Flüchtlingspolitik
Länder kritisieren Merkels Einreiseerlaubnis für Flüchtlinge

Berlin (dts) – In der Flüchtlingspolitik gibt es parteiübergreifend Kritik an Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Nach Angaben der „Welt am Sonntag“ haben mehrere Landesinnenminister in vertraulichen Telefonkonferenzen bemängelt, dass die Länder von Merkels großzügiger Einreiseerlaubnis für Flüchtlinge ohne jede Abstimmung „überrumpelt“ worden seien. Die Ressortchefs warnen vor Chaos bei der Unterbringung der Flüchtlinge und vor Sicherheitsrisiken. Das bestätigte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Roger Lewentz (SPD) aus Rheinland-Pfalz: „Die Länder sind völlig überrascht worden von der Einreiserlaubnis der Kanzlerin. Wir hätten Zeit für Vorbereitungen gebraucht. Und wir hätten vorher davon wissen müssen.“ Die Länder seien „in großer Not, weil sie bei der Unterbringung von Flüchtlingen am Limit sind. Wir können die Geschwindigkeit des Zustroms nicht mehr lange allein bewältigen“, sagte Lewentz der „Welt am Sonntag“. Die Koalitionsbeschlüsse, wonach der Bund sechs Milliarden Euro zur Lösung der Flüchtlingskrise bereitstellen soll, reichen dem IMK-Vorsitzenden Lewentz nicht. „Ich fordere noch mehr direkte Unterstützung des Bundes. Er muss verstärkt mit eigenen Liegenschaften und Personal dafür sorgen, Flüchtlinge unterzubringen“, sagte Lewentz.

Waffenhandel
Ex­port deut­scher Klein­waf­fen in ara­bi­sche Län­der mas­siv ge­stie­gen

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Berlin (dts) – Der Ex­port deut­scher Klein­waf­fen in ara­bi­sche Län­der ist mas­siv ge­stie­gen. Nach einem Be­richt der Zeitung „Bild am Sonntag“ wurde al­lein im ers­ten Halb­jahr 2015 die Aus­fuhr von Klein­waf­fen im Wert von 7,9 Mil­lio­nen Euro ge­neh­migt – im ers­ten Halb­jahr 2014 waren es nur 246.565 Euro. Das geht aus einer Ant­wort des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums auf eine An­fra­ge der Lin­ken her­vor. Lin­ken-Ver­tei­di­gungs­ex­per­te Jan van Aken sagte „Bild am Sonntag“: „Wirt­schafts­mi­nis­ter Ga­bri­el stellt sich gern als Kri­ti­ker der Klein­waf­fen dar – und ex­por­tiert sie dann hem­mungs­los in den Nahen Osten, mit­ten hin­ein in die Bür­ger­krie­ge und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen.“

Flüchtlingskrise
Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um: 2015 bis­lang 2336 Schleu­ser fest­ge­nom­men

