Suhl
Mehrere Verletzte bei Massenschlägerei unter Flüchtlingen in einem Asylzentrum in Suhl
Suhl (dts) – Bei einer Massenschlägerei in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Suhl sind am frühen Sonntagmorgen mindestens acht Menschen verletzt worden. Mehr als 80 Menschen waren an der Auseinandersetzung beteiligt, teilte die Polizei mit. Unter den Verletzten seien zwei Mitarbeiter des Wachdienstes.
Sieben Flüchtlinge seien festgenommen worden, die Polizei war mehrere Stunden lang im Einsatz. Als erste Maßnahme wurden 23 Flüchtlinge in eine andere Unterkunft gebracht. Der Auslöser der Schlägerei sei nichtig gewesen, so die Polizei. In Köln wurde bei einem weiteren Zwischenfall ein Mann schwer verletzt: Ein Flüchtling hatte andere Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft mit Messern attackiert. Als er mit den Messern auf die Beamte des SEK zulief, gaben diese insgesamt sechs Schüsse auf den Mann ab.
Hans-Werner Sinn
Trotz Migration: Ifo-Institut warnt vor Kollaps des Rentensystems
Berlin (dts) – Der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat von der Bundesregierung eine Reform des Rentensystems gefordert. „Trotz der Migration wird es nach der mittleren Prognose des Statistischen Bundesamtes im Jahre 2030 doppelt so viele Alte ab 65 Jahren in Relation zu den Jungen von 15 bis 64 Jahren geben wie noch im Jahr 2000“, sagte Sinn dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Deutschland tut gut daran, sich schon heute darauf vorzubereiten. Dazu gehört der Ausbau der kapitalgedeckten Rentensäulen, der Einstieg in die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die Verbesserung der Migrationspolitik, der rechtzeitige Abbau der Staatsverschuldung, ein rascher Ausstieg aus den ohnehin unwirksamen europäischen Rettungsprogrammen und vieles mehr“, so Sinn weiter.
CDU
Altmaier weist Berichte über vierte Merkel-Amtszeit zurück
Berlin (dts) – Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) hat den „Spiegel“-Bericht über eine erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel (CDU) zurückgewiesen. „Es ist und bleibt Spekulation“, sagte Altmaier der Zeitung „Bild“. Die Bundeskanzlerin werde „dann entscheiden, wenn sie es für richtig hält“, sagte Altmaier.
Altmaier fügte an, es sei „spannend, wenn ein Magazin, das lange das Gegenteil behauptet hat, nun mit Verve seine Meinung ändert“. Die Debatte innerhalb der SPD, ob die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl 2017 mit einem eigenen Kanzlerkandidaten gegen Angela Merkel antreten sollten, kommentierte der Chef des Bundeskanzleramts mit den Worten: „Diejenigen in der SPD, die Angela Merkel gut finden, stehen mit ihrer Meinung nicht allein: Die große Mehrheit der Deutschen sieht das genau so.“ Er komme aber „nicht im Traum auf die Idee, der SPD Ratschläge zu erteilen“. Altmaier sagte außerdem, er weigere sich auch, „jetzt schon über Koalitionen zu spekulieren oder den Wahlkampf ins Visier zu nehmen“: „Wir sollten versuchen, so lange es eben geht, gemeinsam zu regieren.“
Flüchtlingspolitik
Continental will Flüchtlinge als Azubis
Berlin (dts) – Ariane Reinhart, seit Oktober 2014 Personalvorstand des DAX-Konzerns Continental, geht neue Wege, um dem Unternehmen auch betreuungsintensive Gruppen zu erschließen. „Wir bieten jungen Leuten in schwierigen Situationen erst einmal an, ausbildungsreif zu werden. Wir können uns durchaus vorstellen, beispielsweise in ein solches Programm Flüchtlinge aufzunehmen“, sagte Reinhart der „Welt am Sonntag“.
