Flüchtlingskrise
Hilfsorganisation: Wegen Taliban-Eroberung der Stadt Kundus wollen Hunderttausende Afghanen nach Deutschland flüchten

Berlin (dts) – Der Vorsitzende der Hilfsorganisation Grünhelme, Rupert Neudeck, hat für Afghanistan eine große Ausbildungs- und Wirtschaftsoffensive der Bundesregierung gefordert. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Neudeck, nach der Eroberung der Provinzstadt Kundus durch die Taliban wollten sich vermutlich Hunderttausende Afghanen auf den Weg nach Deutschland machen. „Wir können diese Bewegung nicht ganz aufhalten, aber vielleicht unterbrechen“, sagte Neudeck. Es gebe große Traditionen der Textilindustrie sowie große Möglichkeiten in der Autoindustrie und beim Aufbau von mittelständischen Betrieben. „Das müsste jetzt mit staatlicher deutscher Hilfe ganz schnell begonnen werden.“ Der Ruf der Deutschen sei in Afghanistan weiterhin sehr gut. Kritisch bewertete Neudeck den Einsatz der Bundeswehr und die Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte durch deutsche Soldaten. Dies sei gefährlich, teuer und zum Scheitern verurteilt. Wichtig sei es daher, möglichst schnell alle Nato-Soldaten und damit auch die Bundeswehr vom Hindukusch abzuziehen. „Derzeit sind sie alle von der Bevölkerung isoliert wie in Weltraumkapseln“, erklärte der Vorsitzende der Grünhelme. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand in Afghanistan als sinnvoll erachtet.“ Die Bundeswehr habe „diesen ganzen furchtbar teuren Zirkus“ nicht mitmachen dürfen. Deshalb sei der Fall von Kundus vorhersehbar gewesen.

Shiitische Terrorgruppe
Irak: 16 Türkische Geiseln wieder frei

0
Erdoğan und Davutoğlu beglückwünschen türkischen Botschafter im Irak zur Befreiung von 16 Geiseln
Ankara (nex) – Freude in der Türkei über eine gelungene Geiselbefreiung. 16 türkische Arbeiter, die Anfang des Monats in der irakischen Hauptstadt von einer bewaffneten schiitischen Gruppe verschleppt worden waren, wurden wieder freigelassen. Dies verkündete der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu am Mittwoch.
Auf seinem offiziellen Twitter-Account erklärte Davutoğlu: „Unser Botschafter in Bagdad hat soeben 16 Arbeiter empfangen, die für einige Zeit in Bagdad gefangen gehalten wurden. Ich habe mit einigen von ihnen bereits telefoniert.“ Insgesamt waren 18 türkische Arbeiter zu Beginn des Monats in einem Vorort von Bagdad durch eine bewaffnete schiitische Gruppe gekidnappt worden.
Zwei davon, Necdet Yilmaz und Ercan Ozpilavci, wurden bereits am 17. September freigelassen. Davutoğlu erklärte, alle 16 Arbeiter seien bei bester Gesundheit und fügte hinzu, sie würden derzeit versorgt. Man wolle die Entführungsopfer auf dem schnellsten Wege wieder zurück in die Türkei bringen. Auch Präsident Recep Tayyip Erdoğan beglückwünschte telefonisch den türkischen Botschafter in Bagdad, Faruk Kaymakci, sowie zwei der befreiten Arbeiter und sprach ihnen die besten Wünsche aus.
Die Arbeiter waren in die südliche Region rund um Basra verschleppt worden. Von dort aus hatte Kaymakci sie mit einem Auto abgeholt und nach Bagdad gebracht. Alle entführten Arbeiter waren Beschäftigte der Nurol Holding, einer türkischen Baufirma, die derzeit eine Reihe von Entwicklungsprojekten in der irakischen Hauptstadt ausführt. Im Zusammenhang mit der Entführung wurde ein Vido veröffentlicht, das online gestellt wurde und die 18 Entführten kniend vor fünf Männern zeigte, die Waffen auf sie richteten. In diesem Video gaben die Verschleppten – darunter drei Ingenieure und ein Buchhalter – ihre Namen und die Namen ihrer türkischen Heimatstädte an.

