USA
Mutter von Rachel Corrie fordert Waffenembargo gegen Israel

Cindy Corrie, Mutter der 2003 in Gaza getöteten Aktivistin Rachel Corrie, fordert ein Waffenembargo gegen Israel und unterstützt Sanders' Vorstoß im Senat.

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Washington D.C. – Die Mutter der 2003 in Gaza von einem israelischen Militärbulldozer getöteten US-Aktivistin Rachel Corrie hat in einem eindringlichen Kommentar im amerikanischen Magazin The Nation ein umfassendes Waffenembargo gegen Israel gefordert.

Cindy Corrie, deren Tochter vor 23 Jahren bei einem friedlichen Protesteinsatz ums Leben kam, schreibt in ihrem Beitrag: Die US-amerikanische Lieferung gepanzerter Caterpillar D-9-Bulldozer an Israel müsse endlich enden. Diese Bulldozer — hergestellt in den USA und geliefert von Präsidenten von George W. Bush bis Joe Biden — seien dieselben Maschinen, die ihre Tochter getötet hätten und die bis heute im Einsatz seien. 

In seinen letzten Amtsmonaten stoppte Biden die Lieferung militarisierter Bulldozer an Israel und erkannte damit erstmals offiziell die Rolle dieser Maschinen bei der systematischen Zerstörung palästinensischer Häuser an. Doch eine der ersten Amtshandlungen Donald Trumps nach seinem Amtsantritt war es, diese Entscheidung rückgängig zu machen und die Lieferungen wiederaufzunehmen.

Seitdem hat Israel die Zerstörung von Häusern — nicht nur in Gaza, sondern auch im Westjordanland und nun bei seiner Invasion des Südlibanon — weiter beschleunigt

Cindy Corrie begrüßt den Vorstoß von Senator Bernie Sanders, der im US-Senat eine Abstimmung über ein Verbot der Lieferung von D-9-Bulldozern an Israel erzwingen will. „Das wird keine symbolische Geste sein, sondern ein konkreter Schritt zum Schutz von Menschenleben“, schreibt sie. Sie appelliert an gewählte Vertreter, Sanders nicht allein zu lassen und mit ihrer Stimme ein klares Zeichen zu setzen — zu Ehren ihrer Tochter, anderer Amerikaner und tausender getöteter palästinensischer Zivilisten.

Wer war Rachel Corrie?

Rachel Corrie war eine 23-jährige US-Amerikanerin und Mitglied des International Solidarity Movement (ISM). Im März 2003 wurde sie in Rafah von einem gepanzerten israelischen Militärbulldozer überrollt, während sie versuchte, den Abriss eines palästinensischen Wohnhauses friedlich zu verhindern. Ihr Tod löste eine globale Debatte über die Verhältnismäßigkeit militärischer Gewalt gegen unbewaffnete Aktivisten aus.

In einem ihrer letzten Briefe an ihre Eltern schrieb sie:

„Ich habe das Gefühl, dass das, was ich hier sehe, eine systematische Zerstörung der Lebensgrundlagen eines ganzen Volkes ist. Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst sieht.“

Rachel Corrie wurde zum weltweiten Symbol des zivilen Widerstands gegen die israelische Besatzungspolitik. Ihr Name steht bis heute für Zivilcourage und den Einsatz für palästinensische Rechte.

Nach dem Tod ihrer Tochter gründeten Cindy und Craig Corrie die Rachel Corrie Foundation, die sich seither für Menschenrechte, Bildung und die Rechte des palästinensischen Volkes einsetzt — und das Erbe ihrer Tochter lebendig hält.

Bernie Sanders ist US-Senator aus Vermont und einer der bekanntesten progressiven Politiker Amerikas. Er gehört zu den wenigen amerikanischen Politikern, die die bedingungslose militärische Unterstützung Israels durch die USA offen und wiederholt kritisiert haben.

Sanders hat mehrfach betont, dass die Lieferung amerikanischer Waffen an Israel, die zum Tod von Zivilisten führen, nicht länger hingenommen werden dürfe. Sein Vorstoß für ein Bulldozer- und Waffenembargo gegen Israel ist der bisher weitreichendste parlamentarische Versuch, die US-Waffenpolitik gegenüber Israel konkret einzuschränken — und scheiterte bisher am Widerstand des Senats.

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