„Aber dazu muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen, also die Möglichkeit, dass die Menschen die Sprache lernen und dann überhaupt legal arbeiten dürfen. Das ist das Grundgerüst, damit wir als Unternehmen tätig werden können. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, dann bekommen wir das hin“, so Reinhart weiter. Um dem Engpass an Mitarbeitern in einer alternden Gesellschaft zu begegnen, stellt Continental die Personalarbeit neu auf, sucht zum Unternehmen und nicht nur auf eine bestimmte Stelle passende Bewerber. Ein deutschlandweites Rekrutierungszentrum hat der Autozulieferer und Reifenhersteller schon gegründet. „Jetzt sind wir dabei, moderne Auswahlverfahren einzuführen, damit bei uns keine geeigneten Bewerber durch den Rost fallen. Wir suchen keine Funktionäre, sondern Menschen“, sagte Reinhart. Rückendeckung bekommt sie von Konzernchef Elmar Degenhart. „Ganz klar, wir haben Nachholbedarf in der Personalarbeit“, sagte Degenhart der „Welt am Sonntag“.
Frauenbild
Suding: Politikerinnen sollen Weiblichkeit nicht verstecken
Berlin (dts) – Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding fordert Frauen in der Politik dazu auf, ihre Weiblichkeit nicht zu verstecken. Suding sagte „Bild am Sonntag“: „Lange Zeit konnten Frauen doch nur als verkleidete Männer Karriere machen. Inzwischen kann eine Politikerin auch mal ein Kleid tragen, so wie es in Frankreich üblich ist. Wenn ich auch in Deutschland zu einem entspannteren Frauenbild beitragen kann, dann sehr, sehr gern.“
Ihr selbst habe ihr Aussehen nach eigener Einschätzung nicht geschadet. „Allerdings musste ich auch mit dem Vorurteil kämpfen: Wenn eine Frau gut aussieht, kann sie unmöglich auch noch intelligent sein.“
Doku-Soap
Neu bei RTL II: „Daniela Katzenberger – Mit Lucas im Babyglück“
München (ots) – Die Katze schnurrt bei RTL II: Endlich hat Daniela Katzenberger ihren Kater gefunden, nun ist es an der Zeit, ein neues Abenteuer in Angriff zu nehmen: die Familiengründung. Die Kult-Blondine und ihr Lebensgefährte Lucas Cordalis erwarten ihr erstes Kind und geben in acht Episoden der neuen Doku Soap „Daniela Katzenberger – Mit Lucas im Babyglück“ einen hautnahen Einblick in ihr baldiges Leben zu dritt. Die Doku-Soap begleitet Daniela und Lucas bei den Herausforderungen des Familien-Alltags und zeigt Katze und Kater bei ihren Erlebnissen in Sachen Baby, Nestbau & Co.
Das Jahr 2015 wird für Daniela Katzenberger ein ganz besonderes: Die Kult-Blondine und ihr Lebensgefährte Lucas Cordalis erwarten ihr erstes Kind und durchleben die wohl spannendsten Momente ihres Lebens. Die Schwangerschaft und die damit verbundenen körperlichen Veränderungen nimmt die Katze intensiv wahr und durchlebt alle Höhen und Tiefen der 42 Wochen – wie jede andere Schwangere auch. Gerade Partner Lucas muss in dieser Zeit besonders viel Beistand leisten.
Eine zentrale Frage treibt die werdenden Eltern immer wieder um: Wo soll das Baby aufwachsen? An Möglichkeiten mangelt es Daniela und Lucas nicht: Ludwigshafen? Mallorca? Oder doch das leer stehende Haus des Cordalis-Clans im Schwarzwald? Das Paar hat die Qual der Wahl. Und die fällt umso schwerer, wenn die zukünftigen Großeltern reichlich von ihrem Mitspracherecht Gebrauch machen.
- Achtteilige Doku-Soap mit Daniela Katzenberger und Lucas
Cordalis
- Das Paar auf dem Weg zur kleinen Familie
- Start: Dienstag, 08. September 2015, um 20:15 Uhr bei RTL II
Sonntagstrend
Umfrage: Merkel vor absoluter Mehrheit
Berlin (dts) – Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, stünde die Union vor dem Gewinn der absoluten Mehrheit. Im aktuellen Sonntagstrend kommen CDU und CSU auf 43 Prozent und sind damit erstmals seit Juni 2005 alleine genauso stark wie alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Die SPD mit 24 Prozent (ebenfalls unverändert), die Linkspartei mit 9 Prozent (minus ein Prozentpunkt) und die Grünen mit 10 Prozent (unverändert) erreichen zusammen ebenfalls 43 Prozent.
