Washington – Brisante neue Enthüllungen aus den über 3 Millionen freigegebenen Jeffrey-Epstein-Akten des US-Justizministeriums:
In geheimen Korrespondenzen des Epstein-Netzwerks wird detailliert analysiert, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan das türkische Militär umbaut. Wörtlich heißt es in den Dokumenten, Erdoğan „reinigt das türkische Militär von denjenigen, die gut mit Israel zusammenarbeiten“. Die Akten werfen ein völlig neues Licht auf die geopolitische Spionage-Rolle des pädophilen Multimillionärs und seiner hochrangigen Kontakte.
Die Ende Januar 2026 entsiegelten Dossiers belegen, dass die Militärstrategie von Präsident Erdoğan und das Verhältnis der Türkei zu Israel ein zentrales Thema in den diplomatischen Zirkeln rund um Jeffrey Epstein waren. Die Korrespondenzen, die unter anderem aus dem Umfeld hoher europäischer Funktionäre stammen, skizzieren eine gezielte Abkehr Ankaras von der einst engen militärischen Kooperation mit Tel Aviv.
Netanyahu-Abneigung und strategische Neuausrichtung
Die Akten zitieren Beobachtungen, wonach Erdoğan gegenüber der „diplomatisch unfähigen Netanyahu-Regierung“ eine tiefe Abneigung hege. In den Berichten, die Epstein offenbar als Teil eines informellen Informationsnetzwerks sammelte, wird die diplomatische Lage Israels als „prekär“ bezeichnet, während der Türkei eine erfolgreiche Rolle als Ordnungsmacht im Nahen Osten attestiert wird.
Mavi Vatan: Marine-Aktivitäten als Unruheherd
Neben der Personalpolitik im Militär thematisieren die Epstein-Files auch die türkische Marine-Strategie im östlichen Mittelmeer. Die Manöver der Türkei in der Nähe der Gasfelder vor Zypern werden in den diplomatischen Depeschen als „hochgradig belastend“ für die westliche Allianz beschrieben.
Diese Dokumente erhärten den Verdacht, dass Epsteins Kontakte weit über kriminelle Aktivitäten hinausgingen und sein Zirkel dazu diente, sensible Informationen über Staats- und Regierungschefs wie Erdoğan zu sammeln und zu bewerten.
Vom NATO-Partner zum globalen Powerhouse
Was in den Epstein-Files als „nervenaufreibende“ Veränderung für westliche Kreise beschrieben wird, spiegelt die tatsächliche Transformation der Türkei in den letzten zwei Jahrzehnten wider.
Nach einer Phase der jahrzehntelangen, weitgehend selbst gewählten Isolation hat sich das Land zu einem globalen Akteur entwickelt. Die Türkei agiert heute als souveräne Macht, die ihren Einflussbereich weit über die regionalen Grenzen hinaus ausgedehnt hat.
Ob als stabilisierender Vermittler auf dem Balkan, als zentraler Partner in weiten Teilen Afrikas oder durch eine verstärkte diplomatische und wirtschaftliche Präsenz in Südamerika: Ankara hat seinen strategischen Spielraum systematisch erweitert.
Diese neue globale Rolle wird von einer wirtschaftlichen Dynamik getragen, die die Türkei trotz globaler Herausforderungen zu einem regionalen „Powerhouse“ gemacht hat, das verstärkt auf eigene Ressourcen, neue Handelswege und wirtschaftliche Autarkie setzt.
Rüstungsindustrie als Motor der Souveränität
Ein entscheidender Pfeiler dieser neuen Unabhängigkeit, die in den Epstein-Dokumenten kritisch analysiert wurde, ist der rasante Aufstieg der heimischen Rüstungsindustrie. In den letzten 20 Jahren hat die Türkei ihre Abhängigkeit von ausländischen Militärimporten drastisch reduziert – von einst ca. 80 % auf mittlerweile rund 20 %.
Die Entwicklung eigener hochmoderner Waffensysteme, wie der weltweit gefragten Bayraktar-Drohnen, des Kampfpanzers Altay oder des nationalen Kampfflugzeugs KAAN, hat der türkischen Diplomatie eine neue strategische Tiefe verliehen.
Die in den Akten erwähnte „Säuberung“ von israel-freundlichen Netzwerken im Militär erscheint vor diesem Hintergrund als konsequenter Schritt einer Strategie, die auf nationale Souveränität und technologische Selbstständigkeit setzt.
Die Veröffentlichung dieser Akten verdeutlicht, dass Epsteins Zirkel offenbar auch dazu genutzt wurde, sensible geopolitische Analysen über aufstrebende Mächte wie die Türkei zu sammeln.
Epstein yazışmalarının tamamında;
Türkiye’den çekindikleri.
Cumhurbaşkanı Erdoğan’a
ve yönetimine nüfuz edemedikleri,
Türkiye’de İsrail yanlılarının tasfiye edildiği,
Bunun İsrail’i çok zor durumda bıraktığı,
Türkiye’nin olduğu her yerde kurdukları oyunun bozulduğu ifade… pic.twitter.com/ImkKNlpfh1
— İbrahim Karagül (@ibrahimkaragul) February 2, 2026
Obwohl zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, wie Human Rights Watch, der Terrororganisation PKK Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen auch unter der kurdischen Bevölkerung vorwerfen, wird in den europäischen Medien kaum darüber berichtet. Ein Beispiel ist die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen.
Aber auch assyrische Christen und Aramäer sind frustriert in Bezug auf die Medienberichterstattung über die PKK und ihrem syrischen Ableger, die YPG. Die Berichte spiegelten meist nicht die Realität wider. Jeder, der Fragen stellt oder Einwände erhebt, werde „in Europa ignoriert“. Der assyrische Journalist Dikran Ego etwa, Chefredakteur von Assyria TV, sagte in einem Interview: „Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über die PKK oder die YPG zu.“
Morddrohungen wegen PKK-Kritik
Die renommierte niederländische Politanalystin, Rena Netjes, ist eine der wenigen Medienvertreter, die kritisch berichten und Verbrechen der Terrororganisation aufdecken. Hierfür erhielt sie bereits zahlreiche Morddrohungen. „Ich zahle einen Preis dafür, dass ich die Propaganda der PYD entlarve“, so Netjes auf Twitter.
Die YPG wird als bewaffneter Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD) betrachtet. Die PYD ist eine kurdische Partei in Syrien und gilt als Schwesterpartei der PKK. Sie kooperiert mit dem Regime in Damaskus.
Laut Netjes habe die PYD bei zahlreichen Niederschlagungen von Protesten gegen das Regime eine Rolle gespielt. Netjes betont, dass jede Kritik am Regime mit Unterdrückung, Verhaftung oder Ermordung verbunden sei. Ferner war die PYD daran beteiligt, die syrische Metropole Aleppo, die von syrischen Oppositionskräften kontrolliert wurde, zu erobern und damit dem Regime einen entscheidenden Vorteil zu bescheren.
Netjes ist studierte Arabistin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Staatsführung und Sicherheit in Nordsyrien. Netjes befürwortet eine militärische Intervention und Befreiung Tal Rifaats von der YPG durch die Türkei. „Das Engagement der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien könnte Tausenden von Syrern die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen, nachdem sie von der YPG vertrieben wurden“, schreibt Netjes in einem Artikel, der auf der Seite des Washington Instituts erschien.
Im Westen gibt es starken Widerstand gegen eine neu geplante Militäroperation der türkisch-syrischen Nationalarmee (SNA) im Norden Syriens. Doch viele vertriebene Araber aus Tal Rifaat, Manbij und den umliegenden Dörfern begrüßen die Idee der Befreiung ihrer Städte und Dörfer. Tatsächlich fordern sie die von der Türkei unterstützte SNA schon seit Jahren auf, ihr Gebiet zu befreien.
Netjes: „Im Jahr 2016 wurde die gesamte arabische Bevölkerung in Tal Rifaat, einer historisch mehrheitlich arabischen Stadt auf der Westseite des Euphrat, in einer koordinierten Militäroperation von Russland, dem syrischen Regime und Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin vertrieben.“
„Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist“
In ihrem umfassenden Bericht „Henchman, Rebel, Democrat, Terrorist“ (Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist) gemeinsam mit Erwin van Veen, behandelt Netjes das Erstarken, die Ziele und organische Verbindung der YPG zur PKK in Nordsyrien. Dabei decken die beiden Experten die strategisch wechselnde Allianz der YPG mit dem Assad-Regime, dem iranischen Mullah-Regime, der russischen Führung sowie den USA auf.