Krieg gegen den Terror
Russland: Parlament genehmigt Militäreinsatz in Syrien

0
Moskau (dts) – Der russische Föderationsrat, das Oberhaus der beiden Parlamentskammern Russlands, hat grünes Licht für einen Militäreinsatz in Syrien gegeben, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin kurz zuvor um Zustimmung gebeten hatte. Die Entscheidung des Föderationsrats sei einstimmig gefallen, teilte der Chef der Kreml-Administration, Sergej Iwanow, am Mittwoch mit. Die syrische Regierung soll Russland zuvor um Unterstützung im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) gebeten haben, der weite Teile des Landes unter seiner Kontrolle hat. Die russische Verfassung verlangt die Zustimmung des Parlaments zu einem Militäreinsatz im Ausland. Moskau hatte sein militärisches Engagement in Syrien zuletzt massiv verstärkt und soll Soldaten und militärisches Gerät in den Nordwesten des Landes verlegt haben. Putin hatte vor den Vereinten Nationen (UN) eine internationale Anti-Terror-Mission in Syrien angeregt.

AfD wieder bei 5 Prozent
Forsa-Chef: Horst Seehofer hat Ausländerfeindlichkeit wieder salonfähig gemacht

Berlin (dts) – Die Alternative für Deutschland (AfD) hat Gewinne in der Wählergunst verbuchen können: Im aktuellen „Stern“-RTL-Wahltrend kommt die rechts-konservative Partei erstmals seit dem Frühjahr wieder auf fünf Prozent. CDU/CSU liegen bei 40 Prozent, die SPD kommt auf 24 Prozent. Die Grünen und die Linke bleiben bei jeweils zehn Prozent, die FDP verharrt bei fünf Prozent. Die sonstigen kleinen Parteien büßen einen Prozentpunkt ein auf jetzt sechs Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen steigt auf 32 Prozent und ist damit größer als bei der Bundestagswahl 2013. „Mit seinen Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik hat der bayerische CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer offenbar die Ausländerfeindlichkeit – und damit das Kernthema der AfD – wieder salonfähig gemacht“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner mit Blick auf die Zahlen. Der Anstieg der AfD sei ausschließlich in Bayern und in Ostdeutschland, nicht jedoch in der sonstigen Republik zu registrieren.

Flüchtlingskrise
Bundesregierung plant Asylverfahren unmittelbar an der Grenze

Berlin (dts) – Angesichts des großen Zustroms von Flüchtlingen bereitet die Bundesregierung nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung weitere Gesetze vor. So soll es ermöglicht werden, das sogenannte Flughafenverfahren zur schnellen Entscheidung über Asylanträge auch außerhalb von Flughäfen an den Landesgrenzen anzuwenden. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte dazu der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.-Mittwochausgabe): „Derzeit laufen die politischen Gespräche zum Thema, in Kürze soll ein Gesetzentwurf in die Ressortabstimmung gegeben werden.“ Besonders die CSU dringt darauf, das bisher nur an den deutschen Flughäfen praktizierte Verfahren auch außerhalb von diesen an den Landesgrenzen anzuwenden. Das 1993 als Reaktion auf die auch damals hohen Flüchtlingszahlen eingeführte Verfahren ermöglicht eine Entscheidung über einen Asylantrag innerhalb von 48 Stunden. Es wird vor allem bei Personen angewandt, die keine Ausweispapiere bei sich führen oder deren Asylbegehren „offensichtlich unbegründet“ ist, wie es im Paragraph 18a des Asylverfahrensgesetzes heißt. Im Falle einer Ablehnung darf der Antragsteller nicht nach Deutschland einreisen.

