„Celebrate Israel Parade"
Erster Bürgermeister in 61 Jahren: Mamdani meidet Israel-Tag

New Yorks erster muslimischer Bürgermeister Zohran Mamdani bricht mit einer 61-jährigen Tradition und überspringt die Israel-Parade — während Fox News „Antisemitismus" wittert und Mamdani betont, dass er breite jüdische Unterstützung genießt.

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New York – Zohran Mamdani, seit Januar 2026 Bürgermeister von New York City und der erste Muslim in diesem Amt, wird am 31. Mai nicht an der jährlichen „Celebrate Israel Parade“ auf der Fifth Avenue teilnehmen.

Das bestätigte sein Büro diese Woche. Es ist das erste Mal seit 61 Jahren, dass ein amtierender New Yorker Bürgermeister die Parade auslässt — eine Veranstaltung, die vom Jewish Community Relations Council of New York und der UJA-Federation of New York organisiert wird und als eine der größten jährlichen Israel-Solidaritätsveranstaltungen weltweit gilt. 

Mamdani betonte, seine Abwesenheit solle nicht als Verweigerung städtischer Unterstützung für die Veranstaltung gewertet werden. „Mein Fehlen sollte nicht als Ablehnung der Bereitstellung von Sicherheit oder der notwendigen Genehmigungen missverstanden werden“, erklärte er. Das New York Police Department werde wie gewohnt für einen sicheren Ablauf der Parade sorgen.

Fox News und Giuliani wittern Antisemitismus

Die Reaktionen von konservativer Seite fielen scharf aus. Fox News titelte „Antisemitism Exposed“ — Antisemitismus entlarvt. Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani erklärte gegenüber der New York Post: „Mamdanis Entscheidung, die Israel Day Parade zu meiden, zeigt seine tiefe Verachtung und seinen Hass auf die jüdische Gemeinschaft.“

Giuliani fügte hinzu, Mamdanis Fehlen sei Teil eines Musters — er habe auch die Amtseinführung des neuen katholischen Erzbischofs Ronald Hicks nicht besucht.

„Es entsteht das Bild eines Mannes, der die Grundlagen der westlichen Zivilisation zerstören will“, so Giuliani.

Kritiker werfen Mamdani einen Doppelstandard vor — er habe an der Pakistan Day Parade teilgenommen, auf die Israel-Parade aber verzichtet. Mamdani antwortete auf diese Frage nicht direkt, bekräftigte jedoch seine Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinschaft New Yorks.

Nakba-Tag und ein neues Kapitel New Yorker Stadtpolitik

Die Parade-Entscheidung steht nicht allein. Anfang Mai wurde Mamdani zum ersten New Yorker Bürgermeister, der den Nakba-Tag — den palästinensischen Gedenktag für die Vertreibung von 1948 — öffentlich über ein Video auf seinen sozialen Medien markierte.

Kritiker bemängelten, der Post habe den israelischen Unabhängigkeitstag nicht erwähnt. Unterstützer werteten es als längst überfällige Anerkennung palästinensischer Geschichte.

Ein Bürgermeister mit breiter jüdischer Unterstützung

Was die Debatte besonders komplex macht: Mamdani wurde bei seiner Wahl von rund 33 Prozent der jüdischen Wähler New Yorks unterstützt — mit besonders hohem Rückhalt unter progressiven und jüngeren jüdischen Wählern in Stadtteilen wie Park Slope.

Zu seinen Unterstützern zählten jüdische Organisationen wie Jews for Racial and Economic Justice und Jewish Voice for Peace Action sowie prominente jüdisch-liberale Politiker darunter Repräsentant Jerrold Nadler und Comptroller Brad Lander.

Mamdani hatte während seiner Kampagne die Aktionen der israelischen Regierung in Gaza als Völkermord bezeichnet und sich gegen staatliche Subventionen für Organisationen ausgesprochen, die israelische Siedlungen im Westjordanland unterstützen.

Gleichzeitig betonte er stets: „Ich glaube an gleiche Rechte für alle Menschen, überall.“ Er kündigte an, künftig an zahlreichen Veranstaltungen des jüdischen Gemeindelebens in New York teilzunehmen. Dabei verwies er auf seine geplante Abteilung für Gemeindesicherheit, die unter anderem den Schutz von New Yorkern in Synagogen und im öffentlichen Nahverkehr gewährleisten soll.

Beobachter weisen darauf hin, dass die Debatte um Mamdani eine tiefere Frage aufwirft: Was bedeutet es, die jüdische Gemeinschaft zu unterstützen — und ist diese Unterstützung zwingend an eine unkritische Haltung gegenüber der israelischen Regierungspolitik gebunden? Für seine Kritiker lautet die Antwort eindeutig ja. Für die 33 Prozent jüdischer Wähler, die ihn ins Amt gebracht haben, offenbar nicht.

 

 


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