Hannover – Im Rahmen des NATO-Großmanövers „Steadfast Dart 26“ demonstriert die Türkei beeindruckende Verlegungskapazitäten. Mit dem Drohnenträger TCG Anadolu und einer massiven Luftbrücke verlegt Ankara über 2.000 Soldaten und schweres Gerät direkt an die deutsche Nordseeküste und nach Niedersachsen.
Der Aufmarsch markiert einen Meilenstein innerhalb des Bündnisses: Die Türkei stellt mit rund 2.200 Einsatzkräften das größte Kontingent für das aktuelle Manöver in Deutschland. Was Militärexperten besonders aufhorchen lässt, ist die logistische Autonomie, mit der Ankara diese Operation durchführt.
Die Türkei als aufstrebende Militärmacht
Diese Operation ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer jahrelangen, konsequenten Modernisierungsstrategie der türkischen Streitkräfte. Ankara hat sich in den letzten zehn Jahren von einem reinen Importeur westlicher Waffensysteme zu einer global agierenden Militärmacht entwickelt.
Besonders die heimische Verteidigungsindustrie (SSB) spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Mit Projekten wie dem Flaggschiff TCG Anadolu, das als weltweit erster Drohnenträger konzipiert wurde, und der Entwicklung eigener Panzerfahrzeuge wie dem BMC Vuran, demonstriert das Land technologische Unabhängigkeit.
Diese „nationale Technologiedurchsetzung“ ermöglicht es der Türkei heute, komplexe Brigaden ohne logistische Hilfe von Partnern über tausende Kilometer zu verlegen – eine Fähigkeit, die innerhalb der NATO sonst fast nur den USA zugeschrieben wird.
Ankunft in Wunstorf und Emden
Trotz winterlicher Witterungsbedingungen landeten zunächst zwei Airbus A400M-Transportmaschinen der türkischen Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover. An Bord befanden sich die ersten 300 Soldaten einer mechanisierten Brigade.
Zeitgleich legte das amphibische Angriffsschiff TCG Anadolu im Hafen von Emden an. In einer präzisen Entladeoperation wurden dutzende gepanzerte Fahrzeuge vom Typ BMC Vuran sowie mobile Gefechtsstände gelöscht. Diese wurden anschließend in einem imposanten Konvoi durch Niedersachsen in die Lüneburger Heide transportiert, einem der größten Übungsgelände der Bundeswehr.
Hintergrund: Was ist „Steadfast Dart 26“?
Die Übung „Steadfast Dart 26“ ist ein zentraler Bestandteil der NATO-Abschreckungsstrategie für das Jahr 2026. Sie ist darauf ausgelegt, die schnelle Verlegung von Verbänden an die Nord- und Ostflanke des Bündnisgebiets zu trainieren.
Beginn: Die aktive Phase des Manövers startete in der zweiten Februarwoche 2026.
Teilnehmer: Neben der Türkei als Hauptakteur nehmen insgesamt 12 NATO-Staaten teil, darunter Deutschland, Polen, die USA und Großbritannien.
Ziel: Im Fokus steht die „Interoperabilität“ – also das reibungslose Zusammenspiel verschiedener nationaler Armeen unter einem gemeinsamen Kommando. Geübt wird die Verteidigung kritischer Infrastruktur sowie großflächige Landoperationen unter winterlichen Bedingungen.
Mit der massiven Präsenz in Norddeutschland unterstreicht Ankara nicht nur seine Verpflichtungen gegenüber der Allianz, sondern sendet auch ein klares Signal der Stärke und Eigenständigkeit an die internationalen Partner.




























































