Jerusalem – Führende christliche Würdenträger in Jerusalem haben die zunehmende Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen palästinensische Gemeinschaften im Westjordanland in aller Schärfe verurteilt.
In einer gemeinsamen offiziellen Erklärung äußerten die Patriarchen und Oberhäupter der lokalen Kirchen ihre tiefe Besorgnis über die Sicherheitslage vor Ort. Konkreter Anlass für die Stellungnahme ist ein jüngster Angriff auf das überwiegend von christlichen Palästinensern bewohnte Dorf Taybeh.
Die Kirchenführer forderten die internationale Gemeinschaft sowie die zuständigen Behörden auf unverzüglich Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung zu ergreifen. Es brauche wirksame Mechanismen um die Täter für ihre Aktionen zur Rechenschaft zu ziehen und weitere Übergriffe zu verhindern. Die Geistlichen schilderten eine Welle von Brandstiftungen, Sachbeschädigungen und physischen Bedrohungen die das alltägliche Leben der Menschen in den betroffenen Regionen massiv gefährde.
Die deutliche Kritik der christlichen Würdenträger trifft auf eine ohnehin hochexplosive Debatte. Erst kürzlich hatte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu Berichte über Siedlergewalt im Westjordanland öffentlich als gesteuerte Propaganda und Falschinformationen bezeichnet. Die geschlossene Reaktion der höchsten Repräsentanten der christlichen Kirchen widerspricht dieser Darstellung nun direkt und verleiht den internationalen Forderungen nach einem Einschreiten neues Gewicht.
بطاركة ورؤساء الكنائس في القدس يدينون اعتداء المستوطنين على الطيبة ويطالبون بتحقيق العدالة وتوفير الحماية. The Patriarchs and Heads of Churches in Jerusalem Condemn Settler Attack on Taybeh and Call for Justice and Protection. https://t.co/uVRJo3Gjsu
— Latin Patriarchate of Jerusalem (@LPJerusalem) October 20, 2026
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