In ihrem Bericht zeigen sie differenziert auf, welche unterschiedliche geostrategische Politik die Regierungen in Nordsyrien verfolgen. Auch begangene Kriegsverbrechen der Organisation bleiben nicht unerwähnt. Zum Schluss zeigt der Bericht anhand von Szenarien auf, wie brüchig die gewaltsam erreichte Autonomie ist.
„Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“
In einem Interview mit NEX24 erklärt die Expertin, dass sie in einigen Medien über die PKK/YPG zwar relativ frei berichten könne, hinter den Kulissen jedoch auch schon eingeschüchtert wurde.
„Mein Kollege Jan Jaap de Ruiter und ich wurden hinter den Kulissen von Nederlands Nieuwsuur und Trouw ziemlich eingeschüchtert. Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“, so Netjes.
Da ich mich seit 2016 mit dem Thema beschäftige, fühle ich mich wohl genug, um über das Schlechte und das Gute zu schreiben, wie ich es vor Ort und nach zahlreichen Interviews mit hauptsächlich syrischen Kurden und auch Assyrern, Arabern, Turkmenen, Jesiden, Tscherkessen tue.
„Überwältigenden Propagandamaschinerie“
Die niederländische Forscherin stimmt dem assyrischen Journalisten Dikran Ego zu. Das Bild der Terrororganisation sei im Westen von ihrer „überwältigenden Propagandamaschinerie und von der mangelnden Kenntnis des Terrains einiger aber nicht aller, westlicher Journalisten und Politiker geprägt“.
Ich selbst begann, mir ein anderes Bild von der YPG zu machen, als ich es aus den westlichen Medien kannte, nachdem ich ganz andere Geschichten von Einheimischen gehört hatte, die aus Nordsyrien geflohen waren. Im März 2016 traf ich mehrere Syrer, die aus Tal Rifaat und Umgebung geflohen waren und die Grenze am Grenzübergang Bab al-Salama, einige Kilometer nördlich von Azaz, überquerten. In der anfänglichen Annahme, dass sie vor den russischen und regimetreuen Bombenangriffen aus Ost-Aleppo fliehen, war es überraschend zu erfahren, dass sie flohen, weil „YPG-Kämpfer ihre Häuser eingenommen hatten“. Später an der Grenze und in Kilis sowie Gaziantep, erzählten andere Flüchtlinge viele ähnliche dramatische Geschichten.
Netjes finde zwar neue Plattformen, aber sie bestätige, dass die allgemeine Medienberichterstattung im Westen im Einklang mit der PKK-Propaganda sei. Netjes erwähnt etwa die Assoziierung der PKK und der YPG mit „den Kurden“.
Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit syrischen Kurden wisse sie, dass die ständige Behauptung der YPG, die Repräsentanten der Kurden zu sein, überhaupt nicht stimme. Die syrischen Kurden sähen sich in erster Linie als Syrer, als syrische Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln. Sie seien auch nicht empfänglich für PKK-Propaganda und die zwangsweise angesetzte Wehrpflicht der YPG lehnten sie im Grunde ab.
„Die meisten syrischen Kurden wollen auch keinen eigenen Staat, denn die syrischen Kurden leben hauptsächlich in drei Enklaven im Norden: im nördlichen Teil der Provinz Hasaka, in Kobani und in Afrin. Andere Teile Nordsyriens sind arabisch (turkmenische Gebiete) und kurdische Gebiete nicht groß genug für einen eigenen Staat. Daher wollten sie große Teile der nicht-kurdischen Gebiete zwischen Afrin und Kobani sowie zwischen Kobani und Ras al-Ayn beherrschen. Die YPG beherrscht momentan nicht-kurdische Gebiete wie Tal Rifaat, Manbij, Raqqa und Deir Ezzor“, so Netjes.
Netjes in einem Interview mit dem kurdischen Führer Ahmad Misto. Er habe vier Attentatsversuche der PKK überlebt. (Foto: Screenshot/Twitter)
Die „andere Seite der YPG“
Die YPG habe zwar gegen den IS gekämpft, die Organisation habe jedoch noch eine weitere, im Westen unbekannte Seite.
Netjes: „Am problematischsten ist vielleicht die anhaltende Entführung von Minderjährigen, Mädchen und Jungen, Kurden, Assyrern und Jesiden. Sogar jenseits der Grenze habe ich zwei Teenager interviewt, die gerade von einer Entführung aus der Südtürkei nach Syrien zurückgekehrt waren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele im Westen davon nichts wissen oder es nicht glauben. Anders die niederländischen und amerikanischen Diplomaten. Für die Niederländer war dies schon immer ein Grund, sie (die YPG, Anm. Red.) nicht zu unterstützen, was einige niederländische politische Parteien verärgerte.
Ein weiterer problematischer Punkt ist die Zwangsverpflichtung in die Armee und der PKK-Lehrplan, der weder von Universitäten noch von internationalen Organisationen anerkannt wird, sodass es keine Chance gibt, damit an die Universität zu gehen. Dies sind Gründe, die vor allem junge Menschen dazu veranlassen, das Gebiet zu verlassen.
In der kurdischen Region des Irak gibt es etwa 250.000 syrische Flüchtlinge, die meisten von ihnen sind Kurden. Und es gibt auch, und das ist viel weniger bekannt, nach Angaben des syrisch-kurdischen Politikers und Forschers Bedir Mulla, etwa 400.000 syrische Kurden in der Türkei, hauptsächlich in der Südtürkei, die vor dem IS, aber auch vor der syrischen PKK geflohen sind.
Diese Menschen kehren nicht zurück. Außerdem lassen sie Oppositionspolitiker nicht frei arbeiten, einige wurden sogar von PKK-Kämpfern getötet, wie Mashal Tammo, Nasredine Burheik und mehrere andere.
Andere wurden inhaftiert oder sind unter Todesdrohungen geflohen, wie die KNC-Führer Abdel Hakim al-Bashar und Ibrahim Biro. Sie lassen keine freien Medien zu, auch keine westlichen oder arabischen Medien oder Forscher, die sich kritisch geäußert haben. Die meisten machen dies jedoch nicht öffentlich, wahrscheinlich in der Hoffnung, wieder Zugang zu erhalten.
In Afrin haben sie viele Kurden an das Assad-Regime ausgeliefert. Nur wenige haben es raus geschafft. Sie schließen assyrische christliche Schulen, weil sie wollen, dass sie den Lehrplan der PKK anwenden. Kurzum, sie regieren Hasaka und die Provinz Kobani – und davor Afrin -, insbesondere die kurdischen Gebiete, mit eiserner Faust.
Das können sie nicht in allen arabischen Gebieten tun, weil die Stämme das einfach nicht zulassen würden. Hinzu kommt, dass derzeit etwa 70 Prozent der von der YPG beherrschten Gebiete arabische Gebiete sind, die sich selbst regieren wollen und nicht wollen, dass der Reichtum, wie etwa Öl, aus ihren Gebieten genommen und ein Teil davon an das Regime verkauft wird.“
„Die Mehrheit der syrischen Kurden mag die PYD nicht“
In ihren Berichten betont Netjes immer wieder, dass die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung eine Regierung durch die PYD ablehnt:
„Kurz gesagt, die von der PYD kontrollierten Gebiete sind besser als die Gebiete des Regimes, aber aus den oben genannten Gründen und wegen der extrem schlechten wirtschaftlichen Lage verlassen die Menschen auch diese Gebiete. Nun mag die Mehrheit der syrischen Kurden die PYD nicht, sie sehen sie als ein gewalttätiges Regime, aber sie haben jetzt auch ihre schlechten Erfahrungen mit einigen SNA-Brigaden* gemacht, die nicht ihre Kinder, sondern ihr Geld stehlen. Das ist sehr bedauerlich.
Ein Unterschied ist jedoch, dass ungefähr die Hälfte der Kurden, die 2018 zunächst vor der türkischen Militäroperation geflohen waren, mittlerweile wieder nach Afrin zurückgekehrt sind. Sie hatten eine ‚Dschihadisten-Invasion‘ befürchtet. Aber Araber, die aus den von der YPG gehaltenen Gebieten geflohen sind, können nicht zurückkehren, zum Beispiel die Bevölkerung von Tal Rifaat.
