Cannabisgesetz "CanG"
Ein Jahr nach der Legalisierung: Ist Cannabis tatsächlich eine Einstiegsdroge?

Es wurde viel gestritten und argumentiert im politischen Berlin, doch schließlich wurde das neue Cannabisgesetz verabschiedet

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Es wurde viel gestritten und argumentiert im politischen Berlin, doch schließlich wurde das neue Cannabisgesetz verabschiedet: Seit dem 1. April 2024 ist der Besitz und Konsum von Cannabisprodukten teilweise legalisiert.

Auch wenn dieses Gesetz nur für Erwachsene gilt, kritisieren Gegner, dass Cannabis insbesondere für Jugendliche eine Einstiegsdroge für den Konsum weiterer Drogen sei. Aber stimmt das auch? Die Stiftung Gesundheitswissen informiert, was Studien zu dem Thema sagen.

Cannabis ist bei Jugendlichen häufig nicht die erste Droge

Die schlechte Nachricht: Leider können die Studien hier keine Klarheit schaffen, denn es gibt keine einheitlichen Aussagen. Es gibt Studien, die zeigen, dass Cannabiskonsum bei Jugendlichen das Risiko erhöht, später weitere Drogen zu konsumieren. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass es sich bei Cannabis oftmals nicht um die erste Droge handelt, mit der Jugendliche in Kontakt kommen. In der Regel haben sie vorher Tabak oder Alkohol konsumiert.

Das persönliche Umfeld spielt bei Drogenkonsum eine wichtige Rolle

Cannabis allein kann nicht für den Konsum weiterer Drogen verantwortlich gemacht werden. Eine Rolle spielt dabei auch das Umfeld, in dem Jugendliche sich bewegen.

Wenn junge Menschen mitbekommen, dass in ihrem Umfeld geraucht, getrunken oder gekifft wird, empfinden sie dieses Verhalten oftmals als normal und akzeptiert und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Konsum übernehmen. Damit wird der Grundstein für einen späteren Drogenkonsum in der Regel im persönlichen Umfeld der Betroffenen gelegt.

Es gibt keinen risikofreien Cannabiskonsum

Experten sind sich einig: Jeder Konsum von Cannabis birgt eine Gefahr für die eigene Gesundheit. Auch wenn gelegentlicher Konsum nicht sofort krank oder abhängig macht, so gibt es verschiedene Gesundheitsrisiken: Z. B. kann das Rauchen von Cannabis die Atemwege schädigen oder eine mögliche Überdosierung – etwa durch den Cannabis-Verzehr durch sogenannte „Space Cakes“ – kann akute psychische Störungen zur Folge haben.

Für Erwachsene gilt: Um negative gesundheitliche Folgen zu vermeiden, wird empfohlen, nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche Cannabis zu konsumieren. Ein besonders hohes Risiko für gesundheitliche Folgen besteht beim Cannabiskonsum im Jugendalter.

Weitere Informationen:

Cannabis kann verschiedene gesundheitliche Risiken für Jugendliche und Kinder haben. Informationen darüber, welche Folgen das sind und was die Legalisierung verändert, gibt es auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen

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