Frankreich-Wahlen
Überraschung in Frankreich: Was sind die Auswirkungen?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass keine einzelne Partei oder Gruppierung eine absolute Mehrheit in der Versammlung haben wird.

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Von Stephen Dover

„Vorläufige Ergebnisse vom Sonntagabend des 7. Juli deuten darauf hin, dass der große Gewinner der zweiten (und letzten) Wahlrunde für die französische Versammlung (Parlament) die verschiedenen linken Parteien sind, die eine einheitliche Gruppe zusammengeschustert haben, die den Wählern der Mitte und der linken Mitte eine Alternative zum rechtsextremen Front National bietet.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass keine einzelne Partei oder Gruppierung eine absolute Mehrheit in der Versammlung haben wird. Sollte dies der Fall sein, wird nun eine längere Periode (Wochen oder vielleicht sogar mehrere Monate) der Koalitionsbildung folgen. Die wahrscheinlichste Konstellation scheint jedoch eine von der linken Mitte und der Mitte geführte Regierung zu sein, die einen neuen Premierminister unterstützt.

In Frankreich hat der Präsident (Emmanuel Macron) die Macht, die meisten außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungen zu treffen. Das Parlament hingegen ist für die meisten innenpolitischen Entscheidungen zuständig, einschließlich derjenigen, die die Steuer- und andere Wirtschaftspolitik betreffen.

Wir gehen davon aus, dass die Märkte das Ergebnis der Wahl als positiv für europäische Risikoanlagen, Anleihespreads und den Euro bewerten werden. Das alternative Ergebnis eines dem Präsidenten feindlich gesinnten Parlaments hätte mittelfristig zu einer wesentlich größeren Unsicherheit geführt, als es jetzt wahrscheinlich ist. Mit wenigen Ausnahmen dürfte das heutige Ergebnis zu einer weitgehenden Kontinuität in der französischen Innen- und Außenpolitik sowie in der Haltung Frankreichs zur EU-Politik führen.

Der Aufschwung, den die Märkte genießen, dürfte sich jedoch in Grenzen halten. Frankreich steht mittelfristig immer noch vor großen Herausforderungen, darunter die Haushaltskonsolidierung, die langfristige Tragfähigkeit der wichtigsten Säulen des Sozialvertrags (Renten, Gesundheitswesen) und die dringende Notwendigkeit, die Produktivität zu steigern. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass eine aus der Not heraus konstruierte Mehrheit (um die extreme Rechte von der Macht fernzuhalten) über das politische Kapital verfügt, um die langfristigen Herausforderungen Frankreichs anzugehen.“


Stephen Dover

, Leiter des Franklin Templeton Institute

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