Die Situation in Afrin ist gemischt, einige Teile sind gut, einige Teile sind mittelmäßig und andere sind schlecht. Und leider lässt die PYD afrinische Kurden, die in das Gebiet von Tal Rifaat zurückkehren wollen, nur nach Zahlung hoher Summen zurückkehren“, betont die niederländische Analystin.
Nein, ich würde eher sagen, sie schaden der kurdischen Sache, vor allem in Syrien. Sie sprechen für sich selbst und präsentieren sich im Westen als die Stimme der Kurden, was viele westliche Politiker und Medien nicht ausreichend verstehen und darauf hereinfallen.
Wegen Ihrer PKK-kritischen Berichterstattung wurde die renommierte Expertin von mutmaßlichen Mitgliedern oder Sympathisanten der Terrororganisation mit dem Tode bedroht. Netjes betont, wie wichtig es sei, trotzdem weiter zu machen und sich nicht einschüchtern zu lassen.
Sie haben sich selbst entlarvt und zeigen, dass die Arbeit, die ich mache, notwendig ist. Ich werde weitermachen. Was ich erlebe, ist wenig im Vergleich zu dem, was viele syrische Kurden, Assyrer und Araber erleben. In Syrien, aber auch in Europa.
Do you want to know how Syrian Kurds are trying to improve the situation for the Kurds in Afrin?
See my short interview with Azad Osman, who spent 5 years in Sednayya and was also on the PKK’s hit list: pic.twitter.com/bgUSADBldS
*Die Syrische Nationale Armee (SNA), war der Vorgänger der Freien Syrischen Armee (FSA), auch bekannt als die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee (TFSA). Sie ist eine Koalition bewaffneter syrischer Oppositionsgruppen im syrischen Bürgerkrieg. Sie setzt sich aus verschiedenen Rebellengruppen zusammen, die zu Beginn des Krieges im Juli 2011 entstanden sind. Seit 2017 wird die FSA offiziell von der Türkei unterstützt, die dadurch finanzielle Mittel, Ausbildung und militärische Unterstützung erhält.
Zum Thema
– Berlin –
Kurdische Mutter: Die PKK tötet unsere Kinder
Nach vielen Jahrzehnten der Angst und Drohungen sowie Einschüchterungen der PKK, trauen sich immer mehr Kurdischstämmige gegen die Terrororganisation offen Stellung zu beziehen.
London – In einem aufsehenerregenden Interview mit dem US-Musikmagazin Rolling Stone hat U2-Frontmann Bono den rechtsextremen israelischen Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, scharf angegriffen und dessen Entgleisungen mit der Rhetorik des Nazi-Funktionärs Heinrich Himmler verglichen. Der irische Sänger äußerte sich im Vorfeld des für den 13. November angekündigten neuen U2-Albums.
Bono, mit bürgerlichem Namen Paul David Hewson, betonte im Gespräch, dass die neue Platte der Band in der „wahrscheinlich turbulentesten Zeit, die wir je erlebt haben“, entstanden sei. Dies beziehe sich auf die weltpolitische Lage. Unter anderem verarbeite der Song „The Tears of Things“ die jahrtausendealte Geschichte, die zur aktuellen Eskalation im Gazastreifen geführt habe.
Scharfe Kritik an Ben-Gvirs Äußerungen
Der Rockstar verurteilte zwar erneut den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 auf Israel nachdrücklich, zeigte sich gleichzeitig jedoch schockiert über Äußerungen aus den Reihen der israelischen Regierung.
Insbesondere die Aussagen von Polizeiminister Ben-Gvir über die Bevölkerung in Gaza – wonach es dort Menschen gebe, die „nicht das Recht haben zu leben“ oder „nicht einmal menschlich seien“ – stießen beim Sänger auf Entsetzen.
Bono verglich diese Rhetorik direkt mit Äußerungen von Heinrich Himmler, dem Reichsführer der SS und einem der Hauptverantwortlichen für die Planung und Durchführung des Holocausts im Nationalsozialismus.
Gleichzeitig kritisierte der U2-Sänger die politische Rolle von Premierminister Benjamin Netanjahu scharf: Ein Minister, der solche Aussagen tätige, gehöre nicht in ein Regierungsamt. Netanjahu duldete Ben-Gvir jedoch nur, um seine eigene parlamentarische Mehrheit in der Koalition zu sichern.
Zweistaatenlösung und Nakba-Anerkennung gefordert
Bono stellte klar, dass er das Existenzrecht Israels weiterhin unterstütze, aber ebenso an der Seite der Palästinenser und ihres Rechts auf einen eigenen Staat stehe. Er gehe davon aus, dass die Rechtsfragen bezüglich der Handlungen Israels im Gazastreifen letztlich vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) und dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) geklärt werden.
Zudem forderte der Sänger Zugeständnisse, um das historische Unrecht der Nakba – der Massenvertreibung von Palästinensern im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 – aufzuarbeiten. Die Gerechtigkeit liege schließlich im Herzen des Judentums selbst, betonte Bono im Interview.
Umstrittener Hardliner: Die Kritik an Ben-Gvir
tamar Ben-Gvir gilt bei nationalen wie internationalen Beobachtern, Menschenrechtsorganisationen und politischen Analysten als eine der umstrittensten Figuren der israelischen Politik. Kritiker werfen dem Minister für nationale Sicherheit wiederholt Rechtsextremismus, Rassismus und gezielte Provokation vor.
Bevor er sein Ministeramt antrat, wurde Ben-Gvir mehrfach wegen rassistischer Hetze gegen Araber und der Unterstützung einer jüdischen Terrororganisation juristisch verurteilt; über Jahre hinweg hing in seinem Wohnzimmer ein Porträt von Baruch Goldstein, dem Attentäter des Massakers in der Höhle der Patriarchen.
Internationale Diplomaten sowie israelische Oppositionsmitglieder beschuldigen ihn regelmäßig, durch seine Rhetorik und Handlungen – etwa demonstrative Besuche auf dem Tempelberg oder Aufrufe zur Aushöhlung von Schutzrechten palästinensischer Zivilisten – Spannungen im Nahen Osten systematisch anzuheizen und die Rechtsstaatlichkeit zu untergraben.
Tel-Aviv – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat Berichten zufolge ein behördenübergreifendes Juristenteam angewiesen, eine Klage gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan vorzubereiten.
Ein Schritt, der die ohnehin angespannten Beziehungen beider Staaten weiter verschärft. Wie der israelische Nachrichtensender i24NEWS unter Berufung auf Insider berichtet, soll der geplante Antrag beim Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag eingereicht werden.
Die juristische Offensive konzentriert sich demnach primär auf das Vorgehen der türkischen Regierung gegen die kurdische Minderheit sowie auf die finanzielle und logistische Unterstützung der Palästinenserorganisation Hamas durch Ankara.
Diplomatische Eskalation nach UN-Vollversammlung
Dem Vorstoß ging eine scharfe rhetorische Eskalation auf internationaler Bühne voraus. Im Rahmen der UN-Vollversammlung hatte Netanjahu den türkischen Staatschef öffentlich als „Tyrannen“ bezeichnet.
Die türkische Führung reagierte umgehend und verwies darauf, dass die Türkei einen Antrag bei Interpol auf eine internationale Festnahmeausschreibung („Red Notice“) gegen Netanjahu gestellt habe. Beobachter werten die israelischen Pläne vorrangig als diplomatisches Druckmittel und politische Abschreckung.Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Antrag unverzüglich in Den Haag hinterlegt wird.
Hohe juristische Hürden in Den Haag
Ein mögliches Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof steht vor erheblichen rechtlichen Hindernissen: Weder Israel noch die Türkei sind Vertragsstaaten des Römer Statuts.
Beide Nationen erkennen die Gerichtsbarkeit des ICC nicht vollumfänglich an, weshalb die Zuständigkeit des Gerichts in diesem Fall hochgradig umstritten ist. Zudem birgt die Initiative eine geopolitische Brisanz: Gegen Netanjahu selbst hat der ICC wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen bereits einen Haftbefehl erlassen.
Exclusive: Netanyahu orders preparation of ICC case against Erdogan over Kurds, Hamas funding
New York – Unter Bürgermeister Zohran Mamdani wurden in der US-Metropole New York im abgelaufenen Haushaltsjahr 2026 so viele Bäume gepflanzt wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.
