USA
Ex-US-Oberst Rich Outzen: „Türkisch-islamische Synthese hat die Türken zusammengeschweißt“

Washington (nex/eurasia) – Der ehemalige Oberst der U.S. Army und Senior Military Fellow am Institut für Nationale Strategische Studien (INSS) an der Nationalen Verteidigungsuniversität (NDU), Rich Outzen, hat sich in einem umfangreichen Beitrag für das Portal „War On The Rocks“ mit der politischen Entwicklung der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan befasst.
Dabei hat er die wohlfeil gewordene Kritik an Erdogan und dessen politischem Kurs, wie sie innerhalb der politischen Eliten auch der USA zunehmend Platz greift, als verkürzt und nicht selten von Halbwissen geprägt dargestellt. Er wirft Erdogans Kritikern vor, dessen Islamismus (den er eher für instrumentell denn für charakterimmanent hält) überzubewerten und die Rolle innenpolitischer und außenpolitischer Faktoren zu unterschätzen, die jeweils eine destabilisierende Wirkung entfaltet hatten, die sowohl die innenpolitische Situation der Türkei als auch den regionalen Kontext über die Jahre verändert hätten. Tatsächlich habe sich die Türkei unter Erdogan zuvorderst dem Zynismus und der Kraftmeierei angepasst, die sich schon im 20. Jahrhundert als Regelfall auch unter den Verbündeten und Feinden des Landes in der Region als Normalität gezeigt hätten und die immer noch eine bedeutsame Rolle spiele. Gemessen an der Dynamik der Entwicklungen hätten Erdoğan und sein innerer Kreis, aus dem heraus nicht zuletzt der frühere Außenminister und heutige Premierminister Ahmet Davutoglu genannt sein solle, eine sehr anpassungsfähige und pragmatische Politik betrieben. Auch der Wandel vom muslimischen Demokraten zum religiösen Nationalisten, der sich zunehmend seit 2013 vollzogen habe und ihn zunehmend mit dem nationalistischen Lager zu versöhnen scheint, sei nicht zuletzt auch der politischen Großwetterlage in der Region geschuldet. Gegenüber Syrien habe Erdogan bereits 2002 ein neues Kapitel aufgeschlagen und nach Jahrzehnten des wechselseitigen Argwohns zwischen Ankara und Damaskus ein enges, fast freundschaftliches Verhältnis zum syrischen Präsidenten Bashar al-Assad entwickelt. Dieses endete erst mit der Niederschlagung von Demonstrationen im Jahre 2011, die den Beginn des späteren Bürgerkrieges markiert hatten. Zwischen 2003 und 2011 baute man ein kooperatives Verhältnis zur Kurdischen Regionalregierung (KRG) im Nordirak auf, Ankara bemühte sich um ein intaktes Einvernehmen mit der schiitisch dominierten Zentralregierung in Bagdad und leitete 2012 sogar gegen massive politische Widerstände einen Friedensprozess mit der PKK ein, der allerdings mittlerweile in Trümmern liegt. Im Grunde haben sich demnach also sowohl Erdogan um eine weitsichtige Politik des Ausgleichs bemüht, die den Westen nicht zurückwies, aber gleichzeitig auch die Verbindungen in den Osten und in die islamische Welt nicht abreißen ließ, sondern wiederbelebte. Eine Veränderung in der Ausrichtung der türkischen Politik hätten jedoch die Ereignisse des Jahres 2013 und 2014 herbeigeführt. Dazu zählte die für die Türkei enttäuschende Entscheidung der USA, nach dem zweifelhaften Giftgasangriff von Ghouta einen raschen 180°-Schwenk zu vollziehen und die geplante Militäroperation zum Sturz Assads doch nicht durchzuführen. Nachdem die USA in der Anfangsphase des syrischen Bürgerkrieges sogar eine stillschweigende Vereinbarung gepflegt hatten, die Rebellen zu bewaffnen, ließ diese Form von Rückzieher vonseiten Washingtons Vertrauen zerbrechen.
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Dazu kamen innenpolitische Entwicklungen wie die Putschversuche durch gewalttätige Ultrasäkularisten 2013 im Zuge der Gezi-Krawalle im Sommer sowie im Dezember desselben Jahres durch Angehörige der Polizei und Justiz, die offenbar auf Geheiß des Predigers Fethullah Gülen einen Parallelstaat gebildet hatten und auf institutionellem Wege von innen heraus den Staatsstreich probten. Dazu kam die Erkenntnis, dass die PKK mitnichten an Abrüstung dachte, sondern parallel zu den Friedensverhandlungen ihre Arsenale wiederauffüllte. In Syrien gewann gleichzeitig die extremistische Opposition auf Kosten der moderateren an Boden, während die Türkei sich angesichts gemeinsamer Bemühungen der USA und Russlands, den Syrienkonflikt beizulegen, zunehmend isoliert fühlte. Ein Rückgriff auf die in den späten 1970er Jahren entwickelte Idee von der „türkisch-islamischen Synthese“ kam da gerade recht, um die türkische Gesellschaft zum Zusammenrücken gegen Bedrohungen von innen und außen zusammenzuschweißen. Trotz einiger Rückschläge hat sich die türkische Strategie als erfolgreich erwiesen. Die Türkei ließ sich nicht selbst in den syrischen Bürgerkrieg hineinziehen, die Wirtschaft und die innenpolitische Lage blieben trotz eines schwierigen Umfelds stabil und die Türkei zeigt ein klares außenpolitisches Profil. Allerdings bleiben drei Aspekte übrig, die Handlungsbedarf begründen. Zum einen hatte man eine gewisse Naivität gezeigt, als man offenbar angenommen hatte, dass der Rest der Welt, vor allem die Großmächte, die regionalpolitischen Einschätzungen der Türkei für ebenso pragmatisch und ausgewogen halten würden wie diese selbst. Im Zusammenhang mit dem Arabischen Frühling habe man zudem die realen Machtverhältnisse in den Ländern falsch eingeschätzt. Und die Frage der bürgerlichen Freiheiten im eigenen Land sei immer noch nicht in einer befriedigenden Weise beantwortet, so Outzen. Erdogan und die AKP haben jetzt erst einmal bis 2019 und – sollte nichts Unvorhergesehenes geschehen – wohl auch darüber hinaus an diesen Baustellen zu arbeiten. Für die Verbündeten mag die Türkei ein schwieriger Partner sein, aber er ist auch verlässlich und berechenbar, nicht zuletzt im Unterschied zur Türkei früherer Jahre. Die Chancen der Türkei liegen nun in einer Friedenslösung für Syrien, wobei sich die USA mit der Türkei bezüglich des Schutzes der sunnitischen Bevölkerungsteile verständigen sollte, was im Gegenzug die Türkei eher bereit machen würde, einen Dialog mit der PYD zu beginnen – deren Abhängigkeit von der PKK und Moskau auch in Washington Kopfzerbrechen bereitet. Gleichzeitig könnte eine Normalisierung des Verhältnisses der Türkei zu Israel ebenso wie jenes zu Ägypten die Rolle Ankaras als regionalen Stabilisators weiter stärken. Die Türkei habe, so heißt es zum Ende der Analyse, auch ein klares Eigeninteresse an einem solchen Vorgehen: Ein Unterlassen würde unweigerlich die Rolle Assads, Moskaus und Teherans in der Region stärken.  
Erschienen bei unserem Kooperationspartner Eurasianews