"Weitergezwitschert"
„Can you hear me now?“ Edward Snowdens erstes Twitterposting

Twitter (nex) – Der „Whistleblower“ Edward Snowden ist Twitter beigetreten. In seinem ersten Posting hat er provokativ gefragt: „Can you hear me now?“ (Könnt Ihr mich jetzt hören?). Aktuell sind es schon mehr als 100.000 Personen, die seinen Meldungen folgen. Auf Anfrage hat Twitter die Echtheit des Accounts bestätigt. Der ehemalige NSA Mitarbeiter hat seit 2013 im Exil in Russland gelebt, nachdem er geheime Dateien seines Arbeitgebers an die Presse weitergegeben hatte. Die Vereinigten Staaten hatten den Pass von Snowden eingezogen und der 32-jährige ist in drei Fällen wegen schweren Verbrechen mit Spionage verurteilt worden.

Neue Modekampagne
Erstes Model mit Hijab bei H&M

Stockholm (nex) – Die 23-jährige Mariah Idrissi ist das erste H&M Model mit Hijab. Der schwedische Moderiese hat die junge Frau, deren Eltern aus Pakistan und Marokko stammen, für die neue Nachhaltigkeits-Kampagne ‘Close the Loop’ engagiert. Auch Modeketten und Markenlabel wie DKNY, Tommy Hilfiger und Mango haben anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan islamkonforme Kollektionen auf den Markt gebracht. Mariah Idrissi ist freudig überrascht, dass ausgerechnet sie für die Modekampagne ausgesucht wurde „Ich habe ehrlich gesagt keine Idee, warum. Es kann sein, dass Hijab-Mode in den letzten Jahren sehr erfolgreich geworden ist und es ist eine tolle Leistung, dass eine Frau, die ein Hijab trägt, endlich Platz im Mainstream gefunden hat.“ H&M ist über Instagram auf die junge Muslima aufmerksam geworden. Die 23-jährige hat über die Aufnahmen, die für die Modeserie gemacht worden sind gesagt, dass das Modehaus sehr respektvoll mit ihr und ihren Eltern umgegangen ist, die beim Shooting zusehen durften.

Neue Kooperationen
Metro plant Übernahmen in Deutschland

0
Düsseldorf (dts) – Der Handelskonzern Metro will in naher Zukunft weltweit neue Kooperationen eingehen und auch Akquisitionen abschließen. Dies kündigte Metro-Chef Olaf Koch im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) an. „Wir haben den Appetit, mehr zu wachsen und auch die Kreativität, nach neuen Dingen zu schauen“, sagte Koch. Nach dem Verkauf von Kaufhof habe das Unternehmen jetzt auch die finanziellen Mittel dazu. Im Mittelpunkt stehe dabei Deutschland. „Um es klar zu sagen: In den nächsten zwei, drei Jahren muss der deutsche Markt unser Kernschwerpunkt sein“, so Koch. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen den deutschen Markt wegen der starken internationalen Expansion nicht so ganz im Fokus gehabt. „Aber das ändern wir jetzt; wir werden jetzt auch wieder massiv in Deutschland investieren.“ „Wir müssen anerkennen, dass wir hier und da nicht genug investiert haben in den vergangenen Jahren“, räumte Koch ein. Das gelte insbesondere für den Großhandel, aber auch für die Supermarktkette Real.

Syrienkonflikt
Verstärkung für Assad? Chinesischer Flugzeugträger in Syrien gesichtet