Nicht im Parlament vertreten wären die FDP mit 4 Prozent sowie die AfD mit 3 Prozent (beide unverändert). Die Sonstigen kommen auf 7 Prozent (Plus 1). Die Stärke der Union, da sind sich Meinungs- und Parteienforscher einig, liegt fast ausschließlich an der Person Angela Merkel. Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter sagte „Bild am Sonntag“: „Ihre Spitzenwerte hat die Union in erster Linie der Kanzlerin zu verdanken. Dank ihrer unaufgeregten Art vertrauen die Deutschen Angela Merkel. Und in der Griechenland-Krise konnte sie noch einmal Sympathien hinzugewinnen.“ Ähnlich der Wahlforscher Torsten Schneider-Haase (Emnid): „Merkel hat sich in der Griechenland-Krise bei den Deutschen als Politikerin präsentiert, auf die auch in schwierigen Situationen Verlass ist.“ Emnid befragte vom 23. bis 29. Juli insgesamt 1860 Personen.
Ci-Nex Film Review
Kellerspiele – The Vatican Tapes
Kellerspiele – The Vatican Tapes
Review von Julius Zunker
Düsseldorf (nex) – Lässt sich eigentlich noch ein wirklich guter Film zum Thema Exorzismus machen? Einer, der im selben Maße respektvoll mit dem Thema Glauben umgeht, wie das er spannend ist? Allein religiöse Themen bereits für einen Film um Besessenheit auszuschlachten wirkt von sich aus schon eher schräg, aber seit „Der Exorzist“ haben sich einige daran versucht. Die meisten dieser Versuche waren entweder zu einfallslos oder zu fromm um sich auf blasphemisches Terrain in überzeugendem und (oder) rücksichtsvollem Maße umzutun. „The Vatican Tapes“ erscheint einige Zeit sich auf der einfallslosen Seite den Genres zu bewegen. Regisseur Mark Neveldine (Co-Regisseur in der „Crank“-Franchise und „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“) spickt die Handlung mit allerlei sensationslüsternen Merkwürdigkeiten. Ganz vorne weg ist er scheinbar auch noch besessen von dem filmischen Opfer von dämonischer Besessenheit, der Hauptdarstellerin Olivia Taylor Dudley („Chernobyl Diaries“). Als sich „The Vatican Tapes“ dann aber endlich seinen eigenen wenigen einfallsreichen aber völlig abgedrehten Ideen hingibt, endet er abrupt. Bis dahin allerdings ist „The Vatican Tapes“ viel zu bekannt und bisweilen einfach nur nervtötend. Alles beginnt, wenig überraschend, mit einer dämonischen Besessenheit. Was aber natürlich nicht fehlt, denn der Titel sagt es ja direkt aus, ist der obligatorische Hinweis es mit einem „Found-Footage Film“ zu tun zu haben. Seit den Tagen von „Blair Witch Project“ wird mit immer besseren, dafür aber nicht weniger wackligen Bildern das Grusel- und Horrorgenre „bereichert“. Hin und wieder gibt es mal einen Ausreißen in fremdes Terrain und manches Mal ist sogar ein Volltreffer dabei. Entgegen dem üblich zu findenden Filmmaterial sind die Aufnahmen aus „The Vatican Tapes“ immerhin entweder ordentlich mit einem Stativ gedreht oder stammen aus fest installierten Überwachungskameras. Hilfreich ist dieser Versuch Realismus zu sähen dafür in keiner Weise. Linda Blair Blues Angela (Dudley) feiert eben noch Geburtstag, da ist sie auch schon besessen. Weder ihr bärbeißiger Vater Roger (Dougray Scott), noch ihr mitfühlender Freund Pete (John Patrick Amedori) sind dabei eine große Hilfe. Dummerweise wissen auch weder die Polizei, noch das nächstgelegene Krankenhaus oder die nach Wahrheit jenseits von Angelas Schutzmechanismen schürfende Psychologin (Kathleen Robertson) Rat. Vater Lozano (Michael Peña) kennst zum Glück in Sachen Dämonenaustreibung genau die richtige Adresse. Kardinal Bruun (Peter