Berlin (dts) – Die Schleu­ser-Kri­mi­na­li­tät in Deutsch­land ist im Ver­gleich zum Vor­jahr enorm an­ge­stie­gen. Bis zum 8. Sep­tem­ber wur­den in die­sem Jahr nach Angaben des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums 2336 Schleu­ser fest­ge­nom­men, berichtet die Zeitung „Bild am Sonntag“. Dies ent­spricht einer Stei­ge­rung zum Vor­jah­res­zeit­raum um 40 Pro­zent. Die meis­ten der fest­ge­nom­me­nen Schleu­ser kämen aus Un­garn (256), Ru­mä­ni­en (207), Sy­ri­en (184), Bul­ga­ri­en (116) und Ser­bi­en (113). An­ge­sichts der deut­lich ge­stie­ge­nen Zahl an Fest­nah­men for­der­te Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Maizière (CDU), alles zu tun, um gegen die or­ga­ni­sier­te Schleu­ser-Kri­mi­na­li­tät vor­zu­ge­hen. De Maizière sagte der Zeitung „Bild am Sonntag“: „Spä­tes­tens nach dem schreck­li­chen Er­sti­ckungs­tod der Men­schen in dem Kühl­las­ter in Ös­ter­reich muss jedem klar sein, dass die Schleu­ser auf men­schen­ver­ach­ten­de Weise Pro­fit über mensch­li­ches Leben stel­len. Wir müs­sen na­tio­nal wie in­ter­na­tio­nal alles un­ter­neh­men, um vor allem auch die Draht­zie­her zur Ver­ant­wor­tung zu zie­hen und deren übels­te Ma­chen­schaf­ten un­ter­bin­den.“ Auch CSU-Ge­ne­ral­se­kre­tär An­dre­as Scheu­er ver­ur­teil­te das Ge­schäft der Schleu­ser: „Wer Men­schen in Trans­por­ter ein­schweißt, muss die ganze Härte des Ge­set­zes spü­ren. Das sind mehr­fa­che Mör­der“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Nach An­ga­ben von Tho­mas Schweikl, Spre­cher der Bun­des­po­li­zei­in­spek­ti­on in Freyung (Bay­ern), wer­den der­zeit „immer noch zwi­schen fünf und zehn Schleu­ser am Tag“ fest­ge­nom­men.

Par­tei­klau­sur
SPD-Spit­ze em­pört über See­ho­fer-Ein­la­dung für Orbán

Berlin (dts) – Die SPD-Spit­ze re­agiert em­pört auf die Ein­la­dung des un­ga­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Vik­tor Orbán durch CSU-Chef Horst See­ho­fer zur nächs­ten Par­tei­klau­sur. Der stell­ver­tre­ten­de SPD-Vor­sit­zen­de Ralf Steg­ner sagte der Zeitung „Bild am Sonntag“: „Horst See­ho­fer muss auf­pas­sen, dass er nicht zu einem deut­schen Do­nald Trump wird. Wer sich mit Orbán ver­brü­dert, trägt nicht zu einer eu­ro­päi­schen Lö­sung der Flücht­lings­fra­ge bei.“ Die SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Yas­min Fa­hi­mi sagte ge­gen­über der Zeitung „Bild am Sonntag“: „Horst See­ho­fer fällt mit der Ein­la­dung an Vik­tor Orbán der Kanz­le­rin ganz of­fen­sicht­lich in den Rü­cken. Wir brau­chen jetzt klare Hal­tung in der Ko­ali­ti­on, um das Flücht­lings­pro­blem zu lösen. Die CSU ist im Au­gen­blick we­ni­ger Teil der Lö­sung als Teil des Pro­blems.“ Zu­gleich warn­te Steg­ner vor einer Über­for­de­rung, wenn der Flücht­lings­strom nicht nach­las­se: „Deutsch­land kann die Her­aus­for­de­rung al­lei­ne nicht schaf­fen.“