0
Chinesische Marineeinheiten machen auf ihrer „Weltreise“ Station in Syrien
Beirut (nex) – Mehrere arabische und israelische Quellen, darunter das libanesische Portal Al-Masdar al-Arabi, haben unter Berufung auf syrische Offiziere und Regierungsbeamte berichtet, China würde die syrische Regierung im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ durch die Entsendung von „Militärberatern“ unterstützen. Zudem soll ein chinesischer Flugzeugträger auf den Weg in das Bürgerkriegsland gebracht worden sein.
Auch Israel behauptet chinesischen Flugzeugträger gesichtet zu haben
Das Kriegsschiff sei bereits bei einer Fahrt durch den ägyptischen Suez-Kanal in Richtung Mittelmeer gesichtet worden. Außerdem würden sich chinesische Militärberater bereits dort befindlichem russischem Personal in der nordwestlichen Region Latakia anschließen. Israelische Militärquellen sollen, so das Militär-Nachrichtenportal DEBKAfile, ebenfalls einen chinesischen Flugzeugträger der Marke Liaoning-CV-16 im syrischen Hafen Tartus gesichtet haben, der von einem Lenkflugkörperkreuzer begleitet worden sei.
Der russischen Prawda zufolge, die ebenfalls die Beobachtung bestätigte, soll China sich bereits dazu entschieden haben, an der geplanten Militäraktion gegen den IS teilzunehmen. China jedoch dementiert bislang diese Darstellungen. Wie das China Internet Information Center (CIIC) berichtet, hat der chinesische Flottenadmiral Zhang Junshe von der chinesischen Marine in einem Interview mit der chinesischen Zeitung Global Times am Sonntag dem Prawda-Bericht widersprochen. Zhang bezeichnete die angebliche Entsendung von Chinas einzigem Flugzeugträger nach Syrien als Gerücht ohne Grundlage.
China dementiert die Meldungen
Die Nachricht entspreche nicht der Wahrheit. China schicke keine Kriegsschiffe nach Syrien. China sei auch gegen eine militärische Intervention oder einen Regimewechsel durch eine Militäraktion. Aus diesen Gründen mische sich China auch nicht in die inneren Angelegenheiten Syriens ein. Zhang zufolge handle es sich beim chinesischen Flottenverband, der im Mittelmeer gesichtet wurde, um die 152. Flotte, bestehend aus dem Raketenzerstörer „Jinan“, der Raketenfregatte „Yiyang“ und dem Versorgungsschiff „Qiandaohu“.
(Foto: Yi Yang Raketenfregatte China/ sina.com)
(Foto: Yi Yang Raketenfregatte China/ sina.com)
Dieser Verband sei die ehemalige 20. chinesische Sonderflotte zur Begleitmission im Golf von Aden. Nach ihrer viermonatigen Begleitmission habe die 152. Flotte am 23. August eine Weltreise begonnen. Die Weltreise dauere fünf Monate. Die Flotte werde dabei über 30 000 Kilometer zurücklegen, sagt Zhang. „Die Flotte startete im Golf von Aden. Von dort ging es weiter durch den Suezkanal ins Mittelmeer und weiter bis in die Ostsee. Die Flotte hat bereits den Sudan, Ägypten und Dänemark besucht. Momentan ist sie in Finnland.“
Die „Weltreise“ habe keinen Zusammenhang mit der aktuellen Situation im Nahen Osten, sie werde in naher Zukunft auch Polen, die USA, Kuba und Mexiko besuchen. Die Gerüchte über eine chinesische Beteiligung kommen zeitgleich mit der Gründung eines gemeinsamen Informationszentrums in Bagdad auf, an dem Russland, der Iran, Irak und Syrien teilnehmen. Von dort aus sollen die Milizen im Kampf gegen den IS koordiniert werden. China hatte im Dezember 2014 der irakischen Regierung angeboten, beim Kampf gegen den IS mit Luftschlägen zu helfen. Peking stellte dabei allerdings die Bedingung, sich der US-geführten Anti-IS-Koalition nicht anschließen zu müssen.

Bundeswehreinsatz in Afghanistan
Jung will Abzugsdatum aus Afghanistan überprüfen

0
Berlin (dts) – Nach der Eroberung der afghanischen Provinzhauptstadt Kundus durch die radikal-islamischen Taliban stellt die Unionsfraktion im Bundestag den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan infrage: „Wir müssen prüfen, ob wir das Abzugsdatum halten können, denn wir müssen ein stabiles Afghanistan hinterlassen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Franz Josef Jung (CDU), dem „Tagesspiegel“. Das Beispiel Irak zeige, dass ein zu früher Abzug „katastrophale Folgen“ haben könne, warnte der CDU-Politiker. Es dürfe nicht sein, „dass die Bundeswehr mehr als 50 Soldaten verliert, damit anschließend die Taliban wieder die Macht übernehmen“, so der frühere Verteidigungsminister weiter. „Deshalb darf die Option eines längeren Verbleibs einer erheblichen Präsenz internationaler Streitkräfte und damit auch der Bundeswehr über das Jahr 2016 hinaus nicht ausgeschlossen werden.“