Tourismus
Iran: Türkei soll Hotelsektor im Land ankurbeln

  Teheran (nex) – Der türkische Tourismusminister teilte am vergangenen Freitag mit, dass der Iran türkische Investoren einlade, Hotels zu bauen, um den Tourismussektor im Land anzukurbeln Der türkische Minister für Kultur und Tourismus, Mahir Ünal, sprach während seines Iranaufenthalts mit der Nachrichtenagentur Anadolu. Der Besuch soll der Stärkung der Beziehungen im Tourismussektor zwischen den beiden Ländern dienen. Ünal gab an, dass sein iranischer Amtskollege den Bau zehn neuer Hotels zur Ankurbelung des Tourismussektors im Land beabsichtige. „Türkische Unternehmen werden im Land Investitionen tätigen, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür geeignet sind“, fügte er hinzu. Die Zahl iranischer Touristen, die in diesem Jahr die Türkei besucht hätten, liege bislang bei über sieben Prozent. Die Charter- und Linienflüge hätten einen unmittelbaren Einfluss auf die Zahl der Touristen, so Ünal weiter.
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Der Minister teilte mit, dass die Türkei und der Iran am vergangenen Donnerstag vereinbart hätten, die Zahl der Direktflüge zu erhöhen. Desweiteren sei eine Absichtserklärung zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Tourismusbereich unterzeichnet worden. Das besagte Dokument enthält folgende Vereinbarungen darüber, dass die Türkei potenzielle türkische Geschäftsleute über Investitionsmöglichkeiten im Iran informiert und ihre Erfahrungen in der Planung, Förderung, Einweisung und Klassifizierung mit dem Iran teilt. Außerdem sollen türkische und iranische Staatsbürger zum Besuch des jeweils anderen Landes angespornt werden.