Anderson) ist der Katholik, mit dem nicht gut Oblatenessen ist, mit 12 Jahren bereits besessen war und seit diesen Tagen Dämonen den Hintern aufreißt. Besonders dann, wenn sie sich mal wieder im Körper junger Frauen verstecken. Einen Film wie „The Vatican Tapes“ außerhalb der verquasten Mixtur, die „Der Exorzist“ vor 32 Jahren zementierte, ernstzunehmen ist schlichtweg unmöglich. Oder wie bitte soll man als erwachsener Mensch über einen Film urteilen, der davon handelt, dass eine junge Frau, die alle Anzeichen einer geistigen Erkrankung zeigt, von vier erwachsenen Männern in einen Keller geschafft wird um dort gequält, mit Abendmahl und Abendmahl gefüttert und dabei gefilmt zu werden? Damit sich darüber niemand den Kopf zerbrechen muss spricht Angela natürlich nach kürzester Zeit fließend Aramäisch und erhält eine Stimme, wie sie Tom Waits während der Pubertät gehabt haben muss. Bis es aber endlich zum Treffen von Oberpfaffe Bruun und der dämonischen Dame kommt, lassen sich Regisseur Neveldine und Autor Christopher Borrelli (demnächst mit „Wake“ und Sir Ben Kingsley im Kino) viel Zeit. Zu viel Zeit für zu wenig Ereignisse. Biblische Strafe Es gibt ein paar kleine Stellen im Film, die aufhorchen und aufblicken lassen. Erwähnenswert ist besonders ein elegant gefilmter Autounfall innerhalb des beteiligten Autos. Aber ansonsten gibt es eigentlich nur Dudley, Dudley und Dudley an Sehenswertem zu erblicken. Neveldine entdeckt alle paar Minuten einen neuen Winkel aus dem er Dudleys Gesicht zeigen kann. Allein dafür muss man ihm einfach Respekt zollen. Wenn die Hauptdarstellerin dann einmal schauspielern darf statt nur abgefilmt zu werden, wird ihre Performance plötzlich mit CGI torpediert und negiert. Als dann „The Vatican Tapes“ endlich seinen Mojo (oder Juju) findet, ist es viel zu spät. Was bleibt sind Fragen wie: Wohin ist die dämonische Energie, die der Film zu Beginn zu Tage zu legen verspricht? Warum werden Darsteller wie Michael Peña, der erst grade als komischer Sidekick in „Ant-Man“ zu unterhalten wusste, mit so dummen Rollen bedacht? Ihm kommt tatsächlich nur exakt die Rolle zu, die schon Jason Anthony Miller in „Der Exorzist“ innehatte, während Max von Sydow die ganze Arbeit erledigen musste. „The Vatican Tapes“ sind schlussendlich verschwendete 91 Minuten, die einem kein Dämon und kein Exorzist wiedergeben wird. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, zu zeigen wie Peña als Priester das Vaterunser vergeigt, dem Publikum erklären zu müssen meint, aus welchen Teilen die Dreifaltigkeit besteht und das alles auch noch spannend findet, der gehört anstatt von Olivia Dudley in einem Keller angebunden und Tage mit Weihwasser besprenkelt. Vielleicht hilft es ja beim nächsten Versuch.
Untersuchungsausschuss
Range: NSA-Ausschusschef Sensburg weist Rücktrittsforderungen zurück
Berlin (dts) – Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Patrick Sensburg (CDU), hat Rücktrittsforderungen gegen den Generalbundesanwalt Harald Range im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Journalisten des Blogs „netzpolitik.org“ scharf zurückgewiesen. „Der Generalbundesanwalt macht seit Jahren eine gute Arbeit und lässt sich von keiner Seite beeinflussen. Die Unabhängigkeit der Justiz ist dabei in Deutschland ein hohes Gut“, sagte Sensburg dem „Handelsblatt“.
„Jetzt aufkommende Rücktrittsforderungen sind daher verfehlt und Zeugen eher von Stillosigkeit im Umgang miteinander. Wir sollten alle wieder zur nüchternen Sacharbeit zurück kommen.“