Die städtische Parkbehörde NYC Parks setzte insgesamt 18.261 neue Bäume im gesamten Stadtgebiet. Dies entspricht dem höchsten Wert innerhalb eines einzelnen Fiskaljahres seit 2016 und markiert einen bedeutenden Meilenstein für die grüne Infrastruktur der Zehn-Millionen-Stadt.
Ein zentraler Schwerpunkt der Maßnahme lag auf der gezielten Verteilung der Bepflanzungen: Der Großteil der jungen Bäume wurde in Stadtteilen eingesetzt, die im Sommer am stärksten unter extremer Hitze und dem sogenannten „Urban Heat Island“-Effekt leiden.
Durch das zusätzliche Blätterdach sollen dicht bebaute Wohnquartiere spürbar abgekühlt und die Luftqualität nachhaltig verbessert werden. Zudem tragen die Wurzelstrukturen dazu bei, Regenwasser effizienter aufzunehmen und das Risiko von Sturzfluten bei Starkregenereignissen zu mindern.
Um dieses Volumen zu bewältigen, hat NYC Parks die operative Logistik grundlegend umgestellt. Die Pflanzsaison wurde zeitlich nach vorne verlegt, sodass Tausende Exemplare bereits in den Herbst- und Wintermonaten gesetzt werden konnten. Durch verstärktes Bewässern und Mulchen im Sommer gelang es den Teams, die Ausfallquote trotz hoher Temperaturen gering zu halten.
Die Umweltinitiative ist Teil des langfristigen Urban Forest Plan, der darauf abzielt, die Baumkronenabdeckung New Yorks bis zum Jahr 2040 auf mindestens 30 Prozent zu steigern.
Die positive Bilanz stößt auch international auf Interesse und liefert wertvolle Impulse für europäische Kommunen. Während konservative und wirtschaftsnahe Kritiker vor Mamdanis Amtsantritt regelmäßig vor einer angeblich ineffizienten oder rein ideologisch getriebenen Verwaltung warnten, setzt die Stadt nun auf messbare und alltäglich sichtbare Ergebnisse im öffentlichen Raum.
Vom „Kommunisten“ zum Vorbild für Berlin
Diese Meldung fällt in eine Phase in der Mamdanis Politik auch außerhalb New Yorks genau beobachtet wird. In Berlin ist gerade Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken, nach dem Wahlerfolg ihrer Partei in den Mittelpunkt der politischen Debatte gerückt.
Eralp hatte Mamdani bereits nach dessen Wahlsieg als Vorbild für Berlin bezeichnet. Eine Delegation der Berliner Linken war nach New York gereist, um sich mit seiner Kampagne und deren Strategien auseinanderzusetzen. Auch Eralp stand im Austausch mit Mamdanis Kampagnenteam. Deutsche Medien bezeichnete sie nach der Berliner Wahl als „Spree-Mamdani“.
Eralp hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, wenn ein Linker in New York gewinnen könne, könne dies auch in Berlin gelingen. Themen wie bezahlbares Wohnen und die Entlastung bei den Lebenshaltungskosten verbindet sie ausdrücklich mit dem politischen Ansatz Mamdanis.
Damit wird New York auch für die aktuelle politische Debatte in Deutschland zum Vergleichsfall: Während Kritiker sowohl Mamdani als auch die Berliner Linke vor den Folgen ihrer Politik warnen, verweist Mamdanis Verwaltung auf konkrete Maßnahmen.
🚨 Zohran Mamdani has planted over 18,000 trees in NYC, the most in a decade.
Berlin – Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Ukraine-Krieges zu verstärken.
Laschet sagte am Dienstag im rbb24 Inforadio, er sei froh, dass Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) das Gespräch mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow gesucht habe:
„Wir reden viel zu viel über militärische Lösungen, die aber den Krieg natürlich nicht beenden. Und deshalb finde ich es gut, dass jetzt auch Diplomatie mit Russland eine neue Qualität bekommen hat.“
Es sei eine frostige Begegnung gewesen, aber „man redet jedenfalls überhaupt wieder. Wie soll denn ein Krieg enden, bei dem Europa auch noch Einfluss nehmen will zugunsten der Ukraine, wenn man sich den Gesprächen verweigert?“
Genau das sei die Praxis bis zum vergangenen Freitag gewesen, so Laschet, „übrigens auch von vielen Medien, die jetzt plötzlich ihre Meinung geändert haben und sagen: ‚Ja, es war doch gut.‘. Ich habe immer nur Kritik an denen gehört, die Diplomatie gefordert haben. Und Diplomatie heißt, man läuft vielleicht 50 Mal vor die Wand, die Gespräche gehen nicht weiter.“
Aber nur so könne man eine europäische und deutsche Position gegenüber einem Angreifer wie Russland sichtbar machen, betonte Laschet. „Wenn nur die Amerikaner über die Zukunft Europas reden, dann hat das doch nichts mit europäischem Selbstbewusstsein zu tun.“
Nur bei Gesprächen trete auch zutage, „wer unhöflich auftritt, wer undiplomatisch auftritt, wer danach das Ganze ins Lächerliche zieht“. Das sei Russland gewesen, so Laschet:
„Die Legende, die Russland lange stricken konnte, weil Europa nicht bereit war, zu reden, die ist jetzt jedenfalls zerstört.“ Wenn jetzt darüber diskutiert werde, ob beim G20-Gipfel möglicherweise auch der russische Präsident Wladimir Putin teilnehmen sollte, dann wäre das der nächste Schritt. Auch auf so einem Gipfel müsse Klartext gesprochen werden, damit Russland merke, es „verliert in der gesamten Öffentlichkeit auch die Deutungshoheit.“
Es ist ein wichtiger und richtiger Schritt, dass Außenminister Wadephul seinen russischen Amtskollegen Lawrow bei der UN in New York getroffen hat. Und er hat Klartext gesprochen. Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir akzeptieren keine hybriden Attacken gegen Deutschland. Wir… https://t.co/Jwxz7xnkqK
Eine Beschneidung, medizinisch Zirkumzision genannt, kann aus unterschiedlichen Gründen erwogen werden. Welche Methode infrage kommt und wie der Eingriff abläuft, hängt unter anderem davon ab, ob es um einen Erwachsenen oder ein Kind geht und ob eine medizinische Indikation vorliegt. Doch welche Verfahren sind erforderlich, wie läuft der Prozess ab und welche Kosten können entstehen? Und was sollten Sie bei der Wahl eines Arztes in Hamburg beachten?
Was bedeutet Beschneidung oder Zirkumzision?
Bei einer Zirkumzision wird die Vorhaut teilweise oder vollständig entfernt. Der Umfang hängt vom Befund, vom gewünschten Ergebnis und von der gewählten Methode ab. Der englische Begriff circumcision bezeichnet ebenfalls die Beschneidung. Wichtig ist, die Begriffe der jeweiligen Praxis genau zu klären:
Eine Vorhautplastik soll die verengte Öffnung erweitern und Gewebe erhalten, während bei einer Zirkumzision Vorhaut entfernt wird. Auch die Bezeichnung plastische Zirkumzision wird nicht überall gleich verwendet. Fragen Sie deshalb vor dem Eingriff, welche Technik gemeint ist und wie viel Gewebe dabei entfernt wird.
Wann kann eine Beschneidung medizinisch sinnvoll sein?
Bei Erwachsenen kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein, wenn eine enge Vorhaut Schmerzen verursacht, sich wiederholt entzündet oder durch Narben verändert ist. Eine Beschneidung ist dabei nicht automatisch der erste Schritt: Je nach Befund kann die Ärztin oder der Arzt auch andere Behandlungen oder einen vorhauterhaltenden Eingriff besprechen. Die europäische urologische Patienteninformation nennt eine Zirkumzision als Option, wenn andere Behandlungen nicht geholfen haben oder ungeeignet sind.
Bei Kindern lässt sich die Vorhaut oft noch nicht vollständig zurückziehen, ohne dass deshalb eine Erkrankung vorliegt. Auch harmlose Verklebungen können fälschlich als Phimose eingeordnet werden. Deshalb sollte eine Ärztin oder ein Arzt nach der Untersuchung eine eindeutige Diagnose stellen und beurteilen, ob eine Behandlung notwendig ist. Schließlich geht es hier nicht um Sportwetten ohne OASIS, sondern um Ihre Gesundheit und Ihr weiteres Leben.
Welche Beschneidungsmethoden gibt es?
Die Verfahren unterscheiden sich darin, ob Vorhaut entfernt oder bei einer Erweiterung erhalten wird.
