswirkungen hat auf andere. So, wie jede und jeder von uns Teil des Problems ist, so ist jede und jeder auch Teil der Lösung. Das gilt für jedes Individuum, für alle gesellschaftlichen Einrichtungen und Akteure, für alle Glaubensgemeinschaften und für alle Staaten sowieso! Gemeinsam können wir viel bewegen“, so Atasoy.

Muezzinruf zum Freitag Ausdruck der Beheimatung und Akzeptanz

Zum Muezzinruf in Köln sagte Atasoy, dass er den öffentlichen Ruf zum Freitagsgebet ausdrücklich begrüße. „Dies ist Ausdruck der Beheimatung der Muslime, die bereits seit Generationen in Deutschland als selbstverständlicher Teil der deutschen Gesellschaft leben.“ In anderen Städten sei der öffentliche Ruf zum Freitagsgebet möglich und unproblematisch. Die Entscheidung in Köln reihe sich somit in eine Kette gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz ein.

Şahinarslan: „Nicht nur die Türen unserer Moscheen, sondern auch unserer Herzen haben 365 Tage geöffnet“

Der Direktor des Moschee-Forums, Murat Şahinarslan, sagte, dass Moscheen den Besuchern nicht nur am Tag der offenen Moschee, sondern jeden Tag offen stehen und die Menschen die Gotteshäuser jederzeit, sowohl zum Gebet als auch zu Besuchszwecken besuchen können.

Şahinarslan schloss seine Rede wie folgt:

„Als Teil dieser Gemeinschaft öffnen wir nicht nur am 3. Oktober die Türen unserer Moscheen. Wir halten die Türen unserer Moscheen und unserer Herzen 365 Tage im Jahr offen.“ Der Vers im Koran, „O ihr Menschen! Wahrlich, Wir schufen euch aus Mann und Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr euch kennen lernet“, zeige, „dass wir als Gemeinschaft und Gesellschaft zusammen leben müssen.“

Fotoausstellung, Vortrag und Podiumsdiskussion

Beim Tag der offenen Moschee wurde außerdem eine Fotoausstellung des Hobbyfotografen Karl-J. Gramann präsentiert. Gramann‘s Ausstellung, die noch eine Weile für Besucher offen steht, trägt den Namen „Look Up“ und besteht aus ästhetischen Architekturfotografien, die monumentale Gebäude in Köln und Umgebung aus einer besonderen Perspektive heraus zeigen.

Energieeinsparungspotenziale von Moscheen

In einem Vortrag über Gotteshäuser in Zeiten der Energie- und Klimakrise wies Baraa Abu El-Khair von dem gemeinnützigen Verein Nour Energy e.V. auf Energieeinsparungspotenziale von Moscheen hin. Dabei ging Abu El-Khair auf Fragen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes ein und verwies auf die Technik der Erneuerbaren Energien.

„Es gibt Hoffnung: Eine Reihe von Moscheen stellt sich seit Jahren diese und weitere Fragen. Ihr Engagement reicht vom Verzicht auf Plastik über das Einkaufen von qualitativen Bio- und Fairtrade-Lebensmitteln bis hin zur Installation von Photovoltaikanlagen für die grüne Stromgewinnung“, zeigte sich Abu El-Khair erleichtert.

In einer vom Direktor des Moschee-Forum, Murat Şahinarslan, moderierten Podiumsrunde ging es zudem um den Gebetsruf zum Freitag an der Zentralmoschee Köln. Hier erörterten Dr. Zekeriya Altuğ, Abteilungsleiter für Gesellschaft und Zusammenarbeit der DİTİB, Gökhan Uygun sowie Mustafa Kader, beide Religionsbeauftragte der Zentralmoschee Köln, die Frage nach dem zukünftigen Gebetsruf zum Freitag.

Moscheen finden ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft

In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels finden die Moscheen mehr und mehr ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft, so dass Sie zunehmend als Raum für Begegnung und persönlichen Austausch wahrgenommen werden. Rahmenprogramme mit Moscheeführungen, Informationsständen zum sozialen Engagement und der religiösen Bildung, aber auch Ausstellungen im künstlerischen, kulturellen oder historischen Kontext werden dabei immer bedeutender.