Filmtipp
ALLES STEHT KOPF

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Filmtipp: – ALLES STEHT KOPF – Im Hauptquartier, dem Kontrollzentrum im Kopf der elfjährigen Riley, leisten fünf Emotionen Schwerstarbeit: Angeführt von der optimistischen FREUDE, die Riley immer nur glücklich sehen möchte, sorgt sich ANGST ständig um Rileys Sicherheit, während WUT auf der Suche nach Gerechtigkeit bisweilen die Hutschnur platzt. Und die aufmerksame EKEL schützt den Teenager davor, sich zu vergiften – körperlich oder mental. Nur die unglückliche KUMMER weiß nicht so Recht, was ihre Aufgabe ist – nun ja, die anderen offensichtlich aber auch nicht. Als Rileys Familie eines Tages vom Land in eine fremde große Stadt zieht, sind die Emotionen gefragt, Riley durch die bislang schwerste Zeit ihres Lebens zu helfen. Aber als FREUDE und KUMMER durch ein Missgeschick tief im Gedächtnis des Mädchens verschwinden, liegt es an den anderen drei Emotionen, das Chaos in den Griff zu bekommen. Dummerweise haben FREUDE und KUMMER versehentlich wichtige Kernerinnerungen von Riley mitgenommen und müssen diese nun unbedingt ins Hauptquartier zurückbringen, wenn sie nicht für immer verloren gehen sollen. Es beginnt eine aufregende Reise durch ihnen unbekannte Hirnregionen wie das Langzeitgedächtnis, das Fantasieland, das Abstrakte Denken und die Traum Produktion, die von den beiden Emotionen alles abverlangt – auch, über den eigenen Gefühlsrand hinauszuwachsen… TITEL ALLES STEHT KOPF ORIGINALTITEL Inside Out STARTDATUM 01.10.2015 FSK Ohne Altersbeschränkung REGIE Pete Docter DARSTELLER Stimmen: Hans-Joachim Heist, Olaf Schubert, Bettina Zimmermann, Kai Wiesinger, Katja von Garnier, Dietmar Bär, Klaus-J. Behrendt, Matthias Roll, Philipp Laude, u.v.a. COPYRIGHT Disney / Pixar PRODUZENT Pixar Animation Studios

Werbeverbot
Ernährungsminister gegen Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel

Berlin (dts) – Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) ist gegen Werbeverbote, um Kinder vor ungesunden Lebensmitteln zu schützen. „Ich lehne eine politische Steuerung des Konsums durch Werbeverbote und Strafsteuern für vermeintlich ungesunde Lebensmittel ab“, sagte Schmidt dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Probleme wie Übergewicht und Adipositas ließen sich nicht mit Gesetzen und Verboten lösen, so Schmidt. Damit widerspricht der Minister der grünen Verbraucherausschuss-Vorsitzenden Renate Künast, Foodwatch und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die ein Werbeverbot für ungesunde Kinderlebensmittel fordern. Nach Meinung Schmidts seien vor allem die Eltern in der Pflicht. „Sie kennen ihr Kind und können am besten entscheiden, welche Produkte sie kaufen und welche sie besser liegen lassen“, sagte Schmidt der Zeitung.

Terrordrohung
Türkei: Podolski salutiert vor türkischer Flagge und wird von PKK bedroht

Lukas Podolski erklärt sich als erster Legionär mit türkischen Streitkräften solidarisch Istanbul (nex) – Der 30-jährige deutsche Fußballlegionär und Nationalspieler Lukas Podolski hat sich in einem Tweet mit den Soldaten der türkischen Streitkräfte und dem türkischen Volk solidarisiert. Der bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag stehende Podolski postete unter anderem in den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook ein Bild von sich, auf dem er mit einem militärischen Gruß vor einer türkischen Flagge posiert. Dazu schrieb er auf Türkisch die Worte: „Mein Herz ist mit euch, den für die Fahne gefallenen türkischen Soldaten. Dem türkischen Volk mein Beileid.“ Für den Beitrag erntete der Profifußballer viel Beifall in der türkischen Community, allerdings nahmen vor allem links- und rechtsradikale Deutsche sowie Anhänger der terroristischen PKK den Tweet zum Anlass, um Pöbeleien auf seinen Social-Media-Accounts zu hinterlassen. Auch Drohungen gegen den Fußballprofi soll es gegeben haben. Um die Situation zu beruhigen, entschloss sich Podolski zu einer Überarbeitung seines Beitrages. Vor knapp 20 Stunden äußerte er sich wie folgt: „Heute gab es viel Aufregung um einen Post von mir und mir wurden eine Menge Dinge unterstellt. Damit habe ich nicht gerechnet, denn ich dachte echt, man weiß wie ich zu solchen Themen stehe. Aber mein Post war missverständlich, das wollte ich natürlich nicht. Also: Ich liebe die Türkei, das Land und die Menschen hier. Mich hat heute die Geschichte eines toten Soldaten berührt und ich wollte Respekt zeigen für eine Nation, die mich mit offenen Armen aufgenommen hat. Nicht mehr und nicht weniger. Ich mache keine Politik und verurteile niemanden. Habe ich nie und dabei bleibt es auch. Jeder gefallene Soldat auf der Welt ist einer zu viel, egal wofür er kämpft!!!“ Seitdem die terroristische PKK wieder zu den Waffen gegriffen und die türkische Regierung deshalb eine breit angelegte Antiterror-Operation in die Wege geleitet hat, haben einige türkische Spieler zuletzt mit dem militärischen Gruß Tore gefeiert. Podolski war aber der erste ausländische Spieler, der diese Geste in der Öffentlichkeit zeigte.