Vollständige oder teilweise Zirkumzision
Bei einer vollständigen Zirkumzision wird die Vorhaut entfernt. Bei einer Teilbeschneidung bleibt ein Teil davon erhalten. Vor dem Eingriff sollte feststehen, welche Variante geplant ist und wie viel Gewebe entfernt wird.
Plastische Zirkumzision und vorhauterhaltende Verfahren
Eine Vorhautplastik erweitert die verengte Öffnung, während möglichst viel Vorhaut erhalten bleibt. Die Bezeichnung plastische Zirkumzision wird nicht immer einheitlich verwendet. Fragen Sie deshalb, welche konkrete Technik gemeint ist.
Was bedeutet Triple Inzision?
Bei der Triple Inzision wird der verengte Ring durch mehrere Schnitte erweitert. Das Verfahren soll die Vorhaut erhalten. Wie bei anderen Vorhautplastiken kann die Verengung erneut auftreten; die EAU-Leitlinie zur Kinderurologie nennt dies als möglichen Nachteil vorhauterhaltender Eingriffe.
Wie läuft eine Beschneidung in Hamburg ab?
In Hamburg bieten spezialisierte Praxen unterschiedliche Verfahren an:
Die Beschneidungspraxis Hamburg nennt die Alisklamp-Methode;
CircumVision führt neben Alisklamp auch die Hochfrequenzmethode auf;
Die Kinderarztpraxis Dr. Said in Blankenese beschreibt rituelle Beschneidungen bei Neugeborenen und Heranwachsenden unter örtlicher Betäubung.
Was sollten Sie beim Erstgespräch klären?
Fragen Sie, welche Methode die Praxis für Ihren konkreten Fall vorsieht und wer den Eingriff durchführt. Lassen Sie sich erklären, welche Betäubung verwendet wird, ob der Eingriff ambulant stattfindet und welche Nachkontrollen dazugehören. Bei einer Beschneidung von Minderjährigen sollten Eltern außerdem klären, wie die Praxis die Aufklärung und Zustimmung organisiert. Zum Beispiel, Dr. med. Mohamed Said in Hamburg-Blankenese nennt die Einverständniserklärung beider Sorgeberechtigten als Voraussetzung für eine rituelle Beschneidung.
Wie geht es nach dem Eingriff weiter?
Erfragen Sie vor dem Termin, welche Wundpflege die Praxis empfiehlt, wen Sie bei Beschwerden erreichen und wann die Kontrolle stattfindet. Die Nachsorgehinweise sollten Sie sich schriftlich geben lassen, denn sie können je nach verwendeter Methode und Alter des Patienten unterschiedlich ausfallen.
Was ist bei einer Beschneidung in Hamburg konkret zu beachten?
Die besten Hamburger Kliniken für Beschneidungen zeichnen sich durch Folgendes aus:
Die Beschneidungspraxis am Öjendorfer Damm 44 in Jenfeld nennt die Alisklamp-Methode und Behandlungen für Jungen und erwachsene Männer.
CircumVision in der Gründgensstraße 26 in Steilshoop bietet laut eigener Website Alisklamp und Hochfrequenz-Beschneidung an.
Die Kinder- und Jugendarztpraxis Dr. Mohamed Said in Blankenese beschreibt rituelle Beschneidungen bei Neugeborenen und Heranwachsenden unter örtlicher Betäubung.
Auch die Qualifikation der Behandelnden sollte man konkret prüfen: In der Beschneidungspraxis sind Dr. Tokhi als Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und Dr. Samadzade als Facharzt für Allgemeinmedizin aufgeführt. CircumVision nennt Dr. Bahar als Facharzt für Chirurgie und erwähnt urologische Kollegen im Team. Fragen Sie deshalb, wer den Eingriff tatsächlich durchführt und wer bei medizinischer Indikation die urologische Beurteilung übernimmt.
Die Standorte liegen in verschiedenen Teilen Hamburgs: Jenfeld im Osten, Steilshoop im Norden und Blankenese im Westen. Klären Sie vor dem Termin:
wo Nachkontrollen stattfinden;
ob Sie zur Kontrolle oder zur Entfernung des Alisklamp erneut in die Praxis kommen müssen;
Sie außerdem vorab nach einem schriftlichen Kostenvoranschlag und danach, ob die Praxis direkt mit Ihrer Krankenkasse abrechnet oder privat nach GOÄ berechnet. Die Angaben zur Kostenübernahme unterscheiden sich je nach Anbieter und medizinischer Begründung.
Was kostet eine Beschneidung in Hamburg – und was ist im Preis enthalten?
Ungefähre Preisspanne für eine Beschneidung in Hamburg von 1.490 € bis 1.980 € zuzüglich Klinikkosten
Der Endpreis hängt unter anderem davon ab, ob der Eingriff ambulant oder in einer Klinik stattfindet und welche Betäubung gewählt wird.
Anbieter in Hamburg
Veröffentlichter Preis
Was der Anbieter zu Leistungen und Zusatzkosten angibt
Medicalthree, Jungfernstieg 24
ab 1.490 €
Die Website nennt Beratung und Nachbetreuung, schlüsselt aber nicht auf, ob Betäubung, Verbandsmaterial und einzelne Nachkontrollen im Einstiegspreis enthalten sind.
Dr. Schwab, Neuer Wall 13
ab 1.980 €, zzgl. Klinikkosten
Der Eingriff erfolgt laut Website ambulant, mit örtlicher Betäubung oder auf Wunsch in kurzer Vollnarkose. Ob die Betäubung im genannten Einstiegspreis enthalten ist, wird nicht ausgewiesen.
Fordern Sie vor Ihrem Termin schriftlich die Gesamtkosten an, die Folgendes umfassen sollten: Beratung und Untersuchung, örtliche Betäubung bzw. Anästhesie, Eingriff, Materialien, Bandagen, Nachuntersuchungen und ggf. Klinikgebühren. Bei Vorliegen einer medizinischen Indikation können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden; Wenn eine Beschneidung aus religiösen oder persönlichen Gründen gewünscht wird, ist in der Regel eine Selbstzahlerrechnung erforderlich.
Nachsorge und Heilungsdauer in Hamburg
Bei einer Beschneidung mit Alisklamp bleibt die Klemme mehrere Tage angelegt. In Hamburg sind für dieses Verfahren etwa vier bis fünf Tage angegeben; danach wird sie in der behandelnden Praxis entfernt. Ein zusätzlicher Verband ist dabei in der Regel nicht nötig. Bei einer genähten Zirkumzision können selbstauflösende Fäden verwendet werden, sodass kein Fadenziehen erforderlich ist.
Auch die Schonzeiten unterscheiden sich je nach Verfahren: Für Alisklamp wird mindestens eine Woche Sportpause genannt; nach einer genähten Zirkumzision können es zwei Wochen bis zum Sport und drei bis vier Wochen bis zum Geschlechtsverkehr sein. Klären Sie vorher, wann die Wundkontrolle stattfindet und wen Sie bei Nachblutungen, zunehmender Schwellung oder stärkeren Schmerzen erreichen.
Arztwahl in Hamburg: Welche Qualifikation hat der Operateur?
Beschneidungen werden in Hamburg von Ärzten mit unterschiedlichen Fachgebieten angeboten. Die Qualifikation sollte deshalb Teil des Vergleichs sein:
Dr. Tokhi: Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie; tätig in der Beschneidungspraxis Hamburg.
Dr. Samadzade: Facharzt für Allgemeinmedizin; ebenfalls in der Beschneidungspraxis Hamburg tätig.
Dr. Bahar bei CircumVision: Facharzt für Chirurgie; die Praxis nennt außerdem urologische Kollegen im Team.
Dr. Said in Blankenese: Kinder- und Jugendarzt; sein Angebot betrifft rituelle Beschneidungen bei Neugeborenen und Heranwachsenden.
Bei einer medizinischen Beschneidung wegen Phimose klären Sie, wer die Diagnose stellt und ob ein Urologe beteiligt ist. Bei Kindern fragen Sie, wer den Eingriff durchführt, welche Erfahrung mit dem Alter des Kindes besteht und wer für die Nachkontrolle zuständig ist.
Das Einrichten kleinerer Räume stellt viele Menschen vor eine charmante Herausforderung, bei der jeder Zentimeter zählt. Wenn der Platz begrenzt ist, möchte man auf den gewohnten Schlafkomfort keineswegs verzichten.