Oya Aydogan verstorben
Türkei: Film-Legende Oya Aydogan gestorben

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Istanbul (nex) – Die türkische Film- und Fernsehschauspielerin Oya Aydogan ist am Sonntag im Alter von 59 Jahren verstorben. Dies teilte das Liv-Krankenhaus in einer Erklärung mit. Dem Statement zufolge sei Aydogan, die am 7. Mai zum Zwecke eines „akuten Eingriffs an der Aorta“ eingeliefert worden wäre, um 7.15 Ortszeit (5.15 MEZ) verstorben. Aydogan wurde 1957 in der nordosttürkischen Provinz von Erzincan geboren. Die Schauspielerin ist bekannt für ihre Rolle in türkischen Kultfilmen wie „Neseli Günler“ (Glückliche Tage) oder „Yuz Numarali Adam“ (Mann Nummer 100) sowie TV-Shows.  

Christian Peacemaker Teams
Israel weist südafrikanischen Menschenrechtsaktivisten aus

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Johannesburg (nex) – Ein südafrikanischer Menschenrechtsaktivist warf am vergangenen Freitag den israelischen Behörden vor, ihn gedemütigt zu haben, indem er einer Leibesvisitation unterzogen und anschließend aus Israel ausgeflogen worden sei. Itani Rasalanavho, der mit der Nachrichtenagentur Anadolu sprach, beschrieb, wie er am vergangenen Freitag aus der Warteschlange der Ankunftskontrolle am Flughafen Ben Gurion abgeholt wurde. „Ich wurde über den Zweck meines Besuchs befragt. Ich erwiderte, dass ich für eine kirchliche Menschenrechtsorganisation tätig bin, wurde aber dennoch festgenommen und einer Leibesvisitation unterzogen.“ Rasalanavho erzählte, dass er auf dem Weg nach Palästina gewesen sei, um sich dem Christlichen Friedensstifter Team (CPT) anzuschließen. Die Christian Peacemaker Teams sind eine weltweit tätige Menschenrechtsorganisation, die auch in den besetzten palästinensischen Gebieten aktiv sind. „Ich wurde drei Stunden lang am Flughafen festgehalten, bevor ich in eine Hafteinrichtung gebracht wurde, wo ich einen ganzen Tag verbringen musste“, so Rasalanavho weiter. Die Behörden hätten seinen Reisepass konfisziert und ihn am folgenden Tag zum Flughafen eskortiert. Er sei von dort aus nach Äthiopien ausgeflogen worden und habe anschließend einen Flug nach Südafrika genommen. Der Menschenrechtsaktivist erklärte, dass die Handlungen der israelischen Behörden eine schwerwiegende Demütigung darstellten. Die Nachrichtenagentur nahm Kontakt zum Ben Gurion Flughafen auf, wurde jedoch von einem Flughafenverantwortlichen, der erklärte, er wisse nichts von dem Zwischenfall, auf das israelische Außenministerium verwiesen. Letzteres konnte jedoch nicht erreicht werden. Rasalanavho reiht sich in die lange Liste südafrikanischer Aktivisten ein, die entweder aus Israel ausgewiesen wurden oder keinen Zugang zu Palästina erhielten. So wurde beispielsweise Na’eem Jeenah, ein Akademiker aus Johannesburg, 2011 wegen des Vorwurfs der Unterstützung des bewaffneten Widerstands gegen Israel ausgewiesen. Dem südafrikanischen Hochschulminister Blade Nzimande wurde 2015 ebenfalls der Zugang zu Palästina von Israel verwehrt, obwohl dieser sich auf einer offiziellen Reise in der Region befand. Viele Südafrikaner, unter ihnen auch der Afrikanische Nationalkongress (ANC), haben öffentlich ihre entschlossene Unterstützung des palästinensischen Kampfes gegen die israelische Besatzung geäußert. Als die Nachrichtenagentur Anadolu Kontakt zum israelischen Botschafter in Südafrika Arthur Lenk aufnahm, erklärte dieser, ihm seien keine Details über den Fall bekannt. „Jedes Land, einschließlich Südafrika und der Türkei, lassen aus vielerlei Gründen nicht alle Ausländer ins Land. Würde Südafrika oder die Türkei einem ‚Aktivisten‘ gestatten, einzureisen, der das Land verbal (oder auf andere Weise) attackieren möchte?“, fragte Lenk in einem privaten Tweet. Jedes Land behalte sich das Recht vor, dieses nicht zu tun, erklärte er.