Der Tag der offenen Moschee, der seit 1997 jährlich am Tag der Deutschen Einheit stattfindet, wird seit 2007 von den islamischen Religionsgemeinschaften ausgerichtet, die im Koordinationsrat der Muslime (KRM) organisiert sind. Zum Koordinationsrat gehören der Zentralrat der Muslime, die Türkisch-Islamische Union (DİTİB), der Islamrat und der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) sowie die Union der Islamisch-Albanischen Zentren in Deutschland (UIAZD) und der Zentralrat der Marokkaner in Deutschland (ZRMD).

ybas

Ukraine-Krieg
„Putin so einsam und isoliert wie noch nie“

Osnabrück – Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich besorgt über wiederholte Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin gezeigt, im Ukraine-Krieg eine Atombombe einzusetzen. „Wir nehmen seine Worte sehr ernst, alles andere wäre fahrlässig“, sagte Baerbock im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). In den nun schon mehr als 220 Kriegstagen habe Putin „immer wieder gezeigt, dass er vor schlimmsten Kriegsverbrechen nicht zurückschreckt“. Er mache vor Krankenhäusern und Kindern nicht halt und sei sogar bereit, sein eigenes Land zu ruinieren. „Allerdings hat Putin schon zuvor unverantwortliche Drohungen ausgesprochen, und er weiß zugleich, dass kein Land auf der Welt – auch nicht diejenigen, die sich wie China bisher nicht klar positionieren – bei dieser Frage ein Zündeln einfach so akzeptieren würde“, erläuterte Baerbock zur Atombomben-Drohung. „Auf Erpressung dürfen und werden wir uns nicht einlassen, das würde Putin als Einladung zu weiterer Eskalation verstehen.“ Putins Rede am Freitag habe klargemacht, „dass sein imperialer Wahn sich nicht auf die Ukraine beschränkt. Deshalb setzen wir unsere Unterstützung für die Ukraine verantwortungsvoll fort“. Wenn Russland „mit Landraub und Erpressung durchkommt und diesen Krieg gewänne – also die Ukraine vernichtet -, läge nicht nur die europäische Friedensordnung in Trümmern, sondern kein kleines Land wäre mehr sicher“, betonte sie. Nach Überzeugung der Außenministerin verliert der russische Präsident zudem international an Rückhalt. „Kaum ein Land weltweit stellt sich noch hinter Putin, zu Hunderttausenden fliehen junge Russen aus dem Land. Der russische Präsident ist so einsam und isoliert wie noch nie. Und er trägt ganz allein die Verantwortung für jeden Tag dieses furchtbaren Krieges“, sagte Baerbock der „NOZ“. Dagegen stehe der bewegende Mut der Ukraine, ihr Land und damit die internationale Friedensordnung zu verteidigen. Und dagegen stehe die Geschlossenheit Europas. „Das gibt Hoffnung.“

Auch interessant

– Kriegsverbechen – Ukraine: Weitere mutmaßlich russische Folterräume entdeckt

In den von der russischen Armee befreiten Regionen wurden am Donnerstag weitere Folterräume entdeckt.

Ukraine: Weitere mutmaßlich russische Folterräume entdeckt

Lange Wartezeiten
TÜV nimmt nun auch samstags Führerscheinprüfungen ab

Essen – Fahrschülerinnen und Fahrschüler in NRW müssen lange auf einen Termin für ihre Führerscheinprüfung warten. Zwischen sechs und zehn Wochen beträgt aktuell die Wartezeit, wie der TÜV Nord und der TÜV Rheinland auf NRZ-Anfrage bestätigen. Das kann dazu führen, dass der Führerschein um bis zu fünf Prozent teurer wird, weil bis zum Prüfungstermin mehr Fahrstunden fällig werden. Nun wollen beide TÜV-Unternehmen auch samstags Prüftermine anbieten. Zudem würden Ruheständler reaktiviert, um kurzfristig den Terminstau abzuarbeiten. In Absprache mit den Betriebsräten würden sie auf Urlaub verzichten und Mehrarbeit leisten. Der TÜV Rheinland habe eigenen Angaben zufolge zudem die Zahl seiner Fahrprüfer beträchtlich aufgestockt. „Unter anderem dadurch, dass lizenzierte Fahrprüfer, die ansonsten jedoch die technischen Prüfungen bei der HU durchführen, als Fahrprüfer rekrutiert wurden“, erläutert ein Sprecher des Unternehmens. So sei es möglich gewesen, von Anfang Januar 2022 bis Ende August 2022 mehr als 101.000 Fahrerlaubnisprüfungen zu fahren. Das sei „mehr als jemals zuvor in der Geschichte“, schildert er. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019 seien es lediglich 93.600 Fahrprüfungen gewesen. Für die Monate September und Oktober rechnet der TÜV Rheinland zudem mit weiteren über 25.000 praktischen Prüfungen.