Genau an dieser Schnittstelle bietet die sogenannte Französische Bettbreite die perfekte Balance zwischen kompakter Bauweise und großzügiger Liegefläche. Ein gut gewähltes Bett verbindet funktionale Wünsche mit einem ästhetischen Erscheinungsbild im Schlafbereich.
Warum gilt die Abmessung Bett 140×200 als wahrer Raumkünstler?
Singles schätzen die Freiheit, sich in der Nacht auszustrecken, ohne dass das Möbelstück das gesamte Zimmer dominiert. Wer auf der Suche nach der passenden Ausstattung ist, findet im Bett 140×200 die ideale Antwort für flexible Wohnkonzepte.
Im Vergleich zu schmalen Standardbetten bietet diese Variante spürbar mehr Bewegungsmöglichkeiten für geruhsame Nächte. Gleichzeitig bleibt genügend Stellfläche für Kleiderschränke, Schreibtische oder gemütliche Leseecken frei.
Auch für Paare, die enge Kuscheleinheiten bevorzugen, eignet sich diese Abmessung überraschend gut. Durch die geschickte Raumausnutzung wirkt das Zimmer stets ordentlich, luftig und aufgeräumt.
Wie verwandelt ein Bett 140×200 Ihr Jugendzimmer oder den Gästebereich?
Jugendliche verändern ihre Vorlieben rasch und benötigen ein Zimmer, das sowohl zum Lernen als auch zum Entspannen einlädt. Ein kompaktes Doppelbett gibt Heranwachsenden das Gefühl von Erwachsensein und bietet gleichzeitig Platz für spontane Übernachtungsgäste.
Auch in einem Gästebereich überzeugt diese Lösung auf ganzer Linie, da Besucher nicht auf Klappsofas ausweichen müssen. Ein festes Gestell mit hochwertiger Matratze garantiert Besuchern eine erholsame Nachtruhe.
Verschiedene Gestaltungsoptionen sorgen dafür, dass sich das Möbelstück harmonisch in jede bestehende Einrichtung einfügt. Folgende Gründe sprechen für diese vielseitige Lösung:
• die Liegefläche bietet hervorragenden Komfort für Einzelpersonen und ausreichend Platz für Paare,
• In kleineren Räumen bleiben Bewegungsfreiheit und Stellfläche für weitere Möbel erhalten,
• integrierte Schubladen schaffen zusätzlichen Stauraum für Bettwäsche und Decken,
• die große Auswahl an Materialien ermöglicht eine individuelle Raumgestaltung.
Passen Funktionalität und Stil bei der Wahl Bett 140×200 zusammen?
Neben den reinen Maßen spielt das äußere Erscheinungsbild bei der Auswahl eine wichtige Rolle. Ob minimalistisches Holzgestell, gepolstertes Kopfteil oder metallischer Industriestil – für jeden Geschmack existiert das passende Modell.
Viele Ausführungen nutzen den Hohlraum unter der Matratze geschickt aus und bieten praktische Bettkästen. Smart integrierter Stauraum hilft dabei, Ordnung zu halten und wertvollen Platz zu sparen.
Zudem lässt sich das Bett mit Kissen und Tagesdecken tagsüber leicht in eine gemütliche Sitzlandschaft verwandeln. So entsteht ein harmonisches Gesamtbild, das Gemütlichkeit ausstrahlt und den Raum optisch aufwertet.
Die Wahl der passenden Schlafstätte prägt das tägliche Wohlbefinden und die Atmosphäre der gesamten Wohnung nachhaltig. Die Abmessung von 140×200 Zentimetern schafft spielend den Spagat zwischen platzsparender Form und hervorragendem Schlafkomfort.
Ob für alleinstehende Erwachsene, heranwachsende Jugendliche oder liebe Gäste – diese Lösung überzeugt durch Anpassungsfähigkeit. Mit dem richtigen Design verwandelt sich jeder Raum in eine Wohlfühloase.
Elektrische Pflegegeräte gehören heute selbstverständlich ins Badezimmer. Gleichzeitig treffen dort Strom, Elektronik und Wasser aufeinander. Bei Mundduschen spielt deshalb nicht nur die Reinigungsleistung eine Rolle, sondern auch die Frage, wie das Gerät für den Einsatz in feuchter Umgebung konstruiert ist.
Elektrische Geräte gehören längst zum Badezimmer
Elektrische Zahnbürste, Rasierer, Haartrockner oder Munddusche: Das Badezimmer ist längst zu einem Ort geworden, an dem zahlreiche elektronische Pflegeprodukte verwendet werden.
Dabei unterscheiden sich die Anforderungen deutlich von anderen Räumen. Wasserspritzer, hohe Luftfeuchtigkeit und die Nutzung direkt am Waschbecken gehören hier zum normalen Alltag.
Deshalb lohnt es sich bei elektrischen Pflegegeräten, neben Funktionen und Design auch auf deren Schutz gegen Wasser zu achten.
Was hinter der Kennzeichnung IPX7 steckt
Bei elektronischen Geräten findet man häufig sogenannte IP-Schutzklassen. Sie beschreiben unter anderem, wie gut ein Gerät gegen das Eindringen von Wasser geschützt ist.
Die Denta-M Munddusche DM14 wird vom Hersteller mit der Schutzklasse IPX7 angegeben und ist ausdrücklich auch für die Verwendung unter der Dusche vorgesehen.
Gerade bei einer Munddusche ist das ein praktisches Detail: Wasser gehört schließlich unmittelbar zur Anwendung.
Warum Wasserschutz mehr als ein technisches Detail ist
Bei einem Produkt, das regelmäßig im Badezimmer verwendet wird, wirkt eine Schutzklasse zunächst wie eine nüchterne technische Angabe.
Im Alltag kann sie jedoch Einfluss darauf haben, wie flexibel ein Gerät eingesetzt werden kann. Manche Nutzer verwenden ihre Mundpflegeprodukte ausschließlich am Waschbecken, andere integrieren bestimmte Schritte direkt in ihre morgendliche Duschroutine.
Wer sich für die Denta-M Munddusche DM14 interessiert, findet dort neben dem IPX7-Wasserschutz auch vier unterschiedliche Intensitätsstufen und verschiedene Aufsätze.
Technik sollte sich dem Alltag anpassen
Bei modernen Pflegegeräten geht es längst nicht mehr ausschließlich darum, möglichst viele Funktionen anzubieten.
Entscheidend ist vielmehr, ob diese Funktionen einen praktischen Nutzen haben. Wasserschutz, kabelloser Betrieb oder gespeicherte Einstellungen sind Beispiele für Details, die im täglichen Umgang mit einem Gerät schnell wichtiger werden können als spektakuläre Zusatzfunktionen.
Wer eine elektrische Munddusche auswählt, kann deshalb auch einen Blick auf Eigenschaften werfen, die auf den ersten Blick weniger mit Zahnpflege zu tun haben.
Gerade in einem Badezimmer sind Wasserbeständigkeit, unkomplizierte Bedienung und flexible Einsatzmöglichkeiten wichtige Aspekte für ein Gerät, das regelmäßig genutzt werden soll.
Hannover – Belit Onay, Deutschlands erster Oberbürgermeister mit türkischen Wurzeln, hat die Wahl in Hannover mit deutlicher Mehrheit gewonnen und sich damit eine zweite Amtszeit gesichert.
Bei der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover setzte sich der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Belit Onay, klar durch. In der entscheidenden Runde am Sonntag erzielte Onay 61,5 Prozent der Stimmen und verwies seinen Herausforderer Axel von der Ohe von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), der auf 38,5 Prozent kam, deutlich auf den zweiten Platz.
Bereits im ersten Wahlgang am 13. September hatte Onay mit 45,6 Prozent der Stimmen in Führung gelegen, während von der Ohe 21,5 Prozent erreichte. Für eine direkt gewählte Amtseinführung im ersten Wahlgang ist in Hannover eine absolute Mehrheit erforderlich.
Gördü gratuliert
Hakan Gördü, Parteichef der österreichischen Partei Soziales Österreich der Zukunft (SÖZ), gratulierte Belit Onay herzlich zur Wiederwahl und bezeichnete das Ergebnis als ein starkes Signal, das weit über Hannover hinaus bis nach Wien strahle.