"Schutz der staatlichen Ordnung "
Kinderhilfswerk fordert Recht auf Familiennachzug für unbegleitete Flüchtlingskinder

Düsseldorf (ots) – Das Deutsche Kinderhilfswerk hat die Bundesregierung aufgefordert, unbegleiteten Flüchtlingskindern den Nachzug ihrer Familien zu ermöglichen. „Alle unbegleiteten Minderjährigen brauchen ihre Familie, unabhängig davon, welchen rechtlichen Aufenthaltsstatus sie haben“, sagte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, der „Rheinischen Post“. Auch für in Deutschland aufgenommene unbegleitete Flüchtlingskinder gilt das Grundgesetz, in dem festgelegt ist, dass die Familie unter besonderem Schutz der staatlichen Ordnung steht.“ Zudem widersprächen die derzeit gültigen Regelungen den Vorschriften der UN-Kinderrechtskonvention. „Kinder, die allein nach Deutschland geflüchtet sind, brauchen einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug“, forderte Krüger. „Ermessensentscheidungen der Behörden geben ihnen keine Rechtssicherheit und erschweren damit ihr Ankommen und ihre Perspektive.“

Bundestagswahl 2017
Unionsfraktionschef Kauder lehnt erneute Koalition mit der SPD ab

Düsseldorf (ots) – Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat sich gegen eine erneute große Koalition nach der Bundestagswahl 2017 ausgesprochen. „Eine Fortsetzung der großen Koalition sollte es nach der nächsten Wahl möglichst nicht geben, auch wenn wir nach wie vor gut mit der SPD regieren“, sagte Kauder der „Rheinischen Post“. Den Regierungsfraktionen solle wieder eine stärkere Opposition gegenüberstehen. Das sei der Regelfall in einer Demokratie, betonte Kauder. „Bei einem größeren Gleichgewicht von Regierungsfraktionen und Opposition fühlen sich die Bürger mit ihren unterschiedlichen Ansichten parlamentarisch besser vertreten.“ Kauder betonte auch, dass zuerst immer die Aufgabe komme, eine stabile Regierung zu bilden. „In Baden-Württemberg gab es deshalb keine überzeugende Alternative zur grün-schwarzen Koalition.“

Kein "Rabatt" für die Türkei
Grünen-Fraktionschefin: „Man macht keine Deals mit unberechenbaren Autokraten wie Erdogan“

Göring-Eckardt: Visafreiheit nur, wenn Ankara die Voraussetzungen erfüllt Osnabrück (ots) – Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat vor Zugeständnissen an den türkischen Präsidenten Recep Erdogan gewarnt. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Göring-Eckardt mit Blick auf Erdogans Drohungen, den Flüchtlingspakt mit der EU platzen zu lassen: „So kommt es, wenn die Europäer mit Angela Merkel an der Spitze ein unliebsames Problem einfach auslagern wollen. Man macht keine Deals mit unberechenbaren Autokraten wie Erdogan.“ Schon gar nicht dürfe es für die Türkei einen „Rabatt“ bei den Menschenrechten geben. Um Visafreiheit zu bekommen, müsse die Regierung in Ankara die zugesagten Voraussetzungen erfüllen.
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Eurovision Song Contest
Russen sauer: Krim-Tatarin gewinnt mit „1944“ den Eurovision Song Contest