Flüchtlingsdebatte
Vucic: Deutschland sollte serbischen Asylbewerbern weniger Geld auszahlen

Berlin (dts) – Der serbische Premierminister Aleksandar Vucic rät Deutschland, Flüchtlingsfamilien aus seinem Land künftig nicht mehr mit Taschengeldern auszustatten, die das Durchschnittsgehalt eines Serben mehrfach übersteigen. „Ihr müsstet denen nur weniger Geld anbieten“, sagte Vucic dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“. „Diese Leute wollen weder hier bei uns noch in Deutschland arbeiten, dafür werden sie von euch mit viel Geld belohnt, irgendwann nach Serbien zurückgeschickt – und sechs Monate später probieren sie es wieder.“ Es handle sich um „falsche Asylbewerber“. Gleichzeitig betont der Politiker, dass sein Land bis 2020 der EU beitreten wolle. Die Zukunft Serbiens liege im Westen. Zwar fühlten sich viele seiner Landsleute zu den Russen hingezogen. „Doch wenn es um die Gesellschaft geht, in der sie leben wollen“, sagte Vucic, „würden sich bis zu vier Fünftel für das westliche Modell entscheiden.“

Syrienkonflikt
Seehofer will engere Zusammenarbeit mit Putin

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Berlin (dts) – CSU-Chef Horst Seehofer hat eine engere Zusammenarbeit mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gefordert. Ohne die Mitwirkung Putins sei die Situation in Syrien nicht in den Griff zu bekommen, sagte Seehofer dem „Spiegel“. Am Montag will der CSU-Parteivorstand darüber beraten, wie eine Kooperation mit Moskau aussehen könnte. Unterstützung erhält Seehofer von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). „Wir brauchen eine gemeinsame diplomatische Initiative der UN mit Beteiligung Russlands, der USA, der EU und der Regionalmächte“, sagte Müller. Die Atomverhandlungen mit Iran könnten hier eine Vorlage sein. Zuletzt mehrten sich die Hinweise, dass Putin den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verstärkt unterstützt.

Rauchverbot
Massenschlägerei in Berliner S-Bahn

Berlin (nex) – In einer Berliner S-Bahn ist ein Streit wegen einer Zigarette eskaliert. Nachdem eine junge Frau einen 33-jährigen Fahrgast aufgefordert hat, das Rauchen einzustellen, hatte dieser die Frau angegriffen. Nach einem Schlag ins Gesicht ist die 22-Jährige gestürzt und hat sich dabei leicht am Rücken verletzt. Zwei unbekannte Fahrgäste, die den Vorfall beobachtet hatten, sind der jungen Frau sofort zur Hilfe gekommen und haben auf den Angreifer eingeprügelt. Am S-Bahnhof Jungfernheide ist der  33-jährige Angreifer von der Polizei festgenommen worden. Die Polizei ermittelt jetzt gegen den polizeibekannten 33-Jährigen wegen Körperverletzung. Nach den unbekannten Helfern, die der jungen Frau beigestanden haben, wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gefahndet. Die Grenze zur Nothilfe hätten die beiden Männer deutlich überschritten.