Gördü hob hervor, dass Onay trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie der Pandemie, der Energiekrise und einer Oppositionsmehrheit im Rat die Menschen in der niedersächsischen Landeshauptstadt mit klarem Vorsprung überzeugt habe. „Der Sohn einer Gastarbeiterfamilie aus Goslar führt weitere acht Jahre eine deutsche Landeshauptstadt. Nicht als Symbol, sondern weil er überzeugt hat“, betonte der SÖZ-Chef.
Mit dem Wahlsieg zeige sich einmal mehr, dass Menschen mit Migrationsgeschichte diese Städte aktiv gestalten und dies von den Wählerinnen und Wählern auch honoriert werde. Gördü schloss seine Stellungnahme mit den Worten: „Tebrikler Belit Onay, viel Kraft und Erfolg für die zweite Amtszeit!“
Wer ist Belit Onay?
Mit diesem Wahlerfolg setzt der Volljurist Belit Onay seine 2019 angetretene Amtszeit als Oberbürgermeister von Hannover für eine zweite Periode fort. Onay wurde 1981 im niedersächsischen Goslar geboren und zog 2013 erstmals als Abgeordneter der Grünen in den Niedersächsischen Landtag ein. Dieses Mandat nahm er bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister im Jahr 2019 wahr.
Onay, dessen Eltern in den 1970er-Jahren als Gastarbeiter aus Istanbul nach Deutschland einwanderten, schrieb bereits 2019 Geschichte: Er war der erste Politiker mit türkischen Wurzeln, der in Deutschland an die Spitze einer Großstadt gewählt wurde.
Kommunale und landesweite Erfolge türkeistämmiger Politiker
Der Wahlerfolg fügt sich in eine Reihe bemerkenswerter politischer Entwicklungen auf kommunaler und landesweiter Ebene in Deutschland ein. Bereits 2025 gewann der Grünen-Politiker Samet Yılmaz die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel mit 54,1 Prozent der Stimmen.
Auf Landesebene übernahm in diesem Jahr der Grünen-Politiker Cem Özdemir das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg und wurde damit der erste türkeistämmige Regierungschef eines deutschen Bundeslandes.
Bei der Wahl zum Regierenden Bürgermeister von Berlin am 20. September erzielte zudem Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke, den höchsten Stimmenanteil. Ob es Eralp gelingen wird, eine tragfähige Koalition zur Regierungsbildung zu formieren, ist derzeit noch offen.
Im traditionell tiefroten Hannover wurde gerade Belit Onay mit 61,5% als Oberbürgermeister wiedergewählt.
Die SPD hat derweil geglaubt, es helfe, wie so’n Boomer Anti-Grünen-Wahlkampf zu machen und zu behaupten, Belit spalte die Bevölkerung. Ergebnis: Krachend verloren pic.twitter.com/tGeaOzLHZR
Wir gratulieren Elif Eralp und sagen gleichzeitig sehr deutlich, was wir befürchten: Es ist ein offener Brief an alle türkischstämmigen und als „türkisch gelesen“ Politiker in Deutschland. Liebe türkischstämmige Politikerinnen und Politiker, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Elif Eralp.
Aber gerade bei diesem Anlass möchte ich etwas sehr deutlich sagen, was viele Menschen mit türkischem Hintergrund in Deutschland seit Jahren beschäftigt. Bitte macht nicht denselben Fehler wie diejenigen vor euch.
Der Reflex der erzwungenen Zuständigkeit
Es gibt einen politischen Reflex, der viele Menschen mit türkischem Hintergrund inzwischen regelrecht nervt. Sobald ein Politiker einen türkischen Namen trägt oder türkische Wurzeln hat, wird von ihm offenbar erwartet, dass er sich besonders intensiv mit der Türkei beschäftigt.
Manche Politiker wie Cem Özdemir haben diese Rolle nicht nur angenommen, sondern geradezu über Jahre chronisch weiterkultiviert. Plötzlich wurden alle türkisch klingenden Politiker zu zwanghaften Türkei-Erklärern, zu moralischen Schiedsrichtern innerhalb der türkischstämmigen Bevölkerung und zu vermeintlichen politischen Vertretern einer gesamten Community.
Genau das sollte aufhören, denn der türkischstämmige Bürger braucht keinen politischen Aufpasser und vor allem keine Tippgeber für das Herkunftsland. Die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland ist keine politische Grundschulklasse, die von irgendeinem selbsternannten Türkei-Beauftragten in die vermeintlich richtige Richtung geführt werden muss.
Das sage ich keineswegs, weil diese Politiker türkische Wurzeln haben. Im Gegenteil: Gerade weil sie türkische Namen und einen entsprechenden familiären Hintergrund besitzen, sollten sie bitte komplett und in jeder Form vermeiden, daraus einen politischen Vertretungsanspruch abzuleiten.
Ein türkischstämmiger deutscher Politiker ist zunächst einmal ein deutscher Politiker, der dieselben politischen Aufgaben wie jeder andere Abgeordnete hat. Er muss sich nicht künstlich und zusätzlich zum Türkei-Beauftragten erklären, nur weil seine Eltern oder Großeltern aus der Türkei stammen, denn Herkunft ist kein politisches Mandat. Ein türkischer Name ist schon gar keine Ernennungsurkunde zum Sprecher von Millionen Menschen in fremden Ländern.
Vielfalt statt rassistischer Vereinfachung
Genau hier wurde in der Vergangenheit etwas falsch gemacht. Es war falsch, die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland immer wieder auf politische Konflikte in der Türkei zu reduzieren und aus deutschen Wahlkämpfen eine Art Stellvertreterdebatte über die türkische Innenpolitik zu machen. Ebenso falsch war es, so zu tun, als müsse man Menschen mit türkischem Hintergrund politisch erst belehren, welche Haltung sie zu den Vorgängen in der Türkei einzunehmen hätten.
Damit wurde eine vielfältige Bevölkerung in Deutschland über Jahre nur auf einen einzigen Türkei-Themenkomplex reduziert, was eine absurde, bizarre und rassistische Vereinfachung darstellt. Ein türkischstämmiger Familienvater kann sich um seine Miete sorgen, um seinen Arbeitsplatz, die Schule seiner Kinder, seine Rente oder die Sicherheit in seiner Stadt.
Vielleicht interessiert er sich für die türkische Innenpolitik, vielleicht interessiert sie ihn überhaupt nicht. Vielleicht verfolgt er die politischen Entwicklungen in der Türkei jeden Tag, oder er schaut nicht einmal die Nachrichten. Das ist seine freie Entscheidung, und genau diese sollten Politiker respektieren.
Ein türkischer Name verpflichtet zu gar nichts. Ein Politiker mit türkischen Wurzeln bekommt durch seine Herkunft kein zusätzliches Mandat für die türkische Innenpolitik. Genauso wenig wird ein Politiker mit indischen Wurzeln automatisch zum Indien-Beauftragten, ein Politiker mit mexikanischer Familiengeschichte zum Ansprechpartner für die mexikanische Innenpolitik oder ein Politiker mit griechischen Wurzeln zum politischen Vertreter Griechenlands in Deutschland.
Warum sollte das bei der Türkei anders sein? Mit einem türkischen Namen entsteht kein Anspruch auf politische Deutungshoheit innerhalb der türkischstämmigen Bevölkerung, denn wir sind nicht eure persönliche politische Klientel. Eure türkisch klingenden Namen machen euch nicht zu politischen Vertretern einer gesamten türkischen Community oder bestimmter Strömungen in der Türkei.
Die Chance auf einen Neuanfang
Diese Grenze wurde und wird in der politischen Kommunikation immer wieder verwischt. Wenn die Türkei plötzlich zum festen Bestandteil deutscher Wahlkampfkommunikation wird, wenn die eigene türkische Herkunft zum politischen Markenzeichen gemacht wird und wenn daraus der Eindruck entsteht, man müsse als türkischstämmiger Bürger zu diesen Themen Stellung beziehen, dann ist das die falsche Richtung. Das sollte sich nicht wiederholen – nicht bei Elif Eralp und nicht bei irgendeinem anderen Politiker.
Deshalb geht dieser Brief ausdrücklich auch an Elif Eralp. Nicht als Angriff, sondern als Erwartung. Du hast die Möglichkeit, es anders zu machen. Du musst nicht die Türkeipolitik und die türkische Community erklären, nicht entscheiden, welche Haltung Türkeistämmige zu politischen Entwicklungen in der Türkei haben sollten, und du musst weder zur politischen Schiedsrichterin zwischen verschiedenen türkischen Gruppen werden noch beweisen, dass du eine bestimmte politische Haltung zur Türkei hast, nur weil dein Name türkisch klingt.