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Jamala aus der Ukraine gewinnt 61. Eurovision Songcontest Stockholm (nex) – Die Siegerin des Eurovision Song Contest 2016 steht fest: Jamala hat den Wettbewerb mit ihrem Song „1944“ für die Ukraine gewonnen. Mit 534 Punkten setzte sie sich gegen Russland und Australien durch. In diesem Jahr durften die Zuschauer per Anruf, SMS oder App abstimmen. Ihr Urteil floss am Ende der Show zur Hälfte in die Gesamtwertung ein. Und das war Jamalas Chance: Lag nach Jurystimmen Australien mit 320 Punkten vorne, rückte nach Bekanntgabe der Publikumsstimmen die Krimtatarin mit ihrem Song „1944“ auf den ersten Platz und verdrängte somit Australien auf Platz zwei (511 Punkte). Russland wurde mit 491 Punkten Dritter. Wie schon im letzten Jahr landete Deutschland mit Jamie-Lee Kriewitz‘ „Ghost“ auf dem letzten Platz (11 Punkte). Im Sieger-Song geht es um das Schicksal Jamalas Urgroßmutter, die die Vertreibung zu Zeiten der Sowjetunion miterlebt hat. Ruslana, Jurorin bei der diesjährigen ukrainischen Vorentscheidung zum Song Contest: “Dieser Song hat eine Botschaft, eine Botschaft, die nach Europa getragen wird. Es ist wichtig, wer diese Botschaft überbringt. Das ist wichtig für die Ukraine, Millionen fühlen sich betroffen. Ich habe Jamala die höchste Punktzahl gegeben.” Viele Krimtataren klagen über Repressalien durch die russischen Besatzer. Die aktuelle Situation der Minderheit auf der Halbinsel werde in dem Song 1944 jedoch nicht angesprochen.
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Fußballrowdies
Türkei: Eskisehirspor-Fans setzen nach verlorenem Spiel eigenes Stadium in Brand

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Türkische Fußballfans setzen nach verlorenem Spiel eigenes Stadium in Brand Eskisehir (nex) – Die Fans des türkischen Fußballclubs Eskisehirspor setzten ihr eigenes Stadion in Brand, nachdem sie am gestrigen Samstag in der westanatolischen Provinz Eskisehir im Süper Lig-Spiel Medipol Basaksehir mit 2-1 unterlagen. Die wütenden Fans legten das Feuer nach dem Schlusspfiff. Sie rissen auch Sitze aus den Angeln und warfen sie auf das Spielfeld. Drei Personen mussten wegen leichter Verletzungen aufgrund des gelegten Brandes ins Krankenhaus verbracht werden.
(Foto: AA)
(Foto: AA)
Die Flammen sprangen auch auf die Treppen zu den Umkleidekabinen über, während das Rettungsteam darauf wartete, das Feuer zu löschen, sobald die Fans das Stadion verließen. Fotos von dem Zwischenfall zeigen auch, wie manche Fans auf dem Spielfeld Fotos vor der Brandstelle schossen und Sitze beim Verlassen des Stadions mitgehen ließen.

PYD-Terror gegen Kurden
Syrien: Kurdischer Vater rettet minderjährige Tochter aus den Fängen der PYD und schickt sie in die Türkei