62. Jahrestag
Zypern feiert Unabhängigkeit von britischer Herrschaft

0
Nikosia – Die Republik Zypern hat am Samstag mit einer Militärparade in der Hauptstadt Nikosia den 62. Jahrestag der Erklärung ihrer Unabhängigkeit von der britischen Herrschaft gefeiert. „Wir ehren alle, die für unser Heimatland gekämpft haben, und wir konzentrieren uns weiterhin auf die Befreiung und Wiedervereinigung unseres Landes“, erklärte Präsident Nicos Anastasiades am Samstag in einem Tweet. An der Parade nahmen die politische, religiöse und militärische Führung des Inselstaates teil. Die griechische Regierung wurde von Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos und dem Chef der griechischen Streitkräfte, General Konstantinos Floros, vertreten.

Auch interessant

– OIC-Treffen – Nordzyperns Außenminister Ertuğruloğlu fordert Ende der Sanktionen

Der Außenminister Nordzyperns (TRNC), Tahsin Ertuğruloğlu, hat während eines Treffens der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ein Ende der Isolation gegen Nordzypern gefordert.

Nordzyperns Außenminister Ertuğruloğlu fordert Ende der Sanktionen

Energiekrise
Wagenknecht: Deutschland sollte aus Russland-Sanktionen aussteigen

Osnabrück – Angesichts der Energiekrise hat die Linken-Abgeordnete Sahra Wagenknecht Bundeskanzler Olaf Scholz aufgefordert, mit Russland über neue Gaslieferungen zu verhandeln. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Wagenknecht: „Die Bundesregierung sollte aus den meisten Wirtschaftssanktionen aussteigen und mit Russland über eine Wiederaufnahme der Gaslieferungen verhandeln.“ Dafür müssten die beschädigten Pipelines schnell repariert werden. Die deutsche Industrie brauche preiswerte Energie, sonst würden viele Unternehmen die Krise nicht überleben oder ihre Produktion ins Ausland verlagern. Wagenknecht sagte: „Da die Regierung keine bezahlbare Alternative zum russischen Gas gefunden hat – amerikanisches Fracking-Gas oder Flüssiggas vom Golf sind extrem teuer und stehen auch nicht ausreichend zur Verfügung – muss Kanzler Scholz mit dem Kreml reden.“ Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder sei ja aus Moskau mit der Botschaft zurückgekommen, dass Putin verhandeln wolle. Die Linken-Politikerin sagte: „Ich finde, das muss Scholz aufgreifen. Wir brauchen Verhandlungen über einen Waffenstillstand in der Ukraine und über unsere künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit.“ Die ehemalige Linken-Fraktionsvorsitzende Wagenknecht wiederholte ihre – innerhalb der Fraktion umstrittene – Forderung, Sanktionen gegen Russland zu beenden: „Die Sanktionspolitik und die durch sie ausgelöste Energiepreisexplosion haben bei uns katastrophale Folgen.“ Die Strafmaßnahmen verfehlten das Ziel, Druck in Richtung eines schnellen Kriegsendes auszuüben: „Deshalb sollten wir diese Politik nicht fortsetzen“, so Wagenknecht.

Auch interessant

– Energiekrise – Von der Leyen dankt Aserbaidschan für Gas

Laut EU-Chefin von der Leyen ist die neue Pipeline zwischen Griechenland und Bulgarien ein „Wendepunkt“, der der Region „Freiheit von Russland“ bringe.

Von der Leyen dankt Aserbaidschan für Gas