Mach Politik für Deutschland: Kümmere dich um Berlin, um Mieten, Schulen, Arbeitsplätze, Sicherheit, Infrastruktur, Familien und die ganz normalen Probleme der Menschen, die hier leben.
Ein Appell an das gesamte politische Spektrum
Die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland besteht keineswegs aus einer homogenen politischen Masse. Wir sind Millionen Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, Lebensgeschichten, Vorstellungen, unterschiedlichen Beziehungen zur Türkei und vor allem mit unterschiedlichen Interessen in Deutschland.
Wir bitten daher eindringlich: Keine Politik mehr auf unsere Kosten, aufgrund unserer Herkunft oder unseres Herkunftslandes. Die türkische Community soll bitte nicht mehr über politische Fragen des Herkunftslandes definiert werden, und für sie muss es keineswegs eine bestimmte politische Richtung geben. Damit muss Schluss sein, denn wir brauchen keine politischen Klassensprecher unserer Herkunft, sondern Abgeordnete. Das ist zugleich ein Appell an alle Parteien, der keineswegs nur für die Grünen gilt, sondern ebenso für CDU, SPD, Linke, FDP, AfD und alle anderen.
Hört auf, Menschen mit türkischem Hintergrund ständig über die Türkei anzusprechen, sie aufgrund ihres Namens oder ihrer Familiengeschichte automatisch bestimmten politischen Positionen zuzuordnen und aus einem türkischen Namen eine politische Zuständigkeit abzuleiten. Und hört vor allem auf, euch einzureden, dass ihr für uns sprechen müsst, nur weil eure oder unsere Eltern aus demselben Land stammen. Ihr seid nicht unsere Türkei-Beauftragten und wir brauchen auch keine.
Herkunft ist Herkunft und Politik ist Politik – nämlich hier in Deutschland für die Menschen, die euch gewählt haben. Türkische Wurzeln sind eine Herkunft, kein politisches Mandat. Ein türkischer Name ist keine politische Vollmacht und schon gar keine Ernennungsurkunde zum Türkei-Beauftragten.
Deshalb mein Appell an die nächste Generation türkischstämmiger Politiker in Deutschland: Macht nicht den Fehler, den andere vor euch gemacht haben und immer noch machen. Macht deutsche Politik und vertretet eure Wähler, aber vertretet nicht automatisch eine imaginäre türkische Community. Wir können selbst denken, selbst wählen und selbst entscheiden, was uns wichtig ist, und wir brauchen niemanden, der uns erklärt, welche Position wir zu den politischen Fragen der Türkei einzunehmen haben.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
Die junge türkische Akademikerin Şenay Didem Kuzu wurde nun mit dem weltweit beachteten Lewis-Reynolds-Smith Founders Fellowship der Hemingway Society – die ihren Sitz in den Vereinigten Staaten von Amerika hat – ausgezeichnet und gehört damit zu nur zwei Wissenschaftlerinnen weltweit, die diese Auszeichnung in diesem Jahr erhalten haben.
Das Stipendium würdigt innovative wissenschaftliche Leistungen, die das Vermächtnis des Nobelpreisträgers weiterführen, dessen minimalistische Prosa und zeitlose Werke wie ‚Der alte Mann und das Meer‘ die Literatur des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert haben.
Ihr Gewinnerprojekt ‚The Telegraphic Ontology: Hemingway’s Anatolian Apprenticeship and the Genesis of the Iceberg Theory‘; auf Deutsch: ‘Die telegrafische Ontologie: Hemingway’s anatolische Lehrzeit und die Entstehung der Eisbergtheorie’ stellt konventionelle Literaturgeschichte in Frage, indem sie argumentiert, dass die Wurzeln von Hemingway‘s charakteristischer stilistischer Entwicklung bis zu seinen prägenden Jahren in Türkiye und vor allem Istanbul zurückreichen.
Kuzu stammt aus Gaziantep, Türkiye – einer Stadt, die weltweit für ihre reiche Gastronomie und ihr kulturelles Erbe bekannt ist und von vielen als gastronomische Hauptstadt Türkiye’s bezeichnet wird – und kann nun stolz verkünden das sie nicht nur diese wichtigen Aspekte im Ausland vertritt sondern mittlerweile auch als erfolgreiche Nachwuchsforscherin weltweiten Respekt gezollt bekommt.
Worum ging es im Detail: 200 Literaturexperten aus aller Welt versammelten sich kürzlich in Kanadas Metropole Toronto, um zu erkunden, wie Ernest Hemingway’s frühe Erfahrungen – insbesondere sein Journalismus in Toronto – ihn zu einer literarischen Ikone gemacht haben oder mit anderen Worten, um Hemingway’s globale Wurzeln nachzuzeichnen. Und das macht Kuzu’s Beitrag so bedeutend: die anatolischen Wurzeln hinhzuzufügen!
Obwohl Ernest Hemingway später zum Synonym für Paris, Spanien, Key West und Havanna wurde, betonen Wissenschaftler wie Prof. Irene Gammel, dass Toronto eine entscheidende Rolle in seiner Entwicklung spielte. Bevor er 1926 ‘The Sun Also Rises’ veröffentlichte, schrieb Hemingway vier Jahre lang für die The Toronto Star – Zeitung und berichtete über alles von Gerichtsverfahren im Old City Hall bis zu Boxkämpfen in der Massey Hall und reiste auch als Reporter ins Ausland, war mit vor Ort um hautnah über die Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs, den Griechisch-Türkischen Krieg und den Aufstieg des Faschismus in Italien zu kommentieren.
Nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Vortrag in Toronto
Die Gastgeber hatten Frau Kuzu weiterhin gebeten einen speziellen Vortrag zu halten der Teile ihrer Forschungsarbeit vorstellen sollte. Sie schlug das folgende Thema vor und wurde von lokalen Medien, Organisatoren sowie den 200 weiteren Gästen dazu beglückwunscht. Şenay Didem Kuzu hielt von daher einen Vortrag mit dem Titel „Der Journalist als Künstler: Die Entstehung von In Our Time: Der Versuch Hemingway als literarischen Journalisten zu begreigfen’.
Inspiriert von Prof. Dr. Saman Hashemipour’s literarischer Analyse den sie als einen wichtigen Baustein ihrer darauf aufbauenden Arbeit erwähnte, nutzte Kuzu diese vergleichende Perspektive inklusive zu Werken von Orhan Pamuk, um zu untersuchen, wie sich Hemingway’s frühe journalistische Jahre mit Orientalismus und Textbildung überschnitten.
Kanadas Toronto Today hob Kuzus Meilenstein hervor, unterstrich den frischen analytischen Rahmen, den ihr Projekt in die Hemingway-Forschung einbringt, und lenkte die Aufmerksamkeit auf die herausragende Rolle der Republik Türkiye in der Forschung.
Türkischer Diplomat gratuliert vor Ort in Toronto
Die Veranstaltung beinhaltete außerdem eine Keynote von Seiner Exzellenz Botschafter a.D. Tacan İldem, einem weltweit anerkannten Diplomaten aus Ankara, der u.a. ehemaliger Assistant Secretary General der Türkei in der NATO war, und der selbst einen Vortrag über ‚Hemingway‘s Journalismus und die Istanbul Telegramme‘ hielt und Frau Kuzu persönlich zu ihrem Preis und Stipendium gratulierte.
Weiterer besonderer Gastvortrag: Barry Callaghan (Sohn des Autors Morley Callaghan, der während seiner Zeit im Toronto Star eine enge Freundschaft mit Hemingway teilte) fesselte die Anwesenden mit einem besonderen Kamingespräch.
Bevor die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wieder in ihre Heimatländer reisten gab es eine abschliessende Ausstellung mit einer lebendigen, interaktiven Dimension wobei seltene Ausgaben von eigenen Hemingway-Büchern neben Werken, die Toronto während Hemingways prägender Ära hervorhoben, präsentiert wurden.
Von Gaziantep nach Toronto und zurück – junge türkische Forscher und Forscherinnen haben ihren Platz auf der akademischen und literarischen Weltbühne eingenommen.
Prestigious U.S. Literary Fellowship Awarded to Turkish Scholar
Turkish academician Senay Didem Kuzu has been named a recipient of the Lewis-Reynolds-Smith Founders Fellowship from The Hemingway Societyhttps://t.co/qsUxBryYms