Start Panorama Ausland Epstein-Akten Epstein-Files: Neue Details zu türkischem Opfer enthüllt

Epstein-Akten
Epstein-Files: Neue Details zu türkischem Opfer enthüllt

Die entsiegelten Epstein-Akten zeigen: Eine Türkin wurde mit Heiratsversprechen manipuliert und Zeugin, wie 12-jährige Mädchen als 'Geschenk' eintrafen.

Teilen

Washington – Die jüngst entsiegelten US-Gerichtsdokumente im Fall Jeffrey Epstein geben tiefen Einblick in das Schicksal einer namentlich nicht genannten jungen Frau aus der Türkei. Die Akten beschreiben ein perfides System aus emotionaler Abhängigkeit, Manipulation und sexuellem Missbrauch.

Aus den vorliegenden Zeugenaussagen und Protokollen geht hervor, dass die junge Türkin über längere Zeit zum engeren Umkreis von Jeffrey Epstein gehörte und ihn häufig auf seinen Reisen begleitete. Die Akten offenbaren, dass die Frau eine tiefe emotionale Bindung zu dem Multimillionär aufgebaut hatte – ein Umstand, den Epstein gezielt für seine Zwecke ausnutzte.

Manipulation durch Heiratsversprechen

Besonders perfide war laut den Akten die Methode, mit der Epstein die jungen Frauen an sich band. Da die türkische Zeugin aufgrund ihrer persönlichen und kulturellen Überzeugungen bis zur Ehe jungfräulich bleiben wollte, passte Epstein seine Strategie an. Er versprach ihr die Ehe und sprach sogar davon, ein gemeinsames Kind mit ihr zeugen zu wollen.

Durch dieses vorgetäuschte Commitment drängte er sie dazu, ihre eigenen moralischen Grenzen zu überschreiten und alternative sexuelle Praktiken zu akzeptieren, um ihre Jungfräulichkeit formal zu bewahren. Während er ihr die Exklusivität einer Ehe vorgaukelte, stellte er gleichzeitig klar, dass er seine sexuellen Kontakte zu anderen Mädchen nicht aufgeben werde.

Eifersucht und das „Netzwerk der Massagen“

Die Dokumente belegen zudem, dass die Frau nicht nur von Epstein selbst missbraucht wurde, sondern auch dazu genötigt wurde, Dienstleistungen für sein einflussreiches Netzwerk zu erbringen. So wird in den Akten explizit eine Begegnung mit dem US-Milliardär Leslie Wexner (L Brands) in New York erwähnt, dem sie Massagen geben musste.

Wexner, der langjährige Kopf hinter dem weltbekannten Unterwäsche-Label Victoria’s Secret, galt als einer der engsten Vertrauten und wichtigsten Finanziers von Jeffrey Epstein. Die Erwähnung der türkischen Zeugin im Zusammenhang mit Wexner wirft ein neues, düsteres Licht auf die Verstrickungen zwischen Epsteins Missbrauchsring und den Führungsriegen globaler Lifestyle-Marken.“

Innerhalb des Zirkels kam es laut den Protokollen zudem immer wieder zu Spannungen. Die türkische Zeugin reagierte demnach oft eifersüchtig, wenn andere junge Frauen im Umfeld Epsteins versuchten, eine zu enge emotionale Bindung („clingy“) zu dem Multimillionär aufzubauen.

Der Bruch: Ein schockierendes „Geburtstagsgeschenk“

Der endgültige Bruch in der Beziehung erfolgte offenbar nach einem traumatischen Vorfall während einer Geburtstagsfeier Epsteins. In den Dokumenten wird geschildert, wie Epstein drei erst 12-jährige Mädchen als „Geschenk“ erhielt, die eigens aus Frankreich eingeflogen worden waren.

Die Zeugin gab zu Protokoll, sie sei zutiefst schockiert darüber gewesen, wie sichtbar erregt Epstein während der Massage durch die Kinder war. Besonders beängstigend war ihre Beobachtung, dass die Mädchen „gut vorbereitet“ wirkten und exakt wussten, welche Handlungen von ihnen erwartet wurden.

Dies unterstreicht den Verdacht der Ermittler, dass Opfer in Epsteins Umfeld systematisch auf den Missbrauch trainiert wurden. Als die Frau schließlich begann, stärkere emotionale Ansprüche an Epstein zu stellen, wurde sie laut den Akten fallen gelassen.

Hintergrund: Die „Epstein-Liste“ 2026

Die aktuellen Enthüllungen basieren auf der massiven Freigabe von über drei Millionen Dokumentenseiten durch das US-Justizministerium am 30. Januar 2026. Diese Entsiegelung erfolgt im Zuge des „Epstein-Transparenzgesetzes“, das die Offenlegung bisher unter Verschluss gehaltener Beweismittel anordnete.

In den Akten tauchen erneut prominente Namen aus Politik, Wirtschaft und Adel auf, darunter Prinz Andrew, dessen Rolle durch neue Foto-Beweise massiv belastet wird, sowie Erwähnungen von Donald Trump, Bill Clinton und Bill Gates im Kontext von Reiseunterlagen.

Die Veröffentlichung hat bereits zu ersten personellen Konsequenzen geführt: In der Slowakei kam es unmittelbar nach Bekanntwerden der Namen zu Rücktritten hochrangiger Regierungsberater. Während in den USA der politische Druck auf betroffene Stiftungen und Institutionen wächst, dauert die systematische Auswertung der gewaltigen Datenmenge durch internationale Journalisten und Ermittlerteams weiter an.

ZUM THEMA

– „Globales Netzwerk“ –
Epstein-Files: Ex-Prinz Andrew schickte Fotos der Töchter

Neue Epstein-Files enthüllen: Ex-Prinz Andrew schickte Fotos seiner Töchter an den Sexualstraftäter. Premier Starmer fordert nun seine Aussage vor US-Ermittlern.

Epstein-Files: Ex-Prinz Andrew schickte Fotos der Töchter