Uni-Duisburg: AStA und PKK-Anhänger können Vortrag nicht verhindern
Momentan wird viel über eure letzte Veranstaltung an der Universität Duisburg-Essen gesprochen. Könnt ihr uns schildern, was an diesem Tag geschah? VtS: Zunächst einmal möchten wir uns beim Rektorat für seine Unterstützung bedanken, das den Dialog wahren wollte. In unserer letzten Veranstaltung, die sich – aufgrund der aktuellen Thematik „Terror“ – mit dem Terroranschlag in Istanbul 1896 befasste, wurde seltsamerweise von anderen Hochschulgruppen nicht wie angekündigt „kritisch“ verfolgt, sondern es wurde vielmehr störend und auf blamable Weise versucht, den Redner Dr. Söylemezoglu mit Verleumdungen und extrem unsachlichen Kommentaren zu diskreditieren. Dass unsachliche Zwischenrufe, irrsinnige Fragestellungen, permanentes Geschrei und persönliche Attacken letztlich zum Abbruch der Veranstaltung führten, war ein Armutszeugnis für diejenigen, die anscheinend nicht in der Lage sind, einen Beitrag zum ernsthaften wissenschaftlichen Diskurs zu leisten. Hattet ihr den Eindruck, dass die Störungen von langer Hand geplant waren? VtS: Die Störer sind sehr organisiert vorgegangen. Es war eine klare Handschrift erkennbar, wie man sie vor allem von linksextremen Gruppierungen kennt, die ganz offenbar der Meinung sind, an den Universitäten einen „Heimvorteil“ zu genießen und dazu berufen zu sein, zu entscheiden, wer sich dort äußern darf und wer nicht. Es ging den Störern nie um einen Meinungsaustausch; sie wollten in rotfaschistischer Manier lediglich Personen zum Schweigen bringen und so ihre Dominanz auf dem Campus unterstreichen. Welche Schlüsse zieht ihr durch diesen Vorfall? VtS: Es ist völlig ersichtlich, dass es niemals einen vollständigen Konsens bei gewissen Themen geben kann – Anstand und Respekt sollte man aber, vor allem von angehenden Akademikern, erwarten dürfen. Wer moralische Prinzipien unserer Gesellschaft in solcher Art und Weise konterkariert, dem hilft auch kein akademischer Abschluss.
Uni-Duisburg: AStA will Vortrag über armenischen Terroranschlag von 1895 verhindern
Entlarvend ist auch, zu beobachten, dass sich Institutionen, die sich eigentlich neutral verhalten sollten, einseitige Positionen beziehen und somit ihre eigentliche Rolle innerhalb der Universität nicht wahrnehmen. Letzten Endes kann man nur festhalten, dass unsere Dialogbereitschaft lediglich dafür benutzt wurde, unsere Partizipationsversuche zu sabotieren und unseren Wunsch der Teilnahme am öffentlichen Meinungsbildungsprozess brutal zu unterbinden. Empfehlenswert wäre, dass jene, die derart rigoros gegen eine andere Meinung vorgehen, doch bitte zunächst die Möglichkeiten einer akademischen Bildungsstätte nützen. Das würde sicherlich die Qualität ihrer Kritik wie auch die ihrer Wortbeiträge immens erhöhen. Was sind eure Vorhaben für die Zukunft? VtS: Als Studenten der Universität Duisburg-Essen und als Bürger Deutschlands betrachten wir uns weiterhin als dazu verpflichtet, das zivilgesellschaftliche Engagement zu steigern, um das Gemeinwohl unserer Gesellschaft zu verbessern. Das Mitwirken in einem solchen Prozess und dessen Mitgestaltung ist von enormer Bedeutung. Deshalb begrüßen wir all jene, die demokratischen Grundwerten auch in Zukunft einen Raum zur Entfaltung geben wollen. Mit den Steinen der Intoleranz und Unvernunft gilt es daher, ein Bauwerk der Humanität zu errichten. Um das zu erreichen, werden wir trotz Drohungen weiterhin für unsere Rechte kämpfen und unsere Hand zum Dialog reichen!



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