Al Hasaka (nex) – Wie lokale Quellen gegenüber Nachrichtenagenturen berichten, entführe der syrische PKK-Ableger PYD wiederholt minderjährige Mädchen aus der im Nordosten Syriens liegenden Al-Hasaka Provinz. Anfang dieses Monats seien wieder sechs minderjährige Mädchen entführt worden. Die aus Angst vor Repressalien anonym berichtenden Zeugen sagten, dass zwei der Mädchen Schülerinnen einer Sprachschule in der Stadt Al-Qamishli seien und am 4.Mai von der PYD entführt worden seien. Beide Mädchen seien etwa zwölf Jahre alt gewesen, so eine Quelle gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Die PYD bringe sie in das etwa 60 Kilometer von Al-Qamishli entfernte Dorf Tal Barak, wo die Mädchen eine militärische Ausbildung erhielten. Einige Mütter der entführten Mädchen demonstrierten dagegen seitdem mit einem dreitägigem Sitzstreik vor dem Rekrutierungsbüro der PYD. Denselben Quellen zufolge habe die Terrororganisation PYD auch am 5. und 9. Mai versucht, im ländlichen Gebiet Ayn al-Arab zwei weitere Mädchen zu entführen. Deren Vater sei es gelungen, diese zu retten und in die Türkei zu schicken. Er sitze nun in Ayn el Arab im Gefängnis. Ein schottischer Europaabgeordneter hatte bereits im April die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten durch den syrischen PKK-Ableger PYD verurteilt und die Terrororganisation dazu aufgerufen, diese Praxis zu beenden. „Der Krieg ist keine Entschuldigung für den Einsatz von Kindersoldaten auf dem Schlachtfeld“, erklärte Alyn Smith von der Schottischen Nationalpartei (SNP). „Die EU ist eine Wertegemeinschaft und darf die Augen davor nicht verschließen. Wir müssen alle Formen von Missbrauch in diesem Zusammenhang verurteilen, egal, woher sie kommen.“ Der Abgeordnete, der auch im außenpolitischen Ausschuss des Europäischen Parlaments sitzt, mahnte, es werde „ohne Gerechtigkeit keinen Frieden in Syrien und der Region geben“ und forderte die EU auf, die Dokumentationsarbeit von Menschenrechtsorganisationen zu unterstützen, die sich mit Menschenrechtsverletzungen der PYD befassen. Das Syrische Netzwerk für Menschenrechte (SNHR) veröffentlichte jüngst einen Bericht, worin die Menschenrechtsverletzungen der PYD, des Ablegers der terroristischen PKK in Syrien, in den von ihr beherrschten Gebieten dokumentiert werden. Demnach hat die PYD mindestens 1651 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, willkürlich verhaftet. 42 Frauen und 51 Kinder wurden von den so genannten „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG), dem militärischen Arm der PYD, ermordet und 1876 Kinder wurden zwangsrekrutiert. Im Bericht das SNHR wird der PYD vorgeworfen, im Norden und Nordosten Syriens Massaker mit dem Ziel einer ethnischen Säuberung durchgeführt zu haben. Weiterhin wird dem syrischen Ableger der Terrororganisation PKK vorgeworfen, zwischen 2013 und 2014 alleine in der Region Hasaka 91 Zivilisten getötet zu haben, darunter sieben Frauen und 17 Kinder. Das SNHR berichtet von willkürlichen Verhaftungen und Vermisstenfällen, die bis heute noch nicht geklärt sind. Die PYD soll alleine in der Region Hasaka mindestens 1651 Personen ohne Angabe von Gründen inhaftiert haben. Jugendliche würden gewaltsam von der YPG aus ihren Häusern abgeholt und zwangsrekutiert, so das SNHR. In der erschreckenden Veröffentlichung der unabhängigen Menschenrechtsorganisation wird von bis zum heutigen Tag mehr als 16 bekannt gewordenen Fällen von Folter sowie der Ermordung eines Medienaktivisten, der am 15. Juli 2014 vor den Augen seiner Familie erhängt wurde, berichtet. Das SNHR weist darüber hinaus auch auf massive Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen hin. Demnach sollen seit März 2011 durch willkürlichen Beschuss und gezielte Angriffe der YPG 42 Frauen ermordet worden sein. Eine 44-jährige Frau wurde am 13. Oktober 2013 zusammen mit ihren sechs Kindern in dem Dorf El Hajjiyah hingerichtet, wird von der SNHR berichtet. Von 2014 bis Oktober 2015 seien in den Regionen Hassaka, Qamishli und Afrin 88 Frauen, 34 von ihnen noch im Kindesalter, entführt worden, um sie für die YPG zu rekrutieren. Weiterhin wird berichtet, dass bis zum 31. Dezember 2015 nicht weniger als 51 Kinder Opfer willkürlichen Beschusses von Häusern durch Scharf- und Heckenschützen der YPG geworden seien, sowie dass 111 Kinder verhaftet und 1876 von der YPG zwangsrekutiert wurden. Zudem ist von Übergriffen gegen Journalisten und Kameramänner die Rede. Insgesamt sollen 24 Reporter und Kameramänner verhaftet, ihre Ausrüstung und Autos beschlagnahmt worden sein. Außerdem bestätigt das SNHR, dass mehr als 30 Gemeinden und Dörfer in Hassaka zerstört und ihre größtenteils arabischen Bewohner zu Tausenden vertrieben worden seien. Auch von Menschenrechtsverletzungen gegenüber der turkmenischen Bevölkerung von Hassaka ist in dem Bericht die Rede. Mehr als 100 Familien seien aus ihren Dörfern vertrieben worden, gaben Turkmenen im Gespräch mit dem SNHR an.
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